Emsige Rentner: Der Anteil der Arbeitnehmer, der zwischen 65 und 70 Jahren alt ist, stieg in den vergangenen 16 Jahren deutschlandweit um fünfzig Prozent an. Das bedeutet konkret, dass sich heute innerhalb dieser Altersgruppe noch jeder Sechste in einem Arbeitsverhältnis befindet. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den Bundesländern. So führen die betagten Arbeiter in Baden-Württemberg das Ranking an: hier arbeiten 19,4 Prozent der 65-70 Jährigen. Weniger emsig scheinen hingegen die Menschen jenseits der 65 im Bundesland Sachsen-Anhalt zu sein, da hier statistisch die niedrigste Beschäftigungsquote gemessen wurde, nämlich 11,7. So berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die Auswertung zeigt insgesamt eine Abweichung zwischen Ost- und Westdeutschland. Während im Osten 13,1 Prozent der Menschen zwischen 65 und 70 Jahren noch erwerbstätig sind, sind es im Westen 17,5 Prozent, die die Arbeit als sinnvollste Form der Freizeitgestaltung ansehen.

Jedoch, diese Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt, es ist Bewegung in der Sache. So haben die neuen Bundesländer seit dem Jahr 2010 stark zugelegt. In diesem Zeitfenster nämlich nahm der Anteil der Arbeitnehmer im Osten in der benannten Altersklasse um zwei Drittel zu. In den alten Bundesländern aber lag der Zuwachs bei nur knapp vierzig Prozent.

Vechta ganz vorn: 32 Prozent Beschäftigung

Geht man nicht nach Bundesländern vor, sondern sortiert die 402 Landkreise in Deutschland anhand der Beschäftigungsquote der 65-70jährigen, so liegt der Kreis Vechta in Niedersachsen an erster Stelle und erreicht eine Beschäftigungsquote von zweiunddreißig Prozent. Ebenfalls oberhalb der dreißig Prozent rangieren die Kreise Passau, Würzburg und Regensburg in Bayern.

Der Landkreis Mansfeld-Südharz im Bundesland Niedersachsen erreicht hingegen eine Quote von nur 8,3 Prozent. Aber auch wenn die Menschen im Südharz noch weitestgehend abstinent sind, so zeigt sich bundesweit insgesamt doch ein eindeutiger Trend. Und der weist in die Richtung der Zunahme von Beschäftigung in Arbeitsverhältnissen für Menschen über 65 Jahren.

Seit 2000 ein Plus von 300.000 erwerbstätigen Rentnern

Deutlich macht dies ein einfacher Vergleich der Jahre 2000 und 2015. So haben aktuell von den insgesamt etwa vier Millionen Menschen zwischen 65 und 70 Jahren im Vorjahr circa 665.000 eine Arbeit ausgeübt. Im Jahr 2000 waren es noch über dreihunderttausend weniger hochbetagte Beschäftigte gewesen.

Umgelegt in eine Prozentrechnung ergibt sich demnach, dass sich der Anteil der Arbeitnehmer in der genannten Altersklasse von dereinst acht Prozent auf inzwischen schon 16,6 Prozent ausgewachsen hat. Zu dem Ergebnis kam die Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“. Die Grundlage bildeten Zahlen, die die Bundesagentur für Arbeit bereitstellte.

Warum arbeiten die Menschen immer länger?

Früher strickte man in diesem Alter, oder ging angeln. Warum also heute dieser bemerkenswerte Anstieg von Arbeit über 65 Jahren? Hier gibt es mehrere Ursachen. Zum einen ist die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters zu benennen, aber dieser Fakt fällt kaum ins Gewicht. Bei der Auswertung der Zahlen befanden sich etwa 563.000 der Arbeiter im Seniorenalter im Ruhestand, weitere 102.000 waren noch nicht bei der Altersgrenze angekommen, welche bei 65 Jahren und fünf Monaten markiert ist.

Die Notwendigkeit eines Zuverdiensts fällt laut den Auswertern ebenfalls weniger schwer ins Gewicht. Viel zentraler seien hier die Werte vom Spaß an der Arbeit und dem Kontakt zu anderen Menschen. Deshalb würden die meisten auch nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, viel Geld bringt das nicht ein, aber Spaß und Kontakt seien garantiert.

Riester und die Frauen: wie die Zentrale Zulassungsstelle für Altersvermögen, kurz ZfA, mitteilt, sind vor allem Sparer mit einem geringen Einkommen als auch Frauen die größten Profiteure von staatlichen Zulagen zur Riesterrente. Trotz allem ist die Riester-Förderung nicht sehr populär und wird gerade einmal von etwas mehr als der Hälfte der Sparer in ihren Möglichkeiten voll ausgeschöpft, so berichtet der Versicherungsdachverband GDV.

So legen die Zahlen nahe, dass in die rechnerisch einhundert Euro, welche von Frauen im Jahr 2012 in eine Riesterförderung investiert wurden, 44,70 Euro als Zuschuss vom Staat eingeflossen waren. Nimmt man die Werte der Männer zum Vergleich her, ergibt sich, dass bei ihnen die staatlichen Zuschüsse bei nur 22,70 Euro lagen und damit weiter unter denen der Frauen. Aktuellere Zahlen als zum Jahr 2012 liegen derzeit nicht vor.

Riester: Staatliche Zulagen landen vermehrt bei den Frauen

Die Riester-Förderung besteht einerseits aus den staatlichen Zulagen. Andererseits wirkt auch der Sonderausgabenabzug förderlich beim Vorsorgeausbau. Gestützt auf die ZfA-Werte für das Jahr 2012 wurde jeder Sparer mit einer durchschnittlichen Zulage respektive Steuerförderung von 331 Euro belohnt.

