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Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich 2021 auf deutlich höhere Prämien einstellen. Das lassen die Aussagen mehrerer Krankenkassen-Chefs befürchten. Die Coronakrise ist nur ein Grund für steigende Prämien.

Der eine ist Chef von den Ortskrankenkassen, der andere von der Techniker Krankenkasse: mit mehr als zehn Millionen Mitgliedern größter Krankenversicherer Deutschlands. Doch was AOK-Chef Martin Litsch und TK-Chef Jens Baas in den letzten Tagen fast gleichlautend verkündet haben, lässt nichts Positives für die gesetzlich Krankenversicherten erwarten. Die Vorstände warnen davor, dass sich der Zusatzbeitrag bis 2022 verdoppeln könnte: auf 2,5 Prozent des Bruttogehaltes!

Dass die Beiträge steigen, hatten schon die Experten des Bundesgesundheitsministeriums prognostiziert. Demnach soll der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2021 um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent klettern. Doch das war der Schätzwert vor der Coronakrise, die den Krankenversicherern zusätzliche Kosten beschert hat. Corona-Tests müssen finanziert, Intensivbetten angeschafft und Schutzausrichtungen besorgt werden: All das kostet. Entsprechend haben die Krankenkassen allein im dritten Quartal 2020 ein Defizit von drei Milliarden Euro eingefahren.

Folglich hat die Techniker angekündigt, ihre Zusatzbeiträge schon im kommenden Jahr zu erhöhen. Das Vorgehen des Marktführers dürfte Signalwirkung für viele andere Kassen-Anbieter haben. Unklar sei noch, ob das bereits zum Jahreswechsel oder erst zur Jahresmitte hin erfolge. Der Zusatzbeitrag wird zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent erhoben, Arbeitnehmer und -geber zahlen je die Hälfte der Kosten.

Steigende Beiträge im Kassensystem resultieren jedoch nicht aus der Coronakrise allein. Der Gesetzgeber hat die Kassen verpflichtet, Reserven abzuschmelzen. Das hilft aktuell sogar noch, um die Beiträge abzufedern, weil die Anbieter geringere Zusatzbeiträge erheben, als für die Deckung der Kosten notwendig wäre. Zugleich müssen aber auch acht Milliarden Euro aus dem Reserventopf abgeführt werden, damit die Politik Finanzierungslöcher stopfen kann.

Darüber hinaus belasten Mehrkosten als Folge von Gesundheitsreformen die Finanzlage. Unter anderem sollen die Kliniken verpflichtet werden, bessere Betreuungsschlüssel für Patienten einzuführen. Auch die Alterung der Gesellschaft und hohe Medikamentenpreise belasten die Versicherer.

Wird der Beitrag angehoben, haben Kassen-Versicherte ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht. Der Beitrag sollte aber nicht das einzige Kriterium sein, weshalb man sich für oder gegen eine Krankenkasse entscheidet. So gibt es Unterschiede bei Leistungen und Service. Wer gute Erfahrungen gemacht hat, die Sachbearbeiter bereits persönlich kennt und Ansprechpartner vor Ort findet, hat gute Gründe seinem Anbieter treu zu bleiben.

Darüber hinaus kann auch ein Wechsel zu einem privaten Anbieter erwogen werden: Wenngleich die PKVen ebenfalls in manchen Tarifen den Preis anheben müssen. Doch während im gesetzlichen System finanzielle Engpässe oft damit beantwortet werden, dass Leistungen aus dem Katalog fliegen, sind diese Privatversicherten vertraglich garantiert. Über Vor- und Nachteile klärt ein Beratungsgespräch auf.

Steigen die Prämien in der privaten Krankenversicherung stärker als bei den gesetzlichen Krankenversicherern? Das wird oft behauptet – und der Eindruck kann auch entstehen, wenn man sich plötzlich mit einem deftigen Prämiensprung konfrontiert sieht. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie nun eine Studie zeigt.

In den kommenden Monaten müssen sich privat Krankenversicherte wieder auf höhere Prämien einstellen. Im Schnitt um 8,1 Prozent sollen die Beiträge steigen, so berichtet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und beruft sich auf eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherungen WIP. Viele Versicherte dürfte das verunsichern.

Aber steigen die Prämien mehr und schneller als in der gesetzlichen Krankenversicherung? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn man manche Boulevard-Schlagzeile liest. Dass dies nicht so ist, zeigt zum Beispiel eine Studie des privaten IGES-Institutes aus Berlin. Demnach stiegen die Beiträge bei den Krankenkassen gar schneller als bei den Privatversicherern. Während sich die Beitragseinnahmen je Versicherten im Zeitraum 2008 bis 2018 in der GKV um durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr erhöhten, waren es in der PKV nur 2,3 Prozent, berichten die Studienmacher.

Auslösende Faktoren: nur unregelmäßig wird Beitrag angepasst

Warum aber entsteht dann der Eindruck, dass die privaten Kranken-Anbieter ihre Tarife weit schneller verteuern? Grund sind die sogenannten auslösenden Faktoren:

Die Versicherer dürfen die Beiträge laut Gesetz nur anheben, wenn mindestens zwei Bedingungen erfüllt sind: Erstens, wenn die erwarteten von den einkalkulierten Versicherungsleistungen um mehr als zehn Prozent abweichen. Und zweitens, wenn die Versicherten älter werden als ursprünglich kalkuliert. Entsprechend gibt es viele Jahre, in denen die Prämien gar nicht oder kaum steigen. Um dann mit einem Mal kräftig angehoben zu werden, weil die Versicherer die ausgebliebenen Teuerungen der letzten Jahre nachholen müssen.

