Noch immer sind die meisten Hausbesitzer in Deutschland nicht gegen sogenannte Elementarschäden versichert. Nach aktuellen Erhebungen besitzen nur 41 Prozent der Immobilieneigner einen entsprechenden Schutz. Dabei kann ein Schaden am Haus das Portemonnaie derart belasten, dass sich eine Familie dauerhaft nicht davon erholt.

Nur 41 Prozent der deutschen Hausbesitzer haben ihr Hab und Gut gegen sogenannte Elementarschäden versichert. Damit sind noch immer sechs von zehn Häusern ohne entsprechenden Schutz. Das geht aus Zahlen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Freitag veröffentlicht hat.

Das Problem hierbei: Eine Wohngebäudeversicherung reicht nicht aus, um das Haus gegen Naturgefahren wie Überschwemmungen, Hochwasser, Erdrutsch oder Rückstau zu versichern. Hierfür ist ein Extraschutz notwendig: eben besagte Elementarschadenversicherung. Diese Police kann als eigenständiger Vertrag und als Zusatzbaustein abgeschlossen werden. Viele Hausbesitzer wissen dies nicht, weshalb die Bundesländer gemeinsam mit den Versicherern Informationskampagnen gestartet haben, um die Bürger aufzuklären.

Starkregen tritt immer häufiger auf

Wer jetzt aber sagt: “Ich habe doch ohnehin keinen Fluss oder ein anderes Gewässer in der Nähe meines Hauses. Weshalb sollte ich mich also gegen Elementarschäden versichern?”, der sollte zusätzlich gewarnt sein. Stichwort Starkregen: Laut einer Auswertung des Nachrichtenportals “Correctiv” haben heftige Niederschläge in den letzten zwei Jahrzehnten stark zugenommen.

Die Journalisten haben sich Daten von tausend Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) angeschaut. Das Ergebnis: Starkregen tritt nicht nur immer häufiger auf, sondern mittlerweile auch in der gesamten Bundesrepublik. Dies bedeutet, fast jeder Hausbesitzer kann davon betroffen sein.

Von Starkregen spricht man ab einer Niederschlagsmenge von 17 Millimetern pro Stunde, was stündlich 17 Litern pro Quadratmeter entspricht. Das ist aber nur der niedrigste Wert. Um hier ein Extrembeispiel zu nennen: am 28. Juli 2014 fielen in Münster innerhalb weniger Stunden 292 Liter pro Quadratmeter. Das ist, als würde man auf dieser kleinen Fläche in kurzer Zeit fast dreißig volle Wischeimer mit Wasser auskippen.

Auch die Großstädte sind keineswegs sicher. Am 29. Juni 2017 regnete es in Berlin-Tegel innerhalb von 24 Stunden fast 200 Liter pro Quadratmeter. Das ist fast ein Viertel der Niederschlagsmenge, die normalerweise innerhalb eines Jahres in Berlin gemessen wird. Wenn das Wasser dann nicht kontrolliert abfließen kann, überschwemmt es schnell Keller und staut sich am Fundament der Häuser. In Ausnahmefällen setzt sich gar eine Schlammlawine in Bewegung, die Geröll, Bäume und Autos mit sich reißt. So können an den Häusern massive Schäden entstehen.

Eine weitere Gefahr, die jede Immobilie treffen kann, sind im Winter eingedrückte Dächer als Folge von hohem Schneedruck. Experten des Deutschen Wetterdienstes gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit von Starkregen in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zunehmen könnte. Und folglich auch die Notwendigkeit, sich privat abzusichern.

Nur 0,6 Prozent in der höchsten Gefährdungsklasse

Viele Hausbesitzer könnten jetzt einwenden: Ist meine Immobilie überhaupt gegen Elementargefahren versicherbar? Immer wieder hört und liest man, dass dies recht teuer sei und einige Häuser gar keinen Schutz bekommen, speziell in Hochwasser-Risikozonen. Hier verweist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf die neuesten ZÜRS-Zahlen aus dem Oktober 2017. Das ist jenes Zonierungssystem, mit dem deutschlandweit Häuser nach ihrem Hochwasserrisiko benotet werden. Demnach sind nur 129.700 Häuser in Deutschland in die höchste Gefahrenklasse 4 eingeordnet und damit statistisch mindestens einmal in zehn Jahren von Hochwasser bedroht. Das sind nur 0,6 Prozent der bundesweit 21,4 Millionen registrierten Adressen.

Es lohnt sich also, zumindest einmal nachzufragen, ob die eigene Immobilie versicherbar ist. Zwischen den einzelnen Anbietern bestehen teils deutliche Unterschiede, was die Preise und Versicherbarkeit von Häusern betrifft. Der Schutz des eigenen Hauses ist keine Kleinigkeit. Bei den jüngsten Hochwässern und Überschwemmungen wurden einige Gebäude teils so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Dabei können Kosten im sechsstelligen Bereich entstehen, wenn das Haus bis auf die Grundmauern neu aufgebaut werden muss.

