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Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in dieser Woche die neuen Regionalklassen für 2019 bekanntgegeben. Sie entscheiden mit, wie teuer die Kfz-Versicherung im kommenden Jahr sein wird: Obwohl es sich um eine unverbindliche Empfehlung des Versicherungsverbandes handelt, orientieren sich viele Versicherer daran. Ändern werden sich die Klassen für rund elf Millionen Autofahrer.

Knapp 5,4 Millionen Autofahrer profitieren 2019 von besseren Regionalklassen. Das berichtet der Branchenverband GDV am Donnerstag in einer Pressemeldung. Die weniger gute Nachricht: Rund 5,5 Millionen Fahrer mit höheren Beiträgen in der Haftpflicht rechnen. Ihre Adressen wurden gegenüber dem Vorjahr schlechter eingestuft. Für weitere 30 Millionen Kfz-Haftpflicht-Versicherte in 295 Zulassungsbezirken bleiben die Regionalklassen des Vorjahres erhalten. Für sie ändert sich nichts.

Regionalklasse: Ein wichtiges Kfz-Risikomerkmal

Die Regionalklasse ist ein wichtiges Risikomerkmal für die Berechnung der jeweiligen Kfz-Versicherungsprämie. Der GDV gibt sie einmal im Jahr heraus, viele Versicherer orientieren sich daran. Eine niedrige Klasse bedeutet dabei, dass in einer Region wenige Schäden festgestellt werden. Insgesamt gibt es 12 Regionalklassen.

Entscheidend sind die Schadenrisiken in den 413 verschiedenen Zulassungsbezirken der Republik. Ein Vergleichsportal hat ausgerechnet, wie hoch die Unterschiede sein können. In Leer (Regionalklasse 1) ist der günstigste Tarif für einen Modellkunden (40 Jahre, Mercedes E 220 und Schadenfreiheitsklasse 20) schon für 585 Euro Jahresbeitrag zu haben. In der teuersten Regionalklasse 12, etwa in zentral gelegenen Bezirken Berlins, würde der Schutz 920 Euro pro Jahr kosten.

Grundsätzlich zeigt sich: auf dem Land sind die Regionalklassen niedriger als in der Stadt, wo es häufiger kracht und Unfallschäden zu beklagen sind. Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich weiterhin für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Uckermark ist eine Vorzeigeregion: Hier werden ein Drittel Schäden weniger gezählt als im Bundesschnitt. Hohe Regionalklassen sind hingegen in Bayern und vielen Großstädten zu beklagen. In Berlin gibt es tatsächlich die meisten Unfälle.

Kasko-Versicherung: kaum Änderungen

Für die Kaskoversicherungen ändert sich durch die aktuelle Regionalstatistik nur wenig. Knapp 35 Millionen Fahrzeuge sind in Deutschland mit einer Teil- oder Vollkasko ausgestattet. Davon rutschen 2,5 Millionen in niedrigere, knapp 2,3 Millionen in höhere Regionalklassen; für die anderen ändert sich nichts. Hier werden bei den Regionalklassen auch Kaskoschäden wie Diebstahl etc. mit eingerechnet. Während es für die Haftpflicht zwölf Regionalklassen gibt, sind es in der Vollkasko neun Regionalklassen und in der Teilkasko 16.

Allerdings sind die Regionalklassen nur ein Wert, der in die Berechnung der Kfz-Versicherung einfließt. Für die Versicherer selbst sind die Regionalklassen unverbindlich und können ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel ist dies der 1. Januar 2019. Auf der Webseite des GDV können Interessierte die jeweilige Regionalklasse ihres Bezirkes abfragen.

Wie wichtig es ist, bei der Meldung eines Schadens genaue und detaillierte Angaben zu machen, zeigt ein aktuelles Urteil des Landgerichtes in Coburg. Demnach hat ein Fahrzeughalter seinem Kaskoversicherer das Auto als gestohlen gemeldet. Weil er sich dabei aber in Widersprüche verzettelte, war die Folge eine Beweislastumkehr: Er muss nun dem Versicherer nachweisen, dass sein Auto tatsächlich entwendet wurde (AZ.: 22 O 95/1).

