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Aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen erneut, wie stark Menschen von Altersarmut bedroht sind. Demnach erhält fast jeder dritte Rentner weniger als 1.000 Euro im Monat, obwohl er mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. Von niedrigen Renten ist vor allem betroffen, wer lange in Teilzeit arbeitete oder arbeitslos war.

Wer auf ein langes Arbeitsleben zurückblickt und in den Ruhestand wechselt, der will die verbleibende Zeit noch genießen. Reisen, Sport, Restaurant-, Konzert- und Theaterbesuche: All das sind beliebte Aktivitäten von Rentnerinnen und Rentnern, zumal die Deutschen immer älter werden und immer länger fit bleiben. Mit 70 Jahren noch einen Halb-Marathon laufen? Für viele Freizeitsportler im Seniorenalter durchaus ein realistisches Ziel.

Das Problem ist: All diese Aktivitäten wollen und müssen finanziert werden. Neben Miete, steigenden Lebenshaltungskosten oder sogar Einkommenssteuer, die zunehmend auch Rentner zahlen müssen. Und so droht vielen Seniorinnen und Senioren ein böses Erwachen, wenn sie darauf blicken, was sie im Alter für finanzielle Möglichkeiten haben. Jeder zweite Deutsche ab 18 Jahren hat Angst vor Altersarmut, wie eine repräsentative Umfrage des Beratungshauses EY zeigt.

Die Renten sind nicht üppig

Dass die Sorge vor finanziellen Engpässen begründet ist, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Fast jeder dritte Rentner bzw. jede dritte Rentnerin, die mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, erhalten weniger als 1.000 Euro Altersrente. Das ergab eine Antwort des Bundessozialministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Besonders groß ist das Armutsrisiko hierbei in den neuen Bundesländern. Mit Ausnahme von Berlin (29,81 Prozent) erhalten in nahezu jedem ostdeutschen Bundesland rund 40 Prozent der Ruheständler weniger als 1.000 Euro Monatsrente. Der Grund ist, dass speziell in der Nachwendezeit viele Menschen von teilweiser Arbeitslosigkeit betroffen waren. Dem entgegen sind im Westen im Schnitt weniger als 30 Prozent Ruheständler betroffen.

Zugleich zeigen die Zahlen, dass für viele Seniorinnen und Senioren die gesetzliche Rente Haupteinnahme-Quelle ist. Viele haben weder eine betriebliche noch eine private Vorsorge, auch keine andere Einnahmen wie Erträge aus Aktienbesitz oder aus Mieten. Das bedeutet oft, dass diese Menschen den Lebensstandard nach unten korrigieren müssen – und im Alter knausern.

Erneut belegen die Daten der Rentenkasse, wie wichtig die zusätzliche betriebliche und private Altersvorsorge ist. Selbst Menschen mit mittleren Einkommen müssen Altersarmut fürchten, wenn sie sich ganz auf die gesetzliche Rente verlassen. Umso erschreckender ist, dass in der Coronakrise jeder Fünfte mit finanziellen Einbußen seine Altersvorsorge deutlich kürzt oder gar ganz auflöst, wie eine Umfrage des Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) zeigt. Hier hilft ein Beratungsgespräch, mögliche Alternativen zu finden.

Die gute Nachricht: Die Deutschen sichern sich immer besser gegen Berufsunfähigkeit ab. So sind die durchschnittlich vereinbarten Jahresrenten in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die schlechte: Noch immer sind die vereinbarten BU-Renten oft zu niedrig, um den Lebensstandard der Versicherten ausreichend abzusichern. Das geht aus aktuellen Branchenzahlen der Versicherungswirtschaft hervor.

Deutsche Verbraucher vereinbaren immer höhere Renten, um sich mit einer Berufsunfähigkeits-Police für den Fall abzusichern, dass es im Job nicht mehr weitergeht. Das zeigen aktuelle Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag präsentierte.

Wiesen 2009 erst 35 Prozent der ausgewerteten Verträge eine Barrente von jährlich mehr als 10.000 Euro aus, so lag dieser Anteil 2018 bereits bei 49 Prozent, schreibt der GDV im Pressetext. “Die Zahlen unterstreichen das wachsende Bewusstsein der Menschen dafür, ihre Arbeitskraft abzusichern”, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Immerhin jeder vierte Arbeitnehmer werde im Verlauf seines Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig – sei es durch eine schwere Krankheit oder Unfall. Im Schnitt schließen die Deutschen eine BU mit 28 Jahren ab.

Viele Renten noch immer zu wenig

Trotz dieses Trends zeigen die Zahlen auch, dass viele Versicherte noch immer zu niedrige Renten bei Berufsunfähigkeit vereinbart haben. Selbst eine Jahresrente von 10.000 Euro sichert den Betroffenen nur knapp 834 Euro im Monat zu: kaum mehr als Grundsicherungs-Niveau.

Hier sei daran erinnert, dass die private BU-Rente mit der Grundsicherung verrechnet wird, sollte ein Berufsunfähiger bzw. eine Berufsunfähige auf Sozialleistungen angewiesen sein. Entsprechend sollte eine Rente vereinbart werden, die deutlich darüber liegt. Experten empfehlen, mindestens 1.000 Euro pro Monat abzusichern.

