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Die gute Nachricht: Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist auf ein Rekordtief gesunken. Doch aus der Schadenstatistik der Versicherer lassen sich auch beunruhigende Entwicklungen ablesen.

2021 sank die Zahl der Fahrraddiebstähle, die Versicherern gemeldet wurden, auf das Rekordtief von 125.000. Das sind 15.000 weniger als im Vorjahr. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) führt das zu großen Teilen auf die Pandemie zurück. Durch die vermehrte Arbeit im heimischen Büro seien Fahrräder seltener unbeaufsichtigt im Freien abgestellt wurden.

So weit die guten Nachrichten. Denn die Schadensumme verharrte auf dem Vorjahresniveau: 110 Millionen Euro wendeten die Versicherer auf, um gestohlene Drahtesel zu ersetzen. Der durchschnittliche Wert, den Versicherer für gestohlene Fahrräder bezahlten, verdoppelte sich fast in den letzten zehn Jahren und kletterte von 440 Euro auf 860 Euro.

Die Versicherer leiten daraus ab, dass oft gezielt hochpreisige Fahrräder entwendet werden. Ein Trend, der auch durch den Boom bei E-Bikes verstärkt wird. Fündig werden die Fahrraddiebe meist in Kellern und Abstellräumen. Der Versicherer-Verband rät deshalb dazu, die Räder auch dort fest anzuschließen.

Wird ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen, übernimmt die Hausratversicherung den Schaden. Meist ist jedoch die offene Straße der Tatort. Schutz bietet hier eine Zusatzklausel in der Hausratpolice oder eine eigenständige Fahrradversicherung.

Corona führt zum Fahrrad-Boom: Der Ansturm auf die Drahtesel boomt derart, dass Hersteller sogar Lieferengpässe meldeten. Und das Angebot ist groß am Markt – Fahrräder mit und ohne Unterstützung von Motorkraft stehen zur Auswahl. Da ist es gut zu wissen, wie die Fahrzeuge verkehrsrechtlich eingeordnet werden – und welcher Versicherungsschutz gebraucht wird.

Normalerweise braucht man für ein Fahrrad keine extra Versicherung, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. Gelten doch muskelbetriebene Fahrräder nicht als Kraftfahrzeug im Sinne des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Für begeisterte Radler empfiehlt sich dennoch unbedingt eine Unfallversicherung. Schließlich verletzen sich pro Jahr fast 14.500 Menschen auf dem Rad. Und auch eine Privat-Haftpflicht ist im Grunde ein Muss – wer Dritten einen Schaden verursacht, haftet auch auf dem Rad mit seinem gesamten Vermögen.

Was für Fahrräder gilt, gilt für Pedelecs mit elektrischer Tretunterstützung ebenfalls, sobald sich der Motor bei 25 km/h abschaltet: Auch solche Pedelecs gelten nicht als Kraftfahrzeuge im Sinne des Straßenverkehrsgesetzes, sondern werden Fahrrädern ohne Motorantrieb gleichgestellt. Aber auch hier gilt natürlich: Wenngleich der Gesetzgeber keine Versicherung verpflichtend vorschreibt, sind Pedelec-Fahrer mit privater Haft- und Unfallversicherung auf der sicheren Seite.

Versicherungspflicht für S-Pedelecs

Versicherungspflicht besteht allerdings für S-Pedelecs – für Fahrräder mit bis zu 45 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit sowie mit einer Motorleistung von 250-500 Watt. Diese Fahrzeuge gelten nicht mehr als Fahrrad, sondern werden als Kleinkraftrad bzw. KfZ eingestuft: Eine Kfz-Haftpflicht ist durch den Gesetzgeber hier vorgeschrieben. S-Pedelecs dürfen zudem nur mit Helm und Versicherungskennzeichen gefahren werden. Das Mindestalter für das Führen dieser Fahrzeuge beträgt 16 Jahre.

Wie versichert man die Fahrräder gegen Diebstahl?

Ein neuer Fahrradboom kann aber auch einen neuen Diebstahlboom bedeuten. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) wurden in Deutschland in 2020 immerhin 260.956 Bikes gestohlen – bei niedrigen Aufklärungsquoten. Da ist es gut zu wissen, wie man die Fahrräder gegen Diebstahl versichert.

Bei Diebstahl aus dem Keller oder der Garage greift die Hausratversicherung. Anders aber sieht es aus, wenn das Fahrrad unterwegs gestohlen wird – zum Beispiel von einem Ort, an dem es angebunden wurde. Hier kann, zusätzlich zur Hausratversicherung, aber der Zusatzbaustein Fahrraddiebstahl abgeschlossen werden.

S-Pedelec braucht Teilkasko

Freilich: Für S-Pedelecs reicht ein solcher Schutz nicht aus, da es sich hier verkehrsrechtlich um ein Kfz und nicht mehr um ein Fahrrad handelt. Wer Versicherungsschutz vor Diebstahl seines S-Pedelec wünscht, ist mit einer Teilkasko auf der sicheren Seite.

