Seit 1. Januar 2015 gilt ein flächendeckender Mindestlohn. Viele Arbeitgeber sahen sich deshalb gezwungen, ihre Löhne anzuheben. Das birgt auch für Frührentner und Minijobber Risiken: Sie müssen überprüfen, ob sie weiterhin ihre Zuverdienstgrenzen einhalten.

Die Deutsche Rentenversicherung rät auf ihrer Webseite allen Frührentnern und Minijobbern dazu, zu überprüfen, ob Zuverdienstgrenzen weiterhin eingehalten werden. Sonst drohen saftige Nachzahlungsforderungen oder im Fall der Frührentner sogar eine Kürzung der Rente.

Frührentner und Minijobber betroffen

Betroffen sind Frührentner, die eine Vollrente erhalten, aber noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben. Wenn sie im Vorjahr 450 Euro im Monat oder etwas weniger verdient haben, könnten sie im Januar über dieser Zuverdienstgrenze liegen. Schließlich sahen sich viele Arbeitgeber gezwungen, den Lohn infolge der neuen Mindestlohn-Regelungen anzuheben. Im schlimmsten Fall muss dann die Rente gekürzt werden.

Auch Minijobber müssen aufpassen, sofern sie von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreit sind. Sie dürfen ebenfalls maximal 450 Euro verdienen. Wer somit seine Arbeitszeit nicht reduziert hat und früher deutlich weniger verdiente, sollte dringend prüfen, ob er durch den erhöhten Stundenlohn sozialversicherungspflichtig wird. Dann müssen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden.

Im Einzelfall ist Überschreiten möglich

Aber keine Sorge: Wie die Minijob-Zentrale mitteilt, ist im Einzelfall die Überschreitung der Zuverdienstgrenze möglich. Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der monatlichen Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro führt nicht zur Rentenversicherungs-Pflicht.

Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. In der Regel wird eine Jahresentgeltgrenze von 5.400 Euro für Minijobber angenommen. Auch tarifvertragliches Weihnachts- und Urlaubsgeld sind hierin einzurechnen. Ein Beratungsgespräch hilft, Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

GKV: Zum Jahreswechsel 2015 sanken die Krankenversicherungsbeiträge von 15,5 auf 14,6 Prozent. Allerdings dürfen die Krankenkassen seitdem einen Zusatzbeitrag von den Versicherten verlangen. Die Mitglieder haben ein Sonderkündigungsrecht, sobald die Kassenbeiträge steigen.

Die Bundesregierung wollte Kassenpatienten entlasten – und senkte den allgemeinen Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 auf 14,6 Prozent. Die Sache hat aber einen Haken. Seitdem dürfen die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, die Kosten können dadurch deutlich steigen. Der Zusatzbeitrag ist von den Kassen individuell festzulegen und von den Versicherten allein zu tragen.

Erweitertes Sonderkündigungsrecht

Mit der Regelung zum Zusatzbeitrag wurde den Versicherten ein erweitertes Sonderkündigungsrecht eingeräumt. Immer, wenn die eigene Krankenkasse einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht, dürfen Versicherte innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe kündigen. Die Kasse ist verpflichtet, jeden einzelnen Versicherungsnehmer spätestens im Vormonat vor der erstmaligen Fälligkeit auf die Änderung hinzuweisen. Bei den meisten Kassenanbietern erfolgte die Information im Dezember 2014. Mitglieder haben demnach bis zum 31. Januar Zeit, die Kündigung fristgerecht einzureichen – ein Kassenwechsel ist dann zum 1. April 2015 möglich.

Eine Sonderregelung gibt es für Rentner und Bezieher von Versorgungsbezügen, deren Beiträge durch die Zahlstelle an Krankenkassen abgeführt werden. Aufgrund einer Systemumstellung und den damit verbundenen technischen Schwierigkeiten verschieben sich Änderungen bei den Zusatzbeiträgen um zwei Monate nach hinten. Der Gesetzgeber schuf hierfür eine Übergangsregelung: Im Januar und Februar 2015 wird einheitlich ein Zusatzbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent angewendet. Dies gilt auch, wenn die Krankenkasse eigentlich einen niedrigeren Zuschlag berechnet hätte.

