Zweitwagen sind in vielen Familien keine Seltenheit mehr. In jedem fünften deutschen Haushalt existiert mindestens ein zweites Fahrzeug, so die Umfrage eines großen Automobilclubs, sei es, weil der SUV bei der Einkaufstour kaum in die Parklücke passt oder weil der Sohn zum Eishockey gefahren werden muss, die Tochter aber zum Ballett. Wie aber lässt sich der Zweitwagen günstig versichern?

Natürlich müssen auch Zweitfahrzeuge in der Kfz-Versicherung abgesichert werden. In der Regel bietet es sich an, die Autoversicherung bei demselben Anbieter abzuschließen, der bereits das erste Fahrzeug unter Vertrag hat. Die Treue belohnen die Versicherer oft durch eine günstigere Einstufung in der Schadenfreiheitsklasse, so dass bei der Haftpflichtprämie bis zu 20 Prozent gespart werden können. Wenn der Erstwagen lange Zeit unfallfrei unterwegs war, gestatten manche Anbieter sogar die Einstufung in der SF-Klasse 2 oder 3 statt in der teuren Klasse 0! Ein Zwang, den Zweitwagen beim gleichen Versicherer abzuschließen, besteht aber nicht.

Kleiner Fahrerkreis führt oft zu Ersparnissen

Ob und wie viel man bei der Versicherung eines Zweitwagens sparen kann, ist unter anderem abhängig vom Fahrerkreis. Viele Gesellschaften gestatten eine günstigere Schadensfreiheitsklasse nur, wenn der Fahrzeughalter und bestenfalls noch die Ehefrau ans Steuer dürfen. Mit höheren Preisen muss hingegen gerechnet werden, sobald auch der Nachwuchs das Fahrzeug nutzen will.

Ein Fahreralter bis 23 Jahre wird oft mit saftigen Prämienzuschlägen „bestraft“, da junge Fahrer statistisch ein besonders hohes Unfallrisiko haben. Manche Verträge sehen als Ausschlusskriterium sogar ein Mindestalter vor, in der Regel 25 Jahre. Zuschläge verlangen viele Versicherer auch, wenn der Versicherungsnehmer nicht zugleich Halter des Fahrzeuges ist.

Wer seinen Zweitwagen bei einer anderen Versicherung anmelden will, sollte aufpassen, dass ihm dadurch keine Vergünstigungen verloren gehen. Manche Kfz-Versicherer bieten zum Beispiel einen Preisnachlass, wenn das Gefährt nachts in der geschlossenen Garage geparkt wird. Oder wenn im Haushalt ein Kind unter 15 Jahren lebt, weil Versicherer davon ausgehen, dass Eltern vorsichtiger fahren. Fallen diese Vergünstigungen bei der Zweitwagenversicherung weg, wird es schnell teurer!

Auch sollten Kunden nicht allein auf den Preis einer Zweitwagen-Police schauen, sondern ebenso auf die Leistungen. Billigere Tarife schließen etwa mitunter Folgeschäden nach Marderbiss aus. Dann leistet der Versicherer nur für den defekten Schlauch, der angeknabbert wurde, aber nicht, wenn infolge eines Marderbisses der Motor überhitzt und ausgewechselt werden muss.

Zweitwagen für Fahranfänger

Können Fahranfänger über eine Zweitwagenversicherung Prämien sparen, wenn sie sich über die Eltern versichern lassen? Ja, denn oft orientiert sich die Prämie daran, wie lange der Erstwagen unfallfrei gefahren wurde. Im Umkehrschluss sind aber bei manchen Anbietern beide Policen aneinander gekoppelt. Soll heißen: Baut das Kind mit dem Zweitwagen einen Unfall, wird es auch in der Versicherung des anderen Autos teurer.

Fast 50 Prozent aller Lebensversicherungen werden vor Ende der Laufzeit storniert oder auf dem Zweitmarkt verkauft. Ursache hierfür ist nicht unbedingt, dass die Kunden unzufrieden mit ihren Policen sind. Schon wenn sich die Lebensumstände ändern, zum Beispiel durch eine Scheidung, oder wenn Menschen dringend Geld brauchen, sind sie bereit, ihre Lebensversicherung abzustoßen. Aber eine Kündigung des Vertrages sollte nur nach umfassender Beratung und Information erfolgen – denn die langjährigen Verträge bieten oft sehr gute Konditionen.

Die Kündigung einer Lebensversicherung sollte keineswegs voreilig und unbedacht geschehen. Das gilt besonders dann, wenn man eine Police in den 90er Jahren oder um die Jahrtausendwende abgeschlossen hat. Damals garantierten die Versicherer ihren Kunden noch weit höhere Zinsen, oft 3,5-4,0 Prozent, als dies im aktuellen Niedrigzinsumfeld am Kapitalmarkt möglich ist. Es dürfte schwer sein, das Geld heute zu ähnlich guten Konditionen neu anzulegen. Zudem sind alle Lebensversicherungen, die 2004 und früher abgeschlossen wurden, nach zwölf Jahren steuerfrei in der Auszahlung.