Wird ein Auto gestohlen, so muss der Versicherer in der Regel zahlen – sofern er dem Versicherungsnehmer nicht Ungereimtheiten nachweisen kann, die auf einen möglichen Betrug hindeuten. Doch genau das wurde einem Mann aus Bayern zum Verhängnis. Er meldete sein Auto dem Kaskoversicherer als geklaut – machte aber gegenüber Polizei und Versicherer Angaben, die sich teils deutlich widersprachen. Ein Grund, weshalb er nun leer ausgeht.

Im verhandelten Rechtsstreit verweigerte der Versicherer eine Zahlung, weil der Mann sich in Ungereimtheiten verstrickte, die gegen einen Diebstahl sprachen. So hatte er gegenüber der Polizei einen höheren Kilometerstand angegeben als beim Versicherer. Zudem hatte er das Auto kurz vorher zum Verkauf angeboten, was er gegenüber der Assekuranz ebenfalls verschwieg. Während er zunächst behauptete, keiner habe das Abstellen des Fahrzeuges beobachtet, benannte er vor Gericht zudem einen Zeugen.

Überdies hatte der Halter behauptet, den Fahrzeugbrief verloren und ohnehin nur einen Schlüssel für den Pkw besessen zu haben. Das waren nicht nur für den Kaskoversicherer zu viel Auffälligkeiten: Er beschuldigte den Mann, er habe den Wagen ins Ausland verkauft und dann als gestohlen gemeldet. Auch das Gericht bestätigte, dass der Versicherer nicht für den vermeintlichen Diebstahl aufkommen muss.

Aufgrund einer Gesamtschau der vorliegenden Indizien gebe es Zweifel an der Ehrlichkeit des Versicherungsnehmers, so bestätigten die Richter. Daher könne die eigentlich geltende Beweiserleichterung hier ausnahmsweise nicht angewendet werden. Aufgrund der vielen Widersprüche sei hier eine Beweislastumkehr eingetreten: anders als sonst üblich, muss nun der Versicherungsnehmer dem Kaskoversicherer nachweisen, dass sein Auto tatsächlich gestohlen wurde.

Der Rechtsstreit zeigt, dass Versicherungsnehmer verpflichtet sind, genaue und detaillierte Angaben zu machen, wenn sie der Versicherung einen Schaden melden. Schließlich entsteht der Branche durch Versicherungsbetrug ein jährlicher Schaden von vier Milliarden Euro, so schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Spartenübergreifend weist jede zehnte Schadensmeldung Ungereimtheiten auf. Wer mit der Meldung an den Versicherer überfordert ist, sollte sich deshalb nicht scheuen, den Rat eines Versicherungsexperten hinzuzuziehen.

Einfach mal einen anderen Fahrer ans Steuer des eigenen Autos lassen? Das kann teuer werden, wenn dann doch mal ein Schaden entsteht, denn der Fahrerkreis ist in Kfz-Versicherungen in der Regel streng eingegrenzt. Immerhin: der Schutz selbst steht nicht auf dem Spiel. Aber mehrere Versicherer berechnen nachträglich eine Strafe und kalkulieren auch den Tarif rückwirkend neu, so dass schnell mehrere tausend Euro Mehrkosten entstehen.

Wenn der Neffe zu Gast ist oder die Enkelin und sie eine Spritztour mit dem Auto unternehmen wollen, sagen viele Onkels oder Omas nicht “nein”. Und auch so mancher Freund verleiht sein Auto, wenn der beste Kumpel dieses für den Umzug benötigt. Doch mit Blick auf die Kfz-Versicherung entstehen hier schnell hohe Mehrkosten, sollte sich doch mal ein Unfall ereignen. Denn in der Regel in der Fahrerkreis sehr eingeschränkt.

Die meisten Autoversicherungen sehen vor, dass der oder die Versicherte sowie der Ehegatte bzw. Lebenspartner ans Steuer dürfen. Wird der Fahrerkreis hingegen beliebig groß gewählt oder ausgeweitet, wirkt sich das negativ auf die Versicherungsprämie aus. Schließlich steigt auch das Risiko für den Versicherer, wenn sich viele Fahrer einen Wagen teilen. Schnell muss für einen großen Fahrerkreis die doppelte Prämie gezahlt werden. Oft besteht der Versicherer auch darauf, dass weitere Fahrberechtigte im Vertrag namentlich eingetragen werden.

