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Für die KFZ-Versicherung gilt: “Alter kostet”! Denn das Alter wirkt sich verteuernd auf die jährliche Prämie für die KFZ-Versicherung aus. Das zeigte letztjährig unter anderem die Studie eines Fachmagazins: Vergleicht man Angebote von 25 KFZ-Tarifen, zahlt ein 67-Jähriger für exakt den gleichen Tarif im Durchschnitt 196,96 Euro Euro jährlich mehr als ein 35-Jähriger. Und ein 85-Jähriger wird sogar mit durchschnittlich 1.232,27 Euro jährlich mehr zur Kasse gebeten – für exakt den gleichen Tarif.

Diese Kalkulationspraxis der KFZ-Versicherer zog schon länger die Kritik von Betroffenen und Interessenverbänden auf sich. So sammelte zum Beispiel das Büro gegen Altersdiskriminierung in Köln unzählige Beschwerden, in denen sich Seniorinnen und Senioren über die “Abzocke” beschwerten. Der Verdacht: Versicherer diskriminieren Autofahrer*innen nur aufgrund des Alters.

BaFin prüft Verdacht der Altersdiskriminierung

Altersdiskriminierung aber gilt in Deutschland schon längst nicht mehr als Kavaliersdelikt – mit dem sogenannten “Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)” gab der Gesetzgeber in 2006 den Betroffenen ein Gesetzeswerk in die Hand, sich unter anderem gegen eine solche Diskriminierung zu wehren. Und die Vorwürfe aufgrund der verteuerten “Seniorentarife” der KFZ-Versicherer riefen nun auch Deutschlands oberste Finanzbehörde auf den Plan: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überprüfte nun, ob teure Seniorentarife mit bestehendem Recht vereinbar sind.

Alterszuschläge kosten, Schadenfreiheitsrabatt gleicht aus

Vorausgesetzt werden muss für diese BaFin Prüfung: Das “Nutzeralter” wirkt sich als ein Faktor auf die Prämien- und damit die Risikokalkulation aus. Andere Faktoren sind zum Beispiel die Typklasse des Wagens, der Nutzerkreis oder das Alter des Fahrzeugs bei Erwerb.

Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik ab einem Alter von 68 Jahren – ab diesem Alter verteuern sich viele Jahresprämien nur aufgrund des Alters. Allerdings gibt es auch vom Alter zunächst unabhängige Faktoren, die dennoch dazu führen, dass Ältere im Durchschnitt weniger für ihre Prämie bezahlen müssen. Hierzu zählt die Anzahl schadenfreier Jahre des Versicherungsnehmers. Und die Debatte um Altersdiskriminierung durch teure Seniorentarife dreht sich wesentlich um die Frage, ob solche ausgleichenden Faktoren den Altersaufschlag rechtfertigen.

Ältere: verursachen durchschnittlich mehr Haftpflicht- und Kaskoschäden

Zunächst aber geht es darum, wie Versicherer den Alterszuschlag auf die Prämie begründen. Dies ergibt sich aus der Unfallstatistik als Bestandteil der Risikokalkulation. Denn zwar trifft das Vorurteil nicht zu, dass ältere Autofahrer mehr Unfälle bauen als jüngere Autofahrer. Allerdings gelten ältere Fahrer häufiger als Hauptverursacher des Unfalls und verursachen so – zum Beispiel durch Vorfahrtsfehler – überdurchschnittlich viele Haftpflicht- und Kaskoschäden.

Deswegen wirkt sich das Faktor “Alter” direkt auf die Prämienhöhe aus: Die Versicherer definieren Altersgrenzen, bei deren Überschreiten die Prämien teurer werden. Weil insbesondere Fahrer ab 70 Jahren überdurchschnittlich häufig als Hauptverursacher eines Unfalls gelten, wird von vielen Versicherern ab 68 Jahren ein erster Zuschlag verlangt.

Allerdings geht aus Berichten der Verkehrswacht zugleich hervor: Senioren verursachen seltener als im Bevölkerungsschnitt Unfälle durch zu schnelles Fahren. Auch ein zu geringer Abstand und falsches Verhalten gegenüber Fußgängern seien selten Unfallursache. Die nachlassende Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit gleichen ältere Menschen also durch vorsichtige Fahrweise oft aus – eine Tatsache, die von Kritikern oft gegen die Seniorenzuschläge ins Feld geführt wird.

Schadenfreiheitsrabatte: Oft zahlen Ältere doch (etwas) weniger

Die Debatte um die Altersdiskriminierung dreht sich nun wesentlich um die Frage, wie indirekte Faktoren auf die Prämienhöhe im Alter ausgleichend wirken. Denn es gibt einen indirekten Zusammenhang zwischen dem ” Belohnsystem” der Schadenfreiheitsrabatte und dem Alter eines Versicherungsnehmers.

Werden KFZ-Versicherte doch belohnt, je länger sie unfallfrei fahren. Bleibt der Vertrag jahrelang unfallfrei, profitiert der Versicherungsnehmer über einen Schadenfreiheitsrabatt, der seinen individuellen Beitrag senkt. Diese Tatsache wirkt sich oft zugunsten Älterer aus, obwohl der Zusammenhang keineswegs zwingend besteht. Denn “belohnt” durch die Rabatte wird nicht das Alter, sondern das unfallfreie Fahren.

Jüngere Autofahrer: Einstieg in die KFZ-Versicherung oft teuer

Dass man dennoch den Zusammenhang zwischen Alter und Rabattsystem nicht leugnen kann, wird am anschaulichsten an den jüngeren Autofahrerinnen und Autofahrern, die zunächst einen Nachteil in Kauf nehmen müssen: Sie können durch fehlende Fahrpraxis noch gar kein unfallfreies Fahren vorweisen. Deswegen ist der Erst-Einstieg in die KFZ-Versicherung oft vergleichsweise teuer. Ältere Autofahrerinnen und Autofahrer hingegen profitieren von den oft höheren Schadenfreiheitsklassen und zahlen demnach deutlich weniger.

Freilich: Das gilt nur bei unfallfreiem Fahren, weswegen die Rabatte nicht direkt mit dem Alter zusammenhängen – bei gleichem Schadenfreiheitsrabatt ist die Prämie im Alter teurer. Aber doch könnte man mit den KFZ-Versicherern argumentieren, dass sich der Risikofaktor “Alter” über das Belohnsystem der Schadenfreiheitsrabatte abschwächt.

