Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Altersvorsorge aus? Diese Frage lässt sich zwar noch nicht seriös beantworten. Aber bereits jetzt steht fest: Vor allem jüngere Arbeitnehmer befürchten Einschnitte bei ihrer Rente.

Negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Altersversorgung befürchten zwar Arbeitnehmer aller Generationen, doch besonders skeptisch sind die 18-29-Jährigen. So rechnen 72 Prozent der Arbeitnehmer mit negativen Folgen der Corona-Pandemie für die Rente. In der Altersgruppe der bis 29-Jährigen liegt dieser Wert mit 81 Prozent deutlich höher. Bei Arbeitnehmern, die 60 Jahre oder älter sind, liegt dieser Wert immer noch bei 60 Prozent. Ermittelt wurden diese Werte innerhalb der Studie “Generationengerechtigkeit und Altersversorgung” des Dienstleistungsunternehmens Aon.

Arbeitgeber sind deutlich entspannter

In den Ergebnissen zeigt sich auch, dass Arbeitgeber weniger skeptisch sind. 40 Prozent der befragten Arbeitgeber erwartet überhaupt keine negativen Folgen für die Altersversorgung. Einschnitte, die nur die ältere Generation betreffen könnten, sehen sie gar nicht. Aber immerhin rechnen noch über die Hälfte der Arbeitgeber (53 %) mit Auswirkungen, die entweder nur die jüngeren oder alle Altersgruppen gleichermaßen betreffen.

Die Auswirkungen von Corona dürften vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern den generell vorhandenen Unmut über die künftige Altersversorgung verstärken. 72 Prozent der Arbeitnehmer erkennen Ungerechtigkeiten zwischen Jung und Alt im deutschen Rentensystem. Für Arbeitgeber ist das eine klare Aufforderung zum Handeln, denn die betriebliche Altersversorgung könnte die Situation entschärfen: 61 Prozent der Arbeitnehmer sehen das so, bei den Arbeitgebern sind es sogar 71 Prozent.

Über die Studie:
Das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Aon führte die repräsentative Umfrage im Frühjahr 2021 durch. Befragt wurden rund 1.000 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Ergänzend dazu fand eine Befragung von 119 Verantwortlichen in Unternehmen zum Thema statt.

Moderne Bedingungswerke von Berufsunfähigkeitsversicherungen wollen mit ihren Kunden ‚mitwachsen‘ und bieten dafür sogenannte Nachversicherungsgarantien an. Die können zum Beispiel für Studierende nach ihrem Abschluss wichtig sein. Doch dabei ist auf Fristen zu achten!

Mit sogenannten ‚Nachversicherungsgarantien‘ wollen Versicherer u.a. sicherstellen, dass ihr Produkt mit den Entwicklungen im Leben eines Versicherten Schritt hält. So kann der Versicherungsschutz bei verschiedenen Anlässen im Leben erweitert werden – und das ohne erneute Gesundheitsprüfung. Der Vorteil für den Kunden: Der einmal festgestellte Gesundheitsstatus bleibt dann für die Prämienberechnung der Versicherung erhalten. Erkrankungen, die in der Zwischenzeit aufgetreten sind, können sich also nicht in Form von Ausschlüssen oder Zuschlägen auswirken.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich also ebenfalls, möglichst früh mit der Absicherung der Arbeitskraft zu beginnen und beim Abschluss einer Lösung auf umfangreiche Nachversicherungsgarantien zu achten.

Die Nachversicherung kann beispielsweise bei folgenden Lebensereignissen greifen:

  • Gehaltserhöhung
  • Eheschließung
  • Geburt von Kindern
  • Immobilien-Erwerb
  • Wechsel in die Selbstständigkeit

Erfolgreicher Studienabschluss berechtigt zur Nachversicherung

Ein weiteres Lebensereignis, das die Nachversicherungsgarantie auslösen kann, ist der erfolgreiche Abschluss eines Studiums. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes gelang das 2020 rund 477.000 Hochschul-Absolventen.
Doch aufgepasst! Die Nachversicherungsgarantie muss innerhalb bestimmter Fristen in Anspruch genommen werden. Die Fristenregelung unterscheidet sich je nach Tarif und Anbieter. Meistens beträgt sie zwischen drei und sechs Monate nach Ende des Studiums.

