Die Lebenserwartung Neugeborener hat sich in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts mehr als verdoppelt, zeigen Auswertungen des Statistischen Bundesamtes. Welche Ursachen und Folgen diese Entwicklung hat.

Ein 65-jähriger Mann lebte 1871/1881 im Durchschnitt noch 9,6 Jahre. 2017/2019 bescheinigt die Statistik einem 65-Jährigen noch durchschnittlich 17,9 Lebensjahre. Noch stärker ist der Unterschied bei Frauen ausgeprägt: Lag der Wert für den Zeitraum 1871/1881 bei 10 Jahren, so konnten 65-jährige Frauen 2017/2019 noch durch­schnittlich 21,1 weiteren Lebens­jahren entgegen­sehen.

Als mögliche Gründe für diesen Anstieg der Lebenserwartung nennt das Statistische Bundesamt:

  • medizinischen Fortschritt
  • Hygiene
  • Ernährung und Wohnsituation
  • verbesserte Arbeitsbedingungen und gestiegenen Wohlstand

Interessant ist dieser Vergleich über einen langen Zeitraum hinweg vor allem aus zwei Gründen. Zum einen stammt das in Deutschland angewandte Umlagesystem der Deutschen Rentenversicherung im Wesentlichen aus dieser Zeit. Dessen Grundsatz: Mit den heutigen Beiträgen werden die laufenden Rentenzahlungen finanziert.

Dieses System kommt allerdings in Schieflage, wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenempfänger finanzieren. Will man das System retten, müssten die Beiträge steigen oder die Leistungen sinken – vereinfacht gesagt. Auch die Idee, weitere Einkommensarten beitragspflichtig werden zu lassen, würde das System stützen.

Auf derartige grundlegende Reformen zu warten, ist sicherlich nur die zweitbeste Lösung. Sicherer ist die private zusätzliche Altersvorsorge. Im Gespräch mit einem versierten Berater sollten die individuellen Vor- und Nachteile abgeklärt werden.

Pflegevorsorge ist wichtig. Das zeigt sich an den jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Demnach stieg die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 4 Millionen Menschen. Welche Versorgungsarten dabei besonders häufig sind.

Im Vergleich zum Dezember 2017 ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland um 21 Prozent auf 4,13 Millionen Menschen im Dezember 2019 gestiegen. Die starke Zunahme führt das Statistische Bundesamt, das die Zahlen veröffentlichte, auf den neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff zurück.

Im Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI) ist die Definition enthalten (§ 14 Abs. 1):
“Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.”

Pflegebedürftige nach Versorgungsart

Die weitaus meisten der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Das trifft auf 3,31 Millionen Menschen zu (entspricht 80 Prozent der Pflegebedürftigen). Bei 2,33 Millionen Pflegebedürftigen übernehmen Angehörige die Pflege. Bei 980.000 Bedürftigen übernehmen ambulante Pflegedienste die Versorgung ganz oder teilweise, während die Pflegebedürftigen weiterhin in Privathaushalten leben. Die vollstationäre Betreuung in Pflegeheimen gilt für ein Fünftel (820.000) der Pflegebedürftigen.

Vergleicht man diese Zahlen mit Dezember 2017, als das Statistische Bundesamt zuletzt Zahlen dazu vorlegte, fällt auf, dass die Zahl der vollstationär Gepflegten nahezu unverändert bleibt, während die Pflege zu Hause um 27 Prozent zunahm (das entspricht 710.000 Personen).

Weitere Auffälligkeiten: 62 Prozent der Pflegebedürftigen waren weiblich. Und je älter die Menschen sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden: Sind in der Altersgruppe der 70-74 Jahre alten Menschen etwa 8 Prozent pflegebedürftig, steigt dieser Wert bei den über 90-jährigen auf 76 Prozent.

Die Bundesregierung hat eine Reform der Restschuldbefreiung angeschoben. Künftig soll es schon binnen Drei Jahren möglich sein, sich mittels einer Privatinsolvenz zu entschulden: Ohne, dass man ein Mindestmaß an Forderungen erfüllen muss. Aber es gibt neue Hürden.