Baut dann der unberechtigte Fahrer einen Unfall, kann das schnell ins Portemonnaie gehen. Die gute Nachricht hierbei: Der Schutz der Kfz-Haftpflicht ist zwar weiterhin gewährleistet, auch die Absicherung eines Kaskoschadens. Aber fast alle Autoversicherer verlangen eine Vertragsstrafe, wenn unbefugt Dritte ans Steuer gelassen werden, so ergab eine Stichprobe der Zeitschrift “Finanztest” unter mehreren deutschen Gesellschaften. Schließlich gehen die Versicherer davon aus, dass derjenige absichtlich falsche Angaben im Antrag machte, um Versicherungsprämie zu sparen. Auch wird der Versicherer darauf bestehen, die Prämie rückwirkend neu zu berechnen – eben so, als wären mehrere Fahrer berechtigt gewesen den Wagen zu steuern.

Schnell können so mehrere tausend Euro Mehrkosten entstehen. Doch man kann vorbeugen. Viele Autofahrer wissen nicht, dass die Versicherer durchaus eine gewisse Kulanz zeigen, wenn ein anderer Fahrer ans Steuer soll als im Versicherungsvertrag vermerkt. Allerdings nur dann, wenn man vorher anfragt. Manchmal ist es einem “Zusatzfahrer” zum Beispiel erlaubt, an vier Tagen pro Jahr das Auto zu nutzen. In den Kfz-Policen steht davon allerdings nichts. Räumt der Versicherer eine solche Ausnahme ein, sollte man es sich schriftlich bestätigen lassen, um im Schadenfall auf der sicheren Seite zu stehen.

Problemlos ans Steuer dürfen Dritte übrigens, wenn ein Notfall vorliegt, etwa einem Fahrer auf der Autobahn plötzlich schlecht wird. Dann darf ihn der Beifahrer nach Hause bringen. Zudem gestatten einige Versicherer, dass Dritte gegen einen Prämienaufschlag kurzzeitig das Auto steuern dürfen. Auch das muss freilich zuvor angefragt werden. Darüber hinaus bieten bestimmte Kurzzeitversicherungen wie z.B. “Drittfahrerschutz” einen Grundschutz. Wer eine solche Police abschließt, erhält die Mehrkosten bis zu einem bestimmten Betrag ersetzt, wenn eine fremde Person einen Unfall verursacht.

Die Versicherungswirtschaft hat letzte Woche die Diebstahlstatistik für das Jahr 2016 vorgestellt. Und die hat es in sich: pro Tag werden in Deutschland 340 versicherte Autos geknackt. Der Gesamtschaden beziffert sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro pro Jahr.

Autodiebe haben in Deutschland nach wie vor Hochkonjunktur. Diesen bitteren Schluss lässt die aktuelle Schadenstatistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu. Demnach wurden im vergangenen Jahr 18.000 kaskoversicherte Autos in Deutschland gestohlen, was gegenüber 2015 immerhin ein Rückgang um rund acht Prozent bedeutet. Und dennoch: an einem einzigen Tag werden hierzulande 340 Autos entwendet!

Mehr Schadensaufwendungen pro Diebstahl

Ein deutlicher Aufwärtstrend ist bei den Schadenskosten pro geklautem Fahrzeug zu beobachten. Im Durchschnitt mussten die Kfz-Versicherer 2016 für ein entwendetes Auto 16.400 Euro zahlen: das sind fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Schließlich verwandeln sich die Autos auch außerhalb des Motorraums immer mehr zu wahren High-Tech-Maschinen. Fahrassistenten, Bewegungssensoren etc. treiben die Kosten pro Fahrzeug in die Höhe. Auch für den Diebstahl elektronischer Bauteile zahlten die Versicherer im Schnitt fast 500 Euro mehr als im Vorjahr: über 4.100 Euro!

