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Die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf die Renten. Während ostdeutsche Rentner 2021 maximal auf eine Mini-Erhöhung hoffen können, droht westdeutschen Ruheständlern sogar eine Nullrunde. Das hat nun auch ein Vorsitzender der Rentenversicherung bestätigt.

In diesem Jahr ist die Rente für viele deutsche Ruheständler deutlich angestiegen: Die Bezüge kletterten zum 1. Juli 2020 um 3,45 Prozent im Westen und im Osten der Republik um 4,20 Prozent. Doch im kommenden Jahr dürfen die Rentner nicht auf steigende Renten hoffen – oder nur auf ein kleines Plus. Denn die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf die Rentenkasse.

Im kommenden Jahr müssen sich Rentner im Westen auf eine Nullrunde einstellen, während die Bezüge im Osten maximal um 0,72 Prozent zulegen werden. Das teilte Alexander Gunkel, Alternierender Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, am Mittwoch mit. Dass das Rentenplus im Osten höher ausfalle, sei auf das schrittweise Angleichen des ostdeutschen auf das westdeutsche Rentenniveau zurückzuführen. Die endgültige Entscheidung über die Anpassung der Altersbezüge falle aber erst im Frühjahr.

Die Gründe für die drohende Stagnation bei den Renten liegen auf der Hand. Die Höhe der Renten ist an die Entwicklung der Löhne gebunden. Viele Arbeitnehmer mussten aber dank Corona in Kurzarbeit. Zudem gerieten Unternehmen selbst in Not, haben auslaufende Verträge mit Beschäftigten nicht verlängert oder Mitarbeiter sogar entlassen müssen.

Die Krise macht sich unter anderem bei den Einnahmen der Rentenversicherung bemerkbar: Bereits im Juni hatte Gunkel gewarnt, dass man mit Einnahme-Verlusten von 4,7 Milliarden Euro rechne. Da war der zweite Lockdown von November noch gar nicht abzusehen.

Positiv immerhin: Laut Gesetz dürfen die Renten nicht sinken. Eigentlich müssten sie 2021 rechnerisch um gut vier Prozent abgesenkt werden, so DRV-Funktionär Gunkel. Dennoch würde zumindest eine Nullrente eine Entwertung der Renten bedeuten, wenn man die Inflation hinzurechnet. Experten erwarten 2020 für Deutschland eine Inflationsrate von 0,5 Prozent.

Wenn das Rentenniveau -stark vereinfacht das Verhältnis der Renten zu den aktuell gezahlten Löhnen- weiter sinkt, droht künftig sogar dem Mittelstand Altersarmut, sofern keine zusätzliche Vorsorge vorhanden ist. Bis zum Jahr 2025 greift noch die so genannte “doppelte Haltelinie”, die sowohl das Rentenniveau als auch die Beitragshöhe gesetzlich festschreibt. Bis dahin darf das Niveau nicht auf einen Prozentsatz unter 48 Prozent gedrückt werden. Danach rechnen Rentenexperten aber damit, dass das Rentenniveau weiter sinken wird: auch, weil die Gesellschaft altert und mehr Ruheständler weniger Beitragszahlern gegenüber stehen. Ein Beratungsgespräch schafft hier zusätzliche Handlungsoptionen, um im Alter finanziell gewappnet zu sein.

Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes kann lästig sein. Wer sich von der Pflicht befreien lassen will, braucht einen Attest des Arztes. Doch “Gefälligkeitsatteste” sind rechtswidrig und bergen Risiken.

Wer sich vom Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im Rahmen der Corona-Maßnahmen befreien lassen möchte, braucht dazu die konkrete ärztliche Diagnose eines Krankheitsbildes. So stellte es das Verwaltungsgericht Würzburg in einem Beschluss vom 16. September 2020 fest (AZ Nr. W 8 E 20.1301).

Mit dieser Pflicht wollten die Würzburger Richter auch sogenannten “Gefälligkeitsatteste” vorbeugen. Gemeint sind damit Atteste für Menschen deren leichte Erkrankung eben nicht für ein Befreiungsattest ausreicht. Wer nun seinen Arzt bittet, die Diagnose entsprechend zu ändern, damit die Maskenpflicht ausgesetzt werden kann, handelt rechtswidrig. Zum anderen könnte er sich damit auch für eine spätere Inanspruchnahme etwa einer Berufsunfähigkeitsversicherung selbst ein Bein stellen, warnt Sven-Wulf Schöller, Fachanwalt für Versicherungsrecht von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht. Um die Gefahr deutlich zu machen, schildert er folgendes Szenario:

Ein Verbraucher möchte sich vom Tragen eines geeigneten Mund- und Nasenschutzes befreien lassen und überredet seinen Arzt, ihm eine Erkrankung zu bescheinigen, die er gar nicht oder nicht in der entsprechenden Schwere hat. Einige Zeit später will er eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, füllt die entsprechenden Gesundheitsfragebögen aus und wähnt seine Welt in Ordnung. Noch einmal einige Zeit später kommt es dazu, dass der Versicherungsnehmer die Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen muss. Diese prüft seinen Antrag und findet in seiner Krankengeschichte die Diagnose einer schweren Lungenerkrankung. Der Versicherer lehnt die Leistung ab mit der Begründung, hier sei eine Vorerkrankung im Gesundheitsfragebogen nicht erwähnt worden. Der Versicherungsnehmer sieht sich auf einmal mit dem Vorwurf der arglistigen Täuschung konfrontiert und sein einziger Zeuge, sein Hausarzt, wird kaum bereit sein, hierzu eine Aussage zu machen. Schließlich hat er mit dem Attest zur längst zurückliegenden Befreiung von der Maskenpflicht de facto Versicherungsbetrug begangen, wenn er die Rechnung für das falsche Attest zum Zwecke der Einreichung bei der Krankenversicherung ausstellt. Von der Ausstellung eines unrichtigen Attestes, ganz zu schweigen. “Dieses Beispiel zeigt, dass aus einer vermeintlich kleinen Schummelei später existenzielle Schwierigkeiten erwachsen können”, unterstreicht Rechtsanwalt Schöller.

Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht warnt Verbraucher daher eindringlich davor, solche “Deals” einzufädeln oder sich darauf einzulassen. Ein solches Gefälligkeitsattest zur Befreiung von der Maskenpflicht lohne sich in keinem Fall, hebt der Fachanwalt für Versicherungsrecht hervor, “ganz abgesehen davon, dass die Einreichung von unrichtigen Rechnungen und Angabe falscher Erklärungen Versicherungsbetrug ist und der ist bekanntlich strafbar”, wie der Rechtsanwalt betont. Darüber hinaus haben sowohl Ladengeschäfte als auch Restaurantbetriebe oder Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel weiterhin das Hausrecht und müssen ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht nicht akzeptieren.

Mit dem Steuerbescheid 2020 könnte es für einige Empfänger böse Überraschungen geben, warnt die Stiftung Warentest. Denn Hilfszahlungen müssen meistens in der Steuererklärung abgerechnet werden. Mitunter droht eine steigende Steuerlast.

Die Corona-Hilfspakete der Bundesregierung haben vielen Menschen in Deutschland durch die Krise geholfen. Sicher kann man darüber streiten, ob jede Rettung in dieser Form nötig war oder ob nicht bestimmte Branchen mehr oder weniger Hilfe bedurft hätten.

Unstrittig ist allerdings, dass ein großer Teil der Hilfsleistungen im Rahmen der Steuererklärung abgerechnet wird. So müssen etwa Selbstständige die Soforthilfen als Betriebseinnahmen abrechnen, wodurch ihre Steuerlast mitunter steigen kann. Davor warnt die Stiftung Warentest und hat einige Ratschläge für Betroffene zusammengestellt:

  • Angestellte: Warum drohen Nachforderungen vom Finanzamt? Zwar sind Kurzarbeitergeld und Zuschuss vom Arbeitgeber von Sozialabgaben befreit. Aber nur bis maximal 80 Prozent des Monatsnettos (bei Kindern bis 87 Prozent). Der Lohnersatz unterliegt dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Konkret bedeutet das: Bei der Ermittlung des Steuersatzes werden Lohnersatzzahlungen zu übrigen Einkünften addiert. Die Steuerlast kann so steigen.
    Wer im Homeoffice gearbeitet hat, sollte prüfen lassen, ob dadurch entstandene Kosten abgesetzt werden können.
  • Selbstständige: Wer Zahlungen an das Finanzamt leisten muss, kann Erleichterungen beantragen. So ist es beispielsweise möglich, dass Zahlungen zinsfrei gestundet werden. Bei Selbstständigen, die Soforthilfen erhalten oder einen Zahlungsaufschub gewährt bekamen, kann sich die künftige Steuerlast ändern. Das muss mit dem jeweiligen Steuerberater geklärt werden.
    Wer Überbrückungshilfe erhalten hat, muss nachweisen, das Geld zu recht empfangen zu haben. Andernfalls muss zurückgezahlt werden.
  • Familien: Eltern, die ihre Kinder selbst betreut haben, während Kitas und Schulen geschlossen waren, können Anspruch auf Familienbonus haben. Damit ist eine Zahlung von bis zu 300 Euro pro Kind gemeint. Allerdings sind dabei Einkommensgrenzen zu beachten. Eltern, die über mehr als 67.800 Euro zu versteuerndes Einkommen verfügen (Unverheiratet: 33.900 Euro), sollten einplanen, dass nach der Steuererklärung nur ein Teil oder gar nichts von dem Bonus übrig bleibt.

Die Bundesregierung will mit einer Senkung der Umsatzsteuer Unternehmen und Verbrauchern gleichsam unter die Arme greifen, damit die Wirtschaft in der Corona-Krise wieder in Schwung kommt. Doch die angedachte Steuersenkung bedeutet für Firmen einen enormen Mehraufwand: Und dabei müssen Gewerbetreibende einige Punkte beachten.

Als die Bundesregierung Anfang Mai bekannt gab, dass sie die Umsatzsteuer vorübergehend senken will, gab es zunächst viel Lob von allen Seiten. Anders als befürchtet, könnte diese Maßnahme nicht allein einigen Branchen helfen, sondern allen Firmen und Bürgern gleichermaßen. In Hoffnung auf niedrigere Preise konsumieren die Deutschen mehr und profitieren von günstigeren Preisen, sofern Handel und Unternehmen die Steuersenkung weitergeben, so die einfache Rechnung.

