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Die deutschen Verbraucher sind in Zeiten niedriger Zinsen zunehmend unsicher, wie sie ihr Geld anlegen sollen. So sind immer mehr Sparer mit der Wertentwicklung unzufrieden oder setzen gar auf riskante Finanzprodukte auf dem Grauen Kapitalmarkt. Das zeigt eine Umfrage des Bankenverbandes.

Sich Geld zurücklegen und für das Alter vorsorgen — das wollen viele Bürger. Aber in Zeiten niedriger Zinsen wird das zunehmend schwieriger. Wer sein Geld einfach unter dem Kopfkissen parkt, muss hohe Wertverluste durch die Inflation hinnehmen. Aber wie das Geld dann investieren?

Dass diese Frage deutsche Sparer umtreibt, zeigt eine aktuelle Umfrage des Bankenverbandes. Zwar geben sechs von zehn Befragten zu Protokoll (61 Prozent), sie seien mehrheitlich in der Lage, richtige Finanzentscheidungen zu treffen. Aber während bei der Umfrage vor zwei Jahren noch beinahe jeder zweite Sparer sagte, mit der Wertentwicklung seiner Geldanlage zufrieden zu sein, stimmen heute nur noch rund 38 Prozent zu.

Erschreckend ist auch die Erkenntnis, dass eine zunehmende Zahl an Menschen gar nichts für das Sparkonto oder die Altersvorsorge unternimmt. In den Jahren 2012 bis 2014 legten noch weniger als die Hälfte der Befragten gar kein Geld an. Die Gruppe der Nicht-Anleger aber ist mittlerweile auf über 50 Prozent angewachsen. Hier sei daran erinnert, dass bei vielen Menschen die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um ein auskömmliches Leben im Alter zu führen.

Säulenübergreifende Renteninformation kommt

In Deutschland fußt das Rentensystem auf drei Säulen, die sich im Idealfall ergänzen sollen: die gesetzliche Rente als größte Stütze, die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge. Das Problem: Wer hier eine Vorsorgeform vernachlässigt, kann eine böse Überraschung erleben: im Zweifel reicht das Geld später nicht aus. Selbst ein Sparkonto ist unter Umständen unzureichend. Hier gilt es auch zu bedenken, dass unter Umständen zusätzliche Ausgaben anfallen, etwa weil das eigene Haus behindertengerecht umgebaut werden muss oder die Gesundheitskosten steigen.

Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einem Modell, um dem Bürger zu zeigen, mit welchen Einkünften er in Summe im Alter rechnen kann: Die sogenannte säulengreifende Renteninformation soll im Herbst mit einem Gesetzentwurf angeschoben werden, wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) jüngst dem Handelsblatt berichtete. Ein Portal der Rentenversicherung soll dann abbilden können, welche Vorsorge-Formen man zusätzlich zur gesetzlichen Rente nutzt.

Dabei hat die Einführung des entsprechenden Online-Portals länger gedauert als erwartet. “Wir haben in Deutschland eine sehr heterogene Landschaft in der Altersvorsorge. Hier die richtigen Daten auf einer Plattform zusammenzufassen, ist deshalb eine sehr herausfordernde Aufgabe”, berichten Gundula Dietrich und André Geilenkothen vom Beratungshaus Aon.

Das klingt erst einmal nach einer komplexen Situation, hat aber für Sparer auch einen Vorteil: Man muss sich nicht auf eine Form der Geldanlage festlegen, sondern kann mehrere Optionen kombinieren. Denn der Markt ist groß. Sei es eine Rentenversicherung, das direkte Investment in Fonds und Aktien, ETFs, Sachwerte oder Immobilien: Man fährt sogar besser, wenn man auf mehrere Pferde setzt. Das senkt auch das Verlustrisiko, zumal keine Geldanlage ganz ohne Risiko auskommt.