Wie hoch die Rente gewählt wird, ist natürlich auch von der jeweiligen Lebenssituation, dem Beruf und den finanziellen Möglichkeiten des Versicherungsnehmers abhängig. Allein-Ernährer einer Familie sollten zum Beispiel eine höhere Summe vereinbaren, auch ein laufender Kredit kann ein Grund für einen höheren Schutz sein. Die Höhe sollte sich am jeweiligen Nettoeinkommen orientieren.

Etwas schwieriger ist es natürlich für Schüler, Studenten und Gründer, die finanziellen Kosten eines BU-Schutzes zu stemmen. Dabei ist es sinnvoll, sich zeitig zu versichern. Nicht nur werden viele Studenten zum Beispiel in eine günstige Berufsgruppe eingestuft. Sie haben in der Regel auch noch keinen Schutz über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erworben. Ein früher Abschluss lohnt sich auch, weil dann in der Regel noch keine Vorerkrankungen vorliegen.

Für diese Zielgruppen kann zunächst eine geringere Summe vereinbart werden. Darauf geachtet werden sollte aber, dass dieser Schutz im Laufe des Lebens entsprechend angepasst und erhöht werden kann: zum Beispiel über Nachversicherungs-Garantien. Auch sollten Schüler und Studenten die Klauseln des Vertrages genau checken: etwa, ob eine extra Gesundheitsprüfung erforderlich wird, wenn ein vollwertiger Beruf ergriffen wird.

Die Altersrente fällt in Deutschland schon jetzt keineswegs üppig aus. Das zeigt eine aktuelle Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Nach der Rentenerhöhung im Juli 2019 erhielten Rentnerinnen und Rentner demnach nur knapp 952 Euro im Schnitt vor Abzug der Steuern.

Wie hoch sind in Deutschland eigentlich die gesetzlichen Altersrenten? Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist: Müssen doch die verschiedenen Rentenarten berücksichtigt werden, auch abhängig von der Dauer der gezahlten Beiträge. Aber fest steht: ein Durchschnittsrentner bzw. -rentnerin kann nicht auf allzu hohe Bezüge hoffen. Das zeigt die Statistik “Die Rentenbestände in der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland”, die das Arbeitsministerium vor wenigen Tagen vorgelegt hat.

Im Bundesschnitt erhielten Männer von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) demnach eine Rente von 1.187,10 Euro monatlich, während Frauen 764,29 Euro ausgezahlt bekamen. Das betrifft den sogenannten Rentenzahlbetrag. Hier wurden die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bereits abgezogen, aber nicht die Steuern. Knappschaftliche Zahlungen (Altersvorsorge des Bergbaus) sind hierbei nicht berücksichtigt. Stichtag für die Zahlen war der 1. Juli 2019.

Bei näheren Blick ist aber zwischen einzelnen Rentenarten zu unterscheiden. Die sogenannte Regelaltersrente fällt demnach niedriger aus. Sie erhält, wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und zudem die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen kann. Frauen und Männer in Westdeutschland erhielten durchschnittlich circa 610 Euro Regelaltersrente, in Ostdeutschland betrug sie circa 1.066 Euro. Knapp 7,5 Millionen Menschen haben hierauf aktuell Anspruch. Die Daten zeigen aber deutlich: Allein auf die Rente dürfen sich die wenigsten Menschen verlassen. Zusätzliche Altersvorsorge ist dringend anzuraten.

45 oder 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse?

Am besten stehen jene da, die die sogenannte “Altersrente für besonders langjährig Versicherte” erworben haben. Hierfür müssen 45 Beitragsjahre zur Rentenkasse vorgewiesen werden und die Regelaltersgrenze erreicht sein, sofern nicht von der Sonderregel “Rente mit 63” Gebrauch gemacht wird. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte betrug in Westdeutschland im Schnitt 1.409 Euro, in Ostdeutschland 1.222 Euro. Doch nur wenige erfüllen die lange Beitragszeit: Anspruch haben aktuell 1,25 Millionen Seniorinnen und Senioren.

Einfacher zu erfüllen sind die Vorgaben für die Altersrente für langjährig Versicherte. Hierfür sind 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse notwendig. Entsprechend niedriger sind aber auch die Rentenzahlungen: Sie betrugen zum 1. Juli 2019 im Schnitt 1.153 Euro in West und 1.118 Euro in Ost. Hier waren 1,91 Millionen Menschen anspruchsberechtigt.

Eine besondere Rentenart ist die sogenannte Altersrente für Frauen nach § 237a SGB VI. Anspruch mit Abschlägen haben vor dem 1. Januar 1952 geborene weibliche Versicherte, die das 60. Lebensjahr vollendet, die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre an Pflichtbeitragszeiten zurückgelegt haben. Sie ist die Rentenart mit den meisten Leistungsbeziehern bzw. – in diesem Fall – Bezieherinnen. Immerhin 3,45 Millionen Seniorinnen hatten Anspruch darauf. Und sie erhielten im Schnitt nur 868 Euro pro Monat in Westdeutschland und 1.046 Euro in Ost.