In Deutschland gelten rund 7 Millionen Menschen als verschuldet: Entgegen dem Klischee passiert das oft, ohne dass die Betroffenen das Geld verschwendet haben. Laut Statistischem Bundesamt, das Daten der Schuldnerberatungsstellen auswertet, sind es vor allem Lebenskrisen, die in die Schuldenfalle führen: Ereignisse wie Unfall und Krankheit, Arbeitslosigkeit, der Tod eines Ehepartners oder sogar eine Scheidung. Bricht eine wichtige Einnahmequelle weg oder kann eine Person nichts mehr zu den Finanzen beisteuern, können plötzlich Kredite und Rechnungen nicht mehr bedient werden.

Ein Mittel, um aus dem Schlamassel wieder rauszukommen, ist die Privatinsolvenz: auch bekannt als Verbraucherinsolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung. Diese erlaubt es, dass man sich innerhalb einer bestimmten Frist von den Schulden befreit. Wer davon Gebrauch macht, muss zwar nicht befürchten, dass er bzw. sie komplett mittellos dasteht: Aber Entbehrungen sind wahrscheinlich. Eine Pfändungsfreigrenze sorgt dafür, dass zumindest ein gewisses Existenzminimum zum Leben bleibt. Diese Grenze liegt aktuell für eine alleinstehende Person bei circa 1.140 Euro im Monat: auf das Geld haben Gläubiger keinen Zugriff.

35-Prozent-Hürde entfällt

Bisher dauerte es in der Regel sechs Jahre, bis man die Privatinsolvenz durchgestanden hatte: Doch die EU hat eine Richtlinie beschlossen (2019/1023), wonach eine Entschuldung schneller möglich sein soll. Nur noch drei Jahre soll ein solches Verfahren künftig dauern. Die Bundesregierung ist verpflichtet, die Richtlinie bis zum 17. Juli 2021 in nationales Recht zu gießen. Bisher hat sie sich Zeit gelassen, denn eigentlich sollte die Reform schon in diesem Jahr umgesetzt werden. Nun sollen die neuen Regeln aber zum 1. Januar 2021 umgesetzt werden, wie übereinstimmend mehrere Medien berichten.

Neu ist, dass für eine Entschuldung binnen drei Jahren keine Mindest-Hürde mehr existiert. Zwar war es auch bisher schon möglich, sich in 36 Monaten zu entschulden. Hierfür mussten die Betroffenen aber mindestens 35 Prozent ihrer Schuldenlast zurückzahlen. Viele scheiterten daran.

Somit wird eine Entschuldung zwar erleichtert – der Gesetzgeber setzt aber neue Hürden, um Missbrauch zu verhindern. So müssen nun auch Schenkungen abgetreten werden, um erfolgreich ein solches Verfahren zu durchlaufen. Laut Handelsblatt komme zudem nicht in den Genuss des verkürzten Verfahrens, wer es vorsätzlich unterlasse eine Arbeit anzunehmen. Hier könnten ähnlich strenge Regeln wie bei Hartz IV drohen. Neben Privatpersonen soll die Reform auch Selbstständige und Unternehmen umfassen.

Vorsorgen ist besser als Entschulden

Aber natürlich geht es erst einmal darum, es erst gar nicht zu einer hohen Schuldenlast kommen zu lassen. Und hier bietet auch die Versicherungswirtschaft verschiedene Möglichkeiten, sich finanziell abzusichern. Eine Risikolebensversicherung empfiehlt sich zum Beispiel, um Hinterbliebene nicht mit einem Schuldenberg alleinzulassen, wenn man doch zu früh aus dem Leben scheidet. Und mit einer Berufsunfähigkeits-Police kann man vorsorgen für den Fall, dass es im Job nicht mehr weitergeht. Auch andere Invaliditäts- und Krankheitsvorsorgen wie z.B. eine Schwere-Krankheiten-Versicherung können hier ein Baustein für finanzielle Sicherheit sein.