Kein voreiliger Kassenwechsel

Dass gesetzlich Versicherte tatsächlich mit einem Anbieterwechsel Geld sparen können, zeigt die aktuelle Breite der erhobenen Zusatzbeiträge. Dieser reicht von 0,3 Prozent bis 1,2 Prozent des Bruttolohns. Allerdings sollten Kassenpatienten auch andere Entscheidungskriterien beachten, bevor sie sich für einen Wechsel entscheiden. Hierzu gehören beispielsweise eine gute Erreichbarkeit der Krankenkasse, die Servicequalität oder die Beratung bei der Arztwahl. Auch bei Zusatzleistungen zeigen die Versicherungen deutliche Unterschiede, etwa bei Bonusprogrammen für chronisch Kranke oder der Bewilligung einer Haushaltshilfe. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Der Nutzen von Restschuldversicherungen ist umstritten. Wer sich dennoch mit einem solchen Vertrag gegen den Kreditausfall absichern will, sollte die Verträge genauestens lesen – und Anbieter vergleichen.

Wenn eine Familie ein eigenes Haus bauen will und dafür einen Kredit aufnimmt, sollte sie sich auch Gedanken machen, wie die Raten bedient werden können, wenn eine wichtige Einnahmequelle wegbricht. Viele Banken empfehlen in diesem Fall den Abschluss einer sogenannten Restschuldversicherung. Sie übernimmt die Kreditzahlungen, wenn der Hauptverdiener erwerbsunfähig wird oder gar stirbt.

Doch der Nutzen von Restschuldversicherungen ist umstritten. Zum einen sind sie so teuer, als würde der Versicherungsnehmer einen zusätzliches Darlehen aufnehmen. Bei einem Ratenkredit über 10.000 Euro mit 5jähriger Laufzeit können die Prämien schnell auf 1.000 Euro klettern. Zum anderen haben viele Verträge strenge Ausschlusskriterien, die dafür sorgen, dass man im Schadensfall dennoch nicht sein Geld bekommt. Einige Anbieter verweigern beispielsweise eine Leistung, wenn der Kunde innerhalb von drei Jahren an Krebs erkrankt.

Deshalb sollten Kunden genau prüfen, ob der Abschluss einer Restschuldversicherung wirklich sinnvoll ist. Laut Recherchen des ZDF-Magazins „ZDFzoom“ werden Verbraucher bei der Bankberatung über Kosten und Risiken kaum aufgeklärt. Schreibt der Kreditgeber vor, dass zwingend eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden muss, so sind die Kosten für die RSV nach deutschem Recht in den Effektivzins einzurechnen. Bei einem freiwilligen Abschluss ist das nicht der Fall. Damit ist dem Kunden der Überblick über die tatsächlichen Kosten verwehrt.

Es gibt auch Alternativen! Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Risikolebensversicherung und vielleicht noch eine Unfallversicherung besitzt, ist für den Kreditausfall gut abgesichert. Zudem gilt: Der Abschluss einer Restschuldversicherung sollte nicht ohne Anbietervergleich erfolgen. Bei einer Versicherung sind die Verträge in der Regel günstiger als bei einer Bank, berichtet der Bund der Versicherten. Wer beim teuersten Anbieter abschließe, zahle mitunter dreimal so viel wie beim billigsten.

Ärger mit der Versicherung? In diesem Fall können sich Kunden an den Ombudsmann der Versicherungen wenden. Dieser versucht, zwischen beiden Streitparteien zu schlichten – und wer will, kann danach immer noch vor Gericht ziehen.

