Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in dieser Woche die neuen Regionalklassen für 2019 bekanntgegeben. Sie entscheiden mit, wie teuer die Kfz-Versicherung im kommenden Jahr sein wird: Obwohl es sich um eine unverbindliche Empfehlung des Versicherungsverbandes handelt, orientieren sich viele Versicherer daran. Ändern werden sich die Klassen für rund elf Millionen Autofahrer.

Knapp 5,4 Millionen Autofahrer profitieren 2019 von besseren Regionalklassen. Das berichtet der Branchenverband GDV am Donnerstag in einer Pressemeldung. Die weniger gute Nachricht: Rund 5,5 Millionen Fahrer mit höheren Beiträgen in der Haftpflicht rechnen. Ihre Adressen wurden gegenüber dem Vorjahr schlechter eingestuft. Für weitere 30 Millionen Kfz-Haftpflicht-Versicherte in 295 Zulassungsbezirken bleiben die Regionalklassen des Vorjahres erhalten. Für sie ändert sich nichts.

Regionalklasse: Ein wichtiges Kfz-Risikomerkmal

Die Regionalklasse ist ein wichtiges Risikomerkmal für die Berechnung der jeweiligen Kfz-Versicherungsprämie. Der GDV gibt sie einmal im Jahr heraus, viele Versicherer orientieren sich daran. Eine niedrige Klasse bedeutet dabei, dass in einer Region wenige Schäden festgestellt werden. Insgesamt gibt es 12 Regionalklassen.

Entscheidend sind die Schadenrisiken in den 413 verschiedenen Zulassungsbezirken der Republik. Ein Vergleichsportal hat ausgerechnet, wie hoch die Unterschiede sein können. In Leer (Regionalklasse 1) ist der günstigste Tarif für einen Modellkunden (40 Jahre, Mercedes E 220 und Schadenfreiheitsklasse 20) schon für 585 Euro Jahresbeitrag zu haben. In der teuersten Regionalklasse 12, etwa in zentral gelegenen Bezirken Berlins, würde der Schutz 920 Euro pro Jahr kosten.

Grundsätzlich zeigt sich: auf dem Land sind die Regionalklassen niedriger als in der Stadt, wo es häufiger kracht und Unfallschäden zu beklagen sind. Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich weiterhin für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Uckermark ist eine Vorzeigeregion: Hier werden ein Drittel Schäden weniger gezählt als im Bundesschnitt. Hohe Regionalklassen sind hingegen in Bayern und vielen Großstädten zu beklagen. In Berlin gibt es tatsächlich die meisten Unfälle.

Kasko-Versicherung: kaum Änderungen

Für die Kaskoversicherungen ändert sich durch die aktuelle Regionalstatistik nur wenig. Knapp 35 Millionen Fahrzeuge sind in Deutschland mit einer Teil- oder Vollkasko ausgestattet. Davon rutschen 2,5 Millionen in niedrigere, knapp 2,3 Millionen in höhere Regionalklassen; für die anderen ändert sich nichts. Hier werden bei den Regionalklassen auch Kaskoschäden wie Diebstahl etc. mit eingerechnet. Während es für die Haftpflicht zwölf Regionalklassen gibt, sind es in der Vollkasko neun Regionalklassen und in der Teilkasko 16.

Allerdings sind die Regionalklassen nur ein Wert, der in die Berechnung der Kfz-Versicherung einfließt. Für die Versicherer selbst sind die Regionalklassen unverbindlich und können ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel ist dies der 1. Januar 2019. Auf der Webseite des GDV können Interessierte die jeweilige Regionalklasse ihres Bezirkes abfragen.

Senioren müssen weit höhere Preise für Kfz-Versicherungen zahlen als jüngere Versicherte. Das zeigt die Auswertung eines Verbraucherportals. Demnach wird bereits ein 65jähriger Autofahrer im Mittel mit einem elf Prozent höheren Grundpreis zur Kasse gebeten als ein 55jähriger Fahrer. Wer noch älter ist, muss sogar deutlich mehr für seinen Schutz zahlen.