Stornierung – oder Option Zweitmarkt

Wer sich dennoch von seiner Police trennen will, hat mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man den Vertrag stornieren und sich den sogenannten Rückkaufswert auszahlen lassen. Lukrativer ist es aber mitunter, die Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt zu verkaufen. Auch hier lauern Risiken, weil es einige schwarze Schafe in der Branche gibt, die es auf das Geld der Kunden abgesehen haben. Man sollte deshalb einen Anbieter wählen, der dem sogenannten Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen e.V. (BVZL) angehört. Dieser Verband hat mit seinen Mitgliedern Mindeststandards vereinbart.

Wie viel Geld man auf dem Zweitmarkt für eine Police erhält, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen vom erreichten Rückkaufswert, den Versicherer bei einer Kündigung zahlen. Aber auch vom Anbieter, bei dem die Versicherung abgeschlossen wurde. Für Policen von leistungsstarken Versicherern gibt es in der Regel mehr Geld als für solche von leistungsschwachen. Auch Zusatzvereinbarungen wie eine unkündbare Berufsunfähigkeitspolice mindern den erzielbaren Preis. Als Faustregel gilt: Je höher der Beitrag ist, der in die Risikovorsorge fließt, desto weniger Geld bekommt der Verkäufer am Ende.

Vor Trennung von LV-Vertrag unbedingt beraten lassen!

Dennoch gilt: Wer sich von einer Lebens- oder Rentenversicherung trennen will, sollte sich zuvor umfassend informieren und beraten lassen, gern auch aus mehreren Quellen. Schließlich handelt es sich um eine langfristige Anlage und man hat schon viel Geld in den Vertrag eingezahlt. Auf keinen Fall ist es ratsam, sich aufgrund der kritischen Berichterstattung in den Medien voreilig von einer Lebensversicherung zu trennen. Insbesondere für Verträge mit hohem Garantiezins sollte dies vermieden werden.

Einen Vertrag mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung sollte man zudem gar nicht oder nur in Ausnahmefällen kündigen. Denn wer einen neuen Schutz für dieses Risiko will, muss dann auch eine neue Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen und bekommt so leicht keinen Schutz mehr. Auch führt ein höheres Alter dazu, dass man sich oft nur teuer oder gar nicht mehr versichern kann. Und wer einen staatlich geförderten Vertrag kündigt, etwa eine Riester-Police, muss in der Regel auch die ganzen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Letztendlich kann sich die Rendite der Lebensversicherer auch durchaus sehen lassen. Laut einer Studie der Ratingagentur Assekurata erreicht die laufende Verzinsung aus Garantiezins und Überschussbeteiligung bei den deutschen Lebensversicherungen 2015 im Schnitt 3,33 Prozent. Das bedeutet zwar ein leichtes Minus gegenüber den Vorjahren – bringt aber mehr ein als viele andere Geldanlagen.

Die Bundesregierung debattiert aktuell eine Reform der Betriebsrenten. Dabei könnte die Verpflichtung für Rentner, für ihre Betriebsrenten neben dem Arbeitnehmeranteil auch den Arbeitgeberbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen zu müssen, wegfallen. Eine entsprechende Entscheidung wird für das Frühjahr 2016 erwartet, nachdem juristische Hindernisse ausgeräumt wurden.

Die Altersvorsorge in Deutschland beruht auf drei Säulen: der gesetzlichen Rentenversicherung, der privaten Altersvorsorge (etwa Riester, aber z.B. auch Immobilienkauf oder Aktien) sowie der betrieblichen Altersvorsorge. Während die Einzahlung in die Rentenversicherung für alle obligatorisch ist, liegt die private und betriebliche Altersvorsorge in der Verantwortung des Einzelnen. Und tatsächlich sollten die Bundesbürger möglichst umfassend für ihren Ruhestand vorsorgen, wird doch die gesetzliche Rente immer weniger Menschen einen auskömmlichen Lebensabend bescheren. Grund hierfür ist die Alterung der Gesellschaft und das damit verbundene sinkende Rentenniveau.

Doppelte Beitragspflicht bei Betriebsrenten

Aber die betriebliche Altersvorsorge ist seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2004 unattraktiver geworden. Seitdem müssen Teilnehmer an der bAV für ihre Betriebsrenten neben dem Arbeitnehmeranteil auch den Arbeitgeberbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Die Bundesregierung diskutiert nun, diese doppelte Beitragspflicht wieder abzuschaffen, wie das Handelsblatt (Dienstag) mit Berufung auf Koalitionskreise berichtet. Dadurch würde die bAV für Sparer an Attraktivität gewinnen.