Grundsätzlich lohnt, sich zum Versicherungsschutz beim Drahtesel-Boom von einer Expertin oder einem Experten beraten zu lassen. Denn ist man gut versichert, findet die Freude am neuen Gefährt kein schnelles und unverhofftes Ende.

Die Zahl der getöteten Menschen im Straßenverkehr ist 2020 erneut gesunken: auch bedingt durch die Coronakrise, die dazu beitrug, dass deutlich weniger Verkehrsteilnehmer unterwegs waren. 2.719 Menschen verloren laut Statistischem Bundesamt ihr Leben: Während die Zahl der Verkehrstoten seit Jahren rückläufig ist, bleibt das Risiko für Radfahrer und Motorradfahrer hoch.

Das Statistische Bundesamt hat diese Woche vorläufige Zahlen zu den Verkehrstoten im Straßenverkehr vorgelegt. Positiv ist: Im Coronajahr 2020 verloren weniger Menschen auf deutschen Straßen ihr Leben als im Jahr zuvor. 2.719 Menschen wurden demnach Opfer eines Verkehrsunfalls: Das bedeutet einen Rückgang um 10,7 Prozent. Ein Grund ist jedoch auch die Coronakrise. So zählte die Polizei speziell in den Lockdown-Monaten deutlich weniger Unfälle: weil viele Menschen im Homeoffice arbeiteten und auch die Freizeitaktivitäten seltener mit motorisierten Reisen verbunden waren.

Die meisten Verunfallten saßen im Auto

Noch immer sind die meisten Verstorbenen hierbei Insassen eines Kraftfahrzeuges: 1.170 Personen verloren als (Mit)Fahrer eines Autos ihr Leben. Zudem wurden mehr als 700 Kraftradfahrer, 426 Radfahrer und 376 Fußgänger getötet. Es zeigt sich deutlich, dass -abhängig von der Verkehrsteilnahme- unterschiedliche Unfallschwerpunkte bestehen. Knapp 90 Prozent aller getöteten Pkw-Insassen und über 80 Prozent aller getöteten Kraftradnutzer starben laut der Statistikbehörde außerorts. Radfahrer und Fußgänger kommen mehrheitlich innerhalb der Ortschaften zu Schaden: innerorts wurden 73 Prozent aller getöteten Radler und 60 Prozent aller getöteten Fußgänger registriert.

Der Langzeit-Trend zeigt in eine erfreuliche Richtung: In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten deutlich gesunken. Von 1991 – also seit der deutschen Vereinigung – bis 2020 sank die Zahl der Menschen, die durch Verkehrsunfälle ums Leben kamen, insgesamt um 76 Prozent. Die Gründe hierfür sind vielfältig: die Sicherheitstechnik in den Autos, zum Beispiel Airbags und Assistenzsysteme, hat ebenso dazu beigetragen wie eine durchdachtere Infrastruktur und teils ein bewussteres Fahrverhalten.

Dennoch bleibt die Zahl der Unfälle hoch: noch immer verlieren im Schnitt mehr als sieben Menschen pro Tag ihr Leben im Straßenverkehr. Die Gründe sind seit Jahren dieselben: nicht angepasste Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen oder Wenden, alkoholisiertes Fahren, Missachten der Vorfahrt oder zu dichtes Auffahren. Die meisten Unfälle gehen folglich auf das Fehlverhalten einer Unfallpartei zurück: Hier kann bereits eine rücksichtsvolle und vorausschauende Fahrweise dazu beitragen, das Risiko deutlich zu minimieren.

Unterwegs auf zwei Rädern: Besondere Vorsicht ist geboten!

Besonders ärgerlich ist, dass mit Blick auf Motorrad- und Fahrradfahrer die Zahl der Verkehrstoten bei weitem nicht so stark sinkt, sondern weiterhin hoch bleibt. Schließlich zählen sie zu den weniger geschützten Verkehrsteilnehmern. Hier warnt die Unfallforschung der Versicherer (UdV): Während Helme das Risiko schwerer Kopfverletzungen zwar deutlich reduzieren können, verspricht teure Schutzkleidung speziell für Motorradfahrer wenig Schutz. Im Crashtest waren schon Verletzungen bei 25km/h lebensbedrohlich.

Mit Blick auf Radfahrer war in den Vor-Corona-Jahren sogar ein Anstieg der verunfallten Radfahrer zu beobachten. Auch hier sind die Gründe vielfältig: Zum einen ist die Zahl der Radfahrer in den letzten Jahren gestiegen, speziell in den Städten. Und es sind dank E-Bikes und Pedelecs auch immer mehr Seniorinnen und Senioren auf dem Rad unterwegs. Diese Räder sind motorisiert – und entsprechend schnell. Die Nachfrage nach Fahrrädern ist so hoch wie nie. Allein im ersten Halbjahr 2020 wurden nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes 3,2 Millionen Räder verkauft und 1,1 Millionen E-Bikes: ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.

