Beiträge

Die Sparlaune der Deutschen ist im Keller. In den letzten 25 Jahren gaben noch nie so wenige Deutsche an, Rücklagen bilden zu können.

Der Verband der Bausparkassen lässt zweimal im Jahr das Sparverhalten der Deutschen analysieren. In der diesjährigen Sommer-Umfrage kam es jedoch zu einer Besonderheit: Die Zahl derjenigen, die angeben, für bestimmte Zwecke sparen zu können, ist auf 39,3 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Wert, der jemals in dieser Umfragereihe, die bis ins Jahr 1997 zurückgeht, gemessen wurde.

Im Frühjahr 2022 lag dieser Wert noch bei 42,4 Prozent. Die Sparlaune der Deutschen ist also innerhalb weniger Monate abgesackt. “Die Preisexplosion macht den Menschen zu schaffen”, erklärte Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. “Zum Sparen bleibt vielfach nichts mehr übrig.”

Welche Sparmotive die wichtigsten der Deutschen sind und wie sich die Werte im Vergleich zum Frühjar 2022 veränderten, ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

  • Altersvorsorge: 57 Prozent / Frühjahr 2022: 59 Prozent
  • Konsum: 49 Prozent / Frühjahr 2022: 53 Prozent
  • Wohneigentum: 44 Prozent / Frühjahr 2022: 44 Prozent
  • Kapitalanlage: 33 Prozent / Frühjahr 2022: 33 Prozent
  • Notgroschen: 6 Prozent / Frühjahr 2022: 5 Prozent
  • Ausbildung der Kinder: 3 Prozent / Frühjahr 2022: 4 Prozent

Unter dem Sparmotiv ‚Konsum‘ versteht die Studie das Sparen auf eine spätere größere Anschaffung.

Über die Studie:
Das Meinungsforschungsinstitut Kantar befragte dazu im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen zum 75. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Das Sparbuch gilt vielen Deutschen als sichere Geldanlage. Trotz Inflation und Niedrigzins. Frauen vertrauen mehr als Männer in die vermeintliche Sicherheit des Sparbuchs.

Sind Ihre Geldanlagen ausreichend, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten? Frauen sind bei der Beantwortung dieser Frage deutlich skeptischer als Männer. So untersuchte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Januar 2022 bereits zum dreizehnten Mal das Anlageverhalten der Deutschen im Auftrag eines Vermögensverwalters. Ein Ergebnis der repräsentativen Studie: Während 42 Prozent der Männer befürchten, dass ihre Geldanlagen später nicht ausreichen, um den jetzigen Lebensstandard zu halten, sind es bei den Frauen 55 Prozent.

Gleichwohl setzen beide Geschlechter auf Sicherheit als wichtigstes Anlagekriterium. Wenn dieser Wunsch bei den Frauen (56 Prozent) auch etwas ausgeprägter als bei den Männern (49 Prozent) ist.

Nach den bevorzugten Geldanlagen gefragt, zeigen sich weitere Unterschiede. So präferiert die Hälfte der Frauen das Sparbuch als Geldanlage. Bei den Männern beträgt dieser Wert 41 Prozent.

Bei etwas risikoreicheren Geldanlagen wie Fonds sind Frauen (27 Prozent) zurückhaltender als Männer (32 Prozent). Damit einhergehend zeigen sie eine deutlich geringere Risikobereitschaft. Während 50 Prozent der Männer bereit sind, für eine höhere Rendite auch ein größeres Risiko einzugehen, entscheidet sich die Mehrheit der Frauen dagegen (60 Prozent).

Zur Studie:
Die Gothaer Studie zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Auftrag der Gothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut forsa vom 3. bis 5. Januar 2022 mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt. Dabei wurden 1.002 Bundesbürger ab 18 Jahren nach einem systematischen Zufallsverfahren repräsentativ ausgewählt und befragt.