Wer Altersrente für Schwerbehinderte bezieht, erhält in Westdeutschland im Schnitt 1.203 Euro, in Ostdeutschland 1.114 Euro. Knapp 1,76 Millionen Seniorinnen und Senioren wurden zum Stichtag 1. Juli 2019 dieser Rentenart zugerechnet.

Welche Rentenarten es noch gibt und wie man zusätzlich für das Alter vorsorgen kann, klärt ein Beratungsgespräch mit einer Expertin bzw. einem Experten.

Für gesetzliche Rentenversicherte kann es sich lohnen, freiwillig Rentenbeitrag zu zahlen. Denn mit freiwilligen Beiträgen kann man seinen Rentenanspruch erhöhen oder überhaupt erstmal Ansprüche erwerben, sofern man noch keine ausreichenden Versicherungszeiten hat. Auch mit Blick auf die Erwerbsminderung lohnt das unter Umständen.

Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung aktuell nicht pflichtversichert ist, kann noch bis zum 31. März 2020 freiwillig Beiträge für das zurückliegende Jahr 2019 nachzahlen. Darauf weist aktuell die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern in einem Pressetext hin.

Lücken bei der Rente durch freiwillige Beiträge schließbar

Freiwillige Beitragszahlungen können in mehrerer Hinsicht nützlich sein. So lassen sich dadurch spätere Rentenansprüche erhöhen sowie Lücken im Versicherungskonto schließen: etwa um Wartezeiten für die Altersrente oder Anrecht auf Rehaleistungen der Rentenkasse zu sichern. Auch wer Pflichtbeiträge für die Erziehung eines Kindes angerechnet bekam, aber die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren nicht erfüllt hat, kann sich damit Rentenansprüche sichern.

Positiv ist, dass die angehenden Ruheständler relativ flexibel selbst festlegen können, wie viel sie an freiwilligem Beitrag zahlen. 83,70 Euro im Monat beträgt hierbei der monatliche Mindestbeitrag, der Höchstbetrag aktuell 1.283,40 Euro. Frei wählbar ist auch die Zahl der Monate, für die das Beitrags-Extra entrichtet wird.

Flexirentengesetz: Ausgleichszahlungen bei früherer Rente ab 50 möglich

Wer früher in Rente will, ohne die Regelaltersrente zu erreichen, kann seit dem Inkrafttreten des Flexirenten-Gesetzes im Sommer 2017 bereits ab dem 50. Lebensjahr eventuelle Abschläge ausgleichen, indem er Sonderzahlungen leistet. Hier gilt es zu bedenken: Wird eine Altersrente vorzeitig in Anspruch genommen, ergeben sich gesetzliche Abschläge in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat.

Doch die sogenannte Ausgleichszahlung einer Rentenminderung (nach § 187a SGB VI) erlaubt es, die Abschläge ganz oder teilweise zu korrigieren: dadurch entstehen zusätzliche Anwartschaften. Auf Antrag stellt der Rentenversicherungs-Träger eine Auskunft aus (Vordruck V0210), welcher Beitrag notwendig ist, um ein früheres Renteneintrittsalter auszugleichen.

Rentner müssen in Summe immer mehr Einkommenssteuern zahlen. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesfinanzministeriums. Demnach wurden Ruheständler 2019 mit circa 40,82 Milliarden Euro Einkommenssteuer zur Kasse gebeten: doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Aber ab wann muss man eigentlich eine Steuer auf Rente leisten?

Wer in der gesetzlichen Rentenkasse versichert ist, muss auf seine Alterseinkünfte seit 2005 über den Ertragsanteil hinaus Steuern zahlen. Das sieht das damals in Kraft getretene Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) vor. Und der Fiskus sammelt immer mehr Steuer von den Rentnern ein, wie aktuelle Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zeigen: laut einem Bericht der “Bild am Sonntag” 2019 ingesamt 40,82 Milliarden Euro an Einkommenssteuer. Das ist doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor.

Schrittweiser Übergang zur nachgelagerten Besteuerung

Konkret sah die Gesetzesreform ab 2005 vor, noch von der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder angeschoben, einen Übergang von der vorgelagerten zur nachgelagerten Besteuerung der Renten anzuschieben. Soll heißen: Die Aufwendungen zur Altersvorsorge in der Ansparphase werden schrittweise steuerfrei gestellt, während zugleich die Auszahlungsphase zunehmend belastet wird. Zumindest eine umstrittene Reform.

Dass der Anteil der Steuern steigt, ist vor dem Hintergrund der Reform fast logisch. Nicht nur erhöht sich die Zahl der Rentner, weil die Gesellschaft altert. Zugleich müssen Neurentner auch immer höhere Teile ihrer Rente versteuern. Wer 2005 in Rente ging, erhielt noch einen Freigrenze von 50 Prozent auf seine Bruttojahresrente. Dieser Freibetrag sinkt bis 2020 jedes Jahr um zwei Prozentpunkte. In den Jahren 2021 bis 2040 steigt der Anteil der zu versteuernden Rente dann um jeweils einen Prozentpunkt pro Jahr, bis ab 2040 schließlich die volle Rente versteuert werden muss.

