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Noch immer werben Finanzdienstleister mit höchst riskanten Geldanlagen. Doch Risiken verheimlichen, ist untersagt. Wenn die Anlage ein Totalverlustrisiko birgt, muss darüber deutlich informiert werden, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Wer sein Geld für das Alter anlegen will, der will auch gewisse Sicherheiten: Das Geld soll möglichst sicher sein und sich am besten mehren. Doch viele Finanzdienstleister locken unerfahrene Kundinnen und Kunden noch immer mit hohen Renditen, die zu einem sehr hohen Preis erkauft werden. Stichwort Totalverlustrisiko: Wenn sich die Geldanlage nicht wie gewünscht entwickelt, ist im Zweifel das gesamte investierte Geld weg.

Ein solches Totalverlustrisiko müssen die Anbieter aber deutlich gegenüber ihren Kundinnen und Kunden offenlegen, so hat das Landgericht Hamburg mit einem rechtskräftigen Urteil bestätigt. Demnach müssen Anbieter sogar in Online-Werbevideos deutlich auf ein Totalverlustrisiko hinweisen, falls ein solches besteht. Erfolgt ein solcher Hinweis nicht, bedeutet dies einen Verstoß gegen das Vermögensanlagengesetz und dieser ist abmahnfähig (LG Hamburg vom 28.11.2019, Az. 312 O 279/18).

Verlustrisiko muss deutlich hervorgehoben werden

Im konkreten Rechtsstreit hatte ein Online-Anbieter auf Youtube für das Investment in Immobilien geworben. Er versprach eine jährliche Rendite von bis zu sechs Prozent. Das Geld sollte in Darlehen für Immobilien-Projektentwickler gesteckt werden. Da die Darlehen im Grundbuch nur nachrangig besichert waren, drohte den Anlegern im Fall einer Insolvenz der Verlust ihres kompletten Geldes. Denn wenn das Unternehmen in existentielle Probleme gekommen wäre, hätten stark vereinfacht zunächst alle anderen Gläubiger ausgezahlt werden müssen, bevor auch die Kleinanleger Anrecht auf Entschädigung gehabt hätten – im Zweifel ist dann schon das ganze Geld weg.

So geht es nicht, befanden die Hamburger Richter: Privatanleger müssen deutlich auf dieses Ausfallrisiko hingewiesen werden. Zwar wies der Anlagevermittler in seinem Video durchaus auf das Verlustrisiko hin. Aber nur für wenige Sekunden und in sehr kleiner Schrift. Das war unzureichend: Der Warnhinweis sei im Video nicht deutlich hervorgehoben, so betonten die Richter. Dafür müsse der Hinweis während der gesamten Dauer des Videos für den Zuschauer erkennbar sein.

Sicher fürs Alter investieren!

Wer sein Geld sicher für das Alter anlegen will, sollte deshalb ein paar einfache Grundsätze beachten. Grundsätzlich gilt: Es sollte in keine Geldanlage investiert werden, deren Funktionsweise man nicht verstanden hat. Speziell ist hierbei auf Risiken der Geldanlage zu achten. Wer seine Anlagen streut und nicht alles Geld in eine einzige Vorsorge steckt, kann Ausfall-Risiken deutlich minimieren. Hier sei darauf hingewiesen, dass bestimmte Vorsorgeformen auch Garantien beinhalten, die gesetzlich gewährleistet sind: zum Beispiel bei der Riester-Rente, dass zum Ablaufzeitpunkt die eingezahlten Beiträge plus staatliche Förderung dem Sparer zustehen.

Darüber hinaus sollten sich Privatanleger intensiv und umfassend über die gewünschte Geldanlage informieren. Mittlerweile sind gerade im Internet viele Anbieter aufgetaucht, die den einfachen Abschluss der Altersvorsorge per Mausklick versprechen, aber eben nicht ausreichend beraten: siehe Urteil. Wer sich nicht mit den Bedingungen einer Vorsorge beschäftigt, kann dann eine negative Überraschung erleben. Hier gilt: Sicherheit first!

Immer mehr Gewerbetreibende sehen sich in der Coronakrise gezwungen, ihre Altersvorsorge abzustoßen, wie mehrere Studien zeigen. Aber das ist oft eine schlechte Lösung: Nicht nur drohen dann Altersarmut und finanzielle Verluste, auch der Risikoschutz geht verloren.

Es ist ein Fakt: Viele Selbstständige geraten in der Coronakrise in existentielle Nöte. Ganz gleich, ob Gastronomen, Floristen, Veranstaltungs-Techniker oder Musiker: Es gibt Berufe, die zur Corona-Vorsorge mit einem Quasi-Berufsverbot belegt wurden und denen sämtliche Einnahmen wegbrachen. Konzerte durften nicht stattfinden, Hotels mussten schließen – und viele Läden waren lange Zeit dicht.

Dass die finanziellen Hilfen der Bundesregierung nicht allen Betroffenen im ausreichenden Maße helfen, darauf deuten auch aktuelle Trends in der Versicherungsbranche hin. So berichtet diese Woche ein großer Zweitmarkt-Anbieter mit einem Vertragsbestand von eine Milliarde Euro, dass sich infolge des Corona-Lockdowns Mitte März die Zahl der Anfragen verdreifacht habe. Zur Erklärung: Zweitmarkt-Anbieter kaufen Lebens- und Rentenversicherungen von Privatpersonen ab, um sie dann weiterzuführen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Fast jeder fünfte Deutsche, der im März und April 2020 dank des Corona-Lockdowns finanzielle Einbußen hatte, kürzt demnach die Sparrate bei seiner Altersvorsorge oder stellte die Vorsorge für den Lebensabend ganz ein. Erschreckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass dieses Geld dann in der Rentenzeit fehlt – und Altersarmut droht.