Sicherheit ist deutschen Sparern wichtig

Eine weitere Umfrage des Marktwächter-Teams in Hessen zeigt, dass den Deutschen bei der Geldanlage vor allem die Sicherheit wichtig ist. Knapp drei Viertel der Befragten (72 Prozent) wünschen sich bei der Geldanlage kein hohes Risiko. Etwa jeder Siebte setzt aber auch auf hochriskante Anlagen, etwa am Grauen Kapitalmarkt: sogar mit steigender Tendenz. Das sind Produkte wie geschlossene Fonds 0der andere Produkte von Anbietern, die nicht von der Finanzaufsicht reguliert werden und im Zweifel Totalverlust bedeuten können.

Ein weiteres Ergebnis: Die Hälfte der Anleger (50 Prozent) möchte auch ethisch-ökologische Gesichtspunkte bei der Geldanlage berücksichtigen. Auch hierfür haben Anleger und Firmen bereits bestimmte Maßstäbe entwickelt. Viel diskutiert werden in letzter Zeit sogenannte ESG-Kriterien, wobei ESG für “Environment Social Governance” steht. Gemeint sich folglich Kriterien des Umweltschutzes, der sozialen Verantwortung und Unternehmensführung: also zum Beispiel, dass keine Kinder ausgebeutet werden und nicht in Kohle investiert wird. Hier sind Investoren und Rating-Agenturen dazu übergegangen, am Aktienmarkt entsprechende Standards zu definieren.

Es gibt also für viele verschiedene Anlegertypen eine (oder mehrere) passende Vorsorgelösungen. Wichtig ist jedoch, dass man etwas tut — sofern man im Alter gut abgesichert sein will. Hier hilft ein Beratungsgespräch, die Rentenlücke zu schließen. Denn auch das zeigt die Umfrage: Vertrauen in kompetente Beratung ist den meisten Bürgern noch immer wichtig. Nur etwas mehr als die Hälfte der Vorsorgesparer (52 Prozent) trifft Anlageentscheidungen tatsächlich allein und ohne einen professionellen Experten.

Wie legen die Deutschen 2017 ihr Geld an? Dieser Frage widmet sich eine jährlich durchgeführte Umfrage des Marktforschers Kantar TNS im Auftrag der privaten Bausparkassen. Und tatsächlich scheint der Niedrigzins das Sparverhalten der Bürger kaum zu beeinflussen. Noch immer sind “traditionelle” Geldanlagen, die auf Zinsen beruhen, am populärsten.

Dass die Bürger auch im Niedrigzins an traditionellen Sparformen festhalten, zeigt sich laut Umfrage beim beliebtesten Vorsorgemodell der Deutschen. Und das ist nach wie vor: das Sparbuch. Dieses erfreut sich bereits seit dem späten 18. Jahrhundert bei der Bevölkerung große Beliebtheit. Noch immer schenken Großeltern ihren Enkeln gern ein entsprechendes Dokument zum Geburtstag, zur Jugendweihe oder Konfirmation: Jedes Jahr werden Millionen neue Sparbücher abgeschlossen.

Doch die Popularität lässt nach. Sagten vor einem Jahr noch rund 48 Prozent der Bürger, dass sie ein Sparbuch besitzen, waren es in der jüngsten Umfrage nur noch 42 Prozent – ein Verlust von sechs Prozentpunkten. Auf Rang zwei der beliebtesten Geldanlagen kann sich das “Sparen auf dem Girokonto” mit 41 Prozent aller Nennungen platzieren. Die drittbeliebteste Altersvorsorge der Deutschen ist der Bausparvertrag mit 34 Prozent aller Nennungen.

Nur 15 Prozent investieren in Aktien

Auf Platz vier der beliebtesten Vorsorgeformen landen mit 32 Prozent aller Nennungen die Renten- und Kapital-Lebensversicherungen. Auf Rang fünf platzieren sich mit 26 Prozent Immobilien, die in der Gunst der Sparer aber auch leicht verloren haben (-4 Prozentpunkte). Kurzfristige Anlagen wie Tagesgeldkonten, Festgeldkonten und Termingelder büßten ebenfalls leicht an Popularität ein: sie verschlechterten sich von 28 auf 23 Prozent.