Je mehr die Gesellschaft altert, desto mehr nehmen auch ältere Menschen ganz selbstverständlich am Straßenverkehr teil. Das zeigt sich auch mit Blick auf den privaten PKW. Rund 16 Millionen Autofahrer in Deutschland sind demnach 65 Jahre und älter, so verrät die Statistik der Deutschen Verkehrswacht.

Doch diese Senioren müssen für ihre Kfz-Versicherung einen weit höheren Preis zahlen als jüngere Fahrer. Bereits ein 65jähriger Fahrer zahlt im Schnitt elf Prozent mehr für seine Haftpflicht als ein 55jähriger, so ergab eine Analyse des Portals “Finanztip”. Noch deutlicher fällt die Differenz aus, wenn der Fahrer bereits 75 Jahre alt ist. Dann muss er stolze 57 Prozent mehr Grundpreis berappen! Es ist ein Fakt: Die Versicherer bitten Senioren besonders zur Kasse. Getestet hat das Portal, indem es zehn unterschiedliche Fahrerprofile mit den meistgenutzten PKW in Deutschland erstellt hat. Dann wurde das Alter geändert, aber alle anderen Merkmale für den Versicherungsschutz gleich gelassen.

Warum aber müssen Senioren mehr zahlen? Hier geben Daten des Statistischen Bundesamtes Aufschluss, die von der Verkehrswacht ausgewertet worden sind. Zwar ist es keineswegs so, dass Ältere öfters in Unfälle verwickelt sind. Aber: Wenn dies der Fall ist, sind sie besonders häufig Hauptverursacher eines Unfalls.

Wenn über 64-Jährige als Pkw-Fahrer an einem Unfall beteiligt sind, tragen sie in zwei Drittel (67,1 Prozent) der Fälle die Hauptschuld, bei den 75-Jährigen und älteren sind es gar 75,1 Prozent. Nicht etwa, weil Ältere unvorsichtiger fahren, im Gegenteil: weit seltener als im Bevölkerungsschnitt resultieren die Unfälle aus überhöhter Geschwindigkeit oder zu wenig Sicherheitsabstand. Die häufigste Ursache sind Vorfahrtsfehler und Fehler beim Abbiegen/ Wenden. Hier fordert es seinen Tribut, dass im Alter die Reaktionszeit und Aufmerksamkeit leidet.

Es kann also für Senioren lohnen, zu prüfen, ob der eigene Kfz-Versicherer besonders bei Älteren die Preise hochtreibt. Oft merken es die Älteren gar nicht, profitieren sie doch zum Beispiel oft von steigenden Schadensfreiheitsklassen, die den Betrag drücken. Zu einem anderen Anbieter wechseln kann eine Option sein. Allerdings sollte man dabei nicht allein auf die Versicherungsprämie achten, drohen doch Wechselwillige im Zweifel auch Vorteile ihres Vertrages zu verlieren, etwa den Rabattschutz oder Vorteile bei der Zweitwagen-Regelung. Hier kann ein Beratungsgespräch lohnen!

Auch wenn potentielle Arbeitnehmer zur Probe arbeiten und noch keinen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben, sind sie über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Das hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt mit einem aktuellen Urteil betont. Es gibt aber einen kleinen Wermutstropfen: Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Und damit kommt erneut die private Unfallversicherung ins Spiel.

Wenn ein Bewerber auf einen Job während eines unbezahlten Probe-Arbeitstags einen Unfall erleidet, ist er über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dies hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt nun entschieden und sich damit dem Urteil der Vorinstanz angeschlossen. Durchaus ein wichtiger Sachverhalt, ist es doch gar nicht so selten, dass Jobanwärter auf Probe jobben (Az. L 6 U 82/15).

Sturz von Laderampe mit bitteren Folgen

Im verhandelten Rechtsstreit wollte ein Mann beweisen, dass er für den Job in einem Entsorgungsbetrieb geeignet ist. Also arbeitete er einfach einen Tag auf Probe mit. Einen Arbeitsvertrag hatte er freilich noch nicht unterschrieben, auch Geld bekam er keines. Ein Vorstellungsgespräch hatte bereits am Vortag stattgefunden.