Während Motorradfahrer laut Unfallforschung zu zwei Dritteln selbst Unfallverursacher sind, wenn ein Personenschaden zu beklagen ist, so sieht das bei Radfahrern anders aus. Etwa zwei Drittel aller Fahrrad- und Pedelecunfälle sind Kollisionen mit Autos. Hauptschuld trägt in den allermeisten Fällen (75 Prozent) der Autofahrer beziehungsweise die Autofahrerin. Das bedeutet aber nicht, den PKW-Fahrern einseitig den schwarzen Peter zuzuschieben. Denn Ursache sind oft auch hier unübersichtliche Kreuzungen, eine mangelhafte Infrastruktur in vielen Städten – neben Unachtsamkeit, etwa beim Öffnen der Türe.

Weniger Schwerverletzte

Ebenfalls rückläufig war im Coronajahr die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr. 57.983 Personen wurden schwer verletzt: mussten also unmittelbar nach dem Unfall in ein Krankenhaus eingeliefert werden und verblieben dort mindestens 24 Stunden. 269.470 Personen erlitten leichte Verletzungen. Im Jahr 2019 hatte es noch 65.244 Schwerverletzte und 318.986 Leichtverletzte gegeben.

Auch wenn man hofft, dass nichts passiert: Für begeisterte Radler empfiehlt sich unbedingt eine Unfallversicherung. Schließlich verletzen sich pro Jahr fast 14.500 Menschen auf dem Rad, zum Teil schwer. Und auch eine Privat-Haftpflicht ist im Grunde ein Muss. Wer Dritten einen Schaden verursacht, haftet auch auf dem Rad mit seinem gesamten Vermögen. Zu beachten ist auch, dass für viele Pedelecs eine Versicherungspflicht besteht. Lediglich für jene, die maximal über einen 250-Watt-Motor verfügen und nicht schneller als 25 km/h fahren, muss keine extra Versicherung abgeschlossen werden.

Am 03. Juni wird der Weltfahrradtag begangen: ein Tag, mit dem die Uno auf die Vorteile des Radfahrens aufmerksam machen will. Aber wann ist ein Fahrrad eigentlich ein Fahrrad? Diese Frage mag absurd klingen — ist aber wichtig für die Frage, ob man verpflichtend einen Versicherungsschutz braucht. Darauf macht am Montag die Polizei aufmerksam.

Immer mehr Menschen fahren Rad! Zwischen 2007 und 2016 haben die Bundesbürger in Summe etwa 6 Milliarden Personenkilometer mehr mit dem Fahrrad zurückgelegt, so geht aus Daten des Bundesumweltamtes hervor. Und auch die Verkäufe boomen. Mehr als 90 Millionen Räder stehen mittlerweile in deutschen Haushalten.

Normalerweise braucht man für ein Fahrrad keine extra Versicherung, die der Gesetzgeber vorschreibt. Wobei sich für begeisterte Radler aber unbedingt eine Unfallversicherung empfehlen. Schließlich verletzen sich pro Jahr fast 14.500 Menschen auf dem Rad, zum Teil schwer. Und auch eine Privat-Haftpflicht ist im Grunde ein Muss. Wer Dritten einen Schaden verursacht, haftet auch auf dem Rad mit seinem gesamten Vermögen.

Wann ist ein Rad ein Rad?

Der Weltfahrradtag am 3. Juni soll für die Vorteile und Gefahren des Radfahrens sensibilisieren. Das nimmt die Polizei Nordrhein-Westfalen aktuell zum Anlass, auf Twitter über die Unterschiede zwischen Pedelec, S-Pedelec und E-Bike zu informieren. Denn der Fahrradboom resultiert auch daraus, dass immer mehr Räder mit Hilfsmotor unterwegs sind. Und das bedeutet: Je stärker der Motor, desto strengere Vorschriften sieht der Gesetzgeber vor. Besonders bei Senioren sind Elektroräder beliebt.

Hier gilt es, beim Kauf genau hinzuschauen. Noch als Fahrrad gelten Pedelecs und E-Bikes, die maximal über einen 250-Watt-Motor verfügen und nicht schneller als 25 km/h fahren. Für diese Zweiräder ist nach § 63a der Straßenverkehrsordnung (StVZO) weder ein Helm noch ein Führerschein Pflicht. Folglich müssen die Radler auch keine Kfz-Versicherung für ihr Gefährt abschließen. Diese Räder dürfen auf dem Radweg benutzt werden.

S-Pedelecs erfordern Versicherung und Führerschein

Anders sieht es jedoch aus, wenn es sich um ein S-Pedelec bis 45 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit handelt und der Motor 250-500 Watt Leistung erbringt. Diese gelten nicht mehr als Fahrrad, sondern werden als Kleinkraftrad bzw. KfZ eingestuft. S-Pedelecs dürfen nur mit Helm und Versicherungskennzeichen gefahren werden. Auch ein Führerschein (AM) ist erforderlich. Und weil diese Räder so schnell sind, sind auch Radwege tabu. Sie müssen auf der Straße fahren.

