Wie wichtig es ist, bei der Meldung eines Schadens genaue und detaillierte Angaben zu machen, zeigt ein aktuelles Urteil des Landgerichtes in Coburg. Demnach hat ein Fahrzeughalter seinem Kaskoversicherer das Auto als gestohlen gemeldet. Weil er sich dabei aber in Widersprüche verzettelte, war die Folge eine Beweislastumkehr: Er muss nun dem Versicherer nachweisen, dass sein Auto tatsächlich entwendet wurde (AZ.: 22 O 95/1).

Wird ein Auto gestohlen, so muss der Versicherer in der Regel zahlen – sofern er dem Versicherungsnehmer nicht Ungereimtheiten nachweisen kann, die auf einen möglichen Betrug hindeuten. Doch genau das wurde einem Mann aus Bayern zum Verhängnis. Er meldete sein Auto dem Kaskoversicherer als geklaut – machte aber gegenüber Polizei und Versicherer Angaben, die sich teils deutlich widersprachen. Ein Grund, weshalb er nun leer ausgeht.

Im verhandelten Rechtsstreit verweigerte der Versicherer eine Zahlung, weil der Mann sich in Ungereimtheiten verstrickte, die gegen einen Diebstahl sprachen. So hatte er gegenüber der Polizei einen höheren Kilometerstand angegeben als beim Versicherer. Zudem hatte er das Auto kurz vorher zum Verkauf angeboten, was er gegenüber der Assekuranz ebenfalls verschwieg. Während er zunächst behauptete, keiner habe das Abstellen des Fahrzeuges beobachtet, benannte er vor Gericht zudem einen Zeugen.

Überdies hatte der Halter behauptet, den Fahrzeugbrief verloren und ohnehin nur einen Schlüssel für den Pkw besessen zu haben. Das waren nicht nur für den Kaskoversicherer zu viel Auffälligkeiten: Er beschuldigte den Mann, er habe den Wagen ins Ausland verkauft und dann als gestohlen gemeldet. Auch das Gericht bestätigte, dass der Versicherer nicht für den vermeintlichen Diebstahl aufkommen muss.

Aufgrund einer Gesamtschau der vorliegenden Indizien gebe es Zweifel an der Ehrlichkeit des Versicherungsnehmers, so bestätigten die Richter. Daher könne die eigentlich geltende Beweiserleichterung hier ausnahmsweise nicht angewendet werden. Aufgrund der vielen Widersprüche sei hier eine Beweislastumkehr eingetreten: anders als sonst üblich, muss nun der Versicherungsnehmer dem Kaskoversicherer nachweisen, dass sein Auto tatsächlich gestohlen wurde.

Der Rechtsstreit zeigt, dass Versicherungsnehmer verpflichtet sind, genaue und detaillierte Angaben zu machen, wenn sie der Versicherung einen Schaden melden. Schließlich entsteht der Branche durch Versicherungsbetrug ein jährlicher Schaden von vier Milliarden Euro, so schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Spartenübergreifend weist jede zehnte Schadensmeldung Ungereimtheiten auf. Wer mit der Meldung an den Versicherer überfordert ist, sollte sich deshalb nicht scheuen, den Rat eines Versicherungsexperten hinzuzuziehen.

Die Feriensaison steht vor der Tür! Bald werden wieder viele Bürger ins Ausland fahren, um am Strand die Sonne zu genießen oder im Gebirge zu wandern. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber einen gefährlichen Trend: Viele Deutsche verzichten im Ausland auf einen Krankenschutz. Und das kann schnell richtig teuer werden.

Es ist ein besorgniserregender Trend: Viele Deutsche verzichten zunehmend auf einen Krankenschutz, wenn sie für den Urlaub ins Ausland fahren. Auf die Frage “Gegen welche der folgenden Risiken sind Sie bei einer Reise in der Regel versichert?”, antwortete nur etwa jeder zweite Befragte (55 Prozent): “gegen eine Erkrankung oder einen Unfall”. Das ergab das “Urlaubsbarometer 2018” der Europ Assistance Gruppe.