Wird ein Fahrzeug entwendet, zahlt in der Regel die Teilkasko-Versicherung für den Schaden. Auch wenn Teile gestohlen werden, die fest mit dem Auto verbunden sind oder fest eingebaut, springt die Teilkasko ein: das gilt etwa für Dachgepäckträger oder die Stereoanlage. Ebenso ersetzt werden eingeschlagene Fensterscheiben. Auch wer Vollkasko-versichert ist, genießt Schutz: Hierin ist die Teilkasko eingeschlossen.

Wertgegenstände nicht im Auto lassen!

Problematisch ist es jedoch, wenn mobile Geräte oder Wertgegenstände aus dem Auto entwendet werden, etwa mobile Navis, Smartphones oder Tablets. Hierfür zahlt die Versicherung in der Regel nicht – beziehungsweise nur dann, wenn diese Leistung explizit im Vertrag genannt wird. Aber selbst in diesem Fall ist die Ersatzzahlung auf einen sehr niedrigen Betrag beschränkt.

Deshalb sollten Wertgegenstände nicht im Auto liegen gelassen werden, warnt der GDV: schon gar nicht auf dem Sitz oder in der Hutablage, so dass sie von außen gut sichtbar sind. Schließlich gilt die alte Redensart: “Gelegenheit macht Diebe”. Besonders begehrt bei den Kriminellen sind übrigens große und teure Autos wie SUV, Jeeps und Sportwagen. Hier sind oft kriminelle Banden am Werk, die die Autos auf Bestellung entwenden.

Ein Versicherungsnehmer muss seinen Kaskoversicherer rechtzeitig über den Schaden informieren. Sonst darf ihm der Kfz-Versicherer die Leistung verweigern, wie erneut ein Urteil zeigt – diesmal des Oberlandesgerichtes Hamm. Hier hatte sich ein Bummelant ganze sechs Monate Zeit gelassen, bis er sich an seine Versicherung wendete. Er geht nun leer aus.

Im verhandelten Rechtsstreit hatte ein Porsche-Fahrer aus Essen seinen Sportwagen vollkaskoversichert. Einen Tag vor dem Heiligabend 2015, so behauptete der Fahrer, habe er das Auto an der Straßenseite geparkt, wobei angeblich ein anderer Autofahrer einen großen Kratzer in die Seite fuhr.

Das Problem: Der Fahrer des Porsche meldete erst ein halbes Jahr später, nämlich im Juni 2016, seinen Schaden an den eigenen Versicherer aus Koblenz. Das begründete er damit, dass er einen Zettel des Unfallverursachers am Auto vorgefunden habe, ohne diesen entziffern zu können. Deshalb habe er ein paar Monate warten wollen, falls sich der Schadensverursacher doch noch melden sollte, was aber nicht passiert sei. In der Zwischenzeit hatte der Mann den Schaden auf eigene Kosten reparieren lassen.

Meldefrist versäumt

Vor den Richtern des Oberlandesgerichtes Hamm fand die Argumentation des Sportwagen-Fahrers aber kein Gehör. Die beklagte Versicherung sei zu keiner Leistung verpflichtet, weil der Kläger eine sogenannte vertragliche Obliegenheit verletzt habe, führte der 20. Zivilsenat aus. Der Kasko-Vertrag sah nämlich vor, dass ein Schaden am Auto innerhalb von einer Woche angemeldet werden muss.

Unerheblich sei insofern, dass es dem Kläger nach seinem Vortrag möglich erschienen sei, den Schädiger in Anspruch zu nehmen, heißt es in der Urteilsbegründung. Die Verpflichtung zur Schadensmeldung bestehe unabhängig davon, ob später tatsächlich eine Leistung des Versicherers in Anspruch genommen werde. Die Anzeigepflicht solle sicherstellen, dass dem Versicherer eigene Ermittlungen zum Unfall- oder Tathergang möglich seien. Oder anders ausgedrückt: Der Versicherer soll rechtzeitig selbst überprüfen können, wie ein Schaden sich ereignete, um gegen mögliche Betrügereien gewappnet zu sein.

