Vorsicht, Rutschgefahr! Herbstlaub, das sich auf dem Bürgersteig angesammelt hat, ist mitunter ähnlich glatt wie Eis. Das bedeutet auch für Mieter und Hausbesitzer ein Risiko: Wenn ein Fußgänger stürzt und sich verletzt, kann der Räumpflichtige zur Kasse gebeten werden.

Seit wenigen Tagen regiert wieder der Herbst in Deutschland. Zwar lädt er derzeit mit milden Temperaturen zum Spaziergang ein, bringt aber für Fußgänger eine Gefahr mit sich. Denn das bunte Laub, welches sich auf den Gehwegen sammelt, kann zur gefährlichen Schlitterbahn werden – Stürze und Verletzungen nicht ausgeschlossen!

Besonders bei Nässe bildet das Blattwerk eine klitschige Schicht, die unter dem Druck der Schuhsohlen schnell zur Rutschbahn wird. Und das bedeutet auch für Mieter und Hausbesitzer ein Risiko. Weil die Kassen der Kommunen und Städte leer sind, wälzen sie die Räumpflicht auf die Hauseigentümer ab. In vielen Mietverträgen finden sich Klauseln zur Kehrpflicht auf Bürgersteigen. Vernachlässigt ein Mieter seinen Herbstputz, kann er zur Schadensersatz verdonnert werden, wenn jemand ausrutscht und sich verletzt.

Haftpflichtversicherung bietet Schutz

Wer zur Miete wohnt, kann mit einer privaten Haftpflichtversicherung vorsorgen, sollte ein Fußgänger auf dem Laub ausrutschen. Eine solche Police springt ein, wenn man Dritten einen Schaden zufügt. Auch Besitzer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen sind in der Regel durch eine Privathaftpflicht geschützt. Eigentümer eines Mehrfamilienhauses müssen hingegen eine extra Haus- oder Grundbesitzer-Haftpflicht abschließen, damit der Versicherer für verunglückte Passanten einspringt.

Allerdings bedeutet die Räumpflicht nicht, dass Mieter ständig mit dem Besen über den Gehweg fegen müssen. Wie oft gekehrt werden muss, ist eine Ermessensfrage. Die Verbraucherzentralen berichten, dass nicht jeder Sturz eine Schadensersatzforderung nach sich zieht. Im Einzelfall prüfen die Richter, ob der Fußgänger das Missgeschick durch allzu sorgloses Verhalten mitverursacht hat. Besonders in den Morgen- und Abendstunden, wenn der Boden feucht und angeschlagen ist, gilt deshalb: Vorsicht vor dem Laub!

Die Vertragsbedingungen von Versicherungen sind für viele Kunden ein Ärgernis. Unverständliche Formulierungen, viele Fachtermini sowie ein Paragraphen-Dschungel lassen das Lesen von so manchem Vertrag zu einem Ärgernis werden. Doch die Versicherungswirtschaft will fortan dafür sorgen, dass die Verträge verständlicher werden.

Hand aufs Herz – Verstehen Sie alles, was in Ihrem Versicherungsvertrag steht? Wenn nicht, ist das keine Schande. Selbst Fachleute haben mitunter Probleme, sich in den umfangreichen und schwierigen Vertragstexten zurechtzufinden. Schließlich beinhalten sie eine Vielzahl an Fachtermini, Paragraphen und Klauseln, die einem das Verstehen schwer machen können.

Mehr Produkttransparenz angestrebt

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat das Problem erkannt und 2010 ein Projekt gestartet, um die Musterbedingungen, an denen sich viele Versicherer orientieren, verständlicher zu gestalten. In Zusammenarbeit mit dem Sprachwissenschaftler Professor Günther Zimmermann erarbeitet der Dachverband der Versicherungswirtschaft neue und einfachere Verträge.

