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Für die KFZ-Versicherung gilt: “Alter kostet”! Denn das Alter wirkt sich verteuernd auf die jährliche Prämie für die KFZ-Versicherung aus. Das zeigte letztjährig unter anderem die Studie eines Fachmagazins: Vergleicht man Angebote von 25 KFZ-Tarifen, zahlt ein 67-Jähriger für exakt den gleichen Tarif im Durchschnitt 196,96 Euro Euro jährlich mehr als ein 35-Jähriger. Und ein 85-Jähriger wird sogar mit durchschnittlich 1.232,27 Euro jährlich mehr zur Kasse gebeten – für exakt den gleichen Tarif.

Diese Kalkulationspraxis der KFZ-Versicherer zog schon länger die Kritik von Betroffenen und Interessenverbänden auf sich. So sammelte zum Beispiel das Büro gegen Altersdiskriminierung in Köln unzählige Beschwerden, in denen sich Seniorinnen und Senioren über die “Abzocke” beschwerten. Der Verdacht: Versicherer diskriminieren Autofahrer*innen nur aufgrund des Alters.

BaFin prüft Verdacht der Altersdiskriminierung

Altersdiskriminierung aber gilt in Deutschland schon längst nicht mehr als Kavaliersdelikt – mit dem sogenannten “Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)” gab der Gesetzgeber in 2006 den Betroffenen ein Gesetzeswerk in die Hand, sich unter anderem gegen eine solche Diskriminierung zu wehren. Und die Vorwürfe aufgrund der verteuerten “Seniorentarife” der KFZ-Versicherer riefen nun auch Deutschlands oberste Finanzbehörde auf den Plan: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überprüfte nun, ob teure Seniorentarife mit bestehendem Recht vereinbar sind.

Alterszuschläge kosten, Schadenfreiheitsrabatt gleicht aus

Vorausgesetzt werden muss für diese BaFin Prüfung: Das “Nutzeralter” wirkt sich als ein Faktor auf die Prämien- und damit die Risikokalkulation aus. Andere Faktoren sind zum Beispiel die Typklasse des Wagens, der Nutzerkreis oder das Alter des Fahrzeugs bei Erwerb.

Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik ab einem Alter von 68 Jahren – ab diesem Alter verteuern sich viele Jahresprämien nur aufgrund des Alters. Allerdings gibt es auch vom Alter zunächst unabhängige Faktoren, die dennoch dazu führen, dass Ältere im Durchschnitt weniger für ihre Prämie bezahlen müssen. Hierzu zählt die Anzahl schadenfreier Jahre des Versicherungsnehmers. Und die Debatte um Altersdiskriminierung durch teure Seniorentarife dreht sich wesentlich um die Frage, ob solche ausgleichenden Faktoren den Altersaufschlag rechtfertigen.

Ältere: verursachen durchschnittlich mehr Haftpflicht- und Kaskoschäden

Zunächst aber geht es darum, wie Versicherer den Alterszuschlag auf die Prämie begründen. Dies ergibt sich aus der Unfallstatistik als Bestandteil der Risikokalkulation. Denn zwar trifft das Vorurteil nicht zu, dass ältere Autofahrer mehr Unfälle bauen als jüngere Autofahrer. Allerdings gelten ältere Fahrer häufiger als Hauptverursacher des Unfalls und verursachen so – zum Beispiel durch Vorfahrtsfehler – überdurchschnittlich viele Haftpflicht- und Kaskoschäden.

Deswegen wirkt sich das Faktor “Alter” direkt auf die Prämienhöhe aus: Die Versicherer definieren Altersgrenzen, bei deren Überschreiten die Prämien teurer werden. Weil insbesondere Fahrer ab 70 Jahren überdurchschnittlich häufig als Hauptverursacher eines Unfalls gelten, wird von vielen Versicherern ab 68 Jahren ein erster Zuschlag verlangt.

Allerdings geht aus Berichten der Verkehrswacht zugleich hervor: Senioren verursachen seltener als im Bevölkerungsschnitt Unfälle durch zu schnelles Fahren. Auch ein zu geringer Abstand und falsches Verhalten gegenüber Fußgängern seien selten Unfallursache. Die nachlassende Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit gleichen ältere Menschen also durch vorsichtige Fahrweise oft aus – eine Tatsache, die von Kritikern oft gegen die Seniorenzuschläge ins Feld geführt wird.

Schadenfreiheitsrabatte: Oft zahlen Ältere doch (etwas) weniger

Die Debatte um die Altersdiskriminierung dreht sich nun wesentlich um die Frage, wie indirekte Faktoren auf die Prämienhöhe im Alter ausgleichend wirken. Denn es gibt einen indirekten Zusammenhang zwischen dem ” Belohnsystem” der Schadenfreiheitsrabatte und dem Alter eines Versicherungsnehmers.

Werden KFZ-Versicherte doch belohnt, je länger sie unfallfrei fahren. Bleibt der Vertrag jahrelang unfallfrei, profitiert der Versicherungsnehmer über einen Schadenfreiheitsrabatt, der seinen individuellen Beitrag senkt. Diese Tatsache wirkt sich oft zugunsten Älterer aus, obwohl der Zusammenhang keineswegs zwingend besteht. Denn “belohnt” durch die Rabatte wird nicht das Alter, sondern das unfallfreie Fahren.

Jüngere Autofahrer: Einstieg in die KFZ-Versicherung oft teuer

Dass man dennoch den Zusammenhang zwischen Alter und Rabattsystem nicht leugnen kann, wird am anschaulichsten an den jüngeren Autofahrerinnen und Autofahrern, die zunächst einen Nachteil in Kauf nehmen müssen: Sie können durch fehlende Fahrpraxis noch gar kein unfallfreies Fahren vorweisen. Deswegen ist der Erst-Einstieg in die KFZ-Versicherung oft vergleichsweise teuer. Ältere Autofahrerinnen und Autofahrer hingegen profitieren von den oft höheren Schadenfreiheitsklassen und zahlen demnach deutlich weniger.

