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Eine Erbin begehrte die Todesfall-Leistung aus einer Lebensversicherung. Doch die war beitragsfrei gestellt worden.

Welche Folgen eine Beitragsfreistellung haben kann, zeigt ein Fall, über den der Versicherungsombudsmann berichtet. Eine Versicherte räumte der späteren Beschwerdeführerin eine Vertretungsbefugnis ein. Mit dieser Erlaubnis ausgestattet, veranlasste die Frau, dass der Lebensversicherungs-Vertrag bis auf “Widerruf (bis auf Weiteres) beitragsfrei” fortgeführt wird.

Der Versicherer erstellte daraufhin einen Nachtrag über die Beitragsfreistellung und setzte die Versicherungssumme herab. Bei Wiederinkraftsetzung des Vertrags sollte eine erneute Gesundheitsprüfung stattfinden. Doch dazu kam es nicht mehr. Eine beitragspflichtige Fortsetzung des Vertrags wurde nie verlangt.

Als die Versicherungsnehmerin verstarb, wollte ihre Erbin die ursprünglich vereinbarte Todesfall-Leistung ausgezahlt bekommen. Doch der Versicherer verwies auf die Beitragsfreistellung, in deren Folge die Versicherungssumme herabgesetzt worden war.

Doch der Wunsch nach beitragspflichtiger Wiederinkraftsetzung war zu Lebzeiten nicht mehr erfolgt. Es könne keine Todesfall-Leistung verlangt werden, die sich nur bei beitragspflichtiger Fortführung des Vertrags ergeben hätte, so der Versicherungsombudsmann in seinem Tätigkeitsbericht.

Der Fall zeigt, dass es unheimlich wichtig ist, alle Vor- und Nachteile einer Beitragsfreistellung oder Kündigung mit einem Experten abzuklären.

Welche Versicherungen sind in Deutschland – abgesehen von der Krankenversicherung – am häufigsten? Diese Frage beantwortet der Statista Global Consumer Survey 2020.

Private Haushalten gaben 2019 laut Statischem Bundesamt 1.500 Euro für Versicherungen aus. Wie die Statistiker weiter mitteilten, entspricht das in etwa 3,4 Prozent des ausgabefähigen Einkommens der Haushalte.

Doch wie verteilt sich das auf die einzelnen Sparten und welche Versicherung ist am weitesten verbreitet? Das erfragte der Statista Clobal Consumer Survey 2020 für den im Sommer 2020 2.094 Deutsche im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt wurden.

Die Ergebnisse:

  • Laut Statista Global Consumer Survey 2020 haben 29 Prozent der Befragten eine Lebensversicherung abgeschlossen.
  • 38 Prozent der Befragten sichern sich mit einer Unfallversicherung gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls ab.
  • Rechtsschutzversicherungen gibt es für viele Lebensbereiche wie beispielsweise Verkehr, Arbeits- oder Strafrecht. Laut Statistik verfügen 41 Prozent der Deutschen über eine solche Versicherung.
  • Das persönliche Inventar von Haus oder Wohnung haben 58 Prozent der Deutschen über eine Hausratversicherung abgesichert.
  • Im ‘Autoland’ Deutschland sind Kfz-Versicherungen weit verbreitet: 65 der Deutschen besitzen eine. Abgesehen von der Krankenversicherung hat nur eine Versicherung höhere Verbreitungsgrade.
  • 66 Prozent der Befragten gaben an, über eine private Haftpflichtversicherung (PHV) zu verfügen.

Auch im kommenden Jahr wird der Garantiezins in der Lebensversicherung nicht abgesenkt. Kein Wunder, denn im Keller ist er ohnehin: Aktuell liegt er bei 0,9 Prozent. Zum Vergleich: Noch 1994 betrug der Höchstrechnungszins satte 4,0 Prozent. Die Versicherer bieten aber Alternativen.

Erst kam die Finanzkrise, dann die Eurokrise: Seitdem sind die Zinsen am europäischen Kapitalmarkt im Keller, auch, weil die Europäische Zentralbank (EZB) sie künstlich niedrig hält. Damit sollen die Banken eigentlich gezwungen werden, das Geld lieber zu investieren statt zu bunkern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ob das Erfolg hat, ist auch unter Finanzexperten heftigst umstritten.

Die Zinsflaute macht es aber den Lebensversicherern schwer: zumindest, wenn sie Altersvorsorge-Produkte mit hohen Garantien anbieten wollen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, einen großen Teil der Kundengelder in festverzinsliche Papiere zu stecken, vor allem langlaufende Staatsanleihen. Genau jene Geldanlagen also, die aktuell wenig abwerfen. Das macht es schwierig, hohe Garantiezusagen zu erwirtschaften.