Die Riester-Rente kommt auf jeweils 20 Prozent und platziert sich damit auf Platz sieben der beliebtesten Vorsorgeformen. Nach wie vor gering ist die Bereitschaft der Deutschen, sich am Aktienmarkt zu arrangieren. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) sagte demnach, dass er in Investmentfonds investiert habe. Die Zahl der Befragten mit Aktien fiel mit 15 Prozent sogar noch geringer aus.

Auch im Niedrigzins nicht auf Altersvorsorge verzichten!

Die Zahlen zeigen erneut, was viele Experten bestätigen: Beim Thema Altersvorsorge setzen die deutschen Sparer vor allem auf Sicherheit. Und die ist trügerisch. Denn in Zeiten des Nullzinses frisst die Geldentwertung die Sparanlagen auf. Im März 2017 lag die Inflationsrate in Deutschland laut Statistischem Bundesamt (Destatis) bei 1,6 Prozent, im Februar gar bei 2,2 Prozent. Wer etwas für seine Altersvorsorge tun will, sollte dafür sorgen, dass die Geldentwertung durch Inflation ausgeglichen werden kann.

Verzichten sollte man auf eine ausreichende Privatvorsorge auch in Zeiten niedriger Zinsen nicht. Denn selbst ein Gutachten der Bundesregierung kam 2016 zu dem Schluss, dass vielen Menschen die gesetzliche Rente allein einen auskömmlichen Lebensabend nicht wird sichern können. Wer an den Renditechancen des Kapitalmarktes partizipieren will, kann sein Risiko verringern, indem er verschiedene Altersvorsorge-Formen mischt. Und auch die Lebensversicherer entwickeln neue Policen, welche die Renditechancen der Kapitalmärkte mit den Garantien klassischer Lebensversicherungen kombinieren. Ein Beratungsgespräch klärt über die verschiedenen neuen und alten Vorsorgeformen auf!

Das Sparbuch bleibt eine der beliebtesten Altersvorsorge-Formen der Deutschen, so brachte eine aktuelle Umfrage zutage. Das verwundert, denn zugleich wissen die meisten, dass Sparbücher eine sehr unattraktive Geldanlage sind. Die Studie zeigt erneut: In Sachen Altersvorsorge mögen es die Bürger eher „klassisch“.

Wie legen die Deutschen ihr Geld an? Und welche Vorsorgeformen halten sie für besonders attraktiv? Dieser Frage ging eine aktuelle Studie des GfK-Vereins nach, für die repräsentativ 2.000 Bundesbürger befragt wurden. Das Ergebnis überrascht, weil es zeigt: Nach wie vor wird viel Geld in Finanzprodukte gesteckt, die die Sparer eher für unattraktiv halten. Hier klafft eine deutliche Lücke zwischen Meinung und Wirklichkeit.

40 Prozent der Deutschen besitzen ein Sparbuch

Am deutlichsten wird diese Diskrepanz beim Sparbuch. Immerhin 40 Prozent aller Befragten gaben zu Protokoll, dass sie eines besitzen. Aber nur 12 Prozent halten das Sparbuch tatsächlich für eine attraktive Geldanlage. Die Deutschen wissen im Grunde, dass die Inflation zu einer teilweisen Entwertung des dort deponierten Geldes führt. Und trotzdem ändern sie wenig am Anlageverhalten. So ist das Sparbuch auch weiterhin die zweithäufigste Form der Geldanlage hierzulande.

Am Attraktivsten schätzen die Bürger hingegen das Investment in ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung ein: Stolze 76 Prozent der Deutschen stimmen zu, dass dies eine attraktive Anlageform sei. Und tatsächlich haben auch 46 Prozent ihr Geld in eine Immobilie investiert. Damit erkämpft das Eigenheim Platz 1 sowohl hinsichtlich der Meinung als auch der tatsächlichen Häufigkeit der Verbreitung. Auf dem dritten Rang der verbreitetsten Sparprodukte landet der Bausparvertrag, den 29 Prozent der Bürger besitzen.