Freilich: Das gilt nur bei unfallfreiem Fahren, weswegen die Rabatte nicht direkt mit dem Alter zusammenhängen – bei gleichem Schadenfreiheitsrabatt ist die Prämie im Alter teurer. Aber doch könnte man mit den KFZ-Versicherern argumentieren, dass sich der Risikofaktor “Alter” über das Belohnsystem der Schadenfreiheitsrabatte abschwächt.

Dieses Argument wird auch ersichtlich an einer Beispielrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Zahlt ein Fahrer im Alter von 45 Jahren – mit Schadenfreiheitsklasse 15 – einen fiktiven Versicherungsbeitrag von 252 Euro, würde er mit 75 Jahren für die gleiche Schadenfreiheitsklasse 456 Euro (+81 Prozent) zahlen. Eine solche Vorstellung aber ist deswegen für viele Fahrer schier unrealistisch, weil sie von der Fahrpraxis profitieren. Wenn ein Autofahrer aufgrund seines unfallfreien Fahrens mit 75 Jahren die Schadenfreiheitsklasse 35 erreicht hat, so zahlt er nur 295 Euro (+17 Prozent): Immer noch mehr, aber der Seniorentarif hat sich wesentlich “abgemildert” durch das Belohnsystem der Schadenfreiheitsrabatte.

BaFin hält Praxis für rechtskonform

Wie aber bewertet die BaFin nun in ihrer aktuellen Untersuchung die Seniorenzuschläge? Aus Sicht von Deutschlands oberster Prüfbehörde ist die Praxis rechtskonform. Denn Paragraph 20 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes definiert eine “zulässige unterschiedliche Behandlung”, sobald ein sachlicher Grund vorliegt. Der sachliche Grund ergibt sich aus der Statistik der Versicherer – erhoben zum Beispiel durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Erlaubt doch der maßgebende Paragraph eine “unterschiedliche Behandlung”, sobald diese Ungleichbehandlung auf einer versicherungsmathematisch ermittelten Risikobewertung unter Heranziehung statistischer Erhebungen beruht. Weil die GDV-Statistik laut BaFin zeigt, dass die durchschnittliche Schadenhäufigkeit bei älteren Personen steigt, sind Alterszuschläge auch im Sinne des Gesetzes.

Die BaFin verweist in diesem Kontext ebenfalls auf die mildernde Wirkung des Schadenfreiheitsrabatts. Denn bei einem signifikanten Anteil der untersuchten Versicherten hätten selbst ältere Versicherungsnehmer bis unter 79 Jahren eine niedrigere durchschnittliche Prämie zu zahlen als etwa die 27- bis 41-jährigen Versicherungsnehmer. Durch die Schadenfreiheitsklasse werde also die Prämienbelastung im Alter “nicht unerheblich gedämpft”. Ergebnisse der Untersuchung sollen in einem kommenden BaFin-Journal veröffentlicht werden.

Wenn man als Dritter einen Schaden durch ein Kraftfahrzeug erleidet, muss in der Regel dessen KFZ-Haftpflicht leisten. Das gilt laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG) für alle Schäden, die “bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs” entstanden sind. Weil die KFZ-Haftpflicht gemäß Pflichtversicherungsgesetz eine Pflichtversicherung darstellt, kann man über den sogenannten “Direktanspruch” den Schaden vor Gericht sogar direkt gegenüber dem Versicherer statt gegenüber dem Schadenverursacher geltend machen. Greift aber die KFZ-Haftpflicht eines Dritten auch, wenn Ursache des Schadens kein fahrendes, sondern ein geparktes Auto ist? Hierzu musste im Dezember des vorigen Jahres das Landgericht (LG) Saarbrücken ein Urteil fällen (Az.: 13 S 177/19).

Heißer Grill als Verhängnis zweier parkender KFZ

Grund des Rechtsstreits zwischen einem Geschädigten und einem KFZ-Versicherer war ein Nachbar-PKW, der Feuer fing und in der Folge auch den PKW des Geschädigten in Flammen setzte. Ein anderer PKW-Fahrer nämlich hatte, etwa 20 Minuten zuvor, seinen Wagen unbemerkt über einem nicht abgekühlten Holzkohlegrill geparkt. Das freilich ahnte der Geschädigte nicht und parkte trotz der Gefahrenlage daneben. Als sich der Geschädigte entfernte, fing der Nachbarwagen Feuer und setzte auch seinen Wagen in Brand. Beide KFZ brannten in der Folge völlig aus.

Nun wollte der Geschädigte von der KFZ-Versicherung seines Nebenmannes den Totalschaden des eigenen Wagens ersetzt haben. Hatte der Nachbar-PKW doch zuerst Feuer gefangen. Der Versicherer aber meinte, er stehe aufgrund eines geparkten Autos in keinerlei Einstandspflicht. Müsse der Versicherer doch nur für Autos “in Betrieb” leisten – und zwischen dem Abstellen des Wagens und dem entstehenden Brand hätten immerhin mehr als 20 Minuten gelegen.

Versicherer muss auch bei zeitlicher Verzögerung zwischen Ursache und Wirkung leisten

Der Geschädigte freilich wollte sich damit nicht zufrieden geben – und klagte auf Schadenersatz. Das Landgericht Saarbrücken gab ihm nun in zweiter Instanz recht. Denn zwar muss die Schadensursache in einem nahen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einem bestimmten Betriebsvorgang stehen: Ein Zusammenhang zwischen dem Abstellen des PKW und des später entstehenden Brands muss gegeben sein. Jedoch: Dies führt nicht zu dem Schluss, dass der Versicherer bei einer zeitlichen Verzögerung zwischen Ursache und Wirkung nicht leisten muss.

