Unschuldig in einen Unfall verwickelt – und dann noch einen Teil der Reparaturkosten selbst zahlen müssen, weil der Kfz-Versicherer des Unfallverursachers behauptet, die Werkstatt-Rechnung sei zu hoch? Das müssen sich Unfallgeschädigte nicht gefallen lassen, wie das Amtsgericht München bestätigte (AZ. 332 C 4359/18). Demnach muss der Versicherer auch eine Rechnung voll zahlen, die mutmaßlich zu hoch ausgefallen ist.

Der Kfz-Haftpflichtversicherer eines Unfallverursachers kann einem Geschädigten nicht das Risiko einer zu hohen Werkstattrechnung aufbürden. Dies hat das Amtsgericht München mit einem rechtskräftigen Urteil bestätigt. Es verpflichtete einen Versicherer dazu, die volle Werkstattrechnung zu übernehmen – obwohl dort bestimmte Leistungen geltend gemacht wurden, die schlicht intransparent waren.

Fahrspur mehrfach eingestellt

Im verhandelten Rechtsstreit wurde der Fahrer eines Ford Orion in einen Unfall verwickelt, so berichtet die “Süddeutsche Zeitung”. Der Wagen wurde dabei so schwer beschädigt, dass vorne der linke Kotflügel und die Stoßstange ausgetauscht werden mussten. Der andere Fahrer war allein für den Unfall verantwortlich, da er die Vorfahrt schnitt. Der Geschädigte gab sein Auto schließlich in eine Werkstatt, wo 4.000 Euro Reparaturkosten berechnet wurden.

Der Autoversicherer der Gegenpartei wollte aber nur einen Teil der Werkstatt-Rechnung erstatten. Er berief sich darauf, dass bestimmte Leistungen der Werkstatt intransparent seien bzw. der Verdacht bestehe, dass sie zu Unrecht berechnet wurden. Unter anderem wurde laut Rechnung die Spur doppelt eingestellt, ohne dass ein Prüfprotokoll die Notwendigkeit bestätigt hätte. Auch ein sogenannter “Lack-Finish” und “Verbringungskosten” konnten keiner Reparaturarbeit zugeordnet werden.

400 Euro sollte der geschädigte Autofahrer letztendlich aus der eigenen Tasche erstatten. Er hätte prüfen müssen, ob die Werkstatt alles korrekt berechne, so argumentierte die Versicherung. Doch der Fahrer klagte vor Gericht: mit Erfolg. Die Richter bestätigten, dass der Haftpflichtversicherer die komplette Werkstattrechnung überweisen muss. Das gilt selbst dann, wenn die Kosten tatsächlich zu hoch ausgefallen wären.

Laie kann Werkstattkosten und Reparaturen kaum prüfen

Die Begründung: Ein Autofahrer habe in der Regel “nur beschränkte Kenntnis- und Einwirkungsmöglichkeiten” bei Werkstattreparaturen. Schließlich sind die meisten Laien, die eben nicht beurteilen können, ob etwa eine Korrektur der Spur notwendig ist oder der Lack bearbeitet werden muss. Das sogenannte Werkstattrisiko habe deshalb der Versicherer zu tragen, der ja auch über das entsprechende Know-how verfügt, etwa Gutachter. Der Versicherer muss dann eventuell von der Werkstatt die Korrektur der Rechnung einfordern, aber nicht vom Unfallgeschädigten.

Autofahrer müssen sich also nicht alles gefallen lassen. Um gegen solche Rechtsstreite gewappnet zu sein, hilft eine Rechtsschutz-Versicherung, die eventuelle Klage- und Verfahrenskosten übernimmt. Hierbei sollte drauf geachtet werden, dass der Rechtsschutz-Versicherer ein anderer Anbieter ist als jener, bei dem man wichtige Verträge hält. Denn die Versicherung übernimmt die Kosten nur, wenn einem Rechtsstreit genügend hohe Aussichten auf Erfolg bescheinigt werden. Hier liegt ein Interessenkonflikt vor, wenn der Versicherer quasi gegen sich selbst klagen muss.