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Nur jeder achte Erwerbstätige möchte bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze arbeiten. Ohne Privatvorsorge wird sich dies aber kaum realisieren lassen: Wer zeitiger in den Ruhestand will, sollte schon zeitig diesen Schritt planen.

Gesetzliche Rentenversicherung in der Krise: Es muss länger gearbeitet werden

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) befindet sich aufgrund des demografischen Wandels in einer Krise. Müssen doch immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen. Aus diesem Grund wurde – mit dem RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz – bereits die schrittweise Erhöhung des Regelrentenalters auf 67 Jahre beschlossen. Der Übergang zur “Rente mit 67” ist 2031 abgeschlossen. Und dennoch drohen weitere Anhebungen. So rät die Deutsche Aktuarvereinigung zum Beispiel aktuell, die Regelaltersgrenze an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Demnach ist eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters keineswegs unrealistisch.

Die Mehrheit der Erwerbstätigen will vor dem 63. Lebensjahr ausscheiden

Fragt man aber die Bevölkerung nach ihren Wünschen, trifft ein höheres Renteneintrittsalter auf wenig Gegenliebe. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Erwerbstätigen (53 Prozent) möchte schon vor dem 63. Lebensjahr aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Nur jeder Achte plant überhaupt eine Erwerbstätigkeit bis zum regulären Renteneintrittsalter.

Das ergab nun auch eine aktuelle Umfrage von Civey unter 2.500 Erwerbstätigen, durchgeführt im Auftrag des Demographie Netzwerks (DDN). In der jüngsten Kohorte der 18- bis 29-Jährigen wollen sogar über 60 Prozent noch vor dem 61. Lebensjahr aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die Wünsche stehen konträr zur tatsächlichen Situation.

Viele trauen sich ein Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze nicht zu

Ein Grund, warum sich viele Befragte ein zeitiges Ausscheiden wünschen: Sie trauen sich ein Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze schlicht nicht zu. So erwartet mit 52 Prozent eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer, schon bis zum Alter von 65 Jahren nicht mehr in der Lage zu sein, weiterzuarbeiten.

Auf die Frage, was getan werden müsste, damit die Befragten länger arbeiten, lauteten Hauptantworten: “weniger körperliche Belastung und weniger Stress” (40 Prozent) sowie “mehr Flexibilität bezüglich der Arbeitszeit” (34 Prozent). Die Macher der Studie pointieren deswegen: Wolle man Menschen länger im Erwerbsleben halten, müssten Arbeitsbedingungen vielerorts verbessert werden.

Zeitigerer Ruhestand: Kaum vorstellbar ohne Privatvorsorge

Wie aber kann ein zeitiger Rentenaustritt gelingen, wenn – wie durch die Studie gezeigt – nur jeder Achte überhaupt bis zur Regelaltersgrenze arbeiten will? Ohne private Vorsorge wird dies kaum möglich sein. Denn eines sehen die Befragten realistisch: Mehr als die Hälfte meint, das Geld der Rente würde selbst dann nicht ausreichen, wenn bis zur Regelaltersgrenze gearbeitet wird.

Lässt doch eine sinkende Zahl an Beitragszahlern auch ein sinkendes Rentenniveau erwarten. Zudem drohen bei früherem Ruhestand hohe Abschläge. Pro Monat, den man früher in Rente geht, beträgt der Abschlag 0,3 Prozent auf den monatlichen Rentenbetrag. Geht man ein Jahr früher in Rente, muss man 3,6 Prozent Abschlag in Kauf nehmen.

Ein frühzeitiger Ruhestand sollte also sorgfältig geplant und mit der nötigen Privatvorsorge abgesichert sein. Verschiedene Möglichkeiten gibt es hierfür – zum Beispiel eine private Rentenversicherung oder auch ein Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Wer vorsorgt, kann auch von staatlicher Förderung oder steuerlichen Vorteilen profitieren. Guter Rat bei einer Expertin oder einem Experten ist also dringend angebracht.

