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Pflegevorsorge ist wichtig: Das hat auch der Staat erkannt und fördert private Pflegezusatzversicherungen mit fünf Euro im Monat. Doch die Nachfrage nach sogenannten Pflege-Bahr-Policen, benannt nach dem früheren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), bleibt bescheiden. Auch 2019 konnte die Zahl der Verträge nicht die Millionengrenze knacken.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilkasko. Und damit bedeutet es ein echtes Armutsrisiko, wenn man selbst oder ein Mitglied der Familie plötzlich auf Pflege angewiesen ist. Im Januar 2020 betrug der Eigenanteil für die vollstationäre Unterbringung im Pflegeheim bereits 1.940 Euro im Monats-Schnitt: zusätzlich zu dem, was die Krankenkassen zuschießen.

Doch auch wenn Familienangehörige zuhause betreut werden, bedeutet das finanzielle Einbußen für die Mehrheit der Pflegenden. Im Job muss unter Umständen kürzer getreten werden, viele Pflegende wechseln in Teilzeit. Und auch der behindertengerechte Umbau der Wohnung verschlingt zusätzliche Kosten, die nicht voll von den Kassen übernommen werden. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung 2013 das “Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz” (PNG) in Kraft gesetzt: Seitdem wird die private Pflegevorsorge staatlich gefördert.

Weniger als eine Million Verträge

Aber die sogenannten Pflege-Bahr-Versicherungen bleiben trotz dem Extra vom Staat ein Nischenprodukt. Wie die Zeitschrift “Euro am Sonntag” (22. Mai) berichtet, stieg das Neugeschäft mit diesen Versicherungen zwar im Jahr 2019 um vier Prozent an: Doch noch immer sind weniger als eine Million solcher Verträge vermittelt worden. Der Bestand aller Versicherer zum Jahresende 2019 betrug demnach rund 917.500 Pflege-Bahr-Versicherungen.

Dabei hat der Gesetzgeber sehr darauf geachtet, bei diesen Pflegetagegeld-Policen die Hürden für Versicherungsnehmerinnen und -nehmer niedrig anzusetzen. Wer einen staatlich geförderten Tarif anbietet, darf demnach keine Anträge aufgrund von Vorerkrankungen, Alter und gesundheitlichen Risiken ablehnen. Lediglich wer bereits eine Pflegestufe hat, ist ausgeschlossen.

Gerade für Menschen, die aufgrund einer Vorerkrankung schwer -oder nur sehr teuer- eine “normale” Pflegezusatzversicherung bekommen, ist der Pflege-Bahr deshalb eine Option, um drohende Kosten im Pflegefall aufzufangen.

Insgesamt wenig private Vorsorge für die Pflege

Der niedrigschwellige Einstieg bei Pflege-Bahr hat allerdings auch einen Nachteil. Denn mitunter sind die staatlich geförderten Verträge teurer als andere Pflegeversicherungen, weil die Anbieter keine Risikoeinstufung vornehmen dürfen. Sie fürchten schlicht, das überproportional viele Menschen mit hohem Pflegerisiko eine solche Police abschließen.

Deshalb sollten potentielle Kundinnen und Kunden zunächst prüfen, ob nicht geförderte Tarife keine bessere Option sind. Doch auch diese Angebote sind eine Nische, wenn sie auch deutlich mehr nachgefragt werden in den letzten Jahren.

Weniger als 3,5 Millionen Bürger besaßen zum Jahresende 2019 eine Pflegezusatz-Police, geförderte und nicht geförderte Verträge zusammengerechnet: Das entspricht rund vier Prozent der Bevölkerung. Angesichts der drohenden Pflegekosten im Ernstfall ist das deutlich zu wenig. Ein Beratungsgespräch schafft Klarheit über Vor- und Nachteile der Angebote.

Die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung erlebt einen kleinen Boom: Schon 400.000 Bürger hatten bis Ende Januar 2014 eine Police gezeichnet. Die auch unter „Pflege-Bahr“ bekannten Pflegetagegeldversicherungen sollen auch jenen Menschen einen Schutz bieten, die bereits eine Vorerkrankung haben und deshalb nur schwer eine Pflegepolice finden würden.

Es war eines der letzten Reformvorhaben, das die schwarz-gelbe Vorgängerregierung umsetzen konnte: eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung einzuführen, die unabhängig von Alter und Vorerkrankungen beinahe allen Menschen Schutz bietet. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten werden diese Versicherungspolicen auch bei den Bundesbürgern immer öfter nachgefragt. Immerhin 400.000 sogenannte Pflege-Bahr-Verträge, benannt nach dem früheren FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr, konnten bisher an den Mann bzw. die Frau gebracht werden, wie der PKV-Verband am Dienstag in Berlin mitteilte.

Bis zum Jahresende wird sogar die magische Grenze von eine Millionen abgeschlossenen Verträgen angepeilt. Die Chancen dafür stehen gut, werden doch pro Tag rund 1.000 derartige Policen abgeschlossen. Wer die Versicherung zeichnet, bekommt unter gewissen Voraussetzungen monatlich 5 Euro Zusatz vom Staat für eine Pflegetagegeldversicherung. Denn auch die Politik hat erkannt, dass private Pflegevorsorge wichtig ist.

Zwar gibt es bekanntlich auch die gesetzliche Pflegeversicherung – sie wurde vor 20 Jahren am 11. März 1994 durch den damaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) eingeführt. Aber diese deckt im Pflegefall nur einen Bruchteil der Kosten ab. Je nach Pflegestufe kann eine Deckungslücke von bis zu 1.700 Euro entstehen, wenn eine Person stationär im Pflegeheim betreut werden muss. Reicht das Geld des Pflegebedürftigen nicht aus, können die Kinder zur Kasse gebeten werden.

Laut „Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung“ (PNG) darf bei einer Pflege-Bahr-Police kein Antragsteller aufgrund von Vorerkrankungen, Alter oder gesundheitlichen Risiken abgewiesen werden. Nur wer bereits eine Pflegestufe zugesprochen bekam, darf einen solchen Vertrag nicht zeichnen. Diese Regelung hat allerdings auch einen Nachteil: mitunter sind die staatlich geförderten Verträge teurer als andere Pflegeversicherungen, weil die Anbieter keine Risikoeinstufung vornehmen dürfen. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung über den besten Pflegeschutz!