Unterscheidet man diesen Durchschnittswert jedoch nach Geschlechtern, zeigt sich, dass die Frauen hier eine deutlich höhere Fördersumme erhielten als die Männer. Bei den Frauen lag die Summe nämlich bei 369 Euro und bei den Männern bei 283 Euro. Die ZfA erklärt den Umstand damit, dass Frauen in der Regel den Kinderzuschlag dazubekommen haben. Insgesamt lag die Summe der Kinderzulagen im Jahr 2012 bei 1,3 Milliarden – womit ungefähr die Hälfte aller insgesamt ausgezahlten Zulagen von 2,67 Milliarden dargestellt ist.

Wie sich zeigt, haben besonders Menschen mit einem geringen Einkommen die Riester-Zulagen in Anspruch nehmen können. Geringes Einkommen hieß für das Jahr 2012 ein jährlicher Verdienst von weniger als 30.000 Euro, was im genannten Jahr auf knapp zwei Drittel der Menschen mit Riester-Vertrag zutraf.

Viel Luft im Förderrahmen

Insgesamt wendete der Staat für die Altersvorsorge für Zulagen und Steuerermäßigungen etwa 3,58 Milliarden Euro auf, das entspricht einem Plus von drei Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Auch die Zahl der Verträge ging nach oben, sie lag 2012 bei 15,8 Millionen Verträgen und hat aktuell einen Wert von 16.5 Millionen erreicht. Innerhalb des Kreises der geförderten Personen haben laut ZfA etwa 3.8 Millionen Menschen eine Steuerermäßigung erhalten, die über die gezahlten Zulagen noch hinausging.

Dabei ist aber noch viel Luft im Förderrahmen, wie die ZfA-Analyse zeigt. Einige Sparer könnten hier laut GDV noch mehr rausholen und die Riester-Zulagen noch ausreizen, das jedenfalls gilt für ein Drittel der Zulagenempfänger. Dem gegenüber wird die staatliche Förderung aber vor allem von Familien bereits sehr gut ausgeschöpft, das sind konkret drei Viertel der Zulagenempfänger mit Kindern, die es verstehen, die bestehenden Zulagen auch gänzlich abzurufen.

Riester geht in die richtige Richtung, argumentiert der GDV

Dazu äußert sich sagt Peter Schwark als Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft wie folgt: „Die Riester-Förderung hat bislang die richtigen Zielgruppen erreicht, wenn auch noch nicht alle“. Ferner bringt er zum Ausdruck, dass man die die erreichten Erfolge nicht zerreden dürfe. Vielmehr solle die Politik auf diesen Erfolgen aufbauen und das ganze Projekt noch optimieren. „Auch gesundheitspolitische Vorsorgeprogramme gelten nicht pauschal als gescheitert, nur weil nicht alle mitmachen“, stellt Schwark seine Perspektive dar und fordert stattdessen, erstmal die verbliebenen Hindernisse zu beseitigen.

Es sei nicht richtig, Menschen dafür zu bestrafen, dass sie privat für das Alter vorgesorgt haben. „Entsprechend sollte die Riester-Rente nicht mehr voll auf die staatliche Grundsicherung im Alter angerechnet werden“, so Schwark. „Außerdem muss die seit Jahren nominal eingefrorene Förderung endlich an die gestiegenen Einkommen angepasst werden, um die fortlaufende Erosion der Förderwirkung zu beenden.“ Stark plädiert darüber hinaus dafür, das Wirrwarr beim förderberechtigten Personenkreis aufzulösen, indem man fortan alle Erwerbstätigen einbeziehe und dabei insbesondere auch die kleinen Selbständigen.

Berufsunfähigkeit: Wer seinen Beruf aufgeben muss, hat schnell ein finanzielles Problem. Dabei können viele Gründe dazu führen. Manchmal macht einen der Beruf selbst krank, manchmal bekommt man Probleme mit dem Rücken oder mit der Psyche oder man erleidet einen Unfall und kann dann nicht mehr wie bisher in seinem Beruf arbeiten. Die finanzielle Unterstützung, die man in diesem Fall vom Staat erwarten kann, ist nicht gerade üppig. Und Selbstständige oder Berufseinsteiger können diese Erwartung gleich begraben- sie bekommen häufig gar nichts. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann diese Lücke ausfüllen.

Um nach dem Verlust der eigenen Arbeitsfähigkeit nicht ohne Einkommen dazustehen oder den bisherigen Lebensstandard komplett aufgeben zu müssen, ist eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit eine smarte Vorsorgeentscheidung. Doch entscheidet sich in der Bundesrepublik nur die Minderheit der Arbeitnehmer für eine solche Absicherung.

Und das, obzwar jeder vierte Arbeitnehmer in der BRD im Laufe seines Erwerbslebens berufsunfähig wird, wie Zahlen der Rentenversicherung zeigen. So stehen dann Selbstständige und Angestellte ohne eine Absicherung ihres Einkommens da. Und selbst jene, die versichert sind, haben nicht gerade den besten Schutz gewählt. Ein Grund dafür mag die unzureichende Aufklärung zum Thema der Berufsunfähigkeit sein.

Ein wichtiger erster Punkt ist, zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zu unterscheiden. Wer sich um Leistungen bemüht, der muss den Unterschied kennen, denn die Zugangs-Voraussetzungen zur Unterstützung für die Erwerbs- oder die Berufsunfähigkeit sind nicht identisch.

Absicherung bei Berufsunfähigkeitsversicherung umfangreicher

Umfangreicher fällt die Leistung einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus, denn sie unterstützt den Versicherten bereits ab einer Leistungseinschränkung von fünfzig Prozent. Vor der Feststellung einer Berufsunfähigkeit steht immer eine Krankschreibung wegen Arbeitsunfähigkeit. Berufs- und Arbeitsunfähigkeit sind also zwei verschiedene Situationen.

