Knallen zu Silvester – schöner Brauch oder großes Ärgernis? Fest steht: Was vielen Menschen Spaß bereitet, sorgt auch jedes Jahr für hohe Schäden. Und nicht überall ist Feuerwerk erlaubt.

Das Knallen zu Silvester ist eine umstrittene Tradition. Befürworter sehen darin einen “Ausdruck von Lebensfreude” – diese Position vertritt der Deutsche Städte- und Gemeindebund über seinen Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Raketen und Böller gehören folglich für Anhänger des in Deutschland ab dem 16. Jahrhundert eingeführten Brauchs, der in früher Neuzeit nur dem Adel vorbehalten war, dazu.

Kritiker des großen jährlichen Knallens hingegen verweisen auf Schäden für Mensch, Tier und Umwelt. Denn Lärm, Feinstaub und unnötiger Müll sind die akzeptierten Folgen zu Silvester. Dass der Umgang mit Raketen und Böllern zudem nicht ungefährlich ist, zeigen jährliche Meldungen über Verletzte oder sogar Tode durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Aber auch Versicherer tragen ihre Last an Silvester: Jedes Jahr verursacht die Knallerei Versicherungs-Schäden in Höhe von 30 Millionen Euro. Betroffen sind insbesondere Immobilien und Autos. Jedoch stehen zum Beispiel Haftpflicht- und Unfallversicherer auch für Personenschäden ein. Damit es nicht zu solchen kommt, sollten Böller und Feuerwerke sachgemäß gezündet werden.

38 Städte verhängen teilweises “Böller-Verbot”

Anders als in manch anderen Staaten hat sich die Forderung nach einem generellen Böller-Verbot in Deutschland nicht durchsetzen können. Denn während in Städten wie Paris, Athen oder London private Feuerwerkskörper laut ZDF schon seit Jahren verboten sind, verhängen deutsche Städte nur ein teilweises Feuerwerksverbot für bestimmte Orte. Ursache dieses Verbots sind zumeist Risiken großer Menschenmengen oder ist der Denkmalschutz.

38 Städte listet eine interaktive Karte von ZDF-heute auf, die über teilweise Böller-Verbote in Städten informiert. Betroffen sind große Städte wie Köln (Verbot am Dom), Berlin (Verbot am Brandenburger Tor, Alexanderplatz und in Schöneberg) oder Hamburg (Verbot an der Binnenalster). Einige wenige Kommunen des Nordens wie Sylt oder Föhr-Amrum haben aber auch aus Naturschutzgründen das Böllern verboten.

Verstoss gegen gesetzliche Regeln: Es drohen bis zu zu fünf Jahre Haft

Wer zu Silvester böllern will, sollte solche Verbotszonen dringend beachten. Aber auch weitere gesetzliche Regeln sollten befolgt werden sowie ein sachgerechter Umgang mit den Feuerwerkskörpern. Ansonsten drohen ernste Folgen für das eigene Leben oder das anderer Menschen.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber hohe Strafen vorgesehen bei Verstoß gegen das sogenannte Sprengstoffgesetz (SprengG). So informiert die Seite des Bundesministeriums des Innern: Geldbußen bis zu 50.000 Euro drohen und bei schwerer Zuwiderhandlung sogar bis zu fünf Jahre Haft. Eine solche Strafe kann zum Beispiel bei wissentlicher Gefährdung von Personen oder bei Gefährdung von Sachen von bedeutendem Wert verhängt werden. Schon ein wissentliches Zünden von Böllern in einer Verbotszone des Denkmalschutzes ist also alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Generelle Knallverbote vor Krankenhäusern und Altersheimen

Nicht nur explizit ausgewiesene Zonen gelten jedoch als Verbotszonen für das Böllern und Knallen. Denn Feuerwerk darf zudem nicht abbrennen in unmittelbarer Nähe von:

  • Kirchen
  • Krankenhäusern
  • Kinder- und Altersheimen
  • Reet- oder Fachwerkhäusern
  • Großen Menschenansammlungen

Folgt man den Informationen des Innenministeriums, trifft dies stets zu – und zwar auch ohne explizites Verbot durch die Kommunen.

Nur zugelassene Böller verwenden

Wichtig ist zudem, auf einen sachgemäßen Gebrauch der Feuerwerkskörper gemäß Anleitung zu achten. Feuerwerkskörper der Kategorie F2 – Raketen, Fontänen, Verbundfeuerwerke, Römische Lichter, Batterien und laute Knaller – dürfen nur an Erwachsene verkauft und sollten auch nur von diesen gemäß Anleitung gezündet werden.

Zugelassene Feuerwerkskörper dieser Kategorie verfügen zudem über ein CE-Zeichen sowie ein Prüfsiegel, das

  1. aus einer vierstelligen Nummer,
  2. der Bezeichnung F2 sowie
  3. einer weiteren fortlaufenden Nummer besteht.

Auf das Siegel sollte dringend geachtet werden – denn nur diese Böller sind durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen. Wer hingegen illegale Böller zündet – als Beispiel genannt seien die berüchtigten “Polenböller” – der geht zum einen ein hohes Risiko für sich und andere ein. Denn mehrere Menschen kamen in den letzten Jahren durch derartige illegale Böller ums Leben, wie zum Beispiel die Berliner “BZ” informiert. Zudem macht sich derjenige strafbar im Sinne des Sprengstoffgesetzes.

Böller-Schäden: Welche Versicherung zahlt

Welche Versicherung zahlt aber, wenn es doch mal zu Schäden durch Böller kommt? Eine Haftpflichtversicherung zahlt, sobald man dritten Personen einen Schaden verursacht hat. Schäden am PKW bezahlt die Teilkasko, sobald der Täter nicht mehr auffindbar ist. Das gilt jedoch nicht, falls das Auto von einem fremden Täter mutwillig beschädigt wurde – hier ist eine Vollkasko-Versicherung vonnöten.

Schäden in der Wohnung oder am Haus bezahlt die Wohngebäudeversicherung, die auch für Wohnungsbrände aufkommt. Kommt es hingegen zu Personenschäden (zum Beispiel, wenn das Zünden der Rakete nicht nur sprichwörtlich ins Auge ging), ist eine private Unfallversicherung der passende Schutz. Das nahende Silvester kann also ein guter Anlass sein, den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen.

Eine Gesetzesänderung macht ihn nun auf Dauer möglich: Den Mopedführerschein mit 15. Bisher galt dies nur über Modellversuche in einigen Bundesländern. Jedoch ist die Einführung eines solchen Mopedführerscheins nun Ländersache. In einigen Bundesländern haben Jugendliche folglich Glück, in anderen das Nachsehen. Eine einheitliche Lösung für den Bund wird es nicht geben.

Gesetzesänderung: Bund gibt Entscheidung aus der Hand

Bislang gilt bundesweit ein Mindestalter von 16 Jahren für den Moped-Führerschein. Das jedoch wird sich für einige Bundesländer bald ändern. Denn eine Änderung des Straßenverkehrsrechts, die am 24. Oktober 2019 vom Bundestag beschlossen und drei Wochen später auch im Bundesrat abgesegnet wurde, macht den Mopedführerschein nun zur Ländersache. So haben die Bundesländer ab 2020 die Möglichkeit, eigene Rechtsverordnungen zu erlassen und den Mopedführerschein mit 15 einzuführen. Vorausgegangen ist der Gesetzesänderung ein Modellprojekt.