Ein Sonderfall sind E-Bikes, die über keine Pedale verfügen. Sie brauchen eine Mofa-Versicherung und ein entsprechendes Kennzeichen. Etwas schwierig ist es hier mit der Helmpflicht. Fahren sie bis zu 20 km/h schnell und haben maximal 500 Watt Leistung, brauchen der Fahrer oder die Fahrerin keinen Helm. Wenn das Zweirad aber bis zu 25 km/h schafft und mit bis zu 1.000 Watt Motorleistung ausgestattet ist, muss ein Helm getragen werden.

Grundsätzlich empfiehlt sich wegen des hohen Verletzungsrisikos aber, immer einen Helm zu tragen: egal, ob man per Muskelkraft oder mit Hilfsmotor fährt. Die Gefahr einer schweren Kopfverletzung lässt sich so deutlich minimieren.

160.000 versicherte Fahrräder wurden im Jahr 2018 gestohlen. Das bedeutet zwar einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Aber Anlass, das als Erfolg zu feiern gibt es nur bedingt. Denn noch immer ist die Diebstahlrate hoch — und die geklauten Räder werden immer teurer, wie die Versicherungswirtschaft am Montag mitteilt.

Zuerst die gute Nachricht: Im Jahr 2018 wurden in Deutschland deutlich weniger Fahrräder geklaut als im Jahr zuvor. Zählt man alle Fahrräder zusammen, deren Diebststahl bei der Polizei angezeigt wurde, so kamen 292.000 Räder durch Diebe abhanden: drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Aber nur für rund 160.000 Velos bestand auch Versicherungsschutz. Für die Versicherungsbranche brachte das Schadenskosten in Höhe von 90 Millionen Euro mit sich.

Doch die schlechte Nachricht ist, dass die gestohlenen Fahrräder im Schnitt immer teurer werden, so teilt der Branchenverband GDV am Montag mit. Vor zehn Jahren betrug die Entschädigung für ein gestohlenes Rad im Schnitt noch 370 Euro, 2018 waren es satte 70 Prozent mehr. So mussten die Versicherer für ein gestohlenes Fahrrad 2018 stolze 670 Euro berappen. Auch gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen ordentlichen Sprung: da hatten die Schadenskosten noch bei 570 Euro je Bike gelegen.

Trend zu teuren Rädern und E-Bikes

Die Gründe hierfür sind schnell ausgemacht. Nicht nur kaufen die Deutschen immer teurere Räder mit immer mehr Sonderausstattung. Auch der Trend zu E-Bikes trägt zu immer teureren Schäden bei: Schließlich kosten diese wegen ihrer Hilfsmotoren schnell einen hohen vierstelligen Betrag. So berichtet auch der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), dass der durchschnittlich gezahlte Preis für ein Fahrrad seit 2010 um 64 Prozent gestiegen ist: auf 756 Euro.

Nach Schätzungen des ZIV verfügen die deutschen Haushalte aktuell über 69 Millionen Fahrräder. Auch aufgrund dieser Zahl wird angenommen, dass die Dunkelziffer bei Diebstählen sehr hoch ist, also nicht jeder angezeigt wird. Schützen können sich Radlerinnen und Radler zwar nicht wirklich zu 100 Prozent: Oft sind professionelle Banden am Werk und setzen auch Spezialgerät gegen die Schlösser ein. Aber einige Vorsichtsmaßnahmen helfen, die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahles zumindest zu reduzieren:

Das Fahrrad sollte mit einem, besser noch mit zwei Schlössern angeschlossen werden. Und zwar an einem festen Gegenstand, damit es nicht weggetragen werden kann. Oft versuchen Diebe nämlich, das Schloss dann später ungestört zu knacken oder, falls dies nicht gelingt, zumindest Einzelteile des Rades zu verkaufen. Dabei sollte man auf die Sicherheitsstufe des Schlosses achten: ein einfaches Rahmenschloss kann oft (zu) leicht geknackt werden und bietet nur wenig Schutz. Ketten- und Bügelschlösser sind hier weit sicherer: Wobei es auch auf den Verschluss selbst ankommt, der mitunter schon mit einer einfachen Zange zersprengt werden kann. Orientierung, wie sicher ein Schloss ist, bietet unter anderem das VDS-Gütesiegel.

Bei der Polizei registrieren lassen!

Ebenso wichtig ist es, das Rad bei der Polizei registrieren zu lassen. Die entsprechende Plakette auf dem Rad hat nicht nur eine abschreckende Wirkung — andernfalls wissen die Behörden auch gar nicht, wem das Rad gehört, wenn es aus den Händen eines Diebes befreit wird. Die Versicherung macht es in der Regel sogar zur Bedingung, dass das Rad gemeldet ist, und erstattet andernfalls den Schaden nicht.

Wenn das Fahrrad aus der Wohnung, dem Keller und geschlossenen Gemeinschaftsräumen im Haus entwendet wird, zahlt eine Hausratversicherung für den Schaden. Nicht so, wenn es unterwegs abhanden kommt. Dann ist ein extra Fahrradbaustein in den Hausrat-Schutz zu integrieren, in der Regel aufpreispflichtig. Es kann auch alternativ eine eigenständige Fahrradversicherung abgeschlossen werden.