Alternativen prüfen!

Fest steht: Wer die Altersvorsorge kündigt oder verfrüht abstößt, der muss in der Regel hohe Verluste erdulden. Der Grund: Bei einer Kündigung steht dem Kunden bzw. der Kundin nur der sogenannte Rückkaufswert einer Lebensversicherung zu. Verwaltungs- und Risikokosten des Vertrages werden vom Versicherer bei vorzeitiger Kündigung ebenso dem Kunden in Rechnung gestellt wie gezahlte Provisionen. Auch Stornokosten werden zusätzlich abgezogen. Bei mehreren Anbietern erhält man deshalb selbst nach zehn Jahren Vertragslaufzeit kaum mehr als den eingezahlten Beitrag – wenn überhaupt.

Eine Alternative kann es tatsächlich sein, den Lebensversicherungs-Vertrag an einen Zweitmarktanbieter zu verkaufen. Im Vergleich zum Rückkaufswert winken dann nach Experten-Schätzungen zwei bis sechs Prozent höhere Verträge. Aber auch das hat Tücken. Nicht nur muss der erzielte Gewinn aus dem Verkauf versteuert werden, wenn die Police nach 2005 abgeschlossen wurde. Auch ist dann Altersvorsorge und Risikoschutz weg. Und nachgefragt werden von den Aufkäufern vor allem hochverzinste Altverträge – aus gutem Grund, denn diese würden auch dem Versicherungsnehmer deutlich mehr einbringen, wenn er sie bis zum Ablaufdatum durchhält.

Deshalb ist es ratsam, den Vertrag zu halten und nach Alternativen zu suchen, wenn man eine vorübergehende Durststrecke überbrücken muss. Viele Versicherer gestatten es zum Beispiel in ihren Verträgen, den Beitrag vorübergehend zu stunden: üblich sind hier Zeiträume zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dann müssen die Prämien zwar später nachgezahlt werden: aber Risikoschutz und Altersvorsorge bleiben erhalten.

Einige Versicherer erlauben es auch, Beiträge aus den angesparten Überschüssen zu bezahlen, wenn der Vertrag schon länger lief. Und gerade bei staatlich geförderten Verträgen besteht zusätzlich die Option, die Policen beitragsfrei zu stellen und quasi vorübergehend stillzulegen, was aber bei manchen Vertragsarten mit dem Verlust von integrierten Zusatzversicherungen des Vertrages einhergeht, etwa dem wichtigen Schutz vor Berufsunfähigkeit. Deshalb sollte auch ein solcher Schritt genau geprüft und abgewogen werden.

Eine weitere Möglichkeit, wenn finanzielle Sorgen drücken: Lebensversicherungen können mit einem sogenannten Policendarlehen beliehen werden. Dabei handelt es sich um keinen Kredit im klassischen Sinne, denn es wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Ausgeschlossen hiervon sind staatlich geförderte Verträge und Betriebsrente-Anwartschaften. Zwar müssen Zinsen auf die Zeit des Darlehens gezahlt werden, die später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet werden. Aber gerade in Krisenzeiten kann eine solche Beleihung des eigenen Vertrages helfen, die Altersvorsorge zu retten.

Eine Situation, die derzeit gar nicht mal so selten ist: Ruheständler bewohnen ihre Immobilie, ohne diese vererben zu wollen oder zu können. Denn viele ältere Menschen haben in der Vergangenheit ein Leben lang darauf hingearbeitet und hingespart, ein eigenes Haus zu besitzen – und bewohnen nun im Ruhestand dieses hart errungene Domizil. Die Beliebtheit der eigenen Immobilie zeigt sich auch daran, dass in den alten Bundesländern der Bausparvertrag – neben dem Girokonto und dem Sparbuch – lange Zeit beliebteste Form der Geldanlage war.

Einst war dieser Dienst auch eine Vorsorge für die Erben: Da oft mehrere Generationen einer Familie an einem Wohnort sesshaft waren, versprach die eigene Immobilie auch für Kinder und Enkel eine Bleibe. Doch heutzutage wird die eigene Immobilie – als Form der Generationen-Vorsorge – schnell zum Problem. Denn Kinder und Enkel richten in Zeiten der Globalisierung häufig ihren Wohnort nach wechselnden Jobs aus, sind oft auch gar nicht mehr gewillt, ihr Leben nur an einem Ort zu verbringen. Flexibilität und Mobilität bestimmen mehr und mehr das Zusammenleben der Familien über mehrere Generationen hinweg.

Was aber tun, wenn die Nachkommen die Immobilie nicht haben wollen und diese zur Last wird – etwa, weil nun im Ruhestand das Geld fehlt für die notwendige Instandhaltung eines Hauses oder für einen altersgerechten Umbau? Sollte man dann einfach das Haus verkaufen und sein Altersdomizil aufgeben? Hierzu gibt es eine Alternative. Denn in manchen Fällen kann es sich lohnen, über einen Immobilienverkauf gegen lebenslanges Wohnrecht und Rentenzahlung nachzudenken – über die so genannte “Leibrente”.

Rente und lebenslanges Wohnrecht: Die Grundidee der Leibrente

Bei der Leibrente werden Haus und Wohnung zwar veräußert. Der Kaufpreis jedoch wird nicht in einer Summe ausgezahlt, sondern die bisherigen Eigentümer erhalten – bis zu ihrem Lebensende – eine monatliche Rentenzahlung. Der Clou aber ist: Nach dem Verkauf können die Leibrentner*innen ein Leben lang in der verkauften Immobilie wohnen bleiben. Das Alters-Domizil bleibt also erhalten, ein Umzug ist nicht notwendig.