Ostdeutsche Bundesländer drängten auf Reform

Denn die Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten schon zuvor die Möglichkeit, in einem Modellprojekt den Mopedführerschein mit 15 zu erproben. Dies sollte eine höhere Mobilität für Jugendliche ermöglichen, die in ländlichen Regionen wohnen. Kämpfen doch insbesondere die ländlichen Regionen Ostdeutschlands mit einer hohen Abwanderung von jungen Familien aus strukturschwachen Gegenden in die Ballungsräume. Grund ist häufig auch eine schlechte Verkehrsanbindung und eine fehlende Infrastruktur. Ist der Nachwuchs in diesen Familien aber zeitig selbstständiger, werden Probleme der Verkehrsinfrastruktur abgemildert.

Kritiker des Führerscheins mit 15 freilich verwiesen auf die fehlende Fahrerfahrung der Jugendlichen und auf eine höhere Risikobereitschaft vieler junger Fahrer, wie Unfallstatistiken für den Autoverkehr zeigen. Jedoch ergab die Evolution des Modellversuchs: Der Anteil verkehrsauffälliger Jugendlicher wäre sehr gering. Da aber im Bundesrat keine Einheitlichkeit zum Führerschein mit 15 herrschte, lag es nahe, die Entscheidung zur Ländersache zu machen.

Einheitliche Lösung nicht in Sicht

Erste Länder wie Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Schleswig-Holstein kündigten an, nun über eigene Rechtsverordnungen den Mopedführerschein mit 15 einzuführen. Es gibt jedoch auch Bundesländer, die eine Veränderung der jetzigen Regelungen ablehnen. So kündigte zum Beispiel das Land Niedersachsen an, von der Option keinen Gebrauch zu machen. Demnach dürfen Jugendliche, die den Mopedführerschein mit 15 erwerben, nur in bestimmten Bundesländern mit dem Moped fahren.

Für Mopeds besteht Versicherungs- und Kennzeichenpflicht

Zum Moped-Fahren ist die Fahrerlaubnisklasse AM nötig. Gefahren werden dürfen mit dieser Fahrerlaubnis leichte zweirädrige Kleinkrafträder mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h. Die Krafträder dürfen nur einen Hubraum von nicht mehr als 50 Kubikzentimeter haben.

Bei einer Zulassungsstelle angemeldet werden müssen die Fahrzeuge nicht – eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen reichen laut Information des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV). Jedoch besteht Versicherungs- und demnach auch Kennzeichen-Pflicht. Denn durch das Versicherungskennzeichen oder die Versicherungsplakette weist der Halter nach, dass für das Kraftfahrzeug eine dem Pflichtversicherungsgesetz entsprechende Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besteht.

Wer ohne ein gültiges Nummernschild mit einem Moped fährt, hat nicht nur keinen Haftpflichtschutz. Der Fahrer begeht sogar eine Straftat. Die Farbe der jeweils bis Ende Februar gültigen Kennzeichen wechselt jährlich zwischen schwarz, blau und grün. Derzeit gilt, noch bis bis Februar 2020, ein grünes Mopedkennzeichen auf weißem Grund. Ab März 2020 muss jedoch wieder mit neuem Mopedkennzeichen gefahren werden – dann mit einem schwarzen Kennzeichen auf weißen Grund. Die Kennzeichen sind direkt bei den Kraftfahrtversicherern erhältlich.

Skifahren macht Spaß – und birgt leider auch ein hohes Verletzungsrisiko. Tipps, damit der Ausflug in den Schnee nicht mit hohen Kosten endet.

Die Faszination der Winterlandschaft, der Spaß am Schnee, das Training von Gleichgewichtssinn sowie Muskulatur – Skifahren gehört für viele zum Winter dazu. Dass dieser beliebte Sport, der mittlerweile eine ganze Event-Kultur begründete, aber auch Gefahr bedeuten kann, zeigen aufsehenerregende Unfälle der Vergangenheit:

Der ehemalige Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dieter Althaus, erlitt im Januar 2009 bei einem Ski-Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und verletzte eine andere Fahrerin tödlich. Und ein schwerer Skiunfall im Winter 2013 veränderte das Leben von Deutschlands bekanntesten Rennfahrer Michael Schumacher grundlegend – wenngleich konkrete Details zu Schumachers Gesundheitszustand in der Öffentlichkeit nicht bekannt sind, gilt der einstige Formel 1-Weltmeister nach langem Koma mittlerweile als Pflegefall.

Mehr als 100 Skiunfälle täglich

Zahlen privater Unfallversicherer, die aktuell der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft veröffentlichte, bestätigen nun das Bild eines hohen Verletzungsrisikos beim Skifahren. Demnach passiert etwa jeder fünfte Sportunfall beim Skifahren – 21,4 Prozent beträgt der Anteil der Skiunfälle an allen Unfällen, die durch Unfallversicherer erfasst wurden. Nur der Fußball als Deutschlands beliebtester Leistungs- und Breitensport verursacht mehr Unfälle – 35,9 Prozent aller Sportunfälle sind hier zu beklagen.

Nach dem Fußball also ist der Skisport häufigste Sportart, warum sich Versicherungsnehmer an ihre Unfallversicherung wenden. Täglich werden im Schnitt mehr als 20 Skiunfälle an Unfallversicherer gemeldet. Zählt man die Unfälle hinzu, die nicht über eine private Unfallversicherung abgedeckt sind, sind es laut GDV sogar 100 Skiunfälle pro Tag. Denn die Auswertungsstelle für Skiunfälle zählt pro Saison 44.000 bis 46.000 deutsche Skifahrer, die ärztlich versorgt werden müssen.

Skisport: Hohe Schadensummen zeigen Verletzungsgefahr

Dass mit diesen Unfällen nicht zu spaßen ist, zeigt die Schadenhöhe pro Skiunfall. Denn während private Unfallversicherer für Verunfallte im Fußball durchschnittlich 5.000 Euro zahlen müssen und für Verunfallte im verletzungsintensiven Reitsport schon rund 6.500 Euro, wären es im Skisport sogar 7.500 Euro pro Unfall, die durch die Unfallversicherer geleistet werden. Die hohe Summe veranschaulicht: Es drohen ernste Verletzungen. Besonders häufig kommt es demnach zu Muskel- und Bänderrissen, Zerrungen und Verrenkungen, gefolgt von Knochenbrüchen. Bei etwa 40 Prozent der Unfälle sind laut Auswertung der Versicherer die Beine, bei 30 Prozent die Arme betroffen. Die prominenten Beispiele von Skiunfällen der Vergangenheit veranschaulichen aber auch: Eine besondere Gefahr stellt der Skisport für den Kopfbereich dar – mit oft besonders schlimmen und länger andauernden Folgen.