Doch der Arbeitstag lief nicht wie geplant. Der Mann stürzte schwer von einer Laderampe, als er einen LKW entladen wollte. Dabei zog er sich nicht nur schwere Kopfverletzungen zu, die einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt erforderten, sondern auch Brüche im Gesicht und Handgelenk. Dass er den Job danach nicht mehr antreten konnte, muss da kaum noch erwähnt werden.

Als der Mann das Geld für Krankenhausaufenthalt und Reha aber bei der gesetzlichen Unfallversicherung einforderte, stelle diese sich quer. Im Vordergrund habe das Eigeninteresse des Klägers gestanden, einen Arbeitsplatz zu bekommen und herauszufinden, ob er geeignet sei, so das Argument der Unfallkasse. Es liege damit kein Arbeitsunfall vor.

Schutz unter bestimmten Voraussetzungen

Der Mann wollte das nicht akzeptieren und ging in den Widerspruch: bisher mit Erfolg. In den ersten beiden Instanzen konnte der Geschädigte triumphieren. Laut Sozialgesetzbuch bestehe Schutz durch die Unfallkasse, wenn bestimmte Kriterien erfüllt seien, so führten die Hallenser Richter aus. Dazu gehöre, dass der Probearbeiter dieselben Tätigkeiten ausübt wie regulär Beschäftigte und in die Arbeitsorganisation des Arbeitgebers eingebunden ist. Auch müsse der Arbeitgeber ein konkretes Weisungsrecht haben.

Doch rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Aufgrund der Wichtigkeit wird es vor dem Bundessozialgericht verhandelt. Wenn es dumm ausgeht, steht der Betroffene am Ende also ohne Hilfe der Unfallkasse dar, auch wenn vieles dafür spricht, dass er auch dort den Streit für sich entscheidet. Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es lohnen kann, ergänzend eine private Unfallversicherung abzuschließen. Sie leistet unabhängig davon, wann und wo sich der Unfall ereignet. Auch hat der gesetzliche Schutz gefährliche Lücken. Schon wer sich kurz in eine Raucherpause abmeldet, ist währenddessen nicht versichert.

Es kann sich für Eltern lohnen, auch für ihre Kinder eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Das zeigt ein Blick auf die drohenden Kosten, wenn Kinder doch einmal einen kieferorthopädischen Eingriff brauchen.

Viele Kinder und Jugendliche brauchen eine Zahnspange. Mit ihr werden Zahnfehlstellungen korrigiert, etwa Ober- und Unterbiss. Auch, wenn die Kinder oft nur unliebsam davon Gebrauch machen: Mit einer Zahnspange lassen sich kleine kosmetische Fehler bereits in jungen Jahren korrigieren, was im später im ganzen Leben nachwirken wird. Schließlich werden die Zähne von vielen Menschen als eine Art Visitenkarte interpretiert.

In der Regel finden kieferorthopädische Eingriffe etwa ab dem neunten Lebensjahr statt. Ist der Kiefer noch nicht vollständig entwickelt, sind solche Eingriffe leichter und das Wachstum wird durch die Spangen besser unterstützt.

Die Krankenkasse zahlt nur bei starken Beeinträchtigungen

Oft werden Versicherungsexperten mit der Frage konfrontiert: Übernimmt die Krankenkasse die Korrektur für Zahnfehlstellungen und orthopädische Korrekturen des Gebisses? Die Antwort lautet: Jein. Damit dies der Fall ist, muss eine Kiefer- und Zahnfehlstellung vorliegen, die das “Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht”.

Ob dies der Fall ist, hängt auch von der Diagnose des Zahnarztes ab. Seit einer Gesundheitsreform im Jahr 2002 geben sogenannte Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) den Ausschlag dafür, ob und in welchem Umfang auch Kinder Anspruch auf Kassenleistungen haben. Die Kassen müssen einspringen, wenn eine KIG 3 bis KIG 5 festgestellt wird – das bedeutet eine besondere Schwere der Fehlstellung.

Entscheidend für den Anspruch ist zum Beispiel, um wie viel die oberen Schneidezähne die unteren überragen und ob dies das Sprechen des Kindes beeinflussen könnte. Auch andere Faktoren werden berücksichtigt, etwa eventuelle Zahnlücken und ob die Zähne zu eng beieinander stehen.