Der Kläger konnte auch nicht den Nachweis erbringen, dass die Reparatur sachgemäß durchgeführt wurde, das Gutachten des Sachverständigen wies Fehler auf. Folglich muss auch die Kaskoversicherung den Schaden des Porschefahrers nicht erstatten. Hier gilt: Eine Schadensmeldung an den Versicherer muss rechtzeitig erfolgen, möglichst unverzüglich: die im Vertrag genannten Fristen sind einzuhalten. Nur dann kann sich der Versicherte sicher sein, dass die Gesellschaft auch wirklich für den Schaden einspringt (Urteil vom 21.06.2017, Az. 20 U 42/17).

Wenn Rehe und Wildschweine am Wegesrand stehen, freut sich der Mensch. Allerdings nur so lange, bis das Tier vor das Auto rennt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat am Mittwoch die Schadensbilanz der Kfz-Versicherer für Wildunfälle des Jahres 2016 veröffentlicht. Und diese ist auf einen Rekordwert gestiegen.

Noch nie waren so viele Zusammenstöße zwischen Autos und Wildtieren zu beklagen, wie die Schadensstatistik des GDV zeigt. Im vergangenen Jahr kam es rein rechnerisch täglich zu mehr als 720 Wildunfällen in Deutschland. Das sind in Summe rund 264.000 Unfälle pro Jahr, die an die Versicherer gemeldet wurden: ein Plus gegenüber 2015 von ungefähr 1.000 Zusammenstößen.

Das geht auch richtig ins Geld. Laut GDV mussten die Versicherer 2016 fast 682 Millionen Euro allein dafür aufbringen, dass ein PKW mit Wildtieren zusammenstieß. Pro Unfall sind das im Schnitt 2.582 Euro. Warum es öfters knallt, geht aus der Statistik nicht hervor. Als Ursache kann gelten, dass der Individualverkehr zunimmt und der Mensch den Tieren immer mehr Lebensraum streitig macht. Mehr als die Hälfte aller Wege (55 Prozent) legen die Bundesbürger per motorisiertem Individualverkehr (MIV) mit dem Pkw oder einem motorisierten Zweirad zurück, so berichtet das Statistische Bundesamt.

Haarwild – oder ein anderes “wildes” Tier?

Schäden mit sogenanntem Haarwild wie Rehe oder Hirsche begleicht die Kfz-Teilkaskoversicherung. Allerdings müssen hierfür bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Zum einen muss sich das Auto in Bewegung befunden haben, zum anderen muss vom Tier eine “typische Gefahr” ausgehen. Das heißt, wenn das Tier beim Zusammenstoß bereits tot war, weil ein vorheriges Auto es schon verletzt hatte, kann die Versicherung unter Umständen die Zahlung verweigern (OLG München, Az: 10 U 4630/85). Zum Haarwild nach dem Jagdgesetz zählen auch Wild­schweine, Füchse, Hasen oder Marder.

Dennoch lohnt es sich, auch über den Abschluss eines Vollkasko-Vertrages nachzudenken. Denn nicht immer ist es ein wilder Waldbewohner, der vors Auto läuft. Auch eine ausgebrochene Kuh, ein Hund oder ein großer Vogel können enormen Schaden verursachen, wenn sie im falschen Moment die Straße kreuzen. Hier ist man mit einem Vollkasko-Vertrag in der Regel auf der sicheren Seite. Auch manche Teilkasko-Versicherer haben ihre Leistungen entsprechend erweitert, aber nur, wenn das entsprechend in den Vertragsbedingungen steht. Grundsätzlich gilt: Immer im Kfz-Versicherungsvertrag nachlesen, für welche Unfälle mit Tieren der Versicherer zahlt!

Der Herbst ist auch Zeit der Wildunfälle: Sie treten umso häufiger auf, je länger dunkel ist. Wer in solch einen Unfall verwickelt wird, sollte sich eine Wildschadensbescheinigung ausstellen lassen. Sonst droht Ärger mit dem Kfz-Versicherer.

Alle zweieinhalb Minuten ereignet sich in Deutschland ein Wildunfall. Und gerade im Herbst sind Autofahrer besonders bedroht, in einen solchen verwickelt zu werden. Dann nämlich setzt nicht nur die Dämmerung zeitiger ein. Die Tiere begeben sich auch vermehrt auf Wanderschaft, weil sie ihre Futtergründe aufsuchen oder das Winterquartier, berichtet der Deutsche Jagdverband (DJV).