Dispokredit ausgereizt, keine Ersparnisse aufgebaut, nicht in Wohneigentum investiert: Welche finanziellen Entscheidungen bereuen Deutsche? Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag einer Geldanlage-Plattform.

Zu viel versprochen? Vertrauen in falsche Beratung landet auf Platz 1

An erster Stelle der Finanz-Fehler steht eine Folge aus fehlendem Finanzwissen und falschen Versprechungen: 14,7 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger haben bei der Geldanlage auf falsche Beratung vertraut. Etwa jede und jeder Siebte scheint bei der Finanzberatung auf leere Versprechungen hereingefallen zu sein – möglicherweise haben die Leute Produkte abgeschlossen, die geringere Rendite bringen oder für die höhere Kosten anfallen, als zuvor erwartet.

Wunschtraum Wohneigentum: Fast 14 Prozent bedauern, nicht gekauft zu haben

In Zeiten von Wohnungsknappheit und rasant steigenden Mieten in vielen Städten bereuen nicht wenige Deutsche, keine Immobilie zu besitzen. Immerhin 13,9 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger machen es sich zum Vorwurf, nicht in eine Eigentumswohnung oder in den Hausbau investiert zu haben.

Investment-Fails: Aufs falsche Pferd gesetzt

Mehr als jede und jeder Zehnte (11,1 Prozent) gesteht sich ein, beim Investieren auf die falsche Karte gesetzt zu haben. Den Abschluss einer konkreten Geldanlage mit zu hohen Risiken bereuen allerdings nur 6,8 Prozent der Befragten.

Nicht gespart ist auch nicht besser

Jede und jeder zehnte Deutsche (10,3 Prozent) bedauert es, keine Ersparnisse zurückgelegt zu haben.

Ständig im Minus: Das geht neun Prozent der Deutschen so

Für neun Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger liegt der größte Finanz-Fehler bei ihrem ausgereizten Dispokredit. Was temporär vollkommen in Ordnung ist, wird auf Dauer zum großen Problem: Ständig mehr auszugeben als einzunehmen und zusätzlich Dispozinsen zu zahlen, macht den Aufbau von Ersparnissen fast unmöglich. Immerhin sehen aber nur 7,5 Prozent der Deutschen in einer langfristigen Verschuldung ihren größten Fehler.

Über die Studie:
Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag der Raisin GmbH 2.500 Personen zwischen dem 22. und dem 23. April 2022 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,5 Prozent.

Drei von vier jungen Menschen haben Angst vor Altersarmut. Das ist Ergebnis der aktuellen MetallRente Jugendstudie 2022. Dass man selbst etwas tun muss, um nicht im Alter darben zu müssen, ist den befragten Teens und Twens ebenfalls bewusst.

Wie schätzen junge Menschen ihre finanzielle Situation ein und wie blicken sie in die Zukunft? Seit 2010 widmet sich die MetallRente Jugendstudie dieser Frage, sie wird alle drei Jahre durchgeführt. Sie bietet interessante Einblicke – und räumt mit manchem Klischee auf. Denn keineswegs sind die jungen Menschen in Sachen Finanzen und Zukunftsplanung so naiv, wie es manch “Boomer” unterstellen könnte.

Repräsentativ befragt wurden für die aktuelle Ausgabe konkret junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren. Und die Studie zeigt durchaus auch erschreckende Ergebnisse. Der Aussage “Ich habe Angst davor, im Alter nur eine geringe Rente zu bekommen und arm zu sein”, stimmen 48 Prozent “voll und ganz” zu, weitere 30 Prozent “eher”. Drei von vier Befragte haben folglich Angst, später in Altersarmut zu enden.