Rücksichtnahme als oberstes Gebot für sichere Pisten

Was aber ist die Konsequenz aus diesen Zahlen der Unfallversicherer? Sollte man das Unfallrisiko mit dem Skisport ganz meiden? Keineswegs! Zwar können Unfälle nie ganz ausgeschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit für Skiunfälle lässt sich jedoch reduzieren, wenn ein paar Grundregeln beachtet werden. Aufklärung hierzu leistet, schon seit 1975, die gemeinnützige Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS). Diese klärt über Grundregeln auf, die im Skisport beachtet werden sollten.

So gilt, wie auch im Straßenverkehr: Rücksichtnahme ist beim Skisport oberste Prämisse. Auch muss jeder Skifahrer seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können anpassen, aber auch den Gelände-, Schnee- und den Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte. Denn viele Unfälle geschehen, weil Fahrer auf dicht befahrenen Pisten zu schnell unterwegs sind. Der von hinten kommende Skifahrer muss seine Fahrspur zudem so wählen, dass er die vor ihm fahrenden Wintersportler nicht gefährdet. Und überholt werden darf stets nur derartig, dass im Überholvorgang ein überholter Skifahrer für all seine möglichen Bewegungen genügend Raum hat.

Angehalten werden darf zudem nicht an engen oder unübersichtlichen Stellen. Und fährt ein Skifahrer nach dem Anhalten wieder an, muss er sich zunächst nach oben und unten vergewissern, dass ihm niemand in die Quere kommt. Der Auf- oder Abstieg zu Fuß sollte am Rand der Abfahrt geschehen. Und getragen werden sollte Skiausrüstung draußen auf der Schulter mit Skispitzen nach vorne; drinnen jedoch seitlich in der Hand mit Skispitzen nach oben.

Wichtig: Die passende Ausrüstung

Wichtig ist zudem die passende Skiausrüstung, zu der als fester Bestandteil passende Skier je nach Können und körperlicher Beschaffenheit, aber auch eine gute Schutzausrüstung gehören sollten (mit Protektor, Skibrille, Handschuhen und wettergerechter Bekleidung etc.). Der Schutzhelm ist auf der Skipiste Pflicht, dieser muss formschlüssig sitzen. Doch auch eine fachgerechte und individuell dem Können des Skifahrers angepasste Skibindung sowie formschlüssige Skistiefel sind wichtig – die Stiefel dürfen keine Beschädigungen und keine defekten Schnallen aufweisen.

Die Skibrille sollte kratzerfrei und mit UV-Schutz versehen sein. Empfohlen wird, vor dem Start Skier und Ausrüstung durch einen Experten – zum Beispiel durch ortsansässige Sportfachhändler – prüfen zu lassen. Weitere umfangreiche Tipps sowie Videoanalysen von Skiunfällen sind auf der Webseite der Stiftung Sicherheit im Skisport verfügbar.

Guter Versicherungsschutz als Grundausstattung

Zur Ausstattung verantwortungsvoller Wintersportler sollte jedoch nicht nur eine gute Ski-Ausrüstung, sondern auch ein angemessener Versicherungsschutz zählen. So informieren die Versicherer: Kommt es zu einem Skiunfall, hilft die private Unfallversicherung. Sie biete weltweiten Schutz rund um die Uhr und sichere dauerhafte Unfallfolgen finanziell ab. Auch würde die private Unfallversicherung die Kosten für erforderliche Such-, Rettungs- und Bergungsleistungen und den Transport nach Hause oder in ein nahegelegenes Krankenhaus übernehmen.

Verschiedene Versicherer bieten zudem mittlerweile spezielle Skiversicherungen an, die Versicherungsfälle bei der unmittelbaren Ausübung des Wintersports abdecken. Das Angebot am Markt aber ist vielfältig. Wer die passende Police für die Piste sucht, sollte sich folglich für guten Rat an Experten wenden.

Die “Düsseldorfer Tabelle”, eine von den Familiensenaten des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf ausgearbeitete Richtlinie für Unterhaltsrecht und Unterhaltszahlungen, wurde nun für 2020 aktualisiert. Kinder erhalten demnach mehr Unterhalt. Doch auch der Selbstbehalt für unterhaltspflichtige Eltern wurde deutlich nach oben angepasst.

Düsseldorfer Tabelle: Orientierung für Familiengerichte

Schon seit 1962 gibt die Düsseldorfer Tabelle Richtwerte für Unterhaltszahlungen vor – zum Beispiel für den Kinds- aber auch den Ehegatten- oder den so genannten Elternunterhalt. Erarbeitet wurde die Tabelle durch die Familiensenate des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf. Zwar hat die Tabelle keine verbindliche Gesetzeskraft. Jedoch dient sie Gerichten als Orientierung und hat eine hohe praktische Relevanz auch für Behörden. Nun wurde eine aktualisierte Ausgabe dieses wichtigen Werkzeugs der Familiengerichtsbarkeit für das Jahr 2020 veröffentlicht – Kinder erhalten demnach ab 2020 mehr Unterhalt.

Für Minderjährige steigt der Unterhaltsanspruchs um durchschnittlich 22,70 Euro

Durchschnittlich um 22,70 Euro im Monat steigt demnach – über vier Altersstufen und zehn Einkommensgruppen der unterhaltspflichtigen Eltern hinweg, der Unterhaltsanspruch für minderjährige Kinder. Am geringsten fällt die Erhöhung für die jüngste Altersgruppe der Kinder im Alter von 0 Jahren bis 5 Jahren aus, und zwar für Eltern mit dem geringsten Einkommen. Sobald ein unterhaltspflichtiges Elternteil nur bis 1.900 Euro netto verdient, sind 15 Euro mehr drin ab 2020 für ein unterhaltsberechtigtes Kind. Der Unterhaltsanspruch liegt für diese Kinder bei 369 Euro ab 2020.

Am höchsten hingegen steigt der Anspruch für Kinder bis 17 Jahre, die gut verdienende Eltern haben. Bei einem Einkommen der unterhaltspflichtigen Eltern zwischen 5.101 Euro und 5.500 Euro netto erhöht sich der Unterhaltsanspruch um 34 Euro gegenüber der alten Tabelle und beträgt ab 1. Januar 848 Euro. Denn mit zunehmendem Einkommen der Eltern haben Kinder auch einen höheren Unterhaltsanspruch.

Volljährige Kinder: profitieren von einem leichten Plus

Für erwachsene Kinder ab 18 Jahre fällt die Erhöhung in 2020 allerdings durchweg gering aus, und zwar über alle Einkommensgruppen hinweg. Sie beträgt für volljährige Kinder nur zwischen drei und fünf Euro. Bedacht werden muss aber auch, dass der Unterhaltsanspruch erwachsener Kinder bereits die höchsten Bedarfssätze aller Altersstufen ausweist. Der Unterhaltsanspruch der Kinder liegt hier zwischen 530 Euro, wenn getrennt lebende Eltern wenig verdienen, und 848 Euro als höchster Anspruch auf Kindesunterhalt ab 2020.