Das Problem daran: die gesetzlichen Krankenkassen sprechen sich gegen die Streichung aus. Denn die doppelte Beitragspflicht bedeutet für sie Mehreinnahmen von 2,5 Milliarden Euro, auf die sie ungern verzichten wollen. So arbeitet die Bundesregierung an einem Kompromissmodell. Demnach sollen die Arbeitgeber verpflichtet werden, auf den in eine Betriebsrente eingezahlten Teil des Gehalts wieder wie bis 2001 den Arbeitgeberanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Aufgrund ordnungspolitischer Bedenken prüft gerade das Bundesgesundheitsministerium dieses Modell.

Betriebsrenten ermöglichen Steuerersparnisse

Mit einer Entscheidung wird im Frühjahr 2016 gerechnet, da ein von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Auftrag gegebenes Gutachten abgewartet werden soll. Dabei haben die Betriebsrenten durchaus jetzt bereits Vorteile. Der Beitrag zur Betriebsrente wird direkt vom Bruttogehalt des Mitarbeiters abgezogen und reduziert somit das zu versteuernde Einkommen und die Höhe der Sozialabgaben. Dadurch sinkt das Nettogehalt nur um etwa die Hälfte des eingezahlten Beitrags.

Bei Auszahlung im Rentenalter muss die Betriebsrente jedoch versteuert sowie Beiträge für die Krankenversicherung entrichtet werden. Da die Rentenhöhe aber sehr wahrscheinlich unter dem ehemaligen Gehalt des Versicherten liegt, ist der Steuersatz entsprechend geringer. Und man darf nicht vergessen, dass mit den eingezahlten Beträgen die Altersbezüge aufgestockt werden!

Auch für Arbeitgeber kann es empfehlenswert sein, Betriebsrenten freiwillig zu bezuschussen. Im Kampf um die besten Köpfe und Fachkräfte ist eine zusätzlich unterstützte Altersvorsorge ein gutes Argument, damit sich Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden. Kleine Unternehmen fürchten oft den zusätzlichen Verwaltungsaufwand, aber auch hierfür gibt es Lösungen. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Am 21. September wird der Welt-Alzheimertag begangen. 2015 ist der Welt-Alzheimertag gleichzeitig der Auftakt zur “Woche der Demenz”, die von der nationalen “Allianz für Menschen mit Demenz” ausgerufen wurde und vom 21.-27. September stattfindet. Zahlreiche Kongresse, Informationsveranstaltungen und Sendungen widmen sich dann weltweit der Erkrankung. Und tatsächlich ist Demenz ein Thema, das jede Beachtung verdient: Allein in Deutschland leben 1,4 Millionen Demenz-Patienten, die zu zwei Dritteln von ihren Angehörigen gepflegt werden.

Der Begriff „Demenz“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet frei übersetzt etwa „abnehmender Verstand“. Und tatsächlich ist die Demenz als Krankheitssymptom mit einem schwindenden Verlust der kognitiven, sozialen und motorischen Fähigkeiten verbunden. Viele Patienten sind aber gerade in der Anfangszeit noch gut erreichbar und wollen nicht aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen werden. Umso wichtiger ist es, dass die Angehörigen auch finanzielle und soziale Unterstützung bei der Pflege erfahren – etwa durch die Pflegeversicherung.

Gesetzliche Pflegeversicherung: Bessere Leistungen für Demenzkranke

Die gesetzliche Pflegeversicherung bot Demenzkranken lange Zeit nur unzureichend Schutz, da der Pflegebegriff vor allem Leistungen für körperliche Gebrechen vorsah, nicht aber für geistige Beeinträchtigungen. Weil auch Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium auf eine Rundumbetreuung angewiesen sind, hat der Gesetzgeber hier in den letzten Jahren nachbessern müssen: ein Reformprozess, der noch nicht abgeschlossen ist.

Das sogenannte Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG), noch unter schwarz-gelb beschlossen, sowie das Erste Pflegestärkungsgesetz der großen Koalition bewirkten Leistungserweiterungen speziell im ambulanten Bereich. Aktuell im Gesetzgebungsverfahren vorbereitet wird das zweite Pflegestärkungsgesetz, das weitere Besserstellungen für Demenzkranke und pflegende Angehörige vorsieht.

Pflegestufe 0 für „Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“

Recht frisch ist die Einführung einer sogenannten Pflegestufe 0 für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Seit dem 1. Januar 2015 erhalten Angehörige oder andere Personen, die Demenzkranke ehrenamtlich pflegen, ein Pflegegeld von monatlich 123 Euro als Aufwandsentschädigung. Die Leistung ist allerdings deutlich niedriger als die Beträge, die die Pflegeversicherung für eine professionelle Hilfe zahlt. Liegt bereits eine andere Pflegestufe vor, werden die Beiträge bei gleichzeitig vorliegender Alltagskompetenz zusätzlich aufgestockt.