Ausschlaggebend für die Berechnung der Leibrente ist zum einen der Verkehrswert der Immobilie als zugrunde liegender Kaufpreis. Ausschlaggebend ist zum anderen die erwartete Dauer des Rentenbezugs gemäß durchschnittlicher Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung. Denn in Orientierung an den so genannten “Sterbetafeln” für die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung (erstellt zum Beispiel durch das Statistische Bundesamt) wird der Kaufpreis umgerechnet für Zahlungen eines monatlichen Rentenbetrags.

Der Wohnwert: Die “Mietzahlung” der Leibrentner

Sowohl die monatliche Rentenzahlung als auch das lebenslange Wohnrecht werden notariell im Grundbuch beurkundet und damit abgesichert. Allerdings verzichtet der Käufer keineswegs umsonst auf die Immobilie, solange die einstigen Eigentümer noch darin wohnen. Denn zugleich mindert ein “Wohnwert” die monatliche Rentenhöhe.

Der Wohnwert orientiert sich ebenfalls an den statistischen Durchschnittsdaten – auch bei Berechnung dieses Werts wird davon ausgegangen, dass die Leibrente gezahlt wird ab Rentenbeginn bis zum Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung (differenziert nach Geschlecht der Rentenbezieher*innen). Man nimmt also an: Für diesen Zeitraum besteht auch Wohnrecht. Das Wohnrecht aber kostet: ein Gesamtwert wird festgelegt für die Dauer des Wohnens und in monatliche Werte umgerechnet. Monat um Monat wird nun dieser monatliche Betrag von der Leibrente abgezogen. Demnach bezahlen die Leibrentner lebenslang dafür, in ihrer Immobilie wohnen zu bleiben – eine Art Miete mindert ihre Leibrente. Keineswegs erhalten sie das Wohnrecht umsonst.

Die Leibrente als “Wette auf den Tod”?

Ein Finanzportal hat die Leibrente auch als “Wette auf den Tod” bezeichnet. Denn zwar wird eine lebenslange Leibrente garantiert. Jedoch orientiert sich diese an statistischen Durchschnittsdaten für die Lebenserwartung. Wer länger lebt als dieser statistische Durchschnitt, der macht folglich ein gutes Geschäft – er bezieht die Rente länger und erhält folglich in der Summe mehr als “Kaufpreis” für die Immobilie. Wer hingegen zeitig nach Abschluss der Leibrente stirbt, der hat nicht nur mit Blick auf seine Lebensdauer, sondern auch mit Blick auf das Leibrenten-Geschäft Pech: In der Summe der Rentenzahlungen bedeutet dies letztendlich ein Minus, weil nur ein Teil des Kaufpreises letztendlich als Rente ausgezahlt wird. Allerdings werden auch Modelle angeboten, die bei frühem Tod einer Leibrentnerin oder eines Leibrentners eine Mindestabsicherung für Hinterbliebene anbieten. Bei solchen Modellen gleicht sich das finanzielle Risiko einer kürzeren Lebensdauer zumindest teilweise aus.

Leibrente: Empfehlenswert bei Restschuld und fehlenden Instandhaltungsgeldern

Ob sich der Abschluss einer Leibrente und damit einer “Rente aus Stein” wirklich lohnt, kommt immer auf den Einzelfall an. Zum Teil kann der direkte Verkauf einer Immobilie oder die Vermietung einer Immobilie lukrativer sein. Dennoch aber gibt es Situationen, in denen sich der Abschluss einer Leibrente anbietet.

Das kann zum Beispiel zutreffen, wenn ältere Menschen weiterhin in ihrer eigenen Immobilie wohnen wollen, obwohl wenig Kapital für Instandhaltung oder Umbau vorhanden ist. Denn es kann über eine Leibrente zum Beispiel auch ein altersgerechter Umbau der Immobilie – als Zusatzleistung – vereinbart werden. Auch sind Mischmodelle denkbar, bei denen zusätzlich zur Rente ein Teil der Summe dennoch sofort ausgezahlt wird – zum Beispiel, um eine Restschuld zu tilgen und dadurch die Erben von eigenen Schulden zu entlasten. Sogar Zustifter-Renten sind möglich, bei denen die Leibrente mit einem guten Zweck verbunden wird – und die Immobilie zum Beispiel nach Tod der Leibrentner an eine Stiftung geht.

Auf dem deutschen Markt fehlen noch Standards

Anders als in anderen Ländern aber, in denen die Leibrente bereits fester Bestandteil der Vorsorgelandschaft ist, hat sich die “Rente aus Stein” in Deutschland noch nicht durchgesetzt – Anbieter gibt es erst wenige, der Markt der Leibrenten ist in Deutschland noch klein. Weil deswegen auch feste Standards fehlen, sollte man Leibrenten nur nach ausreichender Beratung durch einen Experten abschließen.

In Zeiten zunehmender Vorsorgelücken und eines sinkenden Rentenniveaus aber kann auch die Leibrente eine Möglichkeit sein, das eigene Finanzpolster aufzubessern.

Die Basis-Rente oder auch “Rürup-Rente” wurde 2005 unter Federführung des SPD-Politikers Bert Rürup eingeführt. Ähnlich der Riester-Rente hatte die Basis-Rente das Ziel, über staatliche Förderung die dritte Säule des Rentensystems und damit die private Vorsorge zu stärken. Anders als die Riester-Rente jedoch stand die Rürup-Rente seit ihrer Einführung allen Bürgern offen. Sie wurde somit zur einzigen Möglichkeit auch für Selbstständige und Freiberufler, von staatlich geförderter Vorsorge zu profitieren. Das Vorsorge-Instrument profitiert hierbei wesentlich von hohen steuerfreien Einzahlungen, die der Gesetzgeber erlaubt.