Selbstbehalt: Unterhaltspflichtige Eltern dürfen mehr behalten

Aber auch unterhaltspflichtige Eltern profitieren durch die neue Tabelle, und zwar wesentlich durch eine Erhöhung des Eigenbedarfs. So wird der notwendige Eigenbedarf, der die absolute Untergrenze für belastbares Einkommen darstellt, für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige von aktuell 880 Euro monatlich auf zukünftig 960 Euro angehoben. Für erwerbstätige Unterhaltspflichtige hingegen steigt der notwendige Eigenbedarf von derzeit 1.080 Euro monatlich auf 1.160 Euro ab 2020. Dieses Einkommen darf also nicht durch Unterhaltsansprüche belastet werden, sondern ist den Unterhaltspflichtigen sicher. Inbegriffen in den Betrag ist jedoch schon ein Anteil für die Warmmiete.

Zudem gibt es noch den angemessenen Eigenbedarf, der höher ausfällt als der notwendige Eigenbedarf. Der angemessene Eigenbedarf greift jedoch nur unter bestimmten Bedingungen, sobald Unterhaltspflicht gegenüber volljährigen Kindern besteht. Auch dieser Richtwert steigt mit der neuen Ausgabe der Düsseldorfer Tabelle – von derzeit 1.300 Euro auf zukünftig 1.400 Euro.

Herz- und Kreislauferkrankungen gelten als Zivilisationskrankheiten – zusammen mit Krebs sind sie seit Jahrzehnten Todesursache Nummer eins in den reichen Industrienationen. Ein besonderes Risiko geht hierbei von Herzinfarkten aus. Laut statistischen Bundesamt wurden in 2017 insgesamt 27,1 Prozent männlicher Todesfälle und 19,8 Prozent weiblicher Todesfälle durch einen Herzinfarkt ausgelöst. Häufiger zum Tode führte nur die chronisch verlaufende koronare Herzkrankheit. Ein Thema, das auch mit Blick auf Weihnachten relevant ist!

Weihnachten berührt das Herz… im Guten und Schlechten

Ein besonderes Risiko für den Herzinfarkt herrscht über Feiertage von Weihnachten zu Neujahr. Darauf weist aktuell das Verbraucherportal des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin. Denn häufig müssen vor Neujahr noch Dinge im Büro abgearbeitet werden. Hinzu kommt der Stress des Geschenke-Kaufens und kommen volle Märkte und Kaufhäuser. Aber emotionaler Stress spielt eine Rolle und kann zu Weihnachten besonders erhöht sein, sobald der Erwartungsdruck innerhalb von Familien zu einer Last wird. Sogar intensive positive Gefühle erhöhen das Risiko vorbelasteter Menschen für einen Herzinfarkt. Die Versicherer pointieren: Von Weihnachtszeit bleiben manche Herzen nicht unberührt.

Knapp ein Drittel mehr Menschen als im restlichen Jahr müssen zu Weihnachten mit einem Herzinfarkt klinisch behandelt werden, ergab die Studie einer Krankenkasse – 60 Prozent davon sind Männer. Und Wissenschaftler der schwedischen Lund-Universität fanden heraus: Gegen 22 Uhr zu Heiligabend ist die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, um fast 40 Prozent höher als an normalen Wochentagen. Ein besonderer Befund, da ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko das restliche Jahr über eher in den Morgenstunden herrscht. Doch auch zu den übrigen Weihnachtsfeiertagen ist laut Studie die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöht.

Weihnachten: Das Fest der 6.000 Kalorien pro Tag

Freilich: Dass mehr vorbelastete Menschen, die zum Beispiel an Diabetes erkrankt sind oder bereits Herzprobleme haben, zu Weihnachten einen Infarkt erleiden, ist nicht allein durch den Stress bedingt. Sondern auch die Weihnachtsbräuche setzen vorbelasteten Herzen zusätzlich zu. Denn viel Zuckerhaltiges kommt zu Weihnachten auf den Tisch, zudem winkt so mancher fettige Braten. Und in vielen Weihnachtsspezialitäten – man denke nur an Plätzchen – ist sowohl der Zucker- als auch Fettgehalt sehr hoch. So warnt mit Professor Dr. Michael P. Manns der Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover: “Manche Menschen konsumieren allein am Weihnachtstag bis zu 6.000 Kalorien, was dem dreifachen der empfohlenen Tageszufuhr entspricht.”

Zudem wird häufig auch Alkohol zu den ungesunden Speisen gereicht – und in seiner Wirkung insbesondere auf gesundheitlich vorbelastete Menschen häufig unterschätzt. Laut Deutscher Herzstiftung zeigen nämlich Beobachtungen, dass z. B. bei seelischer Erregung und gleichzeitigem Trinken von Alkohol mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Blutdruck ansteigt. Zwar führt nicht ein einmaliges Schlemmen zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko, sondern nur eine dauerhafte Fehlernährung. Ist ein erhöhtes Herzinfarktrisiko aber bereits vorhanden, verstärkt die Kombination aus Stress und Alkohol sowie großer Schlemmerei zu Weihnachten die Wahrscheinlichkeit vorbelasteter Menschen, einen akuten Herzinfarkt zu erleiden.

Vorbeugen: Es zählt jeder Tag im Jahr

Was aber kann gegen das erhöhte Infarkt-Risiko getan werden? Zunächst gilt: Eine gesunde Lebensweise das ganze Jahr über mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung ist der beste Weg, das Infarkt-Risiko zu senken. Ernährungstips hierzu gibt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft unter der Kampagnenseite https://www.7jahrelaenger.de/ So sollten weniger tierische Fette verzehrt werden. Auch sollte rotes Fleisch auf dem Speiseplan durch helles Fleisch ersetzt werden. Empfehlenswert für eine herzgesunde Ernährung sind zudem viel Obst und Gemüse oder Hülsenfrüchte und Nüsse, außerdem Muscheln und Fisch.

Wichtig ist aber: Es gibt aber auch Risikofaktoren für Herzinfarkt, die sich nicht durch die Ernährung beeinflussen lassen. Hierzu gehört eine erbliche Vorbelastung. Nicht immer also ist eine ungesunde Lebensweise Ursache des Herzinfarkts.

Was zu Weihnachten hilft: Streit zulassen

Besonders Hasel-, Erd- oder Walnüsse bieten sich auch zu Weihnachten gut als Ersatz für die oft ungesunden Süßigkeiten an. Der Weihnachtsspaziergang kann außerdem gesunde Bewegung schaffen. Gegen den emotionalen Stress zu Weihnachten hilft hingegen: Streit zulassen.

Denn die Versicherer pointieren: Wenn die Familie drei Tage aufeinander hockt, “sind Konflikte so sicher wie das Amen in der Kirche”. Insbesondere Stress, der durch dauerhaftes Runterschlucken von Ärger entsteht, begünstigt aber hohen Blutdruck sowie die Entstehung von Magen-Darm-Erkrankungen. Demnach ist gut beraten, wer sich auf Streit einstellt und nach konstruktiven Wegen der Lösung sucht.

