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Berufsunfähigkeitsversicherungen könnten zum Jahreswechsel 2021/2022 um bis zu 10 Prozent teurer werden. Woran das liegt.

Zum Jahresbeginn 2022 hat der Gesetzgeber eine wichtige Kalkulationsgröße für Versicherer geändert und den sogenannten Höchstrechnungszins (HRZ) auf 0,25 Prozent abgesenkt. Diese Zinsabsenkung wird aber steigende Prämien zur Folge haben. Das hat folgende Ursache: Versicherer bauen für den den Fall der Berufsunfähigkeit ein Finanzpolster in Höhe der voraussichtlichen Leistungen auf. Dieser Kapitalstock wird in Abhängigkeit vom Höchstrechnungszins verzinst. Fällt dieser niedriger aus, steigen die Beiträge.

Nun bieten sich dem Versicherer verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auf die Zinsabsenkung. Auch Bedingungsänderungen oder Anpassungen bei der Berufseinordnung könnten ebenfalls Folgen der Zinssenkung sein. Doch in einer Marktbefragung gingen 80 Prozent der teilnehmenden Lebensversicherer davon aus, dass die Preise für Berufsunfähigkeits-Policen anziehen werden.

Veränderte Kalkulationsgrundlagen gelten allerdings nur für Neu- und nicht für Alt-Verträge. Wer sich also noch die derzeit geltenden günstigeren Kalkulationsgrundlagen sichern will, sollte bald ein Beratungsgespräch vereinbaren.

Was sind die häufigsten Gründe, weshalb Menschen ihren Beruf aufgeben müssen? Antwort auf diese Frage geben erneut Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in dieser Woche vorgestellt hat. Es zeigt sich: körperliche Gebrechen stehen längst nicht mehr auf dem Spitzenplatz.

Mit einer Umfrage unter privaten Berufsunfähigkeits-Versicherern hat der Branchenverband GDV wissen wollen, weshalb Berufstätige ihren Job vorzeitig aufgeben müssen. Die befragten Unternehmen bilden 80 Prozent des Marktes ab. Dabei bestätigte sich ein Trend, der auch in den vergangenen Jahren schon beobachtet werden konnte. Längst sind es nicht mehr die körperlichen Gebrechen, die das Aus im Beruf verursachen!

Der häufigste Grund, weshalb Menschen im Job passen müssen, sind Nervenkrankheiten einschließlich psychischer Erkrankungen. Beinahe jede dritte neu bewilligte Leistung ist mittlerweile darauf zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr hat die Bedeutung noch einmal zugenommen: 32 Prozent aller bewilligten Gelder sind mittlerweile Folge der Psyche. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2016, neuere Daten liegen aktuell nicht vor.

Damit zeigt sich, dass auch Menschen von Berufsunfähigkeit bedroht sind, die keine schwere körperliche Arbeit verrichten. Und die Tendenz ist deutlich. Andere Untersuchungen zeigen, dass sich innerhalb der letzten 15 Jahre psychische Krankheiten als Auslöser einer Berufsunfähigkeit mehr als verdoppelt haben. Das spiegelt auch den Wandel der Arbeitswelt wieder. Die Menschen geben auf, weil ihnen Stress und Druck im Beruf und auch in der Freizeit sprichwörtlich den Verstand rauben.

Zweithäufigste Ursache sind dann aber tatsächlich jene körperlichen Gebrechen, die früher geradezu typisch für BU-Neufälle waren. Beinahe jeder vierte Fall (24 Prozent) ist auf Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates zurückzuführen. Auch hier gibt es eine zunehmende Tendenz: im Jahr zuvor waren es noch zwei Prozentpunkte weniger. Beispiele sind etwa eine Arthrose im Knie bei Fliesenlegern oder die berühmt-berüchtigten Rückenschmerzen bei pflegenden Berufen.

Numero vier der häufigsten BU-Ursachen: Krebs und andere bösartige Geschwülste. 15 Prozent der Berufsunfähigkeits-Fälle lassen sich darauf zurückführen. Es folgen Unfälle mit neun Prozent sowie Erkrankungen des Herzens und Gefäßsystems mit sieben Prozent.

Wenn jemand seinen Beruf aufgeben muss, bedeutet das nicht nur im Leben einen schmerzhaften Einschnitt – sondern auch finanziell. Viele Menschen müssen dann ihren Lebensstandard nach unten korrigieren oder verarmen gar. Deshalb lohnt es sich, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Allein im letzten Jahr haben die Versicherer 3,4 Milliarden Euro an Invaliditätsleistungen erbracht.