„Die Versicherungswirtschaft möchte damit mehr Produkttransparenz für Kunden schaffen“, erklärt GDV-Präsident Alexander Erdland. „Dazu gehört, dass unsere Kunden die Verträge leichter verstehen können. Wir wissen, dass die Bedingungen oft noch zu abstrakt sind. Das wollen wir mit der Überarbeitung ändern.“

Ziel ist es, die Bedingungen möglichst in Alltagssprache zu übersetzen, ohne dass die Rechtssicherheit verloren geht. Schließlich sind die Verträge nicht umsonst so kompliziert – „Juristensprech“ dient auch dazu, die im Vertrag getroffenen Vereinbarungen juristisch abzusichern.

Entzerren, Reduzieren, Veranschaulichen

Doch in den neuen Versicherungsverträgen soll vieles einfacher werden. Vor allem drei Mittel haben die Autoren bei der Aktualisierung angewandt: Entzerren, Reduzieren und Veranschaulichen. So wurde so manches Satzungetüm gekürzt, Beispiele zur Erklärung von Fachausdrücken eingeflochten und Aufzählungen besser gegliedert.

Wie lange es dauert, bis die neuen Verträge auch von den Versicherungsgesellschaften übernommen werden, kann nur gemutmaßt werden. Schließlich muss das komplette Vertragswerk umgestaltet werden, was entsprechend dauert. Verbindlich sind die neuen Musterbedingungen nicht, sondern dienen den Versicherern zur Orientierung. Von den Änderungen werden dann vor allem Neukunden profitieren.

Versicherungsnehmer sollten die Wichtigkeit der Vertragsbedingungen nicht unterschätzen. Schließlich ist in ihnen genauestens aufgeführt, welche Leistungen eine Versicherung erbringen muss – und welche nicht. Deshalb empfiehlt es sich, bei Abschluss einer Versicherung die Bedingungen genau zu lesen. Wenn ein Sachverhalt unverständlich ist, sollte man nicht zögern, sich beraten zu lassen.

Sollten auch Demenzkranke eine Privathaftpflichtversicherung besitzen? Da eine Demenz nicht automatisch eine Deliktunfähigkeit nach sich zieht, raten Versicherungsexperten dazu, den bestehenden Privathaftpflicht-Vertrag nicht zu kündigen.

Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch müssen deliktunfähige Personen für vorsätzlich oder fahrlässig angerichtete Schäden keinen Ersatz leisten. In der Regel sind die Aufsichtspflichtigen für derartige Delikte haftbar zu machen, sofern eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt: etwa die Eltern für ihre Kinder.

Deshalb kündigen viele Angehörige die Haftpflichtversicherung, wenn ein Mitglied der Familie an Demenz erkrankt. Doch das ist nicht ohne Risiko. Wie ein großer Verbraucherverein mitteilt, zieht eine Demenz nicht automatisch die Deliktunfähigkeit des Betroffenen nach sich. Das gilt vor allem dann, wenn sich die Krankheit noch in einem sehr frühen Stadium befindet.

Verursacht ein Demenzkranker einen Personen- oder Sachschaden, wird die Versicherung im Einzelfall prüfen, ob eine Deliktunfähigkeit vorgelegen hat. Im Zweifel obliegt die Einschätzung einem Amts- oder Landsgericht. Dann kann es passieren, dass sogar ein Demenzkranker in Haftung genommen wird!

Die voreilige Kündigung der Haftpflicht eines Erkrankten ist folglich nicht empfehlenswert. Dies gilt auch dann, wenn der Demenz-Patient bereits in die Obhut einer Pflegeeinrichtung gegeben wurde. Wer auf „Nummer Sicher“ gehen will, sollte im Haftpflichtvertrag nachlesen, ob eine Deliktunfähigkeitsklausel vereinbart ist. Dann leistet der Versicherer auch für die Schäden, die eine solche Person verursacht!

Wer seinen Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen will und dafür einen Kredit aufnimmt, der achtet in der Regel auf die Höhe der Zinsen. Doch Verbraucher sollten auch darauf achten, welche Gebühren anfallen, wenn der Kreditvertrag nachträglich geändert wird. Manche Kreditinstitute und Versicherungen bieten den Service gratis an, andere verlangen hierfür tausende Euro.