Wenn Autofahrer ohne eigenes Verschulden in einen Unfall verwickelt werden, wollen sie natürlich auch, dass sie ihren Schaden von der Versicherung des Verursachers ersetzt bekommen. Ein Urteil des Amtsgerichtes Konstanz bestätigt hierbei, dass die Kfz-Versicherer nicht beliebig bei den Werkstattkosten kürzen dürfen. So muss die Kfz-Haftpflicht auch für die Probefahrt und die notwendige Reinigung des reparierten Autos zahlen (Az.: 9 C 597/16).

Das Amtsgericht Konstanz hat mit einem Urteil die Rechte von Unfallgeschädigten gestärkt. Demnach muss der Kfz-Haftpflichtversicherer auch für die Probefahrt und Reinigung des PKW zahlen, wenn das Auto in die Werkstatt muss und entsprechende Kosten in einem Unfallgutachten veranschlagt werden. Der Versicherer darf diese Kosten nicht einfach dem Geschädigten aufbürden.

Im verhandelten Rechtsstreit war ein Autofahrer in einen Unfall verwickelt worden. Das Auto musste repariert werden. Dabei stellte die Werkstatt auch eine Probefahrt und eine Reinigung in Rechnung. Doch der Kfz-Haftpflichtversicherer wollte nur die “reinen” Reparaturkosten zahlen, nicht die Kosten für die Nachbereitung. Daraufhin klagte der enttäuschte Fahrzeughalter.

Der Mann bekam letztendlich Recht. Es handele sich schließlich um Kosten, die im Rahmen der Reparatur angefallen seien und sogar im Schadengutachten auftauchen, betonte das Amtsgericht Konstanz. Folglich muss der Versicherer die gesamten Kosten zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Fahrzeughalter kann Reparatur in der Regel nicht überwachen

Zwar müssen Geschädigte alles tun, um die Schadenskosten niedrig zu halten, so bestätigten die Richter. Aber nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung habe ein Schadensverursacher alle Kosten zu ersetzen, die ein “verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten würde”. Folglich auch die notwendige Probefahrt.

Hierbei dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass ein Autofahrer sein Fahrzeug in die Hände von Fachleuten gebe, wenn er einen Reparaturauftrag erteilt. Normalerweise kann ein Fahrer nur sehr begrenzt einschätzen, wie eine Reparatur in der Werkstatt ablaufe. Es fehlt schlicht an nötigem Wissen. Hier widerspreche es dem Bürgerlichen Gesetzbuch, wenn der Betroffene auch noch mit Mehrbelastungen konfrontiert werde, die seinem Einfluss entzogen sind. Folglich muss der Versicherer die Werkstattrechnung voll erstatten.

Das Urteil ist zwar schon etwas älter – es datiert auf den 28. November 2018. Aber aktuell macht die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) darauf aufmerksam. Grund ist, dass Versicherer versuchen würden, bei Reparaturen gerade kleinere Kostenposten zulasten des Geschädigten aus der Rechnung zu streichen. Hier sollte man hartnäckig bleiben, wenn der Versicherer nicht zahlen will, und sich notfalls professionelle Unterstützung holen.

Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherer zahlen durchaus zuverlässig eine BU-Rente, wenn die Versicherten darauf angewiesen sind. Das zeigt eine aktuelle Studie, die circa 50 Prozent des deutschen Marktes abdeckt. Demnach wird in drei von vier Fällen problemlos die Leistung im Ernstfall bewilligt.

Berufsunfähigkeitsversicherer sind Neinsager? So legt es mancher Bericht in den Medien nahe, in denen Fälle vorgeführt werden, bei denen Versicherte trotz schwerer Beeinträchtigung leer ausgehen. Doch dass es sich bei diesen Fällen keineswegs um die Regel handelt, sondern um Ausnahmen, zeigt erneut eine Studie.

Das Analysehaus Franke und Bornberg analysiert bereits seit mehreren Jahren das Leistungsverhalten der BU-Versicherer. Auch in diesem Jahr stellten wieder sieben Anbieter ihre Daten zur Verfügung: gemeinsam stehen sie für 4,57 Millionen Berufsunfähigkeits-Policen und vereinen knapp 50 Prozent aller Leistungsfälle auf sich. Zusätzlich haben die Analysten die Versicherer vor Ort besucht, um stichprobenartig den Sachbearbeitern über die Schultern zu schauen. Das Datenmaterial bezog sich auf das Jahr 2016.

Das Ergebnis ist durchaus erfreulich. Wenn ein Versicherter eine BU-Rente beantragt, fallen drei von vier Leistungsentscheidungen (75,7 Prozent) zu Gunsten des Versicherten aus. Auf ähnliche Zahlen kommt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dieser hatte für das Jahr 2015 eine Leistungsquote von 77 Prozent ermittelt.