Kosten im vierstelligen Bereich drohen

Selbst wenn ein Anspruch auf Erstattung besteht, müssen die Eltern beim ersten Kind zunächst 20 Prozent der Kosten zahlen, beim zweiten Kind zehn Prozent. Hierbei gilt es zu bedenken, dass eine teure Zahnspange schnell mal 6.000 Euro kosten kann. Deshalb empfiehlt sich es, dass Eltern auch für ihre Kinder eine Zahnzusatzversicherung abschließen.

Mit einer Extra-Police lassen sich auch Boni finanzieren, die nicht zu den Kassenleistungen zählen, aber von denen die Kinder profitieren können. Etwa innen anliegende Zahnspangen, die etwas diskreter sind. Oder andere Eingriffe wie eine Glattflächenversiegelung, die da zu beiträgt, dass die Zähne trotz Zahnspange weniger kariesanfällig sind. Ihr Kind wird es Ihnen danken!

Die Sommerferien sind am Montag in vielen Bundesländern zu Ende gegangen. Nun machen sich die kleinen und großen Schüler wieder wochentags auf den Weg, um in der Schule das notwendige Wissen und Know-how für ihren künftigen Lebensweg zu lernen. Das ist leider nicht immer ganz ungefährlich. Mehr als 105.300 meldepflichtige Schulunfälle zählte das Statistische Bundesamt im Jahr 2017 bundesweit.

Gut zu wissen, dass die Kinder auf dem Schulweg geschützt sind. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt die Krankheits- und Behandlungskosten, wenn zwischen Elternhaus und Schule etwas passiert. Das gilt nicht nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern zum Beispiel auch, wenn die Schülerinnen und Schüler mit dem Nahverkehr oder dem Auto unterwegs waren.

Ärgerlich ist allerdings, dass dieser Schutz Lücken hat, und zwar gefährliche. Macht das Kind einen Umweg, besucht zum Beispiel einen Freund oder will noch einen Spielplatz aufsuchen, kann die Unfallversicherung – abhängig vom jeweiligen Fall – eine Leistung verweigern. Denn sie muss tatsächlich nur auf dem Schulgelände und dem direkten Weg zur Schule zahlen. Wenn dann das Kind an der Tischtennisplatte wegrutscht und sich einen gefährlichen Bruch zuzieht, wird für die direkten Krankheitskosten zwar die Krankenversicherung aufkommen. Nicht aber für etwaige Folgekosten wie etwa Nachhilfeunterricht, wenn das Kind lange in der Schule fehlt. Auch bleibende Schäden des Kindes können enorme Folgekosten für die Familie bedeuten, etwa durch den behindertengerechten Umbau der Wohnung.

Aus diesem Grund kann es sich für Eltern lohnen, zusätzlich privat vorzusorgen. Eine Unfall- oder Invaliditätsversicherung bietet sich hier an und ist für Kinder in der Regel erschwinglich. Dabei sollten Eltern bedenken, dass speziell bleibende Schäden bei Kindern oft nicht aus Unfällen resultieren, sondern aus schweren Krankheiten. Hier kann eine Invaliditätspolice die bessere Wahl sein: Laut Statistischem Bundesamt sind nur 0,45 Prozent aller schweren Behinderungen auf einen Unfall zurückzuführen, gehen diese doch oft glimpflich aus. Bei Unfallversicherungen empfiehlt es sich, auf zusätzliche Assistance-Leistungen zu achten. Denn tatsächlich zahlen zum Beispiel viele Versicherer für Nachhilfe, wenn das Kind Schulstoff aufholen muss.

Wichtig: Die Aufsichtspflicht der Eltern greift auch auf dem Schulweg. Zwar müssen Eltern ihr Kind nicht ständig begleiten. Aber sie sollten dies mindestens einmal tun und dabei ihre Kleinen auf mögliche Gefahren hinweisen. Schließlich will niemand, dass seinen Liebsten etwas passiert – hier ist Aufklärung und Prävention oft der beste Schutz.

Die Versicherungswirtschaft macht aktuell darauf aufmerksam, dass keineswegs nur große Konzerne im Visier von Hackern und Datendieben sind. Kleine Firmen mit maximal zehn Mitarbeitern müssen Hackerattacken ebenso fürchten, so das Ergebnis einer forsa-Umfrage. Die Folgen können existenzbedrohend sein.