Diese Freigrenze orientiert sich am Jahr des Renteneintritts und wird dann bis zum Lebensende mitgenommen: das heißt, sie sinkt nur für die jeweiligen Neurentner. Wer 2020 in den Altersruhestand geht, muss bereits 80 Prozent seiner Rente versteuern.

Grundfreibetrag: Es muss genug zum Leben bleiben

Zusätzlich bei der Rentenbesteuerung bedacht werden muss der sogenannte Grundfreibetrag. Dieser orientiert sich am Existenzminimum: Was jeder Mensch mindestens zum Leben benötigt. Der Staat geht 2020 davon aus, dass Singles 9.408 Euro im Jahr brauchen, um das Existenzminimum zu sichern – also 784 Euro pro Monat. Paaren steht das Doppelte zu.

Eine Steuererklärung eingereicht werden muss stark vereinfacht, wenn die Rentenzahlungen den Grundfreibetrag übersteigen. Dabei eingerechnet werden muss aber nicht die gesetzliche Rente allein, sondern weitere Rentenarten und Einkommen: etwa auch die betriebliche und private Vorsorge.

Natürlich können Seniorinnen und Senioren mit einer cleveren Steuererklärung ihre Last auch senken. Geltend gemacht werden können zum Beispiel Pflegeausgaben, 20 Prozent für Handwerkerleistungen im eigenen Haus oder der Wohnung, Versicherungsbeiträge und Kosten für Helfer im Haushalt. Hier sollte man nicht scheuen, sich professionelle Hilfe eines Lohnsteuervereins oder Steuerberaters zu holen.

Rechenbeispiel

Wie Freigrenze und Grundfreibetrag bei der Rentensteuer zusammenwirken, zeigt die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) auf ihrer Webseite anhand eines Rechenbeispiels. Eine Frau ging demnach 2004 in Rente. Für die Steuer wird das folgende Rentenjahr 2005 berücksichtigt, wo die Frau eine Jahresbruttorente von 12.000 Euro erhielt und von einem Rentenfreibetrag von 50 Prozent der Rente bzw. 6.000 Euro profitierte.

Im Jahr 2019 erhielt die Frau aufgrund der jährlichen Rentenanpassungen eine Jahresbruttorente von 14.745 Euro. Der Rentenfreibetrag ist nach wie vor bei 6.000 Euro eingefroren – wie berichtet, orientiert er sich am Jahr des Renteneintritts. Ihr zu versteuerndes Renteneinkommen steigt wegen der Rentenerhöhungen von 6.000 Euro auf 8.745 Euro.

Dass die Frau für 2019 dennoch keine Steuern auf die Rente zahlen muss, resultiert nun aber aus dem Grundfreibetrag: also dem ihr zugestandenen Existenzminimum. Denn das zu versteuernde Renteneinkommen liegt mit 8.745 Euro darunter: 2019 bezifferte sich dieser Grundfreibetrag noch auf 9.168 Euro im Jahr. Vorausgesetzt wird in dieser vereinfachten Rechnung aber, dass sie über keine weiteren Einkünfte verfügt.

Armut im Ruhestand – dieses Problem bedroht immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen und mit durchbrochenen Erwerbsbiographien. Das berichtet aktuell das ARD-Politmagazin Monitor unter Berufung auf bisher unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis). Demnach hat die Zahl der Menschen im Ruhestand, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verdienen, zwischen den Jahren 2010 und 2017 um 33 Prozent zugenommen.

Galten in 2010 noch 2,4 Millionen Ruheständlerinnen und Ruheständler als “armutsgefährdet”, waren es in 2017 hingegen bereits 3,2 Millionen Menschen, heißt es in dem Bericht. Armut also bedroht immer mehr Menschen im Ruhestand.

Grundlegend für diese Berechnung der Armutsgefährdung ist das mittlere Einkommen der Bevölkerung. Dieses mittlere Einkommen gibt zunächst an: Es gibt genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Einkommen in der Bevölkerung. Zur Ermittlung des mittleren Einkommens werden allerdings besonders hohe sowie besonders niedrige Löhne herausgerechnet. Das mittlere Einkommen trifft demnach zuverlässigere Aussagen über die Einkommen einer Bevölkerung als das Durchschnittseinkommen, weil insbesondere die Besser- und Bestverdiener diesen Wert nicht verfälschen.

Um die Armutsgefährdung innerhalb einer Bevölkerung zu berechnen, wird aber in einem zweiten Schritt bestimmt, wer höchstens 60 Prozent dieses mittleren Einkommens oder sogar noch weniger verdient. Alle diese Menschen gelten als “armutsgefährdet”. Denn schon unerwartete Ausgaben – als Beispiel genannt werden könnte eine kaputte Waschmaschine – überfordern Menschen mit geringem Einkommen finanziell schnell und lassen sie tatsächlich in Armut abrutschen.