Betriebliche Altersvorsorge wird als attraktiv bewertet – doch nur wenige haben sie

Eine deutliche Diskrepanz zeigt sich auch auf Rang Zwei und Drei der Finanzprodukte, die von den Bürgern als attraktiv bewertet werden. So halten 38 Prozent der Bundesbürger Gold für eine attraktive Anlageform, nur sechs Prozent aber haben Gold tatsächlich in ihrem Bankschließfach. Eine betriebliche Altersversorgung halten 42 Prozent für attraktiv, aber nur 18 Prozent besitzen tatsächlich eine Betriebsrente.

Hierzu ist anzumerken, dass jeder Arbeitnehmer tatsächlich ein Anrecht auf eine Betriebsrente hat – ganz egal, wie groß der Betrieb ist. Um den bürokratischen Aufwand für den Chef gering zu halten, sollte sich schon im Vorfeld umfangreich über die Möglichkeiten einer Betriebsrente informiert werden, auch über deren Vor- und mögliche Nachteile.

Zulegen konnten in den letzten Jahren ein wenig die Aktien und Aktienfonds, berichtet der GfK-Verein. Dem Klischee nach gelten die Deutschen als Wertpapier-Muffel: Aber hier zeigt sich langsam ein Umdenken. Immerhin jeder Fünfte (20 Prozent) wertet entsprechende Anlageformen mittlerweile als attraktiv. 12 Prozent aller Befragten besitzen tatsächlich Aktien, 15 Prozent Aktienfonds.

Auch bei diesen Investments ist es empfehlenswert, sich von einem Anlageexperten beraten zu lassen, wenn man nicht bereits umfangreiche Kenntnisse besitzt. Dabei kann man sich auch über weitere Möglichkeiten der Geldanlage informieren.

Für Altersvorsorge-Sparer ist es schwierig, auch im betagten Alter noch von einem Anbieter zu einem anderen zu wechseln. Deshalb kann es empfehlenswert sein, beim Wunsch-Versicherer auch darauf zu schauen, welche Bedingungen er für die Verrentung des angesparten Kapitals bietet.

Als der Gesetzgeber die staatlich geförderte Altersvorsorge einführte, legte er Wert darauf, dass die Versicherungskunden problemlos von einem Anbieter zu einem anderen wechseln können. Deshalb gibt es bei Riester-Policen einen deutlichen Unterschied zu „konventionellen“ Altersvorsorge-Verträgen. Bei einer Kündigung werden nicht nur die sogenannten Rückkaufswerte übertragen, bei denen oft entstehende Kosten zu Lasten des Kunden abgezogen werden, sondern das „gesamte“ Riester-Kapital (Übertragungskapital) inklusive einer kleinen Gebühr. Die entsprechenden Regeln sind im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) festgeschrieben.

Wettbewerb um Verrentung erwünscht

Die Wechseloption ist vor allem für die Phase der Verrentung wichtig. Es kann nämlich theoretisch sein, dass ein Riester-Versicherer sehr gute Konditionen in der Ansparphase bietet, also in der Zeit, in der man Beiträge zahlt, aber für das angesparte Kapital eine niedrigere Rente berechnet als ein anderer Versicherer. Hier erhoffte sich die Bundesregierung, dass es zwischen den Anbietern auch einen Wettbewerb um die Höhe der ausgezahlten Rente geben möge, durchaus im Sinne des Kunden. Relevant ist die Wechseloption vor allem für jene, die mit einem Bank- oder Fondssparplan riestern.

Versicherer legen Höchstaltersgrenzen fest

Aber der Wettbewerb funktioniert nicht so recht, wie nun die Stichprobe eines Verbraucherverbandes ergab. Der Grund: Viele Versicherer legen Höchstaltersgrenzen fest. Manche Anbieter nehmen Neukunden nur auf, wenn sie die 50 Jahre noch nicht überschritten haben, andere wiederum setzen die Altersgrenze bei 60 Jahren an oder sehen gar keine Begrenzung vor. Auch Mindest-Ansparzeiten müssen die Kunden bei manchen Versicherern erfüllen, damit sie aufgenommen werden.