Hier fordert die Branche eine Reform, damit sie den Beitrag öfters und gleichmäßiger anpassen kann. Unter anderem hat auch der aktuelle Niedrigzins Auswirkungen auf die Prämie. Sind die Zinsen am Kapitalmarkt im Keller wie aktuell durch die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), erzielen die Versicherer auch weniger Zins, um Alterungsrückstellungen aus den eingesammelten Beiträgen zu bilden. Entsprechend fordert die Branche, die Zinsentwicklung ebenfalls als auslösenden Faktor anzuerkennen, um die Prämiensprünge abzuflachen.

Beratung empfiehlt sich

Die Gründe, weshalb sich die Tarife auch in der PKV verteuern, sind vielfältig. Relativ stabil sind jene Tarife, die eine gesunde Risikomischung aus Versicherten aufweisen: wo also älteren Personen mit statistisch höheren Gesundheitskosten jüngere Versicherungsnehmer gegenüberstehen. Oft genannt werden für höhere Prämien auch Kosten infolge des medizinischen Fortschrittes: So erhalten privat Versicherte neue und gute Medikamente, die auch entsprechend teurer sind. Aber auch die Alterung der Gesellschaft, Preissteigerungen im Gesundheitswesen durch Gesetzreformen und eine längere Lebenserwartung wirken sich hier aus.

Privatversicherte, die gerade in Coronazeiten mit den Prämien überfordert sind, weil Einkünftw wegfallen, können sich beraten lassen, welche Möglichkeiten es gibt den Beitrag zu senken. Eine Option kann die Vereinbarung eines Selbstbehaltes sein. Laut §204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) haben Privatpatienten zudem das gesetzlich verbriefte Recht, innerhalb der Gesellschaft in alle gleichartigen Tarife zu wechseln – unter Mitnahme der Altersrückstellungen. Mitunter haben die Versicherer tatsächlich günstigere Tarife im Portfolio. Auch die Sozialtarife der Privatversicherer bieten Sparoptionen, haben aber oft Nachteile, etwa den Verlust von Leistungen. Auch hierzu sollte man sich zuvor umfangreich beraten lassen.

Wer aktuell als Kassenpatient zum Zahnarzt muss, um einen Zahn oder mehrere Zähne ersetzen zu lassen, kann damit bis zum 1. Oktober 2020 warten. Ab diesem Termin gibt es nämlich höhere Zuschüsse – die aber unzureichend bleiben, wie ein Rechenbeispiel zeigt. Eine private Zahnzusatzversicherung bietet Schutz vor den Kosten.

Gesunde Zähne sind wichtig für das Wohlbefinden des Menschen – und Zahnlücken nicht nur ärgerlich, sondern auch ein gesundheitliches Risiko. Eine solche kann -je nachdem, wo sie sich befindet- das Essen erschweren, zu einer unverständlichen Aussprache beitragen oder der Stabilität des Gebisses weiter schaden. Und schlimmer noch: Sogar Schlaganfälle und Herzinfarkte werden durch Lücken begünstigt, wenn sich dort Eiter bildet. Zudem wirkt man auf Mitmenschen ungepflegt, was auch Sympathie und Wertschätzung negativ beeinflusst.

Gut zu wissen also, dass Kassenpatienten ab Oktober 2020 mehr Zuschuss für den Zahnersatz erhalten. Der Hintergrund: Seit 15 Jahren kommen die gesetzlichen Krankenversicherer nicht mehr voll für die Kosten auf, wenn ein Zahn ersetzt werden muss. Betrug der Zuschuss zur sogenannten Regelversorgung bisher 50 Prozent, so wird er ab kommenden Monat auf 60 Prozent raufgesetzt. Wer ein Bonusheft führt, kann auf noch mehr hoffen: bei fünf Jahren regelmäßigem Zahnarztbesuch steigt der Zuschuss von 60 auf 70 Prozent, bei zehn Jahren gar von 65 auf 75 Prozent.

Nur Regelversorgung ist abgesichert

Diese Prozentwerte können aber sehr täuschen, handelt es sich doch keineswegs um den Zuschuss für die konkret gewünschte Zahnbehandlung. Der Fallstrick lauert in der Formulierung “Grundversorgung”. Denn tatsächlich errechnen sich die Zuschüsse an dem, was unbedingt notwendig ist. Teure Lösungen und edle Materialien sind damit außen vor. Sie bewirken keine höheren Leistungen der Krankenkasse, auch wenn sie zu weit besseren Ergebnissen führen würden.

In der Regel bedeutet das, die Krankenkasse kommt bei Zahnersatz für eine Brücken-Lösung mit Stoffen auf, die nicht aus Edelmetall sind. Ein Beispiel: Wer einen Seitenzahn ersetzen will, erhält ab Oktober 450 Euro statt -wie bisher- rund 375 Euro, mit Bonusheft gar 562 Euro. Das geht aus Modellrechnungen der Verbraucherzentralen hervor.