Das zentrale Kriterium zur Unterscheidung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit – anders als die Berufsunfähigkeit – keinerlei zeitlichen Vorgaben zur Dauer des Zustands unterliegt. Das bedeutet, dass sie schon für einen Tag bestehen kann, aber auch für mehrere Wochen. Die Arbeitsunfähigkeit ist bei vielen privaten Krankenversicherern dann gegeben, wenn der Versicherungsnehmer seine berufliche Tätigkeit in Folge eines medizinischen Befundes zeitweilig nicht ausüben kann, sie nicht ausübt und auch nicht in der Lage ist, einer anderweitigen Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Die Erwerbsunfähigkeit hingegen bezeichnet den Fall, dass ein Arbeiter pro Tag nicht mehr als drei Stunden arbeiten kann. Dabei ist es für die Erwerbsunfähigkeitsversicherung irrelevant, ob der Versicherte diese drei Stunden in seinem erlernten oder bisherigen Beruf ableistet oder in einem anderen Zusammenhang. Wenn möglich, sollte also eine vollwertige Berufsunfähigkeits-Police abgeschlossen werden: Nur diese berücksichtigt Einkommen und Status des bisherigen Berufes!

Lohnfortzahlung und Krankengeld

Wenn nun der Arbeitnehmer erkrankt, wird ihm sein Arbeitgeber für die Dauer von sechs Wochen weiterhin seinen Lohn zahlen. Ist der Arbeitnehmer in dieser Zeit noch immer nicht genesen, übernimmt ab der siebenten Woche die gesetzliche Krankenkasse die Zahlungen in Form eines Krankengeldes, dies gilt, wenn der Betroffene gesetzlich versichert ist. Bei einem privaten Krankenversicherungsverhältnisses werden die Leistungen des Krankengeldes individuell vereinbart, auch dieses wird üblicherweise ab der siebenten Woche vereinbart.

Das Krankengeld der gesetzlich Versicherten kann dann noch durch eine private Krankentagegeldversicherung angereichert werden, so bleibt das bisherige Einkommensniveau ungefähr bestehen. Übrigens enden die Zahlungseingänge des Krankengeldes ab dem Zeitpunkt, ab dem eine Berufsunfähigkeit oder eine Erwerbsminderung diagnostiziert wird.

Nun gilt das Gesagte natürlich nicht für Freiberufler und Selbstständige; eine Lohnfortzahlung gibt es bei diesen Arbeitsverhältnissen nicht und so entsteht im Falle eines Arbeitsausfalls recht bald eine finanzielle Belastung. Denn oft bestehen für diese Arbeiter nicht einmal Ansprüche an das gesetzliche System. Dass der Absicherungsbedarf hier besonders hoch ist, versteht sich also von selbst. Für viele ist der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung existentiell wichtig, um im Krankheitsfall nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten!

Konkrete und abstrakte Verweisung

Eine weitere Unterscheidung wird zwischen den Begriffen der „abstrakten Verweisung“ und der „konkreten Verweisung“ notwendig. Diese Begriffe fallen zu Beginn eines Versicherungsverhältnisses. Es geht hier um den tatsächlich ausgeübten Beruf oder die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit zum Zeitpunkt der Versicherungsaufnahme. Einige Versicherungen verzichten darauf, Studenten, Selbstständige, Hausfrauen oder Arbeitnehmer in eine abstrakte Verweisung einzugliedern, die Bezeichneten bekommen dann eine „konkrete Verweisung“.

Das bedeutet dann konkret, dass hier eine Rentenzahlung erfolgt, wenn die bisherige Tätigkeit für die Dauer von voraussichtlich einem halben Jahr mit nur noch weniger als fünfzig Prozent Arbeitseinsatz bewältigt werden kann. Mit diesem Modell soll erreicht werden, dass der Statusverlust nach einem schweren gesundheitlichen Einschnitt, beispielsweise einem Bandscheibenvorfall, nicht allzu drastisch ausfällt. So kann ein Zahnarzt zum Beispiel nicht auf die Tätigkeit eines Pförtners verwiesen werden, wenn ein Rückenleiden ihn zur Aufgabe des Berufes zwingt.

Wäre der Arzt nun mit „abstrakter Verweisung“ versichert gewesen, dann hätte er nur dann eine Berufsunfähigkeitsrente beziehen können, wenn er weder in seinem ursprünglichen noch in einem anderen Beruf, der seinen Fähigkeiten entsprochen hätte und ähnlich bezahlt gewesen wäre, zu mehr als 50 Prozent hätte arbeiten können. Eine solche abstrakte Verweisung ist darum eher üblich bei Schülern und Auszubildenden, aufgrund ihrer noch sehr flexiblen beruflichen Ausrichtung.

Keine guten Nachrichten für die 54 Millionen Kassenpatienten! Der durchschnittliche Zusatzbeitrag könnte bis zum Jahr 2019 deutlich anwachsen, warnt eine Funktionärin des Krankenkassen-Spitzenverbandes. Wenn der Zusatzbeitrag angehoben wird, haben Versicherte aber ein Sonderkündigungsrecht.

Kassenpatienten müssen bis 2019 mit steigenden Beiträgen rechnen. Das prognostizierte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, am Montag bei einer Veranstaltung in Nauen. Schon im kommenden Jahr werde der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,3 Prozentpunkte steigen und dann 1,4 Prozent betragen, so Pfeiffer. Bis 2019 erwartet die Ökonomin einen Beitrag in Höhe von 1,8 Prozent. Für einen Versicherten mit 3.000 Euro Bruttogehalt bedeutet dies Mehrkosten von 252 Euro pro Jahr.

Komplexe Ursachen für höhere Gesundheitskosten

Ursachen für die Teuerung gibt es viele. Um nur einige zu nennen: Die Alterung der Gesellschaft lässt die Gesundheitskosten systemübergreifend steigen, schließlich sind ältere Menschen statistisch häufiger und länger auf ärztliche Behandlungen angewiesen. Auch sind die Zuwendungen des Bundes für Langzeitarbeitslose nicht ausreichend. Während der Bund derzeit pauschal 90 Euro pro Hartz-IV-Empfänger überweist, wären 136 Euro nötig, um alle Kosten zu decken, rechnet Pfeiffer vor. Die Deckungslücke, immerhin 2,3 Milliarden Euro, muss von den Beitragszahlern erbracht werden.