Infarkt-Verdacht: Schnelles Handeln rettet Leben

Kommt es aber tatsächlich zu einem Herzinfarkt, ist schnelles Handeln geboten: Jede Minute kann hier Leben retten. Die Deutsche Herzstiftung führt auf ihrer Webseite aus: Beim Herzinfarkt kommt es zu einem Verschluss eines Herzkranzgefäßes mit einem Thrombus (Blutpropf) – in der Folge werden Anteile des Herzmuskels nicht mehr durchblutet. Dieser Blutpfropf muss so schnell wie möglich in einer Klinik wieder geöffnet werden, da mit verlorener Zeit tausende Muskelzellen absterben. Deswegen sollte man bei einem Verdachtsfall keine Scheu haben, den Notruf 112 anzurufen!

Folgende Alarmsignale muss laut Herzstiftung jeder kennen:

  • Starke Schmerzen mit einer Dauer von mindestens fünf Minuten, überwiegend im Brustkorb, häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein. Die Schmerzen halten länger als fünf Minuten an. Bisweilen können auch Schmerzen nur im Rücken entstehen zwischen den Schulterblättern oder dem Oberbauch (hier sind Verwechslungen mit “Magenschmerzen” möglich).
  • Massives Engegefühl: Durch Infarkt verursachte Schmerzen sind flächenhaft, nicht pikend. Oft wird ein heftiger Druck oder ein starkes Einschnürungsgefühl im Herzbereich wahrgenommen. Heftiges Brennen: Ein stark brennendes Gefühl in der Brust kann ebenso wichtiges Warnzeichen sein.
  • Unspezifische Anzeichen (vor allem bei Frauen): Übelkeit, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch und Erbrechen gelten als unspezifische Anzeichen eines Herzinfarkts. Da diese aber auch bei vielen harmlosen Erkrankungen auftreten können, empfiehlt die Herzstiftung: Der Notarzt sollte gerufen werden, sobald die unspezifischen Beschwerden in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß auftreten.
  • Anzeichen großer Angst: Mit dem Herzinfarkt geht oft große Angst einher. So können auch eine fahle Gesichtsfarbe und kalter Schweiß Anzeichen eines Herzinfarkts sein.

Herzinfarkt: Das Risiko lässt sich absichern

Welche Möglichkeiten aber gibt es, sich und seine Angehörigen für die Folgen eines möglichen Herzinfarktes abzusichern? Produkte gibt es viele auf den Markt. So hilft eine Risikolebensversicherung als Hinterbliebenenschutz für den Todesfall. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hilft, sobald ein Betroffener aufgrund einer Herzerkrankung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Aber auch Produkte wie eine Dread Disease Versicherung können finanzielle Folgen eines Infarkts absichern – eine vereinbarte Versicherungssumme wird bei Erkrankung auf einen Schlag auszahlt. Beratung kann sich also lohnen für einen passgenauen individuellen Versicherungsschutz vor Folgen eines Herzinfarkts.

Jedes Jahr kurz vor Jahresende sollten gesetzlich Versicherte ihr Zahnarzt-Bonusheft kontrollieren. Fehlt ein Stempel für das aktuelle Jahr, ist ein schneller Termin beim Zahnarzt geboten – und zwar noch vor Silvester.

Zahnersatz für gesetzlich Versicherte: Ein erhebliches Kosten-Risiko

Das Risiko, auf Zahnersatz angewiesen zu sein, bedeutet ein zusätzliches und erhebliches Kosten-Risiko. Der Grund: Seit 2005 leisten gesetzliche Krankenkassen nur einen Festzuschuss. Dieser Festzuschuss deckt nicht die gesamten Behandlungs- und Materialkosten ab, sondern die Krankenkassen übernehmen aktuell nur 50 Prozent der entstehenden Kosten.

Mehr noch: Der Festzuschuss wird auch nicht für jede Versorgungsart geleistet, sondern – je nach medizinischem Befund – nur für die so genannte “Regelversorgung”. Zu den eh schon hohen Eigenanteilen für diese Regelversorgung drohen weitere Kosten, wenn zum Beispiel auf bestimmtes Material oder auf ästhetische Belange geachtet werden soll. Das veranschaulicht ein Artikel auf Spiegel Online.

Denn schon bei einer einzelnen Zahnlücke kostet ein Zahnersatz schnell 1.000-3.000 Euro. Bei mehreren Lücken sind schnell bis zu 10.000 Euro an Kosten möglich – fast der Preis eines Kleinwagens. Die gesetzlichen Kassen aber erstatten je Lücke nur den 50-prozentigen Zuschuss, und diesen auch nur für eine metallische Brücke als Regelversorgung (statt zum Beispiel für eine vollkeramische Brücke) – ganze 387 Euro (Stand 2016). Gesetzlich Versicherte müssen die hohe Differenz aus Festzuschuss und tatsächlichen Kosten selber schultern.

Bei finanzieller Überforderung droht das soziale Stigma

Wird also Zahnersatz benötigt, kann ein privater Haushalt schnell finanziell überfordert sein. Die drohende Konsequenz: Lücke bleibt Lücke. Kann sich ein Betroffener den Zahnersatz nicht leisten, muss er mit der Zahnlücke leben. Das aber wirkt als soziales “Stigma”, wie Studien immer wieder zeigen: Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschers promio.net zum Beispiel bescheinigen 79 Prozent der Bürger gepflegten Zähnen einen wesentlichen Einfluss auf den beruflichen Erfolg. Bei solchen Risiken auch für den sozialen Status lohnt es, auf eine Bonusregelung zu achten, die durch das fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgegeben ist.

Bonusregel: Der Festzuschuss lässt sich erhöhen

Denn der Zuschuss zum Zahnersatz lässt sich erhöhen, wenn man regelmäßig beim Zahnarzt war. Wer eine jährliche zahnärztliche Untersuchung für die zurückliegenden fünf Jahre nachweisen kann, erhöht den Zuschuss um 20 Prozent. Wer diesen Nachweis für 10 Jahre erbringt, erhöht den Zuschuss um 30 Prozent. Regeln hierfür definiert Paragraph 55 des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V).

Das Bonusheft will gut gepflegt werden

Um aber von einer Erhöhung der Zuschüsse zu profitieren, ist Regelmäßigkeit wichtig. Denn wer die regelmäßigen jährlichen Termine beim Zahnarzt nicht wahrgenommen hat, der verliert diesen Anspruch sofort – und verliert ihn auch ohne Rücksicht auf vorherige Regelmäßigkeit. Erst nämlich, wenn in mindestens fünf Jahren vor Behandlungsbeginn lückenlose Vorsorgetermine beim Zahnarzt belegt werden, greift die Erhöhung der Zuschüsse.

Wer folglich einen Termin verpasste, hat erst nach weiteren fünf Jahren Ansprüche auf eine Erhöhung. Deswegen ist es wichtig, vor Jahresende zu überprüfen, ob man tatsächlich seinen jährlichen Zahnarzttermin als Bedingung des Paragraphen 55 wahrnahm. Und notfalls sollte schnell noch bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt seines Vertrauens vor Jahreswechsel vorbeigeschaut werden.