Im Ausland lauern Kostenfallen

Bedenklich ist dies deshalb, weil im Ausland große Kostenrisiken lauern, sobald man erkrankt oder einen Unfall erleidet. Zwar hat die Bundesrepublik mit vielen Staaten ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen, so dass vor allem in der Europäischen Union ein Grundschutz gegeben ist. Auch mit zahlreichen anderen Staaten existiert eine solche Vereinbarung, wie der GKV-Spitzenverband auf seiner Webseite informiert, etwa mit den USA, Australien, Israel oder China.

Aber oft zahlen die Krankenkassen nur genauso viel für die Behandlung, wie sich auch in Deutschland ersetzen müssten. Da kann sich schnell eine gefährliche Lücke auftun, weil Behandlungskosten selbst übernommen werden müssen. Wer in ein Urlaubsland fährt, sollte auf jeden Fall bei seiner Krankenversicherung anfragen, ob dort Schutz besteht und in welchem Umfang.

Mit manchen Staaten besteht keine solche Übereinkunft. Und dann droht ein wahrer Kostenhammer. Man denke zum Beispiel daran, wie viel ein Hubschraubereinsatz kostet, wenn man sich bei einer Bergwanderung den Knöchel bricht und ins Krankenhaus transportiert werden muss. Oder wenn sogar eine schwere Operation notwendig ist und man wochenlang im Krankenhaus untergebracht werden muss. Natürlich will niemand, dass so etwas passiert. Aber wenn man drauf angewiesen ist, sollte man entsprechend abgesichert sein.

Auslandsreisekrankenversicherung – günstiger und wichtiger Schutz!

Hier kommt die Auslandsreisekrankenversicherung ins Spiel. Und ein solcher Vertrag ist wirklich sehr billig zu haben: mitunter schon für einen sehr niedrigen zweistelligen Betrag. Auch deshalb ist ärgerlich, dass viele Deutsche darauf verzichten. Natürlich gibt es zwischen den einzelnen Verträgen große Unterschiede:

So zahlt mancher Versicherer nur für die stationäre Behandlung, wenn der Krankenhaus-Aufenthalt im Ausland länger als zwei Wochen dauerte. Solche nachteiligen Klauseln sollten natürlich nicht im Vertrag enthalten sein. Auch für den Rücktransport in die Heimat sind mitunter strengere Regeln festgeschrieben – etwa, dass ein Versicherer nur dafür zahlt, wenn er medizinisch notwendig ist. Nicht aber, wenn ein Rücktransport die Heilungsaussichten des Patienten deutlich verbessert, etwa weil die Reha in Deutschland hochwertiger ist und der Betroffene im Kreis der Angehörigen gepflegt wird.

Wichtig: Beim Antrag fragt der Versicherer in der Regel Gesundheitsfragen ab. Diese sollten ehrlich beantwortet werden. Der Versicherer kann später eine Leistung verweigern, wenn sich rückblickend herausstellt, dass Daten falsch oder unvollständig angegeben worden sind. Wer Vorerkrankungen aufweist oder gar chronische Krankheiten, sollte zudem von der Möglichkeit einer anonymen Voranfrage Gebrauch machen. Damit verhindert man, in eine Auskunftei der Versicherungswirtschaft eingetragen zu werden, was den Abschluss eines Vertrages deutlich erschwert. Ein Fachmann kann hierbei helfen.

Erneut zeigen aktuelle Zahlen, dass Starkregen eine zunehmende Bedrohung für deutsche Hausbesitzer bedeutet. Demnach hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nun genaue Daten vorliegen, wie viel die Versicherer für die Sommerunwetter von 2016 zahlen mussten. Allein in zwei Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern entstand dabei ein zweistelliger Millionenschaden: im baden-württembergischen Braunsbach und im bayerischen Simbach am Inn.

Friederike, Gisela und Elvira heißen die Orkantiefe, die vor ziemlich genau zwei Jahren Deutschland heimgesucht haben. Auch wenn die Namen beinahe nett und fröhlich klingen, richteten die drei hierzulande immense Verwüstungen an. Allein für Schäden an Immobilien und Hausrat mussten die Versicherer demnach rund 700 Millionen Euro zahlen. Oft war es Starkregen in Verbindung mit daraus resultierenden Sturzfluten, die die Schäden verursacht haben.