Doch mittlerweile wird auch vermehrt Kritik von Gewerbe- und Branchenverbänden an den Plänen laut. Der Grund: Den Firmen entsteht ein nicht zu unterschätzender Mehraufwand. Eine Oppositions-Partei im Bundestag hat errechnet, dass die Firmen im Schnitt fünf Arbeitstage allein dafür aufwenden müssen, alle ihre Kassen- und IT-Systeme auf den neuen Steuersatz umzustellen und dann wieder zur alten Regel zurückzukehren. Das zeigt, dass gerade kleine Unternehmer die bürokratischen Hürden nicht unterschätzen dürfen: Es drohen Rechtsunsicherheiten und im Zweifel später hohe Steuer-Nachforderungen.

Wann die niedrige Steuer gelten soll

Was aber gilt genau? Zunächst klingen die Regeln recht einfach: Vom 1. Juli 2020 bis zum 31.12.2020 sollen sowohl der Regelsteuersatz von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden, der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent auf fünf Prozent. Doch da beginnen schon erste Fragen. Nämlich zum Beispiel, wie man sich verhalten soll, wenn eine Leistung diese Frist überschreitet.

Ob der alte oder der ermäßigte Steuersatz anfällt, dafür ist entscheidend, wann eine Leistung tatsächlich ausgeführt worden ist. Bei Lieferungen von Waren ist hierbei die Beschaffung der Verfügungsvollmacht das entscheidende Datum, bei sonstig erbrachten Leistungen der Zeitpunkt der Vollendung, so informieren Steuerberater. Nicht entscheidend sei hingegen, an welchem Tag die Rechnung gestellt oder bezahlt werde.

Besondere Regeln gibt es darüber hinaus für das Gastro- und Versorgungsgewerbe. Hier ist sogar ein Zeitfenster vom 1.7.2020 bis zum 30.06.2021 angedacht. Dumm nur, dass die Bundesregierung in dieser Zeit die Steuersätze schrittweise anheben will. So entsteht den Gaststätten und anderen Gastro-Betrieben ein ganz entscheidender Mehraufwand.

Folgende Steuersätze sollen für das Gastro-Gewerbe gelten:

  • Bis zum 30.6.2020 ausgeführte Leistungen 19 Prozent
  • Zwischen dem 1.7.2020 und 31.12.2020 ausgeführte Leistungen 5 Prozent
  • Zwischen 1.1.2021 und 30.6.2021 ausgeführte Leistungen 7 Prozent
  • Ab 1.7.2021 ausgeführte Leistungen 19 Prozent

Erschwerend kommt für das Gastro-Gewerbe hinzu, dass Getränke nicht im gleichen Maße von der Steuersenkung betroffen sind. Ab 1. Juli müssen hierauf 16 Prozent Umsatzsteuer gezahlt werden, ab Januar 2021 wieder 19 Prozent. Für Übernachtungen sinkt die Mehrwertsteuer von sieben auf fünf Prozent. Mit anderen Worten: Es ist kompliziert. So gibt es zum Beispiel auch Sonderregeln für Gutscheine.

Rechtzeitig mit Steuer-Anpassung beschäftigen

Aufgrund des erwarteten Aufwandes sollten sich auch kleine Unternehmer rechtzeitig darüber informieren, was für ihre Branche mit Blick auf die Umsatzsteuer gilt und was sie anpassen müssen. Fakt ist: Selbst wenn man nicht plant, die niedrigere Steuer an Kundinnen und Kunden weiterzugeben, kann man das Thema nicht einfach aussitzen. “Sämtliche Kassen- und ERP-Systeme sind auf die abgesenkten Steuern anzupassen”, heißt es hierzu von Seiten des Gesetzgebers. Wer das nicht macht, riskiert massiven Ärger mit dem Finanzamt und empfindliche Strafen. Auch die laufenden Verträge für gewerbliche Mieten und Leasing-Verträge müssen zum Beispiel entsprechend angepasst werden.

Organspenden retten jedes Jahr hunderte Leben in Deutschland – ganz gleich, ob ein lebender Spender für einen Angehörigen ein Organ gibt oder die Organe eines verstorbenen Unfallopfers verpflanzt werden. Ein Thema, das auch in der Coronakrise Beachtung verdient hat.

Organspenden retten Leben – das ist ein Fakt. Und auch in der Coronakrise warten viele Patientinnen und Patienten auf ein lebensrettendes Organ. Oft vergeblich, denn im internationalen Vergleich ist Deutschland noch immer eines der Schlusslichter bei der Verpflanzung von Organen. Kommen in Spanien beispielsweise laut Bundesregierung 48 Organspender auf eine Million Einwohner und in Portugal 33,6 Spender, so sind es in Deutschland nur 11,5.

Die Wichtigkeit der Organspende ist ein Grund, weshalb man auch in Corona-Zeiten sich durchaus mit dem Thema beschäftigen sollte. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten der Spende: der Lebendspende, wobei ein Organ aus dem Körper eines gesunden Menschen in den Körper eines Bedürftigen verpflanzt wird. Und die postmortale Spende, bei der ein Organ oder mehrere Organe aus dem Körper eines Verstorbenen in den eines lebenden Menschen verpflanzt werden.

Lebendspende: klare Regeln

Bei der Lebendspende gibt es strenge Regeln, die verhindern sollen, dass eine Art Organhandel entstehen kann – und eventuell die finanzielle Not von Menschen hierbei ausgenutzt wird. So darf das Organ nur zwischen zwei Personen verpflanzt werden, die miteinander verwandt sind oder sich nachweislich sehr nahe stehen. Eine finanzielle Entschädigung gibt es hierbei für den Spender nicht: Die Spende soll freiwillig nach gutem Überlegen und ohne finanzielle Anreize erfolgen.