Will der Gesetzgeber laut Gericht doch alle durch den Kraftfahrzeugverkehr beeinflussten Schadensabläufe mit der Haftpflicht erfassen. Die Formulierung “bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs” ist laut Landgericht demnach weit auszulegen.

Einstandspflicht mitunter sogar nach eineinhalb Tagen

Für die Begründung verwies das Landgericht auch auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH). Demnach steht ein Versicherer sogar dann in der Einstandspflicht, wenn zwischen der Schadenursache und dem Schaden eineinhalb Tage liegen (Az. VI ZR 236/18). Der Kurzschluss einer nicht abgeklemmten Autobatterie hatte hier, eineinhalb Tage nach dem verursachenden Unfall des Wagens, zu einem Schaden an jenem Gebäude geführt, in dem der Wagen abgestellt war.

Die Coronakrise hat tatsächlich auch positive Effekte. Die Kfz-Versicherer berichten, dass sie im März deutlich weniger Unfälle auf deutschen Straßen beobachtet haben. Einige haben bereits angekündigt, dies bei den Prämien positiv zu berücksichtigen.

Der Lockdown Mitte März infolge der Coronakrise brachte Deutschland und Europa zum Stillstand. Für viele Menschen sind damit existentielle Sorgen und Ängste verbunden – auch wenn die Einschränkungen schrittweise gelockert wurden. In diesen Zeiten sind positive Nachrichten umso mehr willkommen. Und tatsächlich haben die Kfz-Versicherer Positives zu berichten.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, sind den Autoversicherern zwischen Mitte März und Ende April deutlich weniger Unfälle gemeldet wurden. Verwunderlich ist das nur bedingt. Viele Menschen arbeiteten im Home Office, das öffentliche Leben war stark eingeschränkt. Entsprechend waren auch weniger Menschen im Straßenverkehr unterwegs.

Hierbei ist aber zu differenzieren, wie laut dpa Zahlen der deutschen Luftrettung zeigten (DRF). Während im April PKW-Unfälle und Unfälle mit Fußgängern im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent zurückgingen, Unfälle mit motorisierten Zweirädern noch um rund 20 Prozent, schossen zugleich die Fahrradunfälle in die Höhe: hier ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 75 Prozent zu beobachten! Ein Indiz dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger aus Angst vor Ansteckung den öffentlichen Nahverkehr mieden und sich stattdessen auf den Drahtesel schwangen. Diese Zahlen betreffen – wie gesagt – die Luftrettung, zumeist mit Hubschrauber.

Allerdings zeigt sich auch bereits, dass die aktuelle Situation nicht von Dauer ist. Denn der Verkehr nimmt bereits wieder deutlich zu. Ein großer Automobilclub zählte am letzten Montag des Monats März 467 Staus auf deutschen Autobahnen, am letzten Montag im April waren es bereits wieder 906 Staus. Trotzdem haben einige große Kfz-Versicherer schon angekündigt, weniger gefahrene Kilometer und weniger Unfälle im Sinne ihrer Kunden auch bei den Prämien zu berücksichtigen: ohne bereits genauere Details zu nennen. Hier gilt es, die Entwicklung im Auge zu behalten.

Deutschland gilt der Versicherungswirtschaft mittlerweile auch als Land für Extremwetter. Denn Sturm und Hagel, aber auch Starkregen und Hochwasser schlagen sich jährlich bitter in den Bilanzen der Versicherungsunternehmen nieder. Aktuelle Zahlen hierfür präsentierte nun der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Presseerklärung.

Demnach fällt die Naturgefahrenbilanz 2019 zwar erneut, wie schon im Vorjahr, leicht unterdurchschnittlich aus. Dennoch verharren Aufwendungen für Unwetterschäden auf hohem Niveau. Bitter litten besonders die Kfz-Versicherer in 2019. Denn Leistungen für Sturm- und Hagelschäden an Kraftfahrzeugen haben sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Die Zahlen der Naturgefahrenbilanz 2019 gemahnen an eine Überprüfung des Versicherungsschutzes für Gebäude, Hausrat und Auto.

Naturgefahrenbilanz 2019: Extremwetter verursachen erneut hohe Schäden

Laut den ersten Zahlen der Naturgefahrenbilanz deutscher Versicherer sind Schadenaufwendungen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt leicht zurückgegangen. Denn ergibt sich für Unwetter ein langjähriger Durchschnitt von jährlich rund 3,7 Milliarden Euro, lag er in 2019 bei 3,2 Milliarden Euro und damit beim gleichen Wert wie in 2018. Somit mussten Versicherer, wie bereits in 2018, diese Summe zahlen für alle versicherte Schäden an Häusern, Hausrat, Industrie und Kraftfahrzeugen, die durch Unwetter verursacht wurden. Die aktuellen Zahlen sind noch vorläufig.

Dass der Wert leicht unter dem langjährigen Durchschnitt lag, sollte laut GDV-Präsident Wolfgang Weiler jedoch nicht zu falschen Schlussfolgerungen führen. Denn die Bilanz dürfe “nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer wieder heftige lokale Regenfälle mit hohen Schäden” auch in 2019 gab. Die Gefahr ist also ungebrochen hoch, durch extreme Wettererscheinungen einen hohen Schaden zu erleiden.

Eine Branche traf es sogar besonders bitter. Denn im Vergleich zum vergangenen Jahr haben sich Leistungen für Unwetterschäden an Kraftfahrzeugen nahezu verdoppelt. Eine Milliarde Euro kostete das Begleichen aller versicherten Kfz-Schäden in 2019. Ein Grund für diesen Anstieg sind Unwetterserien wie der Hagel zu Pfingsten, der allein schon mit rund 350 Millionen Euro negativ zu Buche stand. Stürme wie “Dragi” und “Eberhard” tragen das ihre zu der hohen Schadenbilanz bei.