Zum Sinnbild für die verheerende Wirkung der Sommerunwetter wurden dabei zwei kleine Gemeinden: Simbach am Inn in Bayern und Braunsbach in Baden-Württemberg. Durch die Medien gingen spektakuläre Smartphone-Aufnahmen, in denen zu sehen war, wie ganze Straßen zum Opfer einer gewaltigen Schlammlawine wurden. Es sind wirklich keine großen Orte, im Gegenteil: Braunsbach zählt weniger als 2.500 Einwohner, Simbach weniger als 10.000. Und dennoch mussten die Versicherer in beiden Orten insgesamt 70 Millionen Euro an Schadenssumme zahlen. Das zeigt, wie extrem teuer und zerstörerisch die Schäden waren.

Dabei besonders in Mitleidenschaft gezogen: Wohn- und Einfamilienhäuser. Allein in Simsbach wurden 223 Schäden an Wohngebäuden gemeldet, berichtet der GDV. Der Schaden pro Gebäude betrug im Schnitt 158.000 Euro pro Haus. Jeder kann sich ausrechnen, ob er einen solchen Verlust aus eigener Tasche hätte zahlen können, wenn es ihn selbst getroffen hätte.

Deshalb ist es wichtig, sein Eigenheim nicht nur mit einer Wohngebäudeversicherung abzusichern, sondern auch mit einem Elementarschutz. Nur ein solcher greift, wenn Starkregen oder Überschwemmungen das eigene Haus beschädigen. Und das Heimtückische: Starkregen tritt nicht nur in der Nähe von Gewässern auf, sondern überall in der Bundesrepublik und zu jeder Jahreszeit. Schwerpunkt sind sogar die Sommermonate. Wie man sich mit einer Elementarschadenversicherung schützen kann, klärt ein Beratungsgespräch!

Kleine und mittelständische Unternehmen haben noch immer deutliche Versicherungslücken, wenn es um Cyberrisiken geht. Der Dachverband der Versicherer wollte nun mit einer Studie wissen, wo die mittelständischen Firmen besonders anfällig für Schadsoftware, Hacker und Trojaner sind. Das Einfallstor ist ein alter Klassiker: die Email.

Keiner liest mehr Emails? Denkste! Für den deutschen Mittelstand sind die Nachrichten das wichtigste Einfallstor für Cyberangriffe. 59 Prozent aller erfolgreichen Cyberangriffe in den letzten Jahren erfolgten über Anhänge oder Links in der elektronischen Post. Das ergab die repräsentative forsa-Umfrage “Cyberrisiken im Mittelstand”, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben hat.

Die Konsequenzen für die Betriebe können bitter und brutal sein. In vier von zehn Fällen (43 Prozent) aller erfolgreichen Angriffe wurde die Firma zeitweise komplett lahmgelegt: Es ging folglich nichts mehr. Und das Risiko ist nicht zu unterschätzen. Beinahe jeder dritte Betrieb (30 Prozent) hat schon einmal Schäden durch Cyberangriffe bewältigen müssen, jeder zehnte (11 Prozent) sogar mehrfach. Tendenz steigend.

Die Firmeninhaber sehen sich dabei oft mit Kosten konfrontiert, die sie selbst gar nicht bedacht haben. So musste am häufigsten Geld für die Datenwiederherstellung und Aufklärung des Angriffs in die Hand genommen werden (59 Prozent). Schließlich kann es sehr aufwendig sein, bis die Ursache überhaupt erst einmal gefunden wird. Aber auch andere unerwartete Schadenforderungen sind denkbar: etwa, wenn ein Auftraggeber Ware bestellt hat und nun Schadensersatz verlangt. Oder wenn sensible Daten geklaut werden, so dass nun die Reputation der Firma scheitert. Hier sei daran erinnert, dass mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ganz neue Pflichten auf die Unternehmen zukommen.