Das Fahrrad-Geschäft boomt! Nie zuvor wurde in Deutschland so viel Geld mit Fahrrädern umgesetzt, längst ist daraus ein Milliardengeschäft geworden. Das liegt auch an den E-Bikes, die speziell von Senioren gern nachgefragt werden. Aber die Fahrt ins Grüne hat auch Tücken, wie die Unfallzahlen zeigen. Ein Grund, vorsichtig zu sein und vorzusorgen.

Wer auf die aktuellen Zahlen des Deutschen Fahrradmarktes schaut, kann nur staunen. 3,16 Milliarden Euro setzten die Händler 2018 mit Fahrrädern und E-Bikes um, so berichtete der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) vor wenigen Wochen. Das bedeutet ein Plus von 16,3 Prozent binnen Jahresfrist. Andere Branchen können da nur neidisch auf das Wachstum blicken. Insgesamt wurden 4,18 Millionen Räder verkauft. Der Fahrrad-Bestand in Deutschland ist nach Schätzungen des Verbandes auf 75,5 Millionen Räder angewachsen.

Keine Frage: In Deutschland gibt es einen kleinen Fahrrad-Boom. Das liegt vor allem auch an der steigenden Nachfrage nach E-Bikes. Mit 980.000 verkauften Rädern verfehlte der Absatz nur knapp die Millionenmarke. Kein Wunder: In einer alternden Gesellschaft ist es eine große Unterstützung, wenn man frei entscheiden kann, den Berg mit Muskelkraft hochzustrampeln oder den kleinen Hilfsmotor zuzuschalten. Und gerade in Großstädten sind Räder ein Mittel gegen Stau und fehlende Parkplätze.

Nicht ohne Versicherung!

Der Fahrspaß hat aber auch seine Schattenseiten, wie die aktuelle Unfallstatistik zeigt. Die Zahl der getöteten oder schwerverletzten Radfahrer steigt seit Jahren besonders in den Innenstädten. 2018 verloren 455 Radfahrer in Deutschland ihr Leben, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht: davon 89 auf E-Bikes. Zehntausende Radfahrer trugen schwerste Verletzungen davon, auch wenn die Unfallstatistik hier keine genaue Auskunft gibt: Als Schwerverletzter gilt schon, wer stationär behandelt werden muss.

Deshalb sollte man sich zunächst selbst schützen, vorausschauend fahren und immer einen Helm tragen. Aber auch der richtige Versicherungsschutz ist wichtig. Eine private Unfallversicherung kann die finanziellen Folgen auffangen, wenn man selbst einen Unfall verursacht oder ohne Fremdeinwirken zu Fall kommt, etwa weil man einer streunenden Katze ausweichen muss. Der Versicherer zahlt dann eine vorher vereinbarte Kapitalleistung und/oder Unfallrente, wenn eine laut Vertrag vereinbarte Beeinträchtigung infolge des Unfallereignisses eintritt. Schädigt man dritte Personen, leistet eine private Haftpflichtversicherung Abhilfe. Die sollte ohnehin jeder haben.

Schwieriger ist die Situation bei E-Bikes. Bis 25 km/h bzw. einem maximal 250 Watt starken Motor werden sie als Fahrräder eingestuft: hier ist keine extra Versicherung vonnöten. Anders sieht es hingegen aus, wenn es sich um leistungsstärkere S-Pedelecs handelt. Diese Zweiräder erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 45 Stundenkilometern, weshalb sie rechtlich als Mofas gelten. Hier muss auch eine Mopedversicherung abgeschlossen werden, um die schnellen Flitzer zu nutzen.

Radfahrer oft nicht Hauptverursacher des Unfalls

Wichtig ist aber mit Blick auf Radfahrer für alle Verkehrsteilnehmer: gegenseitige Rücksichtnahme! Hierbei sollte man bedenken, dass man auf dem Rad nahezu ungeschützt ist. Umso schwerer wiegen die Folgen eines Zusammenstoßes. Es ist übrigens ein häufig gehörtes Klischee, dass die Radfahrer durch Fehlverhalten selbst die Hauptschuld an den Unfällen tragen. Im Gegenteil: Das Gros fährt durchaus vorsichtig.

Die meisten Verletzungen sind zu beklagen, wenn Radfahrer mit PKW oder gar LKW kollidieren. Bei Unfällen mit Autos sind Radler nur zu 25 Prozent Hauptverursacher eines Unfalls, bei Unfällen mit LKW gar nur zu 20 Prozent, so geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Rechnet man die Unfälle hinzu, bei denen auch Fußgänger verwickelt sind oder ein Radfahrer ohne Fremdeinwirken zu Schaden kommt, sind Radler etwa für vier von zehn Unfällen hauptverantwortlich, bei denen sie einen Personenschaden erleiden.