Versicherungsschutz: Auch für Elementarschäden wichtig

Welche Versicherung aber zahlt bei Unwetterschäden? Diese Frage kann dazu dienen, den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen. Denn nicht alle Unwettergefahren sind durch herkömmliche Policen abgedeckt. Es lohnt also, genauer hinzusehen.

So gilt zum Beispiel für die Kfz-Versicherung: Zwar sind Unwetterschäden am Auto durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt, wenn sie durch Sturm, Hagel oder Blitzeinschlag verursacht werden. Seltenere Naturgefahren wie Erdrutsch oder Schneedruck jedoch fallen meist nicht unter die Deckung. Der GDV empfiehlt folglich, sich über einen erweiterten Naturgefahrenschutz beim Kfz-Versicherer zu informieren.

Noch wichtiger ist es, Unwetterschäden am Gebäude richtig abzusichern. Denn zwar kommt die Wohngebäudeversicherung für Schäden durch Hagel oder Blitzschlag oder durch Sturmschäden ab Windstärke 8 auf. Schäden durch Hochwasser oder durch Starkregen allerdings sind nicht durch eine gewöhnliche Wohngebäudeversicherung erfasst. Geschützt sind Mieter und Eigentümer vor solchen Schäden nur über die sogenannte Elementarschadenversicherung (oft auch “Naturgefahrenversicherung”), die als eigenständiger Vertrag oder Zusatzbaustein zu einer Wohngebäude-Police erhältlich ist.

Doch auch für den Hausrat gilt: Nur ein ungenügender Teil der Schäden am Inventar eines Hauses nach einem Unwetter wird durch die Hausratversicherung erfasst. Dieser Einwand gilt immer dann, wenn die Police über keinen notwendigen Elementarversicherungsschutz verfügt – auch hier drohen Unwetterschäden, die nicht durch die Versicherung beglichen werden. Wer nicht weiß, ob er über genügend Versicherungsschutz gegen sich mehrende Unwetter-Ereignisse verfügt, sollte dringend Rat bei einem Experten suchen.

Das Jahresende rückt näher. Das bedeutet für viele Autofahrer: Mit Kündigungsstichtag zum 30. November endet entweder zum Jahresende der Vertrag für die Kfz-Versicherung (und endet damit die Kfz-Wechselsaison). Oder der Vertrag läuft, falls eine Kündigung unterblieb, zu Beginn des neuen Jahres weiter. Ein Weiterlaufen bedeutet aber auch oft: Neue Konditionen werden fällig. Aktuell warnt die Münchener Boulevardzeitung tz, auf versteckte Beitragserhöhungen zu achten.

Kommt es zu solchen Beitragserhöhungen, gilt das Sonderkündigungsrecht – der Vertrag kann dann auch über den 30. November hinaus noch gekündigt werden und die Wechselsaison verlängert sich für Betroffene. Wichtig aber ist: Vor einem solchen Schritt sollte man überprüfen, ob man mit einem Wechsel des Vertrags tatsächlich günstiger kommt.

Viele Versicherungsnehmer bemerken Beitragserhöhung nicht

Zunächst klärt das Blatt auf: Viele Versicherungsnehmer bemerken ihre Beitragserhöhung nicht. Grund ist der Schadenfreiheitsrabatt als Belohnung für unfallfreies Fahren. Denn jedes Jahr unfallfreies Fahren sichert einem Versicherungsnehmer eine bessere Schadenfreiheitsklasse (SF) – und sichert damit einen bestimmten Prozentsatz als Rabatt.

Die Einstufung in eine bessere Schadenfreiheitsklasse erfolgt ebenfalls zum Beginn des neuen Versicherungsjahres und damit zumeist zum 1. Januar. Wird nun aber ein Autofahrer durch den Schadenfreiheitsrabatt belohnt und muss er in der Folge weniger für seine Kfz-Versicherung zahlen, fällt ihm oft gar nicht auf, dass sich der Beitrag dennoch erhöht hat.

Die tz rät folglich, den Vergleichsbetrag in der Rechnung zu prüfen. Gemeint ist eine Angabe, mit der Versicherer ausweisen müssen: Auf welche Höhe sinkt der bisherige Beitrag aufgrund der verbesserten SF-Klasse. Ist der Rechnungsbetrag nun höher als der Vergleichsbetrag, hat es meist eine versteckte Beitragserhöhung gegeben.

Versteckte Beitragserhöhung ermöglicht Sonderkündigungsrecht

Wurde der Versicherungsbeitrag tatsächlich erhöht, greift das Sonderkündigungsrecht. Hierüber informiert der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft auf seiner Verbraucherseite: Unabhängig von der Laufzeit kann der Versicherungsvertrag bei Prämienerhöhung gekündigt werden. Jedoch muss die Kündigung mit einmonatiger Frist erfolgen ab Zugang der Mitteilung – in diesem Falle ab Zugang der Rechnung. Die Kündigung ist laut GDV sofort wirksam, frühestens jedoch zu dem Zeitpunkt, zu dem die Erhöhung wirksam geworden wäre.

Wechsel der Kfz-Versicherung… will gut geprüft sein

Wer aber nach einer versteckten Beitragserhöhung eine Kündigung plant, um durch Wechsel seiner Kfz-Versicherung Geld zu sparen, der solle sehr genau prüfen, ob er am Ende nicht doch teurer kommt. Denn günstigere Prämien bedeuten nicht automatisch den gleichen Leistungsumfang. Das wird insbesondere beim Schadenfreiheitsrabatt deutlich.

Zwar gilt in der Regel: Mit den Schadenfreiheitsklassen können Prozente des Schadenfreiheitsrabatts zum neuen Versicherer mitgenommen werden. Das wäre auf einfachem Wege möglich aufgrund des so genannten Versichererwechselbescheinigungsverfahrens (VWB-Verfahren), wie der GDV informiert: Versicherer gleichen die Daten elektronisch ab. Jedoch: Baut ein Versicherungsnehmer einen Unfall, können sich Bedingungen der Tarife unterscheiden. Sobald nämlich ein Autofahrer einen Unfall selbst verursacht hat, stuft ihn der Versicherer in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse zurück.