Das ist auch mit Blick auf den Garantiezins in der klassischen Lebensversicherung interessant. Der Begriff ist ein wenig missverständlich: Auch Höchstrechnungszins genannt, gibt dieser Zins vor, wie viel Zinsen den Neukunden einer klassischen Lebensversicherung garantiert werden dürfen. Festgelegt wird er vom Bundesfinanzministerium. Mit dem Garantiezins können Kunden nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sicher rechnen.

Und hier zumindest die gute Nachricht aus Sicht potentieller Neukunden mit Interesse an “klassischen” Lebensversicherungen: auch im Jahr 2021 wird der Garantiezins vom Finanzministerium nicht gesenkt, sondern bei 0,9 Prozent liegen. Das berichtet das Fachportal “Versicherungsmonitor”.

Alternative Produkte auch von Lebensversicherern

Obwohl die Lebensversicherung zunehmend umstritten ist, erfreut sie sich noch immer hoher Beliebtheit bei den Bundesbürgern. Im Geschäftsjahr 2019 kletterten die eingenommenen Bruttobeiträge um 6,7 Prozent auf 216,0 Milliarden Euro. Nicht ohne Grund, denn auch die Lebensversicherer haben sich den neuen Bedingungen angepasst und Alternativen zu den “klassischen” kapitalbildenden Produkten auf den Markt gebracht.

Die Versicherer bieten unter anderem Index- und fondsgebundene Produkte an, bei denen sie das Kapital riskanter anlegen können: Was höhere Renditechancen verspricht. Diese Produkte haben Vor- und Nachteile. Garantiert wird in der Regel der Erhalt der eingezahlten Beiträge zum Ablaufdatum. Die Renditechancen sind höher, weil die Lebensversicherer auch in Aktienfonds, Index- und Unternehmensbeteiligungen investieren können. Die meisten Policen bieten einen Mix aus Beitragsgarantie und risikobehafteteren Anlagen. Großer Beliebtheit erfreuen sich aktuell auch Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag. Dabei wird eine einmal gezahlte Summe in eine lebenslange Rente umgerechnet.

Nachteil ist unter anderem, dass die Renditechancen gerade bei Index-Policen durch einen sogenannten Cap gedeckelt werden. Aus guten Gründen: Dieser Cap soll auch verhindern, dass die Sparer Verluste erleiden, wenn sich der Kapitalmarkt mal nicht wie gewünscht entwickelt. Auch sind sie nach wie vor gezwungen, bei den neuen Verträgen hohe Anteile der Kundengelder festverzinslich zu investieren, was aber ebenfalls gewisse Sicherheiten verspricht. Hier empfiehlt sich ein Beratungsgespräch: auch zu möglichen anderen Anlageformen.

Fest steht aber: Wer einen Lebensversicherungs-Altvertrag hat, muss sich keine Sorgen machen. Denn der aktuell niedrige Garantiezins gilt nur für Neuverträge. Bei Altverträgen wird der Garantiezins auf den Sparanteil mitgetragen: ein Grund, weshalb man sich keineswegs einfach von solchen Verträgen trennen sollte. Denn gerade in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen können die klassischen Alt-Policen an Attraktivität gewinnen: gerade weil sie den Sparern noch vergleichsweise hohe Garantien zusichern. Hier sollte genau nachgerechnet werden. Als Alternative kann darüber hinaus auch ein Verkauf des Vertrages in Betracht gezogen werden, der oft lukrativer ist als eine Kündigung.

Immer mehr Gewerbetreibende sehen sich in der Coronakrise gezwungen, ihre Altersvorsorge abzustoßen, wie mehrere Studien zeigen. Aber das ist oft eine schlechte Lösung: Nicht nur drohen dann Altersarmut und finanzielle Verluste, auch der Risikoschutz geht verloren.

Es ist ein Fakt: Viele Selbstständige geraten in der Coronakrise in existentielle Nöte. Ganz gleich, ob Gastronomen, Floristen, Veranstaltungs-Techniker oder Musiker: Es gibt Berufe, die zur Corona-Vorsorge mit einem Quasi-Berufsverbot belegt wurden und denen sämtliche Einnahmen wegbrachen. Konzerte durften nicht stattfinden, Hotels mussten schließen – und viele Läden waren lange Zeit dicht.

Dass die finanziellen Hilfen der Bundesregierung nicht allen Betroffenen im ausreichenden Maße helfen, darauf deuten auch aktuelle Trends in der Versicherungsbranche hin. So berichtet diese Woche ein großer Zweitmarkt-Anbieter mit einem Vertragsbestand von eine Milliarde Euro, dass sich infolge des Corona-Lockdowns Mitte März die Zahl der Anfragen verdreifacht habe. Zur Erklärung: Zweitmarkt-Anbieter kaufen Lebens- und Rentenversicherungen von Privatpersonen ab, um sie dann weiterzuführen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Fast jeder fünfte Deutsche, der im März und April 2020 dank des Corona-Lockdowns finanzielle Einbußen hatte, kürzt demnach die Sparrate bei seiner Altersvorsorge oder stellte die Vorsorge für den Lebensabend ganz ein. Erschreckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass dieses Geld dann in der Rentenzeit fehlt – und Altersarmut droht.