Als erste Adresse kann bei einem solchen Anliegen auch der Ombudsmann der Versicherungswirtschaft angeschrieben werden, eine Schlichtungsstelle der Branche. Er prüft die Ansprüche des Verbrauchers schnell und kostenlos – ohne, dass die Rechtssache während des Schlichtungsverfahrens verjähren würde. Wer mit dem Schlichterspruch unzufrieden ist, kann später immer noch vor Gericht ziehen.

Akute Waldbrandgefahr in Deutschland! Die richtige Versicherung kann Waldbesitzer vor riesigen Kosten schützen. Trotzdem sollte auf Gefahren geachtet werden. Der Mensch gehört zu den höchsten Risikofaktoren bei Waldbränden.

Die Hitzewelle über Europa stimmt viele Gemüter glücklich und lockt die Menschen raus in die Natur. Waldbesitzer sind jedoch in Sorge, denn in den meisten Gebieten in Deutschland wurde die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe ausgerufen. Die wochenlange Hitze hat das notwendig gemacht.

Im Jahr werden laut dem Bundesumweltamt durchschnittlich 1.000 Waldbrände verzeichnet. Neben längeren Hitzeperioden ohne Regen und Blitzeinschlägen, stellt auch der Mensch eine akute Gefahr dar. Zigaretten, Glasflaschen und Lagerfeuer gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren bei einem Waldbrand. Ein guter Schutz ist deshalb nicht nur für potentielle Opfer, sondern auch Verursacher wichtig.

Löst man selber einen Waldbrand aus und verursacht damit Dritten einen Schaden, ist man mit einer privaten Haftpflichtversicherung abgesichert. Dabei muss es sich um ein leicht oder grob fahrlässiges Verhalten handeln. Bei vorsätzlichem Handeln ist der Brandstifter schadensersatzpflichtig.

Für Waldbesitzer eignet sich eine Waldbrand- und Waldsturmversicherung. Diese schließt den Schutz vom Waldbestand, bereits geschlagenem Holz, Weihnachtsbaumkulturen und Jagdeinrichtungen ein. So kann ein vom Brand entstandener Sachschaden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme ersetzt werden. Eine Absicherung gegen Folgekosten für eine Wiederaufforstung kann auch abgeschlossen werden.

Wird das Auto bei einen Brand beschädigt, greift die Teilkaskoversicherung oder die Vollkaskoversicherung. Das Eigenheim ist von der Wohngebäudeversicherung abgesichert und Schäden im Inventar übernimmt die klassische Hausratsversicherung.

Die Drohne boomt! Mehr als 500.000 Kopter waren zum Jahresende 2017 bereits im Einsatz, so berichtet die Deutsche Flugsicherung. Die kleinen Flugobjekte werden nicht nur für spektakuläre Foto- und Filmaufnahmen in luftigen Höhen verwendet, sondern auch, um etwa Schornsteine und Dächer zu reparieren. Aber wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus?

Fest steht: Wer eine Drohne sein Eigen nennt, der darf sie nicht ohne Haftpflicht-Schutz fliegen lassen. Das empfehlen nicht nur Versicherungsexperten, sondern das schreibt sogar der Gesetzgeber vor. Grundlage ist § 43 Absatz 2 des Luftfahrtverkehrsgesetzes. Darin ist die Versicherungspflicht für Drohnen festgehalten.

Das bedeutet freilich nicht, dass jede Privatperson eine eigenständige Drohnenversicherung braucht. Ein gewisser Grundschutz ist auch in manchen Privathaftpflicht-Policen enthalten. Das gilt freilich nur, wenn die Leistung explizit in den Vertragsbedingungen genannt wird. Gerade wer einen älteren Vertrag hat, sollte prüfen, ob seine Haftpflicht für Drohnen greift. Dabei ist auch das Gewicht im Auge zu behalten, denn oft sehen die Verträge hier strenge Grenzen vor, etwa bis 1,5 Kilogramm.