Dieses Argument wird auch ersichtlich an einer Beispielrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Zahlt ein Fahrer im Alter von 45 Jahren – mit Schadenfreiheitsklasse 15 – einen fiktiven Versicherungsbeitrag von 252 Euro, würde er mit 75 Jahren für die gleiche Schadenfreiheitsklasse 456 Euro (+81 Prozent) zahlen. Eine solche Vorstellung aber ist deswegen für viele Fahrer schier unrealistisch, weil sie von der Fahrpraxis profitieren. Wenn ein Autofahrer aufgrund seines unfallfreien Fahrens mit 75 Jahren die Schadenfreiheitsklasse 35 erreicht hat, so zahlt er nur 295 Euro (+17 Prozent): Immer noch mehr, aber der Seniorentarif hat sich wesentlich “abgemildert” durch das Belohnsystem der Schadenfreiheitsrabatte.

BaFin hält Praxis für rechtskonform

Wie aber bewertet die BaFin nun in ihrer aktuellen Untersuchung die Seniorenzuschläge? Aus Sicht von Deutschlands oberster Prüfbehörde ist die Praxis rechtskonform. Denn Paragraph 20 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes definiert eine “zulässige unterschiedliche Behandlung”, sobald ein sachlicher Grund vorliegt. Der sachliche Grund ergibt sich aus der Statistik der Versicherer – erhoben zum Beispiel durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Erlaubt doch der maßgebende Paragraph eine “unterschiedliche Behandlung”, sobald diese Ungleichbehandlung auf einer versicherungsmathematisch ermittelten Risikobewertung unter Heranziehung statistischer Erhebungen beruht. Weil die GDV-Statistik laut BaFin zeigt, dass die durchschnittliche Schadenhäufigkeit bei älteren Personen steigt, sind Alterszuschläge auch im Sinne des Gesetzes.

Die BaFin verweist in diesem Kontext ebenfalls auf die mildernde Wirkung des Schadenfreiheitsrabatts. Denn bei einem signifikanten Anteil der untersuchten Versicherten hätten selbst ältere Versicherungsnehmer bis unter 79 Jahren eine niedrigere durchschnittliche Prämie zu zahlen als etwa die 27- bis 41-jährigen Versicherungsnehmer. Durch die Schadenfreiheitsklasse werde also die Prämienbelastung im Alter “nicht unerheblich gedämpft”. Ergebnisse der Untersuchung sollen in einem kommenden BaFin-Journal veröffentlicht werden.

Ein wegweisendes Urteil des Bundesgerichtshofes gibt Autokäufern Hoffnung, die sich im sogenannten Dieselgate-Skandal von VW oder einem anderen Autobauer getäuscht sahen. Demnach wurde der Autobauer dazu verurteilt, dass klagende Käufer ihr Auto zurückgeben und das Geld dafür einfordern können: Wenn auch unter Anrechnung der gefahrenen Kilometer. Noch immer sind mehr als 60.000 Klagen gegen die Autohersteller anhängig.

Wenn Verbraucher einen Diesel von Volkswagen bzw. einer Firmentochter gekauft haben, dessen Abgaseinrichtung manipuliert wurde, ist der Autobauer zu Schadenersatz verpflichtet. Das hat heute der Bundesgerichtshof mit einem viel beachteten Urteil entschieden, wie übereinstimmend mehrere Medien berichten. Allerdings muss sich der Käufer die Wertminderung durch die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen (Az. VI ZR 252/19).

Verbraucher, die noch immer gegen VW in Sachen Dieselgate klagen, gibt das Urteil neue Hoffnung. Noch immer sind mehr als 60.000 Klagen gegen den Konzern anhängig, wie die Wolfsburger berichten: Rechtsstreite, in denen es folglich weder ein rechtskräftiges Urteil gibt noch ein Vergleich zwischen VW und Autokäufer zustande kam.

Vorsätzlich und sittenwidrig

Im BGH-Urteil fällte das oberste deutsche Zivilgericht ein deutliches Urteil. Der Käufer eines VW Sharan sei vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt worden, so hoben die Richter hervor. Der Käufer soll nun 25.600 Euro plus Zinsen für die verstrichene Zeit erhalten.

Positiv: Nachdem sich die Rechtsschutzversicherer zunächst gesträubt hatten, die Kosten für derartige Rechtsstreite zu übernehmen, haben sie in den letzten Jahren überwiegend die Rechtskosten erstattet, wenn ein Verbraucher in Sachen Dieselgate geklagt hat. Über alle Instanzen hinweg sind hier Ansprüche von mehr als 23.000 Euro möglich, um die Honorare für Anwälte, Verfahrenskosten etc. vorzuschießen. Allein in den Jahren vom Bekanntwerden des Dieselgate-Skandals bis 2019 mussten die Versicherer bereits 380 Millionen Euro erstatten, wie die Versicherungswirtschaft errechnet hat.

90 Prozent der Geschädigten stimmten einem Vergleich zu

Wer bisher noch nicht klagte, dürfte aber Pech haben: Viele Ansprüche dürften mittlerweile verjährt sein. Rund 90 Prozent der betroffenen Diesel-Kunden bzw. 235.000 Autofahrer haben zudem einen Vergleich mit VW zugestimmt: und dadurch ihre rechtlichen Ansprüche abgetreten. Sie werden zwar auch entschädigt, erhalten aber deutlich weniger: zwischen 1.350 und 6.250 Euro Schadenersatz.

Wer weiter klagt, hat nun gute Chancen, weit mehr Geld zu erhalten. Wie immer im deutschen Recht zählt aber der jeweilige Einzelfall: Jeder muss sein Recht allein durchfechten. Der BGH hat für Juli bereits die nächsten Verhandlungen angesetzt. Geklärt werden soll unter anderem, ob auch Ansprüche gegen Autohändler durchgesetzt werden können statt gegen den Autobauer – und ob Käufer Ansprüche haben, die erst nach dem Bekanntwerden des Skandals einen Diesel kauften. Auch die Ansprüche von Leasing-Nehmern sind noch ungeklärt.

Der Betrieb oder das Geschäft ruht oder läuft auf sprichwörtlicher “Sparflamme”. Menschen sind in Kurzarbeit, viele müssen mit Einbußen beim Einkommen leben – die Corona-Pandemie macht sich auch im Geldbeutel vieler Menschen schmerzlich bemerkbar. Vielfach bedeutet dies auch eine Notlage durch laufende Kosten – Mieten, Kredite, Rechnungen müssen dennoch weiter bedient werden. Und auch für Versicherungsverträge fallen laufende Kosten an. Was aber tun, wenn aufgrund des derzeitigen “Shutdowns” auch Prämien und Beiträge für Versicherungen nicht länger bedient werden können? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) klärt aktuell auf seiner Verbraucherseite über diese Frage auf.