Alternativen prüfen!

Fest steht: Wer die Altersvorsorge kündigt oder verfrüht abstößt, der muss in der Regel hohe Verluste erdulden. Der Grund: Bei einer Kündigung steht dem Kunden bzw. der Kundin nur der sogenannte Rückkaufswert einer Lebensversicherung zu. Verwaltungs- und Risikokosten des Vertrages werden vom Versicherer bei vorzeitiger Kündigung ebenso dem Kunden in Rechnung gestellt wie gezahlte Provisionen. Auch Stornokosten werden zusätzlich abgezogen. Bei mehreren Anbietern erhält man deshalb selbst nach zehn Jahren Vertragslaufzeit kaum mehr als den eingezahlten Beitrag – wenn überhaupt.

Eine Alternative kann es tatsächlich sein, den Lebensversicherungs-Vertrag an einen Zweitmarktanbieter zu verkaufen. Im Vergleich zum Rückkaufswert winken dann nach Experten-Schätzungen zwei bis sechs Prozent höhere Verträge. Aber auch das hat Tücken. Nicht nur muss der erzielte Gewinn aus dem Verkauf versteuert werden, wenn die Police nach 2005 abgeschlossen wurde. Auch ist dann Altersvorsorge und Risikoschutz weg. Und nachgefragt werden von den Aufkäufern vor allem hochverzinste Altverträge – aus gutem Grund, denn diese würden auch dem Versicherungsnehmer deutlich mehr einbringen, wenn er sie bis zum Ablaufdatum durchhält.

Deshalb ist es ratsam, den Vertrag zu halten und nach Alternativen zu suchen, wenn man eine vorübergehende Durststrecke überbrücken muss. Viele Versicherer gestatten es zum Beispiel in ihren Verträgen, den Beitrag vorübergehend zu stunden: üblich sind hier Zeiträume zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dann müssen die Prämien zwar später nachgezahlt werden: aber Risikoschutz und Altersvorsorge bleiben erhalten.

Einige Versicherer erlauben es auch, Beiträge aus den angesparten Überschüssen zu bezahlen, wenn der Vertrag schon länger lief. Und gerade bei staatlich geförderten Verträgen besteht zusätzlich die Option, die Policen beitragsfrei zu stellen und quasi vorübergehend stillzulegen, was aber bei manchen Vertragsarten mit dem Verlust von integrierten Zusatzversicherungen des Vertrages einhergeht, etwa dem wichtigen Schutz vor Berufsunfähigkeit. Deshalb sollte auch ein solcher Schritt genau geprüft und abgewogen werden.

Eine weitere Möglichkeit, wenn finanzielle Sorgen drücken: Lebensversicherungen können mit einem sogenannten Policendarlehen beliehen werden. Dabei handelt es sich um keinen Kredit im klassischen Sinne, denn es wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Ausgeschlossen hiervon sind staatlich geförderte Verträge und Betriebsrente-Anwartschaften. Zwar müssen Zinsen auf die Zeit des Darlehens gezahlt werden, die später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet werden. Aber gerade in Krisenzeiten kann eine solche Beleihung des eigenen Vertrages helfen, die Altersvorsorge zu retten.

Der Betrieb oder das Geschäft ruht oder läuft auf sprichwörtlicher “Sparflamme”. Menschen sind in Kurzarbeit, viele müssen mit Einbußen beim Einkommen leben – die Corona-Pandemie macht sich auch im Geldbeutel vieler Menschen schmerzlich bemerkbar. Vielfach bedeutet dies auch eine Notlage durch laufende Kosten – Mieten, Kredite, Rechnungen müssen dennoch weiter bedient werden. Und auch für Versicherungsverträge fallen laufende Kosten an. Was aber tun, wenn aufgrund des derzeitigen “Shutdowns” auch Prämien und Beiträge für Versicherungen nicht länger bedient werden können? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) klärt aktuell auf seiner Verbraucherseite über diese Frage auf.

So würden, laut GDV, zwei Prämissen gelten. Als ersten Grundsatz formuliert der GDV: Beitrag (des Kunden) gibt es gegen Leistung (der Versicherung). Da aber stets finanzielle Notlagen den Versicherungsschutz bedrohen können, gäbe es stets auch verschiedene Möglichkeiten, mit den Beiträgen auszusetzen oder Prämien und Leistungen der neuen Lage anzupassen. Dies gelte nicht nur für die Zeit der Corona-Krise, wie der GDV außerdem formuliert. Sondern stets gibt es auch die Möglichkeit des Nachbesserns bei finanziellen Engpässen.