Wer seine Drohne aber gewerblich verwendet, der kommt um eine eigenständige Police nicht herum. Hier ist Vorsicht geboten: Mitunter wird schon das Anfertigen von Luftaufnahmen als gewerbliche Nutzung gewertet. Dabei bietet eine eigenständige Drohnen- oder Quadrocopter-Versicherung mitunter Leistungen, die eine Privathaftpflicht eben nicht beinhaltet, etwa eine Art Kasko-Baustein. Der Preis richtet sich in der Regel nach Größe bzw. dem Gewicht, dem Einsatzort sowie der Art der Verwendung.

Experten schätzen, dass derzeit etwa jede fünfte Drohne in Deutschland ohne Haftpflicht-Schutz gesteuert wird. Die Folgen können bitter sein. Jeder kann sich ausmalen, wie hoch der Schaden wird, wenn eine Drohne versehentlich in ein Auto steuert und der Fahrer die Kontrolle verliert. Oder wenn die Drohne gar einen “richtigen” Helikopter beschädigt. Schnell gehen die Schadenforderungen in die Millionen und der Nutzer ist hochverschuldet.

Aus diesem Grund müssen auch strenge Sicherheitsregeln beachtet werden. Die Drohne darf nicht über Industrie- und Bahnanlagen, Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten und in Kontrollzonen von Flughäfen genutzt werden. Bei vorliegenden Versicherungsschutz und unter der Prämisse eines Drohnengewichts unter 5 kg, darf die Drohne bis zu 100m über dem Boden aufsteigen. Wer dagegen verstößt, muss ein Bußgeld bis 50.000 Euro fürchten.

Einbrecher kennen keine Urlaubssaison. Im Gegenteil: Wenn die Bundesbürger verreisen, haben die Langfinger umso mehr Indizien dafür, ob ein Hausbesitzer oder Mieter zu Hause ist – oder sie unbeobachtet in die Wohnung einsteigen können. Darauf macht aktuell die Versicherungswirtschaft aufmerksam.

Zwar ereignen sich übers Jahr gerechnet die meisten Wohnungseinbrüche tatsächlich in der dunklen Jahreszeit, wie eine Studie der Versicherungswirtschaft von 2014 zeigt, nämlich von Oktober bis Januar. In der Hauptreisezeit Juli und August geschehen statistisch sogar die wenigsten Wohnungseinbrüche. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Denn auch in den Sommermonaten findet übers Jahr gerechnet etwa jeder fünfte Einbruch statt.

Speziell, wenn die Menschen für mehrere Wochen verreisen, sind die Einbrecher natürlich im Vorteil. Fürchten sie doch nichts so sehr, als bei ihrer Tat ertappt zu werden. Wer in den Urlaub fährt oder fliegt, sollte deshalb einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Diebe abzuschrecken.

Vor allem gilt es, den Einbrechern nicht deutlich zu signalisieren, dass die Wohnung unbewohnt ist. Sind doch oft kriminelle Banden am Werk, die mögliche Ziele genauestens auskundschaften. Beispiel Briefkasten: Quillt dieser über und wurde nicht geleert, ist das ein deutliches Zeichen für Abwesenheit. Es empfiehlt sich also, einen Freund oder Verwandten damit zu beauftragen, dass er die Post regelmäßig leert.

Ebenfalls deutliches Signal für Abwesenheit sind ganztägig heruntergelassene Rollläden. Hier können Zeitschaltuhren Abhilfe schaffen, so dass sie tagsüber hochgezogen werden. Wenn möglich, kann sich auch ein Freund um den Garten kümmern, damit das Gras nicht überwuchert. Denn auch das werten Langfinger als Indiz dafür, dass sie unbeobachtet einsteigen können. Ebenfalls wichtig: Der Anrufbeantworter sollte nicht unbedingt über die längere Abwesenheit informieren! Kennen Diebe Adresse und Telefonnummer, können sie auch hier einen längeren Urlaub auskundschaften.