Umso ungünstiger, dass eine solche Brücke auch medizinische Nachteile haben kann. Der künstliche Zahn muss hierfür nämlich an einer Art Metallgestell angebracht werden, das dann wiederum an den nahestehenden Zähnen zur reparaturbedürftigen Zahnlücke befestigt wird. Sind diese umliegenden Zähne nicht mehr stabil und selbst geschädigt, kann die Brücke selbst wiederum locker werden.

Eine vornehmere Form des Zahnersatzes sind stattdessen Implantate: Künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen verpflanzt werden, um darauf den Zahnersatz anzubringen: ohne extra Metallgestell. Nur sind diese eben auch deutlich teurer. Die Kosten für ein Seitenzahn-Implantat summieren sich auf 1.500 bis 3.500 Euro. Trotzdem bezuschusst die Kasse auch ein Implantat nur mit jenem Betrag, den sie für die Brücke zahlen müsste: maximal besagte 562 Euro.

Folglich hat sich ein Zahnersatz zum Kostenrisiko entwickelt. Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes (EU-SILC) schiebt fast die Hälfte aller Deutschen eine notwendige Zahnbehandlung vor sich her, weil sie die hohen Kosten fürchten. Müssen mehrere Zähne gewechselt werden, droht in Summe sogar ein fünfstelliger Betrag. Hier kann aber mit einer privaten Zahnzusatzversicherung vorgebeugt werden.

Welche Krankheiten führen zu Berufsunfähigkeit? Dies wertet jährlich ein Hannoveraner Analysehaus aus. Die aktuellen Zahlen belegen den Trend: Immer häufiger führen psychische Krankheiten zum Aus im Beruf. Aber auch Gebrechen, die aus körperlicher Belastung resultieren, sind nicht zu unterschätzen.

Das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg wertet seit mehreren Jahren anhand von Stichproben aus, welche Krankheiten zur Anerkennung einer privaten Berufsunfähigkeit-Rente führen. Die neuesten Zahlen stammen aus dem Juni 2020. Und der Trend ist eindeutig: Immer öfter sind psychische Krankheiten Ursache für das vorzeitige Aus im Beruf.

In der aktuellen Untersuchungen waren “psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen” bereits für 26,64 Prozent aller neuen BU-Renten Leistungsauslöser. Das verdeutlicht den Trend, dass auch Menschen mit körperlich leichten und geistigen Tätigkeiten, etwa im Büro, von der Berufsunfähigkeit bedroht sind. Stress, die zunehmende Vermischung von Beruf und Freizeit sowie zunehmender Leistungsdruck sind hierfür wichtige Gründe. Noch vor zehn Jahren waren nur etwa 20 Prozent der neuen Fälle psychisch bedingt.

Dennoch sind auch die körperlichen Ursachen nicht zu unterschätzen. Mit 23,76 Prozent aller neuen Leistungsfälle rangieren “Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes” bereits auf dem zweiten Rang – mit ähnlich vielen Betroffenen. Hier wird alles zugerechnet, was durch schwere Tätigkeiten und körperlichen Verschleiß begünstigt werden kann: also wenn Rücken, Gelenke, Muskeln oder Knochen nicht mehr mitspielen.

Auf Rang drei der wichtigsten BU-Gründe landen die sogenannten Bösartigen Neubildungen (19,11 Prozent): stark vereinfacht alles, was Krebs und Tumoren zugerechnet werden kann. Eine solche Diagnose ist für viele Menschen und ihre Angehörigen nicht nur psychisch eine große Belastung. Sie bedeutet mit Blick auf das Erwerbsleben oft einen Bruch in der Biographie: Der Job kann lange Zeit nicht mehr ausgeübt werden oder muss sogar ganz aufgegeben werden.

An vierter Stelle kommen die sonstigen Erkrankungen mit 16,95 Prozent: etwa Erkrankungen der inneren Organe wie zum Beispiel der Schilddrüse oder Niere, auch Erbkrankheiten werden hier zugerechnet. Darauf folgen Erkrankungen des Kreislaufsystems (7,23 Prozent) und Unfälle (6,31 Prozent).

Schützen kann man sich vor den vielfältigen Ursachen mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie zahlt in der Regel ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Was es hierbei zu beachten gibt, klärt ein Beratungsgespräch.

Ab 2021 soll es Krankenversicherten möglich sein, die sogenannte elektronische Patientenakte (ePA) zu nutzen. Ein entsprechendes Gesetz für die Grundlagen hat der Bundestag letzten Freitag verabschiedet. Was die Akte kann, wo Vorteile und Gefahren liegen, zeigt der kurze Überblick.

Nach langem Hin und Her ist es nun soweit: Ab dem 1. Januar 2021 sollen die Bürgerinnen und Bürger die elektronische Patientenakte (ePA) nutzen können. Am Freitag hat der Bundestag das “Patientendaten-Schutz-Gesetz” verabschiedet, in dem die rechtlichen Grundlagen hierfür formuliert sind. Das berichtet aktuell das Bundesgesundheitsministerium

Was ist die elektronische Patientenakte?

