Unverschuldet in die Schuldenfalle? Dies mag paradox klingen, ist es aber nicht. Denn die meisten Menschen überschulden sich nicht, weil sie über ihre Verhältnisse leben, sondern weil ein unvorhergesehenes Lebensereignis wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit die finanzielle Planung auf den Kopf stellt.

Laut dem aktuellen „Überschuldungsreport 2013“ des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) sind unvorhergesehene Lebensereignisse die wichtigsten Ursache, warum Menschen sich verschulden. Mit Abstand der häufigste Auslöser ist der Verlust der Arbeit (29 Prozent) vor einer Scheidung oder Trennung vom Lebenspartner (13 Prozent), einer schweren Krankheit (10,2 Prozent) oder anderen krisenhaften Ereignissen. Lediglich 9,3 Prozent aller Fälle sind hingegen auf „übermäßigen Konsum“ zurückzuführen, wie die Tageszeitung „Welt“ berichtet.

3,3 Millionen Haushalte verschuldet

Hochrechnungen zufolge sind derzeit 3,3 Millionen Haushalte in Deutschland überschuldet. Von Überschuldung spricht man dann, wenn die betroffenen Menschen nicht mehr ihre finanziellen Verpflichtungen bedienen können, ohne die eigene Grundversorgung zu gefährden. Mit anderen Worten: Es ist schlichtweg nicht genug Geld da, um die Miete zu zahlen, die Energierechnung zu begleichen oder Lebensmittel zu kaufen. Für Berater wie Peter Zwegat gibt es also immer gut zu tun. Durchschnittlich stehen die Betroffenen mit 34.932 Euro in der Kreide.

Was viele Menschen nicht wissen: Gerade die Nebenkosten wie Verzugszinsen und Inkassogebühren tragen dazu bei, dass sich die Schulden immer mehr summieren. Wenn ein Betroffener seine Schulden teilweise zurückzahlt, werden von den gezahlten Beiträgen zunächst Anwaltskosten und Verzugszinsen beglichen. Erst danach reduzieren sich die ursprünglichen Verbindlichkeiten. Dies ist insofern fatal, weil für die verbleibende Schuldenlast neue Strafzahlungen und Verzugszinsen fällig werden. Es ist ein Teufelskreis: Während man noch mit der Rückzahlung alter Zinsen beschäftigt ist, fallen bereits neue Zinsen an.

Dieses Phänomen nennen die Autoren der Studie „modernen Schuldenturm“, weil sich die Schulden durch Zinslast und Nebenkosten immer mehr aufbauschen. Laut Welt Online erhöhen sich die Forderungen durch die Verzugszinsen um durchschnittlich 10 Prozent, so dass im Schnitt allein 3.650 Euro an Zins gezahlt werden muss. Weitere 8 Prozent (rund 1.600 Euro) werden für die Eintreibung der Schulden fällig, etwa für Inkasso- und Gerichtskosten. Für die Betroffenen, die sowieso schon mit der Rückzahlung überfordert sind, ein hartes Brot.

Vorsorgen ist wichtig!

Um nicht selbst Opfer des Pleitegeiers zu werden, empfiehlt sich eine finanzielle Vorsorge für den Notfall. Denn krisenhafte Lebensereignisse stellen sich häufig plötzlich und unerwartet ein, so dass es meist schon zu spät ist, wenn man mit einer solchen Situation konfrontiert wird. Die Möglichkeiten, sein Geld anzulegen, sind vielfältig – Aktien, Immobilien, eine Lebensversicherung und unzählige andere Vorsorgeformen bieten sich an.

Den dauerhaften Verlust der Arbeitskraft sichert eine Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell ab. Der Versicherer zahlt dann eine monatliche Rente, wenn der Beruf nicht mehr wie bisher ausgeführt werden kann. Auch sogenannte „Schwere-Krankheiten-Versicherungen“ erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Hier erhält der Versicherte eine Einmalzahlung, wenn bei ihm eine genau im Versicherungsvertrag definierte Krankheit festgestellt wird.

Auch die Versicherungswirtschaft hat sich darauf eingestellt, dass bei den Kunden gelegentlich Ebbe im Portemonnaie herrscht. Viele Versicherer gestatten eine Auszeit von der Beitragszahlung, wenn der Versicherungsnehmer arbeitslos wird. Dann muss in der Regel für 12 bis 18 Monate kein Beitrag entrichtet werden. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!