“Die BU-Versicherung bleibt weiterhin das wichtigste Produkt zur Absicherung der Arbeitskraft. Eine Anerkennungsquote von über 75 % zeigt, dass die BU auch im Leistungsfall funktioniert”, kommentiert BU-Experte Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter des unabhängigen Analysehauses.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Insgesamt 589 Verbraucher zogen im Erhebungszeitraum gegen ihren Versicherer vor Gericht, weil sie der Meinung waren, dass ihnen zu Unrecht eine BU-Rente verweigert wurde. Auch hier gilt es zu relativieren: Das sind lediglich 2,39 Prozent aller ausgewerteten Anträge auf eine Versicherungsleistung, denn gezählt wurden 24.600 BU-Leistungsfall-Neuanmeldungen. Oft mussten die Verbraucher einsehen, dass der Versicherer durchaus nicht zahlen muss. Bezogen auf alle Leistungsfälle betrug die Quote der von Versicherern verlorenen Prozesse magere 0,28 Prozent.

Häufigster Ablehnungsgrund war, dass der erforderliche Berufsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent nicht nachgewiesen werden konnte (48,7 Prozent). Weitere 30 Prozent wurden abgelehnt, weil der Versicherer den Vertrag erfolgreich anfocht oder davon zurücktrat, etwa aufgrund einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Hier gilt, bereits beim Antrag auf BU-Schutz alle Fragen genau und gewissenhaft zu beantworten und sich notfalls professionelle Hilfe zu holen.

Selbst eine relativ sichere Geldanlage wie eine Lebensversicherung kann bestimmte Risiken enthalten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun ein Urteil gesprochen, mit dem er betont, dass auch die Verbraucher nicht für jeden anteiligen Verlust den Versicherer verantwortlich machen können. Entwickelt sich der Fonds einer Lebensversicherung nicht wie gewünscht, müssen sie die Konsequenzen selbst tragen. Schon deshalb sollten sich Vorsorgesparer umfassend über eine Geldanlage informieren und beraten lassen.

Es ist eines der wichtigsten Grundsätze der Geldanlage: Verbraucher sollten ihr Geld nur in Finanzprodukte stecken, deren Funktionsweise sie verstehen. Das gilt selbst für ein vermeintlich sicheres Produkt wie die Lebensversicherung, wenn sie einen Fondsbaustein beinhaltet. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes (Az: IV ZR 353/16).

Policenmodell – Vertragsbedingungen zu spät zugeschickt

Im verhandelten Rechtsstreit wurde über eine Lebensversicherung verhandelt, die im Zeitraum zwischen 1994 und 2007 nach dem sogenannten Policenmodell abgeschlossen wurde. Damals herrschte eine äußerst fragwürdige Vertriebspraxis vor. Oft erhielten die Verbraucher ihren Vertrag erst zugeschickt, nachdem sie ihn unterschrieben hatten – damit auch die Widerrufsbelehrung.

Im Jahr 2015 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass es so nicht geht. Seitdem dürfen keine Versicherungen mehr nach diesem Modell vertrieben werden. Denn der Kunde hat ein Recht, über genaue Vertragsdetails informiert zu werden, bevor er den Vertrag unterschreibt.

Konnte der Kunde nachweisen, dass er zu spät über sein Widerspruchsrecht informiert wurde, dann konnte er noch nachträglich vom Vertrag zurücktreten und seine Lebensversicherung rückabwickeln lassen. Er erhielt dann auch eine Beteiligung an den Überschüssen, die der Versicherer mit seinen Beitragszahlungen erwirtschaftet hatte. Lediglich der bestehende Risikoschutz für den Fall des Ablebens wurde dem Versicherten in Rechnung gestellt.

Fondsrisiko trägt der Versicherte selbst

Anders sieht es jedoch aus, wenn ein Sparer seine fondsgebundene Lebensversicherung rückabwickeln will. Das hat nun auch der Bundesgerichtshof bestätigt. Im betroffenen Fall hatte ein Ehepaar in Summe 20.000 Euro in eine Fondspolice gezahlt. Der Fonds wurde jedoch im Jahr 2010 liquidiert. Daraufhin kündigte der Versicherer. Grund: Der Wert des Depots sei unter den bedingungsgemäßen Mindestdepotwert auf null Euro gesunken. Doch den Fondsverlust muss der Versicherungsnehmer selbst tragen, so bestätigten nun die Karlsruher Richter in oberster Instanz, nachdem verschiedene Vorinstanzen ähnlich geurteilt hatten.

Der Grund: Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen lassen sich Verbraucher bewusst auf ein Produkt ein, “bei dem die Höhe der Versicherungsleistung – abgesehen von der Todesfallleistung – nicht von vorneherein betragsmäßig festgelegt ist, sondern vom schwankenden Wert des Fondsguthabens abhängt”, begründeten die Richter ihr Urteil. Der Kunde entscheide sich nämlich bewusst für eine Geldanlage, bei dem die Kapitalanlage, nämlich der Fonds, mit besonderen Gewinnchancen und Verlustrisiken verbunden sei. Auch bei einer Rückabwicklung des Vertrages könne es nicht Zweck sein, den Versicherungsnehmer vor den allgemeinen Risiken einer Kapitalanlage zu schützen.