Retten des Versicherungsschutzes auch im Interesse der Anbieter

Zwar bedeutet ein Aussetzen der Prämien mitunter weniger Leistung durch den Versicherer. Wichtig aber ist: Dennoch wird der Versicherungsschutz aufrecht erhalten. Allerdings muss auch hierfür zunächst etwas vorausgeschickt werden: Zu welchen Bedingungen Beiträge ausgesetzt werden können, hängt stets auch von den einzelnen Verträgen ab. Ebenso von guter Kommunikation: Denn ein Aufrechterhalten des Versicherungsschutzes und damit der Verträge liegt gerade in Zeiten wie der Corona-Krise auch im Interesse der Anbieter. Wäre es doch fatal, wenn mit lang laufenden Verträgen auch treue Kunden verloren gehen, weil die Krise kurzfristig Einkommen kostet. Hier kann auch ein Experte bei der Vermittlung helfen.

Zu welchen Bedingungen aber können die Beiträge ausgesetzt werden? Der aktuelle Beitrag des GDV informiert zu drei Produkten: zur Berufsunfähigkeitsversicherung, der Risikolebenversicherung sowie der Lebens- und Rentenversicherung als wichtiger Bestandteil privater Altersvorsorge.

Stundung führt oft zu Ratenzahlung

Für die Berufsunfähigkeitsversicherung würden zum Beispiel viele Versicherer die Möglichkeit anbieten, die Beiträge zu stunden. Üblich hierfür wären Zeiträume von bis zu sechs Monaten. Freilich: Die gestundeten Beiträge müssen später nachgezahlt werden. Nicht wenige Versicherer eröffnen hierfür auch die Möglichkeit einer Ratenzahlung.

BU-Schutz: lieber weniger Rente als neuer Vertrag

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei zu stellen. Diese Möglichkeit steht auch für länger andauernde finanzielle Engpässe zur Verfügung – genannt wird ein Zeitraum von bis zu drei Jahren. Zu bedenken ist für einen solchen Schritt freilich, dass mit den ausbleibenden Beiträgen auch die Berufsunfähigkeitsrente kleiner wird. Denn die Versicherer kalkulieren mit dem eingezahlten Kapital die Rentenhöhe. Fließt weniger Kapital in die Police, gibt es im Falle der Berufsunfähigkeit auch weniger Rente.

Und dennoch: Zum einen kann der Versicherungsnehmer – trotz reduzierter Rente – dennoch auch seinen von Verbraucherschützern empfohlenen BU-Schutz aufrechterhalten. Zum anderen sichert er sich zu bestehenden Bedingungen diesen Schutz. Kann doch der Abschluss eines neuen Vertrags aufgrund neu zu beantwortender Gesundheitsfragen eine wesentliche Verteuerung des Versicherungsschutzes bedeuten oder gar Ausschlüsse. Wer also die Beiträge für eine bestimmte Zeit nicht mehr bedienen kann, für den ist das “Beitragsfrei-Stellen” trotz der geringeren Rentenhöhe oft der günstigste Weg, den BU-Schutz zu behalten.

Risikolebensversicherung: Aussetzen der Beiträge nicht vorteilhaft

Auch für die Risikolebensversicherung ist eine Freistellung von den Beiträgen möglich. Jedoch: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft empfiehlt diese Lösung nicht. Denn da durch eine Freistellung von den Beiträgen kaum Deckungskapital gebildet würde, dürfte die verbleibende beitragsfreie Leistung nur sehr gering sein. Deswegen würde sich, aus Sicht des GDV, eher eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit mit Herabsetzung des Versicherungsbeitrags sowie eine daran angelehnte Herabsetzung der Leistung lohnen. Denn Einbußen eines solchen Schrittes bei der Versicherungsleistung wären weniger schmerzlich als das gänzliche Freistellen vom Versicherungsbeitrag.

Private Altersvorsorge: Kündigung der Verträge die schlechteste Lösung

Wie aber sieht es mit der privaten Lebens- und Rentenversicherung aus? Laut GDV zeigen bestehende Verträge hier bereits, aufgrund der zu kalkulierenden langen Laufzeit, größere Flexibilität. Deswegen würden die Anbieter seit je her unterschiedliche Möglichkeiten zur Wahl stellen, monatlichen Beiträge für langlaufende Altersvorsorge-Verträge anzupassen.

Zur Wahl stehen unter anderem ein Ruhen-Lassen des Vertrags, eine Beitragsfreistellung oder Beitragsstundung sowie die Herabsetzung der Versicherungssumme bei Anpassung des Beitrags. Wichtig ist den Versicherern: Ein Kündigen des Versicherungsschutzes ist immer die schlechteste Lösung. Denn alle bisher bezahlten Ansprüche und bei Riester-Verträgen auch Zulagen und Steuervorteile würden dadurch verloren gehen.