Es empfiehlt sich für Kunden also, sie möglichst zeitig mit den Wechseloptionen zu befassen und sich darüber zu informieren, sofern man einen Wechsel plant. Oder bereits bei Vertragsabschluss darauf zu schauen, ob der Versicherer auch bei der Verrentung gut abschneidet. Hier empfiehlt sich ein Beratungsgespräch, um sich über die Bedingungen eines Riester-Vertrages aufklären zu lassen. Denn auch bei Riester gilt: Altersvorsorge-Anbieter ist nicht gleich Altersvorsorge-Anbieter!

Gegen Ende 2014 erhielten knapp 18 Millionen Menschen eine Altersrente von der Gesetzlichen Rentenversicherung. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der DRV hervor. Die statistischen Daten zeigen, dass selbst Menschen, die lange Jahre Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben, im Alter mit einer Versorgungslücke rechnen müssen. Besonders von Altersarmut bedroht sind Frauen.

Im Schnitt erhielten die Bundesbürger 2014 eine Rente von etwas mehr als 800 Euro im Monat, so Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung. Diese Zahl allein ist allerdings wenig aussagekräftig, da sowohl zwischen den Geschlechtern als auch regional große Unterschiede bestehen. Zahlen für das abgelaufene Jahr 2015 liegen hingegen noch nicht vor.

Hohes Armutsrisiko für Frauen in alten Bundesländern

Während in den alten Bundesländern die Männer im Schnitt 1.020 Euro Altersrente erhielten, mussten Frauen sich mit knapp 570 Euro Monatsrente begnügen. Ein Grund hierfür ist darin zu sehen, dass Frauen aufgrund ihrer Erziehungszeiten die Erwerbsarbeit oft unterbrachen oder Teilzeitjobs hatten, die folglich geringere Rentenansprüche nach sich ziehen.

Etwas besser sieht es für Ruheständlerinnen in Ostdeutschland aus, da die Erwerbstätigkeit der Frauen zu DDR-Zeiten deutlich höher war. Ost-Rentnerinnen erhalten im Schnitt eine Monatsrente von knapp 830 Euro. Die Männer aus Ost gingen mit einer durchschnittlichen Rente von 1.111 Euro nach Hause.

Es droht eine Rentenlücke

Noch niedriger waren die Altersbezüge jener Generation, die 2014 erstmals in Rente ging. Die 830.000 Neurentner des Jahrgangs erhielten im Durchschnitt 750 Euro pro Monat. Ein Trend, der befürchten lässt, dass eine zunehmende Zahl an Senioren auf Sozialleistungen angewiesen sein wird, um über die Runden zu kommen. Und tatsächlich droht sogar Durchschnittsverdienern eine Rentenlücke.

2014 belief sich das Rentenniveau im Schnitt noch auf 48 Prozent eines durchschnittlichen Arbeitnehmergehalts (2.900 Euro nach Abzug der Sozialabgaben, aber vor Abzug der Steuern). Das sind brutto 1.287 Euro. Das Rentenniveau wird aber bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent fallen und dann kaum mehr über 1.000 Euro Monatsrente liegen. Hier droht vielen Bürgern die Altersarmut! Es empfiehlt sich also, zusätzlich privat vorzusorgen. Welche Möglichkeiten es hierfür gibt, kann in einem Beratungsgespräch erörtert werden.

Lebensversicherung: Nimmt man die Zahl der Beschwerden bei der BaFin und dem Ombudsmann der Versicherungen als Maßstab, sind die deutschen Bürger insgesamt sehr zufrieden mit ihren Lebensversicherern. Die durchschnittliche Zahl der Beschwerden liegt im Promille-Bereich.