Mitunter helfen aber schon kleine Maßnahmen, die eigene Wohnung sicherer zu machen. Weil Einbrecher das Licht scheuen, leistet ein Bewegungsmelder, der verschiedene Lichtquellen einschaltet, schon gute Dienste. Mechanische Sicherungen wie extra abschließbare Fenstergriffe oder doppelt beglaste Fenster sind ebenfalls wichtig für die Einbruchprävention. Denn die Diebe brechen ihren Versuch oft ab, wenn sie nicht schnell genug in die Wohnung kommen. Wichtig: Auch während der Urlaubssaison keine Mülltonnen oder Leitern so im Garten stehen lassen, dass sie als Hilfe für Langfinger missbraucht werden können!

Wenn doch in die Wohnung eingebrochen wurde, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Hier kann der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erste Erfolge melden. Die Anzahl der versicherten Einbrüche sank von circa 210.000 im Jahr 1998 auf 120.000 im Jahr 2017. Nicht etwa, weil weniger Diebe unterwegs sind: Sie haben es nur deutlich schwerer. Entgegen dem Klischee schlagen die Einbrecher übrigens nicht hauptsächlich nachts zu, sondern Mittags oder in der Dämmerung.

Die Bundesregierung will etwas gegen Altersarmut tun. Am Freitag hat Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) bei einer Pressekonferenz erste Grundzüge vorgestellt, auf was sich die Bundesbürger bei der Reform der Rente in dieser Legislaturperiode einstellen können. Änderungen sind aber noch möglich, aktuell liegt nur ein Gesetzentwurf vor.

Verbesserungen bei der Altersrente nützen nicht allen

Die bisherigen Erkenntnisse zeigen: Private Altersvorsorge wird weiterhin wichtig sein. Denn nicht alle profitieren gleichermaßen von den geplanten Verbesserungen bei der Rente. Beispiel Mutterschaftsrente: Frauen mit drei oder mehr Kindern, deren Nachwuchs vor 1992 auf die Welt kam, sollen künftig einen extra Rentenpunkt angerechnet bekommen. Ihre Altersrente erhöht sich damit pro Kind und Monat in Westdeutschland um 32,03 Euro, in Ost hingegen um 30,69 Euro. Das ist erst einmal gut, vollbringen doch Mütter (und Väter) mit ihrer Erziehungstätigkeit einen unschätzbar wertvollen Beitrag für die Gesellschaft, der nicht hoch genug angerechnet werden kann.

Was ist aber mit jenen Frauen, die ein oder zwei Kinder großgezogen haben? Auch sie haben Wichtiges geleistet. Nach dem jetzigen Arbeitspapier der Bundesregierung profitieren sie aber nicht von den jüngsten Reformen. Hier bleibt abzuwarten, ob noch Änderungen durchgesetzt werden können. So ist auch ein alternatives Modell im Gespräch, wonach alle Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern einen halben Rentenpunkt gutgeschrieben bekommen. Dieser Alternativvorschlag findet ebenfalls Befürworter in den Regierungsparteien.

Erwerbsminderungsrentner besser gestellt

Auch Erwerbsminderungsrentner sollen künftig etwas mehr im Portemonnaie behalten dürfen. Hier will das Bundesarbeitsministerium ihre Renten derart anheben, dass ab 2019 eine längere Zurechnungszeit anerkannt wird. Man tut also so, als hätten die Betroffenen länger in die Rentenkasse eingezahlt und dadurch höhere Ansprüche erworben. Laut einem Konzeptpapier des Arbeitsministeriums soll die Zurechnungszeit von heute 62 Jahren und 3 Monaten auf 65 Jahre und acht Monate im Jahr 2019 verlängert werden. Davon profitieren ungefähr 170.000 Menschen.