Aber man kann sich schützen. Die Versicherer bieten auch für kleine Firmen Gewerbeversicherungen an, mit denen viele Risiken abgedeckt sind – oft auch als Kombilösung aus mehreren Bausteinen. Dabei sollten die Firmen darauf achten, dass auch Cyberrisiken im ausreichenden Maße eingeschlossen sind.

“IT-Aufklärung, Datenwiederherstellung und besonders die Betriebsunterbrechung geht für Unternehmer sofort ins Geld. Deshalb macht es auch für kleine Betriebe Sinn, sich mit einer Cyberversicherung abzusichern”, kommentiert Peter Graß, Cyberversicherungsexperte des GDV. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden!

In vielen Bankschließfächern sind Wertsachen nicht oder nur mit einer geringen Höchstsumme versichert. Grund genug, vorher genau in den AGB nachzulesen, wofür und in welchem Umfang Schutz besteht. Unter Umständen zahlt aber auch die eigene Hausratversicherung.

Wenn man Wertgegenstände in einem Bankschließfach wegschließt, sind sie dort doch sicher? Das kann ein gefährlicher Irrtum sein, wie erneut eine Stichprobe zeigt. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat demnach die Geschäftsbedingungen von acht Schließfächern untersucht, alle kostenpflichtig. Im Schnitt mussten die Kunden dafür eine Jahresmiete von 60 Euro berappen.

Doch selbst wenn die Banken ordentlich Geld für das Schließfach verlangen – werden die Wertsachen geklaut oder kommen anderweitig zu Schaden, sind die Versicherungssummen mitunter absolut unzureichend. Bei zwei Geldhäusern fehlte eine Versicherung im Mietpreis komplett. Andere Banken boten standardmäßig eine Höchstversicherungssumme zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Schon wer etwa seinen wertvollen Schmuck oder eine Goldmünze im Schließfach aufbewahrt, kommt mit dieser Summe nicht aus.

Viele Institute bieten zusätzlich eine extra Schließfachversicherung an, die aber schnell den Preis für das Schließfach verdoppeln kann. Auch hier lohnt ein Blick ins Kleingedruckte der Geschäftsbedingungen. Sind auch Elementarschäden mitversichert? Nur dann zahlt der Versicherer, wenn eine Überschwemmung die wertvolle Briefmarkensammlung überflutet. Mitunter werden Kunden auch teuer zur Kasse gebeten, wenn sie den Schlüssel zum Schließfach verlieren und Schlösser ausgetauscht werden müssen.

Unter Umständen ist es aber gar nicht erforderlich, eine extra Versicherung bei der Bank abzuschließen. Viele Hausratversicherungen beinhalten einen gewissen Grundschutz über den Leistungspunkt “Außenversicherung”. Auch hier sind die Versicherungssummen in der Regel sehr begrenzt. Bei Schmucksachen, Briefmarken, Münzen und Medaillen erstatten die Versicherer oft zwischen 5.000 Euro und 30.000 Euro. Geringer sind die marktüblichen Summen für Sparbücher, Urkunden und Wertpapiere, wo oft zwischen 1.500 und 5.000 Euro versichert sind. Hier lohnt auch die Rücksprache mit dem Versicherer, ob und wie der Schutz erweitert werden kann.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem Urteil entschieden, dass Aufnahmen von Dashcams als Beweis bei Verkehrsunfällen eingesetzt werden dürfen. Allerdings ist dies an strenge datenschutzrechtliche Vorgaben gebunden: die permanente Aufzeichnung bleibt verboten. Doch es gibt Möglichkeiten, diesen Widerspruch zu lösen.

Aufnahmen von Dashcams dürfen ab sofort als Beweismittel eingesetzt werden, um vor Gericht einen Unfallhergang aufzuklären. Das hat der Bundesgerichtshof diese Woche mit einem vielbeachteten Urteil entschieden (VI ZR 233/17).

Im konkreten Rechtsstreit hatte ein Mann aus Sachsen-Anhalt geklagt. Er war in einen Unfall verwickelt worden und hatte das Geschehen mit einer Dashcam aufgezeichnet. Mit den Filmen wollte der Mann beweisen, dass er nicht Verursacher des Unfalls gewesen ist. Aber die beiden Vorinstanzen erlaubten dies nicht. Die Aufzeichnungen verstoßen gegen das Datenschutzrecht der gegnerischen Unfallpartei, so die Begründung.

