Gesundheitsmanagement ist in aller Munde, seit Krankheiten wie Burn Out den Krankenstand in den Unternehmen explodieren lassen. Auch Arbeitgeber haben erkannt, dass es sich lohnt, etwas für die Mitarbeitergesundheit zu tun.

Wer seine qualifizierten Mitarbeiter langfristig binden will, der muss ihnen einiges bieten. Gute Arbeitsbedingungen, Kinderbetreuung oder ein Gruppentarif für die Zusatzkrankenversicherung sind nur einige der Möglichkeiten, mit denen ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten Anerkennung ausdrücken kann. Immer öfter ist dabei auch die Rede vom sogenannten „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“. Viele Kliniken und Gesundheitsdienstleister bieten mittlerweile diese Dienstleistung an.

Gesundheitsmanagement kann Mitarbeiterzufriedenheit steigern

Was aber ist „Betriebliches Gesundheitsmanagement“? Häufig kommen dafür Gesundheitsexperten an den Arbeitsplatz. Sie schauen sich sowohl die physische als auch psychische Belastung am Arbeitsplatz an. Das können Fragen sein wie: Sind Schreibtisch und Stuhl im Büro so angeordnet, dass sie Rücken und Gelenke schonen? Sind die Arbeitnehmer einem permanenten Druck ausgesetzt oder gibt es ausreichend Pausen? Wie ist das Miteinander der Angestellten geregelt, wird es von manchen Mitarbeitern als belastend empfunden?

Aus Interviews und Beobachtungen wird dann ein allgemeines Arbeitsplatzprofil erstellt. Hierfür werden Gespräche sowohl mit einzelnen Mitarbeitern als auch dem Kollektiv geführt, weil natürlich die Einzelmeinung subjektiv gefärbt sein kann. Im Idealfall werden dann Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet und umgesetzt, von denen alle Mitarbeiter profitieren können. Auch Sportangebote können genutzt werden.

„In Betrieben, die heute bereits Gesundheitsmanagement betreiben, wird das nicht nur von der Belegschaft positiv wahrgenommen, sondern spiegelt sich unmittelbar im sinkenden Krankenstand wieder“, erklärt Jörg Brandt von der Leipziger MEDICA-Klinik, die jahrelange Erfahrung im Gesundheitsmanagement hat. Häufig können schon kleine Änderungen in den Arbeitsabläufen bewirken, dass die Mitarbeiter weniger Stress haben und zufriedener sind. Das nützt auch dem Arbeitgeber.

Fördermöglichkeiten auch für kleinere Unternehmen

Während sich in größeren Unternehmen das Gesundheitsmanagement längst etabliert hat, sind vor allem die mittleren und kleinen Betriebe noch sehr zurückhaltend. Lediglich 15 Prozent der kleinen Firmen sorgen vor. Ein Grund hierfür ist die Angst vor den hohen Kosten und dem Organisationsaufwand.

Aber Arbeitgeber können sich die Gesundheitsmaßnahmen im eigenen Unternehmen fördern lassen. Immerhin 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter sind für die Gesundheitsförderung in Betrieben steuerlich absetzbar. Auch die Krankenversicherungen haben erkannt, dass sie mehr für die Gesundheitsprävention tun müssen, statt anschließend die Kosten für die Krankenbehandlung zu zahlen. Es lohnt sich bei der Krankenversicherung zu fragen, ob und wie die Mitarbeitergesundheit gefördert wird!