Festzuschüsse steigen in 2020 auf 60 Prozent

Die Festzuschüsse für Zahnersatz werden ab dem 1. Oktober 2020 von 50 auf 60 Prozent der Kosten für die Regelversorgung erhöht. Das wurde mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beschlossen. Das Kostenrisiko wird also leicht reduziert. Und dennoch könnte sich die Erhöhung in bestimmten Situationen als Tropfen auf dem hohlen Stein erweisen, ebenso die Bonusregelung. Denn noch immer gilt: Kosten für einen Zahnersatz stellen auch bei höheren Zuschüssen – noch immer – ein erhebliches finanzielles Risiko durch hohe Eigenanteile dar.

Private Zahnzusatzversicherung: Das lohnenswerte “Plus” beim Versicherungsschutz

Ein Blick ins Bonusheft zum Jahresende könnte demnach ein guter Anlass sein, auch seinen privaten Versicherungsschutz zu überprüfen. Ist doch das Kosten-Risiko durch Zahnersatz vielen gesetzlich Versicherten durchaus bekannt, wie Zahlen des PKV-Verbandes widerspiegeln: Demnach sichern sich rund 16 Millionen Deutsche durch eine private Zahnzusatzversicherung gegen Zusatzkosten beim Zahnarzt ab.

Auch Verbraucherschützer von test.de empfahlen in der Vergangenheit wiederholt derartige Policen. Bei einem Produkttest in 2019 schlossen insgesamt 76 von 234 Zahnzusatzversicherungen mit einem “sehr guten” Ergebnis ab.

Bei den Tarifen auf dem Markt jedoch gibt es auch große Unterschiede in Leistung und Preis. Wichtig ist deshalb, darauf zu achten, welche Anteile pro jeweiliger Behandlung erstattet werden. Das gilt auch mit Blick auf vereinbarte Wartezeiten: Manche Versicherer setzen die Erstattungsleistung gerade in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss stark herab. Hier hilft ein Beratungsgespräch beim Experten, sich die einzelnen Leistungsbausteine erklären zu lassen.

Autorennbahn oder Eisenbahn – elektrisches Spielzeug gehörte schon immer auch zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Doch der technische Fortschritt verändert auch das Aussehen des Gabentisches. So hält zu Weihnachten auch die Drohne Einzug in viele Haushalte – und wird als “Spielzeug” oft unterschätzt. Denn ohne passenden Versicherungsschutz drohen hohe Kosten. Ein großer Versicherer gibt aus diesem Grund Tipps für das “Weihnachtsgeschenk zum Abheben”. Und zeigt, was zu beachten ist.

Haftpflicht-Schutz ist Pflicht

Zunächst gilt laut Presseerklärung des Versicherers: Rechtliche Vorgaben “stutzen den Drohnen die Flügel”. So schreibt der Gesetzgeber zum Beispiel einen Haftpflicht-Schutz vor, der nach Maßgabe mehrerer Paragraphen – genannt sei Paragraph 43 Absatz 2 des Luftfahrtverkehrsgesetzes – auch auf Drohnen übertragbar ist. Und Schaden droht schnell: Schon ein defektes Gerät oder ein ungünstiger Windstoß können zu hohen Schadensummen führen. Oder ein defektes Satellitennavigations-System wird einem Drohnenpilot haftungstechnisch schnell zum Verhängnis.

Das veranschaulichen Unfälle auf Autobahnen. So ist beispielsweise die Drohne eines 51 Jahre alten Münchners durch einen technischen Defekt auf die A 99 gestürzt und hat dort einen Unfall ausgelöst – laut Meldung der Polizei zum Glück nur mit Blechschaden. Betrifft ein solcher Blechschaden aber mehrere Autos oder beschädigt eine Drohne gar einen Helikopter, sind schnell hohe Summen denkbar, die in die Millionen gehen und einen hoch verschuldeten Drohnen-Pilot zurücklassen.

Gefährdungshaftung: Die Schuld entscheidet nicht

Noch höheres Ungemach droht bei Personenschaden – zum Beispiel, wenn ein Autofahrer durch eine defekte Drohne die Kontrolle verliert und ernsthaft verletzt wird oder gar bei dem Unfall zu Tode kommt. Derartige Gefahren jedoch werden von vielen nicht ernst genommen. Denn Experten schätzen: Etwa jede fünfte Drohne in Deutschland wird ohne Haftpflicht-Schutz gesteuert.

Fahrlässig ist dies auch deshalb, weil der Gesetzgeber bei so genannten unbemannten Flugobjekten von einer Gefährdungshaftung ausgeht – demnach hängt die Haftungsfrage bei einer Drohne nicht einmal vom Verschulden oder Nichtverschulden des Eigentümers ab. Auch ohne Verschulden haftet der Halter einer Drohne – und haftet sogar teils mit, sobald eine andere Person die Drohne steuerte.

Vor dem Starten Versicherungsschutz prüfen

Die Überprüfung des Versicherungsschutzes ist also ein Muss, bevor eine Drohne überhaupt gestartet wird. Viele Haftpflichtversicherungen haben den Versicherungsschutz für 250 Gramm-Fluggeräte mittlerweile in den Versicherungsschutz aufgenommen. Das gilt jedoch nur für den privaten Gebrauch und gilt nicht grundsätzlich. Jeder sollte sich deswegen unbedingt erkundigen, ob seine Haftpflichtpolice tatsächlich den nötigen Schutz für kleinere Geräte abdeckt.

Für Geräte jedoch, die schwerer sind als 250 Gramm, empfiehlt sich dringend eine Drohnen-Haftpflichtversicherung oder auch Luftfahrt-Haftpflichtversicherung. Hier sollte sich jeder mit konkreten Angaben zu seinem Modell beraten lassen. Der Preis des Versicherungsschutzes richtet sich in der Regel nach Größe bzw. dem Gewicht, dem Einsatzort sowie der Art der Verwendung.

Kennzeichenpflicht für schwerere Drohnen

Was außerdem zu beachten ist, darüber klärt das Bundesministerium für Verkehr auf. So gilt: Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 250 Gramm müssen gekennzeichnet sein, damit im Schadensfall schnell den Halter festgestellt wird. Namen und Anschrift sind demgemäß in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Fluggerät anzubringen. Möglich ist dies über Fachgeschäfte für Beschriftungen. Aber auch Aluminium-Aufkleber mit Adressgravur, die in Schreibwarengeschäften erhältlich sind, erfüllen laut Bundesministerium für Verkehr die Vorgaben des Gesetzgebers. Der Betrieb von Drohnen bei Nacht ist erlaubnispflichtig, ebenso der Betrieb von Drohnen über 5 Kilogramm Gewicht.

Drohnen-Flug: Weitere Tabus

Drohnen dürfen zudem nicht überall geflogen werden. So sind Einsatzorte der Polizei und der Feuerwehr tabu, ebenso Krankenhäuser oder der An- und Abflugbereich von Flughäfen und andere sensible Bereiche. Auch ist es verboten, Drohnen außerhalb der Sichtweite zu fliegen. Maximal 100 Meter Flughöhe sind erlaubt – es sei denn, für ein Gelände wurde eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und eine Aufsichtsperson wurde bestellt. Nur dann darf die Flughöhe von 100 Metern überschritten werden.