Allerdings müssen Spender und Empfänger keine Angst haben, auf den Kosten des Eingriffes sowie eventuellen Reha-Kosten sitzenzubleiben. Sowohl die privaten als auch die gesetzlichen Versicherer haben sich verpflichtet, die Behandlungskosten zu tragen. Für Vor- und Nachbereitung des Eingriffes kommen die Versicherer ebenso auf wie für erforderliche Therapien, wenn der Eingriff Rehabilitations-Programme erfordert. Erleiden Spender bei der Organentnahme einen Gesundheitsschaden, der über den mit der Operation generell verbundenen Eingriff hinausgeht, können sie darüber hinaus laut Bundessozialgericht eine Entschädigung von der gesetzlichen Unfallversicherung verlangen (Az.: B 2 U 16/11 R).

Doch natürlich ist es eher der Normalfall, dass es den Patienten nach dem Eingriff gut ergeht. Hierfür sind auch die behandelnden Ärzte in der Pflicht. Der Bundesgerichtshof hat mit mehreren Urteilen entschieden, dass Ärzte über Chancen und Risiken der Transplantation informieren müssen. Auch müssen sie prüfen, ob die Gesundheits-Angaben und Informationen für den Spender vollständig und korrekt waren. Nur dann ist die Einwilligung in die Operation wirksam: anderenfalls müssen die Ärzte Schadensersatz leisten (Az. VI ZR 415/18, Az. VI ZR 495/16 und VI ZR 318/17).

Und natürlich ist eine Organspende auch in Corona-Zeiten möglich. Alle potentiellen Spender werden vorab ausreichend auf das Coronavirus getestet und es gelten besonders strikte Hygienemaßnahmen, wie die Deutsche Gesellschaft Organtransplantation (DSO) berichtet. “Organspender werden weiterhin gemeldet und Organtransplantationen finden weiterhin statt”, so der Verband.

Entscheidungslösung: ein Grund für niedrige Spendenzahl

Der zweite Fall der Organspende ist, wie bereits erwähnt, die postmortale Spende nach dem Tod eines Menschen. Dass in Deutschland vergleichsweise wenige Organe verpflanzt werden, liegt daran, dass bei postmortalen Spenden die sogenannte Entscheidungslösung bindend ist. Das heißt, hierzulande darf kein Organ eines Verstorbenen entnommen werden, wenn dieser nicht zu Lebzeiten seine Einwilligung erklärt hat – oder wenn nach seinem Tod nicht die Hinterbliebenen einer Entnahme zustimmen.

Dabei besteht keine Pflicht, bei diesem sensiblen Thema zustimmen oder ablehnen zu müssen: Jede mündige Person ab 16 Jahren soll selbst entscheiden dürfen, ob sie sich mit dem Thema auseinander setzt und eine entsprechende Erklärung abgibt.

Das ist in zahlreichen europäischen Staaten wie zum Beispiel Spanien anders. Dort wird die sogenannte Widerspruchslösung angewendet. Das bedeutet, jedem dürfen nach dem Tod Organe entnommen werden, der nicht ausdrücklich widersprochen hat.

Das Thema ist mit zahlreichen Tabus behaftet: Wer beschäftigt sich schon gern mit seinem eigenen Ableben? Dass eine Organspende aber eine sehr gute Entscheidung sein kann, zeigt sich daran, dass bis zu sieben Leben nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit mit einer einzigen postmortalen Spende gerettet werden können. Und der Bedarf ist groß. Laut Bundesgesundheitsministerium stehen derzeit in Deutschland 9.500 Menschen auf der Warteliste für ein lebensrettendes Organ. Das sind zehnmal mehr Personen, als Organe zur Verfügung stehen.

Dennoch: Die Spendenbereitschaft ist auch hier unter den Deutschen groß, glaubt man Umfragen. 84 Prozent stehen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, so eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Doch nur etwa 39 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis. Angst, dass einem nach einem Unfall vorschnell die Organe entnommen werden, muss man nicht haben. Erst, wenn der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) von mehreren Ärzten bestätigt wurde, ist ein solcher Eingriff erlaubt. Infomaterial über das Thema gibt es bei den Krankenversicherern und den Hausärzten: beide beraten auch dazu.

Immer mehr Gewerbetreibende sehen sich in der Coronakrise gezwungen, ihre Altersvorsorge abzustoßen, wie mehrere Studien zeigen. Aber das ist oft eine schlechte Lösung: Nicht nur drohen dann Altersarmut und finanzielle Verluste, auch der Risikoschutz geht verloren.

Es ist ein Fakt: Viele Selbstständige geraten in der Coronakrise in existentielle Nöte. Ganz gleich, ob Gastronomen, Floristen, Veranstaltungs-Techniker oder Musiker: Es gibt Berufe, die zur Corona-Vorsorge mit einem Quasi-Berufsverbot belegt wurden und denen sämtliche Einnahmen wegbrachen. Konzerte durften nicht stattfinden, Hotels mussten schließen – und viele Läden waren lange Zeit dicht.