Was aber genau ist die elektronische Patientenakte? Es handelt sich um eine Smartphone-App, die den Datenaustausch zwischen Ärzten, Kliniken, Apotheken und Patienten erleichtern soll. Jeder Patient bzw. jede Patientin hat über die Krankenkassen ein Recht darauf, dass die Ärzte diese App mit persönlichen Gesundheitsdaten füttern. Aber keine Sorge: Gezwungen wird hierzu niemand. Die Nutzung der App ist freiwillig.

Was ist der Nutzen der elektronischen Patientenakte?

Die elektronische Patientenakte soll es ermöglichen, alle relevanten Gesundheits-Daten digital verfügbar zu haben, damit auch Ärztinnen und Ärzte darauf zugreifen können. Denn bisher regiert auch in Arztpraxen die Papierwirtschaft bzw. der klassische Aktenordner. Mit bitteren Auswirkungen: oft sind zum Beispiel Fachärzte nicht über Vorerkrankungen oder Medikamente im Bilde, die Patientinnen und Patienten erhalten. Es bleibt nur der Griff zum Telefon, um beim Hausarzt entsprechende Befunde zu erhalten.

Das soll sich ab mit der App ändern. Informationen zu Vorerkrankungen, ärztlichen Diagnosen, Therapien und Medikationspläne sollen mittels der App jederzeit schnell und einfach abgerufen werden können – aber auch der Impfausweis, das Bonusheft für den Zahnarzt, Blutwerte oder der Mutterpass bei Schwangerschaften.

Das kann zum Beispiel verhindern, dass es in Krankenhäusern zu Übermedikamentierung kommt, weil die Klinik nicht im Bilde ist, welche Medizin ein frisch Eingelieferter erhält. Kein kleines Problem bisher: allein durch falsche Medikamente sterben nach Experten-Schätzungen 10.000 bis 30.000 Menschen pro Jahr in deutschen Kliniken. Aber auch Röntgenbilder, Blutgruppe etc. sind bei Bedarf griffbereit. Und es soll möglich sein, sich Rezepte digital ausstellen zu lassen und sie auch digital einzulösen.

Gibt es auch datenschutzrechtliche Bedenken?

Datenschutz ist gerade bei sensiblen Gesundheitsdaten enorm wichtig – schließlich soll der Nachbar oder ein potentieller Arbeitgeber nicht wissen, ob man sich erst neulich in psychologischer Behandlung befand etc. Entsprechend sichert das Bundesgesundheits-Ministerium auch strenge Datenschutz-Standards zu. Alles Mögliche werde getan, um die App sicher zu machen.

Einspruch kommt von den Aktivistinnen und Aktivisten des Chaos Computer Clubs. Die Hacker haben die App in ihrer Vorversion unter die Lupe genommen – und auch Sicherheitslücken festgestellt. Besonders die IT-Infrastruktur zwischen Arztpraxen, Telekommunikationsanbietern und Krankenkassen sei anfällig für Hacker-Angriffe, haben die Aktivisten bemängelt. Hier sei noch einmal darauf verwiesen, dass die Nutzung der App freiwillig ist.

Weil die Bundesregierung aber die Bedenken der Datenschützer ernst nimmt, werden viele Funktionen erst ab Januar 2022 nutzbar sein: unter anderem das digitale Bonusheft für den Zahnarzt und der Mutterschafts-Pass. Versicherte sollen nämlich die Möglichkeit erhalten, über ihr Smartphone oder Tablet für jedes in der ePA gespeicherte Dokument einzeln zu bestimmen, wer darauf zugreifen kann. Patienten können also zum Beispiel festlegen, dass eine Ärztin oder ein Arzt zwar auf die ePA zugreifen darf, dass aber bestimmte Befunde nicht angezeigt werden.

Ist die App kostenfrei?

Ein weiteres Manko gibt es aus Sicht der Versicherten: Ganz umsonst kann die App nicht genutzt werden. Denn jedes Mal, wenn ein Arzt erstmalig diese mit Daten füttert, wird eine Gebühr von zehn Euro fällig. Mit diesen Geldern soll der enorme Mehraufwand bezahlt werden, der Arztpraxen durch die App und die Technik entsteht. Denn Schnittstellen müssen kompatibel sein, die IT muss angepasst werden. Ob der Start ohne technische Probleme verlaufen wird, bleibt folglich abzuwarten.

Die privaten Krankenversicherer starten im Herbst eine neue Öffnungsaktion für beihilfeberechtigte Beamte. Davon sollen vor allem Staatsdiener mit Vorerkrankungen profitieren: Sie dürfen nicht abgelehnt werden, so verspricht aktuell der PKV-Verband.

Wer sich privat krankenversichern will, der profitiert davon, jung und gesund zu sein. Denn Vorerkrankungen werden oft mit Risikoaufschlägen oder Ausschlüssen bedacht: Das erfordert das sogenannte Äquivalenzprinzip der PKV. Stark vereinfacht besagt dieses Prinzip, dass individuelle Risikofaktoren wie Eintrittsalter, Geschlecht und Vorerkrankungen bei der Kalkulation der Prämie berücksichtigt werden müssen, weil ein Patient bzw. eine Patientin mit ungünstiger Prognose voraussichtlich stärker das Versichertenkollektiv mit Kosten belastet.