18,7 Prozent der Ruheständler betroffen

Im Jahr 2017 lag der Schwellenwert der Armutsgefährdung bei 13.628 Euro pro Jahr. Wer mit Sozial- und Transferleistungen nur diesen Betrag oder weniger hatte, galt entsprechend als armutsgefährdet. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert bei 28.618 Euro pro Jahr. Insgesamt 16 Prozent der Gesamtbevölkerung waren in 2017 betroffen. Unter Rentnern und Pensionären aber lag der Anteil armutsgefährdeter Personen bei 18,7 Prozent.

Ein besonderer Risikofaktor für Altersarmut sind durchbrochene Erwerbsbiographien. Menschen, die häufiger die Arbeit wechseln und die teils auch niedrige Einkünfte haben, können nicht mehr genügend Ansprüche durch die gesetzliche Rentenversicherung für ein auskömmliches Leben erwerben. Denn 12,63 Euro pro Stunde müsste aktuell ein Arbeitnehmer verdienen, um nach 45 Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung eine Rente oberhalb des Niveaus der Grundsicherung zu erhalten. Das ergab eine Berechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass durchbrochene Erwerbsbiographien zukünftig für immer mehr Menschen die Regel werden.

Renten werden zukünftig weniger einbringen

Und Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden zukünftig immer weniger den Lebensstandard sichern. Denn aufgrund des demografischen Wandels müssen immer weniger Beitragszahler zukünftig für immer mehr Rentner aufkommen. Zwar sinken die Renten nicht. Aber im Verhältnis zu den Durchschnittslöhnen gehen die Renten immer mehr zurück — und werden zudem durch die Inflation entwertet. Es drohen Vorsorgelücken im Alter.

Ein zusätzliches Problem sind steigende Mieten in Ballungsräumen. Warnen doch Sozialwissenschaftler mittlerweile vor der ganz konkreten Gefahr, sich im Alter regelrecht “arm zu wohnen”. In München – Deutschlands Rekordstadt bei hohen Mieten – stiegen laut Studie eines Immobilienportals die Mieten zwischen 2008 und 2018 um sagenhafte 61 Prozent.

Private Vorsorge ist angeraten

Solche Probleme zeigen: Wer sich gegen Armut im Alter absichern will, der sollte privat vorsorgen. Instrumente wie die staatlich geförderte Riester-Rente oder die Basis-Rente können hier helfen. Auch bieten Versicherer neue Modelle der privaten Rentenversicherung an, die auch in Zeiten des Niedrigzins die dringend gebotene Altersvorsorge ermöglichen sollen. Wer sich über derartige Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge informieren will, sollte sich ratsuchend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Früher in Rente gehen, ohne Abschläge in Kauf nehmen zu müssen? Viele Menschen träumen davon. Zumindest für einige Menschen eröffnete der Gesetzgeber aber tatsächlich diesen Weg. Denn das “RV-Leistungsverbesserungsgesetz” machte einen früheren Bezug der Altersrente für “besonders langjährig Versicherte” ab dem 01.07.2014 möglich: Die so genannte “Rente ab 63”. Seitdem gilt: Wer eine Mindestversicherungszeit für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung von 45 Jahren erfüllt, kann früher in Rente gehen, ohne Abschläge hinnehmen zu müssen.

Schwere Bedingung: Wartezeit von 45 Jahren

Die Bedingungen freilich sind streng und sind nicht von jedem erfüllbar. Denn 45 Jahre Pflichtbeiträge aus Beschäftigung oder Pflege sowie Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes müssen erbracht werden, bevor tatsächlich eine abschlagsfreie frühere Rente bezogen werden kann. Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Anrechnungszeiten eines Schul- oder Hochschulbesuchs jedoch werden nicht berücksichtigt.

Auch gilt: Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Zeiten der freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung, solange nicht mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge geleistet wurden. Freiwillige Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung werden demnach nur unter sehr erschwerten Bedingungen für einen früheren Rentenbezug ohne Abschläge bedacht.

“Rente ab 63” wird “Rente ab 65”

Gerade in Zeiten unsteter Erwerbsbiographien können immer weniger Menschen eine solche Mindestversicherungszeit erfüllen. Auch ist die Bezeichnung “Rente ab 63” , streng genommen, falsch. Denn die Sonderregelung von 2014 wurde auf die allgemeinen Erhöhung des Rentenalters – die Regelaltersrente mit 67 – abgestimmt. Hatte doch schon in 2007 der Gesetzgeber beschlossen, das Regelalter für eine gesetzliche Rente anzuheben.

Auch nach Einführung der Sonderregel betrifft dieses erhöhte Rentenalter all jene, die nicht eine Wartezeit von 45 Jahren erfüllen: Nach 1963 geborene Versicherte erreichen die Regelaltersgrenze für eine gesetzliche Rente ohne Abschläge demnach erst mit 67 Jahren anstatt, wie noch bis zur Reform, mit 65 Jahren. 2031 ist dieser Übergang zur “Rente mit 67” abgeschlossen.