Wer bereits merkt, dass die Schuldenlast überhand nimmt, sollte sich zudem rechtzeitig beraten lassen. Auch das Gespräch mit den Gläubigern sollte man suchen, statt die Rechnungen einfach ungeöffnet zu lassen. Die Vereinbarung von Ratenzahlungen kann zum Beispiel eine Lösung sein. Ganz wichtig: Hierbei sollte auf die Seriosität von Angeboten geachtet werden. Nicht wenige Anbieter werben mit einem neuen Kredit ohne Schufa-Eintrag: Hier sind die Zinsen und Vertragsbedingungen oft zum Nachteil des Verbrauchers ausgelegt.

Werden Menschen berufsunfähig, sind meistens psychische Störungen Ursache. Das belegt eine Analyse des viertgrößten Lebensversicherers in Deutschland.

Die Debeka zählt zu den größten Versicherern in Deutschland. 2019 zahlte der Versicherer insgesamt 61,7 Millionen Euro Rente an Menschen, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen. Bei dem Versicherer waren das immerhin 7.200 Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihrer Arbeit nicht oder nur teilweise nachgehen konnten. Insgesamt haben 506.000 Personen bei dem Koblenzer Unternehmen eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Um die Hauptursachen für Berufsunfähigkeit herauszufinden, hat der Versicherer die Daten für die rund 1.000 neu eingetretenen BU-Leistungsfälle ausgewertet. Dabei zeigte sich folgendes Bild:

Erkrankungen der Psyche waren in 44,1 Prozent der Fälle Grund für die Berufsunfähigkeit und sind damit der Hauptgrund. Deutlich weniger oft waren Tumore (gut- und bösartig) der ausschlaggebende Grund. Das war “nur” in 15,7 Prozent der Fälle so. Drittwichtigste BU-Ursache sind mit 12,6 Prozent Erkrankungen des Bewegungsapparates (Rücken, Gelenke, usw.).

Im Wesentlichen bestätigt der Versicherer mit dieser Bestandsauswertung Zahlen, die das Analysehaus Franke und Bornberg im Sommer 2020 vorlegte. Auch dort dominieren psychische Erkrankungen das Feld der BU-Leistungsauslöser. Allerdings sind die Abstände zwischen den Auslösern nicht so deutlich, wie in der Debeka-Auswertung.

Branchenweit sind psychische Erkrankungen in 26,64 Prozent der Fälle leistungsauslösend. Auf dem zweiten Rang finden sich die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes mit 23,76 Prozent. Tumore und Geschwulste kommen auf Platz 3. Sie sind in 19,11 Prozent der BU-Fälle ursächlich.

Wer eine staatlich geförderte zusätzliche Altersvorsorge unterhält, muss vom Versicherer klar über die damit verbundenen Kosten aufgeklärt werden. Andernfalls können Kostenerstattungen fällig werden.

Abschluss- und Vertriebskosten sind ein häufiger Streitpunkt bei Altersvorsorgelösungen. So auch im vorliegenden Fall. Ein Mann hatte 2010 einen Riester-Vertrag bei der AachenMünchener abgeschlossen. Im Vertrag hieß es zu den damit verbundenen Kosten: “Die Abschluss- und Vertriebskosten Ihrer Versicherung entfallen grundsätzlich nach spätestens 5 Jahren.” Von dieser Regelung sollten auch Erhöhungen durch Sonderzahlungen ergriffen sein.

Doch die Standmitteilungen, die der Mann erhielt, wichen erheblich von den vertraglich festgehaltenen Kosten ab. Auch der Vermittler konnte nicht mit einer transparenten Kostenaufstellung glänzen. Nachdem sich der Versicherer uneinsichtig zeigte, zog der Mann schließlich vor Gericht.

Die Richter am Amtsgericht Syke (Az. 25 C 830/18) bestätigten den Mann in seiner Rechtsauffassung. In einem Anerkenntnis-Urteil stellte das Gericht klar, dass der Versicherer nach fünf Jahren keine weiteren Abschluss­kosten mehr vom Beitrag “in Abzug bringen darf und sich dieses Verbot auch auf die jähr­lichen staatlichen Zulagen erstreckt”. Der Versicherer musste die zu viel erhaltene Summe i.H.v. 219,- Euro zzgl. Zinsen zurückzahlen.

Die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest raten deshalb, zu überprüfen, ob die Darstellung der Abschluss- und Vertriebskosten im Vertrag von den ersten Standmitteilungen nach Vertragsabschluss stark von einander abweichen.

Die Rente ist knapp aber Neben- und Instandhaltungskosten steigen. Lohnt sich dann ein Verrentungsmodell für die eigene Wohnimmobilie? Welche Möglichkeiten es gibt und worauf dabei geachtet werden sollte.

In den Metropolregionen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf klettern die Immobilienpreise. Allein vom 2. Quartal 2019 bis zum 2. Quartal 2020 verzeichnete das Statistische Bundesamt in den genannten Städten einen Preisanstieg bei Eigentumswohnungen um 6,1 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern waren es sogar 6,5 Prozent.

Vor diesem Hintergrund kann die Verrentung der Immobilie für Eigentümer eine interessante Möglichkeit sein. Bei solchen Modellen verkauft der Eigentümer zwar sein Haus oder seine Wohnung, behält aber ein lebenslanges Wohnrecht. Der Verkaufserlös wird in Form einer monatlichen Rente ausbezahlt.

Am Markt werden verschiedene Verrentungsmodelle angeboten. Doch gleich, für welches Modell sich ein Eigentümer interessiert: Ein fundiertes Wertgutachten bildet die wichtigste Entscheidungsgrundlage.

Verschiedene Modelle zur Immobilien-Verrentung

Zeitrente: Der Kaufpreis gilt nach einem zuvor festgelegten Zahlungszeitraum als getilgt. Im Todesfall des Verkäufers, wird der monatliche Zahlbetrag bis Laufzeitende an die Erben entrichtet.

Leibrente: Bei diesem Modell endet die monatliche Zahlung bei Tod des Verkäufers.

Solche Verrentungs-Varianten können sehr individuell ausgestaltet werden: Etwa der Zeitpunkt der Immobilienübergabe oder dem Beginn der Rentenzahlung. Das Wohnrecht kann auch zeitlich begrenzt werden.

Findet die Immobilienverrentung auf Nießbrauchsbasis statt, kann das Wohnrecht auch wirtschaftlich genutzt werden, indem das betreffende Objekt vermietet wird.

Möglich sind auch Verkäufe mit Rückvermietung. Der Verkäufer erhält dabei eine Einmalzahlung und mietet künftig seine alte Wohnung. Dabei sind Mieterhöhungen ausgeschlossen.

Soll für den Verkäufer oder dessen Erben ein Rückkaufrecht gesichert werden, kann sich eine Verrentung durch Teilverkauf anbieten. Der Immobilienverkläufer erhält dabei ein lebenslanges Nießbrauchsrecht, ist weiterhin für die Instandhaltung der Immobilie verantwortlich und entrichtet einen monatlichen Nießbrauchszins an den Käufer.

Eine Private Krankenversicherung weigerte sich, die Kosten für ein Hörgerät in voller Höhe zu erstatten und argumentierte, das Hilfsmittel sei nicht medizinisch notwendig. Dagegen richtete sich die Klage des Versicherten. Wie die Richter entschieden und welche Grundsätze zur Anwendung kamen.

Ein wichtiger Leistungspunkt in der Privaten Krankenversicherung betrifft Heil- und Hilfsmittel. Dazu gehören auch Hörgeräte. Unter welchen Umständen die Kosten für Gerät und Anpassung von der Privaten Krankenversicherung erstattet werden, war Gegenstand in einer juristischen Auseinandersetzung.

Das Hörgerät eines Rentners war defekt und ein neues Gerät sollte angeschafft werden. Doch das erwies sich als schwieriger als gedacht. Insgesamt waren mehr als 17 Anpassungssitzungen nötig, bis schließlich ein Hörgerät gefunden wurde.

Die Private Krankenversicherung weigerte sich allerdings, die vollen Kosten i.H.v. 3.970 Euro zu übernehmen. Stattdessen sollte ein Teilbetrag (2.600 Euro) erstattet werden. Die Differenz – immerhin 1.370 Euro – hätte der Rentner selbst aufbringen müssen.

Tatsächlich können vom Arzt verordnete Hilfs- oder Heilmittel das medizinisch notwendige Maß im Sinne von § 5 MB/KK 2009 übersteigen, wenn

  • das Hilfsmittel über Zusatzfunktionen oder Ausstattungen verfügt, die nicht benötigt werden
  • zugleich preiswertere Heil- bzw. Hilfsmittel zur Verfügung stehen.

In einem solchen Fall würde Überversorgung vorliegen. Beweispflichtig dafür ist der Versicherer. Diesen Beweis konnte der Versicherer im Verfahren nicht erbringen. Stattdessen bestätigte ein Sachverständiger, dass der Patient das Hörgerät braucht. Die Schwerhörigkeit des Mannes sei sogar so erheblich, dass sogar eine Hörprothese indiziert wäre, so der Sachverständige.

Die Richter am zuständigen Amtsgericht Dortmund (Az.: 404 C 4473/19) schlossen sich dieser Sichtweise an und entschieden, dass der Mann einen Anspruch auf volle Kostenerstattung für sein Hörgerät hat.

Die Angst vor Wohnungseinbrüchen ist die größte Angst für ein Viertel der Deutschen bezogen auf kriminelle Übergriffe. Dennoch wird kaum in Schutzmaßnahmen investiert. Schlimmer noch: Dass der Staat Präventionsmaßnahmen fördert, ist nahezu unbekannt.

Laut jüngster Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Wurden 2018 noch 97.504 Einbrüche gemeldet, ging die Zahl 2019 auf 87.145 Fälle zurück. Doch das allein ist kein Grund zum Feiern. Zum einen ist jeder Einbruch einer zu viel. Zum anderen steigt die Schadensumme. Sie lag 2018 noch bei 260,7 Millionen Euro und kletterte 2019 auf 291,9 Millionen Euro – bei weniger Fällen!

Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass Einbrüche in Wohnung oder Haus für ein Viertel der Deutschen die größte Angst bezogen auf kriminelle Übergriffe ist. Noch mehr fürchten die Deutschen nur Gewalt und Körperverletzung.

Und trotzdem nutzt knapp die Hälfte der Befragten keine speziellen Absicherungssysteme, um die eigene Wohnung oder das Haus zu schützen. 64 Prozent der Befragten planen keine Investitionen in Einbruchschutz innerhalb der nächsten 12 Monate.

Gefragt nach den Quellen, die genutzt werden, um sich über Einbruchschutz-Maßnahmen zu informieren, geben die Befragten Folgendes an:

  • Polizei: 47 %
  • Internet: 43 %
  • Sicherheitsfachgeschäft: 36 %
  • Umfeld, Freunde, Verwandte: 22 %
  • Versicherung: 18 %
  • Baumarkt: 10 %
  • Sonstiges: 1 %
  • Weiß nicht / keine Angabe: 14 %

Etwas überraschend ist allerdings, dass die große Mehrheit der Befragten – nämlich 67 Prozent – angibt, nicht gewusst zu haben, dass der Staat die Einbruchschutz-Prävention finanziell fördert. 18 Prozent geben zwar an, davon schon einmal gehört zu haben, es aber nicht genau zu wissen. 10 Prozent wussten davon und nur 2 Prozent der Befragten haben bereits solche Förderungen in Anspruch genommen.

Einer der wichtigsten Förderer von Investitionen in Einbruchschutzmaßnahmen ist die KfW.

Über die Studie:
Vom 14.09. – 16.09.2020 wurden 2.082 Menschen befragt. Basis ist eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Durchgeführt wurde die Studie von YouGov im Auftrag von ABUS.

Die Corona-Maßnahmen in Deutschland werden wieder verschärft. Eine Folge: Der ohnehin boomende Onlinehandel wird in der Weihnachtszeit zunehmen. Doch damit steigen auch die Chancen für Cyber-Kriminelle. Ein Experte benennt die fünf häufigsten Betrugsmuster beim Online-Shopping.

Mit dem erneuten Lockdown wird ein Großteil des Weihnachtsgeschäfts auf den Onlinehandel entfallen. Doch damit erhöhen sich auch für Betrüger die Chancen. Auf welche Warnsignale geachtet werden sollte und wie man sich vor Kriminellen im Web schützt, hat Daniel Markuson, Experte for digitale Privatsphäre bei NordVPN, zusammengestellt. Das Unternehmen bietet u.a. Verschlüsselungsdienste an.

Die häufigsten Betrugs-Methoden im Internet

  1. Information von der Bank
    
Betrüger fälschen E-Mails von Banken und behaupten darin, dass der Kauf, den die Opfer getätigt haben, nicht bearbeitet werden konnte. Gewillt, die Bezahlung endgültig abzuschließen, klicken die Opfer auf den Link und geben ihre Bankdaten auf einer gefälschten Bankwebseite ein, die exakt so aussieht wie das Original. Auf diese Weise geben die Opfer ihre gesamten Bankdaten an die Betrüger weiter.
  2. “Ihre Bestellung wurde abgebrochen”
    
Diese Betrügereien können so weit gehen, dass dabei behauptet wird: “Entschuldigen Sie, die Bestellung ist nicht mehr auf Lager. Ihre Bestellung wurde abgebrochen. Um eine Rückerstattung zu beantragen, klicken Sie bitte hier.” Sobald das Opfer auf den Link klickt, wird es gebeten, die Daten der Kreditkarte einzugeben, auf die die Rückerstattung überwiesen werden soll – was damit endet, dass das Bankkonto geleert wird.
  3. Ähnlich aussehende Seiten
    
Amazoŋ.com, eday.com, googIe.comv – den meisten Nutzern fallen die Abweichungen der Adresszeile nicht auf, solange das Design der Webseite echt aussieht. Sie führen die Zahlungen für ihre Produkte im Einkaufswagen durch, und am Ende werden sie dann ausgeraubt.
  4. Erneuern Sie für die getätigten Einkäufe Ihre Mitgliedschaft
    
Sobald man seine Einkäufe beendet hat, senden Betrüger eine E-Mail und behaupten, dass die Amazon Prime Mitgliedschaft abgelaufen ist und man deshalb keinen Rabatt erhalten könne. Damit die Produkte also geliefert werden können, muss man die Mitgliedschaft erneuern. Am Ende wird das Opfer dazu verleitet, seine Bankdaten preiszugeben.
  5. Gefälschte Rechnungen
    
Wenn die Leute mehr Überweisungen als normalerweise tätigen, kann es schnell passieren, dass man gefälschte Rechnungen bezahlt. Diese Art von Betrug nennt man Authorised Push Payment (APP). Die Opfer können die Bezahlung nicht rückgängig machen, sobald sie merken, dass sie reingelegt wurden.

Die Coronakrise hat in Deutschland für einen Digitalisierungsschub gesorgt: Schnell wurden Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet und digitale Geschäftsprozesse gefördert, Videokonferenzen ersetzten das Gespräch vor Ort. Unternehmen versuchten durch das Nutzen neuer digitaler Wege, die eh verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen abzumildern. Was aus der Not geboren wurde, offenbarte hierbei auch Chancen: Eine neue Arbeitskultur verspricht auch für die Zukunft mehr Flexibilität. Aber durch die größte Work-from-home Situation der Geschichte entstehen auch existenzbedrohende Gefahren für Unternehmen.

Denn kriminelle Hacker schlafen nicht, sondern versuchen, die neue Situation für sich auszunutzen. Sind doch die Heimsysteme oft weniger sicher als die oft gut und professionell gewarteten Systeme der Firmen. Insbesondere die Cloudnutzung oder die Nutzung nicht geprüfter Apps oder Plattformen birgt eine hohe Gefahr. Auch sind Mitarbeiter zuhause anfälliger für Fehlverhalten wie das Öffnen schädlicher Mails. Und gerade die Angst vor Corona machen sich Angreifer zunutze.