Das zeigt: Appelle an Radfahrer allein helfen nicht weiter. Alle Verkehrsteilnehmer müssen mehr Rücksicht nehmen, vor allem aber müsste die Radinfrastruktur in den Städten deutlich verbessert werden. So zeigt die Unfallforschung der Versicherer (UDV), dass viele Unfälle an unübersichtlichen und schlecht einsehbaren Straßenkreuzungen passieren. Auch zu wenig Sicherheitsabstand zum Radfahrer sind oft Grund für Zusammenstöße. Eine weitere häufige Unfallursache sind unachtsam geöffnete Fahrertüren, wenn ein Auto am Straßenrand parkt. Hier kann ein kleiner Tipp helfen: Autofahrer sollten die Türe mit der rechten Hand öffnen: und dabei den Kopf nach hinten drehen, ob nicht doch ein Radler kommt.

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die letzte Woche von Bundesinnenminister Horst Seehofer vorgestellt wurde. Wer ein sehr teures Rad fährt, sollte deshalb den geliebten Drahtesel mit einer Versicherung gegen Diebstahl schützen.

In Deutschland wurden im Jahr 2017 genau 300.006 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Dies zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2017, die vor wenigen Tagen in Berlin vorgestellt wurde. Heruntergerechnet bedeutet dies, dass alle zwei Minuten ein Bike in die Hände von Dieben fällt.

Besonders betroffen vom Fahrradklau sind erwartungsgemäß die Großstädte. Allein in der Hauptstadt Berlin kamen im letzten Jahr mehr als 27.000 Räder abhanden, in Hamburg knapp 14.500. Und sogar eine mittlere Großstadt wie Leipzig mit knapp 600.000 Einwohnern wird keineswegs seltener von Fahrraddieben heimgesucht: mehr als 10.000 Räder wurden hier geklaut.

Oft agieren dabei kriminelle Banden, die genau auskundschaften, wo sie zuschlagen können. Tagelang werden Orte beobachtet und ausspioniert, an denen viele Menschen ihre Räder abstellen. Das kann auch der Hinterhof sein. Wenn das Velo erstmal weg ist, sind die Chancen gering es wiederzubekommen. Weniger als jeder zehnte Diebstahl wird von der Polizei aufgeklärt.

Grund genug, entsprechend vorzusorgen. Schließlich sind auch Fahrräder immer besser ausgestattet und kosten schnell mal einen hohen vierstelligen Betrag. Unbedingt empfehlenswert ist es, das Rad polizeilich registrieren zu lassen. Denn werden geklaute Räder aufgefunden, steht die Polizei oft vor dem Problem, dass sie die Besitzer nicht ausfindig machen kann: Hier schafft eine Registrierung Abhilfe. Auch hat die Plakette, gut sichtbar am Rahmen angebracht, eine abschreckende Wirkung auf Diebe.

Zudem gehört natürlich jedes Rad mit einem guten Schloss gesichert, wenn man es unterwegs abstellt. Hier lohnt es sich, etwas mehr auszugeben. Der Schwachpunkt der Schlösser ist oft nicht die Kette, das Kabel oder der Bügel – je nachdem, wofür man sich entscheidet. Sondern tatsächlich die Schließvorrichtung, wo man den Schlüssel hineinsteckt. Mit einer einfachen Zange lässt sich diese Stelle bei wenig sicheren Schlössern leicht aufknacken – also vorher informieren, welches Schloss als sicher gilt!

Darüber hinaus sollte ein Fahrrad möglichst an einem festen Gegenstand angeschlossen werden. Denn mitunter transportieren die Diebe auch Fahrräder weg, die nur an sich selbst mit einem Schloss gesichert sind – etwa zwischen Gestell und Vorderrad. Wenn sie es dann nicht woanders knacken können, verkaufen sie die teuren Einzelteile.

Natürlich kann man das Fahrrad auch mit einer Versicherung gegen Diebstahl schützen. Wird es aus der verschlossenen Wohnung, dem Keller oder einem Gemeinschaftsraum gestohlen, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Jedoch nicht, wenn es unterwegs entwendet wird. Hier muss in der Regel ein kostenpflichtiger Zusatzbaustein abgeschlossen werden oder eine eigenständige Fahrradversicherung. Aber Vorsicht: Die Verträge zeigen mitunter große Unterschiede. So ist die Höchstsumme in der Regel auf einen bestimmten Betrag begrenzt. Auch schreiben es die meisten Versicherer vor, dass man das Rad polizeilich registrieren lässt – eben, damit der Besitzer überhaupt eine Chance hat, es von der Polizei zurückzuerhalten.

Endlich ist Frühling! Und damit auch wieder Zeit, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Nachdem Frost und Kälte lange Zeit Deutschland in einen Eisblock verwandelten, locken nun wieder milde Temperaturen zum Ausflug. Dabei sollte aber bedacht werden, dass Radfahren durchaus Gefahren birgt.

Keine Frage: Radfahren ist gesund, macht Spaß und leistet zudem einen Beitrag zu sauberer Luft in den Städten. Doch Radfahrer sind leider auch einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt. Knapp 65.000 Unfälle mit Fahrradbeteiligung ereigneten sich zum Beispiel im Jahr 2016, neuere Zahlen liegen nicht vor. Und weil Radfahrer nahezu ungeschützt sind, gehen viele Unfälle mit Verletzungen einher. Allein in der Hauptstadt Berlin erlitten im selben Jahr 631 Fahrer schwere Verletzungen.