Die Lebensversicherung geriet in den letzten Monaten verstärkt in die Kritik. Viele Medien zweifelten an, ob die beliebteste Form der Altersvorsorge in deutschen Landen weiterhin lukrativ ist. Immerhin 80 Millionen LV-Verträge betreuen die Versicherer aktuell in Deutschland, auch wenn der Kundenbestand leicht rückläufig ist. Umso wichtiger ist es, auch die Zufriedenheit der Kunden mit diesem Produkt im Blick zu behalten und regelmäßig zu ermitteln.

Beschwerdezahl im Promille-Bereich

Ein Indiz hierfür kann die Zahl der Beschwerden sein, die Verbraucher sowohl an die deutsche Finanzaufsicht BaFin als auch dem Ombudsmann der Versicherungen, eine Schlichtungsstelle der Versicherungswirtschaft, richten. Hierbei gibt es durchaus Positives zu berichten. Denn wie der Branchendienst Map-Report herausgefunden hat, hatten die Kunden nur wenig Grund zu klagen.

An die deutsche Finanzaufsicht richteten sich in den letzten elf Jahren durchschnittlich 3,57 Beschwerden pro 100.000 Versicherten, an den Ombudsmann wurden im Schnitt 3,29 Beschwerden pro 100.000 Versicherten adressiert. Und trotz der kritischen Presse ist die Zahl der Verbraucherbeschwerden in den letzten Jahren sogar rückläufig!

In der Summe also scheinen die Sparer mit dem Produkt und dem Service der Versicherer zufrieden zu sein. Selbst bei den Anbietern mit den meisten Beschwerden liegt der Anteil gerade einmal zwischen 0,01 bzw. 0,1 Promille, wie der unabhängige Branchendienst berichtet. Natürlich ist jede Beschwerde ernstzunehmen und ein Ärgernis. Aber die Kunden haben mehrere Möglichkeiten, bei Fragen oder Unzufriedenheit Rat zu suchen – auch ein Vermittler kann hier helfen.

Ombudsmann hilft schnell und unbürokratisch

Eine potentielle Anlaufstelle bei Ärger mit der Lebensversicherung ist der bereits genannte Versicherungsombudsmann Prof. Dr. Günter Hirsch mit Sitz in Berlin. Die ihm unterstehende Schlichtungsstelle muss jede Verbraucherbeschwerde innerhalb weniger Monate prüfen und arbeitet völlig kostenfrei. Die Versicherungen haben sich bereit erklärt, den Schlichtungsspruch des Ombudsmanns zu akzeptieren.

Wenn der Schlichtungsspruch nicht im Sinne des Verbrauchers ausfällt, ist das kein Problem. Für die Dauer des Ombudsverfahrens verjähren die Ansprüche nicht. Wird keine Einigkeit erzielt, können Verbraucher später immer noch vor Gericht ziehen – ohne dass ihnen Nachteile entstehen.

Was ihre eigene Lebenserwartung betrifft, haben viele Bundesbürger noch immer falsche Vorstellungen. Darauf macht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer aktuellen Pressemitteilung aufmerksam. Der Versicherungs-Dachverband hat drei beliebte Rentenirrtümer zusammengetragen.

Wenn die Deutschen ihre Altersvorsorge planen, ist hierbei auch wichtig, dass sie eine realistische Einschätzung ihrer Lebenserwartung haben. Natürlich kann keiner wissen, wie alt er wird: Auch wenn sicher jedem ein langes und erfülltes Leben zu wünschen ist. Aber wenn ein zu niedriger Bedarf angenommen wird, drohen Altersarmut und Versorgungslücken!

Lebenserwartung wird zu niedrig eingeschätzt

Der GDV hat deshalb auf seiner Webseite die -aus seiner Sicht- „drei größten Irrtümer zur Lebenserwartung“ zusammengetragen. Fehleinschätzung Nummer Eins: Die Deutschen schätzen ihr zu erwartendes Lebensalter zu niedrig ein. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstitutes Ipsos glauben vier von fünf Deutschen nicht, dass sie ihren 90. Geburtstag feiern werden.