Dass die finanziellen Hilfen der Bundesregierung nicht allen Betroffenen im ausreichenden Maße helfen, darauf deuten auch aktuelle Trends in der Versicherungsbranche hin. So berichtet diese Woche ein großer Zweitmarkt-Anbieter mit einem Vertragsbestand von eine Milliarde Euro, dass sich infolge des Corona-Lockdowns Mitte März die Zahl der Anfragen verdreifacht habe. Zur Erklärung: Zweitmarkt-Anbieter kaufen Lebens- und Rentenversicherungen von Privatpersonen ab, um sie dann weiterzuführen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Fast jeder fünfte Deutsche, der im März und April 2020 dank des Corona-Lockdowns finanzielle Einbußen hatte, kürzt demnach die Sparrate bei seiner Altersvorsorge oder stellte die Vorsorge für den Lebensabend ganz ein. Erschreckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass dieses Geld dann in der Rentenzeit fehlt – und Altersarmut droht.

Alternativen prüfen!

Fest steht: Wer die Altersvorsorge kündigt oder verfrüht abstößt, der muss in der Regel hohe Verluste erdulden. Der Grund: Bei einer Kündigung steht dem Kunden bzw. der Kundin nur der sogenannte Rückkaufswert einer Lebensversicherung zu. Verwaltungs- und Risikokosten des Vertrages werden vom Versicherer bei vorzeitiger Kündigung ebenso dem Kunden in Rechnung gestellt wie gezahlte Provisionen. Auch Stornokosten werden zusätzlich abgezogen. Bei mehreren Anbietern erhält man deshalb selbst nach zehn Jahren Vertragslaufzeit kaum mehr als den eingezahlten Beitrag – wenn überhaupt.

Eine Alternative kann es tatsächlich sein, den Lebensversicherungs-Vertrag an einen Zweitmarktanbieter zu verkaufen. Im Vergleich zum Rückkaufswert winken dann nach Experten-Schätzungen zwei bis sechs Prozent höhere Verträge. Aber auch das hat Tücken. Nicht nur muss der erzielte Gewinn aus dem Verkauf versteuert werden, wenn die Police nach 2005 abgeschlossen wurde. Auch ist dann Altersvorsorge und Risikoschutz weg. Und nachgefragt werden von den Aufkäufern vor allem hochverzinste Altverträge – aus gutem Grund, denn diese würden auch dem Versicherungsnehmer deutlich mehr einbringen, wenn er sie bis zum Ablaufdatum durchhält.

Deshalb ist es ratsam, den Vertrag zu halten und nach Alternativen zu suchen, wenn man eine vorübergehende Durststrecke überbrücken muss. Viele Versicherer gestatten es zum Beispiel in ihren Verträgen, den Beitrag vorübergehend zu stunden: üblich sind hier Zeiträume zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dann müssen die Prämien zwar später nachgezahlt werden: aber Risikoschutz und Altersvorsorge bleiben erhalten.

Einige Versicherer erlauben es auch, Beiträge aus den angesparten Überschüssen zu bezahlen, wenn der Vertrag schon länger lief. Und gerade bei staatlich geförderten Verträgen besteht zusätzlich die Option, die Policen beitragsfrei zu stellen und quasi vorübergehend stillzulegen, was aber bei manchen Vertragsarten mit dem Verlust von integrierten Zusatzversicherungen des Vertrages einhergeht, etwa dem wichtigen Schutz vor Berufsunfähigkeit. Deshalb sollte auch ein solcher Schritt genau geprüft und abgewogen werden.

Eine weitere Möglichkeit, wenn finanzielle Sorgen drücken: Lebensversicherungen können mit einem sogenannten Policendarlehen beliehen werden. Dabei handelt es sich um keinen Kredit im klassischen Sinne, denn es wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Ausgeschlossen hiervon sind staatlich geförderte Verträge und Betriebsrente-Anwartschaften. Zwar müssen Zinsen auf die Zeit des Darlehens gezahlt werden, die später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet werden. Aber gerade in Krisenzeiten kann eine solche Beleihung des eigenen Vertrages helfen, die Altersvorsorge zu retten.

In Deutschland wurden Corona-Beschränkungen in den letzten Wochen nach und nach gelockert: Da liebäugeln viele Deutsche schon wieder mit einer Sommerreise. Noch sollte aber Geduld gefragt sein, wenn man nicht auf den Behandlungskosten im Ausland sitzen bleiben will. Denn bis 15. Juni gilt noch eine weltweite Reisewarnung des Bundesaußenministeriums.

In Deutschland werden viele Beschränkungen, die eine Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollten, nach und nach aufgehoben: wenn auch die Bundesländer teils unterschiedliche Regeln durchsetzen. Schon ist es wieder möglich, bei schönem Wetter im Biergarten zu relaxen oder unter Sicherheitsbestimmungen ins Restaurant zu gehen. Auch Fitnesscenter und Sportanlagen haben vielerorts wieder geöffnet: ebenso wie Hotels.

Wie aber sieht es aktuell mit Reisen ins Ausland aus? Viele haben ihre Reise schon lange im Voraus gebucht und hoffen, nun doch noch im Sommer starten zu können. Aktuell heißt es aber noch: Geduld! Denn es gilt eine weltweite Reisewarnung des Bundesaußenministeriums. Wer trotzdem schon zeitiger aufbricht, der risikiert, dass die Auslandsreisekrankenversicherung im Ernstfall nicht zahlt. Denn in den Verträgen steht in der Regel explizit, dass Reisen in Staaten mit einer entsprechenden Warnung nicht vom Versicherungsschutz gedeckt sind. Konkret bedeutet nämliche eine Reisewarnung: Es besteht Gefahr für Leib und Leben!