Das Problem: Die gesetzliche Unfallversicherung sichert Radfahren nur in sehr eingeschränkter Art und Weise ab. Nämlich dann, wenn sich der Radler auf dem Arbeitsweg oder Schulweg befindet. Für das Freizeitvergnügen aber muss eine private Unfall-Police abgeschlossen werden, damit man Schutz genießt. Einen solchen Vertrag besitzt aber weniger als jeder dritte Radfahrer.

Der Vorteil der Unfallversicherung: sie zahlt unabhängig davon, ob, wann und wie der Unfall zustande kam. Vorsicht ist jedoch bei Alkohol geboten: Hier sehen viele Verträge laut Klausel einen Höchstpegel vor, der nicht überschritten werden darf. Ohnehin sollte man sich alkoholisiert nicht auf sein Rad setzen. Schon wer eine auffällige Fahrweise zeigt, riskiert -abhängig vom Einzelfall- den Verlust des Führerscheins auch für das Auto. Darüber hinaus bietet sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung an, falls der Sturz so schwer ist, dass es im Job nicht mehr weitergeht.

Darüber hinaus bietet sich für Radfahrer eine private Haftpflichtversicherung an. Sie springt ein, wenn Dritten durch unachtsame oder fehlerhafte Fahrweise ein Schaden entsteht. Zum Beispiel, wenn man verkehrswidrig auf dem Bürgersteig fährt und eine Rentnerin dabei zu Fall bringt, so dass sie stationär behandelt werden muss. Aber auch, wenn man versehentlich einen Kratzer am Sportwagen des Chefs hinterlässt, weil die Lücke doch zu eng war, um ohne Berührung vorbeizufahren, springt die Haftpflicht ein.

Vorsicht ist darüber hinaus bei E-Bikes und Pedelecs geboten. Sie brauchen eine spezielle Mofaversicherung, wenn sie mit Tretunterstützung mehr als 25 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit auf die Straße bringen. Bei einem tretunabhängigen Motor wird eine solche Police schon ab 6 km/h benötigt. Auch Nummernschild und Helm sind hier Pflicht!

Aber natürlich ist es besser, es passiert erst gar nichts. Deshalb sollten Radfans immer einen Helm tragen, der schwere Kopfverletzungen verhindern hilft. Auch ausreichend Licht, helle Kleidung und Reflektoren an den Rädern erhöhen die Sicherheit. Vorsicht gilt zudem an unübersichtlichen Kreuzungen. Speziell im innerstädtischen Verkehr werden hier Radfahrer leider oft von abbiegenden LKW übersehen, weil sie sich im toten Winkel befinden. Hier empfiehlt sogar die Polizei, im Zweifel besser auf das Vorfahrtsrecht zu verzichten!

In welcher Stadt werden die meisten Fahrräder geklaut? Dieser Frage ging ein Online-Anbieter auf Basis der polizeilichen Kriminalstatistik nach. Es zeigte sich, dass viele Klauhochburgen in Ostdeutschland liegen. Spitzenreiter bei Fahrraddiebstählen ist aber eine westfälische Stadt.

Es ist ärgerlich: Da will man nur mal kurz in den Supermarkt flitzen oder geht ins Kino, doch wenn man wieder rauskommt, ist das Fahrrad weg. Und das, obwohl der geliebte Drahtesel doch mit einem Schloss gesichert war! Leider ist Fahrraddiebstahl in Deutschland gar nicht selten. Genau 332.486 Diebstähle wurden der Polizei im Jahr 2016 gemeldet, so geht aus der Kriminalstatistik hervor.

In Münster und Leipzig werden die meisten Räder geklaut

Das Online-Portal billiger.de hat diese Zahlen nun danach ausgewertet, in welchen Städten 2016 im Verhältnis zur Bewohnerzahl die meisten Räder geklaut wurden. Wie schon im Vorjahr war das westfälische Münster Hauptstadt der Fahrraddiebe: Je 100.000 Einwohner kamen hier 1.721 Bikes abhanden. Nicht viel besser das Ergebnis in Leipzig, wo 1.720 Räder pro 100.000 Einwohnern gestohlen wurden, in der Summe gar 9.642 Räder.

Auch die Plätze drei, vier und fünf der Klau-Zentren belegen ostdeutsche Städte. Halle an der Saale musste 1.543 Raddiebstähle pro 100.000 Einwohnern beklagen, Cottbus 1.513 und Magdeburg 1.492 Delikte. Doch auch in anderen Städten gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Im Schnitt werden in Deutschland fast 1.000 Räder pro Tag entwendet – Tendenz steigend! Der Gesamtschaden bezifferte sich im Vorjahr auf 177 Millionen Euro. Viele Räder landen auf dem Schwarzmarkt oder werden in andere Länder verkauft.

Hausratversicherung prüfen!