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Das macht Weihnachten zu einer logistischen Herausforderung für Paketdienste. Während allein die Post als Anbieter an einem normalen Tag im Jahr rund 4,6 Millionen Pakete durch Deutschland befördert, liegen die Spitzenwerte vor Heiligabend bei rund zehn Millionen Sendungen, gab das Unternehmen letztjährig an. Wie aber sind per Postweg bestellte Waren oder Weihnachtspakete an Familie und Freunde versichert? Darüber klärt das Verbraucherportal des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) auf.

Versandhandel: Der Kunde ist König – und nimmt besser keine beschädigten Pakete an

Für Bestellungen im Versandhandel gilt laut den Versicherern: Der Kunde ist König. So müssten sich Transporteur und Händler darum streiten, wer den Schaden begleicht, falls etwas beschädigt ist. Jedoch erspart schnelle Vorsicht Aufwand: Möchte der Transporteur ein Paket überreichen, das bereits sichtbar geöffnet oder beschädigt ist, sollten Kunden die Annahme verweigern. Das erspart hinterher Ärger.

Dieser Tipp bedeutet allerdings nicht, man könne die Ware hinterher nicht reklamieren. Warnen doch Versicherer wie Verbraucherschützer: Oft berufen sich Händler auf eine ungültige Klausel. Man hätte bei Annahme das Paket auf Schäden überprüfen müssen, heißt es dann.

Jedoch: Trotz dieser Klausel steht der Händler in der Gewährleistungspflicht. Die Frist für die Gewährleistung beträgt zwei Jahre, ist aber in den ersten sechs Monaten nach Erhalt der Ware leichter geltend zu machen. Der Kunde hat bei mangelhafter Ware also das Recht, eine Nacherfüllung in Form von Reparatur oder Lieferung einwandfreier Neuware zu verlangen, wenn die gelieferte Ware defekt ist.

Für sechs Monate ab Erhalt des Päckchens gilt die Annahme, dass die Ware vor Auslieferung bereits defekt war. Behauptet der Händler das Gegenteil, ist er in der (oft nicht zu erbringenden) Beweispflicht. Gewährleistungspflichtig sind Händler auch, wenn die Originalverpackung nicht mehr existiert. Denn niemand ist verpflichtet, die oft raum-zehrenden Originalverpackungen vieler Geräte aufzuheben.

Nachbarschaftshilfe: Der Nachbar kann haften

Beim Onlinehandel ist der Kunde als Käufer also in einer vorteilhaften Position. Vorsicht ist hingegen bei Nachbarschaftshilfe angebracht – und zwar aufgrund von Haftungsrisiken des Nachbarn. Ist es doch mittlerweile Gang und Gebe, dass oft überlastete Paketdienste Pakete an der Haustür nebenan abliefern, sobald der Kunde nicht zuhause ist. Jedoch: Dem Nachbar droht Ärger.

Denn fehlt die explizite Einwilligung des Kunden, einem Nachbarn das Paket auszuliefern (diese Einwilligung wird heutzutage von einigen Paketdiensten eingeholt), dann ist es nicht Schuld des Kunden, wenn das Paket beim Nachbarn landet. Den Ärger haben dann Händler und Transporteur…oder der Nachbar. Ist doch der Nachbar für das Paket verantwortlich, sobald er es annimmt, führen die Versicherer aus. Wenn das Paket dann verschwindet oder beschädigt wird, haftet der Nachbar im Zweifel für die Sendung.

Private Käufe: Das Risiko ist höher

Anders als bei den vorteilhaften Regelungen für den Online-Handel trägt der Käufer bei Privatkäufen jedoch selbst das Risiko für den Transport. Ist das Paket dann unbeschädigt, jedoch die Ware defekt, muss der Käufer den Schuldigen finden. War es der Transporteur? War es der private Verkäufer? Die oft schwere Beweislast macht den privaten Versandhandel zu einem Risiko, das man besser kennen sollte – Geld gibt es für den Käufer erst zurück, wenn der Schuldige eindeutig benannt ist. Und das ist im Nachgang oft nicht mehr möglich.

Wie sind Weihnachtspakete versichert?

Wie aber ist der Inhalt der Weihnachtspakete versichert, wenn etwas an die Freunde oder die Familie verschickt wird? Bei den meisten Paketdiensten sind die Waren durch den Versender bis knapp 500 Euro versichert, führt der GDV-Verband aus. Darüber hinaus gibt es kein Geld zurück, wenn ein Paket verschwindet. Standardbriefe oder Päckchen sind grundsätzlich nicht abgesichert.

Wertgegenstände bitte versichert verschicken

Aber man sollte auch beim Verschicken von Paketen aufpassen: Denn eine Reihe von Waren dürfen mit den Paketdiensten gar nicht versendet werden oder nur unter bestimmten Konditionen gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das trifft auf Geld, Sparbücher, Uhren, Schmuck oder Münzen zu.

Eine besondere Falle lauert sogar, wenn Waren im Wert von über 500 Euro verschickt werden sollen. Denn viele Kunden glauben irrtümlich, der Paketdienst oder Transporteur würde dann bis zur Höhe von 500 Euro haften. In Wirklichkeit schließen die Dienste aber die Haftung für Waren über 500 Euro ganz aus – gehen solche Waren verloren oder kaputt, haftet der Paketdienst mit keinem Cent.

Aus diesem Grund ist gut beraten, wer sich bei Verschicken von Wertgegenständen über die Bedingungen informiert und ab einem bestimmten Wert der versendeten Sache für das Versenden draufzahlt. Denn die Paketdienste bieten als Service zumeist eine zusätzliche Transportversicherung gegen Aufpreis an – zum Beispiel bis zu einer Versicherungssumme von 2.500 Euro oder 25.000 Euro. Wer Wertgegenstände verschicken will oder Gegenstände von einem Wert von über 500 Euro, sollte eine solche Transportversicherung also dringend abschließen.

Um den Wohnungsbau zu fördern, führte der Gesetzgeber schon 1952 die so genannte “Wohnungsbauprämie” ein. Diese Prämie kommt insbesondere Bausparern zugute, die über kein großes Einkommen verfügen. In Zukunft dürfen sich Anspruchsberechtigte hierbei über eine Erhöhung freuen: Ein neues Gesetz macht höhere Prämien ab dem Sparjahr 2021 möglich. Am 29. November 2019 passierte das Gesetz nun den Bundesrat.

So wurden bisher 8,8 Prozent der Sparbeträge durch die Prämien begünstigt. Ab dem Sparjahr 2021 jedoch werden es 10 Prozent sein, die für eingezahlte Gelder durch Prämien begünstigt werden. Auch wurde der förderfähige Höchstbetrag erhöht – von 512 Euro auf 700 Euro für Singles und von 1.024 Euro auf 1.400 Euro für Ehepaare. Das bedeutet konkret: Ab dem Sparjahr 2021 können Singles Wohnungsbauprämien von bis zu 70 Euro jährlich erhalten. Für Ehepaare sind zudem 140 Euro an jährlicher Wohnungsbauprämie drin. Bausparer erhalten also zukünftig mehr Geld vom Staat.