Es kann schnell passieren, dass ein Kreditvertrag zur Baufinanzierung nachträglich geändert werden muss. Ein Paar kann sich zum Beispiel trennen, obwohl es jahrelang gemeinsam an einem Eigenheim baute. Wenn dann ein Partner den Vertrag alleine übernimmt und ein anderer ausscheidet, wird es schnell teuer!

Tausende Euro Unterschied bei nachträglicher Vertragsänderung

Eine Stichprobe der Verbraucherzentralen hat ergeben, dass die Gebühren für die Kreditänderung höchst unterschiedlich ausfallen können. Bei einer Vertragssumme über 200.000 Euro bieten manche Banken den Service gratis an, andere verlangen bis zu 2.000 Euro Gebühr für die nachträgliche Vertragsänderung! Viele Anbieter verlangen eine Summe zwischen 200 und 300 Euro.

Hart schlage die Branche etwa zu, wenn die Kunden Glück haben und sich ihre Wohnsituation zum Besseren wendet, berichtet das Verbraucherinstitut. Das könne zum Beispiel der Fall sein, wenn in einem Objekt statt der gerade gekauften Wohnung im Untergeschoss doch die begehrtere unter dem Dach frei wird. Zwar sei eine Übertragung des Darlehensvertrages auf die neue Wohnung problemlos möglich. Aber gratis gebe es die Änderung der Grundschulden nicht: sie kostet zwischen 200 und 2.000 Euro.

Teuer kann es auch werden, wenn ein Bauherr unverhofft erbt und vor der Darlehensauszahlung zusätzliches Eigenkapital einbringen will. Wer mit dem ererbten Geld die zunächst geplante Darlehens-Summe reduzieren möchte, wird verpflichtet eine sogenannte Nichtabnahme-Entschädigung zu zahlen. Bei der Berechnung gelten dieselben Regeln wie bei der Vorfälligkeitsentschädigung, die bei einer außerplanmäßigen Rückzahlung des Kredites gefordert wird. Auch hier können die Unterschiede mehrere hundert Euro betragen.

Kosten vergleichen!

Verbraucher sind daher gut beraten, vor dem Abschluss einer Baufinanzierung nicht nur die Zinsen, sondern auch die Gebühren für eventuell anfallende Extraleistungen kritisch zu vergleichen. Mitunter muss hierbei aktiv nachgefragt werden, da nicht jedes Kreditinstitut die Kosten transparent ausweist. Ein Beratungsgespräch schafft Abhilfe!

Laut Deutscher Rentenversicherung kann die Mütterrente negative Auswirkungen auf die Höhe der Witwenrente haben. Dies resultiert daraus, dass die Mütterrente sozialrechtlich als Einkommen gewertet wird – und Freibeträge überschritten werden können.

Wer eine Witwenrente erhält, profitiert unter Umständen weit weniger von der schwarz-roten Rentenreform als andere. Da die Rente im Sozialrecht als Einkommen gewertet wird, kann es nämlich passieren, dass durch die damit verbundene Rentenerhöhung der Freibetrag von derzeit 755,30 Euro (im Osten 696,70 Euro) überschritten wird. Dann wird die Mütterrente zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet und kann diese mindern. Wie gewonnen, so zerronnen!

Unterm Strich gibt es für Betroffene mehr Rente

Unterm Strich dürfte trotzdem ein Plus bei den Rentenbezügen der betroffenen Frauen (und Männer) stehen, wie die Rentenversicherung berichtet. Nur fällt es eben deutlich niedriger aus, so dass viele RentnerInnen enttäuscht sind. Mit der Mütterrente sollen Erziehungsleistungen stärker honoriert werden: in den alten Bundesländern gibt es „normalerweise“ monatlich 26,39 Euro mehr auf dem Konto, im Westen 28,61 Euro.

Unterschieden wird zwischen einer kleinen und großen Witwenrente. Nach dem neuen Hinterbliebenengesetz beträgt die kleine Witwenrente 25 Prozent der Versichertenrente, die große hingegen 55 Prozent.

Die große Witwenrente kann geltend gemacht werden, sofern der Hinterbliebene das 47. Lebensjahr vollendet hat, die Betroffenen erwerbsgemindert sind oder ein minderjähriges Kind erziehen. Voraussetzung hierfür ist, dass der verstorbene Ehepartner mindestens 5 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat oder durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit vorzeitig die Wartezeit erfüllte.