Aber auch hier gilt es zu bedenken, dass die gesetzliche Absicherung bei Erwerbsminderung sehr gering ausfällt und kaum ein auskömmliches Leben garantieren kann. Die volle Rente wird nur ausgezahlt, wenn der Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit weniger als drei Stunden täglich unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten kann. Mit anderen Worten: Der Gesetzgeber kann den Betroffenen auf einen anderen Beruf verweisen, ohne auf Lohn und Status im vorherigen Job Rücksicht nehmen zu müssen.

Selbst dann, wenn man Anrecht auf eine Rente hat, ist das nur wenig. Die durchschnittliche Rente bei voller Erwerbsminderung betrug 776 Euro im Monat, so geht aus Daten der Rentenversicherung (DRV) hervor. Hier empfiehlt es sich auch, zusätzlich privat den Verlust der Arbeitskraft abzusichern.

Drei Säulen der Alterssicherung im Blick behalten!

Weitere Reformen sehen unter anderem die Entlastung von Geringverdienern bei den Rentenbeiträgen vor. Auch soll eine “doppelte Haltelinie” sowohl Rentenniveau als auch die Beitragshöhe zur gesetzlichen Rente bis zum Jahr 2025 stabilisieren. Das Rentenniveau stellt die Relation zwischen der Höhe einer Standardrente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines Durchschnittsverdienstes) und dem Entgelt eines Durchschnittsverdieners dar. Dieser Orientierungswert soll bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinken.

Wie wichtig aber auch der Gesetzgeber zusätzliche Altersvorsorge bewertet, zeigt ein anderes Reformvorhaben. Bald soll die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung nicht nur die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente ausweisen, sondern alle drei Säulen der Alterssicherung: also auch Betriebsrenten und Privatvorsorge. Ähnliche Modelle gibt es bereits in Schweden und Holland, doch noch wird über die Umsetzung diskutiert, etwa mit Blick auf den Datenschutz. Ein weiteres Problem ist darüber hinaus, dass bestimmte Arten der Vorsorge auch von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängen. Deshalb wird erwartet, dass die dreisäulige Renten-Info kaum zeitnah umgesetzt werden kann, sondern erst in einigen Jahren kommt. Wer darüber im Bilde sein will, kann auch ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen.

In Deutschland ist es derzeit sehr trocken – so trocken, dass die Bauern gar den Totalausfall ihrer Ernte befürchten. Das bringt auch extra Pflichten mit sich, wenn man in Wald und Flur spazieren geht. Eine Zigarette, die zu einem Waldbrand führt, kann sogar eine dreijährige Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Furchtbar trocken und hochsommerlich warm – so ist schon seit Wochen das Wetter in Deutschland. Doch was die vielen Ferienkinder freut, weil sie sich am See und im Freibad tummeln können, bereitet anderen Sorgenfalten. So mancher Förster schaut derzeit besonders achtsam hin, was die Menschen in seinem Waldgebiet so veranstalten.

Grund ist die enorm hohe Waldbrandgefahr infolge der Trockenheit. Allein im letzten Jahr, als es weniger heiß war, mussten die deutschen Feuerwehren zu 138 Waldbränden ausrücken. Dabei gehen nicht nur Bäume und Natur verloren, die Jahrzehnte brauchen werden, um wieder nachzuwachsen. Waldbrände bedeuten auch eine Gefahr für Leib und Leben und richten einen enormen Sachschaden an.

Der wichtigste Grundsatz bedeutet deshalb aktuell: Kein Feuer im Wald! Und damit ist nicht nur ein unachtsam entbranntes Lagerfeuer gemeint. Auch auf die Zigarette muss verzichtet werden, wenn man zwischen den schattenspendenden Bäumen spazieren geht. In vielen Bundesländern ist das Rauchen im Wald ganzjährig verboten. Von März bis Oktober gilt ein grundsätzliches Rauchverbot im gesamten Bundesgebiet. Wer dagegen verstößt, muss ernste Konsequenzen fürchten. Bei schweren Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro und sogar eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Gefahr geht aber nicht nur von entzündetem Feuer aus. Auch achtlos weggeworfene Glasflaschen, Scherben und Folien können sich bei den Temperaturen derart aufheizen, dass sie wie ein Brennglas wirken. Die Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel die Schäden bis zur vereinbarten Summe bei grob fahrlässigem Verhalten, wenn dies nicht explizit im Vertrag ausgeschlossen ist. Aber auch das ist abhängig vom jeweiligen Einzelfall.