Die -im internationalen Vergleich- sehr hohen Arzneikosten tragen ebenfalls zu der Teuerung bei. Zudem hat die Bundesregierung einige notwendige, aber teure Reformen auf den Weg gebracht: das chronisch unterbesetzte Pflege- und Betreuungspersonal in den Kliniken soll aufgestockt werden. Damit Kassenpatienten schneller Facharzttermine erhalten, werden zentrale Terminvergabestellen eingerichtet – zusätzliche Infrastruktur, die Geld kostet.

Sonderkündigungsrecht bei Anstieg des Zusatzbeitrags

Wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt, bedeutet das aber nicht, dass er bei allen Krankenkassen gleichermaßen angehoben wird. Seit 2015 können die Anbieter einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag festlegen – damit will der Gesetzgeber den Wettbewerb befördern. Und so lohnt es sich, genau zu vergleichen, welche Kasse wie viel verlangt. Denn die Anhebung des Zusatzbeitrages bewirkt ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht.

Die Höhe des Beitrages sollte nicht das alleinige Merkmal für die Wahl einer Krankenkasse sein. Auch auf Zusatzleistungen lohnt es sich zu achten: Unterschiede gibt es beispielsweise bei der Finanzierung bestimmter Gesundheitskurse oder Vorsorgeuntersuchungen.

Einige Kassen sind sogar damit aufgefallen, dass sie Patienten für immer mehr Leistungen ins Portemonnaie greifen. Eine Thüringer Krankenversicherung will etwa Fahrten von Patientinnen ins Brustkrebszentrum nicht mehr bezahlen, wenn die Chemotherapie auch in einer näher gelegenen, aber nicht spezialisierten Klinik erbracht werden kann. Andere Kassen zahlen für den weiteren Weg ohne Beanstandung. Hier heißt es: Obacht, ob auch bei niedrigem Zusatzbeitrag Service und Leistung stimmen!

Ebenfalls eine Option, Teuerungen zu entgehen, ist der Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung. Auch diese Entscheidung will mit Bedacht gefällt sein – im Gegensatz zur GKV ist der Beitrag hier nicht abhängig vom Einkommen und kann gerade im Alter anwachsen. Wer in die PKV wechselt, sollte also über stabile finanzielle Mittel verfügen. Weil die Leistungen bei privaten Krankenversicherern noch mehr variieren als bei den Krankenkassen, wo 98 Prozent aller Ansprüche vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind, ist ein Beratungsgespräch dringend anzuraten, um alle Feinheiten der Verträge zu klären.

Baufinanzierung: Beim Bau eines Hauses hat man in der Regel nur eins im Sinn, den Aufbau, das Neue, die Familie. Gedanken an Scheitern oder Sterben sind in dieser Zeit eher selten. Und doch gibt es die Möglichkeit, während der Bauphase zu versterben. Was passiert dann mit dem Haus, den Angehörigen, dem Kredit? Weitsichtige Vorsorge kann den Hinterbliebenen wenigstens die finanziellen Nöte ersparen.

Ein Todesfall während des Hausbaus ist so ziemlich das Schlimmste, was sich ausdenken lässt für eine junge Familie. Und doch darf man den Gedanken nicht aussparen. Vor allem, wenn für den Bau ein Kredit aufgenommen wurde. Denn die Kreditlast erlischt nicht mit dem Tod des Kreditnehmers, er geht nur an die Erben über.

Wer sich auf der sicheren Seite bewegen will, kann sich parallel zum Kredit eine Restschuldversicherung zulegen. Kommt es nun zu einem Ableben, dann trägt die Versicherung die Restschuld des Verstorbenen. Hier können die Bauherren wählen, ob die Versicherungssumme jährlich konstant um einen festen Betrag bis auf null sinken soll oder ob sich der Versicherungsschutz an den Tilgungsplan anpassen soll, auf das die Restschuld stets zu einhundert Prozent abgedeckt ist.

Es besteht ferner die Option, alternativ eine Risikolebensversicherung zu erwerben, die dafür sorgt, dass die Hinterbliebenen die komplette Versicherungssumme ausgezahlt bekommen, welche sie zur Schuldentilgung aufwenden könnten. Dieses Modell gilt als das Sicherere, aber es ist auch etwas kostspieliger. Wählt ein verheiratetes Paar diese Variante, sollten sie Sorge tragen, dass beide versichert werden, wobei der Betrag aber nur einmal ausgezahlt wird.

Mitunter strenge Ausschlusskriterien bei Restschuldversicherungen

Weshalb eine Risikolebensversicherung dennoch die bessere Wahl sein kann, zeigt eine Recherche des ZDF-Magazins ZOOM aus dem Jahr 2015. Demnach enthalten viele Restschuld-Policen strenge Karenzzeiten und harte Ausschlusskriterien. So verweigern einige Anbieter etwa eine Leistung, wenn der Versicherungsnehmer in den ersten drei Jahren an Krebs erkrankt. Ein solcher Vertrag sollte folglich nie abgeschlossen werden, ohne dass man sich intensiv mit den Vertragsbedingungen auseinandergesetzt hat. Im Zweifel kann man den Vermittler oder Bankberater gezielt nach solchen Ausschlusskriterien fragen.

Fakt ist auch: Nur bei wenigen Banken führt der Abschluss einer Restschuldversicherung zu einer verbesserten Kreditwürdigkeit des Kunden. Schreibt ein Kreditgeber vor, dass zwingend eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden muss, so sind die Kosten nach deutschem Recht in den Effektivzins einzurechnen. Bei einem freiwilligen Abschluss ist das nicht der Fall. Damit ist dem Kunden der Überblick über die tatsächlichen Kosten verwehrt.