Wie aber sichert man sich finanziell gegen den Fahrradklau? Eine Hausratversicherung kommt in der Regel für den Schaden auf, wenn ein Rad aus der verschlossenen Wohnung oder aus Gemeinschaftsräumen geklaut wird. Nicht aber, wenn es auf der Straße verschwindet. Dafür muss häufig ein Aufpreis gezahlt werden. Wer bereits eine Hausrat-Police hat, sollte auf jeden Fall im Vertrag nachlesen, ob und in welchem Umfang Schutz besteht. Alternativ kann auch eine eigenständige Fahrradversicherung abgeschlossen werden.

Damit die Versicherung tatsächlich zahlt, sind einige Dinge zu beachten. Als selbstverständlich sollte gelten, das Rad mit einem guten Schloss zu sichern. War es nicht abgeschlossen, muss der Versicherer nicht zahlen! Viele Anbieter verlangen mittlerweile auch, dass die Rahmennummer bei der Polizei erfasst wird. Aus gutem Grund: Werden geklaute Räder wiedergefunden, können die Besitzer oft nicht mehr ausfindig gemacht werden, weil sie es eben nicht haben registrieren lassen.

Die Aufklärungsquote bei Fahrrad-Diebstählen ist leider verschwindend gering. Nur 8,8 Prozent aller Delikte konnte 2016 aufgeklärt werden: Neun von zehn Bikes bleiben verschwunden. Wenn das Rad gestohlen wurde, sollte der Diebstahl dennoch umgehend der Polizei angezeigt werden. Nur dann kann der Betroffene sicher sein, dass die Versicherung ohne Umstände zahlt.

Wie gefährlich sind Pedelecs und E-Bikes? Dieser Frage ist die Unfallforschung der Versicherer (UVD) nachgegangen – und hat festgestellt, dass die Zweiräder mit Hilfsmotor kein höheres Unfallrisiko haben als „normale“ Fahrräder. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn allgemein werden Drahtesel oft in Unfälle verwickelt.

Das Elektrofahrrad erlebt einen ungebrochenen Boom. Seit Jahren steigen die Absatzzahlen der Flitzer mit Hilfsmotor stark an. Allein 2014 konnten 480.000 Exemplare der auch als Pedelecs bekannten Gefährte bundesweit verkauft werden, wie der Zweirad-Industrie-Verband berichtet.

Wie gefährlich Pedelecs sind, wollte aktuell die Unfallforschung der Versicherer (UDV) herausfinden. Und hat hierfür keine Kosten und Mühen gescheut. Nicht nur wurde die Verkehrsunfallstatistik ausgewertet, sondern auch eine vierwöchige Fahrverhaltensstudie durchgeführt. Insgesamt 90 E-Bikes und „normale“ Fahrräder haben die Verkehrsexperten mit Kameras und Sensoren bestückt, um zu ermitteln, ob Pedelecs öfters in Gefahrensituationen verwickelt werden.

Dabei stellte sich heraus, dass die Unterschiede in der Nutzung, in den gefahrenen Wegstrecken und bei den Geschwindigkeiten gering sind. „Nutzer setzen die Motorunterstützung offenbar in erster Linie ein, um fahrradähnliche Geschwindigkeiten mit geringerem Aufwand zu erreichen“, heißt es in einer Pressemeldung des Versicherungs-Dachverbandes GDV. Das gelte besonders für ältere Radfahrer, die wichtigste Zielgruppe für Elektrofahrräder sind.

Unfallgefahr trotz allem hoch

Die gute Nachricht ist also, dass Elektrofahrräder kein größeres Unfallrisiko haben als normale Drahtesel. Dennoch darf man die Unfallgefahr nicht unterschätzen. Eine Auswertung der Unfallstatistik für 2014 ergab, dass Vorfälle mit Toten und Verletzten überproportional außerhalb von Ortschaften zu beklagen waren. Auch würden Autofahrer dazu neigen, die Geschwindigkeit der Pedelecs mit ihren flinken Hilfsmotoren zu unterschätzen.

So haben Radfahrer allgemein ein hohes Unfallrisiko. Im Jahr 2014 passierten 78.653 Fahrradunfälle auf deutschen Straßen und dabei starben 405 Menschen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet. Allerdings wird die Art des Fahrrades nicht bei der offiziellen Unfallstatistik ausgewiesen, also nicht erfasst, ob die Fahrräder mit oder ohne Hilfsmotor unterwegs sind.

Keine Versicherungspflicht bis 25 km/h

Ob für E-Bikes eine Versicherungspflicht besteht, hängt übrigens von der Leistung ab. Bis 25 km/h bzw. einem maximal 250 Watt starken Motor werden sie als Fahrräder eingestuft. Hier muss keine Kfz-Versicherung abgeschlossen werden, auch ein Führerschein wird nicht benötigt.

Anders jedoch, wenn es sich um sogenannte S-Pedelecs handelt, die weit leistungsstärker sind. Diese Zweiräder erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 45 Stundenkilometern, weshalb sie rechtlich als Mofas gelten. Für derart schnelle Gefährte muss eine Mofa-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Auch Nummernschild und Helm sind hier unbedingt vorgeschrieben.