Ungünstige Rückstufungen können Tarif verteuern

Das Problem ist nun: manche Versicherer stufen einen Fahrer nicht um eine Schadenfreiheitsklasse zurück, sondern gleich um mehrere SF-Klassen. So gibt es Anbieter, die bei einem Unfall den Unfallverursacher von SF-Klasse 15 um acht oder neun Schadenfreiheitsklassen zurückstufen auf SF-Klasse 7 oder gar SF-Klasse 6. Dann dauert es auch wieder mehrere Jahre, bis die alte Klasse erreicht ist. Laut einer Studie der Zeitschrift “Finanztest” können sich die Mehrkosten für den Autofahrer nach einem Unfall dadurch auf mehrere tausend Euro summieren.

Die scheinbar günstigere Versicherung kann sich demnach aufgrund eines Unfalls schnell als der wesentlich teurere Tarif entpuppen. Aus diesem Grund sollten Vertragsbedingungen der Kfz-Versicherung vor einem Wechsel sehr genau geprüft werden. Denn nicht nur die Prämienhöhe, auch der Leistungsumfang einer Police ist entscheidend. Mitunter lohnt da guter Rat von einem Experten.

Ist schon wieder Zeit für die Winterreifen? Die Antwort lautet: jein. Denn ein konkretes Datum, wann die Pneus spätestens aufgezogen werden müssen, gibt es in Deutschland nicht.

Von Oktober bis Ostern – so die bekannte “O bis O-Regel” – sollten Autofahrer mit Winterreifen fahren. Zwar gibt es in Deutschland keine an ein bestimmtes Datum geknüpfte, sondern nur eine “situative Winterreifenpflicht”: Winterreifen sind nur nötig bei winterlichen Straßenverhältnissen.

Weil sich der Oktober 2019 in Deutschland auffallend mild gab, brauchte man an den Reifenwechsel vielerorts noch nicht zu denken. Jedoch: Tage werden nun kürzer und Nächte immer kälter, winterliche Straßenverhältnisse damit also immer wahrscheinlicher. Und das bedeutet: Die Zeit für die Winterreifen ist nun gekommen.

Denn sollte es der Wintereinbruch plötzlich doch überraschend eilig haben, drohen bei Verschlafen des Reifenwechsels nicht nur ernste Folgen durch einen Unfall. Zugleich kann man durch die Kfz-Haftpflichtversicherung teilweise in Regress genommen werden und riskiert einen Teil des Versicherungsschutzes für die Voll- oder auch Teilkaskoversicherung.

Neureifen: Tauglich nur mit Alpine-Symbol

Wichtig ist, bei Neukauf der Reifen auf das sogenannten Alpine-Symbol zu achten – nur Reifen mit diesem Symbol erfüllen noch die technischen Anforderungen des Gesetzgebers seit einer Gesetzreform in 2017. Allerdings gibt es eine Übergangsfrist. Reifen mit dem M+S-Symbol (“Matsch und Schnee”) – zuvor noch Ausweis technischer Standards – dürfen bei Fehlen des Alpine-Symbols nur noch bis zum 30.09.2024 gefahren werden. Das trifft jedoch nur dann zu, wenn diese Reifen auch vor 2018 hergestellt wurden. Ist dies nicht der Fall, erfüllen die Reifen nicht die Anforderungen an die “situative Winterreifenpflicht” – und werden rechtlich wie Sommerreifen gewertet.

Auch Allwetter- oder Ganzjahresreifen erlaubt

Erlaubt sind im Winter auch Ganzjahresreifen, jedoch zu den gleichen Bedingungen wie Winterreifen – sie müssen das Alpine-Symbol tragen. Auch hier erfüllen Reifen mit dem M+S-Symbol nur noch vorübergehend, während der Übergangsfrist, die Anforderungen der Straßenverkehrsordnung (StVO). Und auch diese Übergangsfrist gilt nur für Reifen, die noch vor 2018 hergestellt wurden. Für neue Reifen aber ist das Alpine-Symbol unverzichtbar, damit diese Reifen rechtlich nicht als Sommerreifen gelten.

Vorsicht, Mithaftung!

Was aber droht, wenn man doch mit Sommerreifen unterwegs ist und es schneit? Wer “unten ohne” fährt, muss ein Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie einen Punkt in Flensburg fürchten. Wenn andere Fahrzeuge behindert oder gefährdet werden, kann sich das Bußgeld auch auf 80 bzw. 100 Euro erhöhen.

Doch nicht nur der Fahrzeugfahrer kann mit einem Bußgeld zur Verantwortung gezogen werden. Auch dem in die Zulassungsverordnung als Halter eines Fahrzeugs Eingetragenen droht seit 2017 eine Regelgeldbuße von 75 Euro, wenn er zulässt, dass sein Fahrzeug bei Schnee oder Glatteis ohne Winterreifen unterwegs ist.

Finanzielles Unbill droht jedoch nicht nur durch Bußgelder – diese mögen mit Blick auf die hingenommene Gefahr noch moderat wirken. Weiter finanzielle Risiken nimmt ein verantwortungsloser Fahrer, der bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, durch seine Kfz-Versicherung in Kauf.

Zwar erklärt das Verbraucherportal des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft: Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt nach einem Unfall auf jeden Fall den Schaden des Unfallopfers – der Versicherungsschutz bleibt auch bei Sommerreifen bestehen. Jedoch: Mit bis zu 5.000 Euro könne der Unfallverursacher hinterher in Regress genommen werden.