Es lohnt also, Alternativen zu einer Restschuldversicherung in Erwägung zu ziehen. Wenn Häuslebauer neben einer Risikolebensversicherung auch eine Unfallversicherung abgeschlossen haben sowie einen Schutz zur Absicherung ihrer Arbeitskraft, etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung, so sind sie schon sehr gut gegen mögliche Gründe gewappnet, die eine Bedienung des Baukredites erschweren. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Unternehmens-Insolvenz – worauf es jetzt ankommt: Die Phasen einer Insolvenz verlaufen meist in dieser Reihenfolge: Umsatz-Rückgang, Nachlassen der Zahlungsmoral gegenüber Rechnungen und Gehältern und schließlich Insolvenzantrag. Was hier technisch und blutleer klingt, bedeutet für den Mitarbeiter oft ein Desaster. Welche Schritte im Falle einer Firmeninsolvenz durch den betroffenen Mitarbeiter gegangen werden sollten, hat ein großer Versicherer in einer To Do Liste zusammengetragen.

Als erstes wird der Angestellte durch das Ausbleiben oder die Unregelmäßigkeiten beim Eingang seines Gehalts bemerken, dass mit der Firma etwas nicht stimmt. Dann kommt die Frage auf, ob man als Arbeitnehmer noch in der Pflicht ist, Arbeit zu leisten – wenn der Arbeitgeber im Gegenzug seiner Verpflichtung zur Lohnzahlung nicht nachkommt.

Hier gilt die Regel, dass die Arbeitskraft erst dann verweigert werden darf, wenn der Arbeitgeber in ganz erheblicher Weise in Zahlungsrückstand geraten ist. Dieser erhebliche Rückstand ist erst mit dem Ausbleiben des zweiten Monatsgehalts erreicht. Auch muss der Arbeitnehmer die Ausübung des Zurückbehaltungsrechts anzeigen und en Detail offenlegen, welche Summen noch offenstehen. Anderen Falles nämlich gilt das Fernbleiben von der Arbeit als unberechtigte Arbeitsverweigerung.

Gehaltsreduzierung

Als letzten Ausweg probieren viele Arbeitgeber im Insolvenzprozess, ihre Arbeitnehmer für die Reduzierung des Gehaltes oder für einem Gehaltsverzicht zu gewinnen. Das ist für den Arbeitnehmer nicht zu empfehlen, da sich dieses Modell auf die Höhe des Insolvenzgeldes und des Arbeitslosengeldes auswirken kann. Auch sollte man dreimal darüber nachdenken, ob eine Eigenkündigung sinnvoll ist, weil der Arbeitnehmer dadurch hinsichtlich des Arbeitslosengeldes das Risiko einer Sperrzeit eingeht.

Insolvenz und Arbeitspflicht

Nun wird es für einige Arbeitnehmer überraschend klingen. Aber auch im Falle der angemeldeten Insolvenz bleibt das Arbeitsverhältnis unangetastet und der Arbeitnehmer ist nach wie vor verpflichtet, seine Arbeit zu tun.

Statt des Arbeitgebers wird aber nun anstelle des bekannten Vorgesetzten ein vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter die Geschicke des Unternehmens leiten und an Stelle des Arbeitgebers wirken. Trotz aller Pflichtfortsetzung gibt es aber einen Punkt, der weicher gehandhabt wird, nämlich den der Kündigungsfrist. Während der Insolvenz gilt die einheitliche Kündigungsfrist gem. § 113 S. 2 InsO von drei Monaten – oder aber es gilt eine kürzere vertragliche, tarifvertragliche oder gesetzliche Frist.

Insolvenzgeld beantragen

Gerät man als Arbeitnehmer in eine Firmeninsolvenz hinein, sollte man umgehend die Bundesagentur für Arbeit aufsuchen, um ein Insolvenzgeld zu beantragen. Hier ist eine Ausschlussfrist von zwei Monaten verbindlich im Nachgang des Insolvenzereignisses. Das Insolvenzgeld wird in jedem Fall für die Dauer der letzten drei Monate vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens geleistet. Bekanntlich ist diese Behörde aber chronisch überlastet, was die Bearbeitungsdauer des Gesuches beträchtlich verlangsamen kann. Für diesen Fall sollte der Arbeitnehmer die Option nutzen, einen Vorschuss auf das Insolvenzgeld zu beantragen.

Vorgesehen ist, dass das Insolvenzgeld die erlittenen Lohneinbußen des Arbeitnehmers zu mindestens teilweise abfängt. Die Details sind in §§ 165 ff SGB III geregelt. Die Höhe des Insolvenzgeldes entspricht dem ausgefallenen Nettoarbeitsentgelt und wird begrenzt durch die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung.

Die Bundesagentur für Arbeit ermittelt die steuerlichen Abzüge dabei allein unter Verwendung der Lohnsteuertabelle. Daraus ergibt sich eine Ermittlung des Nettoentgeldes mittels der Pauschalbeträge der Lohnsteuertabelle. So finden individuelle Freibeträge, die sonst bei einem Lohnsteuerjahresausgleich berücksichtigt werden, bei dieser Einkommensermittlung keine Berücksichtigung.

Urlaubszeit ist auch eine Hochzeit für Einbrüche. Während sich sechzig Prozent der deutschen Urlauber auf Reisen kaum Gedanken um das Risiko eines Einbruchs machen, steigt die Zahl der Einbrüche genau in dieser schönsten Zeit des Jahres drastisch an. Mit welchen Maßnahmen sich die Urlauber vor der Reise gegen Einbrüche wappnen, wollte ein großer Versicherer wissen und hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben.

Um zu erfahren, wie die Bundesbürger ihrer Haus während der Urlaubszeit gegen Einbrüche immun machen, gab die Gothaer Versicherung eine Umfrage bei Forsa in Auftrag, bei der etwa eintausend Mieter und Wohneigentümer befragt wurden.

Wie groß sind nun die Sorgen im Urlaub? Ziemlich gering: große und sehr große Sorgen plagen nur ein Fünftel der Untersuchungsteilnehmer, mit regionalen Unterschieden. Insbesondere in NRW hat man Angst, es könnte dem Besitz zu Hause etwas zustoßen, während man faul am Strand liegt. Hier haben 23 Prozent Sorge und große Sorge zum Ausdruck gebracht. Nicht ganz ohne Grund, denn in dieser Region tummeln sich neben Bremen, Berlin und Hamburg die tüchtigsten Einbrecher. Das heißt, hier ereignen sich tatsächlich die meisten Einbrüche. Und zwar rund 300 Delikte pro 100.000 Einwohner.