Wenn Angehörige ihre pflegebedürftigen Verwandten nicht im nötigen Maß selbst pflegen können, übernehmen zugelassene Pflegedienste, teilstationäre Einrichtungen oder Pflegeheime einen Teil oder die gesamte Versorgung. Sie rechnen ihre sogenannten „Pflegesachleistungen“ direkt mit der Pflegeversicherung ab. Hierfür ist in der Pflegestufe 0 ein monatlicher Höchstbetrag von 231 Euro vorgesehen (nach SGBXI § 36).

Betroffene können Pflegesachleistungen auch in Form von Tages- und Nachtpflege in Anspruch nehmen (SGB XI, § 41). Wenn ein Ehepartner zum Beispiel berufstätig ist, können Demenzkranke tagsüber in einer Pflegeeinrichtung betreut werden, wobei die Pflegenden auch hier einen Eigenanteil berappen müssen.

Entlastung für pflegende Angehörige soll darüber hinaus die „Verhinderungspflege“ bringen, etwa wenn diese einmal Urlaub machen und verreisen wollen. Wird die notwendige Ersatzpflege durch Personen geleistet, die keine nahen Angehörigen sind, oder durch einen ambulanten Pflegedienst, stehen pro Jahr bis zu 1.612 Euro zur Deckung der damit verbundenen Kosten zur Verfügung. Der zeitliche Anspruch wurde auf 6 Wochen ausgedehnt. Weitere Formen der Unterstützung erklärt die kostenlose Broschüre „Wegweiser Demenz“, herausgegeben von der Bundesregierung, unter www.wegweiser-demenz.de.

Zweites Pflegestärkungsgesetz soll Demenzkranke ab 2017 besserstellen

Zusätzliche Verbesserungen für Demenzkranke soll das sogenannte 2. Pflegestärkungsgesetz bringen, das vom Bundeskabinett im August verabschiedet wurde. Inkrafttreten wird es stufenweise ab 2017. Statt drei Pflegestufen werden dann fünf sogenannte „Pflegegrade“ eingeführt. Sie sollen eine noch genauere Bestimmung des Pflegebedarfs garantieren. Mit der zweiten Pflegereform haben Demenzkranke zukünftig Anspruch auf die gleichen Leistungen wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, verspricht das Bundesgesundheitsministerium.

Geprüft wird mittels eines neuen Begutachtungsverfahrens. Geringe, erhebliche und schwere Beeinträchtigungen werden in die Pflegegrade 1 bis 3 eingestuft, Pflegegrad 4 gilt für schwerste Beeinträchtigungen und bei Grad 5 kommen “besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung” hinzu. Bei der Einstufung in den Pflegegrad wird auch darauf geachtet, in welchem Umfang der Pflegebedürftige noch in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Weitere Kriterien sind die kognitiven Fähigkeiten, die Mobilität und eventuelle psychische Problemlagen.

Wer bereits eine Pflegestufe zugesprochen bekam, muss aber keine Sorge haben, dass er durch die Reform der Bundesregierung schlechtergestellt wird. Die alten Pflegestufen sollen für Bestandspatienten weiter gelten – und eine Neubewertung nur dann wirksam werden, wenn damit Leistungsverbesserungen für den Patienten verbunden sind.

Gesetzliche Pflegeversicherung ist nur „Teilkasko“

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt aber nur einen Teil der entstehenden Kosten im Falle der Pflegebedürftigkeit, die Deckungslücke kann im Fall der stationären Pflege schnell mehrere tausend Euro betragen. Deshalb empfiehlt sich zusätzlich der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.

Im Bedingungswerk sollte darauf geachtet werden, dass der Vertrag tatsächlich eine Leistung bei Demenz bzw. ab aktuell Pflegestufe 0 vorsieht. Auch sollte eine Anpassungsoption bedingungsgemäß vorgesehen sein, wenn sich die Definition der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung wie im Falle der Pflegereform ändert. So ist gewährleistet, dass zukünftige Anpassungen vom Versicherer berücksichtigt sind.

PKV: Der Herbst ist für wechselwillige Versicherte einer privaten Krankenversicherung besonders interessant. Wollen sie den Anbieter wechseln, muss das Kündigungsschreiben häufig drei Monate vor Beendigung des Versicherungsjahres den Versicherer erreichen. Auch Prämienanhebungen werden den Kunden meist im November mitgeteilt – und bewirken ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Wer noch in diesem Jahr seine private Krankenversicherung will, etwa weil er mit den Leistungen unzufrieden ist, sollte den Stichtag 30. September nicht verpassen. Bei vielen Versicherungen ist eine Kündigung bis zu drei Monate vor Beendigung des Versicherungsjahres möglich. Doch in der Regel muss die Kündigung den Versicherer bis zu diesem Datum erreicht haben. Wer den Postweg wählt, sollte folglich schon zeitiger sein Schreiben absenden.