Zudem gilt für die Voll- und Teilkaskoversicherung: Hätte der Autofahrer vor Fahrtantritt oder während der Fahrt erkennen müssen, dass Sommerreifen angesichts der winterlichen Bedingungen völlig ungeeignet sind, kann die Leistung der Voll- und Teilkaskoversicherung anteilig, in besonders schweren Fällen sogar vollständig gekürzt werden. Um welchen Betrag der Kaskoversicherer die Leistung kürzt, ist hierbei abhängig vom Einzelfall.

Jedoch: Unnötige finanzielle Risiken sollten letztendlich nicht der Hauptgrund sein, warum man nun schleunigst auf Winterbereifung umsteigen sollte. Im Zweifel nämlich riskiert man die Gesundheit und das Leben der Mitmenschen – und riskiert auch die eigene Gesundheit und das eigene Leben. Und schon aus diesem Grund ist der Reifenwechsel aktuell – ein Gebot der Vernunft!

Herbst ist Wechsel-Hochsaison in der Kfz-Versicherung. Bis zum 30. November können die meisten Verträge gekündigt werden. Und wie jedes Jahr werben Anbieter und Vergleichsportale teils aggressiv darum, dass der Kunde seinen Altvertrag kündigt und sich einen neuen sucht.

Das zeigt Wirkung. Laut einer aktuellen Marktstudie sind sich 18 Prozent der Deutschen bereits sicher, dieses Jahr ihre Kfz-Versicherung wechseln wollen. Zudem sind 33 Prozent der Befragten zwar unentschlossen, ziehen einen Wechsel aber zumindest in Erwägung. Aber es gilt: Für den Wechsel muss einiges beachtet werden. Sonst nämlich geht die Rechnung nicht auf.

Günstige Prämien sagen nichts über Leistungsumfang

Denn günstige Prämien sagen noch nichts über den Leistungsumfang einer Versicherung aus. Beispiel Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse): Einige Autoversicherer erkaufen günstige Prämien durch besonders ungünstige Rückstufungstabellen. Werden doch Fahrer für unfallfreies Fahren belohnt. Bei Unfällen jedoch drohen Herabstufungen der Schadenfreiheitsklasse, die sich je nach Versicherer unterscheiden können. Und fallen diese zum Nachteil des Kunden aus, wird es nach einem Haftpflicht-Schaden schnell teurer.

Als Beispiel: 15 unfallfreie Jahre werden in der Regel mit SF-Klasse 15 belohnt. Für langes unfallfreies Fahren kann sogar SF-Klasse 35 erreicht werden. Und für jede Stufe wird ein bestimmter Prozentsatz gewährt, der vom Grundbeitrag abgezogen wird. Verursacht jedoch ein Fahrer einen Unfall und hat einen Haftpflichtschaden, wird er zurückgestuft.

Das Problem ist nun: manche Versicherer stufen einen Fahrer nicht um eine Schadenfreiheitsklasse zurück, sondern gleich um mehrere SF-Klassen. So gibt es Anbieter, die bei einem Unfall den Unfallverursacher von SF-Klasse 15 um acht oder neun Schadenfreiheitsklassen zurückstufen auf SF-Klasse 7 oder gar SF-Klasse 6. Dann dauert es auch wieder mehrere Jahre, bis die alte Klasse erreicht ist. Laut einer Studie der Zeitschrift “Finanztest” können sich die Mehrkosten für den Autofahrer nach einem Unfall so auf mehrere tausend Euro summieren.

Senioren müssen mehr zahlen

Hinzu kommt zudem, dass der Wechsel sich vor allem für jüngere Autofahrer lohnen wird. Ältere Autofahrerinnen und Autofahrer hingegen müssen oft mit satten Aufschlägen bei der Prämie aufgrund ihres Alters rechnen, wenn sie eine Kfz-Versicherung neu abschließen wollen – durch die oft hohen Schadenfreiheitsklassen vieler Senioren wird dieses Problem aber oft gar nicht bemerkt. So ergab die Studie eines Makler-Magazins: Durchschnittlich fast 200 Euro jährlich muss ein 67-Jähriger als Altersaufschlag gegenüber einen 35-Jährigen für den gleichen Tarif in Kauf nehmen. Bei einem 85-Jährigen beträgt das Beitragsplus sogar im Schnitt über 1.200 Euro jährlich.

Leistungen eines Tarifs können durch den Wechsel verloren gehen

Außerdem können bei einem Wechsel Leistungen des bestehenden Vertrags verloren gehen. Das trifft zum Beispiel auf den Rabattretter zu, der bis 2012 Bestandteil vieler Verträge war. Der Rabattretter verhindert zwar keine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Allerdings wird der Versicherungsnehmer nur so weit zurückgestuft, dass dies nicht zu einem höheren Beitrag führt. Wer noch über einen Rabattretter verfügt, sollte genau prüfen, ob der Wechsel wirklich lohnt.

Der Rabattretter darf freilich nicht mit dem Rabattschutz verwechselt werden – der Rabattschutz verhindert, dass der Autofahrer nach einem selbst verursachten Unfall zurückgestuft wird. Die Ausführungen zeigen: Das Thema Kfz-Versicherung ist auch in Zeiten der Vergleichsportale nicht zu unterschätzen. Mitunter lohnt dann doch guter Rat von einem Experten.

Das Auto ganz einfach online zulassen, statt zur Zulassungsstelle zu gehen? Das verspricht eine neue Rechtsverordnung ab dem 01. Oktober. Ein zweiter Blick aber zeigt: ganz so einfach ist das Prozedere dann doch nicht.

Eine neue Rechtsverordnung macht es möglich: Ab dem 01. Oktober 2019 können Bürgerinnen und Bürger ihre Kfz-Fahrzeuge über das Internet zulassen. Die Möglichkeit wurde im Rahmen der internetbasierten Fahrzeugzulassung (i-Kfz) geschaffen – ihre Umsetzung war durch den Koalitionsvertrag der Großen Koalition vereinbart worden.

So kann nun die Neuzulassung eines fabrikneuen Fahrzeugs, aber auch die Umschreibung oder die Wiederzulassung eines Fahrzeugs über das Internet geregelt werden. Die Wiederzulassung sowie die Umschreibung bei Halterwechsel sind möglich für alle Fahrzeuge, die nach dem 01.01.2015 erstmals zugelassen wurden.

Zulassung nur mit eID-Onlinefunktion und verdeckten Sicherheitscodes

Um den neuen Dienst zu nutzen, muss zunächst die Identität des Antragstellers geprüft werden: Dies geschieht über den neuen elektronischen Personalausweis (nPA) oder einen elektronischen Aufenthaltstitel (eAT). Zur technischen Umsetzung ist jedoch auch ein Smartphone mit kostenloser “AusweisApp2” (oder alternativ ein Kartenlesegerät) nötig (www.ausweisapp.bund.de). Außerdem kann i-Kfz nur mit eingeschalteter Onlinefunktion (eID) genutzt werden.

Erforderlich ist außerdem die gültige elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nr.) als Nachweis über den bestehenden Versicherungsschutz sowie eine gültige Hauptuntersuchung (HU).

Dass die Wiederzulassung für Fahrzeuge, aber auch die Umschreibung bei Halterwechsel erst ab Zulassungsdatum 01/2015 möglich ist, hat mit weiteren notwendigen Eingaben zu tun. Denn seit Januar 2015 wurde die neue Zulassungsbescheinigung Teil I (ZB I) und seit dem 01. Januar 2018 die Zulassungsbescheinigung Teil II (ZB II) eingeführt. Sicherheitscodes dieser Zulassungsbescheinigungen sind für bestimmte Funktionen der internetbasierten Fahrzeugzulassung (i-Kfz) ebenfalls vonnöten. Auch wird für bestimmte Vorgänge gegebenenfalls eine Stempelplakette mit Sicherheitscodes gebraucht. Die Plaketten sind ebenfalls erst seit 2015 im Umlauf.

Formulare und Plakettenträger kommen mit der Post

Neuen Bescheide und Zulassungsbescheinigungen für einen Fahrzeughalter, aber auch Plakettenträger zum Aufkleben auf das Kennzeichen werden dann von der Zulassungsbehörde nach erfolgreicher An- oder Ummeldung auf dem Postweg versendet. Notwendigen Voraussetzungen für die Kfz-Zulassung per Internet stellt das Bundesverkehrsministerium auf seinem Webportal zur Verfügung – aufzurufen unter dem Punkt “Internetbasierte Fahrzeugzulassung”.

Die Portale selbst hingegen werden durch die zuständigen regionalen Zulassungsbehörden gestellt und sind über deren Web-Auftritte abrufbar.

Herbstzeit ist für viele Wildtiere die Zeit der Wanderschaft: Sie begeben sich auf die Suche nach Futter oder nach einem Winterquartier. Da zudem die Dämmerungszeit zunimmt, in der Wildtiere besonders aktiv sind, steigt im Herbst auch das Risiko für Wildunfälle. Was aber ist zu tun, wenn man einen solchen Wildunfall erleidet?

Eigene Sicherheit muss stets zuerst kommen

Wenn ein Wildunfall passiert ist, heißt es: Ruhe bewahren und überlegt handeln. Wichtig ist zunächst und stets: Man achte immer zuerst auf seine eigene Sicherheit in der Unfallsituation. So sollte es selbstverständlich sein, den Warnblinker einzuschalten und sich nur mit Warnweste auf der Straße zu bewegen, zudem die Gefahrenposition schnell zu verlassen. Auch sollte die Unfallstelle mit einem Warndreieck abgesichert werden, um nachfolgende Autofahrer zu warnen.

Wichtig ist außerdem: Selbst, wenn das Tier noch so niedlich ist und durch sein Leiden Mitleid erregt, sollte ein verletztes Wildtier nie einfach angefasst werden (zum Beispiel, um es zum Tierarzt zu bringen). Denn das Tier befindet sich durch den Unfall in einer großen Stress-Situation. Gerade bei einer schweren Verwundung ist nicht auszuschließen, dass es aggressiv wird und dem Menschen dadurch gefährlich werden kann.

Fatal wäre es außerdem, sich zu entfernen und ein vielleicht getötetes Wild einfach mitzunehmen. Zwar mag es immer wieder auch Menschen geben, die nach einem Wildunfall zunächst an ihren Sonntagsbraten denken und sich die Gelegenheit zur unerwarteten “Beute” nicht entgehen lassen wollen. Jedoch: Jagdverbände warnen vor einer solchen Versuchung. Denn nicht nur riskiert man hierdurch seinen Kfz-Schutz durch fehlende Bescheinigungen. Der Unfallverursacher begeht bei Mitnahme des Wilds auch Jagdwilderei und macht sich hierdurch strafbar.

Die Wildschadensbescheinigung

Erster Ansprechpartner nach einem Wildunfall sollte die Polizei sein oder die lokale Forstbehörde. Denn diese entscheidet nicht nur, was in der akuten Situation zu tun ist. Zugleich stellt sie ein wichtiges Dokument aus für die Kfz-Versicherung: Die Wildschadensbescheinigung.

Vom Wildschaden Betroffene sollten stets darauf achten, ein solches schriftliches Dokument auch zu erhalten. Denn die Wildschadensbescheinigung dient der Versicherung zur Beurteilung, wann und wo sich ein Unfall ereignete. Besitzt man ein solches Dokument hingegen nicht, riskiert man, dass die Kfz-Versicherung eine Übernahme der Schäden ablehnt und man selber auf den Kosten sitzenbleibt.

Was deckt die Versicherung ab? Vertragsbedingungen prüfen!