In der Umfrageergebnissen lässt sich auch eine Tendenz ablesen, die zeigt, dass sich besonders Menschen über sechzig Jahren Gedanken um Einbrüche machen, hier formulierten 21 Prozent eine größere Angst. Diesem Wert stehen 13 Prozent gegenüber, die ausdrücken, wie gering die Angstquote bei den Unter-30-Jährigen ist.

Eine Ungleichheit zeigt sich auch hinsichtlich der Form des Besitzverhältnisses. So haben Eigentümer zu 20 Prozent große Sorge, Mieter aber nur zu elf Prozent. Insgesamt unter allen Befragten machen sich 18 Prozent überhaupt keine Sorgen um einen Einbruch während des Urlaubs. Anlass genug dazu wäre jedenfalls, denn laut dem Bundeskriminalamt nahm die Zahl der Einbrüche im Vorjahr um zehn Prozent zu.

Sorglosigkeit, mangelnde Vorsorge und mehr Einbrüche

Diese Sorglosigkeit spiegelt sich auch bei den ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen vor einer Reise wieder, denn nur wenige ergreifen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Aber nicht alle sind sorglos, fünf Prozent der Teilnehmer beispielsweise installieren vor der Abreise extra noch zusätzliche Schlösser und 14 Prozent schließen die Rollläden und richten Barrikaden an den Fenstern ein. Auch sind 82 Prozent bemüht, dass der Briefkasten während ihrer Reise durch Nachbarn geleert wird. Auch Haushüter werden von dreißig Prozent der Befragten engagiert.

Haus- und Wohneigentümer besonders sorgsam

Wie oben angedeutet, haben Eigentümer und Mieter ein abweichendes Verhältnis zum Risiko des Einbruchs. So sorgen 15 Prozent der Haus- oder Wohnungsbesitzer mit zusätzlicher Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen für weniger Sorgen, aber nur 9 Prozent der Mieter. Auch die Nutzung von Zeitschaltuhren ist bei Eigentümern mit 32 Prozent häufiger vertreten als bei Mietern mit 20 Prozent. Zudem sorgt ein Drittel der Eigentümer dafür, dass während ihrer Abwesenheit zum Beispiel der Rasen gemäht wird und der Gehweg gekehrt. Mieter sind da nachlässiger.

Und für den Fall des Einbruchs, welcher Verlust würde die Befragten besonders treffen? Hier gaben 62 Prozent an, sie würde vor allem der Verlust der elektronischen Geräte wie Fernseher oder PC (62 Prozent) schmerzen, aber auch der von Fotos oder Fotobüchern (54 Prozent), von Schmuck und Wertgegenständen (46 Prozent) sowie Antiquitäten und Familienerbstücken (41 Prozent).

Die Jüngeren hängen an ihren Erinnerungen

Vor allem die jüngeren Befragten unter 30 Jahren hängen noch viel intensiver an ihrer Habe (71 Prozent) als die Älteren mit über 60 Jahren (61 Prozent). Und den jungen Leuten waren vor allem ihre Reiseandenken wichtig (27 Prozent).

Interessant auch, dass für Männer (67 Prozent) häufiger der Verlust von elektronischen Geräten ein Grund zu Traurigkeit wäre, und bei den Frauen (58 Prozent) der Verlust von Fotos (59 Prozent; Männer: 50 Prozent). Auch beim Schmuck lagen die Prozente ungleich (50 Prozent; Männer 42 Prozent) und ebenfalls bei Antiquitäten/Familienerbstücken (44 Prozent; Männer: 37 Prozent).

Damit sind auch die häufigsten Elemente im Diebesgut benannt. Entsprechend des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. nehmen Diebe am liebsten Schmuck oder Uhren mit (57,5 Prozent), Bargeld (48,6 Prozent), Elektro-Kleingeräte wie Handys oder Tablets (31 Prozent), Laptops (28,9 Prozent) oder Hi-Fi/Spielkonsolen (16,7 Prozent) an sich. Aber auch für Ausweispapiere und Kreditkarten haben die Einbrecher etwas übrig. (11,7 Prozent).

Um einen Überblick zu bekommen, in welchen Gebieten der Hausbau besonders durch Hochwasser gefährdet ist, genügt ein Blick in die Datenbank für Hochwassergefahren: dem sogenannten Zonierungssystem Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) Geo. Auf der Datenbank gibt es vier Kategorien, besonders gefährdete Gegenden bekommen den Wert Vier. Ein Update dieser Datenbank sortiert nun um: im Ergebnis gibt es für viele Menschen in Deutschland einen besseren Zugang zum Versicherungsschutz bei Elementargefahren.

Wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet, können sich nun 58.000 Hausbesitzer leichter gegen Hochwasser versichern als noch vor einiger Zeit. Der Grund ist einfach: die Anzahl der Gebäude, die in der BRD den Status hatten, besonders von Hochwasser gefährdet zu sein, hat um dreißig Prozent abgenommen.

Wie das Update verrät, werden derzeit nur noch 139.000 Gebäude in der Gefahrenklasse 4, also in der höchsten Gefahrenzone eingeordnet. Im Ergebnis sind also nur noch sieben Prozent der insgesamt über 21 Millionen Adressen in der BRD in der Zone 4, wo zumindest statistisch innerhalb der kommenden zehn Jahre ein Hochwasser Verheerungen anrichten könnte. So sank die Zahl von 197.000 Gebäuden in Zone 4 auf aktuell nur noch 139.000.