Autodiebstahl: Welche Automarken werden in Deutschland am häufigsten geklaut? Dies geht aus der KFZ-Diebstahlstatistik hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jährlich veröffentlicht. Dabei sind erwartungsgemäß große und geländegängige Limousinen besonders begehrt.

Wie der GDV in einer heutigen Pressemitteilung bekannt gab, wurden im Jahr 2013 bundesweit 18.805 kaskoversicherte Autos geklaut. Die Zahl der Diebstähle stieg damit um rund vier Prozent an, verbleibt aber auf einem niedrigen Niveau. Und das nicht ohne Grund: aufgrund neuer Sicherheitstechniken und einem gestiegenen Bewusstsein der Autofahrer haben es Diebe immer schwerer, sich Zugang zu den Fahrzeugen zu verschaffen.

Auf der Rangliste der bei Dieben beliebtesten Automarken landen erwartungsgemäß größere Modelle ganz oben. Das am häufigsten geklaute Auto war demnach in Deutschland der BMW X6 mit einer Diebstahlrate von 21,9 Fahrzeugen je 1.000 kaskoversicherter PKW. Besonders oft wurde die Mischung aus SUV und Sport-Coupé in der Hauptstadt Berlin entwendet. Ebenfalls begehrt bei Langfingern war der Toyota Lexus RX 350 (Diebstahlrate 15,2 je 1.000 PKW), BMW X70 (14,9) sowie BMW M390 (13,1). Auch die Marken Audi, Land Rover und VW sind mehrfach in der Top 15 vertreten. Wer ein solches Modell fährt, sollte folglich besonders vorsichtig sein!

Im Vergleich der Bundesländer wurden in Berlin mit 3,5 pro 1.000 kaskoversicherter Pkw nach wie vor die meisten Autos gestohlen. Mit deutlichem Abstand folgen Brandenburg (1,8) und Hamburg (1,6). Mit nur 0,2 Diebstählen pro 1.000 kaskoversicherter Pkw wiesen Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland die geringste Diebstahlhäufigkeit auf. Im Schnitt lag die durchschnittliche Entschädigung pro gestohlenem Fahrzeug bei 14.000 Euro.

85,6 Prozent aller Bundesbürger sind mit ihrer Versicherung zufrieden, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Wenn es doch einmal Ärger mit dem Versicherungsanbieter gibt, kann der Ombudsmann der Versicherungen schlichten.

Versicherungen haben nicht das beste Image. Das hat auch damit zu tun, dass sie häufig nur dann in den Schlagzeilen vertreten sind, wenn etwas nicht klappt – etwa eine Schadenszahlung verweigert oder unnötig lange hinausgezögert wird. Viele positive Erfahrungen mit Versicherungsanbietern sind den Medien hingegen kaum eine Schlagzeile wert.

85,6 Prozent der Bundesbürger sind mit ihrer Versicherung zufrieden

Umso mehr mag eine aktuelle Umfrage überraschen, die den Versicherungen ein sehr gutes Zeugnis ausstellt. 85,6 Prozent aller Bundesbürger sind demnach mit ihrer Versicherung allgemein sehr zufrieden bzw. zufrieden, wie das Sozialforschungsinstitut USUMA im Auftrag eines großen Versicherungsanbieters herausfand. Lediglich 1,4 Prozent der Umfrageteilnehmer zeigte sich hingegen unzufrieden mit der Versicherung. Das sind Zustimmungswerte, die zu überzeugen wissen!

Und auch bei der Regulierung eines Schadens erhalten die Versicherungen viele positive Rückmeldungen: diesbezüglich gaben immerhin 82 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihren Versicherungen sehr zufrieden bzw. zufrieden sind. 4,6 Prozent verneinten das. Insgesamt sind die Ergebnisse für die Versicherungsbranche also sehr erfreulich, zeigt sich doch eine große Zufriedenheit der Kunden. Für die repräsentative Umfrage wurden im Frühjahr 2014 insgesamt 1.005 Bundesbürger befragt.