Doch der enttäuschte Autofahrer gab nicht auf und kämpfte sich bis vor den Bundesgerichtshof. Und dieser fällte nun ein Grundsatzurteil. Zwar betonten auch die Karlsruher Richter, dass die Aufnahmen das Recht auf Datenschutz verletzen würden. Aber bei einem Unfall müssten die Autofahrer ohnehin Angaben zu Person, Versicherung und Führerschein machen, deshalb sei dieser Aspekt nachrangig. Dashcam-Aufnahmen dürfen als Beweis verwendet werden.

Nun gibt es aber einen scheinbaren Widerspruch, betonten doch die Richter, dass das permanente Aufzeichnen des Verkehrs mit einer Dashcam unzulässig sei und auch nicht gewünscht werde. Man darf also die Dashcam als Beweismittel nutzen – aber den Verkehr erst gar nicht filmen? Hierfür gibt es eine Lösung, wie die Richter selbst betonen. So sei es technisch möglich, dass die Dashcam die Aufnahmen nur kurzzeitig speichere und dann wieder überschreibe. Erst wenn es zu einem Unfall komme, werde die Cam dann derart aktiviert, dass sie die Aufnahmen dauerhaft speichert. Hierbei sei an automatische Notruf-Systeme erinnert, die ebenfalls erst wirksam werden, wenn das Auto einen Zusammenstoß registriert.

Das gestattet auch den Versicherern ganz neue Möglichkeiten der Tarifgestaltung. So ist denkbar, dass Autofahrer künftig Rabatte erhalten, wenn sie eine Dashcam in ihr Fahrzeug installieren. Hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die letzte Woche von Bundesinnenminister Horst Seehofer vorgestellt wurde. Wer ein sehr teures Rad fährt, sollte deshalb den geliebten Drahtesel mit einer Versicherung gegen Diebstahl schützen.

In Deutschland wurden im Jahr 2017 genau 300.006 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Dies zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2017, die vor wenigen Tagen in Berlin vorgestellt wurde. Heruntergerechnet bedeutet dies, dass alle zwei Minuten ein Bike in die Hände von Dieben fällt.

Besonders betroffen vom Fahrradklau sind erwartungsgemäß die Großstädte. Allein in der Hauptstadt Berlin kamen im letzten Jahr mehr als 27.000 Räder abhanden, in Hamburg knapp 14.500. Und sogar eine mittlere Großstadt wie Leipzig mit knapp 600.000 Einwohnern wird keineswegs seltener von Fahrraddieben heimgesucht: mehr als 10.000 Räder wurden hier geklaut.

Oft agieren dabei kriminelle Banden, die genau auskundschaften, wo sie zuschlagen können. Tagelang werden Orte beobachtet und ausspioniert, an denen viele Menschen ihre Räder abstellen. Das kann auch der Hinterhof sein. Wenn das Velo erstmal weg ist, sind die Chancen gering es wiederzubekommen. Weniger als jeder zehnte Diebstahl wird von der Polizei aufgeklärt.

Grund genug, entsprechend vorzusorgen. Schließlich sind auch Fahrräder immer besser ausgestattet und kosten schnell mal einen hohen vierstelligen Betrag. Unbedingt empfehlenswert ist es, das Rad polizeilich registrieren zu lassen. Denn werden geklaute Räder aufgefunden, steht die Polizei oft vor dem Problem, dass sie die Besitzer nicht ausfindig machen kann: Hier schafft eine Registrierung Abhilfe. Auch hat die Plakette, gut sichtbar am Rahmen angebracht, eine abschreckende Wirkung auf Diebe.

Zudem gehört natürlich jedes Rad mit einem guten Schloss gesichert, wenn man es unterwegs abstellt. Hier lohnt es sich, etwas mehr auszugeben. Der Schwachpunkt der Schlösser ist oft nicht die Kette, das Kabel oder der Bügel – je nachdem, wofür man sich entscheidet. Sondern tatsächlich die Schließvorrichtung, wo man den Schlüssel hineinsteckt. Mit einer einfachen Zange lässt sich diese Stelle bei wenig sicheren Schlössern leicht aufknacken – also vorher informieren, welches Schloss als sicher gilt!