Für ein Ruhen-Lassen der Verträge müssen in der Regel bestimmte Bedingungen erfüllt sein – zum Beispiel müssen für einen Vertrag (je nach Vertragsbedingungen) mindestens ein oder zwei Jahre lang Beiträge gezahlt worden sein. Eine Beitragsfreistellung hingegen könnte – zum Beispiel – zu der Bedingung geschehen, dass der Versicherer den Rückkaufswert nicht auszahlt, jedoch die Versicherung grundsätzlich bestehen bleibt. Freilich: Durch diesen Schritt würden sich auch Risikoschutz und Versicherungssumme erheblich verringern.

Auch die Stundung der Beiträge ist deswegen denkbar. Das lässt sich dann meist ohne Einbußen bei der Versicherungsleistung realisieren, wenn nach der Stundung (üblicherweise für den Zeitraum eines halben Jahres) die Beiträge wieder zurückgezahlt werden. Doch auch die Anpassung der Versicherungssumme ist denkbar.

Policendarlehen: Das Darlehen auf den Vorsorgevertrag

Eine weitere Möglichkeit für finanzielle Engpässe in Krisen wie der Corona-Krise besteht in einem Policendarlehen – hierbei wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Zwar besteht kein Rechtsanspruch auf ein solches Darlehen. Zudem müssen bei Gewähr des Darlehens auf die Summe auch Zinsen gezahlt werden – Darlehen und Zinsen werden später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet. Gerade in Zeiten einer zeitlich begrenzten Not wie der Corona-Krise kann aber auch ein solches Darlehen ein Ausweg und der rettende Strohhalm aus finanziellen Engpässen sein. Wer hierzu Beratung sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Muss ich mir in Zeiten der Coronakrise Sorge um die eigene Lebensversicherung machen, wenn ich sie kapitalbildend als Altersvorsorge abgeschlossen habe? Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht betrachtet diese Ängste als unbegründet: Die Versicherer seien für die Krise ausreichend gerüstet.

Die Coronakrise hatte auch für die Finanzmärkte bittere Folgen: Die Börsen gingen auf Talfahrt, auch wenn sie sich langsam wieder erholen und einen ersten Aufwärtstrend zeigen. Das ließ auch viele Bürger an der Sicherheit ihrer Altersvorsorge zweifeln. Jeder dritte Bürger fürchtet, dass seine Altersvorsorge an Wert verliert, so zeigt eine Umfrage des Marktforschers Kantar TNS.

Doch in diesen Krisenzeiten gibt es auch gute Nachrichten. So hat sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aktuell positioniert, dass sie die deutschen Lebensversicherer für nicht gefährdet hält. Diese könnten die Krise gut meistern. “Das liegt an den Maßnahmen, die die Branche schon vorher getroffen hat, aber auch daran, dass das Aufsichtsregime Solvency II robust genug ist”, sagte Frank Grund, Chef der Versicherungsaufsicht, der “Börsenzeitung”.

Wie Frank Grund weiter berichtet, habe die Finanzaufsicht stichprobenartig Abfragen unter Versicherern durchgeführt, wie sich die Coronakrise auf die finanzielle Stabilität auswirkt. Bei keinem Unternehmen sei eine Unterdeckung feststellbar gewesen: Sie können also nach wie vor ihre Garantien und Zusagen an die Kunden bedienen, auch langfristig. Wenn auch freilich die Quoten für die Stabilität leicht zurückgingen.

Verschärfte Vorschriften infolge der Finanzkrise 2008

Dass die Versicherer die Krise meistern können, liegt auch an dem Aufsichtsregime Solvency II, das der Chefaufseher im Interview angesprochen hat. Sowohl auf europäischer als auch nationaler Ebene wurden nämlich die aufsichtsrechtlichen Vorgaben für die Versicherer deutlich verschärft, nachdem 2008 die Weltwirtschaft durch die Finanzkrise erschüttert wurde.

Die Lebensversicherer müssen nun deutlich mehr Eigenkapital zurückhalten, ihre Risiken minimieren und jährlich einen Bericht veröffentlichen, sogenannte SFCR-Berichte, mit denen sie nachweisen, dass sie auch langfristig alle Zusagen an die Kunden erfüllen können. Darüber hinaus wurde ein zusätzlicher Finanzpuffer geschaffen, die Zinszusatzreserve, die zur Absicherung hoher Altgarantien dient.

Auch in Zeiten der Coronakrise sollte man folglich einen kühlen Kopf bewahren und nicht voreilig Altersvorsorge-Verträge abstoßen: schon gar nicht panikartig. Denn die Altersvorsorge ist ja eine langfristige Anlage. Auch die Börsen haben sich bisher noch immer gut von Krisen erholt. Zwar sollte man durchaus im Blick haben, wie sich derartige Krisen auf die Altersvorsorge auswirken können: aber eben mit ruhigem, analytischem Blick. Eventuell kann man sogar Chancen entdecken. Dabei kann der Rat eines Experten helfen.