Aufgrund welcher Risiken drohen Unternehmen Rechtsstreitigkeiten? Das zeigt eine Auswertung von etwa 92.000 Leistungsfällen, die ein großer Rechtsschutzversicherer ausgewertet hat.

Rechtsrisiken drohen auch Selbstständigen und Unternehmern. Eine Auswertung von über 92.000 Leistungsfällen zeigt, in welchen Rechtsgebieten es besonders häufig zu Konflikten kommt:

  • Das größte Risiko für Unternehmen liegt der Auswertung zufolge in Konflikten um Verträge. Vereinbarungen werden nicht eingehalten oder unberechtigte Forderungen erhoben. Das kann Waren Ein- und Verkauf betreffen, Finanzierungs- oder Leasingverträge oder auch Vereinbarungen mit Dienstleistern. Roland Rechtsschutz regulierte 23.500 solcher Konflikte und damit etwa 2.500 mehr als im Vorjahr.
  • Ordnungswidrigkeiten wie Falschparken oder gar Straftaten wie zum Beispiel Nötigung durch Drängeln kommen immer wieder vor – und haben oft ein rechtliches Nachspiel. Mit 22.000 Fällen belegt der Straßenverkehr den zweiten Platz unter den häufigsten Rechtsstreitigkeiten für Unternehmen. Dies sind gut 1.000 Fälle weniger als im Jahr zuvor, was mit den Corona-Lockdowns und dem gesunkenen Verkehrsaufkommen zusammenhängen könnte.
  • Etwa 16.900 Fälle sind auf arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen zurückzuführen. Abmahnungen, Kündigungen, Abfindungen, Gewinnbeteiligungen oder Wettbewerbsverbote können zu Unstimmigkeiten führen. Konflikte in diesem Bereich bilden das drittgrößte Rechtsrisiko für Unternehmen.
  • Mängel festgestellt, Ware beschädigt – Konflikte um Schadenersatz sind das viertgrößte Rechtsrisiko für Unternehmen. Der Versicherer unterstütze seine Gewerbekunden bei 9.500 Schadenersatzforderungen.
  • Mieterhöhung oder der Vorwurf einer Lärmbelästigung? Rechts-Konflikte rund um die Immobilie vervollständigen die Liste der fünf größten Rechtsrisiken für Unternehmen. 8.800 Fälle wurden in diesem Rechtsgebiet reguliert.

Wie entwickelte sich das Kündigungsverhalten von Verbrauchern während der Pandemie? Dieser Frage ging der Vertragsmanager Volders nach. Welche Branchen am ehesten von Kündigungen betroffen sind und warum der ‚Rotstift‘ angesetzt wird.

Um herauszufinden, wie sich das Kündigungsverhalten während der Corona-Pandemie entwickelte, wertete Volders rund 993.000 Kündigungen aus, die über den Dienst zwischen Januar 2020 und August 2021 eingereicht wurden. Zudem floßen die anonymisierten Daten von circa 2.040.000 Nutzern des digitalen Vertragsmanagers in die Untersuchung ein.

Den Ergebnissen zufolge ist die Telekommunikationsbranche am stärksten von Kündigungen während der Pandemie betroffen. Fast ein Viertel der Kündigungen während der Pandemie ging bei Telekommunikationsanbietern ein (23,5 Prozent). Mit etwas Abstand folgt die Versicherungsbranche. Elf Prozent der Vertragskündigungen betreffen Assekuranzen. Die Absicherung von Risiken fällt damit eher dem ‚Rotstift‘ zum Opfer als die Mitgliedschaft im Fitness-Studio oder jene bei Streaming-Diensten wie Netflix oder Spotify.

Häufigste Gründe für Kündigungen

Bei den Ursachen für das vorzeitige Vertragsende werden am häufigsten ‚finanzielle Gründe‘ angegeben (27 Prozent). In 10 Prozent der Kündigungen wird angegeben, dass kein Interesse oder kein Bedarf mehr für die Dienstleistung besteht. Fast fünf Prozent der Kündigungen erfolgen wegen eines Umzugs, circa vier hingegen das schlechte Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei drei Prozent der Vertragsbeendigungen war der Auslöser, dass der Service oder das Produkt nicht den Erwartungen entsprochen hat.