Darüber hinaus sollte ein Fahrrad möglichst an einem festen Gegenstand angeschlossen werden. Denn mitunter transportieren die Diebe auch Fahrräder weg, die nur an sich selbst mit einem Schloss gesichert sind – etwa zwischen Gestell und Vorderrad. Wenn sie es dann nicht woanders knacken können, verkaufen sie die teuren Einzelteile.

Natürlich kann man das Fahrrad auch mit einer Versicherung gegen Diebstahl schützen. Wird es aus der verschlossenen Wohnung, dem Keller oder einem Gemeinschaftsraum gestohlen, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Jedoch nicht, wenn es unterwegs entwendet wird. Hier muss in der Regel ein kostenpflichtiger Zusatzbaustein abgeschlossen werden oder eine eigenständige Fahrradversicherung. Aber Vorsicht: Die Verträge zeigen mitunter große Unterschiede. So ist die Höchstsumme in der Regel auf einen bestimmten Betrag begrenzt. Auch schreiben es die meisten Versicherer vor, dass man das Rad polizeilich registrieren lässt – eben, damit der Besitzer überhaupt eine Chance hat, es von der Polizei zurückzuerhalten.

Warum lehnen private Berufsunfähigkeitsversicherer einen Antrag auf BU-Rente ab? Die aktuelle Auswertung eines Analysehauses zeigt: Meist melden sich die Antragsteller schlicht nicht zurück und zeigen keine Reaktion auf Nachfragen. Das kann auch sehr positive Ursachen haben.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine Vorsorge, deren Nutzen auch der Verbraucherschutz immer wieder betont. Jeder vierte Beschäftigte muss seinen Beruf vorzeitig aufgeben, im Schnitt mit 47 Jahren. Dann hätte der Betroffene noch rund ein Drittel seines Berufslebens vor sich: es droht ein Leben am Rande des Existenzminimums und Altersarmut. Wer hingegen eine solche Versicherung abgeschlossen hat, erhält eine monatliche Rente ausgezahlt, um den Absturz auf Sozialhilfeniveau aufzufangen.

Die Ablehnungsgründe sind komplex

Viele Verbraucher könnten nun aber einwenden: Zahlt der Versicherer überhaupt, wenn ich auf eine Rente aus meinem BU-Vertrag angewiesen bin? In den Medien wird mitunter von Fällen berichtet, wo sich Menschen mit ihrem Versicherer vor Gericht streiten müssen. Ja, diese Fälle gibt es. Aber die positive Nachricht: In der überwiegenden Mehrheit der Fälle (77 Prozent) leisten die Versicherer ohne Probleme, sobald eine Berufsunfähigkeitsrente beantragt wird.

Auch in jenen Fällen, wo der Antrag auf Rente abgelehnt wird, lohnt ein genauer Blick auf die Gründe. Diese hat das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen aktuell wieder untersucht. Und festgestellt, dass es oft gar nicht an dem Versicherer liegt, wenn am Ende keine BU-Rente ausgezahlt wird.

Im Gegenteil: Die meisten Anträge auf BU-Rente verlaufen schlicht im Sande, weil der Versicherte sich nicht mehr meldet oder wichtige Fragen nicht beantwortet. Das betrifft 35,33 Prozent aller Ablehnungen. Der Grund ist oft ein positiver: So können viele der Betroffenen in ihren Beruf wieder zurückkehren, weil sich ihr Gesundheitszustand deutlich gebessert hat. Mitunter sind sie aber auch mit der Beantwortung von Fragen überfordert oder können ärztliche Dokumente nicht vorlegen, die für den Versicherer wichtig sind. Hier empfiehlt es sich, im Zweifel den Rat eines Versicherungsexperten hinzuzuziehen.