Meine Firma ist zu klein, um für Hacker interessant zu sein? Wer diese Ansicht vertritt, der lebt gefährlich, so zeigt eine forma-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Knapp ein Drittel der kleinsten Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern wurde demnach schon einmal Ziel eines erfolgreichen Hackerangriffs. Tendenz steigend! 20 Prozent der Befragten waren mindestens einmal betroffen, weitere 12 Prozent sogar mehrfach. Die Kriminellen haben Daten abgegriffen oder Systeme gesperrt bzw. beschädigt.

Damit werden Kleinunternehmen sogar häufiger zur Zielscheibe von Cyberkriminellen als mittlere Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern. Hier waren nur 26 Prozent der Firmen Opfer eines erfolgreichen Hackerangriffs. Dass die “Kleinen” eher unter solchen Delikten leiden, hat aber auch mit ihrer Sorglosigkeit zu tun. Oft sind die IT-Systeme weniger gut geschützt, während größere Firmen sogar eigene Experten für die Sicherheit beschäftigen.

Die Konsequenzen solcher Übergriffe können für die Betroffenen verheerend sein. Mitunter dauert es Tage oder gar Wochen, bis der Geschäftsbetrieb wieder normal laufen kann. In der Zwischenzeit können bestellte Waren nicht hergestellt und ausgeliefert werden. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter und laufende Kosten weiter bezahlt werden müssen, obwohl das Geschäft ruht. Letztendlich leidet unter Lieferverzögerungen oder gar Datenklau auch der Ruf des Unternehmens – Kunden springen ab und eine existenzbedrohende Situation kann entstehen.

Wichtig ist zunächst natürlich die Prävention gegen Cyber-Risiken. Das betrifft nicht nur Firmen, die im Netz mit Waren oder Dienstleistungen handeln, sondern auch den kleinen Handwerksbetrieb. Denn auch sie sind in der Regel online vernetzt. Nach Erfahrungen von Branchenexperten gehen die Kriminellen nach dem Gießkannenprinzip vor: Sie streuen Risiken und hoffen, dass es einen erwischt.

Doch viele Firmen investieren nicht in IT-Sicherheit. “Für kleine und mittlere Unternehmen ist es eben oft auch zu teuer, eine IT-Sicherheitsabteilung zu unterhalten, die groß genug wäre, um bestimmte Angriffe abzuwehren”, räumt GDV-Experte Peter Graß ein. Dennoch sollte man sich von einem Experten beraten lassen, welche Maßnahmen die Chance einer erfolgreichen Hacker-Attacke minimieren.

Vor den finanziellen Folgen schützen können sich Firmen auch mit einer Cyberversicherung. Hier bietet der Markt mittlerweile auch für kleine und weniger finanzkräftige Formen Policen an. Der GDV hat im Frühjahr letzten Jahres unverbindliche Musterstandards für die Tarifgestaltung veröffentlicht, an denen man sich orientieren kann. Die Versicherung sollte demnach nicht nur bei Datenklau und Betriebsunterbrechungen eine Leistung erbringen, sondern auch Kosten für IT-Forensiker oder Krisenkommunikation übernehmen. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Drei Viertel der deutschen Haushalte besitzt keine Risikolebensversicherung, so zeigt eine aktuelle Umfrage. Dabei kann sich eine solche Police als existentiell wichtig entpuppen, um die eigene Familie vor dem finanziellen Bankrott zu schützen. Denn im Ernstfall müssen alle Kosten und Kredite weiter bedient werden, auch wenn ein Mitglied aus der Familie auf tragische Weise zu Schaden kam.

Es ist ein schöner Trend: Viele Familien investieren in bleibende Werte, indem sie zum Beispiel ein Eigenheim bauen oder ein Grundstück erwerben, das einmal die eigenen Kinder nutzen können. Das zeigen zum Beispiel Statistiken der Bauwirtschaft. Wurden im Jahr 2016 noch 278.000 neue Wohnungen errichtet, so könnten es in diesem Jahr schon 320.000 sein. Die Tendenz ist auch dank niedriger Zinsen steigend.

Wer ein solches Projekt umsetzt, sollte seine Familie aber auch finanziell für den Fall absichern, dass man einmal vorzeitig aus dem Leben scheidet. Auch, wenn viele jetzt laut aufstöhnen mögen: Ja, es ist ein äußerst unpopuläres Thema, dass ein Familienmitglied oder dessen Lebenspartner aus dem Leben scheidet. Und doch sollte man das Thema nicht verdrängen. Es bedeutet für die Hinterbliebenen oft ein Armutsrisiko, wenn größere finanzielle Anschaffungen und laufende Kosten weiter bezahlt werden müssen, nachdem ein Mensch verstarb. Damit ist nicht nur das Eigenheim gemeint, sondern auch der Kredit für ein neues Auto oder die Ausbildungskosten für die Kinder.

Drei Viertel ohne Hinterbliebenenschutz

Vor diesem Hintergrund ist es erschreckend, dass drei Viertel der deutschen Haushalte bzw. 74 Prozent auf einen Hinterbliebenenschutz verzichten. So zumindest lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag eines großen Versicherers. Zugleich geben 83 Prozent der Verbraucher an, dass sie aktiv Verantwortung für ihre Familie tragen, auch in finanziellen Dingen. Im Einzelnen fühlten sich 64 Prozent für den Partner verantwortlich, 61 Prozent für ihre Kinder. Der Ausfall dieser Menschen, so sehr er bereits die Seele belastet, kann auch finanziell oft nicht gestemmt werden. Jede(r) dritte Alleinerziehende ist auf Sozialleistungen angewiesen.

Deshalb empfiehlt es sich, die Hinterbliebenen mit einer entsprechenden Vorsorge abzusichern. Mittel der Wahl kann beispielsweise besagte Risikolebensversicherung sein. Viele Verbraucher wissen nicht, dass damit keineswegs eine kapitalbildende Lebensversicherung gemeint sein muss, mit der sich Hinterbliebenenabsicherung und eigene Altersvorsorge koppeln lässt. Wer Versicherung und Geldanlage lieber trennt und hierfür separate Verträge abschließt, muss für seinen Hinterbliebenenschutz weit geringere Beiträge zahlen.

Attraktiv ist eine solche Police auch für Paare und Patchwork-Familien, die ohne Trauschein zusammenleben. Denn in der Regel kann der Versicherte selbst im Vertrag bestimmen, wer das Geld im Ernstfall erhalten soll. Diesbezüglich sind die Verträge weit besser für alternative Lebensmodelle geeignet als etwa der Hinterbliebenen-Schutz der gesetzlichen Rente, bei dem ein Trauschein oft Muss ist. Ein Beratungsgespräch kann helfen, den passenden Vertrag zu finden!

Eine gewaltige Dürreperiode sucht Deutschland heim. Leider hat sie auch große Teile der Ernte vernichtet, so dass nun Schäden in Milliardenhöhe erwartet werden. Doch können sich Bauern gegen Extremwetter-Risiken gar nicht versichern? Doch, können sie – aber ausgerechnet bei Dürre sieht es düster aus. Gründe, weshalb nun der Steuerzahler eingreifen muss.

Wochenlange Dürre hat große Teile der Ernte in Deutschland vernichtet. Das ruft nicht nur ins Bewusstsein, wie wertvoll ein funktionierendes Klima für unsere tägliche Ernährung ist. Viele bäuerliche Betriebe stehen auch vor den Scherben ihrer Existenz. Ausgerechnet gegen Dürre sind die wenigsten Betriebe abgesichert.

Allerdings kann man den Bauern gar nicht böse sein, dass sie kaum Schutz genießen. Gegen andere Extremwetter-Risiken haben sie nämlich sehr wohl eine Versicherung. Nach Branchenzahlen besitzen zwei Drittel aller Betriebe eine Versicherung gegen Hagelschäden, ein Drittel gegen Sturm und Regen. Von 11,7 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, die in Deutschland existieren, sind aber ganze 500 Hektar gegen Dürre geschützt, so berichtet der Branchenführer “Vereinigte Hagel”. Zum Vergleich: Die gesamte Fläche der Bundesrepublik beträgt 35,73 Millionen Hektar.