Wie aber sollten sich Autofahrer verhalten, wenn sie mit einem Waldtier zusammenstoßen? Fest steht: Wer sich einfach so vom Unfallort entfernt, kann Ärger mit seinem Versicherer bekommen – und dieser vielleicht sogar eine Regulierung des Schadens ablehnen.

Wildschadensbescheinigung ist sinnvoll!

Wie der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) derzeit warnt, sollten sich Autofahrer eine sogenannte Wildschadensbescheinigung ausstellen lassen, damit der Versicherer genau weiß, wann und wo sich der Unfall ereignet hat. Zuständig hierfür ist die Polizei oder lokale Forstbehörde. Nur bei Kleintieren ist eine solche Bescheinigung nicht erforderlich.

Natürlich erfordert ein Wildunfall auch eine besondere Sorgfalt an der Unfallstelle. Zunächst sollte eine Warnweste übergezogen und der Ort durch ein Warndreieck abgesichert werden – um andere Autofahrer zu warnen.

Und selbst, wenn das Tier noch so niedlich ist: man sollte ein verletztes Wildtier nicht einfach anfassen oder gar zum Tierarzt bringen wollen. Denn gerade bei einer schweren Verwundung ist nicht auszuschließen, dass es aggressiv auf den Menschen reagiert, man sich also selbst gefährdet. Der hinzugerufene Förster bzw. die Polizei werden entscheiden, was mit dem Tier geschehen soll.

Teil- oder Vollkasko?

Bezüglich des Versicherungsschutzes lohnt ein Blick in den Vertrag. Teilkasko-Versicherungen ersetzen in der Regel Unfälle mit Haarwild: wenn überhaupt. Dazu gehören beispielsweise Wildschweine oder Hirsche. Doch manche Versicherer schließen sogar das aus oder verlangen hierfür einen Zusatzbeitrag.

Die Teilkasko zahlt auch, wenn man aufgrund eines Tieres auf der Straße ausweichen musste und dabei der Unfall entstand. Allerdings muss der Fahrer dann nachweisen, dass tatsächlich ein Tier auf der Straße stand. Gerade bei kleineren Tieren empfiehlt es sich deshalb, nicht auszuweichen: so bitter das für den Tierfreund auch sein mag.

Wird der Unfall hingegen durch einen großen Vogel oder gar eine entlaufene Ziege verursacht, ist in der Regel eine Vollkasko-Police erforderlich. Hier sollte zumindest genau nachgelesen werden, was in welchem Umfang versichert ist.

Elektroautos sind in Deutschland aktuell noch ein Nischenthema. Viele Kfz-Versicherer versuchen, einen Anreiz für ökologisches Fahren zu bieten, indem sie Prämienrabatte bieten. Kommt es zu einem Unfall, verursacht vor allem die Batterie hohe Kosten.

Elektroauto statt SUV? So denken bisher nur wenige deutsche Autofahrer, wie Zahlen der Versicherungswirtschaft zeigen. Ganze 20.000 E-Autos waren zum Jahresende 2016 in Deutschland versichert, so geht aus Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Das sind magere 0,03 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge. Denn stolze 63 Millionen Autos sind auf deutschen Straßen unterwegs!

Über die Gründe für die Zurückhaltung kann nur spekuliert werden. Nach wie vor sind Elektroautos vergleichsweise teuer und die Reichweite lässt mitunter auch zu wünschen übrig. Dennoch sollte es mehr elektrische Autos geben, denkt sich auch die Versicherungswirtschaft. Und so belohnen viele Versicherer den Mut zum ökologischen Fahren mit Prämiennachlässen. Hier hilft ein Beratungsgespräch, einen geeigneten Tarif zu finden.