Steuervorteile durch die Basisrente steigen

Und die Bedingungen werden in 2020 noch günstiger. Denn in diesem Jahr kann ein höherer Beitrag als Sonderausgabe bei der Steuer geltend gemacht werden. Darüber informiert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Demnach steigt der steuerliche Höchstbetrag zur Basisrente auf 25.046 Euro, berichtet der Verband auf seiner Webseite. Auch erkennt das Finanzamt nun 90 Prozent der eingezahlten Beiträge als Sonderausgaben an, während für 2019 noch 88 Prozent angerechnet wurden. In Summe seien ab 2020 maximal 22.541 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig – für Ehe- und Lebenspartner der doppelte Beitrag. Eingetragen werden müssen die Beiträge in der Anlage “Vorsorgeaufwand”.

Die Basisrente kann über drei Wege abgeschlossen werden, informiert der Verband der Versicherer – als Basisrente, als fondsgebundene Basisrente oder als Sofortrente. Möglich ist zudem eine Hinterbliebenenschutz, der zu den Varianten ergänzend hinzugewählt werden kann. Dieser ist wählbar für den Ehepartner, den eingetragenen Lebenspartner und die Kinder. Bei der Sofortrente als Durchführungsweg fließt ein hoher Einmalbetrag des Vorsorgesparers, um eine lebenslange Rente zu erhalten. Nicht möglich ist jedoch eine Rente, die als Einmalzahlung an den Vorsorgesparer ausgeschüttet wird.

Basisrente: Renditechancen durch Garantiefreiheit

Für verschiedene Durchführungswege bietet die Basis-Rente eine größere Anlagefreiheit als andere geförderte Vorsorgevarianten. Denn zwar kann eine Garantie auf eingezahlte Gelder vereinbart werden. Anders als bei anderen Vorsorgevarianten ist diese Garantie aber kein Muss – die Rendite ist demnach weniger von einem hohen Anteil festverzinslicher Wertpapiere abhängig, der in Zeiten von Null- und Minuszinsen kaum noch Gewinn verspricht.

Wer sich also von höherer Anlagefreiheit bei größerem Risiko mehr Rendite verspricht, für den bietet sich die Basis-Rente an.

Kommt man in die Lage, auf Arbeitslosengeld angewiesen zu sein, sind eingezahlte Gelder außerdem geschützt – das Sozialamt hat also keinen Zugriff darauf. Allerdings kann der Vertrag auch nicht vorzeitig gekündigt oder beliehen werden. Beiträge können aber flexibel bezahlt werden, was erneut die Beliebtheit der Basis-Rente besonders bei Freiberuflern und Selbstständigen mit schwankendem Einkommen begründet. Ob die Basis-Rente aber das richtige Vorsorgemodell für einen Vorsorgesparer ist, lässt sich bei guter Beratung durch einen Experten klären.

Das Wort “Sterbetafel” ist nicht gerade geeignet, angenehme Assoziationen zu wecken. Und doch bezeichnet es ein wichtiges Instrument, um die Lebenserwartung eines bestimmten Jahrgangs der deutschen Bevölkerung zu beurteilen. Nun veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) eine neue Ausgabe dieser Tafeln – darin enthalten sind Zahlen zur Lebenserwartung neugeborener Menschen des Jahrgangs 2016-2018. Und obwohl ein nur leichter Anstieg errechnet wurde gegenüber dem vorausgehenden Jahrgang von etwa 0,1 Lebensjahren, bedeuten die aktuellen Zahlen einen neuen Rekord.

Lebenserwartung: Neuer Rekord erreicht

Demnach erreichten neugeborene Jungen des Jahrgangs 2016-2018 ein durchschnittliches Lebensalter von 78,5 Jahren. Neugeborene Mädchen leben fast fünf Jahre länger und erreichen ein Alter von 83,3 Jahren. Die Bevölkerung wird also stetig älter. Das wird deutlich, zieht man die Lebenserwartung früherer Jahrgänge vergleichend heran: Für den Jahrgang 1991/1993 war noch eine Lebenserwartung von 72,47 Jahren für Männer angegeben. Und für Frauen dieses Jahrgangs errechnete man 79,01 Jahre.

Bevölkerungsanteil der Menschen im hohen Alter wird wachsen

Rund fünf Jahre länger also als vor 25 Jahren leben heutzutage durchschnittlich männliche Neugeborene, etwas mehr als vier Jahre länger als vor 25 Jahren weibliche Neugeborene. Doch nicht nur für Neugeborene trifft eine längere Lebenserwartung zu. Denn auch ältere Jahrgänge profitieren immer mehr vom medizinischen Fortschritt. Das zeigt aktuell die jüngste Bevölkerungsvorausberechnung, die ebenfalls diesjährig durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht wurde. Diese legte dar:

Die Zahl der Menschen im Alter ab 80 Jahren wird von 5,4 Millionen im Jahr 2018 bereits bis 2022 auf 6,2 Millionen steigen. Für das Jahr 2050 werden sogar 8,9 bis 10,5 Millionen Menschen im Alter über 80 Jahren erwartet. Der Anteil hochbetagter Männer und Frauen an der Gesamtbevölkerung nimmt also zu.