Entscheidend für die Prämie in der privaten Krankenvollversicherung ist der Gesundheits-Zustand bei Abschluss des Vertrages. Danach wird der Zustand quasi festgeschrieben und es wird keine neue Gesundheitsprüfung verlangt, sofern der Versicherte nicht zu einem anderen Anbieter wechselt. Auch deshalb lohnt es sich, möglichst zeitig einen PKV-Tarif zu wählen.

Öffnungsaktion ab 1. Oktober

Umso mehr sollten aktuell Beihilfe-Berechtigte mit Vorerkrankungen aufhorchen, die aktuell noch gesetzlich versichert sind oder bald ihren Beruf antreten werden. Denn der PKV-Verband hat eine Öffnungsaktion angekündigt. Profitieren sollen vor allem Beamtinnen und Beamte, bei denen Vorerkrankungen bestehen, die nach besagtem Äquivalenzprinzip üblicherweise hohe Risikozuschläge nach sich ziehen oder einen Versicherungsschutz sogar ganz ausschließen können. Ihnen soll der Weg zum privaten Schutz nun erleichtert werden, wie der Verband auf seiner Webseite berichtet.

Gelten soll die Sonderaktion der Privatversicherer im Zeitfenster vom 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021. “Keiner wird aus Risikogründen abgelehnt. Es gibt keine Leistungsausschlüsse. Und sollten wegen bereits bestehender Vorerkrankungen erhöhte gesundheitliche Risiken vorliegen, werden erforderliche Zuschläge auf maximal 30 Prozent des Beitrags begrenzt”, verspricht Stefan Reker, Geschäftsführer des PKV-Verbandes.

Wer mit einem Wechsel liebäugelt, sollte sich zeitig und umfangreich über die Optionen beraten lassen. Denn wichtiger noch als die Prämie ist bei Menschen mit Vorerkrankungen, dass der Versicherer für notwendige und wiederkehrende Behandlungen auch voll zahlt: Hier ist die Qualität des Tarifes entscheidender als der Preis.

Doch auch wer kein Anrecht auf Beihilfe hat, kann unter Umständen trotz Vorerkrankungen von erschwinglichen Prämien in der PKV profitieren. So lässt sich unter anderem ein Selbstbehalt vereinbaren, den viele Versicherer mit Kostenersparnis “belohnen”. Auch hier empfiehlt es sich, über die Möglichkeiten eine Expertin bzw. einen Experten zu befragen.

Organspenden retten jedes Jahr hunderte Leben in Deutschland – ganz gleich, ob ein lebender Spender für einen Angehörigen ein Organ gibt oder die Organe eines verstorbenen Unfallopfers verpflanzt werden. Ein Thema, das auch in der Coronakrise Beachtung verdient hat.

Organspenden retten Leben – das ist ein Fakt. Und auch in der Coronakrise warten viele Patientinnen und Patienten auf ein lebensrettendes Organ. Oft vergeblich, denn im internationalen Vergleich ist Deutschland noch immer eines der Schlusslichter bei der Verpflanzung von Organen. Kommen in Spanien beispielsweise laut Bundesregierung 48 Organspender auf eine Million Einwohner und in Portugal 33,6 Spender, so sind es in Deutschland nur 11,5.

Die Wichtigkeit der Organspende ist ein Grund, weshalb man auch in Corona-Zeiten sich durchaus mit dem Thema beschäftigen sollte. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten der Spende: der Lebendspende, wobei ein Organ aus dem Körper eines gesunden Menschen in den Körper eines Bedürftigen verpflanzt wird. Und die postmortale Spende, bei der ein Organ oder mehrere Organe aus dem Körper eines Verstorbenen in den eines lebenden Menschen verpflanzt werden.

Lebendspende: klare Regeln

Bei der Lebendspende gibt es strenge Regeln, die verhindern sollen, dass eine Art Organhandel entstehen kann – und eventuell die finanzielle Not von Menschen hierbei ausgenutzt wird. So darf das Organ nur zwischen zwei Personen verpflanzt werden, die miteinander verwandt sind oder sich nachweislich sehr nahe stehen. Eine finanzielle Entschädigung gibt es hierbei für den Spender nicht: Die Spende soll freiwillig nach gutem Überlegen und ohne finanzielle Anreize erfolgen.

Allerdings müssen Spender und Empfänger keine Angst haben, auf den Kosten des Eingriffes sowie eventuellen Reha-Kosten sitzenzubleiben. Sowohl die privaten als auch die gesetzlichen Versicherer haben sich verpflichtet, die Behandlungskosten zu tragen. Für Vor- und Nachbereitung des Eingriffes kommen die Versicherer ebenso auf wie für erforderliche Therapien, wenn der Eingriff Rehabilitations-Programme erfordert. Erleiden Spender bei der Organentnahme einen Gesundheitsschaden, der über den mit der Operation generell verbundenen Eingriff hinausgeht, können sie darüber hinaus laut Bundessozialgericht eine Entschädigung von der gesetzlichen Unfallversicherung verlangen (Az.: B 2 U 16/11 R).