Dabei ist den befragten Teens und Twens durchaus bewusst, dass sie etwas tun müssen: die Mehrheit spart oder legt Geld an, wenn auch nicht immer konkret mit Blick auf das spätere Lebensalter. Der Aussage “Wenn die Menschen nicht privat vorsorgen, werden immer mehr Leute im Alter arm sein”, stimmen 56 Prozent “voll und ganz” zu und 34 Prozent “eher”. Das ist eine sehr realistische Einschätzung, wenn man bedenkt, dass das Umlagesystem der gesetzlichen Rente zunehmend unter Druck gerät, weil die Gesellschaft altert – und immer mehr Rentnern immer weniger Beitragszahlern gegenüber stehen.

86 Prozent aller 17- bis 27-Jährigen sparen folglich entweder regelmäßig oder ab und zu. Doch die repräsentative Untersuchung zeigt auch: Einer von sieben jungen Menschen (14 Prozent) spart nicht. Das liegt vor allem daran, dass diese Gruppe in der Regel ihr ganzes Geld zum Leben braucht und keinen finanziellen Spielraum zum Sparen hat. 74 Prozent stimmen zu, dass sie aktuell ihr ganzes Geld ausgeben müssen. Hier sei daran erinnert, dass man auch mit kleinen Beiträgen etwas für seine Altersvorsorge tun kann.

Überraschung: Aktien und Fonds sind beliebter als Sparbuch!

Wie sehr sich das Vorsorge-Verhalten der jungen Menschen verändert hat, zeigt auch der Blick auf frühere Studien. Im Jahr 2010 waren noch “Sparbuch, Festgeldkonto oder festverzinsliche Wertpapiere” die beliebteste Vorsorgeform mit 66 Prozent Zustimmung. Weniger als jeder Fünfte (19 Prozent) investierte damals in Aktien und Fonds.

In Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen bedeutet es aber eine Entwertung, das Geld auf dem Sparbuch oder Festgeldkonto zu parken. Die Inflation frisst das Geld regelrecht auf. Und tatsächlich scheinen das viele junge Menschen erkannt zu haben. Denn Aktien und Fonds sind im Jahr 2022 bereits die beliebteste Vorsorgeform der jungen Erwachsenen. Jeder Zweite (50 Prozent) ist mittlerweile an der Börse aktiv. Sparbuch und Festgeld landet knapp auf Rang zwei mit 49 Prozent (Mehrfachantworten möglich).

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich aktuell ein alter Klassiker: 38 Prozent der Sparenden besitzen einen Bausparvertrag, um sich den Traum von der eigenen Immobilie zu verwirklichen. Und auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist bereits bei 37 Prozent in dieser Altersgruppe ein Standbein für spätere Jahre. Jeder Fünfte hat eine private Lebensversicherung, 23 Prozent eine private Rentenversicherung und 22 Prozent eine Riester-Rente.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass viele junge Erwachsene bereits Privatvorsorge betreiben und auch die Wahl ihrer Produkte diversifizieren, um das Risiko zu streuen. Dennoch zeigt die Studie auch Lücken auf. Gerade junge Frauen verzichten oft auf ausreichende Vorsorge: Nur noch 29 Prozent der jungen Frauen sparen regelmäßig für ihr Alter. Das ist gegenüber der ersten Studie von 2010 ein Verlust von zehn Prozentpunkten.

Die Studie zeigt zudem erneut, dass es beim Wissen der jungen Menschen in Sachen Altersvorsorge noch Defizite gibt. Aktuell sagen zwar 62 Prozent, dass sie sich in finanziellen Dingen “sehr gut” oder “gut” auskennen. Anders sieht es aber in der Frage der Altersvorsorge aus: 2022 meinen nur 31 Prozent, dass sie bei diesem Thema über einen “sehr guten” oder “guten” Wissensstand verfügen. Hier sollte man sich im Zweifel nicht scheuen, einen Experten bzw. eine Expertin zu fragen.

Das Interesse an ‚Sparen, Vorsorgen und Investieren’ nimmt in Deutschland zu, stellt der Bundesverband deutscher Banken fest. Doch besonders tief scheint dieses Interesse nicht zu gehen: Denn trotz Inflation bleiben Sparbuch und Festgeld die beliebtesten Geldanlage-Möglichkeiten in Deutschland.