Bundesaußenminister Heiko Maaß (SPD) hat angekündigt, diese Reisewarnung am 15. Juni aufheben zu wollen. Beziehungsweise zu lockern, denn zunächst soll die Reisewarnung nur für 29 europäische Länder fallen. Neben den 26 EU-Ländern betrifft dies auch Großbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Individuelle Warnungen sollen dann die pauschal geltenden ersetzen.

Wer dennoch schon vor dem 15. Juni verreisen will, sollte das Gespräch mit seinem Versicherer suchen und sich schriftlich bestätigen lassen, ob und in welchem Umfang die Auslandsreisekrankenversicherung zahlt. Manche Versicherer zeigen sich in der aktuellen Situation kulant – doch ist es immer besser, die Zusage schwarz auf weiß vorliegen zu haben, damit der Versicherer sich letztendlich nicht querstellt.

Auch nach dem 15. Juni ist Vorsicht geboten!

Dass ein ordentlicher Auslandsreise-Krankenschutz in Coronazeiten auch nach dem 15. Juni ein absolutes Muss ist, sollte ohnehin selbstverständlich sein. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt nur für die Kosten auf, die sie üblicherweise auch hierzulande zahlen müsste. Ausdrücklich nicht dazu gehört der Rücktransport aus dem Urlaub. Wenn also eine Person zurückbefördert werden muss, etwa weil es in Deutschland schlicht mehr Notfallbetten und Beatmungsplätze gibt, so drohen hohe fünfstellige Kosten.

Ohnehin sollte man sich vor der Reise erkundigen, wie im Zielort die aktuelle Situation ist und welche Beschränkungen dort noch gelten. Beispiel Großbritannien: Auch wenn die Reisewarnung für das Land bald aufgehoben wird, ist die Lage dort keineswegs entspannt. Laut der John-Hopkins-Universität zählte die Insel zum 2. Juni 277.736 Corona-Erkrankte und 39.127 Tote: manche Regionen sind ein echter Corona-Hotspot.

In England gilt auch nach wie vor eine 14tägige Quarantäne-Pflicht für Reisende. Und wer auf ein gutes britisches Ale im Pub hofft, dürfte auch enttäuscht werden: erst ab 18. Juni hat Premierminister Boris Johnson erste Lockerungen für die Gastronomie in Aussicht gestellt, aktuell sind die Kneipen dicht.

Für den Sommerurlaub 2020 gilt deshalb ganz besonders: Zunächst die Lage vor Ort checken, bis man zum Urlaubsort aufbricht. Dazu gehört auch, sich über mögliche geltende Beschränkungen infolge der Coronakrise zu informieren, denn diese sind in Staaten und Regionen höchst unterschiedlich. Auch sollte man sich erkundigen, welche Maßnahmen und Ansprechpartner im Urlaubsort infrage kommen, wenn man doch einmal Corona-Symptome zeigt. Denn eine Ansteckungsgefahr besteht nach wie vor. Im Zweifel besser die Urlaubspläne korrigieren: und in ein Land fahren, das weniger Erkrankte zählt.

Die Coronakrise hat tatsächlich auch positive Effekte. Die Kfz-Versicherer berichten, dass sie im März deutlich weniger Unfälle auf deutschen Straßen beobachtet haben. Einige haben bereits angekündigt, dies bei den Prämien positiv zu berücksichtigen.

Der Lockdown Mitte März infolge der Coronakrise brachte Deutschland und Europa zum Stillstand. Für viele Menschen sind damit existentielle Sorgen und Ängste verbunden – auch wenn die Einschränkungen schrittweise gelockert wurden. In diesen Zeiten sind positive Nachrichten umso mehr willkommen. Und tatsächlich haben die Kfz-Versicherer Positives zu berichten.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, sind den Autoversicherern zwischen Mitte März und Ende April deutlich weniger Unfälle gemeldet wurden. Verwunderlich ist das nur bedingt. Viele Menschen arbeiteten im Home Office, das öffentliche Leben war stark eingeschränkt. Entsprechend waren auch weniger Menschen im Straßenverkehr unterwegs.

Hierbei ist aber zu differenzieren, wie laut dpa Zahlen der deutschen Luftrettung zeigten (DRF). Während im April PKW-Unfälle und Unfälle mit Fußgängern im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent zurückgingen, Unfälle mit motorisierten Zweirädern noch um rund 20 Prozent, schossen zugleich die Fahrradunfälle in die Höhe: hier ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 75 Prozent zu beobachten! Ein Indiz dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger aus Angst vor Ansteckung den öffentlichen Nahverkehr mieden und sich stattdessen auf den Drahtesel schwangen. Diese Zahlen betreffen – wie gesagt – die Luftrettung, zumeist mit Hubschrauber.

Allerdings zeigt sich auch bereits, dass die aktuelle Situation nicht von Dauer ist. Denn der Verkehr nimmt bereits wieder deutlich zu. Ein großer Automobilclub zählte am letzten Montag des Monats März 467 Staus auf deutschen Autobahnen, am letzten Montag im April waren es bereits wieder 906 Staus. Trotzdem haben einige große Kfz-Versicherer schon angekündigt, weniger gefahrene Kilometer und weniger Unfälle im Sinne ihrer Kunden auch bei den Prämien zu berücksichtigen: ohne bereits genauere Details zu nennen. Hier gilt es, die Entwicklung im Auge zu behalten.