Leider kommt es immer mal wieder vor, dass Versicherungen die Regulierung eines Schadens zu Unrecht verweigern. Sei es der Fernseher, der bei einem Blitzeinschlag kaputt ging, eine Gesundheitsleistung in der PKV, die nicht als medizinisch notwendig erachtet wurde etc. – manchmal müssen Versicherungsnehmer erst selbst tätig werden, bis die Gesellschaft leistet.

Zwei verschiedene Schlichtungsstellen

Weil das auch die Versicherungsbranche weiß, hat sie die Institution des Ombudsmanns geschaffen. Dieser soll als Mediator Kundenbeschwerden entgegennehmen sowie schnell und unbürokratisch prüfen. Das Gute daran: Die Schlichtungsstelle arbeitet für Verbraucher kostenfrei. Auch wenn der Ombudsmann eine Beschwerde zurückweist, muss der Kunde keine hohen Verfahrenskosten zahlen, wie dies bei einem Gerichtsprozess der Fall wäre.

Beachten muss der Versicherungsnehmer, dass es zwei verschiedene Schlichtungsstellen gibt. Ombudsmann für die private Kranken- und Pflegeversicherung ist seit dem 01.01.2014 der Jurist Heinz Lanfermann. Für alle anderen Sparten wie Renten-, Lebens- und Sachversicherung ist hingegen Professor Dr. Günter Hirsch zuständig. Beide haben ihren Sitz in Berlin.

Klage vor Gericht ist im Anschluss immer noch möglich

Wenn der Schlichtungsspruch nicht im Sinne des Verbrauchers ausfällt, ist das kein Problem. Für die Dauer des Ombudsverfahrens verjähren die Ansprüche nicht. Der Versicherungsnehmer kann danach immer noch vor den Kadi ziehen und versuchen, seine Ansprüche juristisch durchzusetzen.

Aber auch die Verbraucherzentralen bestätigen, dass die Erfahrungen mit dem Ombudsmann positiv sind. Im letzten Jahr dauerte es durchschnittlich 3,5 Monate, bis ein Schlichtungsspruch erfolgte – ein Gerichtsverfahren muss hingegen oft über Jahre ausgefochten werden! Oftmals fielen die Urteile zur Zufriedenheit aller Beteiligten aus.

Doch was müssen Kunden tun, um den Ombudsmann anzurufen? Ein Beschwerdeverfahren tritt in Kraft, sobald die Beschwerde beim Ombudsmann eingegangen ist. Sie kann per Telefon, Brief oder im Internet eingereicht werden. Auch ein Versicherungsvermittler ist Ansprechpartner, wenn es mal Ärger mit der Versicherung gibt.

Wie wichtig die Pflegevorsorge ist, zeigen aktuelle Zahlen. Demnach steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, die zum Sozialfall werden, stetig an. 2013 waren bereits 440.000 Menschen auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – Seit Einführung der Pflegeversicherung ein Plus um 31 Prozent.

Wenn Menschen zum Pflegefall werden, bedeutet dies ein hohes Armutsrisiko. Erhielten vor zehn Jahren noch rund 340.000 Bedürftige die staatliche „Hilfe zur Pflege“, so waren es 2013 bereits 444.000 Personen. Dies berichtet die Saarbrücker Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Auch Angehörige sind in der Pflicht

Die Sozialhilfe leistet, wenn die Bedürftigen ihre Pflegekosten nicht mehr aus eigenem Einkommen oder Vermögen decken können. Dabei bedeuten Pflegekosten auch für Verwandte ein finanzielles Risiko. Sollten die Ersparnisse und die Absicherung des Pflegebedürftigen nicht reichen, ermittelt das Sozialamt die unterhaltspflichtigen Angehörigen entsprechend des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Zunächst müssen die Ehegatten ihr Vermögen offenlegen, unabhängig von der Dauer der Ehe. Auch geschiedene Ehepartner können einbezogen werden. Haben alle Ehegatten gezahlt, kommen die leiblichen Kinder (Verwandte in gerader Linie) in Frage, auch sie haften gesamtschuldnerisch. Weniger bekannt ist, dass auch Enkel indirekt haften, sind sie doch ebenfalls Verwandte in gerader Linie. Wie viel die Angehörigen zahlen müssen, orientiert sich an der Höhe des Einkommens. Nicht füreinander aufkommen müssen hingegen Geschwister, Verschwägerte oder weiter entfernte Verwandte.

Private Pflegevorsorge gegen das Armutsrisiko

Erst wenn aufgrund des Schonbetrags auf kein Einkommen oder Vermögen zurückgegriffen werden kann, übernimmt das Sozialamt die Kosten. Aber es gibt Abhilfe: Der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung kann das finanzielle Risiko deutlich einschränken.

Zum Beispiel zahlt eine Pflegetagegeldversicherung für jeden Tag, an dem der Versicherte pflegebedürftig ist, eine laut Vertrag vereinbarte Summe aus. Und die Pflegerentenversicherung deckt die zusätzlichen Pflegekosten in Form einer Rente ab. Je nach Hilfebedürftigkeit und Pflegestufe wird dabei eine laut Vertrag zugesicherte monatliche Rente ausgezahlt.

Auch der Gesetzgeber weiß um die Wichtigkeit der Pflegevorsorge. Deshalb werden bestimmte Formen der Pflegetagegeldversicherung seit 2013 staatlich gefördert, mit bis zu 5 Euro monatlich. Der Clou: bei den sogenannten Pflege-Bahr-Policen dürfen keine Menschen aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung ausgeschlossen werden. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung über die richtige Absicherung!

Krankentagegeldversicherung: Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat die sogenannte Herabsetzungsklausel für unwirksam erklärt. Demnach darf eine Versicherung das vereinbarte Krankentagegeld nicht einseitig herabsetzen, wenn ein Versicherungsnehmer plötzlich weniger verdient. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Im verhandelten Rechtsstreit hatte ein selbständiger Handwerker eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen und ein Tagegeld in Höhe von 100 Euro vereinbart. Dies entsprach dem Nettoeinkommen des Mannes. Aber nach sechs Jahren wollte die Versicherung die Höhe der Versicherungsleistung einseitig reduzieren, da der Handwerker deutlich weniger verdiente. Daraufhin zog der Versicherungsnehmer vor Gericht und klagte auf Beibehaltung der höheren Summe.

Die Versicherung berief sich bei ihrer Leistungskürzung auf eine sogenannte Herabsetzungsklausel in den Vertragsbedingungen. Demnach könne das Krankentagegeld mit einmonatiger Frist herabgesetzt werden, wenn „das Nettoeinkommen der versicherten Person unter die Höhe des dem Vertrage zugrunde gelegten Einkommens gesunken ist“. Laut Klausel spielt für die Reduzierung der Leistung keine Rolle, ob der Versicherungsfall bereits eingetreten ist, also der Kunde bereits Anspruch auf ein Krankentagegeld hat.

Klausel bedeutet ungerechtfertigte Benachteiligung des Kunden

Die Richter des Oberlandesgerichtes Karlsruhe entschieden aber zugunsten des Handwerkers. Demnach stelle die Herabsetzungsklausel eine Benachteiligung des Kunden dar und sei folglich unwirksam. Der Grund: Der Versicherungsnehmer muss auch mit einer Leistungskürzung rechnen, wenn er aufgrund einer Krankheit Gehaltseinbußen erleidet. Dies läuft aber dem Zweck einer Krankentagegeldversicherung zuwider, da sie doch gerade vor krankheitsbedingten Einkommensverlusten schützen soll.

Besonders für Selbständige ist die Krankentagegeld-Police ein sinnvoller Schutz, um sich finanziell vor einer längeren Auszeit im Beruf zu schützen. Daraus folgt ein weiterer Grund, warum die Klausel nach Ansicht der Richter unwirksam ist. Versicherte mit schwankendem Einkommen müssten bei einem vorübergehenden Auftragseinbruch und damit verbundenen Lohneinbußen mit einer Reduzierung der Versicherungsleistung rechnen. Wenn das Einkommen dann aber wieder steigt, hätten sie kein Anrecht auf eine Erhöhung des Krankentagegeldes. Auch das bedeute eine Benachteiligung des Kunden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Das OLG Karlsruhe hat eine Revision vor dem Bundesgerichtshof zugelassen (09.12.2014, Az.: 9a U 15/14).

Vorsicht vor Betrügern! Aktuell geben sich Telefonanrufer als Mitarbeiter des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV) aus, um personenbezogene Daten zu erschleichen. Generell tätigt der PKV-Verband keine Werbeanrufe bei Verbrauchern.

Daten sind das neue Öl – Diese Einschätzung teilen viele Finanzexperten. Große Internetfirmen sind mittlerweile mehr wert als so mancher Energiekonzern, und Unternehmen investieren viel Geld, um an personalisierte Datensätze von Verbrauchern zu kommen. Schließlich können sie den Kunden dann mit Werbung „beglücken“, die genau auf seine Interessen zugeschnitten ist.

Auch aktuell versuchen Trickbetrüger, mit fragwürdigen Methoden an personenbezogene Daten heranzukommen. Sie rufen arglose Bürger an und geben sich als Mitarbeiter des PKV-Verbandes aus. Doch das ist eine dreiste Masche. Im einer Pressemeldung warnt der Dachverband der privaten Krankenversicherung, dass er grundsätzlich keine vertriebsorientierten Anrufe vornimmt. Dies seien nach Aussage des Verbandes unlautere Werbemethoden, die den guten Ruf der Branche ruinieren.

Strafbares Verhalten im Sinne des Datenschutzgesetzes

So wollen die unredlichen Anrufer möglichst viele sensible Informationen aus den arglosen Bürgern herauspressen. Die erhobenen Daten landen später im Adresshandel oder werden für Verkaufsgespräche missbraucht. Laut PKV-Verband sind die Anrufe ein strafbares Verhalten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes (§43 Abs. 2 Nr. 1 BDSG). Beschwerden sind bei der Polizei und Bundesnetzagentur möglich.

Wenn Versicherte einen solchen Anruf erhalten, sollten sie daher Namen und Telefonnummer des Anrufers notieren und anschließend einen Strafantrag bei der Polizei stellen. In einigen Bundesländern werden Online-Formulare bereitgestellt, die das erleichtern. Ansonsten gilt: Vorsicht bei der Weitergabe von Daten!

Privat Krankenversicherte sind verpflichtet, die an ihre Versicherung eingereichten Arztrechnungen auf Plausibilität zu prüfen. Wurden vom Arzt Behandlungen abgerechnet, die gar nicht erbracht worden sind, darf die Versicherung Erstattungsleistungen zurückverlangen und der Patient bleibt auf den Kosten sitzen. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichtes München hervor.

Im verhandelten Rechtsstreit hatte eine Münchnerin im Jahr 2003 eine Bioresonanztherapie erhalten. Der Arzt rechnete aber fälschlicherweise eine Akupunkturbehandlung sowie eine Infiltrationsbehandlung ab. Die Frau reichte die Rechnung an die Privatversicherung weiter und bekam ihre Kosten zunächst erstattet. Im April 2012 stellte der PKV-Anbieter bei einer Prüfung fest, dass die erstatteten Leistungen gar nicht durchgeführt worden sind. Daraufhin forderte die Versicherung den Erstattungsbetrag von der Patientin zurück.

Patienten zur Prüfung der Arztrechnung verpflichtet

Die Versicherungsnehmerin weigerte sich aber zu zahlen. Sie habe nicht gemerkt, dass in der Rechnung andere Positionen aufgeführt worden seien als die tatsächlich vorgenommenen Behandlungen, so verteidigte sie sich. Auch sei sie als Laie gar nicht dazu fähig, die tatsächlichen Kosten einer Behandlung einzuschätzen. Möge sie mit ihrer Argumentation auch Recht gehabt haben – vor dem Amtsgericht München erlitt die Frau eine bittere Niederlage.

Als Begründung gab das Gericht an, dass Versicherungsnehmer einer privaten Krankenversicherung zumindest nebenvertraglich verpflichtet sind, Arztrechnungen vor dem Einreichen bei der Versicherung auf Plausibilität zu prüfen bzw. Ungereimtheiten mitzuteilen. Das Versicherungsunternehmen habe naturgemäß nicht die Möglichkeit, Einblick in die tatsächlich durchgeführten Behandlungen zu nehmen. Das Urteil des Amtsgerichtes München ist rechtskräftig (Az.: 282 C 28161/12).

Geldanlage: Laut einer aktuellen Umfrage sind die Bundesbürger bei der Geldanlage eher konservativ. Die Mehrheit setzt auf Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten. Weniger beliebt sind aber Aktien und Fonds: Jeder Zweite lehnt Aktien ab, gegenüber Fonds äußern sich sogar 63,1 Prozent negativ.

Das Anlageverhalten der Bundesbürger hat sich in den letzten 20 Jahren so gut wie nicht geändert. Laut einer repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen TNS Infratest im Auftrag einer großen Bank durchgeführt hat, setzen 73 Prozent noch immer auf das klassische Sparbuch bzw. Tages-oder Festgeldkonten. Weit weniger beliebt sind hingegen Aktien und Fonds. Nur jeder dritte Deutsche hält derzeit Aktien- und Fondsanlagen.

Die Umfrage zeigt sogar eine weitgehend ablehnende Haltung gegenüber der Börse. Fast jeder Zweite gibt an, von möglichen 100.000 Euro Anlagevolumen überhaupt kein Geld in Aktien investieren zu wollen. Gegenüber Fonds äußerten sich sogar rund 63 Prozent der Befragten negativ. Dies verwundert insofern nicht, da den Bundesbürgern der Faktor „Sicherheit“ bei der Geldanlage besonders wichtig ist. Internationale Vergleiche haben gezeigt, dass in anderen Industriestaaten weit risikofreudiger investiert wird.

Geldanlage sollte Inflation ausgleichen

Wichtig ist jedoch, dass mit der Anlageform die Geldentwertung infolge der Inflation aufgefangen wird – sonst verliert das Geld schnell an Wert. Die Inflationsrate ist 2014 mit 0,9 Prozent zwar auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Aber schon für das Jahr 2015 wird ein Anstieg auf 1,4 Prozent erwartet. In den Jahren 2011 und 2012 hatte die Inflation sogar bei über zwei Prozent gelegen! Hier muss der Sparer mit seinen erzielten Zinsen einen Ausgleich schaffen.

Und da zeigt sich, dass auch eine Geldanlage an der Börse lukrativ sein kann. Im Jahr 2013 legte der deutsche Leitindex Dax um satte 25 Prozent zu. Wer damals zu Jahresbeginn 5000 Euro in einen Dax-Indexfonds steckte, konnte am Jahresende mit 6250 Euro nach Hause gehen, wie Focus Online vorrechnet. Sparer sollten also überlegen, ob sie nicht zumindest einen Teil ihres Geldes auch außerhalb des Sparbuches anlegen.

Nur in Anlageformen investieren, die man versteht

Bei der Geldanlage gibt es allerdings einige Prinzipien zu achten. So sollte das Risiko gestreut werden. Das heißt, man investiert nicht nur in eine Anlageform, sondern in mehrere – so kann der mögliche Verlust einer Investition aufgefangen werden. Auch ist es wichtig, nur in Produkte zu investieren, die man tatsächlich selbst versteht. Deshalb sollte ein Sparer sich mit einer Geldanlage genauestens auseinandersetzen, bevor er voreilig einen Vertrag unterschreibt.