Speziell Frauen, die im Schnitt eine etwas höhere Lebenserwartung als Männer haben, müssen aber mit einem derart hohen Alter rechnen. Schon jetzt erreicht beinahe jede zweite Frau ein Alter von 90 Jahren. Und weil die Lebenserwartung in der Regel steigt, können bei den heute 30jährigen schon 56 Prozent auf ihren 90. Geburtstag hoffen, wie Prognosen des Statistischen Bundesamtes nahelegen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer ist rund 4 Jahre niedriger – bei 85 Jahren.

Der zweite Irrtum ergibt sich aus dem ersten. So glauben die Bundesbürger, dass sie maximal 15 Jahre lang von ihrer Altersrente leben werden, und richten darauf ihre Altersvorsorge aus. Dieser Wert ist auch deshalb zu niedrig, weil die Lebenserwartung aufgrund des medizinischen Fortschritts und einer bewussteren Lebensweise steigt. Im Jahr 1960 erhielten westdeutsche Neurentner im Schnitt knapp zehn Jahre rente. 2014 lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer laut Rentenversicherung bei 17,3 Jahren für Männer und sogar 20,8 Jahren für Frauen.

Der dritte Irrtum: „Mit jedem Jahr, das ich älter werde, sinkt die mir verbleibende Lebenserwartung um ein Jahr.“ Das Gegenteil ist der Fall. Mit jedem Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, ein höheres Alter zu erreichen, weil zum Beispiel Unfallrisiken in den Jugendjahren höher liegen als im Alter.

Altersvorsorge sollte auf ein langes Leben ausgerichtet sein

Auch die Versicherer kalkulieren mit einer immer höheren Lebenserwartung, wenn sie etwa mögliche Rentenzahlungen vorausberechnen. Dies nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie ja gewährleisten müssen, aus den Beiträgen des Versichertenkollektivs die Garantien und Ansprüche der Anspruchsberechtigten zu bedienen. Dies sollte auch ein Vorbild für Sparer sein, die ein möglichst langes Leben für die Kalkulation ihrer Altersvorsorge zugrunde legen sollten. Schließlich wäre es ärgerlich, wenn man den Lebensherbst mit finanziellen Engpässen kämpfen muss. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Die Zinsen am Kapitalmarkt sind auf einem historischen Tiefstand. Soll nun der Staat dem Sparer unter die Arme greifen und die Zinsen für Altersvorsorge-Produkte aus Steuergeldern aufstocken? Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag von Deutschlands größter Boulevardzeitung befürworten 70 Prozent der Bundesbürger diesen Vorschlag.

Wenn die Zinsen für Lebensversicherungen oder andere Altersvorsorge-Produkte niedrig sind, dann kann doch Vater Staat mit Steuergeldern aushelfen? Dieser Vorschlag mag zunächst absurd klingen, wird aber aktuell von Finanzexperten diskutiert. Anlass für die BILD-Zeitung, eine entsprechende Studie bei dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut INSA in Auftrag zu geben. Und das Ergebnis ist durchaus überraschend!

70 Prozent der Bundesbürger würden staatliche Sparprämie begrüßen

Immerhin 70 Prozent der Bundesbürger würde eine staatliche Zulage auf Sparguthaben befürworten, wie die repräsentative Umfrage unter 1.468 Teilnehmern ergab. Lediglich 17 Prozent lehnen diese Zulage explizit ab, der Rest der Befragten hat hierzu keine eindeutige Meinung. „Die niedrigen Zinsen und der demografische Wandel erfordern staatliches Handeln zugunsten der privaten Altersvorsorge“, erklärt Hermann Binkert, Chef des INSA-Institutes. So würde es zumindest die Mehrheit der Bevölkerung sehen.

Hintergrund der Forderungen: Nach offiziellen Angaben hat der Bund zwischen 2008 und 2014 rund 94 Milliarden Euro Zinsen gespart. Deutsche Staatsanleihen gelten aufgrund der Wirtschaftskraft des Landes als sichere Anlage, weshalb sich der Staat quasi Geld zum Nulltarif leihen kann. Die deutschen Sparer haben aber allein seit 2010 rund 112 Milliarden Euro verloren, weil infolge der Niedrigzins-Politik der EZB auch private Altersvorsorgeprodukte niedrigere Renditen abwerfen. Warum also nicht die Ersparnisse an die Bürger weitergeben?