Der Sparer muss für die Verluste aus dem Fonds folglich selbst einstehen und kann für dass allgemeine Verlustrisiko nicht den Versicherer haftbar machen. Dies würde auch dem Grundgedanken der Risikogemeinschaft zuwider laufen, betonten die Richter. Es würde nämlich das gesamte Versichertenkollektiv negativ belasten, wenn sich Kunden nachträglich des Anlagerisikos bei einem gesunkenen Fondswert entledigen könnten.

Auch Lebensversicherung genau checken!

Folglich sollten die Vorsorgesparer auch bei Lebensversicherungen genau überlegen, wie viel Geld in Fonds fließen soll – und prüfen, welche zur Auswahl stehen. In der Regel erlauben es neuere Lebensversicherungen, das Risiko verschieden zu gewichten, auch ist der Erhalt der eingezahlten Beiträge garantiert.

Grundsätzlich sollte man auch durchrechnen, ob man sich tatsächlich von einer Leben-Police nach dem Policenmodell trennen will. Denn in der Regel handelt es sich um hochverzinste Altverträge, die einen beachtlichen Garantiezins versprechen. Und auch der Risikoschutz wäre verloren, wenn man den Vertrag einfach rückabwickeln lässt.

Wer eine Lebensversicherung mit Überschussbeteiligung hat, der erhält mindestens einmal pro Jahr eine sogenannte Standmitteilung. Diese enthält wichtige Informationen, was der Vertrag aktuell wert ist und auf welches Geld der Versicherte Anspruch hat. Zum 1. Juli treten nun gesetzliche Neuregelungen in Kraft, die garantieren sollen, dass der Vorsorgesparer noch umfassender informiert wird.

Eine Lebensversicherung bietet viele Sicherheiten und Garantien, weshalb sie zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen zählt. Zugleich ist sie ein komplexes Finanzprodukt, bei dem die Renditechancen teilweise von den Kapitalmärkten abhängen. Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucher regelmäßig über den aktuellen Stand ihres Vertrages informiert werden. Darauf haben sie auch ein Anrecht: Paragraph 155 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) schreibt vor, dass die Versicherer mindestens einmal im Jahr eine sogenannte Standmitteilung verschicken müssen.

Die Anforderungen an diese Standmitteilungen hat der Gesetzgeber im letzten Jahr verschärft, nachdem wiederholt Kritik an der Transparenz laut wurde. Ab dem 1. Juli 2018 müssen die Versicherer ihre Kunden noch umfassender und lückenloser Bericht erstatten. Vor allem wurden nun wichtige Informationen ergänzt, die bisher fehlten, so berichtet aktuell die Finanzaufsicht BaFin.

Was steht unter anderem drin in der Standmitteilung?

Was aber steht drin in der “neuen” Standmitteilung? Weiterhin weist sie die Aufbauleistung aus. Also stark vereinfacht die Summe, auf die ein Versicherungsnehmer Anspruch hat, wenn er seinen Vertrag bis zum Ende durchhält. Eingerechnet sind hierbei die garantierten Überschüsse: Also der Anteil, mit dem der Kunde an den Kapitalgewinnen des Versicherers beteiligt wird. Diese werden schließlich aus den Kundenbeiträgen erwirtschaftet.

Auch die Leistung im Todesfall müssen die Versicherer weiterhin ausweisen. Schließlich ist eine Lebensversicherung nicht nur eine Geldanlage, sondern auch ein Risikoschutz für die Hinterbliebenen. Auch hier ist die Beteiligung aus den Überschüssen einzurechnen. Maßgeblich ist der Eintritt des Versicherungsfalles zum Zeitpunkt der verschickten Standmitteilung.

Neu kommt hinzu, dass die Versicherer nun auch den sogenannten Rückkaufswert ausweisen müssen. Stark vereinfacht ist das der Wert der Lebensversicherung, wenn der Versicherte seinen Vertrag zum jeweiligen Zeitpunkt kündigen würde. Und auch die Ablaufleistung, wenn der Kunde die Beitragszahlungen fortan einstellen würde (“beitragsfrei stellt”), muss nun vorgerechnet werden.

Darüber hinaus ist für Verträge, die ab dem 1. Juli abgeschlossen werden, die Summe der bisher gezahlten Beiträge zu nennen. So sollen die Verbraucher noch besser einschätzen können, wie viel Geld sie eigentlich in ihren Vertrag einzahlen.