Rückgang von Gebäuden in höchster Gefahr

Durch die Zugabe von besseren Daten aus der öffentlichen Hand konnte die Datenbank nun erstmals eine flächendeckende Karte der Hochwassergefahren gestalten, woraus der Rückgang der Zahl von Gebäuden in Kategorie 4 resultiert. „Mehr Daten ermöglichen mehr Menschen leichteren Zugang zu Versicherungsschutz“, erklärt Alexander Erdland als Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die größte Freude wird mit den neuen Daten vor allem in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Niedersachsen aufkommen. Denn insbesondere Nordrhein-Westfalen erfuhr einen erheblichen Rückgang bei der Zahl der Adressen, die in der Gefahrenklasse 4 verzeichnet waren. Dieser Wert ging um 62 Prozent zurück, so befinden sich aktuell nur noch 7.200 Gebäude in NRW im höchsten Gefahrenbereich.

Doch nicht nur in NRW, auch in Thüringen, Sachsen und Niedersachsen konnte die Zahl der statistisch extrem gefährdeten Gebäude um mehr als die Hälfte reduziert werden. Darüber hinaus ist Niedersachsen das Bundesland mit dem größten absoluten Rückgang, denn im Zuge der aktualisierten Zahlen konnten knapp 20.000 Gebäude die Gefahrenzone 4 verlassen.

190.000 Gebäude werden heraufgestuft

So sind die erweiterten und erneuerten Daten nicht nur ein Grund zur Freude für Hausbesitzer, welche in direkt exponierten Überschwemmungsgebieten siedeln. Das Update bringt für circa 400.000 Gebäude ein Down-Grade der Gefahrenklasse. Aber 190.000 Gebäude werden in Folge der besseren Werte heraufgestuft, in gefährlichere Kategorien.

Nun interessiert nicht nur Hausbesitzer, sondern auch Versicherer, wie sich Hochwasserrisiken in bestimmten Gebieten darstellen. So bietet dem Versicherer das Zonierungssystem Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) Orientierung bei der Einschätzung und Prämiengestaltung. Denn bei der Elementarschadenversicherungen ist die Kenntnis des Risikos für die Berechnung das A und O.

19.3 Millionen Adressen in Sicherheit

Im Zürs also sind 21,3 Millionen Gebäude erfasst und aufgeteilt in vier Gefahrenklassen. Dabei liegen 19,3 Millionen der Adressen in der Gefahrenklasse 1, das heißt, dass sich dort seltener als einmal in 200 Jahren eine Überschwemmung durch ein Hochwasser ereignen wird.

In der nächst höheren Gefahrenklasse 2, in der 1,6 Millionen Häuser verzeichnet sind, wird ein Hochwasser statistisch gesehen zumindest einmal in 100 bis 200 Jahren auftreten, während sich dieses in der Gefahrenklasse 3, das betrifft 220.000 Gebäude, schon einmal alle 10 bis 100 Jahre ereignen könnte.

Konkret heißt das nun, dass sich innerhalb der BRD gut 99 Prozent der Gebäude ganz unkompliziert und ohne Probleme versichern lassen gegen Überschwemmungen und Starkregen. Und auch die kleine Zahl der problematischen Fälle lässt sich mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen meist ebenfalls versichern, argumentiert der GDV.

Um einen Überschwemmungsschaden abzusichern, ist die Elementarschadenversicherung die Versicherung der Wahl. Jedes vierte Haus aus der Klasse 4 wurde bereits versichert, aber noch erheblich mehr Hausbesitzer könnten sich absichern, um die finanziellen Folgen der Schäden aus Naturereignissen wie Hochwasser, Erdrutsch oder Lawinen abzufangen.

Minijob: Wer kaum was hat, braucht auch nicht in die Rentenkasse einzuzahlen, denken viele. Das ist aber nicht richtig. Mütter, Studenten, Erwerbslose – alle, die sich mit einer kleinen Nebentätigkeit ein bisschen was dazuverdienen, sollten auch Beiträge einzahlen – und damit Ansprüche bei der Rentenversicherung erwerben.

Der Minijob ist für viele notwendig, um über die Runden zu kommen. Das ist nicht viel Geld, aber es hilft. Da es aber so wenig ist und man so viel wie möglich davon haben will, entscheidet man sich nicht selten dagegen, etwas davon in die Rentenversicherung „abzugeben“. Das ist aber gar nicht so schlau, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Für das Beispiel eines monatlichen Einkommens von 450 Euro lägen die Beiträge für die Rentenversicherung bei 16.65 Euro, von 200 Euro würde man 7,40 Euro ausgeben. Das ist ja nicht viel. Trotz allem entscheiden sich in der BRD 6,7 Millionen Menschen in Minijobs dagegen, in die Versicherung einzuzahlen.

Rentenvorteile mit 86 Prozent Eigenanteil

Ihre kostbaren Rentenvorteile sind damit verloren. “Viele Minijobber sind gut beraten, das Geld für die Rentenversicherung auszugeben”, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin.

Zwar gibt es seit dem Jahr 2013 in allen Betrieben eine automatische Rentenversicherungspflicht für Minijobber, bei welcher der Arbeitgeber pauschal 15 Prozent einzahlt und der Beschäftigte 3,7 Prozent seines Verdienstes.

Auf den ersten Blick rechnet sich das wirklich nicht. Für das Beispiel des 450-Euro-Jobs würde ja innerhalb eines ganzen Jahres die spätere monatliche Rente um heute gerade mal 4,35 Euro (West) steigen.

Abschlagsfrei in Rente nach Minijob

Und wer sich dann noch der eigenen Beiträge enthält, kommt auf 3,49 Euro und verliert damit also gerade einmal 86 Cent. Darauf kommt es aber gar nicht so sehr an. Ganz maßgeblich aber ist der Fakt, der der einzahlende Minijobber auf diese Weise Pflichtbeitragszeiten für die Rente anhäuft. Und so kann sich gerade für Studenten die sehr wertvolle Situation herstellen, einmal abschlagsfrei in Rente gehen zu können.