Vor diesem Hintergrund muss betont werden, dass es auch Aufgabe der Versicherer ist, das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit genauestens anhand ärztlicher Dokumente und Diagnosen zu prüfen. Schließlich geht es auch um das Schutz des Versicherungskollektivs, wenn verhindert werden soll, dass Menschen zu Unrecht eine Rente erhalten.

Als zweithäufigsten Ablehnungsgrund nennen die Analysten, dass der Berufsunfähigkeits-Grad nicht erreicht werde. Dies sei bei 32,47 Prozent aller Anträge der Fall, bei denen der Versicherer “nein” sagt. In der Regel zahlt ein Berufsunfähigkeitsversicherer eine Rente, wenn ein BU-Grad von 50 Prozent festgestellt wurde.

Hilfe beim Antrag holen!

Interessant ist an den vorliegenden Zahlen, dass lediglich 8,86 Prozent der Anträge abgelehnt werden, weil der Versicherte die vorvertragliche Anzeigepflicht nach §19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) verletzt haben soll. Dies sind auch jene Fälle, die oft in den Medien vorgestellt werden. Hier sanktioniert es ein Versicherer, dass der Antragsteller angeblich falsche oder unvollständige Angaben machte, als er seinen BU-Vertrag abschloss.

Fest steht: Auf eine Berufsunfähigkeits-Police sollte man als Erwerbstätiger nicht verzichten. Der Schutz ist wichtig – und in der Regel zahlen die Versicherer im Ernstfall schnell die vereinbarte Leistung aus. Wenn Verbraucher einen solchen Vertrag beantragen, müssen sie umfangreiche Gesundheitsfragen und Fragen zu ihrem Beruf beantworten. Risiken und Vorerkrankungen werden oft mit Prämienaufschlägen “bestraft”. Hier empfiehlt es sich ebenfalls, einen Versicherungsexperten zu Rate zu ziehen: Er weiß, worauf es ankommt und welche Gesellschaften den passenden Schutz bieten. Schließlich gibt es bei den Prämien und Leistungen der Verträge große Unterschiede.

Seit 2017 müssen die Lebensversicherer einmal jährlich der Finanzaufsichtsbehörde BaFin einen Bericht vorlegen, aus dem hervorgeht, wie sie finanziell aufgestellt sind. Am 07. Mai war es wieder soweit: Zum zweiten Mal erstatteten die Gesellschaften Rapport. Und die aktuellen Zahlen sind durchaus erfreulich: die Branche steht besser da als noch im letzten Jahr.

Oft totgesagt, aber noch immer von beeindruckender Stärke: So lässt sich der aktuelle Status Quo der deutschen Lebensversicherer zusammenfassen. Seit 2017 müssen die Anbieter bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einen Bericht vorlegen, wie sie finanziell ausgestattet sind und ob sie auch potentielle Krisen gut meistern können, etwa eine neue Finanzkrise.

Anhand der aktuell veröffentlichten Zahlen lässt sich schlussfolgern, dass die Lebensversicherung sehr stabil dasteht. Die Veröffentlichungspflicht brachten neue Regeln der Europäischen Union zur Versicherungsaufsicht mit sich, die europaweit gelten und als “Solvency II” bekannt sind.

Lebensversicherer besser mit Kapital ausgestattet

Ein Wert, den die Lebensversicherer nach einem streng festgelegten Berechnungsverfahren berichten müssen, ist die sogenannte Bedeckungsquote. Stark vereinfacht zeigt diese Quote, ob der Versicherer einen ausreichend großen Kapitalpuffer besitzt, um alle Ansprüche der Kunden auch dann bedienen zu können, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern.

Kritisch wird von der BaFin hierbei eine Bedeckungsquote von weniger als 100 Prozent gesehen. Wird dieser Wert unterschritten, müssen die Versicherer einen Maßnahmenkatalog vorlegen, um ihre Finanzausstattung zu verbessern.

Doch es gibt positive Nachrichten: Laut dem Versicherungsdachverband GDV hat sich diese Bedeckungsquote im Schnitt aller Anbieter deutlich verbessert. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 betrug die Bedeckungsquote 382 Prozent gegenüber 316 Prozent im Vorjahr. Die meisten Versicherer haben also deutlich mehr Kapital, als es die Finanzaufsicht von ihnen verlangt. Sie sind für Krisenzeiten gut gerüstet. Sie besitzen fast das vierfache Kapital wie gefordert.