Warum die Standmitteilung wichtig ist

Warum ist es wichtig, dass Versicherte einmal pro Jahr über ihre Lebensversicherung aufgeklärt werden? Ganz einfach: Die Standmitteilungen sollen bei der Entscheidung helfen, ob ein Vertrag angepasst werden muss oder unverändert weitergeführt werden kann. So können bestimmte Lebensereignisse zum Beispiel Anlass für eine Anpassung sein, weil sich der Absicherungsbedarf und die finanziellen Möglichkeiten ändern: zum Beispiel bei einer Heirat, einem Berufswechsel oder wenn ein Kind geboren wird. Auch kann sich die Situation an den Kapitalmärkten in der Zwischenzeit geändert haben. Deshalb sollten Verbraucher ihre Standmitteilung nicht einfach wegheften, sondern sich kurz anschauen, was drin steht. Bei Fragen zu den einzelnen Leistungen hilft ein Beratungsgespräch!

Mal eben fix eine Kfz-Versicherung im Internet abschließen? Das kann auch Tücken haben, wenn man die Feinheiten der Verträge und wichtige Leistungsbausteine nicht kennt. Aktuell warnt der TÜV Rheinland in einem Pressetext, dass Onlineabschlüsse eher etwas für erfahrene Kunden mit Vorkenntnissen sind – eben deshalb, weil die Beratung fehlt.

Laut Statistiken der Versicherungswirtschaft ist die Kfz-Versicherung tatsächlich jene Vertragsart, die mittlerweile am häufigsten online abgeschlossen wird. Jeder fünfte Neuvertrag bzw. 18,5 Prozent des Neugeschäfts finden über Vergleichsportale oder Direktversicherungen zum Kunden. Zum Vergleich: In der Lebensversicherung werden nur 3,7 Prozent aller Neuverträge per Mausklick gezeichnet, in der privaten Krankenversicherung gar nur 2,5 Prozent.

Das mag auch nicht verwundern, gelten Kfz-Tarife doch als vergleichsweise standardisiert und einfach. Dass dies ein Trugschluss ist, darauf machen nun erneut Verbrauchertester aufmerksam. Diesmal ist es der TÜV Rheinland, der davor warnt, die Komplexität der Verträge zu unterschätzen.

Zwar rät auch der TÜV dazu, dass es lohnen kann, online Policen zu vergleichen. Aber selbst dann ist es empfehlenswert einen Fachmann aufzusuchen, nachdem man sich bereits Vorwissen einholte. “Was im Gegensatz zu einer niedergelassenen Versicherung fehlt, ist der direkte Ansprechpartner – eine persönliche Beratung”, warnt der Pressetext mit Blick auf Online-Abschlüsse. Nur, wer auf ein solches Gespräch verzichten könne, sich auskenne und auch keine Schwierigkeiten mit Online-Formularen habe, sei bei Onlineanbietern an der richtigen Adresse.

Vorsicht vor dem Kleingedruckten!

Dass Kfz-Policen so einfach nicht sind, zeigt sich schon mit Blick auf den langen Leistungskatalog. Speziell bei Kaskoversicherungen kommen da einige Bausteine zusammen, mit denen viele Verbraucher nicht vertraut sind. Ein Beispiel: Manche Versicherer sehen bei einem Kaskoschaden hohe Selbstbeteiligungen vor, die der Versicherte selbst stemmen muss, wenn der Wagen repariert wird. Oder der Beitrag ist auch deshalb so niedrig, weil der Versicherte das Auto nur in eine Vertragswerkstatt schaffen darf, wenn etwas kaputtgeht. Das ist speziell dann von Nachteil, wenn sich keine solche Werkstatt in der Nähe des Wohnortes befindet. Auch sind bei manchen Kfz-Versicherern die Servicehotlines kostenpflichtig, so dass jeder Kundenkontakt extra Geld kostet.

Noch weniger zu durchschauen sind oft die Regeln, wenn der Fahrzeughalter selbst einen Unfall verursacht. Manche Tarife beinhalten nämlich sehr ungünstige Rückstufungstabellen, wie eine Untersuchung von “Finanztest” ergab: dann wird der Versicherte in eine weit niedrigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft als bei der Konkurrenz. Schon ein einfacher Blechschaden kann so dazu führen, dass man über die Jahre gerechnet tausende Euro mehr zahlt als bei der ursprünglich vereinbarten Prämie. Heimtückisch: Gerade viele Vergleichsportale erlauben dem Verbraucher keinen Einblick in die Rückstufung.

Deshalb gilt: Wer sich mit den Kfz-Tarifen fit und sicher fühlt, kann online abschließen. Wer jedoch nicht mit den Details vertraut ist, sollte unbedingt ein Beratungsgespräch bevorzugen. Auch da kann man sich zuvor schonmal online informieren, um gezielt Fragen stellen zu können. Aber ein Versicherungsexperte weiß in der Regel, worauf es bei den Policen ankommt – und haftet auch für seinen Rat!