Schon jetzt wird private Altersvorsorge vom Staat gefördert

Doch es gibt auch Kritiker einer möglichen staatlichen Sparprämie. Wenn die Zinszulagen aus Steuergeldern finanziert werden – ist das dann für die Sparer ein Nullsummenspiel? Schließlich sind sie es auch, die Steuern zahlen müssen. Zudem werden damit auch jene zur Kasse gebeten, die andere Formen der Geldanlage bevorzugen, etwa Aktien oder Investmentfonds. Ein Grundrecht auf hohe Zinsen besteht in der Bundesrepublik jedenfalls nicht. So könnte sich die Idee letztendlich als heiße Luft erweisen. Die Zukunft wird es zeigen!

Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Denn schon jetzt fördert der Staat viele Altersvorsorge-Produkte mit Steuergeldern. Sei es die private Riester-Rente, die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung oder weitere Vorsorgeformen, die zumindest indirekt über Steuerbegünstigungen unterstützt werden. Auch der Staat hat erkannt, dass private Altersvorsorge wichtig ist, weil vielen Menschen ohne zusätzliche Absicherung die Altersarmut droht. Und diese Sparmöglichkeiten sollte man nutzen. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Wofür verwenden die Bundesbürger eigentlich das Geld, welches sie von ihrer Lebensversicherung erhalten? Eine aktuelle Umfrage im Auftrag einer großen Versicherung zeigt: die Deutschen denken bodenständig und investieren mehrheitlich in ihr eigenes Zuhause!

In den letzten Monaten wurde mehrfach über die Krise der Lebensversicherung berichtet: wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt können die Anbieter ihren Kunden weniger Zusagen machen. Aber schaut man auf die aktuellen Zahlen, ist von einer Krise wenig zu sehen. Noch immer zahlen die deutschen Lebensversicherer jedes Jahr über 40 Milliarden Euro für auslaufende Verträge aus, wobei hier Todesfälle und Rentenleistungen nicht einmal eingerechnet sind. Es ist hierzulande eine der beliebtesten Altersvorsorgeformen!

Wofür aber verwenden die Bürger das Geld aus ihrer Lebensversicherung, das sie doch meist als hohe Einmalzahlung erhalten? Dies wollte ein deutscher Versicherungsanbieter in Erfahrung bringen und hat eine repräsentative Umfrage bei der GFK-Marktforschung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: im Grunde investieren die Deutschen recht konservativ und bodenständig. Die Mehrheit der Befragten will demnach mit der Summe das eigene Haus oder die Wohnung abbezahlen (15,6 Prozent).

An zweiter Stelle landet mit dem Wunsch „Urlaub/ Reisen finanzieren“ (15,4 Prozent) immerhin ein hedonistisches Ziel. Aber sonst sind die Deutschen beim Gebrauch ihrer Lebensversicherungs-Zahlung eher besonnen. 13,3 Prozent der Befragten wollen mit dem Geld ihren „Lebensunterhalt sichern oder die Einkünfte aufstocken“ (Platz 3 der Wünsche), und 11,8 Prozent planen sogar, es „Weiterzusparen“!

Der Trend ist aber eindeutig: Viele Deutsche schließen eine Lebensversicherung ab, um das Geld später in die eigenen vier Wände zu investieren. Nicht nur auf Platz 1 landete ein solches Ziel mit dem Wunsch, „die eigene Wohnung und das Haus abzuzahlen“. Einen deutlichen Bezug hierzu haben auch Rang 5 der meistgenannten Antworten („Wohnung/ Haus renovieren“, 10,7 Prozent Zustimmung) und Rang 7 („Wohnung/ Haus kaufen“). Zusammengerechnet gibt jeder dritte Bürger das Geld seiner Lebensversicherung aus, um die Wohnsituation zu verbessern!