Doch natürlich ist es eher der Normalfall, dass es den Patienten nach dem Eingriff gut ergeht. Hierfür sind auch die behandelnden Ärzte in der Pflicht. Der Bundesgerichtshof hat mit mehreren Urteilen entschieden, dass Ärzte über Chancen und Risiken der Transplantation informieren müssen. Auch müssen sie prüfen, ob die Gesundheits-Angaben und Informationen für den Spender vollständig und korrekt waren. Nur dann ist die Einwilligung in die Operation wirksam: anderenfalls müssen die Ärzte Schadensersatz leisten (Az. VI ZR 415/18, Az. VI ZR 495/16 und VI ZR 318/17).

Und natürlich ist eine Organspende auch in Corona-Zeiten möglich. Alle potentiellen Spender werden vorab ausreichend auf das Coronavirus getestet und es gelten besonders strikte Hygienemaßnahmen, wie die Deutsche Gesellschaft Organtransplantation (DSO) berichtet. “Organspender werden weiterhin gemeldet und Organtransplantationen finden weiterhin statt”, so der Verband.

Entscheidungslösung: ein Grund für niedrige Spendenzahl

Der zweite Fall der Organspende ist, wie bereits erwähnt, die postmortale Spende nach dem Tod eines Menschen. Dass in Deutschland vergleichsweise wenige Organe verpflanzt werden, liegt daran, dass bei postmortalen Spenden die sogenannte Entscheidungslösung bindend ist. Das heißt, hierzulande darf kein Organ eines Verstorbenen entnommen werden, wenn dieser nicht zu Lebzeiten seine Einwilligung erklärt hat – oder wenn nach seinem Tod nicht die Hinterbliebenen einer Entnahme zustimmen.

Dabei besteht keine Pflicht, bei diesem sensiblen Thema zustimmen oder ablehnen zu müssen: Jede mündige Person ab 16 Jahren soll selbst entscheiden dürfen, ob sie sich mit dem Thema auseinander setzt und eine entsprechende Erklärung abgibt.

Das ist in zahlreichen europäischen Staaten wie zum Beispiel Spanien anders. Dort wird die sogenannte Widerspruchslösung angewendet. Das bedeutet, jedem dürfen nach dem Tod Organe entnommen werden, der nicht ausdrücklich widersprochen hat.

Das Thema ist mit zahlreichen Tabus behaftet: Wer beschäftigt sich schon gern mit seinem eigenen Ableben? Dass eine Organspende aber eine sehr gute Entscheidung sein kann, zeigt sich daran, dass bis zu sieben Leben nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit mit einer einzigen postmortalen Spende gerettet werden können. Und der Bedarf ist groß. Laut Bundesgesundheitsministerium stehen derzeit in Deutschland 9.500 Menschen auf der Warteliste für ein lebensrettendes Organ. Das sind zehnmal mehr Personen, als Organe zur Verfügung stehen.

Dennoch: Die Spendenbereitschaft ist auch hier unter den Deutschen groß, glaubt man Umfragen. 84 Prozent stehen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, so eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Doch nur etwa 39 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis. Angst, dass einem nach einem Unfall vorschnell die Organe entnommen werden, muss man nicht haben. Erst, wenn der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) von mehreren Ärzten bestätigt wurde, ist ein solcher Eingriff erlaubt. Infomaterial über das Thema gibt es bei den Krankenversicherern und den Hausärzten: beide beraten auch dazu.

Zahnzusatzversicherungen können sich lohnen: Denn Zahnersatz ist oft sündhaft teuer. Dass viele gute Tarife im Markt sind, hat nun auch die “Stiftung Warentest” bestätigt. Von 249 getesteten Zusatzversicherungen erhielten zwei Drittel die Bewertung “sehr gut”.

Zahngesundheit ist wichtig: Und das in mehrerer Hinsicht. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen, dass der Verlust eines Zahnes oder mehrerer Zähne nicht nur das Essen erschweren kann: Je nachdem, welche davon betroffen sind. Auch das ästhetische Erscheinungsbild leidet. Mehrere Umfragen zeigen, dass Personen auch danach beurteilt werden, ob sie gepflegte Zähne haben. Mit einer Zahnlücke fällt dann nicht nur das Lächeln schwer – man riskiert auch, von den Mitmenschen vorverurteilt zu werden.

Was aber tun, wenn ein Zahn verloren geht? Gerade Kassenpatienten sehen sich dann schnell mit sehr hohen Kosten konfrontiert. Denn die Krankenkassen zahlen nur sehr geringe Zuschüsse für Zahnersatz: bei einer metallischen Brücke zum Beispiel nicht einmal 400 Euro. Wer mehrere Zähne durch ein Implantat ersetzen muss, der muss jedoch einen hohen vierstelligen, ja sogar fünfstelligen Betrag einplanen. Oft leistet die GKV weniger als 20 Prozent der entstehenden Kosten.

Hier kommen sogenannte Zahnzusatzversicherungen ins Spiel, mit denen man die finanziellen Folgen des Zahnverlustes abfedern kann. Nicht zufällig gehört diese Produktart zu den erfolgreichsten Policen der privaten Krankenversicherer. Mehr als 16 Millionen Verträge haben die Deutschen bereits abgeschlossen, um ihre Zähne zu schützen. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Kundinnen und Kunden mehr als verdoppelt.