Bevor ein laufender Versicherungsvertrag gekündigt wird, sollten alle Alternativen ausgeschöpft sein. So boten während der Corona-Krise fast alle Anbieter Beitragsfreistellungen an. Zudem sollte mit einem Experten geprüft werden, wie sich die Kündigung auswirkt.

Betriebsrente: Zählt die Versicherungsprämie für eine Entgeltumwandlung mittel Direktversicherung zum pfändbaren Einkommen? Darüber befand das Bundesarbeitsgericht (BAG).

Hintergrund der Entscheidung ist ein Ehescheidungsverfahren. Im Rahmen der Scheidung kam es zu einer Vereinbarung über die Aufteilung von Schulden aus einem laufenden Bauprozess. In diesem Zusammenhang wurde die Ex-Frau im Wege eines familiengerichtlichen Versäumnisbeschlusses zur Zahlung von 22.679,60 Euro nebst Zinsen an den Mann verpflichtet.

Mit diesem Beschluss im Rücken erwirkte der Mann einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss über das gegenwärtige und zukünftige Arbeitseinkommen seiner Ex-Frau, der dem Arbeitgeber der Frau im November 2015 zugestellt wurde.

Im Mai 2016 schlossen nun Arbeitgeber und die Frau eine Vereinbarung zur Entgeltumwandlung. Deren Gegenstand: eine betriebliche Altersversorgung via Direktversicherung. Versicherungsnehmer war der Arbeitgeber, Begünstigte die Frau. Der Arbeitgeber leistete einen Monatsbeitrag in Höhe von 248,- Euro. Diesen Betrag ließ der Arbeitgeber bei der Ermittlung des pfändbaren Einkommens der Frau unberücksichtigt.

Dagegen richtete sich die Klage des Ex-Mannes. Er vertrat die Auffassung, dass die Entgeltumwandlung das pfändbare Einkommen seiner Ex-Frau nicht reduziere. Den Abschluss der Entgeltvereinbarung nach Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses hielt er für eine Verschleierung des Arbeitseinkommens (§ 850h ZPO).

BAG sieht keine Verschleierung

Dieser Rechtsauffassung konnten sich die Richter am Bundesarbeitsgericht nicht anschließen. Im Urteil stellten sie klar: “Vereinbaren die Arbeitsvertragsparteien, dass der Arbeitgeber für den/die Arbeitnehmer/in eine Direktversicherung abschließt und ein Teil der künftigen Entgeltansprüche des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin durch Entgeltumwandlung für seine/ihre betriebliche Altersversorgung verwendet werden, liegt insoweit grundsätzlich kein pfändbares Einkommen iSv. § 850 Abs. 2 ZPO mehr vor.”

Der Umstand, dass die Entgeltumwandlungsvereinbarung erst nach Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses getroffen wurde, ändere daran nichts, so die Richter. Begründung: Die Frau machte nur von ihrem Recht auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung Gebrauch. Der in § 1a Abs. 1 Satz 1 BetrAVG dafür vorgesehene Betrag wurde nicht überschritten. Die Entgeltumwandlungsvereinbarung stelle damit keine den Gläubiger benachteiligende Verfügung iSv. § 829 Abs. 1 Satz 2 ZPO dar, so die Richter.

Berufsunfähigkeitsversicherungen könnten zum Jahreswechsel 2021/2022 um bis zu 10 Prozent teurer werden. Woran das liegt.

Zum Jahresbeginn 2022 hat der Gesetzgeber eine wichtige Kalkulationsgröße für Versicherer geändert und den sogenannten Höchstrechnungszins (HRZ) auf 0,25 Prozent abgesenkt. Diese Zinsabsenkung wird aber steigende Prämien zur Folge haben. Das hat folgende Ursache: Versicherer bauen für den den Fall der Berufsunfähigkeit ein Finanzpolster in Höhe der voraussichtlichen Leistungen auf. Dieser Kapitalstock wird in Abhängigkeit vom Höchstrechnungszins verzinst. Fällt dieser niedriger aus, steigen die Beiträge.