Wer sich auf Arbeit befindet oder auf den Weg dorthin, der ist in der Regel auch durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Was aber viele Arbeitnehmer nicht wissen: Schon in der Raucherpause oder auf dem Weg dorthin erlischt der Schutz. Denn die Zigarette zwischendurch hat mit der eigentlichen Arbeit nichts zu tun.

Mehr als eine Million meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle ereignen sich jedes Jahr laut Statistiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Gut also, dass man auf Arbeit gegen derartige Unfälle abgesichert ist. Knapp 19.000 dieser Zwischenfälle endeten für den Versicherten derart tragisch, dass er 2016 erstmals eine Rente erhielt – neuere Zahlen liegen nicht vor.

Was viele Beschäftigte aber nicht wissen: der gesetzliche Schutz hat gefährliche Lücken. Schon der Gang zur Zigarettenpause führt dazu, dass der Rentenversicherungsträger nicht zahlen muss, wenn sich in der Pause oder auf dem Weg dorthin ein Unfall ereignet. Dies haben mehrere Urteile gezeigt – unter anderem ein Richterspruch des Sozialgerichts in Karlsruhe aus dem Jahr 2015 (Aktenzeichen S 4 U 1189/15).

Raucherpause “rein private Angelegenheit”

Im verhandelten Rechtsstreit hatte eine Facharbeiterin eine Viertel Stunde vor der regulären Pause ihren Arbeitsplatz in einer Lagerhalle verlassen, als ihr ein Gabelstapler über den Fuß fuhr. Ein komplizierter Bruch war die Folge. Die Frau wollte das Missgeschick als Arbeitsunfall geltend machen – dabei machte die Frau widersprüchliche Angaben. Zunächst sagte sie, sie habe sich nach draußen begeben wollen, um eine Zigarette zu rauchen: So stand es letztendlich auch in der Unfallmeldung ihres Arbeitgebers. Später korrigierte sie sich und behauptete, sie habe zur Toilette gehen wollen.

Die Karlsruher Richter kamen in ihrer Urteilsbegründung zu dem Schluß, dass der Weg zur Toilette sehr wohl einen Arbeitsunfall bedingt hätte, eine Raucherpause hingegen nicht. Denn das Rauchen habe streng genommen nichts mit der Arbeit zu tun und sei eine rein private Angelegenheit. Folglich muss die Berufsgenossenschaft nicht für die Verletzung einstehen.

Auch Umweg von Arbeit kostet Unfallschutz

Ähnliche Urteile liegen auch vor, wenn ein Beschäftigter von der Arbeit nicht den direkten Weg nach Hause wählte, sondern einen Umweg einschlug – etwa, um noch schnell einzukaufen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wer sein Kind auf einem Umweg zur Arbeit in den Kindergarten bringt, ist im Falle eines Unfalls durch die BGU abgesichert. Wird das Kind jedoch zur Oma gebracht, besteht bei einem Unfall kein Leistungsanspruch gegen die Berufsgenossenschaft.

Deshalb ist es besser, zusätzlich eine private Unfallversicherung abzuschließen, um auch in solchen Situationen geschützt zu sein. Sie zahlt in der Regel unabhängig davon, wann und wo sich der Unfall ereignet hat. Zusätzlich kann sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen, um sich für den Fall abzusichern, dass es im Beruf gar nicht mehr weitergeht. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Wer beim Electrodiscounter oder auch im Internet ein teures Elektrogerät kauft, kann häufig auch gleich eine passende Geräteversicherung dazu abschließen. Doch erneut sind diese Policen in die Kritik geraten. Sie beinhalten strenge Ausschlüsse, die den Verbraucher im Zweifel benachteiligen können – deshalb sollte man solch einen Vertrag genauestens lesen.

Technische Produkte wie Smartphones oder Flachbildschirme werden immer teurer und verschlingen schnell einen vierstelligen, manchmal gar fünfstelligen Betrag. Kein Wunder also, dass man diese Geräte auch versichert haben will. Das machen sich Elektro-Discounter und auch Online-Händler zunehmend zu Nutze. Wer ein solches Gerät kauft, bekommt oft auch eine Versicherung angeboten, die man gleich an der Kasse oder per Mausklick abschließen kann.

Der Preis für diese Geräteversicherungen ist durchaus beachtlich. Oft orientieren sich die Kosten am Wert des gekauften Produktes und hohe, dreistellige Beträge sind nicht selten. Doch diese Versicherungen sind nun erneut in die Kritik geraten. Diesmal ist es die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die in einer Pressemeldung vor Fallstricken bei diesen Verträgen warnt.

Der Grund: Durchaus machen es sich die Anbieter zu Nutze, dass die Geräte-Policen quasi direkt an der Supermarkt-Kasse abgeschlossen werden. Und der Kunde hat da wenig Zeit, die Vertragsbedingungen zu lesen. Nachteilige Vertragsklauseln können die Folge sein.

Handtasche mit Schloss gesichert?