Private Altersvorsorge: Muss für länger reichen

Durch den stetigen Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung und durch medizinischen Fortschritt können sich immer mehr Menschen über ein langes Leben freuen. Jedoch sollte das längere Leben auch bei der Vorsorgeplanung berücksichtigt werden. Denn wer länger lebt, muss auch für mehr Jahre vorsorgen. Private Altersvorsorge – etwa durch klassische oder fondsgebundene private Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen – wird also wichtiger denn je.

Das triff auch deshalb zu, weil die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung (GRV) unter dem demografischen Wandel ächzt, wodurch die Rentenleistungen der gesetzlichen Rente sinken werden. So ergab eine Studie im Auftrag des Dachverbands der Versicherer (GDV): Der Altersvorsorge-Bedarf für jüngere Generationen steigt drastisch, immer größere Vorsorgelücken drohen.

Laut diesen Berechnungen der Versicherer wird bereits der Jahrgang 1990 eine Rente von 41,9 Prozent des früheren Durchschnittslohns zu beklagen haben. Empfohlen zum Stopfen der Vorsorgelücke werden aber 55 Prozent des Einkommens – nicht vom Durchschnittslohn, sondern vom tatsächlichen Lohn einer Person vor Eintritt des Rentenalters. Die drohende Lücke für eine längere Lebenszeit sollte dringender Grund sein, sich über zusätzliche Möglichkeiten der Altersvorsorge beraten zu lassen.

Auch private Pflegeversicherung: Zunehmend ein Muss

Aber auch über eine private Pflegezusatzversicherung sollte man sich aufgrund einer steigenden Lebenserwartung dringend informieren. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung ist keine Vollkaskoversicherung – bei stationärer Pflege drohen durch die zu leistenden Eigenanteile hohe Kosten für die Pflegebedürftigen. Aufgrund des so genannten “Elternunterhalts” können sogar die leiblichen Kinder mit hohen Beträgen für diese Kosten herangezogen werden.

Mit zunehmender Hochaltrigkeit steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit, einmal auf Pflege angewiesen zu sein. Deswegen sollte die Veröffentlichung der jüngsten Destatis-Zahlen nicht nur Grund zur Freude über die zunehmende Lebenserwartung der Menschen sein. Sondern sie sollten auch ein Grund sein, sich zur privaten Vorsorge beraten zu lassen.

Immer mehr Rentner verdienen sich auch nach Erreichen des Ruhestands-Alters etwas dazu. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Finanzielle Engpässe sind ein Motiv — aber nicht das einzige.

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Noch nie waren so viele Rentner erwerbstätig wie heute. Das geht aus frischen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor. So gingen 2018 bereits 1,45 Millionen Menschen, die die Regelaltersgrenze bereits überschritten hatten, einer Erwerbsarbeit nach. Das sind zwar immer noch “nur” acht Prozent der Ruheständler. Der Trend ist aber eindeutig: zur Jahrtausendwende waren es noch 530.000 Rentner im Unruhestand. Ein stolzes Plus von fast 174 Prozent in weniger als zwanzig Jahren!

Der Großteil der Rentner ist geringfügig beschäftigt, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet: Arbeitet folglich auf 450-Euro-Basis. Das trifft auf fast die Hälfte der Seniorinnen und Senioren zu. Rentner stellen sogar aktuell die größte Gruppe unter den Minijobbern, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Weitere 25 Prozent der Rentner haben einen sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, ein weiteres Viertel ist selbstständig.

Viele Rentnerinnen und Rentner brauchen das Geld – und haben Spaß

Schaut man auf die Gründe für die Weiterbeschäftigung, gibt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Aufschluss. Finanzielle Motive sind dabei nicht zu unterschätzen, wie speziell ein Blick auf Frauen zeigt. Der Aussage “Ich brauche das Geld!” beantworten demnach 42 Prozent aller befragten Frauen mit “trifft völlig zu”, weitere 28 Prozent sagen “trifft eher zu”. In Summe sagen somit 70 Prozent der arbeitenden Rentnerinnen, dass sie ohne eine Arbeit nicht über die Runden kommen.

Bei den Männern sieht es nicht ganz so drastisch aus. Hier beantwortet etwas mehr als jeder Zweite (52 Prozent) die Frage, ob er auf das Geld durch den Job angewiesen sei, mit “trifft völlig zu” oder “trifft eher zu”. Trotzdem ist das auch hier die Mehrheit der Befragten.

Darüber hinaus sind es aber auch soziale Motive, die die Menschen im Job halten. 92 Prozent der erwerbstätigen oder erwerbswilligen Rentenbezieher, die finanzielle Gründe angeben, sagen auch, sie bräuchten den Kontakt zu anderen Menschen. Aus dieser Gruppe stimmen ebenfalls 92 Prozent der Aussage zu, “Ich habe Spaß an der Arbeit”. Das zeigt, dass das Gros der Betroffenen die weitere Erwerbsarbeit durchaus wertschätzt und nicht unbedingt als Last empfindet.

“Jeweils rund 90 Prozent der erwerbstätigen Rentner haben Spaß bei der Arbeit, brauchen den Kontakt zu anderen Menschen oder wünschen sich weiterhin eine Aufgabe”, erläutert das IAB. Dennoch: Auch die drohende Altersarmut sollte beim Thema “Arbeitende Rentnerinnen und Rentner” nicht vernachlässigt werden, sind doch finanzielle Motive ebenso prägend.

Jede zweite Rente unter 900 Euro

Nicht einmal 640 Euro Brutto-Monatsrente erhielt 2018 ein Ruheständler im Schnitt, wenn sie eine Regelaltersrente bezogen: Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor. Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse einzahlte, musste auch mit durchschnittlich 1.311 Euro Vorlieb nehmen. Und eine weitere Zahl lässt aufhorchen: Jede zweite Rente liegt unter 900 Euro.

Hier sei daran erinnert, dass in Deutschland eine dreifache Absicherung für ein auskömmliches Alters-Einkommen sorgen soll: auch die Betriebsrenten und die private Altersvorsorge sind wichtige Stützen. Ein Beratungsgespräch kann aufklären, wie die gesetzliche Rente mit weiterer Vorsorge aufgebessert werden kann.

Kurz vor Pfingsten hat der Bundesrat noch eine Verordnung der Bundesregierung gebilligt. Millionen Rentner können sich nun über erhöhte Bezüge freuen. Auch das Bafög steigt.

Am Freitag hat der Bundesrat eine Verordnung gebilligt, die Millionen Ruheständlern höhere Renten sichern. Während in den westdeutschen Bundesländern die monatlichen Altersbezüge um 3,18 Prozent steigen, sind es in Ostdeutschland sogar 3,91 Prozent. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Rentenerhöhung resultiert wesentlich aus der positiven Lohnentwicklung.

Konkret bedeutet dies: im Westen erhöht sich eine monatliche Rente von 1.000 Euro brutto um 31,80 Euro, im Osten um 39,10 Euro. Wie viel davon aber tatsächlich im Portemonnaie bleibt, ist fraglich. So führt die Rentenerhöhung auch dazu, dass deutlich mehr Senioren Einkommenssteuer zahlen. Hier sei daran erinnert, dass der Fiskus auch bei den Ruhestands-Geldern zugreift.

Bereits für das Jahr 2018 müssen rund 5,6 Millionen Rentner eine Steuererklärung machen, schätzt die Bundesregierung. Damit sind bereits doppelt so viele steuerpflichtig wie noch im Jahr 2005, als die höhere Steuer auf Renten eingeführt wurde. Grund ist ein geringerer Steuerfreibetrag auf Renten: Wer 2018 in den Ruhestand wechselte, erhält 24 Prozent steuerfrei.

Wie hoch der Freibetrag ist, richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts. Er bleibt dann für den Rest der Rente stabil: Die Senioren nehmen ihn quasi über den gesamten Ruhestand mit. Nicht so bei Neurentnern: Die Besteuerung der Renten wird schrittweise angehoben, bis sie schließlich die vollen 100 Prozent erreicht. Wer nicht weiß, ob er eine Steuererklärung einreichen muss, sollte sich informieren und beraten lassen. Zum Beispiel lassen sich auch Pflegeausgaben und Kosten für Helfer im Haushalt geltend machen.

Gute Nachrichten gibt es auch für Schüler und Studenten. Die Bafög-Sätze werden im Herbst angehoben. Der Höchstbetrag soll in zwei Stufen von 735 auf 861 Euro im Monat steigen. Auch Freibeträge werden raufgesetzt, damit künftig mehr Studenten von der finanziellen Stütze profitieren. Auch für diese Reform war die Zustimmung des Bundesrates notwendig, weil die Länder Teile der Ausbildungsförderung zahlen.

Sich bereits in jungen Jahren mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen? Vielen Jugendlichen scheint das völlig absurd. Das lässt sich doch auch noch auf später aufschieben, wenn man eine Familie gegründet, fertig studiert oder eine Ausbildung gemacht hat. Aber warum sollte man sich jetzt schon damit rumplagen?

Dass viele Jugendliche so oder so ähnlich denken, zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschers Kantar Public im Auftrag des Versorgungswerkes MetallRente. 2.700 junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren haben die Studienmacher repräsentativ befragt. Und festgestellt, dass sie weit weniger zurücklegen als in früheren Jahren. Stimmten 2010 noch 39 Prozent zu, dass sie regelmäßig etwas fürs Alter zurücklegen, so waren es 2019 nur noch 32 Prozent.

Das Armutsrisiko ist real

Die Bereitschaft zur Vorsorge nimmt also immer weiter ab. Das liegt keineswegs daran, dass die Teens und Twens nicht um die Wichtigkeit des Themas wüssten. So gaben 68 Prozent der Befragten an, sie fürchten sich vor Altersarmut. Das ist die überwiegende Mehrheit. Und es stimmt ja auch: Die Gefahr ist real. Schon heute sind fast 560.000 Menschen auf Grundsicherung im Alter angewiesen, weil das Geld zum Leben nicht reicht.

Noch höher ist die Zahl jener Rentner, die von Armut bedroht sind, weil sie weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens haben. Das betrifft beinahe jeden fünften Ruheständler! Der Schwellenwert für einen Single-Haushalt liegt aktuell bei circa 1.100 Euro netto, wovon dann zum Beispiel noch die Miete bezahlt werden muss. Viele haben deutlich weniger.

Warum sorgen die jungen Menschen nicht vor?

Warum aber sorgen die Jugendlichen nicht vor? Ein Grund ist schnell erraten: Ihnen fehlt schlicht das Geld, so meinen sie zumindest. 70 Prozent der Spar-Abstinenzler sagen, sie hätten schlicht nichts übrig. Doch auch fehlendes Finanzwissen ist ein Grund. Weniger als ein Drittel stimmt der Aussage zu, sich gut oder sehr gut mit dem Thema Altersvorsorge auszukennen.

Hierzu sei angemerkt, dass auch kleine Summen schon helfen etwas für das Alter zu tun. Und nicht nur das: Wer schon zeitig mit der Altersvorsorge beginnt, der muss insgesamt weniger einzahlen, um eine auskömmliche Rente oder ein anderes Alterseinkommen zu erhalten. Deshalb kann es sich auch empfehlen, dass die Eltern oder Großeltern die Vorsorge für die Jugendlichen unterstützen.

Thema Zinseszins: Geld, das verzinst wird, führt zu einer steigenden Anlagesumme. Und auf die Zinsen werden dann wiederum Zinsen gezahlt, gemeinsam mit dem angesparten Kapital, das ja auch verzinst wird. Je länger man den Zins “arbeiten lässt”, desto mehr ist im Topf: denn Zinsen steigen exponentiell. Das heißt, der Zinseszinseffekt wirkt sich zunächst eher langsam aus, wirkt dann aber immer schneller und stärker. Hier hilft ein Beratungsgespräch, schon in jungen Jahren eine passende Altersvorsorge zu finden: auch für kleine Beträge.

Die ständigen Debatten über die Zukunft der Altersvorsorge scheinen die Bundesbürger zu verunsichern: eine INSA-Umfrage zeigt, dass das Vertrauen massiv gelitten hat. Betroffen sind alle Vorsorgeformen, gesetzliche, betriebliche und auch private Lösungen. Das ist ärgerlich, denn eine Verdrängung des Themas kann keine Lösung sein.

Eine aktuelle Meinungsumfrage aus dem Hause INSA zeigt eine bedenkliche Tendenz. Das Vertrauen der Deutschen in die Altersvorsorge hat zum Jahresende 2018 gegenüber dem Vorjahr enorm gelitten. Betroffen sind nicht nur bestimmte Vorsorgeformen, sondern geradezu alle. Der Vertrauensverlust betrifft die gesetzliche Rente ebenso wie Betriebsrenten und die private Vorsorge. Die Umfrage hat das privatwirtschaftliche Think Thank “Deutsches Institut für Altersvorsorge” in Auftrag gegeben.

Konkret sollten die Bürger auf einer Skala von null (“völlig unsicher”) bis zehn (“ganz sicher”) angeben, wie viel Vertrauen sie in konkrete Altersvorsorge-Formen haben. Am besten schnitt dabei noch die betriebliche Vorsorge ab, also über Betriebsrenten, Pensionskassen etc.. Aber auch hier konnte im Schnitt nur ein Vertrauenswert von 5,0 erreicht werden: das ist gerade einmal die Hälfte. 2017 hatte der Vertrauenswert noch 0,7 Prozentpunkte höher gelegen.

Noch düsterer sieht es freilich bei der privaten Vorsorge und der gesetzlichen Rente aus. Das Vertrauen in die private Altersvorsorge stürzte von dem Wert 5,9 auf nun 4,8 ab, die Rente gar von 5,7 auf nun 4,2. Hier ist anzunehmen, dass die ständigen Debatten über die gesetzliche Rente die Bürger ebenso verunsichert haben wie jüngste Skandale bei Vorsorgeanbietern wie dem Container-Investor P&R.

Verzicht ist keine Option!

Die Umfrageergebnisse lassen vermuten, dass einige Deutsche komplett auf eine zusätzliche Altersvorsorge verzichten werden. Krass ist die Situation teilweise bei Selbstständigen, die nicht einmal über die gesetzliche Rente abgesichert sind. Verzicht ist aber keine Option, denn dann droht im Alter tatsächlich die Armut. Hier sei daran erinnert, dass die Deutschen immer älter werden: und folglich auch längere Zeiten mit ihrer Rente überbrücken müssen. Doch auch einer Vorsorge mit Fonds und Aktien sind die Bundesbürger gegenüber abgeneigt. Ganze vierzehn Prozent aller Deutschen halten Aktien!

So rechnen laut Umfrage auch zwei von drei Deutschen damit, dass sie ihren Lebensstandard im Alter deutlich nach unten korrigieren müssen. Das ist kein unabwendbares Schicksal. Fakt ist: Es gibt in allen Bereichen gute Möglichkeiten, seriös für das Alter vorzusorgen. Man findet verlässliche Anbieter, indem man sich umfangreich informiert, möglichst aus mehreren Quellen, die Geschäftsmodelle auch kritisch hinterfragt – und nur sein Geld in Anlagen steckt, die man auch versteht. Dabei ist es wichtig, Risiken zu streuen, indem man das Geld nicht in eine einzige Anlageform steckt. Ein Beratungsgespräch kann helfen, das Misstrauen in Anlageprodukte abzubauen.

10 Jahre ist es nun her, dass die Insolvenz der Großbank Lehmann Brothers die Welt in eine drastische Finanzkrise stürzte. Auch viele Privatanleger verloren damals Geld – vor allem, wenn sie es in Schrottimmobilien oder hochriskante Anlagen auf dem grauen Kapitalmarkt gesteckt hatten. Das darf trotzdem kein Grund sein, auf Geldanlage und Altersvorsorge zu verzichten. Und doch können auch aus der damaligen Krise wertvolle Erfahrungen mitgenommen werden.

Die Finanzkrise 2008 führte den Finanzwelt an den Rand des Kollaps. Nachdem die Großbank Lehmann Brothers Insolvenz anmelden musste, löste das eine Art weltweite Kettenreaktion aus. Die Konjunktur stürzte in vielen Staaten ab, Menschen verloren Arbeit und Perspektive, viele Banken mussten mit Steuergeldern gerettet werden. Der Schaden ist noch immer nicht ganz überwunden und aufgearbeitet, auch wenn sich seitdem vieles verbessert hat. So hat etwa die Finanzaufsicht nachgebessert: Banken und Finanzdienstleister müssen weit strenger nachweisen, dass sie für die Zukunft gut gerüstet sind und nicht riskant spekulieren.