Dass eine hohe Qualität im Markt ist, bestätigt nun auch die “Stiftung Warentest”. Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Finanztest” (Heft 6/2020) hat die Stiftung insgesamt 249 Tarife unter die Lupe genommen. Mehr als zwei Drittel wurden mit “sehr gut” bewertet.

Wenn der Versicherer Gesundheitsfragen stellt, müssen diese aber ehrlich und vollständig beantwortet werden: Sonst kann er im schlimmsten Fall eine sogenannte Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht geltend machen und im Leistungsfall eine Zahlung verweigern. Deshalb empfiehlt es sich, eine Expertin bzw. einen Experten hinzuzuziehen. Darüber hinaus enthalten auch die Verträge recht unterschiedliche Leistungen, etwa mit dem Blick auf Wartezeiten. Wie bei anderen Versicherungsarten auch, so gilt auch hier: Vertrag ist nicht gleich Vertrag. Ein Beratungsgespräch kann deshalb lohnen.

Viele Privatversicherte haben in Zeiten der Coronakrise Probleme, ihre Beiträge für die Krankenversicherung zu zahlen. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht nun vor, den Betroffenen eine erleichterte Rückkehr aus dem Basistarif in ihren vorherigen Tarif zu ermöglichen. Auf eine neue Risikoprüfung soll dann verzichtet werden.

Was tun, wenn man infolge der Coronakrise seine Beiträge zur Krankenversicherung nicht zahlen kann? Diese Frage stellen sich gerade viele Privatversicherte, sind sie doch oft als Selbstständige tätig. Also jene Gruppe, die nun besonders schwer von der Coronakrise erwischt wird: vor allem, wenn sie im Veranstaltungs-, Tourismus- oder Gastronomiebereich arbeiten. Oft sind diesen Erwerbstätigen sämtliche Einnahmen weggebrochen.

Viele Krankenversicherer versuchen bereits, den Betroffenen entgegenzukommen. So bieten einige Versicherer freiwillig an, dass ihre Kundinnen und Kunden vorübergehend in einen weniger leistungsfähigen Tarif wechseln – um dann, anders als üblich, ohne neue Risikoprüfung in den Altvertrag zurückkehren zu können. Eine andere Möglichkeit ist, die Beiträge stunden zu lassen. Das Problem: Dann müssen sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgezahlt werden. Hier empfiehlt es sich, das Gespräch mit dem Versicherer oder Vermittler zu suchen, bevor man einfach nicht zahlt.

Sozialtarife: Rückkehr in Alttarife unter Umständen schwierig

Eine weitere Möglichkeit ist, in einen der sogenannten Sozialtarife der PKV zu wechseln. Drei Tarife bietet die Branche aktuell an: den Standardtarif, den Basistarif und den Notlagentarif.

Der Standardtarif ist jener, der sich bisher am ehesten bewährt hat. Er bietet vergleichbare Leistungen wie die gesetzlichen Krankenkassen zu einem deutlich reduzierten Betrag. Zudem werden in ihm auch Alterungsrückstellungen gebildet, um Beitragssprünge im Alter abzufedern – ein Vorteil, den die anderen beiden Sozialtarife nicht haben. Das Problem ist allerdings, dass nur Versicherte vom Standardtarif Gebrauch machen können, die sich vor dem 1. Januar 2009 einer privaten Krankenversicherung angeschlossen haben. Hier appelliert der PKV-Verband aktuell an die Politik, den Standardtarif aufgrund der Pandemie für alle zu öffnen.

Der zweite Sozialtarif ist der Basistarif. Diesen gibt es seit 2009 – er verpflichtet die Privatversicherer, einen Tarif anzubieten, der -unabhängig von Vorerkrankungen und einer Risikoprüfung- allen Versicherten offen steht. Und das ist so ein bisschen das Problem dabei. Denn eine Risikokalkulation ist bei diesen Angeboten schwierig: Die Versicherer befürchten schlicht, dass viele ältere Versicherte mit Vorerkrankungen diesen wählen. Auch hier müssen die Gesellschaften vergleichbare Leistungen wie die Krankenkassen bieten.

Im Basistarif dürfen die Krankenversicherer als maximalen Beitrag nur den Höchstbetrag der gesetzlichen Krankenkassen verlangen. Aber das ist leider gar nicht so wenig: Er liegt aktuell bei circa 736 Euro. Selbst wenn der Beitrag nicht ausgereizt wird, sind diese Angebote in der Regel vergleichsweise teuer. Dennoch sollte man beim Versicherer anfragen, ob und unter welchen Umständen man sich dort versichern kann.

Gesetzentwurf der Bundesregierung: einfacheres Rückkehrrecht

In diesem Basistarif sieht die Bundesregierung nun die Lösung für jene, die von der Coronakrise betroffen sind. Ein aktueller Gesetzentwurf sieht vor, dass ein wichtiger Nachteil dieser Tarife ausgeschaltet werden soll: nämlich, dass normalerweise eine Risikoprüfung für die Rückkehr in den Alttarif vorgesehen ist, die zu Ausschlüssen und höheren Prämien führen kann. Das will die Bundesregierung nun vorübergehend korrigieren, berichtet der PKV-Verband aktuell auf seiner Webseite.