Grob vereinfacht lassen sich drei Kriterien zur Bewertung einer Anlageform heranziehen: Höhe der Rendite, Sicherheit sowie Verfügbarkeit. Wer zum Beispiel jederzeit auf sein Geld zugreifen will, der sollte nicht unbedingt eine Anlage mit dreißigjähriger Mindestlaufzeit abschließen. Und häufig sind Geldanlagen, die eine besonders hohe Rendite versprechen, auch riskantere Anlageformen. Hier hilft ein Beratungsgespräch, das passende Produkt zu finden.

Elementarschaden: Auch wenn der Winter bisher sehr mild war, so kann es noch bis in die April-Monate hinein Schnee geben. Für Menschen, Gebäude und Fahrzeuge bedeutet das ein Risiko. Hausbesitzer in schneereichen Regionen sind deshalb gut beraten, sich entsprechend abzusichern.

Welche Versicherung kommt für einen Schaden auf, der durch Schneedruck und Lawinen entstanden ist? Diesbezüglich weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Pressemeldung darauf hin, dass Hausbesitzer eine extra Elementarschadenversicherung abschließen müssen. Diesen Zusatzschutz gibt es in der Regel in Kombination mit einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Wer keine derartige Police besitzt, geht bei einem Schneeschaden leer aus.

Häuser mit Flachdächern sind durch Schneemassen besonders gefährdet. Im Gegensatz zu steilen Dächern kann der Schnee hier nicht abrutschen, sondern sammelt sich mit seinem gesamten Gewicht. Die Gefahr ist keineswegs zu unterschätzen: Schon eine 10cm dicke Schneeschicht kann über 100 Kilogramm wiegen! Ob jedes Dach dieser Schneelast standhält, hängt von seiner Form, dem Neigungswinkel und zusätzlichen Aufbauten ab.

Verkehrssicherungspflicht beachten!

Zudem müssen Hausbesitzer Sorge tragen, dass keine Passanten durch herabfallende Schneemassen verletzt werden. Abhilfe können Vorrichtungen wie Schneefanghaken, Schneefangbalken oder -gitter schaffen. Sie verhindern das Abrutschen des Schnees und tragen dazu bei, dass die Schneelast gleichmäßig auf dem Dach verteilt wird. Auch Warnschilder sind als Maßnahme sinnvoll, um Fußgänger zu warnen.

Stürzt ein Dach trotz Sicherheitsvorkehrungen ein, kommt ebenfalls die Elementarschadenversicherung dafür auf. Natürlich sollte man sich in dieser Situation besser nicht im Haus befinden. Im Zweifel hilft nur die Messung durch einen Fachmann, ob eine entsprechende Gefahr besteht. Besonders gefährlich ist übrigens nasser Schnee, weil dieser viel schwerer ist als Pulverschnee und schon bei geringer Höhe ein Risiko bedeuten kann.

Wer selbst sein Dach säubern will, muss extra vorsichtig sein. Die Räumung sollte abschnittsweise und von verschiedenen Seiten erfolgen, damit es nicht zu Stabilitätsproblemen durch eine einseitige Belastung kommt. Auch sollte sich selbst der Wagemutigste nicht ungesichert auf das Dach begeben – bedeuten doch Schnee und Eis auch Rutschgefahr. Hier ist es besser, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen.

Haftpflichtversicherung leistet, wenn eine fremde Person zu Schaden kommt

Wird eine fremde Person durch einen Schneerutsch verletzt, weil der Hausbesitzer Sicherungspflichten vernachlässigt hat, dann springt die Haftpflichtversicherung ein. Dies sollte jedoch keineswegs ein Freibrief sein, andere Menschen zu gefährden. Bei vermieteten Häusern ist der Abschluss einer extra Haus- oder Grundbesitzerhaftpflicht erforderlich.

Wenn Schneelawinen ein geparktes Auto beschädigen, leistet die Vollkaskoversicherung. Eine Teilkasko-Police zahlt hingegen nur für Schäden an zerbrochenen Autoscheiben.