Der Betrieb oder das Geschäft ruht oder läuft auf sprichwörtlicher “Sparflamme”. Menschen sind in Kurzarbeit, viele müssen mit Einbußen beim Einkommen leben – die Corona-Pandemie macht sich auch im Geldbeutel vieler Menschen schmerzlich bemerkbar. Vielfach bedeutet dies auch eine Notlage durch laufende Kosten – Mieten, Kredite, Rechnungen müssen dennoch weiter bedient werden. Und auch für Versicherungsverträge fallen laufende Kosten an. Was aber tun, wenn aufgrund des derzeitigen “Shutdowns” auch Prämien und Beiträge für Versicherungen nicht länger bedient werden können? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) klärt aktuell auf seiner Verbraucherseite über diese Frage auf.

So würden, laut GDV, zwei Prämissen gelten. Als ersten Grundsatz formuliert der GDV: Beitrag (des Kunden) gibt es gegen Leistung (der Versicherung). Da aber stets finanzielle Notlagen den Versicherungsschutz bedrohen können, gäbe es stets auch verschiedene Möglichkeiten, mit den Beiträgen auszusetzen oder Prämien und Leistungen der neuen Lage anzupassen. Dies gelte nicht nur für die Zeit der Corona-Krise, wie der GDV außerdem formuliert. Sondern stets gibt es auch die Möglichkeit des Nachbesserns bei finanziellen Engpässen.

Retten des Versicherungsschutzes auch im Interesse der Anbieter

Zwar bedeutet ein Aussetzen der Prämien mitunter weniger Leistung durch den Versicherer. Wichtig aber ist: Dennoch wird der Versicherungsschutz aufrecht erhalten. Allerdings muss auch hierfür zunächst etwas vorausgeschickt werden: Zu welchen Bedingungen Beiträge ausgesetzt werden können, hängt stets auch von den einzelnen Verträgen ab. Ebenso von guter Kommunikation: Denn ein Aufrechterhalten des Versicherungsschutzes und damit der Verträge liegt gerade in Zeiten wie der Corona-Krise auch im Interesse der Anbieter. Wäre es doch fatal, wenn mit lang laufenden Verträgen auch treue Kunden verloren gehen, weil die Krise kurzfristig Einkommen kostet. Hier kann auch ein Experte bei der Vermittlung helfen.

Zu welchen Bedingungen aber können die Beiträge ausgesetzt werden? Der aktuelle Beitrag des GDV informiert zu drei Produkten: zur Berufsunfähigkeitsversicherung, der Risikolebenversicherung sowie der Lebens- und Rentenversicherung als wichtiger Bestandteil privater Altersvorsorge.

Stundung führt oft zu Ratenzahlung

Für die Berufsunfähigkeitsversicherung würden zum Beispiel viele Versicherer die Möglichkeit anbieten, die Beiträge zu stunden. Üblich hierfür wären Zeiträume von bis zu sechs Monaten. Freilich: Die gestundeten Beiträge müssen später nachgezahlt werden. Nicht wenige Versicherer eröffnen hierfür auch die Möglichkeit einer Ratenzahlung.

BU-Schutz: lieber weniger Rente als neuer Vertrag

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei zu stellen. Diese Möglichkeit steht auch für länger andauernde finanzielle Engpässe zur Verfügung – genannt wird ein Zeitraum von bis zu drei Jahren. Zu bedenken ist für einen solchen Schritt freilich, dass mit den ausbleibenden Beiträgen auch die Berufsunfähigkeitsrente kleiner wird. Denn die Versicherer kalkulieren mit dem eingezahlten Kapital die Rentenhöhe. Fließt weniger Kapital in die Police, gibt es im Falle der Berufsunfähigkeit auch weniger Rente.

Und dennoch: Zum einen kann der Versicherungsnehmer – trotz reduzierter Rente – dennoch auch seinen von Verbraucherschützern empfohlenen BU-Schutz aufrechterhalten. Zum anderen sichert er sich zu bestehenden Bedingungen diesen Schutz. Kann doch der Abschluss eines neuen Vertrags aufgrund neu zu beantwortender Gesundheitsfragen eine wesentliche Verteuerung des Versicherungsschutzes bedeuten oder gar Ausschlüsse. Wer also die Beiträge für eine bestimmte Zeit nicht mehr bedienen kann, für den ist das “Beitragsfrei-Stellen” trotz der geringeren Rentenhöhe oft der günstigste Weg, den BU-Schutz zu behalten.

Risikolebensversicherung: Aussetzen der Beiträge nicht vorteilhaft

Auch für die Risikolebensversicherung ist eine Freistellung von den Beiträgen möglich. Jedoch: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft empfiehlt diese Lösung nicht. Denn da durch eine Freistellung von den Beiträgen kaum Deckungskapital gebildet würde, dürfte die verbleibende beitragsfreie Leistung nur sehr gering sein. Deswegen würde sich, aus Sicht des GDV, eher eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit mit Herabsetzung des Versicherungsbeitrags sowie eine daran angelehnte Herabsetzung der Leistung lohnen. Denn Einbußen eines solchen Schrittes bei der Versicherungsleistung wären weniger schmerzlich als das gänzliche Freistellen vom Versicherungsbeitrag.