So würden, laut GDV, zwei Prämissen gelten. Als ersten Grundsatz formuliert der GDV: Beitrag (des Kunden) gibt es gegen Leistung (der Versicherung). Da aber stets finanzielle Notlagen den Versicherungsschutz bedrohen können, gäbe es stets auch verschiedene Möglichkeiten, mit den Beiträgen auszusetzen oder Prämien und Leistungen der neuen Lage anzupassen. Dies gelte nicht nur für die Zeit der Corona-Krise, wie der GDV außerdem formuliert. Sondern stets gibt es auch die Möglichkeit des Nachbesserns bei finanziellen Engpässen.

Retten des Versicherungsschutzes auch im Interesse der Anbieter

Zwar bedeutet ein Aussetzen der Prämien mitunter weniger Leistung durch den Versicherer. Wichtig aber ist: Dennoch wird der Versicherungsschutz aufrecht erhalten. Allerdings muss auch hierfür zunächst etwas vorausgeschickt werden: Zu welchen Bedingungen Beiträge ausgesetzt werden können, hängt stets auch von den einzelnen Verträgen ab. Ebenso von guter Kommunikation: Denn ein Aufrechterhalten des Versicherungsschutzes und damit der Verträge liegt gerade in Zeiten wie der Corona-Krise auch im Interesse der Anbieter. Wäre es doch fatal, wenn mit lang laufenden Verträgen auch treue Kunden verloren gehen, weil die Krise kurzfristig Einkommen kostet. Hier kann auch ein Experte bei der Vermittlung helfen.

Zu welchen Bedingungen aber können die Beiträge ausgesetzt werden? Der aktuelle Beitrag des GDV informiert zu drei Produkten: zur Berufsunfähigkeitsversicherung, der Risikolebenversicherung sowie der Lebens- und Rentenversicherung als wichtiger Bestandteil privater Altersvorsorge.

Stundung führt oft zu Ratenzahlung

Für die Berufsunfähigkeitsversicherung würden zum Beispiel viele Versicherer die Möglichkeit anbieten, die Beiträge zu stunden. Üblich hierfür wären Zeiträume von bis zu sechs Monaten. Freilich: Die gestundeten Beiträge müssen später nachgezahlt werden. Nicht wenige Versicherer eröffnen hierfür auch die Möglichkeit einer Ratenzahlung.

BU-Schutz: lieber weniger Rente als neuer Vertrag

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei zu stellen. Diese Möglichkeit steht auch für länger andauernde finanzielle Engpässe zur Verfügung – genannt wird ein Zeitraum von bis zu drei Jahren. Zu bedenken ist für einen solchen Schritt freilich, dass mit den ausbleibenden Beiträgen auch die Berufsunfähigkeitsrente kleiner wird. Denn die Versicherer kalkulieren mit dem eingezahlten Kapital die Rentenhöhe. Fließt weniger Kapital in die Police, gibt es im Falle der Berufsunfähigkeit auch weniger Rente.

Und dennoch: Zum einen kann der Versicherungsnehmer – trotz reduzierter Rente – dennoch auch seinen von Verbraucherschützern empfohlenen BU-Schutz aufrechterhalten. Zum anderen sichert er sich zu bestehenden Bedingungen diesen Schutz. Kann doch der Abschluss eines neuen Vertrags aufgrund neu zu beantwortender Gesundheitsfragen eine wesentliche Verteuerung des Versicherungsschutzes bedeuten oder gar Ausschlüsse. Wer also die Beiträge für eine bestimmte Zeit nicht mehr bedienen kann, für den ist das “Beitragsfrei-Stellen” trotz der geringeren Rentenhöhe oft der günstigste Weg, den BU-Schutz zu behalten.

Risikolebensversicherung: Aussetzen der Beiträge nicht vorteilhaft

Auch für die Risikolebensversicherung ist eine Freistellung von den Beiträgen möglich. Jedoch: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft empfiehlt diese Lösung nicht. Denn da durch eine Freistellung von den Beiträgen kaum Deckungskapital gebildet würde, dürfte die verbleibende beitragsfreie Leistung nur sehr gering sein. Deswegen würde sich, aus Sicht des GDV, eher eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit mit Herabsetzung des Versicherungsbeitrags sowie eine daran angelehnte Herabsetzung der Leistung lohnen. Denn Einbußen eines solchen Schrittes bei der Versicherungsleistung wären weniger schmerzlich als das gänzliche Freistellen vom Versicherungsbeitrag.

Private Altersvorsorge: Kündigung der Verträge die schlechteste Lösung

Wie aber sieht es mit der privaten Lebens- und Rentenversicherung aus? Laut GDV zeigen bestehende Verträge hier bereits, aufgrund der zu kalkulierenden langen Laufzeit, größere Flexibilität. Deswegen würden die Anbieter seit je her unterschiedliche Möglichkeiten zur Wahl stellen, monatlichen Beiträge für langlaufende Altersvorsorge-Verträge anzupassen.

Zur Wahl stehen unter anderem ein Ruhen-Lassen des Vertrags, eine Beitragsfreistellung oder Beitragsstundung sowie die Herabsetzung der Versicherungssumme bei Anpassung des Beitrags. Wichtig ist den Versicherern: Ein Kündigen des Versicherungsschutzes ist immer die schlechteste Lösung. Denn alle bisher bezahlten Ansprüche und bei Riester-Verträgen auch Zulagen und Steuervorteile würden dadurch verloren gehen.

Für ein Ruhen-Lassen der Verträge müssen in der Regel bestimmte Bedingungen erfüllt sein – zum Beispiel müssen für einen Vertrag (je nach Vertragsbedingungen) mindestens ein oder zwei Jahre lang Beiträge gezahlt worden sein. Eine Beitragsfreistellung hingegen könnte – zum Beispiel – zu der Bedingung geschehen, dass der Versicherer den Rückkaufswert nicht auszahlt, jedoch die Versicherung grundsätzlich bestehen bleibt. Freilich: Durch diesen Schritt würden sich auch Risikoschutz und Versicherungssumme erheblich verringern.

Auch die Stundung der Beiträge ist deswegen denkbar. Das lässt sich dann meist ohne Einbußen bei der Versicherungsleistung realisieren, wenn nach der Stundung (üblicherweise für den Zeitraum eines halben Jahres) die Beiträge wieder zurückgezahlt werden. Doch auch die Anpassung der Versicherungssumme ist denkbar.