Warum lehnen private Berufsunfähigkeitsversicherer einen Antrag auf BU-Rente ab? Die aktuelle Auswertung eines Analysehauses zeigt: Meist melden sich die Antragsteller schlicht nicht zurück und zeigen keine Reaktion auf Nachfragen. Das kann auch sehr positive Ursachen haben.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine Vorsorge, deren Nutzen auch der Verbraucherschutz immer wieder betont. Jeder vierte Beschäftigte muss seinen Beruf vorzeitig aufgeben, im Schnitt mit 47 Jahren. Dann hätte der Betroffene noch rund ein Drittel seines Berufslebens vor sich: es droht ein Leben am Rande des Existenzminimums und Altersarmut. Wer hingegen eine solche Versicherung abgeschlossen hat, erhält eine monatliche Rente ausgezahlt, um den Absturz auf Sozialhilfeniveau aufzufangen.

Die Ablehnungsgründe sind komplex

Viele Verbraucher könnten nun aber einwenden: Zahlt der Versicherer überhaupt, wenn ich auf eine Rente aus meinem BU-Vertrag angewiesen bin? In den Medien wird mitunter von Fällen berichtet, wo sich Menschen mit ihrem Versicherer vor Gericht streiten müssen. Ja, diese Fälle gibt es. Aber die positive Nachricht: In der überwiegenden Mehrheit der Fälle (77 Prozent) leisten die Versicherer ohne Probleme, sobald eine Berufsunfähigkeitsrente beantragt wird.

Auch in jenen Fällen, wo der Antrag auf Rente abgelehnt wird, lohnt ein genauer Blick auf die Gründe. Diese hat das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen aktuell wieder untersucht. Und festgestellt, dass es oft gar nicht an dem Versicherer liegt, wenn am Ende keine BU-Rente ausgezahlt wird.

Im Gegenteil: Die meisten Anträge auf BU-Rente verlaufen schlicht im Sande, weil der Versicherte sich nicht mehr meldet oder wichtige Fragen nicht beantwortet. Das betrifft 35,33 Prozent aller Ablehnungen. Der Grund ist oft ein positiver: So können viele der Betroffenen in ihren Beruf wieder zurückkehren, weil sich ihr Gesundheitszustand deutlich gebessert hat. Mitunter sind sie aber auch mit der Beantwortung von Fragen überfordert oder können ärztliche Dokumente nicht vorlegen, die für den Versicherer wichtig sind. Hier empfiehlt es sich, im Zweifel den Rat eines Versicherungsexperten hinzuzuziehen.

Vor diesem Hintergrund muss betont werden, dass es auch Aufgabe der Versicherer ist, das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit genauestens anhand ärztlicher Dokumente und Diagnosen zu prüfen. Schließlich geht es auch um das Schutz des Versicherungskollektivs, wenn verhindert werden soll, dass Menschen zu Unrecht eine Rente erhalten.

Als zweithäufigsten Ablehnungsgrund nennen die Analysten, dass der Berufsunfähigkeits-Grad nicht erreicht werde. Dies sei bei 32,47 Prozent aller Anträge der Fall, bei denen der Versicherer “nein” sagt. In der Regel zahlt ein Berufsunfähigkeitsversicherer eine Rente, wenn ein BU-Grad von 50 Prozent festgestellt wurde.

Hilfe beim Antrag holen!

Interessant ist an den vorliegenden Zahlen, dass lediglich 8,86 Prozent der Anträge abgelehnt werden, weil der Versicherte die vorvertragliche Anzeigepflicht nach §19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) verletzt haben soll. Dies sind auch jene Fälle, die oft in den Medien vorgestellt werden. Hier sanktioniert es ein Versicherer, dass der Antragsteller angeblich falsche oder unvollständige Angaben machte, als er seinen BU-Vertrag abschloss.

Fest steht: Auf eine Berufsunfähigkeits-Police sollte man als Erwerbstätiger nicht verzichten. Der Schutz ist wichtig – und in der Regel zahlen die Versicherer im Ernstfall schnell die vereinbarte Leistung aus. Wenn Verbraucher einen solchen Vertrag beantragen, müssen sie umfangreiche Gesundheitsfragen und Fragen zu ihrem Beruf beantworten. Risiken und Vorerkrankungen werden oft mit Prämienaufschlägen “bestraft”. Hier empfiehlt es sich ebenfalls, einen Versicherungsexperten zu Rate zu ziehen: Er weiß, worauf es ankommt und welche Gesellschaften den passenden Schutz bieten. Schließlich gibt es bei den Prämien und Leistungen der Verträge große Unterschiede.