Mit dem Auto in den Urlaub fahren? Das kann bei besonders langen Fahrten unter Umständen erfordern, dass man jemand anderen an das Steuer lassen muss, der nicht im Versicherungsschein des Kfz-Versicherers steht. Dabei droht eine Vertragsstrafe, wenn etwas passiert. Abhilfe können bestimmte situative Versicherungen schaffen, die aber Nachteile haben.

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, nimmt unter Umständen große Strecken in Kauf. Ganz egal, ob es mit dem eigenen Fahrzeug von Bayern an die Nordsee geht oder gar ins Ausland nach Frankreich: lange Fahrten sind dann keine Seltenheit. Das kann es erforderlich machen, auch mal den Fahrersitz zu verlassen und jemand anderen ans Steuer zu lassen.

Dumm nur, dass der Fahrerkreis bei vielen Kfz-Tarifen eingeschränkt ist, in der Regel auf den Ehegatten oder Lebenspartner. Wenn dann ein anderer ans Steuer will, kostet das in der Regel extra. Schließlich hat auch der Autoversicherer ein erhöhtes Risiko, wenn sich mehrere Fahrer den Wagen teilen. Für einen größeren Fahrerkreis berechnen die Anbieter oft die doppelte Jahresprämie.

Viele Autofahrer lassen deshalb einen Freund oder anderen Begleiter ans Lenkrad, ohne dies dem Versicherer zu melden. Zwar bleibt dann der Versicherungsschutz bestehen. Aber wenn derjenige einen Unfall verursacht, droht eine saftige Vertragsstrafe, die sich schnell auf mehrere tausend Euro summieren kann. Der Versicherer berechnet dann nachträglich die Prämie so, als würden sich von vorn herein mehrere Fahrer in das Auto hineingeteilt haben.

Einige Versicherer kennen aber das Problem und gestatten es, vorübergehend den Schutz aufzupäppeln. Hier lohnt es sich bei der Gesellschaft anzufragen, ob ein weiterer Fahrer vorübergehend versichert werden kann. Manchmal ist es einem “Zusatzfahrer” zum Beispiel erlaubt, an vier Tagen pro Jahr das Auto zu nutzen. Darüber hinaus bieten sogenannte situative Versicherungen die Gelegenheit, vorübergehend weitere Fahrer zu versichern. Sie übernehmen in der Regel die Vertragsstrafe bis zu einer gewissen Grenze, sind aber aufs Jahr hochgerechnet sehr teuer.

Wer für den Urlaub ins Ausland fährt, sollte im Vorfeld weitere Punkte beachten. Grundsätzlich sollte geklärt werden, in welchen Staaten laut Kfz-Police Versicherungsschutz besteht: so sind manche Policen auf die EU und den europäischen Raum beschränkt. Auch sollte die sogenannte Grüne Karte mitgenommen werden – sie erleichtert es, einen Schaden im Ausland abzuwickeln. In der Regel erhält man das Dokument kostenlos beim Versicherer.

Zu bedenken gilt es darüber hinaus, dass in einigen Ländern weit niedrigere Versicherungssummen verpflichtend vorgeschrieben sind, etwa in Italien oder der Türkei. Das kann zum Problem werden, wenn man selbst ohne eigenes Verschulden in einen Unfall verwickelt wird. Hat der Fahrer nicht genug Geld, um alle Forderungen zu begleichen, bleibt man auf einem Teil der Kosten sitzen. Hier kann ein extra Auslandsschadenschutz Abhilfe schaffen.

Kinder haften nicht zwangsläufig für den Schaden, die sie Dritten verursachen: Das zeigt ein aktuelles Urteil vor dem Amtsgericht München. Demnach mussten die Eltern eines siebenjährigen Jungen den Besitzer eines Autos nicht entschädigen, obwohl der Junge die Fahrertür zerkratzte (AZ: 345 C 13556/17).