Die Finanzkrise war auch für viele Privatanleger eine krisenhafte Erfahrung. Mancher verlor seine komplette Altersvorsorge. Und doch sind die Erfahrungen der Finanzkrise indirekt ein Beleg dafür, dass Geldanlage auch für Privatanleger gelingen und ertragreich sein kann. Nämlich dann, wenn sie bestimmte Grundregeln der Geldanlage beachten und in seriöse Unternehmen investieren, anstatt den Rendite-Versprechen unseriöser Geldeinsammler zu erliegen. Viele Anleger waren trotz der Krise erfolgreich – und können nun auf ihre Geldanlage bauen.

Wer steckt hinter einer Firma?

Ein wichtiger Grundsatz beim Thema Geldanlage: Man sollte nur in solche Firmen investieren, die sowohl ihre Eigentümer-Struktur als auch ihr Geschäftsmodell transparent machen. Schließlich würde man ja auch das eigene Kind nicht einem wildfremden Menschen anvertrauen, dessen Name und Wohnsitz man nicht kennt. Hier sei an die negativen Erfahrungen mit bestimmten geschlossenen Fonds erinnert, die sogenannte “Blindpool”-Geschäfte betrieben:

Diese Blindpool-Betreiber sammelten Geld von Anlegern ein, ohne transparent zu kommunizieren, in welches Objekt der Fonds genau investieren will und was die Investitionsziele sind. Oft waren vermeintliche Offshore-Firmen im Ausland die Profiteure. Nach einer Auswertung der Zeitschrift “Finanztest” aus dem Jahr 2015 haben gerade solche Geldanlagen den Anlegern Milliarden-Verluste beschert. Oft wurden sie dabei mit zweistelligen Rendite-Versprechen angelockt, die sich rückblickend als hochriskante Finanzwette entpuppten. Hier gilt: Besser prüfen, wem man sein Geld anvertraut!

Nur in Geldanlagen investieren, deren Funktionsweise man versteht

Ein zweiter Grundsatz: Anleger sollten nur in solche Finanzprodukte investieren, deren Funktionsweise sie verstanden haben und nachvollziehen können. Stimmt, das ist nicht immer ganz einfach: Selbst ein Vertrag in der Lebensversicherung kann zum Beispiel sehr komplex sein. Deshalb sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um sich mit einem Vertrag auseinanderzusetzen, und auch aus mehreren Quellen informieren. Eine langfristige Geldanlage sollte auf keinen Fall per Schnellschuss zwischen Tür und Angel abgeschlossen werden!

In diesem Zusammenhang kann es lohnen, einen professionellen Vermittler, Bank- oder Anlageberater hinzuzuziehen. Sie haften für den Rat, den sie Verbrauchern erteilen – und können für eine Falschberatung juristisch belangt werden, inklusive Schadensersatz. Hierbei ist es empfehlenswert, sich das Beratungsgespräch gut dokumentieren zu lassen. Wichtig: Ein Gespräch zum Thema Geldanlage muss auch mögliche Risiken und Nachteile des Vorsorgeproduktes zur Sprache bringen, abhängig vom Anlageziel und Risikoneigung der Person. Das ist vom Gesetzgeber so vorgeschrieben. Denn ein hundertprozentig sicheres Anlageprodukt ist eine Illusion – ein gewisses Restrisiko ist immer vorhanden!

Risiko streuen – und sich des Anlageziels bewusst sein!

Eine weitere Regel: Wer sein Risiko streut, der mindert auch das Verlust-Risiko. Hier sei an eine alte Bauernregel erinnert, wonach man auch nicht alle Eier in einen Korb legen soll. Dabei sollte man auch sein Anlageziel im Auge behalten.

Darüber hinaus lohnt es zu schauen, welche Sicherheiten eine Geldanlage mindestens bietet. Ein Beispiel: Wer das Geld für die Altersvorsorge verwenden will, der hat mit privaten Rentenversicherungen bestimmte Garantien. Selbst bei den neuen Verträgen, die keinen klassischen Garantiezins mehr beinhalten, sondern stärker auf den Kapitalmarkt setzen, ist in der Regel mindestens der Erhalt der eingezahlten Beiträge garantiert – sowie daraus eine lebenslange Rente.

Anlageexperten empfehlen, sich am sogenannten magischen Dreieck der Vermögensanlage zu orientieren. Stark vereinfacht lässt sich dies mit drei Fragen ausdrücken: Wie rentabel ist eine Geldanlage, wie hoch ist ihr Risiko und wie verfügbar ist das angelegte Geld, wenn ich darauf zugreifen will? (Rentabilität, Sicherheit und Liquidität). Aus diesem Dreiklang gilt es, die richtige Mischung zu finden. Wer mehr Rendite will, muss dabei mitunter Abstriche bei der Sicherheit und/oder der Verfügbarkeit des Geldes machen.

Wer diese Grundsätze beachtet, der fährt in Sachen Geldanlage sicherer. Ein weiterer Rat: die langfristige Entwicklung im Auge behalten, statt panikartig Entscheidungen zu fällen! Das gilt speziell mit Blick auf Fonds und Aktien. Viele der Wertpapiere, die infolge der Finanzkrise zunächst ordentlich an Wert verloren, haben sich danach wieder erholt und sehr gut entwickelt, wie der anhaltend positive Trend des Dax zeigt. Oft schon deshalb, weil die Aktieninhaber in Unternehmen investiert haben, die Werte schaffen und gute Produkte herstellen. Auch das kann Sicherheit für Anleger bedeuten.