Ombudsmann schlichtet bei Ärger mit Versicherung

Wer doch einmal Ärger mit der Versicherung hat, etwa weil sie einen Schaden nicht bezahlen will, kann den Ombudsmann der Versicherungen anrufen. Dies ist eine Schlichtungsstelle, die versuchen wird, zwischen beiden Streitparteien zu vermitteln. Schnell und unbürokratisch kann die Schlichtungsstelle prüfen, ob die Ablehnung einer Leistung durch den Versicherungsanbieter gerechtfertigt ist. Der Vorteil: Verbraucher müssen keine Gebühren für das Verfahren zahlen. Lediglich Porto und Telefongebühren sind kostenpflichtig.

Dabei muss der Versicherungsnehmer beachten, dass zwei verschiedene Schlichtungsstellen gibt. Für private Kranken- und Pflegeversicherungen ist seit dem 01.01.2014 der Jurist Heinz Lanfermann der Ansprechpartner. Andere Sparten wie etwa Hausrat-, Unfall-, Lebens- oder Rentenversicherungen werden unter der Obhut von Professor Dr. Günter Hirsch betreut. Beide Schlichtungsstellen haben ihren Sitz in Berlin.

Ein Beschwerdeverfahren tritt in Kraft, sobald die Beschwerde beim Ombudsmann eingegangen ist. Sie kann per Telefon, Brief oder im Internet eingereicht werden. Wenn ein Versicherungskunde den Schlichtungsspruch nicht akzeptiert, kann er hinterher immer noch vor Gericht ziehen, denn während des Schlichtungsverfahrens verjähren die Ansprüche nicht. Und doch sind die Chancen auf eine gütige Einigung groß – auch die Verbraucherzentralen berichten, dass sie äußerst positive Erfahrungen mit den Schlichtungsstellen gemacht haben! Oft wird durchaus im Sinne des Kunden entschieden.

Jede zehnte Schadensmeldung von Versicherungskunden erfolgt vermutlich in betrügerischer Absicht. Zu diesem Ergebnis kommen Erhebungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der finanzielle Nachteil, der den Versicherungsgesellschaften durch Betrug entsteht, wird pro Jahr auf 4 Milliarden Euro geschätzt.

Umso strenger reagieren die Versicherungen, wenn sie Betrug wittern. Selbst bei Bagatellschäden wie etwa einer zerbrochenen Brille oder einem defekten Waschbecken verfolgen sie eine Null-Toleranz-Politik. Das bedeutet, der Versicherer verweigert nicht nur die Schadenszahlung, sondern wird den Fall auch juristisch verfolgen und zur Anzeige bringen. Bei schweren Vergehen kann Versicherungsbetrug sogar mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden!

Schadensmeldungen werden aufwendig geprüft

Auch betreiben die Versicherer einigen Aufwand, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Wie das Handelsblatt berichtet, haben Autoversicherer beispielsweise Testlabore eingerichtet, in denen Unfälle untersucht werden. In diesen Laboren lässt sich mit großer Genauigkeit ermitteln, ob eine Delle beim jüngsten Unfall entstand oder bereits ein Vorschaden vorlag.

Ebenfalls selbstverständlich ist, dass beim kleinsten Zweifel Sachverständige die Plausibilität der Schadensmeldung prüfen. Dabei werden zunehmend auch Online-Daten abgefragt, etwa bei sozialen Netzwerken wie Facebook. Sogar Ermittler werden eingeschaltet! Rechnungen können mit Farb- und Infrarot-Bildsystemen auf Manipulationen untersucht werden. Hier gilt: Ehrlichkeit ist für Versicherungskunden Pflicht.

Schäden gut und umfangreich dokumentieren

Die begründete Skepsis der Versicherer bedeutet auch für ehrliche Kunden eine Gefahr. Wenn sie Schadensmeldungen lückenhaft und ungenau ausfüllen, kann es passieren, dass sie zu Unrecht des Versicherungsbetruges verdächtigt werden. Deshalb ist es wichtig eine Schaden genau zu dokumentieren. Fotoaufnahmen und Zeugen können dabei sehr wertvoll sein. Ein Versicherungsfachmann kann Tipps geben, was bei der Schadensmeldung zu beachten ist!