Prämienanhebung bewirkt Sonderkündigungsrecht

Viele Privatpatienten werden auch mit Bangen auf den Monat November warten. Es ist der Monat, in dem die Krankenversicherer ihren Kunden mitteilen, ob sie im kommenden Jahr die Beiträge erhöhen oder stabil halten. Versicherungsexperten prognostizieren für 2016 steigende Prämien in der PKV. Der Hintergrund: Wegen des Niedrigzinses am Kapitalmarkt haben die Privatversicherer zunehmend Probleme, die Altersrückstellungen für ihre Kunden gewinnbringend anzulegen. Gestiegen sind in den letzten Monaten auch die Gesundheitskosten.

Aber keine Sorge: Hebt der Krankenversicherer die Prämien an, haben Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht. Das Schreiben hierzu muss den Versicherer binnen einer Zwei-Monats-Frist erreichen, nachdem der Kunde über die Beitragsanpassung informiert wurde. Wechselwillige sollten sich aber zeitig genug um einen neuen Schutz kümmern, damit der Wechsel lückenlos erfolgen kann. Sonst besteht der alte Vertrag fort.

Wechsel nicht ohne umfassende Information und Beratung

Eine Kündigung der Krankenversicherung will sehr gut überlegt sein. Denn der neue Versicherer wird in der Regel auf sein Recht beharren, durch Gesundheitsfragen Vorerkrankungen und chronische Leiden zu erfahren. Diese führen zu deutlich höheren Beiträgen oder sogar dazu, dass ein bestimmtes Risiko gar nicht mehr versicherbar ist. Schummeln bei den Gesundheitsfragen kommt nicht in Frage. Sonst kann die Krankenversicherung den Vertrag wegen Arglist anfechten und der Betroffene steht komplett ohne Schutz da. Sogar ein Wechsel zurück zum alten Anbieter ist dann nicht ohne Weiteres möglich.

Gerade für ältere Versicherungsnehmer empfiehlt sich eine weitere Option: Seit dem Jahr 2009 haben Krankenversicherte das Recht, bei ihrem derzeitigen Anbieter in einen günstigeren Tarif zu wechseln, wenn dieser einen ähnlichen Leistungsumfang bereit hält. Diese Möglichkeit räumt Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) ein. Weil die Anbieter mit Lockangeboten junge Gutverdiener anlocken wollen, haben sie mitunter tatsächlich leistungsstarke und preiswerte Tarife im Portfolio. Aber auch bei einem solchen Wechsel droht der Verlust von Leistungen, muss der neue Tarif doch vergleichbar, aber nicht identisch sein. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

PKV: Der Herbst ist für wechselwillige Versicherte einer privaten Krankenversicherung besonders interessant. Wollen sie den Anbieter wechseln, muss das Kündigungsschreiben häufig drei Monate vor Beendigung des Versicherungsjahres den Versicherer erreichen. Auch Prämienanhebungen werden den Kunden meist im November mitgeteilt – und bewirken ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Wer noch in diesem Jahr seine private Krankenversicherung will, etwa weil er mit den Leistungen unzufrieden ist, sollte den Stichtag 30. September nicht verpassen. Bei vielen Versicherungen ist eine Kündigung bis zu drei Monate vor Beendigung des Versicherungsjahres möglich. Doch in der Regel muss die Kündigung den Versicherer bis zu diesem Datum erreicht haben. Wer den Postweg wählt, sollte folglich schon zeitiger sein Schreiben absenden.

Prämienanhebung bewirkt Sonderkündigungsrecht

Viele Privatpatienten werden auch mit Bangen auf den Monat November warten. Es ist der Monat, in dem die Krankenversicherer ihren Kunden mitteilen, ob sie im kommenden Jahr die Beiträge erhöhen oder stabil halten. Versicherungsexperten prognostizieren für 2016 steigende Prämien in der PKV. Der Hintergrund: Wegen des Niedrigzinses am Kapitalmarkt haben die Privatversicherer zunehmend Probleme, die Altersrückstellungen für ihre Kunden gewinnbringend anzulegen. Gestiegen sind in den letzten Monaten auch die Gesundheitskosten.

Aber keine Sorge: Hebt der Krankenversicherer die Prämien an, haben Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht. Das Schreiben hierzu muss den Versicherer binnen einer Zwei-Monats-Frist erreichen, nachdem der Kunde über die Beitragsanpassung informiert wurde. Wechselwillige sollten sich aber zeitig genug um einen neuen Schutz kümmern, damit der Wechsel lückenlos erfolgen kann. Sonst besteht der alte Vertrag fort.