Kinder gelten bis zur Vollendung ihres siebten Lebensjahres als nicht deliktfähig, im Straßenverkehr sogar bis zehn Jahre. Welche bitteren Konsequenzen dies haben kann, zeigt ein aktuelles Urteil, das vom Amtsgericht München getroffen wurde. Demnach müssen die Eltern eines siebenjährigen Jungen einen PKW-Besitzer nicht entschädigen, obwohl der Junge das Auto zerkratzte.

Der Junge war mit seinem Trittroller unterwegs und versuchte eine Straße zu überqueren. Dabei unterschätzte er die Geschwindigkeit eines Autos, das sich ihm näherte. Beim Ausweichen aber blieb der Junge an einem anderen Fahrzeug hängen, das am Straßenrand geparkt war. Es entstand ein Sachschaden von 1.500 Euro, weil das Kind mit seinem Roller die Tür zerkratzte.

Entschädigen müssen die Eltern den Fahrer dennoch nicht. Unfallursache sei demnach gewesen, dass der Junge im Straßenverkehr überfordert gewesen sei und die Geschwindigkeit des herannahenden Autos unterschätzt habe, betonten die Richter. Das Bürgerliche Gesetzbuch wolle mit den Paragraphen zur Deliktunfähigkeit Kinder in genau solchen Situationen schützen. Die Eltern müssen folglich nicht zahlen, da sie in diesem Fall auch ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben.

In solchen Fällen lohnt es sich aber, in der privaten Haftpflichtversicherung auf Bonusleistungen für deliktunfähige Kinder zu achten. Als Familienversicherung vereinbart, zahlt der Versicherer dann dennoch eine vertraglich begrenzte Summe, wenn ein deliktunfähiges Kind dritten Personen einen Schaden verursacht. Dies kann helfen, das Verhältnis zu Nachbarn oder Freunden zu retten, wenn ihnen das Kind einen Schaden verursacht. In den letzten Jahren haben viele Haftpflichtversicherer diese Leistung in ihren Verträgen ergänzt und die Schadenssummen raufgesetzt.

Viele junge Menschen wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule, so zeigt eine aktuelle Umfrage. Und die Vermittlung von Grundlagen wäre auch dringend notwendig. Denn das Wissen in Sachen Finanzen ist noch immer gering. Speziell bei der Altersvorsorge hapert es.

Es ist eine stolze Zahl: Knapp 89 Prozent der Jugendlichen in Deutschland wünscht sich, dass Geld- und Finanzthemen verstärkt in der Schule behandelt werden. Denn nur eine verschwindend geringe Zahl schätzt das eigene Wissen als “gut” oder “sehr gut” ein. Ganze acht Prozent der jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren bewerten ihre Finanzkenntnisse als mindestens “gut”, so eine Umfrage der Schufa.

Besonders schwach wird das Wissen in Sachen Altersvorsorge eingeschätzt. Wenn es darum geht ein Girokonto zu eröffnen, bewerten immer noch 62 Prozent ihr Wissen als “gut” oder “sehr gut”. Bei der Altersvorsorge sind es hingegen nur vierzehn Prozent. Das ist doppelt bitter. Denn während die gesetzliche Rente vielen Menschen keinen auskömmlichen Lebensabend sichern wird, ist eine zusätzliche private Vorsorge umso wichtiger. Und je zeitiger man damit anfängt, desto besser.

Hier sei erneut auf den oft angesprochenen Zinseszins verwiesen. Wer früh anfängt etwas für das Alter zu investieren, muss nämlich weniger zurücklegen. Die erzielten Zinsen erhöhen das zur Verfügung stehende Vermögen und werden wiederum verzinst: so lohnt sich eine zeitige Geldanlage doppelt.