Der Abschied steht vor der Tür: Am 31. Januar 2020 verlässt Großbritannien die die Europäische Union. Weil mit diesem Austritt auch viele rechtliche Veränderungen verbunden sind, ist nicht nur die Wirtschaft verunsichert. Auch Verbraucher wissen oft nicht, was die rechtliche Neuordnung der Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU für Auswirkungen hat. Aus diesem Grund klärt aktuell die Verbraucherseite des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf: “Brexit: Darauf müssen sich Versicherungskunden jetzt einstellen”. Die Änderungen gemahnen zur Gelassenheit.

Altersvorsorge-Vertrag bei britischen Lebensversicherern: EU-Recht hat für viele Anbieter Bestand

Britische Lebensversicherungen erfreuten sich in der Vergangenheit auch bei deutschen Kunden einer großen Beliebtheit. So halten nicht wenige deutsche Kundinnen und Kunden Vorsorgeverträge von Anbietern wie Scottish Widows Limited, Standard Life, Clerical Medical oder Royal London. Und der Brexit gab durchaus Grund zur Sorge. Gefürchtet war besonders das Ungültig-Werden alter Verträge durch einen harten Brexit – und damit einen Brexit ohne Einigung zwischen Großbritannien und der EU. Aber es kann Entwarnung gegeben werden.

Denn viele Anbieter reagierten auf die Bedrohung, indem sie Tochtergesellschaften in EU-Ländern gründeten und den gesamten Vertragsbestand auf diese Tochterfirmen übertrugen. So liegen die Verträge von Standard Life oder Royal London nun bei einer Unternehmenstochter in Irland. Die Verträge der Scottish Widows Limited (SWL) liegen in Luxemburg. Für Kundinnen und Kunden innerhalb der EU bleibt EU-Recht durch dieses Übertragen der Bestände weiterhin gültig. Ebenso bleiben individuelle Vertragsbedingungen eines jeden Kunden unberührt.

Zwar wiesen Finanzexperten auch darauf hin: In Ländern wie Irland existiert keinen Schutzfonds wie der britische Financial Services Compensation Scheme (FSCS). Deswegen könnte der Insolvenzschutz nun geringer sein. Jedoch: Die Finanzlage der britischen Lebensversicherer ist stabil. Selbst die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest warnten folglich davor, Verträge vorschnell zu kündigen. Stattdessen hätten Kundinnen und Kunden nun genügend Zeit, verschiedene Möglichkeiten zwischen einer Kündigung und einer Fortführung des Vertrags zu prüfen – denkbar ist zum Beispiel auch eine Kapitalzahlung, ein Verkürzen des Vertrags, ein Beitragsfrei-Stellen des Vertrags oder gar ein Verkauf an Anbieter, die Lebensversicherungen aufkaufen. Für eine solche Entscheidung kann ein professionelles Beratungsgespräch behilflich sein. Grund zur überstürzten Eile jedoch besteht nicht.

Übergangsfrist schafft Raum für Entscheidungen

Aber auch, wenn Verträge von Kundinnen und Kunden bei Anbietern nicht auf europäische Töchter übertragen wurden, besteht kein Grund zur Eile. Denn nach dem Brexit gibt es eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 – bis dahin müssen alle Versicherungsunternehmen in Großbritannien die bislang in der EU geltenden Regeln einhalten. Die Übergangsphase schafft auch für andere Versicherungsverträge und Produkte die Möglichkeit, das weitere Vorgehen zu prüfen und hierzu gegebenenfalls Expertenrat einzuholen.

Kfz-Versicherung: Mögliche Änderung erst ab 1. Januar 2021

Auch für die Kfz-Versicherung ändert sich aufgrund dieser ausgehandelten Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 zunächst nichts. Und auch für die Kfz-Versicherung gilt: Erwartete Veränderungen liefern keinen Grund zur Panik. Denn weiterhin gilt der Schutz einer Kfz-Versicherung in Großbritannien ohne Einschränkungen.

Einzige mögliche Änderung: Ab 01. Januar 2021 könnte es Pflicht sein, bei Einreise nach Großbritannien die Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr – auch “Grüne Karte” genannt –mitzuführen. Diese Karte bescheinigt in Nicht-EU-Ländern den Einreisenden einen Versicherungsschutz in der Haftpflichtversicherung gemäß den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes. Erhältlich ist die Grüne Karte kostenlos beim Kfz-Haftpflichtversicherer. Ob aber zukünftig tatsächlich die Grüne Karte bei Einreise nach Großbritannien mitzuführen ist, ist nach jetzigem Stand noch nicht sicher.

Keine Auswirkungen auf die Reise-, Haftpflicht- und Unfallversicherung

Für Reise-, Haftpflicht- und private Unfallversicherungen hat der Brexit laut GDV hingegen überhaupt keine Konsequenzen – ihr Schutz gelte in aller Regel weltweit. So gesehen ist der Brexit zumindest für Versicherungskunden kein Grund zur Unruhe – viele Bedingungen verschiedener Versicherungen bleiben gleich. Und für Lebensversicherungen bleibt genügend Zeit, sich Rat beim Experten zu holen.

Die Lebensversicherung ist tot? Nicht so, wenn man aktuellen Zahlen der Versicherungswirtschaft Glauben schenkt. Allein an Renten wurden im Jahr 2018 mehr als zehn Milliarden Euro gezahlt. Das ist Rekord, Tendenz stark steigend.

Auch im Jahr 2018 haben die deutschen Lebensversicherer mehr als zehn Milliarden Euro an Renten geleistet. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft am Mittwoch. Insgesamt 10,4 Milliarden Euro wurden demnach an Rente überwiesen, gut drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Dass immer mehr Altersvorsorge-Sparer von Privatrenten der Versicherer profitieren, zeigt ein Blick zurück. Noch vor zehn Jahren hätten demnach die Anbieter “nur” 6,6 Milliarden Euro an Rente gezahlt. Hierbei sind neben privaten Lebensversicherungen auch betriebliche Altersvorsorge-Lösungen berücksichtigt.

Der größte Teil der ausgezahlten Renten stamme aus der klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung. Dieser Bereich der sogenannten Hauptversicherungen habe 2018 um 4,3 Prozent auf gut acht Milliarden Euro zulegen können. Die restlichen 2,4 Milliarden Euro entfallen zum Großteil auf Invaliditätsleistungen. Hierbei gilt es jedoch zu bedenken, dass die Lebensversicherer nicht nur Renten zahlen, sondern auch andere Leistungen erbringen: etwa für Einmalzahlungen etc. Und da wächst die Summe noch einmal deutlich an: Mit gut 78,8 Milliarden Euro an geleisteter Summe stieg das Volumen im Vergleich zu 2017 um 2,5 Prozent.

Die Lebensversicherung ist also keineswegs tot, wie manche behaupten. Noch immer zählt sie zu den wichtigsten Altersvorsorge-Lösungen der Deutschen mit mehr als 85 Millionen Verträgen. In Zeiten niedriger Zinsen setzen die Anbieter verstärkt auf Verträge, die bestimmte Garantiebausteine enthalten, aber auch Chancen am Kapitalmarkt bieten: oft index- oder fondsgebundene Policen. Im Vergleich zu “klassischen” Lebensversicherungen mit Garantiezins haben diese Vorteile und Nachteile. Hier hilft ein Beratungsgespräch herauszufinden, ob eine solche Altersvorsorge die passende ist.

Ein harter Brexit wird immer wahrscheinlicher, je weniger Zuspruch die britische Regierung für die mit der EU ausgearbeiteten Verträge erhält. Viele deutsche Kundinnen und Kunden haben Lebensversicherungen bei einem britischen Anbieter abgeschlossen. Was passiert dann mit den Verträgen? Verlieren sie ihre Gültigkeit? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) widmet sich aktuell diesem Thema.

Das britische Unterhaus gleicht derzeit eher einem Tollhaus. Zum zweiten Mal wurde vor wenigen Tagen der Brexit-Vertrag abgeschmettert, den Regierungschefin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat. Heute wurde bekannt, dass May eine dritte Abstimmung vielleicht ausfallen lassen will: Sie sieht einfach nicht genug Unterstützung für den Vertrag. Dann müsste sie in Brüssel um Aufschub bitten, um den Austritts-Termin nach hinten zu verschieben: Und neue Lösungen zu suchen. Bis Ende März soll der Austritt eigentlich erfolgen. Vieles deutet darauf hin, dass der Termin nach hinten verlegt wird.

Die aktuelle Situation betrifft auch viele deutsche Kundinnen und Kunden direkt. Insbesondere jene, die einen Altersvorsorge-Vertrag bei britischen Lebensversicherern halten. Experten warnen, dass diese ihre Gültigkeit verlieren könnten, wobei die Rechtslage nicht ganz eindeutig ist. Und so nutzt der Branchenverband GDV die aktuelle Situation, um über den aktuellen Status Quo aufzuklären.

Nichts überstürzen

Die erste Botschaft: Nicht überhastet vom Altersvorsorge-Vertrag trennen. “Für Verbraucher, die eine Lebensversicherung bei einem Versicherer mit Sitz in Großbritannien abgeschlossen haben, ändert sich auch bei einem “harten” Brexit ohne Austrittsvereinbarung zunächst nichts”, schreibt der GDV. So erlaube die Finanzaufsicht BaFin den britischen Versicherern, die Bestände bis Ende 2020 abzuwickeln — oder mit Geschäftserlaubnis weiterzubetreiben. Hier gilt es zu bedenken, dass eine vorzeitige Vertragskündigung gerade bei langfristigen Verträgen zu Einbußen führt.

Darüber hinaus haben sich viele Versicherer aber auch selbst um eine Lösung gekümmert, um die Verträge weiterbetreiben zu können. Sie gründen Tochtergesellschaften in EU-Staaten, wo sie dann die Bestände hin übertragen: in der Regel in Irland und Luxemburg. So berichtet heute zum Beispiel Standard Life, dass man vom obersten schottischen Zivilgericht die Erlaubnis erhalten habe, rund 600.000 Leben-Verträge aus Deutschland und Österreich nach Irland zu übertragen.

Auch andere britische Versicherer wie Royal London, Friends Provident oder Scottish Widows Limited (SWL) reagierten bereits im Vorfeld und haben EU-Auslandstöchter oder Drittniederlassungen für ihre hiesigen Verträge gegründet. Hier gilt es, das Gespräch mit dem Versicherer zu suchen, ob er derart verfährt. In der Regel ändert sich an den Verträgen und Ansprechpartnern dann nichts, auch die Finanzaufsicht der BaFin bleibt bestehen.

Grüne Karte mitführen!

Wer nach dem Brexit mit dem Auto nach Großbritannien reist und sich dem Linksverkehr stellen will, sollte ebenfalls einiges beachten. So empfiehlt es sich laut GDV, die sogenannte Grüne Karte mitzuführen. Zwar gelte der Schutz einer Kfz-Versicherung in Großbritannien auch nach einem Brexit weiterhin ohne Einschränkungen, so berichtet der Verband. Aber die Bürger könnten von EU-Bürgern verlangen, ihren Kfz-Haftpflichtschutz nachzuweisen. Das Dokument gibt es kostenlos beim Versicherer und erleichtert auch die Regulierung eines Schadens, wenn es doch zum Unfall kommt.

Für Reise-, Haftpflicht- und private Unfallversicherungen hätte der Brexit hingegen keine Konsequenzen. Die gelten weiter, je nach Geltungsbereich. In der Regel sehen die Verträge vor, dass nicht nur in der EU Schutz besteht, sondern darüber hinaus auf dem Territorium Europas bzw. dem “geografischen Europa”— wenn sie nicht gar weltweit gelten. Hier sollte im Zweifel nochmal in den Bedingungen nachgelesen werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt aktuell vor den Folgen des Rauchens. Ein aktiver männlicher Raucher habe demnach im Schnitt sieben Jahre weniger zu leben als ein Mann, der auf Glimmstängel verzichtet. Beim Thema Versicherungsschutz gilt es für Raucher, ehrlich zu sein – sonst droht man, seine Ansprüche zu verlieren.

Die Liste prominenter Raucher ist lang – sei es Bundestrainer Jogi Löw, Model Lena Gercke oder Hollywood-Star Gwyneth Paltrow. Sie alle wurden schon mit Glimmstängel gesichtet. Und auch wenn es nicht darum gehen soll, dies zu verurteilen, so sollte doch jedem auch bewusst sein, dass Rauchen ungesund ist. Vor allem, wenn der Griff zur Zigarette zur täglichen Gewohnheit wird.

Vor den gesundheitlichen Folgen warnt nun der Versicherungs-Dachverband GDV. Er hat eine umfassende Studie hierzu bei der Erasmus-Universität in Rotterdam in Auftrag gegeben. Mit klarem Ergebnis: Rauchen senkt die Lebenserwartung teils drastisch. Ein aktiver männlicher Raucher hat knapp sieben Jahre weniger zu leben als jemand, der nie eine Zigarette angerührt hat. Bei einer Frau macht der Unterschied immer noch sechs Jahre aus. Für die Untersuchung wurden mehrere Meta-Studien zur Sterblichkeit in Deutschland ausgewertet.

Rauchen kostet – auch bei der Versicherung!

Das Gesundheitsrisiko trägt auch dazu bei, dass Raucher bei einigen Versicherungen mit höheren Beiträgen zur Kasse gebeten werden. Beispiel Lebensversicherung: In der Regel werden die Versicherer im Antrag danach fragen, ob der Antragsteller raucht – und mit welcher Regelmäßigkeit. Auch wer eine private Krankenvollversicherung abschließen will, muss zu seinem Zigaretten-Konsum Auskunft geben. Hier ist Ehrlichkeit Pflicht. Wer bewusst falsche Angaben macht oder relevante Gesundheits-Informationen verschweigt, riskiert nicht weniger als seinen Versicherungsschutz.

Wer das Rauchen bereits aufgegeben hat, sollte unter Umständen darauf achten, ab welcher Frist man als Nichtraucher gilt. Hierfür haben die Versicherer in den Anträgen verschiedene Zeiten festgelegt, die sich mitunter stark unterscheiden können. Beispiel Risikolebensversicherung: Der Hinterbliebenenschutz ist in der Regel schon zu Nichtraucher-Konditionen zu haben, wenn der Antragsteller ein bis zwei Jahre abstinent lebte. Wer das Rauchen aufgibt spart also mitunter nicht nur das Geld für die Zigarettenschachtel – sondern auch bei den Versicherungsprämien!