Noch gelten Übergangsregeln

Einschränkend gilt es allerdings zu bedenken, dass die Versicherer aktuell noch Übergangsregeln anwenden dürfen, die es ihnen erleichtern, die Bedingungen zu erfüllen. Auch gibt es einige wenige Versicherer, elf Stück an der Zahl, die ohne diese Übergangsregeln auf weniger als hundert Prozent kommen. Dennoch sind sich Beobachter der Branche einig, dass auch sie derzeit alle Pflichten und Garantien erfüllen können. Oft handelt es sich hierbei um kleinere Versicherer oder Anbieter, die ihr Neugeschäft schon eingestellt haben.

Wer sich selbst ein Bild machen will, kann die sogenannten Berichte zur Solvabilität und Finanzlage (SFCR) auch einsehen. Denn die Versicherer müssen sie auch auf ihrer Webseite veröffentlichen – sie sollen den Kundinnen und Kunden als Orientierung dienen, wie eine Assekuranz finanziell aufgestellt ist. Leider sind diese Berichte voller Fachbegriffe und sehr schwierig zu lesen. Hier empfiehlt es sich, bei Verständnisproblemen einen Versicherungsexperten um Rat zu fragen.

Am Montag hat das Analysehaus Morgen & Morgen erneut frische Zahlen zur Berufsunfähigkeitsversicherung vorgestellt. Dabei zeigt sich, dass psychische Krankheiten weiterhin wichtigste Ursache dafür sind, dass Menschen ihren Job vorzeitig aufgeben müssen. Der Anteil der BU-Fälle wegen psychischer Probleme ist sogar leicht angestiegen.

Beinahe jede dritte private Berufsunfähigkeits-Rente (31,52 Prozent) wird aktuell erstmals ausgezahlt, weil eine psychische Störung den Beschäftigten aus der Bahn warf. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Analysehauses Morgen & Morgen. Damit bleibt die Psyche wichtigste Ursache für ein vorzeitiges Aus im Beruf. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil sogar leicht um 0,2 Prozentpunkte angestiegen.

Die Studie bestätigt erneut, dass immer mehr Fälle von Berufsunfähigkeit aufgrund seelischer Leiden auftreten. Ursache hierfür ist auch, dass solche Krankheiten mittlerweile mehr akzeptiert sind und die Betroffenen nicht mehr Stigmatisierung fürchten müssen. Die Bereitschaft, hier professionelle Hilfe zu suchen, ist größer geworden.

Diese Tendenz verdeutlicht auch der Blick auf den Langzeit-Trend: Noch vor zehn Jahren war die Psyche nur für zwanzig Prozent aller neuen Renten verantwortlich. “Dies zeigt klar, dass das Thema Psyche mittlerweile als Krankheit anerkannt ist und vielfach auftritt”, kommentiert Peter Schneider, BU-Experte und Geschäftsführer des Analysehauses.

BU-Schutz auch für Büroarbeiter wichtig

Welche Gründe führen noch zum Ausscheiden aus dem Berufsleben? Zweithäufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind die Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die sich für 21,02 Prozent aller Fälle verantwortlich zeigen. Hier sind Krankheiten wie Rückenleiden, Arthrose oder auch Gelenkverschleiß eingerechnet. “Sonstige Erkrankungen” folgen auf Rang drei mit 15,66 Prozent, zum Beispiel Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten.

Auf Rang vier landen mit 15,48 Prozent aller Neurenten der Krebs und andere bösartige Geschwülste. Danach folgen Unfälle (8,98 Prozent) und Erkrankungen des Herzens und Gefäßsystems (7,34 Prozent) auf den Plätzen.

Die Daten zeigen erneut, dass nicht nur Beschäftigte mit einer schweren körperlichen Tätigkeit eine Berufsunfähigkeits-Police abschließen sollten. De facto kann es jeden treffen, auch wenn man nur im Büro arbeitet. Hier hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Vertrag zu finden!