“Geplant ist, dass Versicherte, die nach dem 16. März 2020 wegen Hilfebedürftigkeit in den Basistarif wechseln, mit ihren vormals erworbenen Rechten ohne erneute Gesundheitsprüfung in ihren Ursprungstarif zurückkehren dürfen. Voraussetzung ist, dass sie die Hilfebedürftigkeit innerhalb von drei Jahren überwunden haben und innerhalb von drei Monaten nach deren Ende die Rückkehr beantragen”, schreibt der PKV-Verband.

Die Bundesregierung verweist auf die Vorteile des Basistarifes. Bei finanziell Hilfsbedürftigen werde der Beitrag halbiert – oder die Bundesagentur übernimmt gar bis zu 100 Prozent der Kosten, wenn der Betroffene auf Grundsicherung angewiesen ist. Der PKV-Verband aber fordert, auch den Standardtarif zu öffnen, da er für viele Versicherte die bessere Option wäre. Hier wird sich zeigen, wie die Politik entscheidet und ob sie einlenkt.

Notlagentarif bietet nur Akutversorgung

Der dritte Sozialtarif der PKV ist in Corona-Zeiten keine gute Lösung: der sogenannte Notlagentarif. Das ist ein Angebot für jene, die ihre Beiträge aktuell nicht zahlen können und mindestens zwei Monate im Verzug sind. Im Notlagentarif haben die Betroffenen aber nur Anspruch auf eine Notfallversorgung, etwa bei Schmerzen oder Schwangerschaft. Gerade in Coronazeiten keine gute Option. Der Beitrag ist hier immerhin auf circa 100-120 Euro begrenzt.

Bevor man in den Notlagentarif wechseln muss, empfiehlt es sich das Gespräch mit dem Versicherer und Vermittler zu suchen, um sich über Alternativen beraten zu lassen.

Um das Ansteckungsrisiko mit dem neuartigen Coronavirus zu minimieren und demnach die Ausbreitung der Krankheit zu verzögern, setzten viele Unternehmen derzeit auf Homeoffice – Telearbeit von zu Hause. Das spart die Wege zur Arbeit und zurück und reduziert die Ansteckungswahrscheinlichkeit in Unternehmen. Was aber ist mit Arztbesuchen, die im Falle verschiedener Erkrankungen ein zusätzliches und hohes Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus bedeuten können?

Auch hier wäre es in Zeiten der Pandemie geboten, unnötige Wege und insbesondere die Gefahr durch Wartezimmer zu vermeiden und neue Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Eine Lösung zur Vermeidung unnötiger Wege bei Krankheit oder bei Bedarf an medizinischen Beratungsdiensten: Die Telemedizin.

Expertengremium veröffentlicht zertifizierte Telemedizin-Anbieter

Der “Health Innovation Hub” (HIH) – das Expertengremium unter Verantwortung des Bundesgesundheitsministeriums für die Digitalisierung der Medizin – sieht in Zeiten von Coronavirus und Covid-19 die “Telemedizin als Chance” – und startet aktuell eine Kampagne für das Nutzen bereits existierender Angebote und Plattformen. So wurde auf der Webseite https://hih-2025.de/ aktuell eine Liste mit Anbietern telemedizinischer Lösungen veröffentlicht, die durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung zertifiziert wurden. Die Anbieter ermöglichen Videosprechstunden als direkte Online-Kontakte zwischen Arzt und Patient.

Wie Jörg Debatin, Leiter des Health Innovation Hub (HIH), gegenüber der Ärztezeitung äußerte, berichten die Betreiber in den letzten Tagen von Wachstumsraten über 1.000 Prozent. Denn in Zeiten der Pandemie-Angst wollen viele Menschen, die sich krank fühlen, ihren gesundheitlichen Zustand abklären lassen – ohne hierfür die Wartezimmer mit einer erhöhten Ansteckungsgefahr aufzusuchen. Gesetzlich wurde freilich erst in 2018 der Weg für derartige Angebote geebnet: über ein gelockertes Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung durch den Ärztetag. In Zeiten der Coronakrise aber zeigt sich das Potenzial dieser Entscheidung.

Telemedizin findet Eingang in die Leistungen von Versicherern und Kassen

Für Online-Sprechstunden können in der Regel Kosten bei direkter Online-Kommunikation mit einem Arzt anfallen, die auf der Webseite des HIH aufgelistet sind. Jörg Debatin aber lobt: Verschiedene Anbieter haben auf die Coronakrise reagiert und bieten aktuell auch kostenlose Beratungsdienste an. Das Potential der Telemedizin haben freilich mittlerweile auch die Krankenversicherer und -Kassen erkannt – und Tele-Dienste in den Leistungskatalog aufgenommen.

So bieten einige private Krankenversicherer, aber auch gesetzliche Kassen mittlerweile das “digitale Sprechzimmer” und Videotelefonie zur Erstdiagnose als zusätzliche Leistungen an. Zudem bestehen Möglichkeiten, über Krankenzusatzversicherungen solche Dienste dauerhaft zu erwerben. Wer hierzu Beratung braucht, für den lohnt sich der Kontakt zu einem Experten: aktuell natürlich vor allem über Telefon und Online-Kanäle.