Wechsel nicht ohne umfassende Information und Beratung

Eine Kündigung der Krankenversicherung will sehr gut überlegt sein. Denn der neue Versicherer wird in der Regel auf sein Recht beharren, durch Gesundheitsfragen Vorerkrankungen und chronische Leiden zu erfahren. Diese führen zu deutlich höheren Beiträgen oder sogar dazu, dass ein bestimmtes Risiko gar nicht mehr versicherbar ist. Schummeln bei den Gesundheitsfragen kommt nicht in Frage. Sonst kann die Krankenversicherung den Vertrag wegen Arglist anfechten und der Betroffene steht komplett ohne Schutz da. Sogar ein Wechsel zurück zum alten Anbieter ist dann nicht ohne Weiteres möglich.

Gerade für ältere Versicherungsnehmer empfiehlt sich eine weitere Option: Seit dem Jahr 2009 haben Krankenversicherte das Recht, bei ihrem derzeitigen Anbieter in einen günstigeren Tarif zu wechseln, wenn dieser einen ähnlichen Leistungsumfang bereit hält. Diese Möglichkeit räumt Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) ein. Weil die Anbieter mit Lockangeboten junge Gutverdiener anlocken wollen, haben sie mitunter tatsächlich leistungsstarke und preiswerte Tarife im Portfolio. Aber auch bei einem solchen Wechsel droht der Verlust von Leistungen, muss der neue Tarif doch vergleichbar, aber nicht identisch sein. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Wenn im Alter die Rente nicht reicht, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern, sind die Betroffenen oft zu großen Anpassungsleistungen gezwungen. Unter Umständen müssen sie dann sogar ihr gewohntes Wohnumfeld verlassen, weil die Miete für die bisherige Wohnung zu teuer wird.

Dieses Risiko ist den Bundesbürgern bewusst, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Webportals Immowelt zeigt. Immerhin 40 Prozent der deutschen Mieter gehen davon aus, dass sie im Alter umziehen müssen, weil sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten können. 29 Prozent der Befragten würden in diesem Fall Wohngeld beantragen und jeder Vierte (25 Prozent) einen zusätzlichen Job aufnehmen, damit sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Ein Umzug ist für 38 Prozent der Mieter eine Option. Immerhin jeder Zehnte (13 Prozent) kann sich sogar vorstellen, zwecks Kostenersparnis ins Ausland zu ziehen!

Selbstgenutzte Immobilie zählt zum Schonvermögen, aber…

Eine Alternative wäre, sich für den Lebensabend ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung zu kaufen. Diese Option bietet zwar einen hohen, aber keinen hundertprozentigen Schutz. Wird ein Ruheständler zum Beispiel zum Pflegefall und kann für die entstehenden Kosten nicht aufkommen, zählt die selbstgenutzte Immobilie zunächst zum Schonvermögen.

Aber auch ein selbst genutztes Familienheim kann für die Berechnung des Vermögens relevant sein. Ist es den finanziellen Verhältnissen nach unangemessen, zum Beispiel zu groß, muss es unter Umständen veräußert werden, befand der Bundesgerichtshof (BGH) in einer Entscheidung vom 19. März 2003 zum Elternunterhalt (Az: XII ZR 123/00). Positiv aus Sicht der Besitzer: Es darf kein Verkauf der Immobilie verlangt werden, wenn der Betroffene schon lange in der Immobilie wohnt und diese das Leben des Unterhaltspflichtigen entsprechend geprägt hat.

Rechtzeitig vorsorgen

Wer in seinen eigenen vier Wänden bleiben will, sollte zusätzlich privat fürs Alter vorsorgen, zum Beispiel mit einer privaten Rentenversicherung. Je zeitiger die Altersvorsorge einsetzt, desto weniger muss man zurücklegen, um sein Ruhestandssalär aufzupeppen. Grund hierfür ist der sogenannte Zinseszins-Effekt.

Was aber ist der Zinseszins-Effekt? Das Prinzip lässt sich leicht erklären. Werden Zinserträge aus Kapitalanlagen wieder investiert, erhöht sich der Anlagebetrag. In den kommenden Perioden wird dann ein höherer Betrag verzinst. Und der Gewinn aus den Zinsen steigt.

Das zeitige Einzahlen in eine private Altersvorsorge lohnt also, wie auch Modellrechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen. Um bei einem Renteneintritt mit 67 Jahren eine monatliche Zusatzrente von 200 Euro zu bekommen, muss ein 20-jähriger Sparer monatlich rund 52 Euro einzahlen, ein 40-Jähriger 124 Euro und ein 50-Jähriger gar 230 Euro. Ein Beratungsgespräch klärt, welche weiteren Optionen die private Altersvorsorge bietet.

Die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen sind wichtige Werte der Sozialversicherung. Sie geben zum Beispiel an, ab welchem Einkommen ein Kassenpatient in die private Krankenversicherung wechseln darf und wie tief Gutverdiener in der Renten- und Arbeitslosenversicherung maximal ins Portemonnaie greifen müssen. Letzte Woche nun wurden die vorläufigen Rechengrößen für das Jahr 2016 veröffentlicht.