Wohnungsbauprämie: Nur bis zu einem bestimmten Einkommen

Anspruch auf Wohnungsbauprämie hat man jedoch nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe. Auch hier gelten ab 2021 bessere Voraussetzungen: Derzeit beträgt die Einkommensgrenze für Singles 25.600 Euro, Paare hingegen werden nur bis zu einem Einkommen von 51.200 Euro durch eine Wohnungsbauprämie gefördert.

Ab 2021 gelten jedoch höhere Einkommensgrenzen: So können ab dem Sparjahr 2021 Singles gefördert werden, deren zu versteuerndes Einkommen 35.000 Euro nicht übersteigt. Und Ehepaare dürfen nun 70.000 Euro verdienen als Höchstgrenze, um eine Wohnungsbauprämie zu erhalten. Dadurch erweitert sich die Zahl der Anspruchsberechtigten.

Ohne wohnungswirtschaftliche Maßnahmen: Geld muss zurückgezahlt werden

Allerdings gelten für den Anspruch auf Wohnungsbauprämien weitere besondere Voraussetzungen. Wichtig ist: Aufwendungen dürfen keine vermögenswirksamen Leistungen sein, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt. Auch gewährt der Gesetzgeber Wohnungsbauprämien nur für Aufwendungen, die zu wohnungswirtschaftlichen Maßnahmen führen. Aus diesem Grund müssen bei Auszahlung der Bausparsumme oder Beleihung der Ansprüche die Gelder unverzüglich für den Bau, den Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum genutzt werden. Hält man sich nicht daran, müssen bereits gezahlte Wohnungsbauprämien komplett zurückgezahlt werden.

Jedoch erwirbt man den Anspruch auf Wohnungsbauprämie auch für den Erwerb von Anteilen an Bau- und Wohnungsgenossenschaften. Es gelten zudem eine Vielzahl an Sonderregeln. Wurde der Bausparvertrag zum Beispiel vor Vollendung des 25. Lebensjahrs abgeschlossen, kann nach sieben Jahren das Geld auch anders verwendet werden, ohne erhaltene Prämien zurückzahlen zu müssen. Wer von Wohnungsbauprämien profitieren will, dem sei aufgrund der komplexen Gesetzeslage eine gute Beratung angeraten.

In Advents- und Weihnachtszeit 50 Prozent mehr Brände

Brandschäden in der Weihnachts- und Adventszeit sind leider keine Seltenheit. Darauf weist aktuell die Versicherungswirtschaft hin. Und nennt Zahlen: Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer verzeichnen dann regelmäßig rund 50 Prozent mehr Feuerschäden als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, berichtet der Dachverband der Versicherer am Montag.

Weihnachtszeit ist Lichterzeit: ein Adventsgesteck, Schwibbogen oder der Weihnachtsbaum wären ohne Kerzen für viele Menschen gar nicht denkbar. Das matte Licht verleiht so mancher Stube einen festlichen Glanz — und viel Heimeligkeit. Dass dies auch eine echte Gefahr bedeuten kann, darauf weist aktuell der Dachverband der Versicherer hin. Denn wenig verwunderlich steigt in der Adventszeit auch die Brandgefahr deutlich an.

Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer verzeichnen zum Jahresende regelmäßig rund 50 Prozent mehr Feuerschäden als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, so berichtet der GDV auf seiner Webseite. 2018 zählten die Versicherer rund 30.000 Brände in der Advents- und Weihnachtszeit: Das sind 10.000 mehr als im Frühjahr oder Herbst. Dafür mussten in Summe 31 Millionen Euro aufgebracht werden.

Hauptursache für die Brände sind, wenig verwunderlich, Adventskränze und Bäume, wie aus Statistiken des Versicherer-Verbands hervorgeht. Doch auch zum Jahreswechsel bleibe es brandgefährlich: wenig verwunderlich sind dann Silvesterraketen und Böller wichtigste Brandverursacher.

Brände vermeiden

Um Brände zu vermeiden, sollten einige Verhaltensregeln beachtet werden. Kerzen und Feuer sollten demnach nie unbeaufsichtigt angezündet werden. Kerzen, Kränze und Weihnachtsgestecke sollten zudem nicht in der Nähe anderer brennbarer Stoffe und Materialien aufgestellt werden: etwa bei Gardinen und Vorhängen. Schon ein Windstoß kann dann dazu beitragen, dass die Gardine in die Flammen weht, warnt das Institut für Schadenverhütung (IFS) in einem aktuellen Pressetext.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen Weihnachtsbäume und Lichterketten. Zunächst sollte der Weihnachtsbaum in einem massiven und kippfesten Ständer gestellt werden: gern mit Wassertank. Das verhindert ein Umkippen. Auch hier gilt: nicht in der Nähe von Holz, Gardinen und anderen brennbaren Materialien.

Darüber hinaus sollten nur solche Lichterketten benutzt werden, die ein TÜV-Siegel oder “Geprüfte Sicherheit”-Zertifikat (GS) haben. Denn laut Verbraucherstudien sind gerade billige Lichterketten echte Brandherde: Selbst, wenn sie im offiziellen Handel gekauft wurden. Defekte Glühbirnen sollten grundsätzlich nur durch solche mit der gleichen Volt- und Wattstärke ersetzt werden. Denn falscher Ersatz mit stärkeren Lampen kann dazu beitragen, dass die dünnen Kabel im Dauerbetrieb durchschmoren und ein Schwelbrand entsteht. Auch hier gilt: Lieber ausschalten, wenn man nicht im Raum ist! Laut Gerichtsurteilen kann schon eine 15minütige Abwesenheit als grob fahrlässig gewertet werden, wenn Licht und offene Kerzen unbeobachtet bleiben.

Wer Katzen oder andere Haustiere hat, sollte sie ebenfalls nicht unbeobachtet in einem Zimmer mit dem leuchtenden Weihnachtsbaum oder Gestecken zurücklassen. Diese verwechseln eine glitzernde Kugel gern mal mit einem Spielzeug: und schon kippt der Baum. Weniger brandgefährlich sind Lichterketten mit Leuchtdioden (LED), weil sie weniger Wärme entwickeln.

Zu bedenken ist auch, dass Heizungen im Winter auf Hochtouren laufen und die Raumluft austrocknen, was ebenfalls die Brandgefahr erhöht. Auch deshalb sollten Kerzen, Gestecke und Lichter regelmäßig kontrolliert werden, ob sie noch fest und sicher sind. Unterlagen aus Keramik und Porzellan können dazu beitragen, die Brandgefahr zu minimieren. Darüber hinaus empfiehlt die Versicherungswirtschaft, Rauchmelder in Fluren und Schlafräumen anzubringen. Das kann Leben retten — und ist in manchen Bundesländern für Neubauten sogar schon vorgeschrieben.