Wenn der Sachbearbeiter bei der Versicherung misstrauisch erscheint, sollten Kunden, die sich im Recht wähnen, hartnäckig bleiben. Manchmal wird einfach probiert, ob eine Verweigerung klappt – doch vor Gericht müssen die Versicherungen einen Betrug nachweisen. Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung bietet Sicherheit für eventuelle Rechtsstreitigkeiten.

Wenn ein Arzt aus einer Gemeinschaftspraxis ausscheidet, um seine eigene Praxis zu gründen, gibt es auch bezüglich des Versicherungsschutzes einiges zu beachten.

Viele junge Mediziner schließen sich zum Berufsstart einer Gemeinschaftspraxis an. Damit verringern Berufsanfänger das finanzielle Risiko und können von der Erfahrung der Kollegen profitieren. Wer sich jedoch entscheidet, nach Tätigkeit in einer Gemeinschaftspraxis auszuscheiden und eine Einzelpraxis zu eröffnen, muss auch bezüglich des Versicherungsschutzes einiges beachten. Tipps hierfür gibt die Ärztezeitung in einem aktuellen Artikel.

Lückenloser Versicherungsschutz ist wichtig!

Wichtigster Grundsatz: Kein Arzt darf auch nur eine Sekunde ohne Haftpflichtschutz tätig sein! Schließlich besteht für praktizierende Mediziner eine gesetzliche Pflicht, sich abzusichern, und ein Behandlungsfehler kann Millionenforderungen zur Folge haben. In einer Gemeinschaftspraxis sind die Ärzte oft über einen Sammelvertrag abgesichert und haften gesamtschuldnerisch. Doch eröffnet ein Arzt seine eigene Praxis, muss er sich um einen lückenlosen Schutz kümmern. Auch sollte der bisherige Versicherer über den Stichtag der Trennung informiert werden, damit keine Forderungen aus der bisherigen Tätigkeit entstehen.

In Gemeinschaftspraxen profitieren Ärzte beim Versicherungsschutz oft von Rabatten. Doch wer eine neue Haftpflichtpolice zeichnet, muss damit rechnen, dass der Versicherer einen genauen Blick auf die Vorschäden wirft. Unter Umständen ist es dann schwierig, eine neue Deckung zu finden, oder der Arzt muss mit saftigen Prämien und Selbstbeteiligungen rechnen. Das gilt selbst dann, wenn der Mediziner nicht selbst die Schäden verursacht hat, sondern ein Kollege aus Gemeinschaftspraxis-Tagen. Deshalb ist es übrigens für alle Beteiligten einer gemeinsamen Praxis ratsam, die Schäden genau zu dokumentieren – also aufzuzeichnen, welcher Arzt für welche Fehlbehandlung verantwortlich gewesen ist.

Klären, welche Versicherungen noch bestehen

Auch sollten alle beteiligten Versicherer der Gemeinschaftspraxis über den Austritt informiert werden. Sonst drohen später Forderungen, obwohl man längst nicht mehr gemeinsam mit den Kollegen praktiziert. Dass für die Arzttätigkeit auch Sachversicherungen wie etwa eine Elektronikversicherung oder Praxisinhaltsversicherung abgeschlossen wurden, vergessen Ärzte häufig bei einem Praxis-Wechsel. Natürlich sollte auch dieser Schutz erneuert werden, wenn man sich selbstständig macht. Eine Auflösungsvereinbarung mit den früheren Kollegen hilft, alle Ansprüche zu klären.

Mit zunehmenden Alter nimmt die Dauer der Fehltage wegen Krankschreibung deutlich zu. Während 30-34jährige im Schnitt 8,6 Tage im Job fehlen, beträgt die Krankheitsdauer bei 60-64jährigen bereits 21,6 Tage. Vor allem Herz-Kreislauferkrankungen und Muskel- Skeletterkrankungen sind Ursache für den Anstieg.