Nun bieten sich dem Versicherer verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auf die Zinsabsenkung. Auch Bedingungsänderungen oder Anpassungen bei der Berufseinordnung könnten ebenfalls Folgen der Zinssenkung sein. Doch in einer Marktbefragung gingen 80 Prozent der teilnehmenden Lebensversicherer davon aus, dass die Preise für Berufsunfähigkeits-Policen anziehen werden.

Veränderte Kalkulationsgrundlagen gelten allerdings nur für Neu- und nicht für Alt-Verträge. Wer sich also noch die derzeit geltenden günstigeren Kalkulationsgrundlagen sichern will, sollte bald ein Beratungsgespräch vereinbaren.

Eigenanteile für die Unterbringung im Pflegeheim steigen und steigen. Und die Kosten bedrohen nicht nur die finanzielle Existenz älterer Menschen. Sondern aufgrund des so genannten “Elternunterhalts” haften ebenso leibliche Kinder mit. Sicherheit gegen das “Armutsrisiko Pflege” bietet einzig ein privater Versicherungsschutz.

Eigenanteile fürs Pflegeheim steigen und steigen

Menschen in Deutschland werden immer älter. Schon jetzt haben rund 2,5 Millionen Menschen ein Alter von 85 Jahren oder älter erreicht. Diese Bevölkerungsgruppe wird laut Berechnung des Statistischen Bundesamts (Destatis) auf bis zu 6,5 Millionen Menschen in 2055 ansteigen. Da mit höherem Alter aber das Risiko steigt, auf Pflege angewiesen zu sein, steigt zugleich das Armutsrisiko.

Denn die staatliche Pflegeversicherung deckt Pflegekosten keineswegs ab. Im Gegenteil: Eigenleistungen für die Unterbringung in einem Heim steigen und steigen. Mit Stichtag zum 01.07.2021 zahlen die Deutschen bundesweit durchschnittlich 873 Euro an so genannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteilen (EEE) für die stationäre Unterbringung. Hinzu kommen 791 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 461 Euro anteilige Investitionskosten – macht deutschlandweit im Schnitt 2.125 Euro an monatlichen Eigenleistungen, die gezahlt werden müssen. Und sogar leibliche Kinder haften anteilig für die Summe – müssen sie doch Elternunterhalt zahlen, sobald sie mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdienen.

Sozialpolitische Akteure wie der Sozialverband VdK weisen seit Jahren darauf hin: immer mehr ältere Menschen verarmen bei Pflegebedürftigkeit und sind auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Wer sich gegen das Risiko pflegebedingter Armut absichern will, dem bleibt nur der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung. Drei Produktklassen stehen hierfür zur Verfügung: Die Pflegekostenversicherung, die Pflegetagegeldversicherung oder die Pflegerentenversicherung.

Pflegekostenversicherung: Der Zuschuss zu den Pflegekosten

Wie der Name schon sagt, leistet die Pflegekostenversicherung anteilig für tatsächlich anfallende Pflegekosten. Entweder werden stattliche Leistungen um einen bestimmten Prozentsatz aufgestockt. Oder es werden Kosten bis zu einer bestimmten Höchstgrenze getragen. Jedoch leisten viele Tarife nur für professionelle Pflegedienste. Sie sind daher nicht für Menschen zu empfehlen, die von ihren Angehörigen gepflegt werden wollen.

Pflegetagegeldversicherung: Das Erfolgsprodukt

Die durch private Krankenversicherer angebotene Pflegetagegeldversicherung ist die derzeit verbreitetste private Pflegeversicherung: rund 26,44 Millionen Policen sind laut Statistik des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) im Umlauf. Ab einem bestimmten Pflegegrad – meist ab Pflegegrad zwei – wird ein fest vereinbartes Tagesgeld bezahlt, das mit zunehmendem Pflegegrad ansteigt. Als Einstiegsprodukt sind Pflegetagegeldversicherungen recht günstig, was ihren Erfolg erklärt.