Policendarlehen: Das Darlehen auf den Vorsorgevertrag

Eine weitere Möglichkeit für finanzielle Engpässe in Krisen wie der Corona-Krise besteht in einem Policendarlehen – hierbei wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Zwar besteht kein Rechtsanspruch auf ein solches Darlehen. Zudem müssen bei Gewähr des Darlehens auf die Summe auch Zinsen gezahlt werden – Darlehen und Zinsen werden später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet. Gerade in Zeiten einer zeitlich begrenzten Not wie der Corona-Krise kann aber auch ein solches Darlehen ein Ausweg und der rettende Strohhalm aus finanziellen Engpässen sein. Wer hierzu Beratung sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Selbstständige sehen sich nach Selbsteinschätzung im Beruf seltener gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als Angestellte. Das ergab eine aktuelle Umfrage im Auftrag eines großen Versicherers. Durch diese falsche Sicherheit werden im Zweifel unternehmerische Risiken vernachlässigt – auf Kosten der Firma und der Familie.

Eine aktuelle “Berufe-Studie” des privaten Meinungsforschers YouGov im Auftrag der HDI zeigt überraschende Ergebnisse. Selbstständige haben demnach weniger Sorge aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Beruf auszuscheiden als Angestellte. Mit 30 Prozent schätzen sie im Mittel die Wahrscheinlichkeit einer berufsbedingten Erkrankung geringer ein als Angestellte (37 Prozent). Lediglich 17 Prozent der Befragten sehen demnach ein sehr hohes Risiko, aufgrund ihres Berufes krank zu werden.

Das Ergebnis lässt aufhorchen: Es ist ein Indiz, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer die gesundheitlichen Risiken ihres Berufes unterschätzen. Zur Erinnerung: Laut Schätzungen der Versicherungsbranche muss beinahe jeder vierte Erwerbstätige seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters aufgeben, im Schnitt mit 47 Jahren. Da hat man in der Regel noch lange nicht ausgesorgt.

Gerade Selbstständige sind aber durchaus von Risiken bedroht, die ein vorzeitiges Aus im Beruf begünstigen können. Hoher Leistungsdruck, viele Überstunden und ein Verwischen der Grenzen zwischen Beruf und Freizeit gehören schon aufgrund der hohen Verantwortung für viele zum Alltag. Gut die Hälfte (51 Prozent) der Unternehmer arbeitet gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche, so ergab eine Stichprobe des Statistischen Bundesamtes. Oft auch am Wochenende.

Psychische Erkrankungen häufigste Ursache für BU

Hier sei darauf verwiesen, dass mittlerweile mehr als 37 Prozent der neuen Leistungsfälle einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung auf die Ursachen psychische Erkrankungen und Nervenkrankheiten zurückzuführen sind: Krankheiten, die durch Stress und Druck begünstigt werden. Das zeigen Daten des Versicherer-Dachverbandes GDV. Aber auch Krebs, Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Muskeln oder der Gelenke sind häufige Ursachen für Berufsunfähigkeit. Gerade Handwerker sind von körperlichen Beeinträchtigungen stark bedroht, wenn sie schwer tragen oder oft in gebückter und kniender Haltung arbeiten.

Hier gilt es vorzusorgen. Denn im Zweifel werden Firma und Familie gleichermaßen finanziell in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich ein Unternehmer nicht für den Ernstfall wappnet: und sei es auch nur präventiv. Wer sich nicht freiwillig über die gesetzlichen Krankenversicherung einen Krankengeld-Anspruch erworben hat, um längere Krankheitszeiten zu überbrücken, sollte das Risiko einer längeren Auszeit mit einer privaten Krankentagegeldversicherung absichern. Gewerbliche Risiken lassen sich zum Beispiel mit einer Praxisausfall- und Betriebsunterbrechungs-Versicherung auffangen. Mittlerweile gibt es auch für kleine Firmen vielfältige und preisgünstige Kombi-Produkte für Gewerbeversicherungen.

Darüber hinaus empfiehlt sich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Auf einen Baustein lohnt es hier besonders zu achten: die Klausel zur Umorganisation. Sie sieht vor, dass die vereinbarte Rente nicht gezahlt wird, wenn der Betrieb so umorganisiert werden kann, dass trotz der Erkrankung für den Versicherten weiterhin die Möglichkeit einer Tätigkeit im Unternehmen bleibt. Hier sollte die Leistung so gestaltet sein, dass das Einkommen um nicht mehr als 20 Prozent sinken darf.

Armut im Ruhestand – dieses Problem bedroht immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen und mit durchbrochenen Erwerbsbiographien. Das berichtet aktuell das ARD-Politmagazin Monitor unter Berufung auf bisher unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis). Demnach hat die Zahl der Menschen im Ruhestand, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verdienen, zwischen den Jahren 2010 und 2017 um 33 Prozent zugenommen.

Galten in 2010 noch 2,4 Millionen Ruheständlerinnen und Ruheständler als “armutsgefährdet”, waren es in 2017 hingegen bereits 3,2 Millionen Menschen, heißt es in dem Bericht. Armut also bedroht immer mehr Menschen im Ruhestand.

Grundlegend für diese Berechnung der Armutsgefährdung ist das mittlere Einkommen der Bevölkerung. Dieses mittlere Einkommen gibt zunächst an: Es gibt genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Einkommen in der Bevölkerung. Zur Ermittlung des mittleren Einkommens werden allerdings besonders hohe sowie besonders niedrige Löhne herausgerechnet. Das mittlere Einkommen trifft demnach zuverlässigere Aussagen über die Einkommen einer Bevölkerung als das Durchschnittseinkommen, weil insbesondere die Besser- und Bestverdiener diesen Wert nicht verfälschen.

Um die Armutsgefährdung innerhalb einer Bevölkerung zu berechnen, wird aber in einem zweiten Schritt bestimmt, wer höchstens 60 Prozent dieses mittleren Einkommens oder sogar noch weniger verdient. Alle diese Menschen gelten als “armutsgefährdet”. Denn schon unerwartete Ausgaben – als Beispiel genannt werden könnte eine kaputte Waschmaschine – überfordern Menschen mit geringem Einkommen finanziell schnell und lassen sie tatsächlich in Armut abrutschen.

18,7 Prozent der Ruheständler betroffen

Im Jahr 2017 lag der Schwellenwert der Armutsgefährdung bei 13.628 Euro pro Jahr. Wer mit Sozial- und Transferleistungen nur diesen Betrag oder weniger hatte, galt entsprechend als armutsgefährdet. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert bei 28.618 Euro pro Jahr. Insgesamt 16 Prozent der Gesamtbevölkerung waren in 2017 betroffen. Unter Rentnern und Pensionären aber lag der Anteil armutsgefährdeter Personen bei 18,7 Prozent.