Ein Beispiel für solche Klauseln: Normalerweise sollen Versicherungen für das Smartphone auch Schutz bieten, wenn das Gerät geklaut wird. Dieser Schutz kann aber stark eingeschränkt sein. So sehen einige Verträge nur dann Ersatz für geklaute Geräte aus der Handtasche oder dem Koffer vor, wenn zum Zeitpunkt des Diebstahls die Tasche mit einem extra Schloss gesichert war. Oder der Schutz besteht nur tagsüber zwischen 06:00 und 22:00 Uhr – nicht aber, wenn der Dieb nachts zuschlug.

Ebenfalls problematisch sind sehr hohe Selbstbeteiligungen, die viele Verträge vorschreiben. So wird mitunter für die Reparatur eines Smartphones nur der Betrag gezahlt, der über einer Grenze von 100 Euro liegt. Jeder kann sich selbst ausrechnen, ob es dann nicht besser wäre, die Werkstattkosten gleich selbst zu zahlen. Komplett ausgeschlossen sind -abhängig vom Vertrag- mitunter Bedienfehler, kaputte Kleinteile oder wenn ein Virenbefall das Gerät beschädigte.

Auch orientiert sich der Ersatz oft am Zeitwert des Gerätes, nicht am Neuwert. Bei elektrischen Geräten ist der Wertverfall aber sehr hoch: schon nach einem Jahr kann das Smartphone nur noch 60 bis 80 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises wert sein. Entsprechend gering fällt dann der Ersatz aus – erst recht, wenn ein Selbstbehalt vereinbart ist. Viele Verträge sehen auch vor, dass der Versicherte ein Ersatzgerät erhält statt den Preis ersetzt zu bekommen. Heimtückisch: Dieses muss nur über ähnliche Funktionen verfügen, kann aber ein deutlich preisgünstigeres Modell sein.

Grundsätzlich gilt: Versicherungen sollten nicht zwischen Tür und Angel abgeschlossen werden, folglich auch nicht an der Discounter-Kasse. Sondern nur, nachdem man sich mit den Verträgen intensiv beschäftigt hat. Wer eine Geräteversicherung abschließen will, kann dies in der Regel auch 30 Tage nach dem Kauf tun. Deshalb sollten sich Verbraucher nicht unter Druck setzen lassen, die Vertragsbedingungen lesen und notfalls auch Tarife vergleichen.

Manche Versicherer haben begonnen, klassische Lebensversicherungen an externe Dienstleister abzutreten, die diese Verträge abwickeln. Hierbei spricht man von sogenannten Run-off-Plattformen. Viele Verbraucher sind deshalb verunsichert. Das Thema beschäftigte nun auch den Bundestag – dabei warnt die Bundesregierung indirekt vor Panikmache.

Aufgrund der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt wird auch das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen für manche Anbieter unattraktiv. Deshalb planen sie einen sogenannten Run-off, was im Englischen etwa “ablaufen oder abfließen” heißt. Konkret bedeutet dies, dass die Versicherer in den betroffenen Tarifen keine neuen Verträge mehr verkaufen, sondern die bestehenden Verträge nur noch auslaufen lassen.

Strenge Regeln für den Run-off

Doch einige Versicherer gehen sogar noch weiter. Sie planen sogar, die Verträge an externe Dienstleister zu “verkaufen”, damit diese dann die Verträge abwickeln. Das hat bei den Verbrauchern für Unsicherheit gesorgt. Werden dann noch alle Leistungen erfüllt? Muss ich gar Angst um meine Altersvorsorge haben?

Die Antwort lautet: nein, Verbraucher müssen keine Angst um ihre Altersvorsorge haben. Denn sowohl die Versicherer als auch die Run-off-Plattformen sind gesetzlich verpflichtet, alle Zusagen an die Kundinnen und Kunden weiterhin zu erfüllen. Die Versicherten haben weiterhin Anspruch auf die garantierten Kapital- und Rentenzahlungen und müssen auch an den Überschüssen beteiligt werden. Selbst wenn ein externer Run-off-Dienstleister im Ausland sitzt, unterliegen die Verträge weiterhin dem deutschen Recht und der deutschen Versicherungsaufsicht.

Dies hat nun auch die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion betont. Die Liberalen wollten wissen, wie viele Bestände bereits von deutschen Lebensversicherern an eine Run-off-Plattform abgetreten wurden. Auch einige andere Fragen musste die Regierung beantworten. Das Ergebnis: 2016 umfassten die verdienten Bruttobeiträge mit diesen Versicherungen rund 1,6 Milliarden Euro (Drucksache 19/1514).

Allerdings müssen diese 1,6 Milliarden Euro auch im Kontext aller Lebensversicherungen hierzulande bewertet werden. Und da zeigt sich, dass es sich nur um einen kleinen Bruchteil aller Verträge handelt. Ganze 1,9 Prozent der Gesamtbeiträge der Branche befinden sich bei Run-off-Dienstleistern, so berichtet die Bundesregierung weiter. Insgesamt betrifft dies sechs von knapp 90 Gesellschaften.