Jedes Jahr werden die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung neu festgesetzt, entscheidend hierfür ist die Entwicklung der Löhne. Die voraussichtlichen Werte für 2016 wurden nun im Referentenentwurf für die sogenannte “Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2016” veröffentlicht. Zwar muss das Bundeskabinett diesen Werten noch zustimmen. In der Regel ändert sich jedoch nichts mehr an den Zahlen.

Gutverdiener müssen mehr zahlen

Für Gutverdiener wird es etwas teurer, wenn sie in die gesetzliche Sozialkasse einzahlen. Denn die Beitragsbemessungsgrenzen werden zum Jahreswechsel angehoben.

Die bundesweit gültige Grenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung steigt von derzeit 4.125 Euro Bruttolohn im Monat auf zukünftig 4.237,50 Euro (50.850 Euro jährlich). Für den Einkommensanteil oberhalb dieser Grenze sind keine Beiträge zu entrichten. Spitzenverdiener und ihre Arbeitgeber müssen mit verkraftbaren Mehrkosten von bis zu 98,55 Euro im Jahr rechnen.

Ebenfalls angehoben wird die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung. Hier gibt es unterschiedliche Werte für die neuen und alten Bundesländer. Die BBG West wird für 2016 auf 6.200 Euro im Monat festgesetzt (bisher 6.050 Euro) und die BBG Ost auf monatlich 5.400 Euro (bisher 5.200 Euro). Diesbezüglich können sich die Mehrkosten für Unternehmer und Arbeitgeber schon auf jährlich 260,40 Euro summieren, wie das Onlineportal haufe.de berichtet.

Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt ebenfalls

Die im Versicherungsrecht relevante allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (auch Versicherungspflichtgrenze genannt) steigt von bislang 54.900 Euro auf 56.250 Euro im Jahr. Dieser Wert ist wichtig für Arbeitnehmer, die in die private Krankenversicherung wechseln wollen. Verdienen sie nicht mindestens so viel, dürfen sie nicht zwischen gesetzlichem und privatem Schutz wählen, sondern müssen bei der GKV bleiben.

Die besondere ermäßigte Jahresarbeitsentgeltgrenze für PKV-Bestandsfälle wird von derzeit 49.500 EUR auf 50.850 EUR angehoben. Weiterhin ist ein Ausschied aus der Versicherungspflicht und ggf. ein Wechsel in die PKV nur möglich, wenn vorausschauend betrachtet auch die im Folgejahr maßgebliche Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. Ende 2015 endet die Versicherungspflicht für Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2015 überschritten hat und auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2016 voraussichtlich überschreiten wird.

Wer nicht genug verdient, um sich als Privatpatient zu versichern, kann alternativ mit einer Krankenzusatzversicherung seinen Schutz aufstocken. Auf jeden Fall sollte der Wechsel gut überlegt sein – ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Viele Urlauber können oder wollen sich kein Wohnmobil leisten. Wer dennoch mit einem Caravan an die Küste oder in die Berge fahren will, mietet sich einfach ein Wohnmobil beim Autoverleih. Was aber, wenn ein spitzer Ast oder Stein einen Kratzer am Gefährt hinterlässt – müssen dann die Mieter für den Schaden einspringen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Amtsgericht Rheinbach (Az. 5 C 536/13).

Im verhandelten Rechtsstreit mietete ein Mann für seinen Urlaub ein Wohnmobil. Als er von seinem Ausflug wieder zurückkam, bemerkte der Autoverleiher mehrere kleine Kratzer auf der Fahrerseite sowie eine Delle am Fahrradständer. Deshalb weigerte er sich, die Mietkaution auszuzahlen und verlangte zusätzlich eine Reparatur des Schadens. Der Mann aber wollte für die Kosten nicht aufkommen und argumentierte, das Gefährt habe sich bereits bei Reiseantritt in einem schlechten Zustand befunden. Er verlangte im Gegenzug sogar eine Mietminderung.

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, konnte sich der unglückliche Urlauber teils mit seiner Forderung durchsetzen. Zwar erhielt er keine Mietminderung, denn dafür hätte er die Mängel des Fahrzeuges unmittelbar anzeigen müssen, nachdem er sie bemerkt hatte. Aber seine Kaution musste ihm der Verleihservice zurückzahlen. Der Grund: die kleinen Kratzer entstanden bei vertragsgemäßer Nutzung, wie Rechtsanwältin Jetta Kasper ausführt. „Ein Wohnmobil fährt eben auch durch die Natur und deshalb sind Abnutzungen wie kleine Kratzer eine einfache Folge der normalen, vertragsgemäßen Nutzung“, so die Juristin. Die Delle am Heck musste der Fahrer jedoch erstatten.