Je mehr in Deutschland ein Fachkräftemangel droht, desto mehr sind Arbeitgeber auf ältere Beschäftigte angewiesen. Schließlich sind Erfahrung und Verlässlichkeit Werte, die ältere Beschäftigte auszeichnen. Arbeitsmarkt-Prognosen sagen voraus, dass im Jahr 2030 bereits 5 Millionen Menschen weniger erwerbstätig sein werden. Die Beschäftigten über 50 Jahre könnten dann circa 37 Prozent der gesamten Belegschaft stellen.

Ältere Menschen fehlen pro Krankheitsfall 21,6 Tage

Mit der Alterung der Arbeitnehmer gehen auch veränderte Anforderungen an den Arbeitsplatz einher. Die körperliche Belastung muss minimiert und längere Pausen eingeräumt werden, damit sich die Senioren auf der Arbeit wohlfühlen. Und auch die Dauer der Krankschreibungen nimmt im Alter zu, wie der aktuelle Fehlzeiten-Report eines großen Krankenversicherers zeigt.

So liegt bei der untersuchten Gruppe der 30-34jährigen der Durchschnitt bei 8,6 Fehltagen pro Krankheitsfall. Bei den 60- bis 64-jährigen sind dies bereits 21,6 Fehltage. Ursache hierfür ist vor allem Herz-Kreislauferkrankungen sowie Muskel- und Skeletterkrankungen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement kann Fehlzeiten vorbeugen

Arbeitgeber können selbst etwas tun, um Erkrankungen ihrer Mitarbeiter vorzubeugen. Sogenanntes „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ hilft, Fehlzeiten zu reduzieren und die Mitarbeitergesundheit zu steigern.

Was aber ist „Betriebliches Gesundheitsmanagement“? Hierfür kommen Gesundheitsexperten an den Arbeitsplatz. Sie schauen sich sowohl die physische als auch psychische Belastung an. Das können Fragen sein wie: Sind Schreibtisch und Stuhl im Büro so angeordnet, dass sie Rücken und Gelenke schonen? Sind die Arbeitnehmer einem permanenten Druck ausgesetzt oder gibt es ausreichend Pausen? Wie ist das Miteinander der Angestellten geregelt, wird es von manchen Mitarbeitern als belastend empfunden?

Diese Fragen münden in ein Arbeitsplatzprofil, das Grundlage für Verbesserungen im Betrieb ist. Während sich in größeren Unternehmen das Gesundheitsmanagement längst etabliert hat, sind vor allem die mittleren und kleinen Betriebe noch zurückhaltend. Lediglich 15 Prozent der kleinen Firmen sorgen vor. Ein Grund hierfür ist die Angst vor den hohen Kosten und dem Organisationsaufwand.

Aber aufgepasst: Arbeitgeber können sich die Gesundheitsmaßnahmen im eigenen Unternehmen fördern lassen! Immerhin 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter sind für die Gesundheitsförderung in Betrieben steuerlich absetzbar. Ansprechpartner sind Krankenkassen und Krankenversicherungen.

Selbstständige können mit Krankentagegeldversicherung vorbeugen

Wichtig ist das höhere Ausfallrisiko für Senioren auch, wenn sie selbstständig tätig sind. Schließlich können Selbstständige mit keinerlei finanzieller Unterstützung durch den Arbeitgeber rechnen, wenn sie wochen- oder gar monatelang krankheitsbedingt ausfallen. Hier springt eine gute Krankentagegeldversicherung ein – sie zahlt im Fall vorübergehender Arbeitsunfähigkeit einen vorher vereinbarten Betrag.

Bei der Wahl einer Krankentagegeldversicherung sollten Unternehmer auf Vertragsdetails achten. So sollte der Versicherungsschutz aufgestockt werden können, wenn sich das eigene Einkommen steigert – vor allem ohne erneute Gesundheitsprüfung oder Wartezeiten. Der Vertrag sollte zudem nicht in den ersten drei Jahren seitens des Versicherers kündbar sein. Auch bei Rückfallerkrankungen und demnach wiederholter Arbeitsunfähigkeit sollte der Versicherer zahlen. Hier hilft ein Beratungsgespräch, wichtige Leistungsbausteine zu erkennen.