Dieser Übergang aber spiegelt sich auch in Bedingungen der Sonderregel für besonders langjährig Versicherte wider: Das Mindestalter dieser Sonderregelung wird schrittweise angehoben. Aus einer “Rente ab 63” für besonders langjährig Versicherte wird demnach eine “Rente ab 65”. Die Regelung der “Rente ab 63” galt konkret für den Geburtsjahrgang 1952. Für jedes spätere Geburtsjahr verschiebt sich der mögliche Renteneintritt um zwei Monate nach hinten. So konnte beispielsweise der Geburtsjahrgang 1953 erst mit 63 Jahren und zwei Monaten in den Ruhestand wechseln. Für angehende Rentner, die 1964 geboren sind, ist der abschlagsfreie Übergang in die Rente erst mit 65 Jahren möglich. Schritt um Schritt erhöht sich demnach auch das Mindestalter für diese abschlagsfreie frühere Rente über die Sonderregelung.

Frühere Rente: Nachfrage übersteigt Erwartungen

Trotz dieses Einwands einer schrittweisen Erhöhung und schwer zu erfüllender Bedingungen durch die Mindestversicherungszeit ist die “Rente ab 63” ein Erfolgsmodell. Das gilt seit Einführung der Sonderregelung in 2014. So wurden im Oktober 2014 und damit vier Monate nach der Einführung bereits 137.000 Anträge für die Rente mit 63 gestellt. Die Nachfrage steigt seitdem stetig an.

Das bisher stärkste Jahr zeichnete sich 2017 ab. Damals hatten insgesamt 253.521 Senioren einen Antrag auf die abschlagsfreie Rente gestellt, wie aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervorgeht. 2018 war die Nachfrage leicht zurückgegangen: knapp 251.000 Personen wollten die Regelung nutzen.

Trotz dieses Rückgangs aber ist die Nachfrage höher, als durch den Gesetzgeber gedacht. Denn im Gesetzentwurf der damals zuständigen Ministerin Andrea Nahles (SPD) waren etwa 200.000 Fälle je Jahr einkalkuliert worden. Für die Rentenkasse bedeutet die Sonderregelung eine höhere Last: Im Oktober 2019 stiegen die Kosten auf über zwei Milliarden Euro im Monat an. Allerdings muss bei Nennung solcher Zahlen bedacht werden: Einige Rentner wären auch ohne Sonderregel früher in den Ruhestand gegangen, dann unter Inkaufnahme von Abschlägen. Wie hoch Kosten der Sonderregelung für die Rentenkasse demnach tatsächlich sind, lässt sich nicht zuverlässig abschätzen.

Früher in Ruhestand? Private Vorsorge hilft

Jedoch sollte für die “Rente ab 63” bedacht werden: Nicht nur durchbrochene Erwerbsbiographien mit vielen Wechseln machen eine Wartezeit von 45 Jahren zukünftig immer unwahrscheinlicher. Die Sonderregel gilt einem Auslaufmodell. Zudem lastet der demografische Wandel auf der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung. Müssen in einer alternden Gesellschaft doch immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen.

Der Gesetzgeber reagierte auf diese Herausforderung mit dem Altersvermögensgesetz (AVmG): Stabile Beiträge sollen längerfristig gesichert werden, dafür aber nimmt man ein sinkendes Rentenniveau in Kauf. Renten werden also zukünftig im Verhältnis zu den Durchschnittslöhnen sinken, wodurch Vorsorgelücken im Alter drohen. Unter solchen Bedingungen könnte ein früherer Ruhestand nicht mehr machbar sein.

Schon aus diesem Grund ist es wichtig, auch privat vorzusorgen. Zeigen doch außerdem Instrumente wie die staatlich geförderte Riester-Rente oder die Basis-Rente oder zeigt das so genannte “Betriebsrentenstärkungsgesetz”: Der Gesetzgeber will ganz gezielt die kapitalgedeckte Altersvorsorge stärken. Wer also frei entscheiden will, wann er in den Ruhestand geht, sollte sich ratsuchend an einen Experten wenden. Denn nur wer vorsorgt, kann auch sicher und frei seinen Ruhestand planen.

Noch nie haben so viele deutsche Rentner im Ausland gelebt wie aktuell. Das geht aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Dennoch: ein Boom zum Aussiedeln im Alter ist nicht zu erkennen.

Rund 240.000 Menschen mit deutschem Pass, die eine gesetzliche Rente beziehen, haben ihren Wohnsitz mittlerweile im Ausland. Das berichtet am Mittwoch die Rentenversicherung Bund (DRV) auf ihrer Webseite. “Dies ist ein neuer Rekord”, kommentiert Rentenexperte Dirk Manthey. “Allein in den letzten zehn Jahren sind rund 50.000 Auslandszahlungen hinzugekommen.”

In die weite Ferne zieht es die Rentner in der Regel nicht. Beliebteste Ziele seien Österreich und die Schweiz, berichtet die DRV. Auch Spanien, die USA und Australien stehen hoch im Kurs. Ein Klischee ist hingegen der deutsche Rentner, der seinen Lebensabend unter Palmen in der Karibik verbringt: Weniger als 50 deutsche Rentner leben aktuell dort.

Auch kann man nicht behaupten, dass es einen Boom zur Rente im Ausland gibt. Immerhin 22,9 Millionen Renten zahlt die deutsche Rentenkasse aktuell aus: eine stolze Zahl. Da machen die Deutschen im Ausland lediglich 1,05 Prozent des Bestandes aus. Bemerkenswert ist, dass in den letzten Jahren ein kleiner Boom Richtung Südosteuropa zu beobachten ist. Mehr als 10.000 Ruheständler leben schon in Ländern wie Griechenland oder Rumänien: oft, weil da die Lebenshaltungskosten niedriger sind.