Private Altersvorsorge: Kündigung der Verträge die schlechteste Lösung

Wie aber sieht es mit der privaten Lebens- und Rentenversicherung aus? Laut GDV zeigen bestehende Verträge hier bereits, aufgrund der zu kalkulierenden langen Laufzeit, größere Flexibilität. Deswegen würden die Anbieter seit je her unterschiedliche Möglichkeiten zur Wahl stellen, monatlichen Beiträge für langlaufende Altersvorsorge-Verträge anzupassen.

Zur Wahl stehen unter anderem ein Ruhen-Lassen des Vertrags, eine Beitragsfreistellung oder Beitragsstundung sowie die Herabsetzung der Versicherungssumme bei Anpassung des Beitrags. Wichtig ist den Versicherern: Ein Kündigen des Versicherungsschutzes ist immer die schlechteste Lösung. Denn alle bisher bezahlten Ansprüche und bei Riester-Verträgen auch Zulagen und Steuervorteile würden dadurch verloren gehen.

Für ein Ruhen-Lassen der Verträge müssen in der Regel bestimmte Bedingungen erfüllt sein – zum Beispiel müssen für einen Vertrag (je nach Vertragsbedingungen) mindestens ein oder zwei Jahre lang Beiträge gezahlt worden sein. Eine Beitragsfreistellung hingegen könnte – zum Beispiel – zu der Bedingung geschehen, dass der Versicherer den Rückkaufswert nicht auszahlt, jedoch die Versicherung grundsätzlich bestehen bleibt. Freilich: Durch diesen Schritt würden sich auch Risikoschutz und Versicherungssumme erheblich verringern.

Auch die Stundung der Beiträge ist deswegen denkbar. Das lässt sich dann meist ohne Einbußen bei der Versicherungsleistung realisieren, wenn nach der Stundung (üblicherweise für den Zeitraum eines halben Jahres) die Beiträge wieder zurückgezahlt werden. Doch auch die Anpassung der Versicherungssumme ist denkbar.

Policendarlehen: Das Darlehen auf den Vorsorgevertrag

Eine weitere Möglichkeit für finanzielle Engpässe in Krisen wie der Corona-Krise besteht in einem Policendarlehen – hierbei wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Zwar besteht kein Rechtsanspruch auf ein solches Darlehen. Zudem müssen bei Gewähr des Darlehens auf die Summe auch Zinsen gezahlt werden – Darlehen und Zinsen werden später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet. Gerade in Zeiten einer zeitlich begrenzten Not wie der Corona-Krise kann aber auch ein solches Darlehen ein Ausweg und der rettende Strohhalm aus finanziellen Engpässen sein. Wer hierzu Beratung sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Die große Koalition will das Kurzarbeitergeld erhöhen. Den Beschäftigten sollen künftig bis zu 87 Prozent des Lohnausfalls ersetzt bekommen: aber erst ab einem bestimmten Zeitraum und nicht für alle. Darauf haben sich die Partei- und Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU und SPD verständigt.

In der Coronakrise können viele Betriebe nur überleben, indem sie das vereinfachte Kurzarbeitergeld nutzen. 700.000 Firmen haben das Kurzarbeitergeld bereits beantragt oder werden es noch tun: eine stolze Zahl. Wer Kinder hat, erhält nach einem pauschalen Verfahren 67 Prozent der sogenannten Nettoentgeltdifferenz, Erwerbstätige ohne Kinder immerhin 60 Prozent.

Doch niemand weiß, wie lange die Pandemie noch für Einschränkungen sorgen wird. Speziell Hotels, Veranstalter, Kultur-, Tourismus- und Gastronomiebetriebe leiden derzeit. Ungewiss ist, wann sie wieder in den Normalbetrieb wechseln können. Bis Ende August sind zum Beispiel alle Großveranstaltungen untersagt.

Nun will die Bundesregierung den Betroffenen unter die Arme greifen, nachdem bereits zuvor über eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes gestritten worden war. Die Kurzarbeiter sollen mehr Geld erhalten. Allerdings wird es nicht sofort eine Erhöhung geben, sondern gestaffelt. In den ersten drei Monaten werden die bisherigen Sätze gezahlt, ab dem vierten Monat dann 77 Prozent Nettoentgeltdifferenz für Familien und 70 Prozent für Beschäftigte ohne Kinder. Ab dem siebten Monat sollen dann 87 respektive 80 Prozent des Lohnausfalls erstattet werden.

Doch nicht alle werden davon profitieren. Die Erhöhung ist an Bedingungen gebunden. So sollen nur Betriebe von dem Plus profitieren, die besonders von der Krise betroffen sind. Mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit müssen demnach ausfallen und das Geld orientiert sich auch daran, wie lange es beantragt wird.

Doch auch mit anderen Maßnahmen will die Koalition von Corona betroffenen Betrieben helfen. So soll es für die Gastronomie vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 einen gesenkten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent geben. Und wessen Arbeitslosengeld zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember 2020 auslaufen würde, der soll es drei Monate zusätzlich bekommen. Darüber hinaus können kleine und mittelständische Unternehmen auf Steuererleichterungen hoffen: Sie sollen erwartete Verluste mit bereits für 2019 geleisteten Steuer-Vorauszahlungen verrechnen dürfen.