Allerdings können Beiträge für die Policen – wie bei der privaten Krankenversicherung – über die Laufzeit angepasst (und damit auch erhöht) werden. Die Produkte haben eine sehr unterschiedliche Qualität. So ermöglichen zum Beispiel nicht alle Policen, dass der Versicherungsnehmer bei Eintritt eines Pflegegrades beitragsfrei gestellt wird. Allerdings zeigen Produkttests auch immer wieder, dass es viele gute Produkte der Pflegetagegeldversicherung auf dem Markt gibt.

Pflegerente: Die Sicherheit mit Hinterbliebenenschutz

Die Pflegerentenversicherung wird durch Lebensversicherer angeboten: Bei Eintritt eines bestimmten Pflegegrades wird eine lebenslange Rente garantiert. Zwar sind Prämien für dieses Produkt recht teuer. Jedoch haben Pflegerentenversicherungen auch Vorteile.

Ein Vorteil: Prämien werden über die gesamte Laufzeit berechnet, so dass – anders als bei der Pflegetagegeldversicherung – keine Prämienerhöhung droht. Ein weiterer Vorteil: Die Pflegerente enthält auch einen Sparanteil. Anders als die Pflegetagegeldversicherung ermöglicht demnach die Pflegerente auch eine Leistung im Todesfall, die an Hinterbliebene ausgezahlt wird: Sie dient auch als Hinterbliebenenschutz. Zudem werden Versicherungsnehmer an erwirtschafteten Überschüssen beteiligt.

Guter Rat empfiehlt sich

Als Fazit gilt: Angebotene Produkte zur Absicherung des Pflegerisikos sind sehr verschieden, zumal auch innerhalb einer Produktkategorie Bedingungen sehr variieren können. Ob ein Produkt für einen Versicherungsnehmer passt, hängt sehr von individuellen Bedürfnissen ab.

Weil aber in Zeiten einer alternden Gesellschaft privater Pflegeversicherungsschutz ein “Muss” für jeden ist, lohnt guter Rat von einer Expertin oder einem Experten.

Das Interesse am Immobilienkauf ist seit der Corona-Krise deutlich gestiegen. Worauf die Deutschen am ehesten verzichten würden, um ihre Wohnsituation zu verbessern.

Der Immobilienvermittler Immoscout24 verzeichnet seit Beginn der Corona-Pandemie 60 Prozent mehr Nachfragen nach Kaufobjekten als vorher. Der Anbieter ließ deshalb erforschen, worauf die Deutschen am ehesten verzichten würden, um ihre Wohnsituation zu verbessern.

Den Ergebnissen zufolge würden die meisten Menschen ihr Konsumverhalten ändern. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gab an, sich beim Einkaufen einschränken zu wollen. 40 Prozent würden am Urlaub und ein Drittel bei ihren Freizeitaktivitäten sparen.

Einen Verzicht auf das eigene Auto kann sich ein Fünftel der Befragten vorstellen. Geht es um die Verbesserung der Wohnsituation, wären 23 Prozent der Männer bereit, auf das Auto zu verzichten; bei den Frauen liegt dieser Wert etwas niedriger (17 Prozent).

Dafür schränkt sich das weibliche Geschlecht eher beim Sport ein mit 28 Prozent. Bei den Männern sind es hingegen 23 Prozent. Auch bei den eigenen Freizeitaktivitäten nehmen sich eher Frauen mit 35 Prozent zurück als Männer mit 30 Prozent.

Selektiert man die Ergebnisse nach Altersgruppen, fällt auf, dass junge Menschen (18- bis 39-Jährige) am ehesten bereit sind, auf Shopping zu verzichten (53 Prozent). Die 40- bis 49-Jährigen würden den Rotstift eher beim Urlaub ansetzen. Die ältere Generation ist im Vergleich zu den übrigen Altersgruppen eher bereit, sich bei sportlichen Aktivitäten einzuschränken.