Wie aber wirken sich E-Autos für die Versicherungsbranche aus? Laut “Süddeutscher Zeitung” rechnen die Versicherer zum einen mit sinkenden Unfallzahlen. Die Halter verursachen ungefähr ein Viertel weniger Unfälle als bei Autos mit Verbrennungsmotoren, so die Erfahrung der Branche. Das kann aber schlichtweg auch technisch bedingt sein: Viele Fahrer würden nicht rasen und sehr zurückhaltend fahren, weil sie fürchten, dass der Akku schlapp macht.

Es gibt aber auch einen negativen Aspekt für die Versicherer. Denn E-Autos erzeugen zugleich höhere Reparaturkosten, wenn es doch mal kracht. Schuld ist unter anderem die Lithium-Ionen-Batterie. Wird diese in Mitleidenschaft gezogen, liegt schnell ein Totalschaden vor. Auch die Ladesteckdose trägt dazu bei, ist sie doch meist vorn am Auto platziert. Und dann wird ein Auffahrunfall schnell teuer, weil eben die gesamte Technik Schaden nimmt.

Diskutiert wird in Deutschland aktuell auch darüber, ob ein E-Auto wirklich ökologischer ist als Benzin und Diesel. Schließlich muss es auch irgendwie mit Energie versorgt werden – im Zweifel durch Strom aus dem Kohlekraftwerk. Und die Autos haben bei der Herstellung einen höheren Energiebedarf. Mehrere Studien, unter anderem vom Frauenhofer Institut Stuttgart, haben gezeigt, dass es bei dieser Frage auch auf das Nutzungsverhalten des Fahrers ankommt. Wird das Auto oft in der Stadt und für kleine Strecken gebraucht, sei Elektro tatsächlich ökologischer.

Wer ein Auto neu zulässt, benötigt in Deutschland eine sogenannte eVB-Nummer, um das Gefährt von A nach B zu transportieren. Mit der Elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB) soll sichergestellt sein, dass das Auto auch vor Beginn der Zulassung einen Versicherungsschutz hat. Aber dabei gibt es einiges zu beachten, denn nicht immer ist ein Kaskoschutz inkludiert.

Wenn jemand in Deutschland einen Neuwagen kauft, einen Gebrauchtwagen ummeldet oder ein stillgelegtes Fahrzeug wieder anmelden will, braucht er in der Regel eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB). Selbst für Kurzkennzeichen oder die nachträgliche Änderung eines Saisonkennzeichens ist diese Nummer erforderlich, die aus sieben Zahlen und Buchstaben besteht. Die eVB ist ab Abschluss über einen begrenzten Zeitraum hinweg gültig: Üblich sind hierbei 30 Tage.

Eine entsprechende Nummer bekommt man ganz einfach auf Anfrage bei den Kfz-Versicherern oder einem Vermittler. Die Anfrage ist mittlerweile bei vielen Versicherern online und per App möglich, die Nummer ist dann sofort gültig. Ein deutlicher Vorteil gegenüber der früheren Doppelkarte, die lange Zeit dazu diente, auf der Zulassungsstelle eine Kfz-Haftpflicht nachzuweisen. Heute muss der Halter nicht mehr warten, bis das Dokument per Post an die Zulassungsstelle geschickt wurde, sondern kann das Auto mit der eVB sofort anmelden.

Vorsicht: Kaskoschutz eingeschlossen?

Gerade die Tatsache, dass man eine eVB leicht und problemlos bekommt, kann sich aber als heimtückisch entpuppen. Denn eVB-Nummer ist nicht gleich eVB-Nummer! Zwar beinhaltet jeder entsprechende Vertrag einen Kfz-Haftpflichtschutz. Aber es gibt tatsächlich Angebote, die nur eine eingeschränkte Kaskoversicherung bieten. Die Konsequenzen können bitter sein. Wenn der Fahrer bei der Überführung des Wagens einen selbstverschuldeten Unfall baut, kann es passieren, dass er den Schaden am eigenen Fahrzeug nicht ersetzt bekommt.