Die BaFin muss Geschäft bewilligen

Zugleich betont die Regierung die strenge Aufsicht durch die Finanzbehörden. Die BaFin muss nämlich einen solchen Verkauf bewilligen – und prüft zuvor, ob der Run-off-Dienstleister auch geeignet ist, die Verträge zu übernehmen. Unter anderem muss genügend Eigenkapital vorhanden sein, um alle Garantien im Sinne der Kunden zu erfüllen. Grundsätzlich gilt: kein Kunde darf hinterher schlechter gestellt werden!

Geht der eigene Leben-Vertrag also an einen Run-off-Dienstleister, so gilt erst einmal: nur keine Panik! In der Regel ändert sich für den Kunden nichts. Dennoch ist es natürlich ärgerlich, wenn der Versicherungsvertrag an einen anderen Dienstleister überführt wird. Schließlich hat sich der Verbraucher sehr bewusst für eine Gesellschaft entschieden – etwa wegen des guten Namens oder weil man einen Ansprechpartner vor Ort hatte. Hier hilft im Zweifel ein Beratungsgespräch, um offene Fragen zu klären.

Etwa 15 Kfz-Versicherer haben derzeit sogenannte Telematik-Tarife im Angebot, bei denen der Fahrer Prämienrabatte erhält, wenn er eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise nachweisen kann. Die Nachfrage lässt derzeit zu wünschen übrig. Doch gerade für Fahranfänger kann eine solche Police empfehlenswert sein, denn es geht nicht nur um den Preis.

Telematik boomt? Nicht wirklich! Denn während in anderen Staaten, zum Beispiel auf dem angloamerikanischen Markt oder in Italien, die sogenannten Telematiktarife längst etabliert sind, werden sie in Deutschland noch sehr zurückhaltend nachgefragt. Selbst der deutsche Marktführer in der Autoversicherung, ein Anbieter aus Coburg mit 11,6 Millionen Verträgen, hat kaum 50.000 Telematik-Kunden, so berichtet das Branchenmagazin “Versicherungswirtschaft heute” am Montag.

Die App misst das Fahrverhalten

Verwunderlich ist das auch deshalb, weil die Branche große Hoffnungen in die Telematik gesetzt hatte und noch immer setzt. Hierbei gilt es allerdings auch zu berücksichtigen, dass solche Verträge erst seit wenigen Jahren im Angebot sind: 2013 wagte sich der erste deutsche Versicherer mit einer Telematik-Police auf den Markt. Das liegt vielleicht auch an dem Prinzip:

Der Fahrer ist dazu angehalten, seine Fahrweise mittels einer App oder Black Box messen zu lassen und die Daten an den Versicherer zu übermitteln. Dabei werden Daten wie Beschleunigungs- und Bremsverhalten, das Lenken in der Kurve sowie andere sensible Informationen aufgezeichnet. Das ist auf dem deutschen Markt nicht jedem Fahrer geheuer, zumal für Datenschutz hierzulande eine besonders hohe Sensibilität besteht. Wenn der Fahrer vorsichtig fährt, sind abhängig vom Anbieter deutliche Prämienersparnisse möglich.

Bezüglich des Datenschutzes betonen die Versicherer, dass sie nicht nur strengen Datenschutz-Gesetzen in Deutschland verpflichtet sind, sondern die Daten auch anonym aufzeichnen. Zudem ist bei den meisten Tarifen dem Kunden überlassen, ob und wann er sich mittels Datenmessung beteiligen will. Soll heißen: der Versicherte muss nicht mehr zahlen, wenn er mal für einen Monat die Daten nicht weitergibt. Er bekommt aber auch keinen Rabatt für den Zeitraum.

Junge Zielgruppe: Vorsichtiges Fahren wird gefördert

Dabei ist bei Telematikversicherungen nicht nur der Preis ein Argument, sich für eine solche Police zu entscheiden. Studien haben nämlich gezeigt, dass gerade Fahranfänger und junge AutofahrerInnen deutlich vorsichtiger fahren, wenn sie mittels Telematik ihr eigenes Fahrverhalten vor Augen geführt bekommen. Deshalb haben viele Versicherer junge Versicherungsnehmer als Hauptzielgruppe ausfindig gemacht. Sie bieten Programme, bei denen die Fahranfänger teils spielerisch ihre eigene Fahrweise analysieren und auswerten können. Die Telematik funktioniert auch als eine Art digitaler Fahrtrainer, der Tipps gibt.

Gerade Eltern sollten deshalb überlegen, ob sie für den Nachwuchs nicht einen Telematik-Tarif in der Autoversicherung abschließen wollen. Denn er hat auch eine disziplinierende Funktion, ohne dass Druck auf den jungen Fahrer oder die Fahrerin ausgeübt wird. Und das ist doch eigentlich eine gute Sache.