Wenn es im Job nicht mehr weitergeht, hat das gerade für Unternehmer bittere Konsequenzen. Wer leitet das Unternehmen, wenn der Chef nicht mehr kann? Und wer tritt fortan als Geschäftsführer in Erscheinung? Es sind Fragen, die über den Fortbestand einer Firma entscheiden können. Nicht wenige Unternehmen sind daran zerbrochen, dass der Chef längere Zeit ausgefallen ist – und kein gleichwertiger Ersatz da war.

Deshalb empfiehlt es sich, möglichst zeitig über den Abschluss einer Unternehmervollmacht nachzudenken. Mit einem solchen Dokument ist geregelt, wer fortan das Unternehmen führen darf, wenn der Chef für längere Zeit ausfällt. Gibt es kein solches Dokument, darf ein Gericht einen Betreuer für den Bedarfsfall ernennen – unabhängig davon, ob dieser tatsächlich für den Job qualifiziert ist.

„Viele denken, dass sie in solchen Situationen automatisch von ihrem Ehegatten vertreten werden. Das ist nicht der Fall. Wurde also keine Vollmacht erteilt, muss durch das Gericht ein Betreuer bestellt werden“, erklärt Margit Winkler, Geschäftsführerin beim Institut GenerationenBeratung. Eine automatische Vertretungsberechtigung durch Ehepartner, Verwandte oder Familienangehörige gibt es nicht. Es gelten die Paragraphen §§ 164 ff. und §§ 662 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Details regeln

Die Erstellung der Unternehmervollmacht sollte mit einem spezialisierten Juristen erfolgen, damit das Dokument auch rechtssicher ist. Dabei können die Bestimmungen sehr konkret festgelegt werden: etwa, wie nach dem Ausscheiden des Chefs die Beziehung zu den Zulieferfirmen aufrecht erhalten werden soll. Oder wer eingehende Emails beantworten darf. Sogar Passwörter lassen sich sicher vor unbefugtem Zugriff hinterlegen. Hier lohnt es, die Vollmacht möglichst genau zu definieren.

Darüber hinaus können Unternehmer mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für ihr Aus im Beruf vorsorgen. Wie nur wenige andere Versicherungen schützt die BU-Police Unternehmer vor dem sozialen Abstieg. In der Regel erhält der Versicherungsnehmer eine vorher vereinbarte Rente, wenn er zu 50 Prozent und für mindestens sechs Monate seinen Job nicht wahrnehmen kann. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden.

Wenn es im Job nicht mehr weitergeht, hat das gerade für Unternehmer bittere Konsequenzen. Wer leitet das Unternehmen, wenn der Chef nicht mehr kann? Und wer tritt fortan als Geschäftsführer in Erscheinung? Es sind Fragen, die über den Fortbestand einer Firma entscheiden können. Nicht wenige Unternehmen sind daran zerbrochen, dass der Chef längere Zeit ausgefallen ist – und kein gleichwertiger Ersatz da war.

Deshalb empfiehlt es sich, möglichst zeitig über den Abschluss einer Unternehmervollmacht nachzudenken. Mit einem solchen Dokument ist geregelt, wer fortan das Unternehmen führen darf, wenn der Chef für längere Zeit ausfällt. Gibt es kein solches Dokument, darf ein Gericht einen Betreuer für den Bedarfsfall ernennen – unabhängig davon, ob dieser tatsächlich für den Job qualifiziert ist.

“Viele denken, dass sie in solchen Situationen automatisch von ihrem Ehegatten vertreten werden. Das ist nicht der Fall. Wurde also keine Vollmacht erteilt, muss durch das Gericht ein Betreuer bestellt werden”, erklärt Margit Winkler, Geschäftsführerin beim Institut GenerationenBeratung. Eine automatische Vertretungsberechtigung durch Ehepartner, Verwandte oder Familienangehörige gibt es nicht. Es gelten die Paragraphen §§ 164 ff. und §§ 662 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Details regeln

Die Erstellung der Unternehmervollmacht sollte mit einem spezialisierten Juristen erfolgen, damit das Dokument auch rechtssicher ist. Dabei können die Bestimmungen sehr konkret festgelegt werden: etwa, wie nach dem Ausscheiden des Chefs die Beziehung zu den Zulieferfirmen aufrecht erhalten werden soll. Oder wer eingehende Emails beantworten darf. Sogar Passwörter lassen sich sicher vor unbefugtem Zugriff hinterlegen. Hier lohnt es, die Vollmacht möglichst genau zu definieren.

Darüber hinaus können Unternehmer mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für ihr Aus im Beruf vorsorgen. Wie nur wenige andere Versicherungen schützt die BU-Police Unternehmer vor dem sozialen Abstieg. In der Regel erhält der Versicherungsnehmer eine vorher vereinbarte Rente, wenn er zu 50 Prozent und für mindestens sechs Monate seinen Job nicht wahrnehmen kann. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden.