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Aufgrund steigender Lebenserwartung werden private Pflegerentenversicherungen immer wichtiger. Droht doch bei Pflege im Heim die Altersarmut, da immer mehr für Plätze im Pflegeheim zugezahlt werden muss. Doch der Markt mit privaten Pflegerentenversicherungen ist noch klein, wie eine aktuelle Studie zeigt: Nur sechs Lebensversicherer haben Tarife überhaupt im Angebot. Wichtig ist, sich zu informieren.

Langlebigkeit erhöht Risiko

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Demnach hat sich auch die Zahl der Hochbetagten ab 85 Jahre zwischen 1991 und 2019 verdoppelt – von 1,2 Millionen Menschen auf 2,4 Millionen Menschen. Laut Statistischem Bundesamt könnten im Jahr 2055 sogar 6,5 Millionen Hochbetagte in Deutschland leben.

Was erfreulich ist, schafft aber zumindest für den Geldbeutel auch Risiken: Je älter die Menschen werden, desto mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen. Und hierfür drohen hohe Kosten: Denn Plätze im Pflegeheim sind keineswegs umsonst zu haben. Im Gegenteil!

Als die staatliche Pflegeversicherung 1995 durch das Pflege-Versicherungsgesetz (PflegeVG) eingeführt wurde, sollte es nämlich keineswegs alle Kosten der Pflegebedürftigen decken. Stattdessen diente es der zusätzlichen Unterstützung und war als “Teilkasko” angelegt. Ein großer Teil der Kosten aber lag noch immer bei den Menschen, die auf Pflege angewiesen sind.

Die Eigenbeteiligung für Heimplätze steigt und steigt

Bleibt man beim Bild der “Teilkaskoversicherung”, dann gibt es mittlerweile ein großes Missverhältnis zwischen Eigenbeteiligung und staatlicher Leistung. Denn in 1995 lagen die Zuzahlungen, die von den Pflegebedürftigen für die Heimunterbringung erwartet wurden, noch unter hundert Euro. Solch geringen Beträge muten in Zeiten des demografischen Wandels nahezu utopisch an.

Mit Stichtag zum 01.07.2021 nämlich zahlen die Deutschen bundesweit durchschnittlich 873 Euro an sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteilen (EEE) für die stationäre Unterbringung. Hinzu kommen 791 Euro für Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim sowie 461 Euro anteilige Investitionskosten, die ebenfalls bei Heimunterbringung zu tragen sind. Das macht deutschlandweit im Schnitt 2.125 Euro für einen Heimplatz, den die Pflegeheimbewohner selber leisten müssen. Im für die Pflege “teuersten” Bundesland Nordrhein-Westfalen werden im Schnitt sogar 2.496 Euro fällig.

Doch damit nicht genug – ab einem Einkommen von 100.000 Euro brutto jährlich können für diese Kosten sogar die leiblichen Kinder – durch den sogenannten “Elternunterhalt” – herangezogen werden. Auch Kinder haften somit für die Pflegekosten.

Private Absicherung kann vor Armut schützen

Sozialverbände wie der VdK warnen schon seit Jahren vor der Armutsfalle Pflegebedürftigkeit – Vermögen wird aufgezehrt und viele ältere Menschen geraten in Abhängigkeit von staatlichen Sozialleistungen. Da ist beruhigend, dass private Pflegerenten dieses Armutsrisiko abfedern können.Sie dienen nicht nur dem Eigenschutz, sondern auch dem finanziellen Schutz der Nachkommen.

Auf dem Markt sind Tarife in verschiedenen Preisklassen – Basis, Komfort und Premium. Während Basis-Produkte erst ab Pflegestufe vier oder fünf leisten, greifen einige Premium-Produkte schon ab Pflegestufe eins, bieten zudem mehrere Zusatzleistungen im Pflegefall an. Es lohnt also, sich mit dem verschieden großen Leistungsumfang der Produkte vertraut zu machen.

Das Marktsegment ist noch klein, Beratung daher empfohlen

Jedoch: Trotz der Wichtigkeit ist das Marktsegment noch klein. Für einen aktuellen Produkttest einer traditionsreichen Rating-Agentur konnten überhaupt nur sechs Lebensversicherer gefunden werden, die Pflegerentenversicherungen in ihrer Produktpalette haben. 33 selbstständige Pflegerenten-Tarife gab der Markt her. Über verschiedene Varianten ergaben sich letztendlich 246 Tarifvarianten mit unterschiedlichem Leistungsvolumen.

Die Produktqualität unterscheidet sich durch fehlende Standards noch sehr. So erhielten zwar 18 Tarife die Note “gut”. Sieben Tarife aber mussten ein “ausreichend” in der Produktbewertung in Kauf nehmen. Auch ist der Markt noch relativ jung, was die Vergleichbarkeit der Produkte erschwert. Wer demnach auf der sicheren Seite stehen will bei Absicherung des drohenden Risikos “Pflegebedürftigkeit”, der sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Pflegevorsorge ist doch nur im Alter ein Thema? Neue Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen, dass dies nicht so ist. Zwar steigt mit zunehmendem Alter tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, ein Pflegefall zu werden. Aber auch Deutsche unter 65 Jahren sind zahlreich betroffen.

Pflegevorsorge ist wichtig! Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Nicht nur, weil es in Deutschland immer mehr Pflegebedürftige gibt, die gut umsorgt sein wollen: 4,32 Millionen waren es bereits zum Jahresende 2020 und damit knapp 62 Prozent mehr gegenüber 2015. Sondern auch, weil einen die Pflegebedürftigkeit auch in jüngeren Jahren treffen kann.

1,02 Millionen Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung, obwohl sie jünger sind als 65 Jahre. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums. Keineswegs ist es so, dass sie weniger stark betroffen sind. Fast die Hälfte der “jüngeren” Pflegebedürftigen hat einen der drei höchsten Pflegegrade 3, 4 oder 5. Sie sind entsprechend eingeschränkt. Gleichwohl haben Hochbetagte ein weit höheres Risiko, zum Pflegefall zu werden: mehr als die Hälfte aller Pflegebedürftigen (53,8 Prozent) ist über 80 Jahre alt.

Dabei kann einen die Pflegebedürftigkeit auch bereits in jungen Jahren treffen. 186.637 Personen sind jünger als 15 Jahre und weitere 145.137 Pflegebedürftige zählten zur Altersklasse 15 bis unter 30 Jahre, so zeigt die Pflegestatistik. Entsprechend empfiehlt es sich, das Thema Pflegevorsorge auch in jungen Jahren schon auf die Themenliste zu setzen. Ursachen sind nicht nur Verkehrs- und Sportunfälle, sondern oft auch schwere Krankheiten.

Schützen kann man sich mit Invaliditäts- und Pflegezusatzversicherungen. Auch deshalb, weil die gesetzliche Pflegeversicherung nur ein Teilkasko-Schutz ist: gar nicht dafür angedacht, alle Kosten zu übernehmen. Sie soll das finanzielle Risiko nur erleichtern.

Geförderte Tarife: oft nicht die bessere Wahl

Wer sich rechtzeitig gegen das Pflegerisiko absichert, hat für den Fall der Fälle finanziell vorgesorgt. Das empfiehlt sich auch aus einem weiteren Grund: nicht geförderte Pflegezusatz-Policen können mitunter preiswerter und umfangreicher sein als jene staatlich geförderten, die unter dem Namen “Pflege-Bahr” bekannt sind, benannt nach dem früheren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Aber Vorerkrankungen und ein höheres Lebensalter wirken sich negativ aus: entweder man findet nur einen teureren Schutz oder schlimmstenfalls gar keinen. Auch deshalb empfehlen viele Expertinnen und Experten, schon zeitig vorzusorgen.

Bei Pflege-Bahr sind Risikozuschläge aufgrund von Vorerkrankungen hingegen unzulässig, weshalb diese Policen mitunter sogar teurer und weniger leistungsfähig sind als die “normalen” Angebote, sind hier doch mehr ältere und kränkere Menschen mit Gesundheitsrisiken versichert. Abgelehnt werden darf hier nur, wer bereits einen Pflegegrad zugesprochen bekam. Dennoch sollten auch die staatlich geförderten Tarife geprüft werden, denn auch hier gibt es sehr gute Angebote. 60 Euro schießt der Staat hier jährlich zu. Riskanter ist es hingegen, auf zusätzlichen Pflegeschutz komplett zu verzichten.

Das Geld aus einer solchen Pflegezusatzversicherung kann dann genutzt werden, um Angehörige finanziell zu unterstützen. Denn auch dies verraten die Zahlen der Bundesregierung: 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zuhause betreut: und wünschen dies oft auch. Unterstützung bieten ambulante Pflegedienste, auch eine teilstationäre Unterbringung ist möglich. Bedeutet aber oft auch, dass die Angehörigen ihre Arbeitszeit reduzieren müssen: oder gar ganz aus dem Berufsleben ausscheiden. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden!

Bei der aktuellen Corona-Politik macht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aktuell wirklich keine gute Figur. Ein wichtiges Projekt will er aber noch in dieser Legislaturperiode umsetzen: eine Reform der Pflegeversicherung, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlasten soll. Sollte diese umgesetzt werden, ist das kein Grund, auf private Pflegevorsorge zu verzichten. Das Armutsrisiko wird hoch bleiben.

Ganz Deutschland diskutiert über die gescheiterte Corona-Strategie der Bundesregierung: Da geraten andere Themen, die in den Ministerien vorangetrieben werden, schnell aus dem Blick. Auch dann, wenn sie wichtig sind: wie eine Reform der Pflegeversicherung, die derzeit im Kabinett von Jens Spahn ausgetüftelt wird. Spruch- und gesetzreif ist sie zwar noch nicht, das Papier muss noch mit den Ressorts abgestimmt und in die Gesetzgebung eingebracht werden. Sie zeigt aber, wo die Reise künftig hingehen soll – und wo die Risiken liegen.

Eigenanteil zu stationärer Pflege soll gedeckelt werden – ein bisschen

Laut einem Bericht des “Handelsblatts” kursiert aktuell ein Arbeitsentwurf für ein Gesetz, das noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden soll. Ziel ist es, Menschen in Alten- und Pflegeheimen finanziell zu entlasten. So soll der Eigenanteil zur Pflege, die Menschen in vollstationärer Betreuung zahlen müssen, gedeckelt werden.

Hier sind die Kosten in den letzten Jahren regelrecht explodiert: 831 Euro für den sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) müssen Patienten und ihre Angehörigen für die Unterbringung im Heim derzeit durchschnittlich zahlen. Zum Jahresanfang 2018 waren es noch 593 Euro. “Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil” heißt er, weil seit den Pflegestärkungsgesetzen alle Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims die gleichen Aufwendungen zahlen, unabhängig von ihrem Pflegegrad. Und die Heime diesen regional unterschiedlich festlegen können: je nach Pflegekosten und -bedürfnissen.

Diese stationären Pflegekosten will Jens Spahn deckeln. Doch anders, als ursprünglich angedacht, ist nun kein starrer Deckel von maximal 700 Euro pro Monat geplant. Stattdessen ist die Entlastung zeitlich gestaffelt. Im ersten Jahr des Pflegeheim-Aufenthalts sollen die Bedürftigen bzw. zahlpflichtige Angehörige die vollen Pflegekosten tragen. Im zweiten Jahr sollen die Eigenanteile dann um 25 Prozent sinken, nach mehr als 24 Monaten um die Hälfte. Bei Pflegebedürftigen, die 36 Monate und länger stationär betreut werden, soll sich der Eigenanteil gar um 75 Prozent reduzieren.

Viele Menschen werden folglich nicht oder wenig davon profitieren, denn laut einer wenig erbaulichen Statistik der DAK sterben viele Pflegeheim-Bewohner bereits im ersten Jahr ihres Aufenthaltes. Dennoch soll allein diese Maßnahme 2,5 Milliarden Euro kosten. Immerhin ein Schritt, um die Betroffenen finanziell zu entlasten.

Pflegekosten sind nicht der einzige Kostenfaktor

Aber es muss an dieser Stelle daran erinnert werden, dass die “reinen” Pflegekosten nicht die einzigen Aufwendungen sind, die für einen Heimplatz fällig werden. Hinzu gesellen sich Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie notwendige Investitionen des Heims: etwa wenn renoviert oder neues medizinisches Gerät eingekauft werden muss. Und so mussten vollstationär untergebrachte Heimbewohner zum Jahresanfang 2021 bereits 2.068 Euro monatlich aus dem eigenen Portemonnaie zahlen, wie aus Daten der Ersatzkassen hervorgeht. Das sind die Kosten, die übrig bleiben, nachdem die Krankenkassen oder privaten Krankenversicherer bereits ihre Aufwendungen für den jeweiligen Pflegegrad gezahlt haben!

Das zeigt: Auch künftig wird es für viele Menschen wichtig bleiben, mit einer privaten Pflegezusatzversicherung vorzusorgen. Denn Kosten und Armutsrisiko bleiben auch nach diesem Reformschritt hoch – sollte er überhaupt umgesetzt werden.

Denn Jens Spahn plant noch weitere Reformen. Es soll auch mehr Geld für die ambulante Pflege geben, wenn also Menschen zuhause von Angehörigen betreut werden. Nicht ohne Grund: Fast acht von zehn Pflegebedürftigen werden von Verwandten umsorgt und nicht im Heim. Auch will Jens Spahn die Bundesländer verpflichten, sich stärker an Investitionskosten zu beteiligen. Ob das Gesetz tatsächlich so umgesetzt wird, hängt auch von den Finanzen ab: Bund, Ländern und Pflegekassen sollen durch die Reform Mehrkosten von geschätzt 6,4 Milliarden Euro entstehen. Viele Interessengruppen werden das nicht gerne hören: und wahrscheinlich Änderungen einfordern.

Pflegevorsorge ist wichtig. Das zeigt sich an den jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Demnach stieg die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 4 Millionen Menschen. Welche Versorgungsarten dabei besonders häufig sind.

Im Vergleich zum Dezember 2017 ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland um 21 Prozent auf 4,13 Millionen Menschen im Dezember 2019 gestiegen. Die starke Zunahme führt das Statistische Bundesamt, das die Zahlen veröffentlichte, auf den neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff zurück.

Im Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI) ist die Definition enthalten (§ 14 Abs. 1):
“Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.”

Pflegebedürftige nach Versorgungsart

Die weitaus meisten der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Das trifft auf 3,31 Millionen Menschen zu (entspricht 80 Prozent der Pflegebedürftigen). Bei 2,33 Millionen Pflegebedürftigen übernehmen Angehörige die Pflege. Bei 980.000 Bedürftigen übernehmen ambulante Pflegedienste die Versorgung ganz oder teilweise, während die Pflegebedürftigen weiterhin in Privathaushalten leben. Die vollstationäre Betreuung in Pflegeheimen gilt für ein Fünftel (820.000) der Pflegebedürftigen.

Vergleicht man diese Zahlen mit Dezember 2017, als das Statistische Bundesamt zuletzt Zahlen dazu vorlegte, fällt auf, dass die Zahl der vollstationär Gepflegten nahezu unverändert bleibt, während die Pflege zu Hause um 27 Prozent zunahm (das entspricht 710.000 Personen).

Weitere Auffälligkeiten: 62 Prozent der Pflegebedürftigen waren weiblich. Und je älter die Menschen sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden: Sind in der Altersgruppe der 70-74 Jahre alten Menschen etwa 8 Prozent pflegebedürftig, steigt dieser Wert bei den über 90-jährigen auf 76 Prozent.

Die ambulante Pflege wird im politischen Diskurs gern vernachlässigt, wenn über steigende Eigenanteile in Pflegeheimen etc. debattiert wird. Dabei ist sie immer noch der Normalfall: Zwei von drei Pflegebedürftigen werden durch Angehörige in den eigenen vier Wänden betreut. Aktuelle Zahlen eines Krankenversicherers zeigen nun, welchen Aufwand das für die Angehörigen bedeutet.

Wenn Menschen zuhause gepflegt werden, ist Geld ein wichtiger Aspekt: aber bei weitem nicht der einzige. Denn auch die zeitliche, psychische und physische Belastung ist hoch, wie nun erneut der repräsentative AOK-Pflege-Report zeigt. Pflege ist für viele Angehörige ein Vollzeitjob! Zudem einer, der die Betroffenen oft völlig unvorbereitet trifft.

Die Studienmacher der Krankenkasse haben jene Personen befragt, die für die Pflege eines Nahestehenden hauptverantwortlich sind. Die Antworten überraschen. So geben die befragten Pflegehaushalte im Mittel eine zeitliche Belastung von mehr als achteinhalb Stunden (8,6 Stunden) pro Tag für die Unterstützung der Pflegebedürftigen an.

Fast drei Viertel dieser Zeit übernehmen die Haupt-Pflegepersonen. Andere -nicht bezahlte- Personen, in der Regel ebenfalls Angehörige, springen im Schnitt für 1,5 Stunden ein. Nur knapp eine Dreiviertelstunde (0,7 Stunden) pro Tag wird von Pflegediensten oder über andere Leistungen der Pflegeversicherung erbracht.

Haushalte, in denen Menschen mit den Pflegegraden 3 bis 5 oder mit einer demenziellen Erkrankung gepflegt werden, sind besonders stark gefordert: Hier leistet ein Viertel der betroffenen Haushalte rund zehn Stunden Pflegearbeit pro Tag.

“Die Leistungsangebote der Pflegeversicherung sind in den letzten Jahren deutlich ausgebaut und flexibler gestaltet worden. Trotzdem ist jede vierte Person, die einen Angehörigen zu Hause pflegt, durch die Pflege insgesamt hoch belastet”, sagt Dr. Antje Schwinger, die an der Studie beteiligt gewesen ist. Und die Zahlen machen zudem deutlich, dass man Pflege im Regelfall nicht mal eben nebenbei bewältigen kann. Fast immer ist es erforderlich, dass eine Person im Berufsleben kürzer tritt oder im Job sogar vorübergehend ganz aussetzt.

Private Pflegezusatzversicherung kann unterstützen

Die Eigenanteile, die pflegende Angehörige laut Studie allein für zusätzliche Pflegeleistungen aufbringen müssen, sind zwar weit geringer, als wenn ein Mensch vollstationär im Heim betreut werden muss. Aber dennoch muss ungefähr jeder vierte Pflegebedürftige im Schnitt 250 Euro pro Monat zuschießen – wie gesagt, allein für Pflege und Betreuung. Weitere Kosten kommen hinzu: die Einbußen, wenn im Job weniger Geld verdient wird, sind hier nicht berücksichtigt.

Auch deshalb ist es empfehlenswert, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Das Geld können Pflegebedürftige auch frei verwenden, um pflegende Angehörige finanziell zu unterstützten. Diese Tarife sind noch immer ein Nischenprodukt, obwohl selbst Bundesregierung und Verbraucherschutz einen solchen Vertrag empfehlen und sie in Form sogenannter Pflege-Bahr-Policen staatlich gefördert werden (nach dem früheren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr benannt). Aktuell sorgen nach Zahlen des PKV-Verbandes nur 4,6 Prozent der 82 Millionen Pflegepflichtversicherten mit einem Pflegezusatz-Schutz vor.

Mit Blick auf die drohende Belastung lohnt es sich, auf die sogenannten Assistance-Leistungen zu schauen. Ob die Vermittlung eines ambulanten Pflegedienstes, Hilfe beim Einkaufen, Menüservices etc.: die Möglichkeiten sind hier vielfältig. Ein Beratungsgespräch empfiehlt sich zu den oft komplexen Verträgen.

Die Auswertung einer großen Krankenkasse zeigt: Viele Pflegebedürftige, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, erhalten die Pflegegrade 2 oder 3 zugesprochen. Einen höheren Pflegegrad erreicht nur jeder fünfte Patient. Auch deshalb ist Pflegevorsorge wichtig: Der Betreuungsaufwand ist hier schon hoch, aber das Geld oft nicht ausreichend.

Seit 2017 wird die Pflegebedürftigkeit nicht mehr anhand von drei Pflegestufen gemessen, sondern mit fünf Pflegegraden. Diese Reform war der vielleicht größte Einschnitt, seitdem die gesetzliche Pflegeversicherung im Jahr 1995 eingeführt wurde. Und ein notwendiger: Nicht nur sollte nun die Pflegebedürftigkeit noch genauer erfasst werden können. Erstmals erhielten auch Menschen mit geistigen Gebrechen wie Demenz ein Anrecht auf Leistungen, die zuvor durch das soziale Netz fielen.

Eine Auswertung der Ortskrankenkassen gibt nun einen Einblick, wie die Pflegegrade verteilt sind. Gut 70 Prozent der Pflegebedürftigen, die 2018 bei einer solchen GKV versichert waren, haben demnach Pflegegrad 2 oder 3. Einen höheren Pflegegrad erreichen jedoch nur gut 20 Prozent. Der Pflegegrad 2 war mit 42,2 Prozent dabei der mit Abstand häufigste. Hier hat der Pflegebedürftige Anrecht auf 316 Euro Pflegegeld pro Monat, wenn er häuslich durch Angehörige oder Bekannte umsorgt wird. Zudem werden teilstationäre Pflegesachleistungen von 689 Euro bewilligt, etwa für eine Tages- oder Nachtpflege.

Die Zahlen zeigen, dass viele Patienten eher eine niedrige Pflegestufe zugesprochen bekommen. Pflegegrad 2 bedeutet konkret, dass eine “erhebliche Einschränkung der Selbstständigkeit” festgestellt wird. Seit 2017 ist hierbei nicht mehr der Maßstab, welche Zeit für die Pflege aufgewendet werden muss. Stattdessen bewertet ein Gutachter des medizinischen Dienstes, wie selbstständig eine Person noch handeln kann. Dafür werden Punkte in fünf verschiedenen Kategorien vergeben: etwa mit Blick auf die Mobilität, kognitive Fähigkeiten oder ob sich der Betroffene noch selbst versorgen kann.

Ältere Eltern unterschätzen potentiellen Aufwand für Kinder

Aufhorchen lässt in diesen Zusammenhang eine aktuelle Studie unter der Generation der Über-55-Jährigen. 74 Prozent der Befragten, somit die überwiegende Mehrheit, gab dabei zu Protokoll, sie wolle nicht den eigenen Kindern zur Last fallen: weder finanziell noch von ihnen betreut werden.

Das ist aber ein Stück weit Selbstbetrug. 63 Stunden in der Woche fallen in einem Haushalt mit einer pflegebedürftigen Person im Schnitt an — Waschen, Hilfe beim Essen und im Haushalt helfen, so hat eine Auswertung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Und auch, wenn sich mehrere Personen die Arbeit teilen, ist oft ein Angehöriger Hauptpfleger und übernimmt den Großteil. Gut 70 Prozent der 2,1 Millionen Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt: in der Regel vom Ehepartner oder den Kindern.

Hier heißt es: Vorsorge treffen! Denn tritt ein Pflegefall in der Familie auf, sind viele nicht vorbereitet. Das bedeutet Einbußen bei Job und Karriere. Rund ein Drittel der Hauptpflegepersonen im erwerbsfähigen Alter musste demnach die Arbeitszeit im Job reduzieren, so ein weiteres Ergebnis der Böckler-Umfrage. Mehr als vier von zehn Personen (44 Prozent) dieser Gruppe ist aktuell gar nicht erwerbstätig.

Hier hilft eine private Pflegezusatzversicherung, die drohenden Kosten und Erwerbsausfälle aufzufangen. Eine solche Police sollte möglichst in jungen Jahren abgeschlossen werden. Denn Vorerkrankungen und ein höheres Alter können dazu führen, dass der Vertrag deutlich teurer wird oder nur unter Ausschlüssen zu haben ist. Zur Erinnerung: In der Pflege gilt der Grundsatz, dass Kinder für ihre Eltern haften. Zumindest, wenn deren eigenes Einkommen sowie das Einkommen des Ehepartners nicht ausreicht. Das kann speziell bei stationärer Unterbringung im Heim teuer werden. Das Sozialamt holt sich von den “Verwandten in gerader Linie” wieder zurück, was an Pflegekosten nicht gedeckt ist.

Die Freigrenzen für das Vermögen, das Kinder behalten dürfen, ist hierbei gar nicht üppig. Um ein Beispiel zu nennen: Laut der sogenannten “Düsseldorfer Tabelle”, die Richtwerte für Sozialurteile vorgibt, müssen alleinstehende und volljährige Kinder in 2019 hälftig als Unterhalt an ihre pflegebedürftigen Eltern zahlen, was an Einkommen über 1.800 (einschließlich 480 Euro Warmmiete) hinausreicht. Ehepaaren müssen ab einem Betrag von 3.240 Euro mit einem Prozentsatz von 55 Prozent des darüber hinausgehenden Einkommens für den Elternunterhalt einstehen.

Aktuelle Zahlen zeigen erneut, wie wichtig eine private Pflegezusatzversicherung ist. Wer in einem Pflegeheim stationär betreut werden muss, zahlt demnach im Schnitt monatlich 1.170 Euro Eigenanteil. Geld, das zusätzlich zu den Kosten finanziert werden muss, die durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgedeckt sind.

Am Montag tagte der Gesundheitsausschuss des Bundestages, nachdem die Opposition einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Das Thema dabei war durchaus wichtig, wie die “Bild”-Zeitung exklusiv berichtete. Überfordern die Eigenanteile für die stationäre Pflege die Patienten? Drohen die Kosten für die Betroffenen aus dem Ruder zu laufen?

In der Anhörung kamen auch Experten zu Wort, die interessante Zahlen präsentierten. Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) hat zum Beispiel folgendes errechnet: Im Schnitt zahlen Betroffene vom Beginn der Pflegebedürftigkeit bis zum Tod 31.131 Euro aus der eigenen Tasche, wenn sie in ein Pflegeheim müssen. Das ist der Preis für einen Kleinwagen. Doch je länger jemand im Heim betreut wird, desto mehr muss er aus der eigenen Tasche finanzieren. Umgerechnet in den monatlichen Eigenanteil, beziffern sich die durchschnittlichen Kosten demnach auf 1.170 Euro.

Das ist nicht wenig – und jeder kann errechnen, ob er im Falle der Pflegebedürftigkeit einen vierstelligen Betrag extra zur Verfügung hat. Wenn nicht, werden die Angehörigen zur Kasse gebeten, in der Regel der Ehepartner oder die Kinder. Dass die hohen Pflegekosten ein Armutsrisiko bedeuten, zeigt eine andere Zahl. Zum Jahresende 2016 waren bereits 347.000 Senioren auf “Hilfe zur Pflege” angewiesen, das ist jeder sechste Pflegefall. Mit “Hilfe zur Pflege” springt das Sozialamt ein, wenn das eigene Einkommen nicht reicht, um die Lebenskosten im Pflegefall abzusichern. Grundlage ist das 12. Buch des Sozialgesetzbuches.

Es kann also nicht schaden, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Speziell eine Pflegetagegeld- und Pflegerentenversicherung bietet sich hierfür an. Dann nämlich kann das Geld nach eigenem Ermessen verwendet werden – im Gegensatz zu einer Pflegekosten-Police, die lediglich die Kostendifferenz für ambulante und stationäre Dienste übernimmt. Hierbei gilt es zu bedenken, dass nach wie vor zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen umsorgt werden.

Seit Inkrafttreten des 2. Pflegestärkungsgesetzes ist der Eigenanteil im Pflegeheim übrigens nicht mehr abhängig vom Pflegegrad bzw. der Pflegestufe. Alle Bewohner einer Einrichtung zahlen den gleichen Betrag. Hier lohnt sich ein Vergleich von verschiedenen Regionen und Pflegeheimen, denn die Kosten können stark differenzieren. In Sachsen müssen die Betroffenen im Schnitt 1.170 Euro zuschießen. In Nordrhein-Westfalen zahlen sie mit 2263 Euro deutlich mehr.

Der Eigenanteil, den Patienten für eine Unterbringung im Pflegeheim zahlen müssen, variiert von Bundesland zu Bundesland sehr stark. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums. Eine private Pflegezusatzversicherung kann helfen, die drohenden Kosten aufzufangen.

Es ist ein Fakt: Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilkasko. Wird eine Person zum Pflegefall, so können in der Regel nicht alle Pflege- und Versorgungskosten aus dieser staatlichen Pflichtversicherung bedient werden – auch wenn es gut ist, dass sie überhaupt einen Grundschutz bietet. Es droht eine Vorsorgelücke, die sich im Monat schnell auf einen vierstelligen Betrag summieren kann.

Große Unterschiede beim einrichtungseinheitlichen Eigenanteil

Die potentielle Pflegelücke zeigen auch neue Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zu den Kosten in Pflegeheimen. Seit dem Jahresbeginn 2017 gilt in Pflegeeinrichtungen ein sogenannter einrichtungseinheitlicher Eigenanteil, mit “EEE” abgekürzt. Das ist jener Betrag, den Patienten allein für pflegerische Anwendungen und Schulungen des Personals berechnen: und zwar unabhängig von Pflegegrad und Pflegestufe. Hinzu treten noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen, die von den Patienten extra aufgebracht werden müssen.

Dieser Eigenanteil ist von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden, wie die Zahlen des Gesundheitsministeriums zeigen. Am höchsten ist er im Saarland, wo Heimbewohner im Schnitt satte 869 Euro im Monat zahlen müssen. Auch in Berlin (856 Euro) und Baden-Württemberg (768 Euro) ist der Eigenanteil sehr hoch. Ganz anders hingegen in Thüringen oder Schleswig-Holstein, wo die Pflegeheim-Patienten nur 225 Euro bzw. 289 Euro im Monat zahlen. Errechnet wird der Eigenanteil von den Trägern der Pflegeheime nach einem bestimmten Schlüssel.

Der Eigenanteil wurde mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz eingeführt und hatte eigentlich eine gute Ausgangsidee: Menschen sollen nicht schlechter gestellt werden, wenn sich im Pflegeheim ihr Gesundheitszustand verschlechtert und sie in eine höhere Pflegestufe bzw. -seit dem Jahreswechsel- in einen höheren Pflegegrad rutschen. Aber die Unterschiede zeigen, dass in Sachen Transparenz noch einiges im Argen liegt. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Pflegeheim-Kosten zu vergleichen!

Private Vorsorge für besseren Schutz

Um einer finanziellen Vorsorgelücke vorzubeugen, lohnt sich zusätzlich der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Und zwar möglichst in jungen Jahren: Nicht nur kann die Pflegebedürftigkeit auch schon junge Menschen treffen. Ein weiterer Grund für einen zeitigen Abschluss ist, dass Alter und Vorerkrankungen oft von den Versicherern mit Aufschlägen bei der Prämie und Leistungsausschlüssen “bestraft” werden. Weil aber der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss ausschlaggebend ist für die Kosten eines Vertrages, lohnt es sich, schon zeitig mit einer Pflegezusatz-Police vorzusorgen.

Ein privater Pflegeschutz ist auch deshalb wichtig, weil der Ehepartner und die Kinder zahlen müssen, wenn das Vermögen einer pflegebedürftigen Person nicht ausreicht, um alle Kosten zu decken. Hier gilt das Motto: Kinder haften für ihre Eltern! Zusätzlich erleichtert eine Pflegetagegeld- oder Rentenversicherung die finanzielle Situation einer Familie, wenn der Patient zu Hause betreut werden soll und nicht ins Pflegeheim kommt. Denn das ausgezahlte Geld steht dem Versicherten zur freien Verfügung.

Am 8. März wird der Internationale Frauentag begangen! Deshalb sollen an dieser Stelle drei Fakten verdeutlichen, dass Frauen auch in Sachen Alters- und Pflegevorsorge Außerordentliches leisten und besondere Aufgaben zu schultern haben.

1.) Frauen erhalten teils deutlich niedrigere Renten

Frauen erhalten deutlich niedrigere Renten als Männer, wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) hervorgeht. Die Forscher haben sich angeschaut, wie weit die Renten von Frauen und Männern auseinanderliegen, und dafür Daten zu der gesetzlichen Rentenversicherung aus dem Jahr 2014 ausgewertet.

Das Ergebnis der Studie lässt aufhorchen. Speziell in Westdeutschland erwerben männliche Ruheständler teils deutlich höhere Rentenansprüche. Männer erhielten im Schnitt eine Monatsrente von 994 Euro ausgezahlt und damit rund 42 Prozent mehr als Frauen, die satte 418 Euro weniger Ruhestandsgehalt bekommen.

Besser gestaltet sich die Situation für Frauen in den neuen Bundesländern, waren doch zu DDR-Zeiten auch weitaus mehr weibliche Personen erwerbstätig. Hier erzielten Männer eine Monatsrente von 1.057 Euro, was ein Plus gegenüber den Frauen von 239 Euro bedeutet.

Warum aber haben Frauen deutlich niedrigere Rentenansprüche? Die Antwort ist schnell gefunden. Im Schnitt verdienen Arbeitnehmerinnen nicht nur weniger als Arbeitnehmer – unter anderem, weil sie in schlechter bezahlten Berufen tätig sind und oft auch nur in Teilzeit. Sie unterbrechen ihr Erwerbsleben auch nach wie vor häufiger, um Kinder großzuziehen und Angehörige zu pflegen.

2.) Frauen haben mehr Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen

Frauen fehlen häufiger aufgrund einer psychischen Erkrankung als Männer. Das geht aus dem DAK Gesundheitsreport 2017 hervor, für den die Daten von 2,6 Millionen deutschen Arbeitnehmern ausgewertet wurden. Bei weiblichen Erwerbstätigen wurden demnach im vergangenen Jahr stolze 60 Prozent mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen diagnostiziert als bei Männern (311 Ausfalltage je hundert Versicherte gegenüber 191 Ausfalltagen).

Gründe nennt der DAK-Gesundheitsreport zwar keine, deutet sie aber zumindest an. So sind Frauen weit häufiger in Berufen vertreten, die eine besondere psychische Belastung bedeuten, etwa in der Lehrer- und Krankenpfleger-Branche. So ist auch die Pflege weiblich, wie die Dienstleistungsgesellschaft Verdi berichtet: Der Frauenanteil in Pflegeberufen liegt bei 88 Prozent in der häuslichen Pflege, bei 85 Prozent in der stationären. Auch lasten familiäre Aufgaben wie Erziehung und die Pflege von Angehörigen noch zu oft überproportional auf den Schultern der Frauen, wie Fakt Numero Drei zeigt.

3.) Es sind vor allem Frauen, die Angehörige zu Hause pflegen – und dafür ihren Beruf einschränken

In Deutschland sind mehr als 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet. Sieben von zehn Pflegebedürftigen werden dabei zu Hause von Verwandten betreut. Dass diese Aufgabe vor allem von Frauen geschultert wird, zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage aus dem Jahr 2014.

Laut forsa-Studie hat jede dritte erwerbstätige Frau für eine Pflegetätigkeit bereits ihre Arbeitszeit reduzieren müssen. Bei den Männern hingegen hat das nur jeder Vierte getan. Eine weitere Erkenntnis: Pflege ist ein Vollzeitjob! Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der pflegenden Angehörigen sind demnach täglich im Einsatz.

Am 8. März wird der Internationale Frauentag begangen! Deshalb sollen an dieser Stelle drei Fakten verdeutlichen, dass Frauen auch in Sachen Alters- und Pflegevorsorge Außerordentliches leisten und besondere Aufgaben zu schultern haben.

1.) Frauen erhalten teils deutlich niedrigere Renten

Frauen erhalten deutlich niedrigere Renten als Männer, wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) hervorgeht. Die Forscher haben sich angeschaut, wie weit die Renten von Frauen und Männern auseinanderliegen, und dafür Daten zu der gesetzlichen Rentenversicherung aus dem Jahr 2014 ausgewertet.

Das Ergebnis der Studie lässt aufhorchen. Speziell in Westdeutschland erwerben männliche Ruheständler teils deutlich höhere Rentenansprüche. Männer erhielten im Schnitt eine Monatsrente von 994 Euro ausgezahlt und damit rund 42 Prozent mehr als Frauen, die satte 418 Euro weniger Ruhestandsgehalt bekommen.

Besser gestaltet sich die Situation für Frauen in den neuen Bundesländern, waren doch zu DDR-Zeiten auch weitaus mehr weibliche Personen erwerbstätig. Hier erzielten Männer eine Monatsrente von 1.057 Euro, was ein Plus gegenüber den Frauen von 239 Euro bedeutet.

Warum aber haben Frauen deutlich niedrigere Rentenansprüche? Die Antwort ist schnell gefunden. Im Schnitt verdienen Arbeitnehmerinnen nicht nur weniger als Arbeitnehmer – unter anderem, weil sie in schlechter bezahlten Berufen tätig sind und oft auch nur in Teilzeit. Sie unterbrechen ihr Erwerbsleben auch nach wie vor häufiger, um Kinder großzuziehen und Angehörige zu pflegen.

2.) Frauen haben mehr Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen

Frauen fehlen häufiger aufgrund einer psychischen Erkrankung als Männer. Das geht aus dem DAK Gesundheitsreport 2017 hervor, für den die Daten von 2,6 Millionen deutschen Arbeitnehmern ausgewertet wurden. Bei weiblichen Erwerbstätigen wurden demnach im vergangenen Jahr stolze 60 Prozent mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen diagnostiziert als bei Männern (311 Ausfalltage je hundert Versicherte gegenüber 191 Ausfalltagen).

Gründe nennt der DAK-Gesundheitsreport zwar keine, deutet sie aber zumindest an. So sind Frauen weit häufiger in Berufen vertreten, die eine besondere psychische Belastung bedeuten, etwa in der Lehrer- und Krankenpfleger-Branche. So ist auch die Pflege weiblich, wie die Dienstleistungsgesellschaft Verdi berichtet: Der Frauenanteil in Pflegeberufen liegt bei 88 Prozent in der häuslichen Pflege, bei 85 Prozent in der stationären. Auch lasten familiäre Aufgaben wie Erziehung und die Pflege von Angehörigen noch zu oft überproportional auf den Schultern der Frauen, wie Fakt Numero Drei zeigt.

3.) Es sind vor allem Frauen, die Angehörige zu Hause pflegen – und dafür ihren Beruf einschränken

In Deutschland sind mehr als 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet. Sieben von zehn Pflegebedürftigen werden dabei zu Hause von Verwandten betreut. Dass diese Aufgabe vor allem von Frauen geschultert wird, zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage aus dem Jahr 2014.

Laut forsa-Studie hat jede dritte erwerbstätige Frau für eine Pflegetätigkeit bereits ihre Arbeitszeit reduzieren müssen. Bei den Männern hingegen hat das nur jeder Vierte getan. Eine weitere Erkenntnis: Pflege ist ein Vollzeitjob! Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der pflegenden Angehörigen sind demnach täglich im Einsatz.