Beim Versicherungsschutz lohnt ein Prüfen des Vertrags. Teilkasko-Versicherungen ersetzen in der Regel Unfälle mit Haarwild. Zu Haarwild gehören beispielsweise die Wildschweine oder Hirsche. Doch manche Versicherer schließen derartige Wildunfälle vom Versicherungsschutz ganz aus oder verlangen einen Zusatzbeitrag hierfür.

Die Teilkasko zahlt außerdem, wenn man aufgrund eines Tieres auf der Straße ausweichen musste und hierdurch ein Unfall entstand. Allerdings muss der Fahrer in einem solchen Fall nachweisen, dass tatsächlich ein Tier auf der Straße stand. Weil erschrockene Tiere in den Wald fliehen, ist ein solcher Nachweis häufig nicht möglich. Gerade bei kleineren Tieren empfiehlt es sich deshalb, nicht auszuweichen: so bitter das für den Tierfreund auch sein mag.

Die Vollkasko-Police hingegen zahlt außerdem, wenn eine entlaufene Ziege oder ein großer Vogel den Unfall verursachte. Doch auch hier lohnt sich ein Blick in die Police, um zu beurteilen, welcher Wildschaden abgedeckt ist. Mittlerweile zahlen auch immer mehr Teilkasko-Anbieter, wenn Schäden durch andere Tiere wie Kühe, Pferde oder Schafe verursacht werden. Grundsätzlich gilt für den Versicherungsschutz sowohl der Teilkasko- als auch der Vollkaskoversicherung: Da Wildunfälle sehr wahrscheinlich sind (laut Deutschem Jagdverband ereignet sich alle 2,5 Minuten ein Wildunfall in Deutschland), sollte man den Umfang seines Versicherungsschutzes anhand der Vertragsbedingungen überprüfen.

Die Höhe der Prämie einer Kfz-Versicherung hängt auch von der Zahl und dem Alter all jener Fahrerinnen und Fahrer ab, die in den Fahrerkreis aufgenommen werden. Weil die Prämie sich aber häufig sehr verteuert, wenn mehr als die Ehe- oder Lebenspartner mitversichert werden sollen, wird der Kreis der Eingetragenen in die Kfz-Versicherung gern klein gehalten. Was aber, wenn dann doch mal ein Auto verliehen oder ein nicht eingetragener Fahrer ans Steuer gelassen werden soll? Folgendes sollte man hierzu wissen.

Versicherungsschutz steht nicht auf dem Spiel… und dennoch kann es teuer werden

Zunächst die gute Nachricht: Weder für die Kfz-Versicherung noch für die Kasko steht der Versicherungsschutz auf dem Spiel, wenn nichteingetragene Fahrer ans Steuer gelassen werden. Und dennoch droht: Bauen diese Fahrer einen Unfall, kann es teuer werden. Grund hierfür sind Vertragsstrafen, die oft eine Jahresprämie ausmachen und von vielen Versicherern verhängt werden. Auch wird der Versicherer in der Regel den Beitrag für das gesamte Versicherungsjahr neu berechnen durch Einbeziehen jenes Fahrers, der einen Unfall verschuldete. Es drohen also, zusätzlich zur Vertragsstrafe, zu leistende Nachzahlungen für die Versicherungsprämie.

Der Notfall schafft die Ausnahme

Eine Ausnahme jedoch ist gegeben. Liegt nämlich ein Notfall vor – zum Beispiel, da einem eingetragenen Fahrer auf dem Heimweg schlecht wurde und ein nicht in die Police eingetragener Fahrer das Steuer übernahm – darf der Versicherer nicht über Strafen und rückwirkende Beitragserhöhungen reagieren, wie der ADAC informiert.

Eine mögliche Lösung: Schutz auf Zeit

Wer das Risiko höherer Prämien und zusätzlicher Vertragsstrafen durch nicht eingetragene Fahrer jedoch umgehen will, für den stehen verschiedene mögliche Wege offen. Demnach kann es sich lohnen, bei der Versicherung eine Kulanz-Lösung zu erfragen unter der Ankündigung, dass ein anderer Fahrer ans Steuer soll. Manchmal nämlich sei ein “Zusatzfahrer” kostenfrei für eine bestimmte Zeit im Jahr erlaubt (etwa für vier Tage), informiert die Zeitschrift “Finanztest”. Davon jedoch würde oft nichts im Vertrag stehen.

Gestehen Versicherer auf Anfrage eine solche Kulanz für eine bestimmte Zeit zu, befinden sich jene Versicherungsnehmer auf der sicheren Seite, die sich diese Zusage auch schriftlich bestätigen lassen.

Falls eine solche Kulanz jedoch nicht geboten wird, kann eine kostenpflichtige Versicherung auf Zeit eventuell helfen. Denn einige Versicherer bieten die Option, gegen einen bestimmten Betrag befristet einen Zusatzschutz zu buchen, der dann für kurze Zeit, zum Beispiel für 24 Stunden, greift. Außerdem gibt es mittlerweile am Markt Anbieter, die einen schnellen Zusatzschutz per Online-Abschluss oder sogar per App ermöglichen.

Kurzzeitschutz: Vorsicht bei den Vertragsbedingungen

Jedoch ist bei solchen kurzfristigen Angeboten Vorsicht angebracht. Denn wie so oft beim Abschluss von Versicherungen kann der Teufel auch bei kurzfristigen Kfz-Versicherungen im Detail stecken, genauer: in den Vertragsbedingungen. Gilt doch zu bedenken: Kurzfristige Angebote müssen durch die Anbieter anders kalkuliert werden als Kfz-Tarife für einen längeren Zeitraum. So ist oft die Höchstentschädigung für Regress und Prämiennachzahlungen beschränkt. Auch existieren bei kurzfristigen Angeboten strengere Ausschlüsse – geleistet wird zum Beispiel nicht bei grob fahrlässigem Verhalten. Will man hier keinen Fehler machen, ist zusätzliche Beratung angebracht.