Rente im Ausland: problemlos, aber…

Was aber gilt es zu beachten, wenn man als Rentner ins Ausland zieht? Glaubt man Dirk Manthey von der DRV, geht das ganz einfach. “Seine Altersrente im Ausland zu beziehen, ist in aller Regel jederzeit problemlos möglich. Die DRV überweist die Rente weltweit”, sagt der Experte.

Beim zweiten Blick können sich aber doch Hürden auftun. Zwar überweist die Rentenkasse die Rente in voller Höhe — Kürzungen drohen aber, wenn es sich um eine Erwerbsminderungsrente oder Bezüge nach dem Fremdrentengesetz handelt: das betrifft Vertriebene und Spätaussiedler. Ebenfalls kein Ersatz wird für Wertverlust durch schwankende Währungskurse und für anfallende Gebühren erbracht.

Zudem ist nicht nur ein Antrag erforderlich. Einmal im Jahr muss auch ein Formular ausgefüllt und rechtzeitig an die Rentenkasse zurückgeschickt werden: eine sogenannte Lebensbescheinigung. Damit will die Behörde überprüfen, ob der Ruheständler tatsächlich noch lebt…und nicht Angehörige auch nach seinem Ableben die Bezüge weiterkassieren. Eine aktuelle Adresse muss der verantwortliche Rentenversicherungs-Träger ebenfalls immer haben. Sonst steht die Zahlung auf dem Spiel.

Steuerpflicht erlischt nicht

Kompliziert kann es auch beim Thema Steuern werden, wenn die Rente nachgelagert besteuert wird. Denn die Steuerpflicht erlischt im Ausland keineswegs, im Gegenteil. Im Ausland lebende Rentner sind nur noch “beschränkt steuerpflichtig”. Was super klingt, entpuppt sich schnell als Nachteil: der Grundfreibetrag entfällt und schon der erste Cent Rente muss besteuert werden. Ein Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht kann hier Abhilfe schaffen.

Das ist aber nicht das einzige Problem mit Blick auf die Rente. Mit vielen Staaten hat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen — mit anderen nicht. Das verhindert, dass Rentner in beiden Ländern Steuern abführen müssen. Wer in bestimmten Staaten wie Griechenland oder den USA wohnt, zahlt seine Steuern dort und nicht hierzulande: auch das ist in den Abkommen geregelt. Hier sollten sich Rentner vor einem Umzug beraten lassen, wo welche Steuern gezahlt werden müssen.

Aktuelle Zahlen der Rentenversicherung zeigen erneut, wie wichtig die zusätzliche Altersvorsorge ist. Nicht einmal 640 Euro Brutto-Monatsrente erhielt ein Ruheständler im Schnitt, wenn sie eine sogenannte Regelaltersrente bezogen. Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse einzahlte, musste auch mit durchschnittlich 1.311 Euro Vorlieb nehmen.

Wer ein auskömmliches Alterseinkommen haben will, sollte sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Sie ist zwar eine wichtige Stütze, die nicht schlechtgeredet werden sollte. Aber für viele Menschen reichen die gesetzlichen Altersbezüge schlicht nicht aus, sind doch private und betriebliche Altersvorsorge weitere wichtige Stützen. Das zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV), über die aktuell das Fachportal “Versicherungsjournal” berichtet.

durchschnittliche Regelaltersrente: 638 Euro monatlich

Demnach erhielten 2018 circa 18,25 Millionen Personen eine gesetzliche Altersrente, darunter 8,11 Millionen Männer und 10,14 Millionen Frauen. Die sogenannte Regelaltersrente fiel im Schnitt jedoch recht knapp aus:

Stark vereinfacht bedeutet “Regelaltersrente”, dass der Versicherte das normale Rentenalter erreicht hat, um abschlagsfrei in den Ruhestand wechseln zu dürfen. Dafür muss er die Wartezeit von fünf Jahren erreicht haben sowie die Regelaltersgrenze überschritten: Hier gilt es zu bedenken, dass das Renteneintrittsalter seit einer Gesetzreform schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben wird. Die Regelaltersrente fiel mit durchschnittlich 638 Euro Monatsrente recht knapp aus: Eingerechnet wurden die Renten von immerhin 7,68 Millionen Ruheständlern.

Etwas besser sieht immerhin der Rentenschnitt für besonders langjährig Versicherte aus, die 45 Beitragsjahre zur Rentenkasse vorzeigen können. Sie bekamen 2018 im Schnitt 1.311 Euro ausgezahlt. Auffallend ist aber zugleich, dass diese langen Beitragsjahre viele Ruheständler nicht erreichen. Lediglich 1,16 Millionen Rentner hatten Anspruch auf die Rente für besonders langjährige Versicherte erworben. Das sind nur knapp 6,4 Prozent aller Altersrentner.