Keine Scheu vor dem Thema “Geldanlage”

Um ihr Wissen aufzufrischen, informieren sich die Befragten am meisten bei ihren Eltern. Vier von fünf Jugendlichen (82 Prozent) suchen hier Rat. “Allerdings zeigt die Studie, dass Eltern selbst nicht immer ganz sicher sind in finanziellen Fragen. Daher kommen Schulen und Bildungseinrichtungen eine wichtige Funktion als Vermittlungsort für Finanzkompetenz zu”, sagt Serena Holm, Bereichsleiterin Corporate Affairs bei der Schufa.

Erste Anfänge sind bereits gemacht. So hat das Bundesland Baden-Württemberg ein Fach “Finanzwissen” eingeführt, das für alle verpflichtend ist. Viele andere Bundesländer scheuen sich aber, ein solches einzuführen. Dabei geht es tatsächlich auch um die Frage, wie neutrales Finanzwissen ohne Eigeninteressen in die Schulen gelangen kann. Pädagogen fürchten, dass Lobbygruppen die Schule für die Bewerbung eigener Produkte nutzen, statt Wissen zu vermitteln.

Dennoch: Auch junge Menschen sollten um die Altersvorsorge keinen Bogen machen. Dabei können schon einfache Grundsätze eine erste Orientierung geben. Anlageexperten empfehlen, sich am sogenannten “magischen Dreieck der Vermögensanlage” zu orientieren. Stark vereinfacht lässt sich dies mit drei Fragen ausdrücken: Wie rentabel ist eine Geldanlage, wie hoch ist ihr Risiko und wie verfügbar ist das angelegte Geld, wenn ich darauf zugreifen will? (Rentabilität, Sicherheit und Liquidität). Auch sollte man sich aus mehreren Quellen informieren und das Risiko streuen, also auf mehrere Anlageformen aufteilen. Das mindert das Risiko möglicher Verluste.

Deutlich mehr Bundesbürger sichern ihre Arbeitskraft mit einer Invaliditätsversicherung ab. Das berichtet die Versicherungswirtschaft am Montag. Und tatsächlich handelt es sich um einen wichtigen Schutz, wenn man seinen Lebensstandard auch nach einem vorzeitigen Aus im Beruf aufrecht erhalten will.

Immer mehr Deutsche sind im Besitz einer eigenständigen Invaliditätsversicherung, um ihren Lebensstandard abzusichern, falls es im Job nicht mehr weitergeht. Demnach bestanden zum Jahresende 2017 rund 4,5 Millionen Hauptversicherungen in der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Im Jahr zuvor waren es noch rund fünf Prozent weniger. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag.

Deutsche Rentenversicherung bietet eingeschränkten Grundschutz

Tatsächlich ist es empfehlenswert, mit einer privaten Versicherung den gesetzlichen Schutz upzugraden. Denn die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zahlt unabhängig vom Beruf nur dann eine Rente aus, wenn der Betroffene gar keiner Arbeit mehr nachgehen kann. Das gilt zumindest für Arbeitnehmer, die ab 1961 geboren wurden.

Leistungen zahlt die Rentenkasse demnach nur, wenn der Betroffene infolge von Krankheit oder Unfall weniger als sechs Stunden am Tag irgendeine Arbeit verrichten kann, unabhängig vom Status und Einkommen. Auf die volle Erwerbsminderungs-Rente haben gar nur Personen einen Anspruch, wenn sie weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten können. Doch selbst dann beträgt die ausgezahlte Monatsrente im Schnitt weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehaltes, informiert der GDV.

Umso wichtiger ist es, selbst mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorzusorgen. Im Schnitt zahlen die privaten Versicherer erstmals mit 47 Jahren eine Berufsunfähigkeitsrente aus, berichtet der GDV. Die durchschnittlich vereinbarte Monatsrente liegt dabei knapp über 1.000 Euro. Das Geld wird in der Regel ausgezahlt, wenn ein Arzt eine 50prozentige Berufsunfähigkeit feststellt, die voraussichtlich länger als sechs Monate Bestand haben wird.