Im März 2022 erreichte die Inflation in Deutschland 7,3 Prozent – und damit einen neuen Höchststand seit dem Beitritt der ehemaligen DDR zum Bundesgebiet. “Neben der Corona-Pandemie wirkt sich nun der Krieg Russlands gegen die Ukraine deutlich auf die Teuerung in Deutschland aus, insbesondere bei Heizöl, Kraftstoffen und Erdgas sowie einzelnen Nahrungsmitteln”, so Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, dazu.

Doch diese Entwicklung hält die Deutschen nicht davon ab, ihr Geld auf dem Sparbuch zu belassen. Das zeigen Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken. Demnach gaben 45 Prozent der Befragten an, ein Sparbuch zu besitzen. 2019 lag dieser Wert bei 42 Prozent. Ähnliches lässt sich auch bei Tages-/Festgeld beobachten: Gaben 2019 noch 34 Prozent der Befragten an, solche Finanzprodukte zu besitzen, waren es 2022 38 Prozent.

Will man die Befragungsergebnisse wohlwollend interpretieren, könnte man sagen: Angesichts der zunehmenden Krisen steigt das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen. Sie wissen nur nicht, welches Finanzprodukt zu ihrem Bedürfnis passt.

Die Umfrage des Bankenverbands zeigt aber auch, dass die Bestrebungen, eine stärkere Aktienkultur in Deutschland zu etablieren, nicht gänzlich ungehört verhallten. So stieg der Anteil der Wertpapieranleger von 23 Prozent (2019) auf 33 Prozent. Auf diesen Wert kommen auch Altersvorsorge-Produkte. Im Vergleich zu 2019 legten sie um 8 Prozentpunkte zu.

Zur Umfrage:
Die Online-Umfrage wurde von Kantar im April 2022 durchgeführt. Es nahmen 1.000 Internetnutzer in Deutschland ab 18 Jahren teil.

Inflation und Niedrigzinsen sorgen dafür, dass immer mehr Deutsche auf Aktien oder Fonds setzen, statt Geld auf Sparbüchern zu parken.

Die Zeit um den Jahreswechsel wird gern genutzt, um Vorsätze für das neue Jahr zu formulieren. Was sich die Deutschen hinsichtlich ihres Sparverhaltens für 2022 vornehmen, wollte die European Bank for Financial Services (ebase) anhand einer Studie herausfinden und ließ 1.000 Privatpersonen repräsentativ befragen.

Ein Ergebnis: Rund 30 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation im kommenden Jahr verbessern wird. Eine Verschlechterung erwarten 18 Prozent der Befragten. Besonders optimistisch sind die 18- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe erwarten mehr als 60 Prozent der Befragten eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation.

Die Studie “Finanzielle Vorsätze der Deutschen 2022” zeigt auch, dass die Sparneigung unverändert hoch bleibt: Mehr als die Hälfte der Befragten will 2022 so weiter sparen wie bisher und 30 Prozent sogar noch etwas mehr als bislang. Doch Niedrigzins und Inflation haben dazu beigetragen, dass mehr als in den letzten Jahren investiert werden soll. So wollen fast 30 Prozent im neuen Jahr in Aktien investieren. Die Geldanlage in Investmentfonds planen zudem 20 Prozent. Damit geben erstmals mehr Anleger an, in Aktien investieren zu wollen als Geld auf das Sparbuch einzuzahlen.

Versicherer entwickeln immer mehr Vorsorgeprodukte, die auch Ziele des Klimaschutzes unterstützen. Diese nachhaltigen Policen jedoch sind noch wenig bekannt, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Zeit, dass sich dies ändert.

Tief Bernd: Vorbote der Klimawandels

Die Bekämpfung des Klimawandels und der Erderwärmung gehört zu den größten Herausforderungen der Zukunft. Das wurde auch durch Tief Bernd im Juni diesen Jahres schmerzlich bewusst – die Schäden waren verheerend, durch die Unwetterkatastrophe verloren 183 Menschen ihr Leben. Solch tragische Vorboten des Klimawandels lassen sich nicht mehr übersehen.

Auch Finanzdienstleistungen und Versicherungen kommen am Thema Klimaschutz nicht mehr vorbei. Zumal Schäden durch extreme Unwetterereignisse den Unternehmen immer höhere Schadensummen verschulden. So gründeten einige der größten europäischen Versicherer im Sommer diesen Jahres eine Klima-Allianz – die Net-Zero Insurance Alliance (NZIA). Das ehrgeizige Ziel: Netto-Null-Emissionen ab 2050 und somit die Klimaneutralität.

Und die Versicherungsbranche kann einiges tun, insbesondere mit der Anlagepolitik der Kundengelder: Wurden doch in den letzten Jahren Kriterien für Kapitalanlagen definiert für die Bereiche Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmungsführung (Governance). Die sogenannten ESG-Kriterien wurden zudem durch eine Verordnung der EU – die sogenannte “Taxonomie-Verordnung” – vereinheitlicht. In Orientierung hieran können Kundengelder immer mehr in umweltfreundliche Geldanlagen fließen.

“Grüne Versicherungen” nehmen im Produktangebot der Versicherer zu

Auf Grundlage dieser Vorgaben entwickeln auch immer mehr Versicherer Produkte, die einen besonderen Wert auf Umwelt- und Klimaschutz legen – “grüne Versicherungen”. Jedoch: Solche nachhaltige Policen sind Verbrauchern wenig bekannt, wie eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt. Demnach wissen nur 32 Prozent der Befragten, dass es überhaupt derartige Produkte gibt. Und nur vier Prozent der Befragten besitzt tatsächlich eine Police mit besonderem Schwerpunkt auf Umweltkriterien.

Das Institut wollte aber auch wissen, ob Befragte ihr Geld in grüne Versicherungen investieren wollen. Immerhin 46 Prozent der Befragten können sich vorstellen, zukünftig derartige Produkte zu erwerben. Besonders groß ist die Bereitschaft unter jungen Menschen: Bei den 16- bis 29-Jährigen können sich sogar 51 Prozent der Befragten vorstellen, zukünftig solche Produkte zu erwerben. Das Marktpotential ist also vorhanden.

Die Kenntnis der Umfrage könnte eine gute Gelegenheit sein, sich über nachhaltige Versicherungsprodukte zu informieren. Wer mehr wissen möchte und zudem mit einem guten Vorsorgeprodukt auch den Umweltschutz unterstützen möchte, der sollte sich an die Expertin oder den Experten seines Vertrauens wenden.

‚Zu welcher der nachstehenden Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen, haben Sie das größte Vertrauen‘, wurde in einer Erhebung gefragt. Aktien, Fonds und Anleihen erreichen den zweithöchsten Wert und verbessern sich gegenüber dem Vorjahr wie keine andere Form der Altersvorsorge.

Altersvorsorge ist Vertrauenssache. Schon allein wegen der langfristig laufenden Verträge. Bemerkenswert ist deshalb der Vertrauenszuwachs, den eine aktuelle Erhebung Wertpapieren zur Altersvorsorge attestiert. Keine andere Form der Altersvorsorge kann gegenüber den Vorjahreswerten einen solchen Vertrauenszuwachs ausweisen. Aktien und Fonds springen von Platz 6 im Vorjahr auf nun Platz 2 bei der Frage, in welche Form der Altersvorsorge das größte Vertrauen besteht. Damit erreicht dieses Vorsorgeinstrument einen Rekordwert – noch nie war das Vertrauen in Wertpapiere zur Altersvorsorge größer.

Berufstätige zwischen 20 und 29 Jahren sagen jetzt sogar zu 30 Prozent, dass sie das höchste Vertrauen in Wertpapiere haben. Zum Vergleich: Nur halb so viele unter ihnen haben das größte Vertrauen in die gesetzliche Rente (15 Prozent). Männer zeigen dabei generell ein größeres Vertrauen als Frauen (29 zu 18 Prozent). Jedoch hat sich unter den berufstätigen Frauen das Zutrauen zu Aktien und Fonds gegenüber 2020 stärker erhöht als bei Männern.

Vertrauenswerte für 10 Altersvorsorge-Formen

Wie andere Altersvorsorge-Formen im Vertrauens-Ranking abschnitten, zeigt folgende Liste:

  • Eigenes Haus/eigene Wohnung: 2021: 49 Prozent / 2020: 51 Prozent
  • Wertpapiere wie Aktien, Fonds, Anleihen: 2021: 24 Prozent / 2020: 19 Prozent
  • Private Lebens- oder Rentenversicherungen: 2021: 24 Prozent / 2020: 24 Prozent
  • Gesetzliche Rentenversicherung: 2021: 21 Prozent / 2020: 22 Prozent
  • Vermietete Immobilien: 2021: 21 Prozent / 2020: 22 Prozent
  • Betriebsrenten: 2021: 20 Prozent / 2020: 20 Prozent
  • Sparkonto: 2021: 15 Prozent / 2020: 14 Prozent
  • Wertgegenstände, Gold, Kunst: 2021: 14 Prozent / 2020: 13 Prozent
  • Berufsständige Versorgungswerke: 2021: 5 Prozent / 2020: 4 Prozent

Über die Studie:
Die HDI Berufe-Studie wird jährlich bundesweit durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland. Sie ermöglicht durch ihren Umfang auch repräsentative Aussagen für den Arbeitsmarkt der einzelnen Bundesländer. In diesem Jahr wurden insgesamt 3.716 Erwerbstätige ab 15 Jahren in den Monaten Juni und Juli 2021 befragt.

Die Inflation in Deutschland steigt. Für deutsche Sparer erhöht sich dadurch der Handlungsdruck. Aktien und Immobilien erscheinen den Deutschen als geeignete Kapitalanlagen.

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preis­index (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im August 2021 voraussichtlich +3,9 Prozent betragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegenüber Juli 2021 voraussichtlich unverändert.

Bis zum Jahresende könnte die Inflationsrate allerdings sogar auf 5 Prozent steigen. Davon geht jedenfalls die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht aus.

Doch welche Erwartungen hegen die Bundesbürger und wie reagieren sie darauf? Das zeigen nun Ergebnisse, die das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ermittelte.

Danach geht ein Drittel der Befragten davon aus, dass die Inflationsrate in der Höhe von drei bis vier Prozent, wie es derzeit der Fall ist, verharren wird. Fast ebenso viele (31 Prozent) rechnen sogar damit, dass die Inflation weiter wächst und Steigerungen von mehr als fünf Prozent möglich sind. Dabei nimmt die Inflationserwartung mit dem Alter zu. Unter den 50-Jährigen und Älteren gehen deutlich mehr von einer anhaltend hohen Geldentwertung aus als in den Altersgruppen bis 39 Jahre. “Die Ursachen für diese skeptischere Einschätzung wurden in der Umfrage zwar nicht ermittelt, aber es ist zu vermuten, dass Älteren Phasen mit hoher Inflation in früheren Jahrzehnten noch in Erinnerung sind und diese Erfahrungen auch den Blick auf künftige Entwicklungen beeinflussen”, versucht DIA-Sprecher Klaus Morgenstern eine Erklärung für diese Unterschiede.