Vergleicht man die unterschiedlichen Bedingungen, die Gesellschaften an die Herausgabe einer eVB-Nummer knüpfen, dann muss man sich die Frage stellen, wann der Kunde überhaupt eine Deckung bei einem Kaskoschaden hat. So machen es einige Versicherer zur Bedingung für den Kaskoschutz, dass der Versicherungsnehmer nicht mehr als einen Teilkaskoschaden in den letzten Jahren hatte und die Typklasse nicht größer als 30 sein darf. Ein teurer Sportwagen, der statistisch oft in Unfälle verwickelt ist, genießt dann unter Umständen keinen Schutz. Manche Versicherer schreiben auch eine Selbstbeteiligung für die Kasko fest. Details, über die sich ein angehender Fahrzeughalter informieren sollte!

Denn krachen kann es schnell. Das Unfallrisiko bei Überführungen besteht nicht nur auf längeren Strecken, etwa wenn man ein Auto aus einer anderen Stadt abholt. Schon bei kurzen Distanzen bedeuten selbstverschuldete Unfälle ein Risiko. Schließlich ist das Auto neu und ungewohnt, so dass sich ein Fahrer schnell ablenken lässt. Und schon hat man beim Ausparken einen anderen PKW übersehen, weil man sich noch mit den Bedienelementen des Cockpits vertraut machen musste oder der Spiegel falsch eingestellt war. Hier hilft ein Beratungsgespräch, sich über eVB-Nummern kundig zu machen.

Die jährlich ermittelten Regionalklassen haben Einfluss auf die Prämien in der Kfz-Versicherung: Wenn es in einem Zulassungsbezirk oft kracht oder viele Autos entwendet werden, müssen Autofahrer auch mehr zahlen. Für das neue Jahr aber kann der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Positives berichten. 5,5 Millionen Autofahrer profitieren von einer besseren Einstufung.

Die Regionalstatistik des GDV, ermittelt anhand der Schadensbilanz aller 413 Zulassungsbezirke in Deutschland, hat auch Auswirkungen auf die Kfz-Prämien, die Kunden zahlen müssen. Zwar ist die Statistik unverbindlich für Versicherer. Aber sie kann ab Bekanntgabe auf alle Neuverträge und Bestands-Policen zur Hauptfälligkeit angewendet werden. Als Faustregel gilt: Je niedriger die Regionalklasse, desto niedriger der potentielle Versicherungsbeitrag. Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Vollkasko 9 und für die Teilkasko 16 Klassen.

Wenn es in Regionen oft kracht und zu Unfällen kommt, kann dort die Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherung teurer werden. Einen Einfluss auf die Kasko-Regionalklassen haben auch Autodiebstähle, Unwetterschäden an Fahrzeugen und andere Schadenskosten. Freilich fließen bei der Kalkulation der Kfz-Prämien noch andere Werte ein, etwa der Typ des Autos sowie individuelle Faktoren wie die Fahrerfahrung, das Alter und die Unfallbiographie eines Versicherungsnehmers.

Kfz-Haftpflicht: 5,5 Millionen Autofahrer profitieren von niedrigerer Regionalklasse

Am Mittwoch hat der Versicherungs-Dachverband GDV nun die neuen Regionalklassen bekanntgegeben. Und eine positive Nachricht: Knapp 5,5 Millionen Autofahrer in 67 Bezirken profitieren in der Kfz-Haftpflichtversicherung von besseren Einstufungen.

Allerdings werden auch 41 Bezirke heraufgestuft: Hier müssen 3,6 Millionen Fahrer höhere Preise fürchten. Für die meisten Autofahrer ändert sich jedoch gar nichts. In 305 Bezirken bzw. für 31 Millionen Haftpflichtversicherte bleibt die Regionalklasse stabil.

Hohe Regionalklassen – und damit potentiell höhere Haftpflichtprämien – gelten vor allem für die Autofahrer in Großstädten und in Teilen Bayerns. Hingegen ist es im Norden der Republik vergleichsweise günstig, weil hier wenige Unfälle passieren.

In der Kaskoversicherung ändert sich gegenüber dem Vorjahr hingegen wenig. Für knapp 29 Millionen der 34 Millionen Teil- und Vollkaskoversicherten bleibt alles beim Alten. 2,8 Millionen Kaskoversicherte rutschen in niedrigere, rund 2,6 Millionen in höhere Regionalklassen. Wer sich konkret über die Regionalklassen seines Zulassungskreises informieren will, findet die Daten auf der Webseite des GDV.