Der einfache Grund dafür ist, dass man es mit einem Studium heute selten auf 45 Beitragsjahre schafft, weil man erst ab einem höheren Alter Vollzeit arbeitet. Denn seit 2009 gibt es keine Anrechnung mehr für Studienjahre als Versicherungszeit. Aber doch weiterhin für den Minijob.

Der Eigenanteil kommt ferner dem Ansinnen derjenigen entgegen, die überhaupt einmal eine gesetzliche Rente beziehen wollen, wie Nöll in den Raum stellt. Denn um die zu beziehen, ist eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren grundlegend. So ist es also nicht nur für Studenten interessant, sondern auch für Arbeitslose, weil die arbeitslose Zeit ja nicht als Versicherungszeitraum gerechnet wird. Auch Mütter und Väter, welche nie in die Rentenkasse einzahlten, sollten ihre Rentenbeiträge, so klein sie auch sind, leisten.

Frauen, Arbeitslose, Studenten – alle sollten zahlen

Die Süddeutsche rechnet hier vor, dass eine Frau, die ab 1992 ein Kind auf die Welt gebracht hat, drei Jahre Erziehungszeit gutgeschrieben bekommt, was jedoch für eine Mütterrente nicht genüge. Nun dürfen aber die fehlenden zwei Jahre nachgezahlt werden. Wenn diese Mutter während der Ausübung ihres Minijobs also zwei Jahre lang Pflichtbeiträge leistet, kann sie sich das Nachzahlen sparen.

Die Einzahlung ist sogar dann wichtig, wenn der Minijobber aufgrund gesundheitlicher Motive nicht mehr arbeiten kann. Nach Ablauf von sechs Monaten Beitrag werden Reha-Leistungen möglich und auch nach Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder bei Invalidität kann man dann eine Hilfe erwarten bis hin zur vollen Erwerbsminderungsrente.

Minijobber im Privathaushalt müssen allerdings andere Regeln beachten, denn sie müssen den höheren Eigenanteil von 13,7 Prozent zur Rentenversicherung leisten – während keine eigenen Beiträge fällig werden bei minijobbenden Altersrentnern, Ruhestandsbeamten oder Rentnern mit berufsständischer Altersversorgung.

Reiserücktrittsversicherung: Gerade ist es wieder passiert: Vor wenigen Tagen gab es einen Anschlag in Istanbul, 43 Menschen wurden getötet und weitere 230 verletzt. Nun hat man eine Reise gebucht, freut sich auf den Urlaub und dann kommt die Meldung, dass es im Urlaubsland einen Terrorangriff gab. Natürlich haben dann viele Touristen keine Lust mehr, ein Flugzeug zu besteigen und hinzufliegen. Zum Glück hat man eine Reiserücktrittsversicherung. Aber greift die in diesem Fall? Leider nicht.

Bevor man einen Urlaub bucht, frequentiert man als umsichtiger Tourist erst einmal die Homepage des Auswärtigen Amtes. Und gerade stehen dort ziemlich viele Länder, von deren Besuch das Amt abrät. Seit dem jüngsten Anschlag in Istanbul steht auch die Türkei wieder auf der Liste mit dem Hinweis zu erhöhter Vorsicht. Im ganzen Land rechnet man mit weiteren Anschlägen.

Geld zurück nur bei ausdrücklicher Reisewarnung

Aber solange es keine ausdrückliche Reisewarnung vom Auswärtigen Amt gibt, kann die gebuchte Reise nicht über die Reiserücktrittsversicherung storniert werden. Der Reiselustige kann dann nur auf die Kulanz des Reiseveranstalters hoffen. Konkret ist die Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuches, dass eine Pauschalreise nur dann ohne Kosten storniert werden kann, wenn sich erkennen lässt, das höhere Gewalt die Reise ganz erheblich gefährden oder beeinträchtigen würde – diese Gefahr oder Beeinträchtigung zum Zeitpunkt der Buchung aber noch nicht sichtbar war, so informiert aktuell der GDV.

Wer sich unsicher ist, was mit höherer Gewalt gemeint ist, dem seien die Stichworte Naturkatastrophe, politische Unruhe, Krieg genannt. Ein einzelner Terroranschlag aber macht noch keinen Krieg und so wertet man diese Anschläge als ein allgemeines Lebensrisiko. Zumindest solange, bis eine offizielle Reisewarnung formuliert wird.

Was die Reiserücktrittsversicherung absichert

Die Reiserücktrittskostenversicherung ist nicht dazu da, eine Reisestorno wegen höherer Gewalt abzufangen. Aber sie kommt für die Gebühren auf, die der Reiseveranstalter für eine Stornierung einer Pauschalreise einfordert, die aus bestimmten anderen Gründen doch nicht angetreten wird. Zu den bestimmten Gründen können Todesfälle, eine unerwartete schwere Erkrankung oder der Verlust des Arbeitsplatzes zählen.

Manchmal macht auch eine Reiseabbruchversicherung Sinn. Und zwar immer dann, wenn man die Neigung hat, eine Reise vorzeitig abzubrechen – oder auszudehnen. Die Versicherung kommt dann für die entstehenden Mehrkosten auf, die sich aus der vorzeitigen Rückreise ergeben oder wenn bezahlte Reiseleistungen nicht mehr in Anspruch genommen werden können. Oder aber auch, wenn der Reisende, beispielsweise aufgrund einer Krankheit, gezwungen ist, seinen Aufenthalt zu verlängern.

Versicherung für Reiseveranstalter

Wer selbst als Reiseveranstalter aktiv ist, der kann sich ebenfalls für Fälle von höherer Gewalt bedingten Reisestornierungen versichern. In der Veranstalterhaftpflicht-Police werden außerdem noch andere Risiken versichert, die ebenfalls zum Ausfall einer Reise führen können, und hier ist auch der Fall eines Terroranschlags inklusive.

Der Versicherte erhält in so einem Fall die Stornokosten, die ihm entstanden sind, weil er gebuchte Flüge, reservierte Zimmer oder beauftragte Dienstleister schließlich doch nicht in Anspruch nehmen wird, wenn er seine Reise storniert.