Die eigene Altersvorsorge zu reduzieren, um sich die Wohnträume zu erfüllen, geben nur 11 Prozent der Befragten an.

Über die Studie:
Im Auftrag von ImmoScout24 hat die Innofact AG vom 27. August bis 03. September 2021 eine Online-Befragung unter 1.007 Personen durchgeführt. Die Befragten wurden bevölkerungsrepräsentativ nach Alter (18 bis 65 Jahren) und Geschlecht ausgewählt.

Wovon machen junge Menschen abhängig, ob sie sich für eine Versicherung entscheiden? Dieser Frage ging eine Studie nach. Am wichtigsten ist das Preis-/Leistungsverhältnis.

Welche Kriterien entscheiden darüber, ob und für welche Versicherung sich junge Menschen entscheiden? Dieser Frage ging die Studie eines IT-Dienstleistungsunternehmens nach, für die Antworten von 1.000 Bundesbürgern im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ausgewertet wurden.

Eine der Fragen lautete: “Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Punkte, wenn Sie eine Versicherung abschließen möchten?” Die Antworten zeigen, dass junge Menschen trotz Digitalisierung nicht allein gelassen werden wollen. So sind Digitale Helfer zwar 69 Prozent der Befragten ‚wichtig‘ oder sogar ‚sehr wichtig‘. Doch persönliche Beratung wird von 79 Prozent der Befragten als ‚sehr wichtig‘ oder ‚wichtig‘ erachtet. Am wichtigsten waren den jungen Menschen aber andere Kriterien, wie die Umfrage-Ergebnisse zeigen:

  • Preis-/ Leistungsverhältnis: ‚sehr wichtig’ 56 Prozent / ‚eher wichtig‘ 33 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 9 Prozent / ‚unwichtig‘ 2 Prozent
  • Verständliche Sprache (z.B. in Versicherungsbedingungen): ‚sehr wichtig’ 49 Prozent / ‚eher wichtig‘ 37 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 12 Prozent / ‚unwichtig‘ 2 Prozent
  • Transparenz (z.B. beim Versicherungsumfang): ‚sehr wichtig’ 42 Prozent / ‚eher wichtig‘ 40 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 15 Prozent / ‚unwichtig‘ 3 Prozent
  • Persönliche Beratung (z.B. persönlich oder telefonisch): ‚sehr wichtig’ 41 Prozent / ‚eher wichtig‘ 39 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 16 Prozent / ‚unwichtig‘ 4 Prozent
  • Niedrige Kosten (z.B. bei Provision): ‚sehr wichtig’ 39 Prozent / ‚eher wichtig‘ 43 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 15 Prozent / ‚unwichtig‘ 3 Prozent
  • Wahlmöglichkeiten (z.B. bei Tarifoptionen): ‚sehr wichtig’ 33 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 16 Prozent / ‚unwichtig‘ 3 Prozent
  • Ratgeber (z.B. bei Gesundheit, Einbruchschutz, Altersvorsorge): ‚sehr wichtig’ 31 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 17 Prozent / ‚unwichtig‘ 4 Prozent
  • Direkte Abschlussmöglichkeiten (z.B. auf der Webseite): ‚sehr wichtig’ 28 Prozent / ‚eher wichtig‘ 44 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 23 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Loyality-Programme (z.B. Preisvorteile): ‚sehr wichtig’ 27 Prozent / ‚eher wichtig‘ 45 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 23 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Unterstützende Services (z.B. Arzt-, Handwerker- oder Anwaltssuche): ‚sehr wichtig’ 26 Prozent / ‚eher wichtig‘ 46 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 23 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Vergünstigungen (z.B. bei Werkstätten/Handwerkern): ‚sehr wichtig’ 25 Prozent / ‚eher wichtig‘ 41 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 29 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Self Service (z.B. im Kundenportal): ‚sehr wichtig’ 23 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 24 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Digitale Helfer (z.B. eine Schaden-App): ‚sehr wichtig’ 22 Prozent / ‚eher wichtig‘ 47 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 26 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Wechselservice: ‚sehr wichtig’ 21 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 27 Prozent / ‚unwichtig‘ 4 Prozent