Besonders Frauen von Altersarmut bedroht

Die Altersrente für langjährig Versicherte wurde da schon häufiger in Anspruch genommen: Hierfür sind 35 Beitragsjahre notwendig. Die 1,94 Millionen Ruheständler in dieser Kategorie bekamen im Schnitt immer noch 1.116 Euro pro Monat ausgezahlt.

Rund 1,84 Millionen schwerbehinderte Rentner erzielten durchschnittlich 1.150 Euro gesetzliche Rente und jene, die eine “Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeitarbeit” bezogen, 1.303 Euro. Der Hintergrund für letztgenannten Anspruch: Wer über 60 Jahre alt und arbeitslos war, konnte in der Vergangenheit bereits früher in Rente gehen, allerdings mit deutlichen Abschlägen.

Auffallend ist, dass vor allem Frauen von niedrigen Renten bedroht sind. So weist die Rentenversicherung auch eine “Altersrente für Frauen” aus, für die aber strenge Kriterien erfüllt sein müssen. Erstens muss die Frau vor dem 1.1.1952 geboren sein, diese Rentenart wird also gerade über das biologische Alter schrittweise abgeschafft. Zweitens muss die Bezieherin das 60. Lebensjahr vollendet haben, mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge nach Vollendung des 40. Lebensjahres geleistet sowie eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben.

Trotz dieser strengen Vorgaben ist die “Altersrente für Frauen” aktuell die Rentenart mit den meisten Leistungsbeziehern bzw. – in diesem Fall – Bezieherinnen. Immerhin 3,55 Millionen Damen hatten Anspruch darauf. Und sie erhielten im Schnitt nur 871 Euro überwiesen.

Das Problem niedrigerer Altersrenten zeigt auch der Blick auf die Regelaltersrente. Erzielten männliche Ruheständler im Schnitt 848 Euro, so bezogen die Frauen lediglich 497 Euro. Das resultiert auch aus der deutlich niedrigeren Erwerbsbeteiligung vieler Frauen in der Vergangenheit, speziell in den alten Bundesländern. Noch gegen Ende der 80er Jahre arbeitete in den alten Bundesländern nur etwas mehr als jede zweite Frau, mittlerweile nähert sich die Erwerbsbeteiligung den 80 Prozent an.

Dennoch: Gerade Frauen sollten sich auf die gesetzliche Rente nicht verlassen. Unterbrechungen in der Erwerbsbiographie aufgrund Erziehung und Pflege, Teilzeitarbeit und etwas niedrigere Löhne sorgen noch immer für geringere Rentenansprüche. Ein Beratungsgespräch kann helfen, die passende Vorsorge zu finden.

Kurz vor Pfingsten hat der Bundesrat noch eine Verordnung der Bundesregierung gebilligt. Millionen Rentner können sich nun über erhöhte Bezüge freuen. Auch das Bafög steigt.

Am Freitag hat der Bundesrat eine Verordnung gebilligt, die Millionen Ruheständlern höhere Renten sichern. Während in den westdeutschen Bundesländern die monatlichen Altersbezüge um 3,18 Prozent steigen, sind es in Ostdeutschland sogar 3,91 Prozent. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Rentenerhöhung resultiert wesentlich aus der positiven Lohnentwicklung.

Konkret bedeutet dies: im Westen erhöht sich eine monatliche Rente von 1.000 Euro brutto um 31,80 Euro, im Osten um 39,10 Euro. Wie viel davon aber tatsächlich im Portemonnaie bleibt, ist fraglich. So führt die Rentenerhöhung auch dazu, dass deutlich mehr Senioren Einkommenssteuer zahlen. Hier sei daran erinnert, dass der Fiskus auch bei den Ruhestands-Geldern zugreift.

Bereits für das Jahr 2018 müssen rund 5,6 Millionen Rentner eine Steuererklärung machen, schätzt die Bundesregierung. Damit sind bereits doppelt so viele steuerpflichtig wie noch im Jahr 2005, als die höhere Steuer auf Renten eingeführt wurde. Grund ist ein geringerer Steuerfreibetrag auf Renten: Wer 2018 in den Ruhestand wechselte, erhält 24 Prozent steuerfrei.

Wie hoch der Freibetrag ist, richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts. Er bleibt dann für den Rest der Rente stabil: Die Senioren nehmen ihn quasi über den gesamten Ruhestand mit. Nicht so bei Neurentnern: Die Besteuerung der Renten wird schrittweise angehoben, bis sie schließlich die vollen 100 Prozent erreicht. Wer nicht weiß, ob er eine Steuererklärung einreichen muss, sollte sich informieren und beraten lassen. Zum Beispiel lassen sich auch Pflegeausgaben und Kosten für Helfer im Haushalt geltend machen.

Gute Nachrichten gibt es auch für Schüler und Studenten. Die Bafög-Sätze werden im Herbst angehoben. Der Höchstbetrag soll in zwei Stufen von 735 auf 861 Euro im Monat steigen. Auch Freibeträge werden raufgesetzt, damit künftig mehr Studenten von der finanziellen Stütze profitieren. Auch für diese Reform war die Zustimmung des Bundesrates notwendig, weil die Länder Teile der Ausbildungsförderung zahlen.