Auch hinsichtlich der Kfz-Versicherung gibt es bei Wohnmobilen einiges zu beachten. Wer seinen PKW-Führerschein der Klasse III vor 1999 gemacht hat, darf ein Wohnmobil bis 7,49 Tonnen Gesamtgewicht lenken. Ist der Führerschein jedoch neueren Datums, darf das Mietmobil nicht schwerer als 3,5 Tonnen wiegen. Das zulässige Gesamtgewicht wird oft schon durch die Mitnahme von zu viel Gepäck überschritten. Beim Chartern über einen professionellen Autoverleih sind die Wohnmobile in der Regel vollkaskoversichert, aber auf jeden Fall sollte sich vor Reiseantritt nach dem Versicherungsschutz erkundigt werden. Dies gilt auch deshalb, weil mitunter hohe Selbstbehalte im Schadensfall zu zahlen sind.

Versicherungsschutz besteht in der Regel für Europa und die EU-Länder. Aber wer nach Osteuropa, in die Türkei oder Russland aufbricht, sollte dies gegenüber dem Verleiher kommunizieren. Oft ist dann ein Upgrade der Versicherung notwendig. Auch ein Auslandsschutzbrief ist sinnvoll, sollte er nicht bereits im Mietpreis enthalten sein.

Je mehr die Welt vernetzt ist und IT-Technik auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen Anwendung findet, desto größer wird die Bedrohung durch sogenannte Cyberrisiken. Ein großer Versicherer schätzt den weltweit entstandenen Schaden durch Cyberangriffe für die Wirtschaft auf aktuell 445 Milliarden Euro im Jahr. Im schlimmsten Fall können die Untaten der Hacker sogar die Existenz der Firma bedrohen.

Die Welt vernetzt sich – und damit entstehen mehr Möglichkeiten, IT-Technik für das eigene Unternehmen zu nutzen. Sei es ein Online-Shop, die Kommunikation mit Kunden oder gar die Organisation und Überwachung von Arbeitsabläufen in der Produktherstellung – wohl kaum ein Betrieb kommt heute noch ohne Computer und technische Netzwerke aus.

Milliarden-Risiken für die Wirtschaft

Das ruft auch Kriminelle auf den Plan, die immer raffinierter agieren. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers werden pro Jahr über 42 Millionen Hackerangriffe auf Unternehmen gezählt. Ein großer deutscher Versicherer beziffert den entstehenden Schaden auf weltweit 445 Milliarden US-Dollar. Die großen Volkswirtschaften sind davon besonders betroffen. So müssen deutsche Firmen 59 Milliarden Euro für die Schäden durch Cyberangriffe zahlen. Längst ist es nicht mehr nur der jugendliche Aktivist im Kinderzimmer, der zum Angriff auf Firmennetzwerke bläst. Auch Staaten werden verdächtigt, professionelle Hacker zu bezahlen – etwa zum Zweck der Industriespionage.

Selbst der Bundestag ist trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen nicht sicher, wie ein Vorfall im August 2015 zeigt. Bei einem Spähangriff mit Hilfe eines versteckten Trojaners schnüffelten Übeltäter hunderte vertrauliche Mails von Abgeordneten aus. Weil die Schadsoftware nicht gleich identifiziert werden konnte, musste das interne Bundestagsnetz „Parlakom“ für vier Tage vollständig abgeschaltet werden.

Umso wichtiger ist es auch für Kleinunternehmer, sich durch professionelle Sicherheitstechnik vor solchen Attacken zu schützen. Ein wichtiger Baustein kann eine sogenannte Cyber-Versicherung sein. Sie kommt für die finanziellen Folgen eines solchen Angriffes auf. Bisher hat erst ein Bruchteil der deutschen Firmen eine solche Police abgeschlossen.

Cyber-Versicherungen: Ein sehr junger Versicherungszweig

Cyber-Versicherungen sind auf dem deutschen Markt noch nicht lange etabliert und der Deckungsumfang kann von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Vereinzelt sind die Policen auch unter anderem Namen geläufig, etwa Hacker-Versicherung. In der Regel enthalten sie einen Haftpflicht-Baustein, so dass sie einspringen, wenn Dritten durch das eigene Computernetzwerk Schaden entstehen, etwa wenn Waren aufgrund von IT-Ausfällen nicht rechtzeitig geliefert werden können.

Cyber-Versicherungen dienen nicht nur dazu, den direkten Schaden auszugleichen. Zu den Leistungen kann etwa auch die Wiederherstellung der beschädigten IT-Systeme, die Begleitung der Öffentlichkeitsarbeit nach Schäden, die Erstattung für Mehrkosten zur reibungslosen Fortführung des Unternehmens oder ein Kreditschutz zählen. Zusätzlich können die Policen durch eine Ertragsausfall- oder Betriebsunterbrechungsversicherung ergänzt werden. In diesem Fall erhält der Versicherungsnehmer für den Umsatzausfall infolge des Cyberangriffs eine finanzielle Ersatzleistung.