Ein besonderer Risikofaktor für Altersarmut sind durchbrochene Erwerbsbiographien. Menschen, die häufiger die Arbeit wechseln und die teils auch niedrige Einkünfte haben, können nicht mehr genügend Ansprüche durch die gesetzliche Rentenversicherung für ein auskömmliches Leben erwerben. Denn 12,63 Euro pro Stunde müsste aktuell ein Arbeitnehmer verdienen, um nach 45 Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung eine Rente oberhalb des Niveaus der Grundsicherung zu erhalten. Das ergab eine Berechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass durchbrochene Erwerbsbiographien zukünftig für immer mehr Menschen die Regel werden.

Renten werden zukünftig weniger einbringen

Und Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden zukünftig immer weniger den Lebensstandard sichern. Denn aufgrund des demografischen Wandels müssen immer weniger Beitragszahler zukünftig für immer mehr Rentner aufkommen. Zwar sinken die Renten nicht. Aber im Verhältnis zu den Durchschnittslöhnen gehen die Renten immer mehr zurück — und werden zudem durch die Inflation entwertet. Es drohen Vorsorgelücken im Alter.

Ein zusätzliches Problem sind steigende Mieten in Ballungsräumen. Warnen doch Sozialwissenschaftler mittlerweile vor der ganz konkreten Gefahr, sich im Alter regelrecht “arm zu wohnen”. In München – Deutschlands Rekordstadt bei hohen Mieten – stiegen laut Studie eines Immobilienportals die Mieten zwischen 2008 und 2018 um sagenhafte 61 Prozent.

Private Vorsorge ist angeraten

Solche Probleme zeigen: Wer sich gegen Armut im Alter absichern will, der sollte privat vorsorgen. Instrumente wie die staatlich geförderte Riester-Rente oder die Basis-Rente können hier helfen. Auch bieten Versicherer neue Modelle der privaten Rentenversicherung an, die auch in Zeiten des Niedrigzins die dringend gebotene Altersvorsorge ermöglichen sollen. Wer sich über derartige Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge informieren will, sollte sich ratsuchend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Die “Düsseldorfer Tabelle”, eine von den Familiensenaten des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf ausgearbeitete Richtlinie für Unterhaltsrecht und Unterhaltszahlungen, wurde nun für 2020 aktualisiert. Kinder erhalten demnach mehr Unterhalt. Doch auch der Selbstbehalt für unterhaltspflichtige Eltern wurde deutlich nach oben angepasst.

Düsseldorfer Tabelle: Orientierung für Familiengerichte

Schon seit 1962 gibt die Düsseldorfer Tabelle Richtwerte für Unterhaltszahlungen vor – zum Beispiel für den Kinds- aber auch den Ehegatten- oder den so genannten Elternunterhalt. Erarbeitet wurde die Tabelle durch die Familiensenate des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf. Zwar hat die Tabelle keine verbindliche Gesetzeskraft. Jedoch dient sie Gerichten als Orientierung und hat eine hohe praktische Relevanz auch für Behörden. Nun wurde eine aktualisierte Ausgabe dieses wichtigen Werkzeugs der Familiengerichtsbarkeit für das Jahr 2020 veröffentlicht – Kinder erhalten demnach ab 2020 mehr Unterhalt.

Für Minderjährige steigt der Unterhaltsanspruchs um durchschnittlich 22,70 Euro

Durchschnittlich um 22,70 Euro im Monat steigt demnach – über vier Altersstufen und zehn Einkommensgruppen der unterhaltspflichtigen Eltern hinweg, der Unterhaltsanspruch für minderjährige Kinder. Am geringsten fällt die Erhöhung für die jüngste Altersgruppe der Kinder im Alter von 0 Jahren bis 5 Jahren aus, und zwar für Eltern mit dem geringsten Einkommen. Sobald ein unterhaltspflichtiges Elternteil nur bis 1.900 Euro netto verdient, sind 15 Euro mehr drin ab 2020 für ein unterhaltsberechtigtes Kind. Der Unterhaltsanspruch liegt für diese Kinder bei 369 Euro ab 2020.

Am höchsten hingegen steigt der Anspruch für Kinder bis 17 Jahre, die gut verdienende Eltern haben. Bei einem Einkommen der unterhaltspflichtigen Eltern zwischen 5.101 Euro und 5.500 Euro netto erhöht sich der Unterhaltsanspruch um 34 Euro gegenüber der alten Tabelle und beträgt ab 1. Januar 848 Euro. Denn mit zunehmendem Einkommen der Eltern haben Kinder auch einen höheren Unterhaltsanspruch.

Volljährige Kinder: profitieren von einem leichten Plus

Für erwachsene Kinder ab 18 Jahre fällt die Erhöhung in 2020 allerdings durchweg gering aus, und zwar über alle Einkommensgruppen hinweg. Sie beträgt für volljährige Kinder nur zwischen drei und fünf Euro. Bedacht werden muss aber auch, dass der Unterhaltsanspruch erwachsener Kinder bereits die höchsten Bedarfssätze aller Altersstufen ausweist. Der Unterhaltsanspruch der Kinder liegt hier zwischen 530 Euro, wenn getrennt lebende Eltern wenig verdienen, und 848 Euro als höchster Anspruch auf Kindesunterhalt ab 2020.

Selbstbehalt: Unterhaltspflichtige Eltern dürfen mehr behalten

Aber auch unterhaltspflichtige Eltern profitieren durch die neue Tabelle, und zwar wesentlich durch eine Erhöhung des Eigenbedarfs. So wird der notwendige Eigenbedarf, der die absolute Untergrenze für belastbares Einkommen darstellt, für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige von aktuell 880 Euro monatlich auf zukünftig 960 Euro angehoben. Für erwerbstätige Unterhaltspflichtige hingegen steigt der notwendige Eigenbedarf von derzeit 1.080 Euro monatlich auf 1.160 Euro ab 2020. Dieses Einkommen darf also nicht durch Unterhaltsansprüche belastet werden, sondern ist den Unterhaltspflichtigen sicher. Inbegriffen in den Betrag ist jedoch schon ein Anteil für die Warmmiete.

Zudem gibt es noch den angemessenen Eigenbedarf, der höher ausfällt als der notwendige Eigenbedarf. Der angemessene Eigenbedarf greift jedoch nur unter bestimmten Bedingungen, sobald Unterhaltspflicht gegenüber volljährigen Kindern besteht. Auch dieser Richtwert steigt mit der neuen Ausgabe der Düsseldorfer Tabelle – von derzeit 1.300 Euro auf zukünftig 1.400 Euro.