Kriminelle spekulieren geschickt auf menschliche Schwächen

Das zeigte nun auch die Studie eines Unternehmens, das sich auf Sicherheitstechnik spezialisiert hat: Fehlende Abstimmungswege oder mangelnde Kommunikations- und Austauschmöglichkeiten schaffen neue Gefahren. So nutzten Cyberkriminelle ganz gezielt die Angst vor Corona, indem sie zu Beginn der Coronakrise beispielsweise gefälschte Anträge für Kurzarbeit oder gefälschte Corona- Warnungen per E-Mail versendeten. Im Anhang oder hinter Links verbarg sich aber kein behördliches Schreiben, sondern Schadsoftware wurde auf die Rechner geladen. Hierdurch drangen Angreifer in die Betriebssysteme ein.

Zum Teil dienten die Angriffe der Erpressung: Durch so genannten Ransomware (“Ransom” = “Lösegeld”) wurden Daten des Unternehmens wie Kunden- und Geschäftsdaten verschlüsselt, um sie nur gegen Zahlung eines oft hohen Lösegeldes wieder freizugeben. Die EU-Strafbehörde Europool betrachtet Ransomware mittlerweile als größte Bedrohung durch Cyberkriminalität, da oft Lösegeldforderungen in Millionenhöhe erhoben werden. Auch handeln kriminelle Hacker mittlerweile mit den schädlichen Programmen und verkaufen sie an andere Kriminelle.

Es sind aber auch Fälle bekannt, bei denen Kriminelle tatsächlich durch Missbrauch von Unternehmensdaten versuchten, sich Hilfs- und Fördergelder der Coronakrise im Namen eines Unternehmens zu ergaunern: Hierzu dient das Auslesen der Daten nach Eindringen in die Betriebssysteme. Auch Phishing- Attacken sind eine Bedrohung: Die Angreifer versuchen, empfindliche Daten wie Zugangsdaten und Passwörter zum Schaden der Opfer “abzufischen”. Und Denial-of-Service (DoS)-Angriffe zerstören die Verfügbarkeit von Daten, Diensten und Systemen oder von ganzen Netzen oft komplett.

Cyberangriffe können existenzbedrohend sein

Die Folgen derartiger Angriffe sind oft verheerend: Lieferketten werden unterbrochen, Teile können nicht an- und Waren nicht ausgeliefert werden. Verträge werden nicht eingehalten. Oft gehen wichtige Daten – selbst bei Zahlung eines Lösegelds – unwiederbringlich verloren. Zum Teil muss bis zur Behebung des Schadens der Betrieb ruhen, obwohl Rechnungen beglichen, Mitarbeiter bezahlt werden müssen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden solche Szenarien schnell existenzbedrohend.

Die neue Gefahr ist im Bewusstsein der Unternehmen auch angekommen: Laut der Studie eines großen Versicherers unter kleinen und mittleren Unternehmen hat die Angst vor Cyberattacken mittlerweile die Angst vor anderen Risiken – zum Beispiel menschliches Versagen im eigenen Unternehmen oder Einbruch – abgelöst. Und dennoch verfügen viele Unternehmen noch nicht über genügend Versicherungsschutz: Erst dreizehn Prozent der Unternehmen in der besagten Studie gaben an, bereits eine Cyberversicherung abgeschlossen zu haben.

Guter Rat ist nötig

Eine gute Cyberversicherung muss verschiedenes leisten können. Betriebsunterbrechungen durch einen Cyberangriff sollten abgedeckt sein. Auch sollten Folgen eines Kreditkarten- und Kontenmissbrauchs durch den Versicherungsschutz bedacht werden. Und die Versicherung sollte auch Leistungen enthalten, um vor Identitätsdiebstahl zu schützen oder um die Reputation beim Kunden wiederherzustellen. Unternehmen ohne Versicherungsschutz vor Cybergefahren sollten sich also dringend und Rat suchend an Experten wenden – gerade in Zeiten von Homeoffice durch Corona.