Darüber hinaus hängen die Einschätzungen zur Inflationsentwicklung ganz klar von der Parteipräferenz ab. So nehmen AfD-Wähler (56 Prozent) und Wähler der Linkspartei (46 Prozent) mehrheitlich an, dass die Inflation sich noch weiter erhöhen wird. Die anderen Wählergruppen dagegen gaben relativ mehrheitlich an, die Inflationsrate werde in naher Zukunft bei drei bis vier Prozent bleiben.

Steigende Inflation: Deutsche setzen auf Immobilien und Aktien

Das DIA ließ auch ermitteln, welche Kapitalanlagen die Befragten angesichts der höheren Inflation für geeignet halten. Bei den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wurden Immobilien am häufigsten genannt (39 Prozent). Es folgten Aktien (29 Prozent) vor Sparguthaben (8 Prozent) und Anleihen (5 Prozent). Jeweils 19 Prozent der Antworten entfielen auf ‚keine davon‘ und ‚weiß nicht‘ – genug Beratungspotenzial scheint also vorhanden.

Wer sein Geld überwiegend zu niedrigen Zinsen anlegt, der macht Realverluste. Aus diesem Grund sollte beim Sparen auch zu Fonds und Aktien gegriffen werden.

Deutsche haben den Ruf als Sparweltmeister. Und sie machen diesem Ruf auch während der Corona-Pandemie alle Ehre: Das Geldvermögen stieg in 2020 auf einen Rekordwert. Sieben Billionen Euro horten die Deutschen mittlerweile. Doch trotz Niedrigzins wird das Geld überwiegend in traditionellen Anlageformen angelegt, die kaum noch etwas einbringen.

So lagern 28,7 Prozent des Gesamtvermögens-Portfolios in Bargeld und Sichteinlagen. Schichteinlagen bezeichnen jedes Guthaben, über welches sofort via Scheck oder Überweisung verfügt werden kann – das klassische Girokonto ist hier zu nennen. Hinzu kommen 11,7 Prozent, die Deutsche in Termin- und Spareinlagen investieren. Mehr als vierzig Prozent des Vermögens der Deutschen liegen also immer noch in Produkten des Null- oder gar Minuszins.

Sparer machen real große Verluste

Was das Parken der Gelder auf Giro- und Tagegeldkonten aber für Sparer bedeutet, veranschaulicht der Wirtschaftswissenschaftler Oscar A. Stolper anhand einer Beispielrechnung. Hierfür errechnet er die Realverzinsung: Die Differenz von Nominalzins und Inflationsrate. Steigt doch die Inflation derzeit leicht an: Die aktuelle Inflationsrate (für den Juni 2021) liegt bei 2,3 Prozent.

Wer nun 10.000 Euro bei einer Inflationsrate von zwei Prozent und einem Zinssatz von null Prozent anlegt, verliert im Laufe einer Dekade rund 1.797 Euro an Kaufkraft – und damit annähernd ein Sechstel seines Vermögens. Der Wissenschaftler nennt auch eine Zahl für den deutschlandweiten Realverlust durch Schichteinlagen. Allein zwischen 2017 und 2020 hätten Sparer mit Geld in Sichteinlagen etwa 79 Milliarden Euro an Kaufkraft verloren. Zinssparen führt also derzeit zu hohen Verlusten der Kaufkraft.

Mehr Mut zur Börse

Was aber ist zu tun? Experten raten immer wieder, stärker in Fonds oder Aktien zu investieren. Denn wenngleich es immer wieder zu Schwankungen an den Börsen kommt, zahlt sich Beharrlichkeit aus: Statistiken offenbaren, dass lang gehaltene Geldanlagen an den Börsen häufig positive Renditen bedeuten zwischen sechs und acht Prozent.

Sogar die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest schreiben: Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren oder länger könne auch ein sicherheitsorientierter Anleger in sein Vorsorge-Portfolio “getrost Aktien beimischen”. Der Niedrigzins erzwingt also ein Umdenken beim Sparen. Wer hierzu mehr wissen will, der sollte sich an eine Expertin oder einen Experten wenden.