Dass so wenige Bauern Schutz genießen, resultiert daraus, dass Dürre zu den sogenannten Kumulrisiken zählen. Das sind stark vereinfacht Risiken, die – anders als zum Beispiel Hagel – nich regional begrenzt auftreten, sondern viele Regionen und Gebiete gleichzeitig erfassen, im schlimmsten Fall die gesamte Bundesrepublik. Folglich verlangen auch die Versicherer sehr hohe Prämien für den Schutz: so hoch, dass sie in keinem Verhältnis zum Ertrag der Bauern stehen. Das zeigt auch ein Blick über die Ländergrenzen. In den Niederlanden, wo viele Landwirte eine solche Police haben, werden die Versicherungsprämien staatlich bezuschusst.

Folglich wird wohl auch weiterhin der Steuerzahler dafür bluten müssen, wenn die Ernte im jetzigen Ausmaß zerstört wird. Doch auch das ist eine komplizierte Sache. Verantwortlich für die Entschädigung sind in erster Linie die Bundesländer. Erst wenn Ende August eine erste Bilanz der Ernte-Ausfälle vorliegt, will die Bundesregierung entscheiden, ob die Dürreperiode einen Schaden von nationalem Ausmaß hat – dann dürfte sie auch Hilfen leisten. Der Bauernverband hat Soforthilfen von einer Milliarde Euro gefordert, um die schlimmsten Schäden aufzufangen – schon dies zeigt, um welch immense Summen es hier geht.

Am 08. August wird der Internationale Katzentag begangen! Ein Festtag für alle Liebhaber von Samtpfötchen und Fellnasen. Dass es durchaus auch empfehlenswert sein kann, für Katzen eine Versicherung abzuschließen, wissen aber nicht alle Tierliebhaber.

Keine Frage: Katzen sind sehr beliebt. 13,7 Millionen Stubentiger leben laut “Statista” in deutschen Haushalten. So manches niedliche Katzenfoto lässt bei Social Media die “Like”-Zahl explodieren. Da wird schnell mal vergessen, dass es sich doch eigentlich um Raubtiere handelt. Und ein solches auch großen Schaden anrichten kann. Sei es die Vase, die von einem Streuner in der Nachbarwohnung umgeworfen wird, oder die seltenen Koi-Karpfen, der ein jähes Ende finden: Es gilt, dass Tierhalter für den Schaden ihrer Lieblinge haftbar gemacht werden können.

Privathaftpflicht bietet Schutz

Aber keine Sorge. Eine extra Tierhalterhaftpflicht muss für die Samtpfötchen nicht abgeschlossen werden. In der Regel bietet auch die Privathaftpflichtversicherung Schutz für zahme Haustiere, und diese sollte ohnehin jeder haben. Also nicht unbedingt für den Puma oder Leopard, aber für so ein normales Hauskätzchen schon.

Allerdings sollte man wissen, dass die Privathaftpflicht nicht für alle Schäden zahlt. Jene, die über einen langen Zeitraum hinweg entstehen, müssen aus der eigenen Tasche erstattet werden. Etwa, wenn die Miez in der Mietwohnung Kratzspuren auf dem Holzparkett oder an der Wand hinterlässt. Bedingung ist in der Regel, dass die Schäden “plötzlich und spontan” entstehen, nicht durch Abnutzung und Verschleiß.

Krankenversicherung für Katzen – umstritten

Darüber hinaus bieten manche Versicherer eine sogenannte Katzenkrankenversicherung oder OP-Versicherung an. Ob sich diese lohnt, daran scheiden sich die Geister bzw. Branchenexperten. Zwar kann eine Operation aufgrund eines komplizierten Bruches schnell einen vierstelligen Betrag verschlingen. Aber wer das aus dem eigenen Sparschwein finanzieren kann, der braucht einen solchen Vertrag auch nicht.

Darüber hinaus enthalten die Policen mitunter strenge Ausschlüsse, auf die es zu achten gilt. So kann etwa die Zahl der Behandlungen bei chronischen Krankheiten stark eingeschränkt sein bzw. kündigen manche Versicherer den Vertrag zum Ende der jeweiligen Laufzeit, wenn die Katze regelmäßig eine Behandlung braucht. Genau für solche Fälle hat man den Vertrag ja eigentlich abgeschlossen. Hier lohnt es sich, einen genauen Blick in die Verträge zu werfen – und notfalls doch lieber eigenes Geld zurückzulegen.