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Das macht Weihnachten zu einer logistischen Herausforderung für Paketdienste. Während allein die Post als Anbieter an einem normalen Tag im Jahr rund 4,6 Millionen Pakete durch Deutschland befördert, liegen die Spitzenwerte vor Heiligabend bei rund zehn Millionen Sendungen, gab das Unternehmen letztjährig an. Wie aber sind per Postweg bestellte Waren oder Weihnachtspakete an Familie und Freunde versichert? Darüber klärt das Verbraucherportal des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) auf.

Versandhandel: Der Kunde ist König – und nimmt besser keine beschädigten Pakete an

Für Bestellungen im Versandhandel gilt laut den Versicherern: Der Kunde ist König. So müssten sich Transporteur und Händler darum streiten, wer den Schaden begleicht, falls etwas beschädigt ist. Jedoch erspart schnelle Vorsicht Aufwand: Möchte der Transporteur ein Paket überreichen, das bereits sichtbar geöffnet oder beschädigt ist, sollten Kunden die Annahme verweigern. Das erspart hinterher Ärger.

Dieser Tipp bedeutet allerdings nicht, man könne die Ware hinterher nicht reklamieren. Warnen doch Versicherer wie Verbraucherschützer: Oft berufen sich Händler auf eine ungültige Klausel. Man hätte bei Annahme das Paket auf Schäden überprüfen müssen, heißt es dann.

Jedoch: Trotz dieser Klausel steht der Händler in der Gewährleistungspflicht. Die Frist für die Gewährleistung beträgt zwei Jahre, ist aber in den ersten sechs Monaten nach Erhalt der Ware leichter geltend zu machen. Der Kunde hat bei mangelhafter Ware also das Recht, eine Nacherfüllung in Form von Reparatur oder Lieferung einwandfreier Neuware zu verlangen, wenn die gelieferte Ware defekt ist.

Für sechs Monate ab Erhalt des Päckchens gilt die Annahme, dass die Ware vor Auslieferung bereits defekt war. Behauptet der Händler das Gegenteil, ist er in der (oft nicht zu erbringenden) Beweispflicht. Gewährleistungspflichtig sind Händler auch, wenn die Originalverpackung nicht mehr existiert. Denn niemand ist verpflichtet, die oft raum-zehrenden Originalverpackungen vieler Geräte aufzuheben.

Nachbarschaftshilfe: Der Nachbar kann haften

Beim Onlinehandel ist der Kunde als Käufer also in einer vorteilhaften Position. Vorsicht ist hingegen bei Nachbarschaftshilfe angebracht – und zwar aufgrund von Haftungsrisiken des Nachbarn. Ist es doch mittlerweile Gang und Gebe, dass oft überlastete Paketdienste Pakete an der Haustür nebenan abliefern, sobald der Kunde nicht zuhause ist. Jedoch: Dem Nachbar droht Ärger.

Denn fehlt die explizite Einwilligung des Kunden, einem Nachbarn das Paket auszuliefern (diese Einwilligung wird heutzutage von einigen Paketdiensten eingeholt), dann ist es nicht Schuld des Kunden, wenn das Paket beim Nachbarn landet. Den Ärger haben dann Händler und Transporteur…oder der Nachbar. Ist doch der Nachbar für das Paket verantwortlich, sobald er es annimmt, führen die Versicherer aus. Wenn das Paket dann verschwindet oder beschädigt wird, haftet der Nachbar im Zweifel für die Sendung.

Private Käufe: Das Risiko ist höher

Anders als bei den vorteilhaften Regelungen für den Online-Handel trägt der Käufer bei Privatkäufen jedoch selbst das Risiko für den Transport. Ist das Paket dann unbeschädigt, jedoch die Ware defekt, muss der Käufer den Schuldigen finden. War es der Transporteur? War es der private Verkäufer? Die oft schwere Beweislast macht den privaten Versandhandel zu einem Risiko, das man besser kennen sollte – Geld gibt es für den Käufer erst zurück, wenn der Schuldige eindeutig benannt ist. Und das ist im Nachgang oft nicht mehr möglich.

Wie sind Weihnachtspakete versichert?

Wie aber ist der Inhalt der Weihnachtspakete versichert, wenn etwas an die Freunde oder die Familie verschickt wird? Bei den meisten Paketdiensten sind die Waren durch den Versender bis knapp 500 Euro versichert, führt der GDV-Verband aus. Darüber hinaus gibt es kein Geld zurück, wenn ein Paket verschwindet. Standardbriefe oder Päckchen sind grundsätzlich nicht abgesichert.

Wertgegenstände bitte versichert verschicken

Aber man sollte auch beim Verschicken von Paketen aufpassen: Denn eine Reihe von Waren dürfen mit den Paketdiensten gar nicht versendet werden oder nur unter bestimmten Konditionen gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das trifft auf Geld, Sparbücher, Uhren, Schmuck oder Münzen zu.

Eine besondere Falle lauert sogar, wenn Waren im Wert von über 500 Euro verschickt werden sollen. Denn viele Kunden glauben irrtümlich, der Paketdienst oder Transporteur würde dann bis zur Höhe von 500 Euro haften. In Wirklichkeit schließen die Dienste aber die Haftung für Waren über 500 Euro ganz aus – gehen solche Waren verloren oder kaputt, haftet der Paketdienst mit keinem Cent.

Aus diesem Grund ist gut beraten, wer sich bei Verschicken von Wertgegenständen über die Bedingungen informiert und ab einem bestimmten Wert der versendeten Sache für das Versenden draufzahlt. Denn die Paketdienste bieten als Service zumeist eine zusätzliche Transportversicherung gegen Aufpreis an – zum Beispiel bis zu einer Versicherungssumme von 2.500 Euro oder 25.000 Euro. Wer Wertgegenstände verschicken will oder Gegenstände von einem Wert von über 500 Euro, sollte eine solche Transportversicherung also dringend abschließen.

In Advents- und Weihnachtszeit 50 Prozent mehr Brände

Brandschäden in der Weihnachts- und Adventszeit sind leider keine Seltenheit. Darauf weist aktuell die Versicherungswirtschaft hin. Und nennt Zahlen: Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer verzeichnen dann regelmäßig rund 50 Prozent mehr Feuerschäden als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, berichtet der Dachverband der Versicherer am Montag.

Weihnachtszeit ist Lichterzeit: ein Adventsgesteck, Schwibbogen oder der Weihnachtsbaum wären ohne Kerzen für viele Menschen gar nicht denkbar. Das matte Licht verleiht so mancher Stube einen festlichen Glanz — und viel Heimeligkeit. Dass dies auch eine echte Gefahr bedeuten kann, darauf weist aktuell der Dachverband der Versicherer hin. Denn wenig verwunderlich steigt in der Adventszeit auch die Brandgefahr deutlich an.

Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer verzeichnen zum Jahresende regelmäßig rund 50 Prozent mehr Feuerschäden als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, so berichtet der GDV auf seiner Webseite. 2018 zählten die Versicherer rund 30.000 Brände in der Advents- und Weihnachtszeit: Das sind 10.000 mehr als im Frühjahr oder Herbst. Dafür mussten in Summe 31 Millionen Euro aufgebracht werden.

Hauptursache für die Brände sind, wenig verwunderlich, Adventskränze und Bäume, wie aus Statistiken des Versicherer-Verbands hervorgeht. Doch auch zum Jahreswechsel bleibe es brandgefährlich: wenig verwunderlich sind dann Silvesterraketen und Böller wichtigste Brandverursacher.

Brände vermeiden

Um Brände zu vermeiden, sollten einige Verhaltensregeln beachtet werden. Kerzen und Feuer sollten demnach nie unbeaufsichtigt angezündet werden. Kerzen, Kränze und Weihnachtsgestecke sollten zudem nicht in der Nähe anderer brennbarer Stoffe und Materialien aufgestellt werden: etwa bei Gardinen und Vorhängen. Schon ein Windstoß kann dann dazu beitragen, dass die Gardine in die Flammen weht, warnt das Institut für Schadenverhütung (IFS) in einem aktuellen Pressetext.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen Weihnachtsbäume und Lichterketten. Zunächst sollte der Weihnachtsbaum in einem massiven und kippfesten Ständer gestellt werden: gern mit Wassertank. Das verhindert ein Umkippen. Auch hier gilt: nicht in der Nähe von Holz, Gardinen und anderen brennbaren Materialien.

Darüber hinaus sollten nur solche Lichterketten benutzt werden, die ein TÜV-Siegel oder “Geprüfte Sicherheit”-Zertifikat (GS) haben. Denn laut Verbraucherstudien sind gerade billige Lichterketten echte Brandherde: Selbst, wenn sie im offiziellen Handel gekauft wurden. Defekte Glühbirnen sollten grundsätzlich nur durch solche mit der gleichen Volt- und Wattstärke ersetzt werden. Denn falscher Ersatz mit stärkeren Lampen kann dazu beitragen, dass die dünnen Kabel im Dauerbetrieb durchschmoren und ein Schwelbrand entsteht. Auch hier gilt: Lieber ausschalten, wenn man nicht im Raum ist! Laut Gerichtsurteilen kann schon eine 15minütige Abwesenheit als grob fahrlässig gewertet werden, wenn Licht und offene Kerzen unbeobachtet bleiben.

Wer Katzen oder andere Haustiere hat, sollte sie ebenfalls nicht unbeobachtet in einem Zimmer mit dem leuchtenden Weihnachtsbaum oder Gestecken zurücklassen. Diese verwechseln eine glitzernde Kugel gern mal mit einem Spielzeug: und schon kippt der Baum. Weniger brandgefährlich sind Lichterketten mit Leuchtdioden (LED), weil sie weniger Wärme entwickeln.

Zu bedenken ist auch, dass Heizungen im Winter auf Hochtouren laufen und die Raumluft austrocknen, was ebenfalls die Brandgefahr erhöht. Auch deshalb sollten Kerzen, Gestecke und Lichter regelmäßig kontrolliert werden, ob sie noch fest und sicher sind. Unterlagen aus Keramik und Porzellan können dazu beitragen, die Brandgefahr zu minimieren. Darüber hinaus empfiehlt die Versicherungswirtschaft, Rauchmelder in Fluren und Schlafräumen anzubringen. Das kann Leben retten — und ist in manchen Bundesländern für Neubauten sogar schon vorgeschrieben.

Es ist wieder soweit: Rund um den Martinstag ziehen Kinder mit Erziehern und Erzieherinnen ums Haus, freudig, und tragen stolz ihre beleuchteten, oft bunten Laternen. Der Brauch ist nicht nur bei Christen beliebt, um an den heiligen Martin von Tours zu erinnern. Vielmehr nutzen auch Kindergärten und Grundschulen den Martinstag als Anlass, der dunklen Jahreszeit eine angenehme Atmosphäre abzuringen. Auch Kerzen als Laternenbeleuchtung sind oft fester Bestandteil des Brauches.

Damit die Freude aber nicht durch einen unsachgemäßen Umgang mit offenen Feuer getrübt wird, geben Versicherer und Feuerwehrverbände Tipps. “Die Kerze soll brennen – nicht die Laterne”, lautet das Motto einer Versicherung. Und der Feuerwehrverband Baden-Württemberg pointiert in einer aktuellen Presseerklärung: “Eine echte Kerze oder ein Teelicht in der Laterne sind toll – wenn das Kind vorher entsprechend gelernt hat, damit umzugehen.”

Als Grundsatz gilt: Kerzen sind immer eine Gefahr

Wie aber kann ein sicheres Martinsfest gelingen? Zunächst gilt: Was Kindereinrichtungen und Eltern den Kindern beibringen müssen, sollte zunächst auch fest in den Köpfen der Erwachsenen verankert sein. Denn handelsübliche Kerzen können bis zu 750 Grad heiß werden. Keineswegs handelt es sich also bei Laternen, die mit Kerzen beleuchtet werden, um ungefährliches Spielzeug.

So warnt auch ein Versicherer in seiner Broschüre: Kerzen sind immer eine Gefahr. Denn schon ein kleines Schubsen unter Kindern, ein Stolpern oder Wind können dazu führen, dass eine Laterne Feuer fängt. Kindern sollte diese Gefahr bewusst gemacht werden. Auch sollten Regeln benannt werden, wie sich ein Kind verhalten muss, wenn die Laterne tatsächlich einmal Feuer fängt.

Die Feuerwehr Baden-Württemberg wird noch konkreter. Denn eine weitere Gefahr geht nicht nur von entflammten Laternenmaterial, sondern auch von den Kerzen selbst aus, sobald offenes Feuer in Kontakt mit langen Haaren oder mit leicht entflammbarer Kleidung kommt. Brennbare Stoffe sollten bei der Kleidungswahl der Kinder deswegen vermieden werden. Das jedoch ist keine leichte Aufgabe: Ein Produktvergleich der Stiftung Warentest kam vor Jahren zu dem Ergebnis, dass bei fast allen getesteten Kleidungsstücken “die Brandgefahr hoch” ist.

Neue und vor allem synthetische Stoffe, so praktisch sie oft bei schlechtem Wetter sind, zeigen bei offenem Feuer schnell ihre Tücken. So sind Produkte, die sowohl aus Wolle als auch Polyester bestehen, doppelt brandgefährlich: Sie brennen ähnlich schnell wie Baumwolle. Hinzu gesellt sich aber, dass sie schmelzen und abtropfen: so können sie den Brand schneller verbreiten und teils tiefere Schäden der Haut verursachen. Gerade mit diesen Stoffen jedoch muss in einer Kindereinrichtung heutzutage gerechnet werden.

Droht starker Wind, sind LED-Lichter besser

Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass Kinder Abstand halten beim Laternenumzug und die Laternen nicht spielerisch umher schwenken. Besonders tückisch ist starker Wind. Deswegen sollte auch auf den Wetterbericht geachtet werden: Droht dieser Wind, sind LED-Lichter und elektrische Laternenstäbe die bessere Wahl. Auch für besonders kleine Kinder bietet es sich an, lieber auf elektrisches Licht zurückzugreifen.

Brennende Laternen ausbrennen lassen

Eine besondere Verletzungsgefahr auch für Erwachsene geht von Löschversuchen aus, sobald eine Laterne Feuer fängt. Aus diesem Grund wird geraten: Nach Möglichkeit sollten diese Löschversuche unterbleiben – zum Beispiel der Versuch, eine brennende Laterne auszutreten. Stattdessen wird geraten, die Laterne auf einem nicht brennbaren Untergrund abzulegen. Dann stellt die Laterne hingegen keine Gefahr mehr dar und kann ausbrennen.

Wer leistet, wenn etwas passiert?

Wie aber sieht es mit dem Versicherungsschutz zum St. Martin Umzug aus? Hierzu klärt eine Seite der Unfallkasse Rheinland-Pfalz auf: Personenschäden der Kinder und Erzieherinnen bzw. Erzieher trägt die Unfallkasse aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Das trifft übrigens auch auf Personenschäden zu von Eltern, die durch die Einrichtung um Mithilfe gebeten wurden – sobald Eltern mit Aufgaben beim Umzug betraut werden, greift auch für sie der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Personenschäden anderer Personen trägt hingegen deren Krankenversicherung oder Krankenkasse. Das trifft auch für Eltern zu, die privat und nicht auf Bitte der Kindertagesstätte die Kinder begleiten und ebenso für Kinder, die privat an einem Laternenumzug teilnehmen. Jedoch: Zwar kommt die Krankenversicherung für die direkten Krankheitskosten, nicht jedoch für mögliche Folgekosten eines Personenschadens auf – die zum Beispiel entstehen können, wenn in der Folge zusätzliche therapeutische Maßnahmen nötig sind, ohne im Leistungskatalog einer Krankenversicherung enthalten zu sein. Aus diesem Grund kann der Martinstag auch ein guter Anlass sein, über den Abschluss einer privaten Unfallversicherung nachzudenken.

Die dunkle Jahreszeit schafft zusätzliche Gefahren. Das trifft auch auf den Schulweg zu. Denn Kinder, die bei ungünstigen Sichtverhältnissen und bei Dunkelheit schlecht sichtbar sind, schweben in der Gefahr, durch Autofahrer übersehen oder erst zu spät gesehen zu werden. Aktuell mahnt aus diesem Grund die Unfallkasse Hessen: Reflektierende Kleidung in Herbst und Winter ist besonders wichtig!

So können eine zusätzliche reflektierende Figur am Tornister, eine Applikation auf dem Jackenärmel oder können reflektierende Streifen dabei helfen, dass Kinder sicher in der Schule ankommen. Jedoch mahnt die Unfallkasse auch: Die “Lichtkonkurrenz” im morgendlichen Straßenverkehr ist groß. Aus diesem Grund reicht ein einzelnes Accessoire oft nicht aus. Sicherer ist es, auch bei der Wahl der Bekleidung auf reflektierendes Licht als Blickfang zu setzen.

Eine Tatsache, die auch beim Kleidungskauf bedacht werden sollte. Sollten Kinder in der dunklen Jahreszeit doch eher helle als dunkle Garderobe tragen. Als Beispiel nennt die Unfallkasse: Ein gelber Regenponcho wäre besser als ein blauer. Bisweilen sollte also die Sicherheit auch zu einer Frage des Geschmacks beim Kleidungskauf werden.

Schulweg: Kinder sind durch die Unfallversicherung versichert

Was aber passiert, wenn sich tatsächlich ein Unfall ereignet und nicht die Haftpflicht eines Autofahrers in diesem Falle greift – etwa, weil das Kind selber den Unfall verschuldet hat? In diesem Fall zahlt die gesetzliche Unfallversicherung die Krankheits- und Behandlungskosten. Das gilt auch, wenn die Kinder nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern mit dem Bus oder dem Auto unterwegs waren.

Jedoch: Der Versicherungsschutz hat Lücken. Denn auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert in einer Broschüre: Dient das Zurücklegen des Weges privaten Interessen (zum Beispiel bei Erledigung privater Besorgungen, privaten Verabredungen, einem Stadtbummel usw.), bestehe kein Versicherungsschutz. Das kann bei Umwegen zum Problem werden, wenn Kinder zum Beispiel – statt gleich nach Hause – erst auf den Spielplatz oder zu Freunden gehen. Dann kann die Unfallversicherung – abhängig vom jeweiligen Fall – eine Leistung verweigern.

Es drohen hohe Folgekosten

Zwar kommt im Falle eines Unfalls dann für die direkten Krankheitskosten die Krankenversicherung auf. Jedoch droht den Eltern, auf etwaigen Folgekosten sitzenzubleiben wie etwa für Nachhilfeunterricht, wenn das Kind lange in der Schule fehlt. Auch bleibende Schäden des Kindes können enorme Folgekosten für die Familie bedeuten. Das trifft zum Beispiel zu, wenn ein behindertengerechter Umbau der Wohnung nötig ist.

Aus diesem Grund kann es sich für Eltern lohnen, zusätzlich privat vorzusorgen. Eine private Unfall- oder Invaliditätsversicherung bietet sich hier an und ist für Kinder in der Regel erschwinglich. Dabei sollten Eltern bedenken, dass speziell bleibende Schäden bei Kindern oft nicht aus Unfällen resultieren, sondern aus schweren Krankheiten. Beratung zu beiden Versicherungen kann also lohnen.

Wichtig: Die Aufsichtspflicht der Eltern greift auch auf dem Schulweg. Zwar müssen Eltern ihr Kind nicht ständig begleiten. Aber sie sollten dies mindestens einmal tun und dabei ihre Kleinen auf mögliche Gefahren hinweisen. Schließlich will niemand, dass seinen Liebsten etwas passiert – hier ist Aufklärung und Prävention oft der beste Schutz.