Telematik in der Kfz-Versicherung wird in der Branche als großes Zukunftsthema gehandelt. Doch die Nachfrage nach diesen Policen ist bisher überschaubar. Speziell Fahranfängern können die Verträge helfen, ihre Fahrweise zu schulen – und Unfälle zu vermeiden.

Geht es um Zukunftstrends in der Versicherungsbranche, fällt ein Wort besonders häufig: Telematik. Das klingt zunächst sehr abstrakt und technisch, aber gemeint ist ein einfaches Prinzip: die Computertechnik erlaubt es, verschiedene Informationssysteme zu verknüpfen und Daten zwischen ihnen auszutauschen. Der Wortteil “Tele” steht folglich für “Telekommunikation” und der Wortteil “-matik” für “Informatik”.

Doch in Deutschland läuft dieser Trend nur behäbig an. Vor allem in der Kfz-Versicherung werden Telematik-Policen derzeit angeboten, wobei sich die meisten Versicherer noch zurückhalten. Zehn Gesellschaften haben derartige Tarife im Bauchladen, der gesamte Vertragsbestand dürfte kaum die 300.000-Marke knacken. Zum Vergleich: Hierzulande gab es 2017 laut GDV-Zahlen rund 48 Millionen versicherte PKW.

Konkret funktioniert Telematik in der Autoversicherung so, dass sich ein Fahrer bereit erklärt, seine Fahrweise überwachen zu lassen. Der Versicherer misst dabei nicht nur, wann und wie oft ein Auto bewegt wird. Mittels Sensoren, die bereits in den meisten neuen Autos verbaut sind, kann auch konkret nachvollzogen werden, wie sich ein Fahrer im Verkehr verhält: ob er etwa abrupt abbremst und gleichmäßig beschleunigt, ob er vorsichtig lenkt oder Kurven schneidet etc.. Der Clou: Eine vorsichtige Fahrweise wird mit Rabatten von bis zu 30 Prozent belohnt. Sanktionen müssen die Fahrer nicht fürchten. Die Prämie bleibt auch bei unvorsichtiger Fahrweise stabil.

Heikel sind die Tarife natürlich aus Datenschutz-Gründen. “Der Versicherer fährt immer mit”, so hat die “Süddeutsche Zeitung” einen Telematik-Artikel überschrieben. Aber so ganz korrekt ist das nicht. Damit die Daten sicher sind, müssen die Versicherer strenge Regeln einhalten. Unter anderem werden die Fahrdaten nur anonymisiert erhoben, damit sie nicht eindeutig einem Fahrer zugeordnet werden können. Auch dürfen die Gesellschaften Fahrdaten und Kundendaten nur getrennt speichern. Viele Versicherer arbeiten eng mit den Datenschutzbeauftragten der Bundesländer zusammen.

Dabei haben Telematik-Policen durchaus etwas für sich. Sie sind auf eine spezielle Zielgruppe zugeschnitten: Fahranfänger. Eine Gruppe also, die ein besonders hohes Unfallrisiko hat und auch hohe Kfz-Versicherungsprämien zahlt. Die Tarife schaffen nicht nur einen Anreiz für vorsichtiges Fahren, weil eine niedrigere Prämie winkt. Sie erlauben es in der Regel auch, mittels digitaler Programme und Grafiken das eigene Fahrverhalten zu beobachten und zu analysieren. So wird die Versicherung zum Fahrtrainer!

Neben der Kfz-Versicherung gibt es mittlerweile zahlreiche andere Sparten, wo Telematik zum Einsatz kommt. Ein Beispiel ist die Hausratversicherung und Anwendungen für smartes Wohnen. Etwa schlägt eine App Alarm, wenn in der verlassenen Wohnung ein Brand ausbricht oder sich ein Einbrecher am Fenster zu schaffen macht. Auch dieses höhere Maß an Sicherheit belohnen Versicherer mit Rabatten und Bonusleistungen.