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Hauptursache für Unfälle mit Todesfolge ist eine zu hohe und nicht an die Straßenverkehrsverhältnisse angepasste Geschwindigkeit. Diese sogenannten Geschwindigkeitsunfälle haben einen Anteil von 32 Prozent in der Verkehrsunfallstatistik. Das bedeutet, dass fast jeder dritte Unfalltote im Jahr 2019 durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, bei dem mindestens ein in den Unfall involviertes Fahrzeug die vorgegebene Geschwindigkeit überschritten oder nicht den Straßenverhältnissen entsprechend agiert hat.

Statistik 2019: Unfalltote bei Geschwindigkeitsunfällen und Unfällen mit Personenschaden

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kamen im Jahr 2019 bei Geschwindigkeitsunfällen 963 Menschen ums Leben. Insgesamt wurden 53.687 Menschen verletzt, von denen 13.769 Personen schwere Verletzungen erlitten. Um ein genaueres Bild zu erhalten, ist eine Differenzierung in Geschwindigkeitsunfälle, in Unfälle mit Personenschaden sowie die Zahl der Schwerverletzten sinnvoll:

  • – Geschwindigkeitsunfälle: 24 Verkehrstote je 1.000 Unfälle
  • – Unfälle mit Personenschaden: 10 Verkehrstote je 1.000 Unfälle
  • – Schwerverletzte bei Geschwindigkeitsunfällen: 345 Schwerverletzte je 1.000 Unfälle
  • – Unfälle mit Personenschaden: 217 Schwerverletzte je 1.000 Unfälle

Nicht angepasste Geschwindigkeit als Hauptursache für Verkehrsunfälle

Eine nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Hauptursache für Verkehrsunfälle. Das bedeutet nicht zwangsläufig eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Auch besondere Wetterverhältnisse wie Nebel, Schnee, Glatteis oder Nässe erfordern ein Absenken der Geschwindigkeit.

Die Polizei registrierte im Jahr 2019 insgesamt 41.173 Fälle, in denen eine nicht an die Wetterbedingungen angepasste Geschwindigkeit die Ursache eines Unfalls mit Personenschaden war. In lediglich 2.130 der genannten Fälle war das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ursächlich für den Unfall.

Vergleicht man die Zahl der Verkehrstoten aus dem Jahr 2019 mit denen von 2010, fällt auf, dass die Zahl um 16,5 Prozent auf 3.046 gesunken ist. Diese sinkende Tendenz lässt sich auch bei Geschwindigkeitsunfällen feststellen. Waren es im Jahr 2010 noch 1.441 Menschen, die bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben gekommen sind, hat sich diese Zahl deutlich reduziert, nämlich um 33,2 Prozent. Das bedeutet, dass in Deutschland im Jahr 2019 alle 9 Stunden ein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, der auf eine überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen war beziehungsweise bei dem es sich um einen Geschwindigkeitsunfall handelte.

Zu schnelles und nichtangepasstes Fahren kann auch den Versicherungsschutz gefährden. Zwar zahlt die Kfz-Haftpflicht, wenn ein Dritter durch einen Unfall zu Schaden kommt, bei dem das Tempolimit überschritten wurde. Aber der Versicherer kann den Unfallverursacher -abhängig vom jeweiligen Fall- in Regress nehmen, wenn zu schnelles Fahren Unfallursache war.

Wer hat im Dieselgate-Skandal Anspruch auf Entschädigung? Hier gilt es, genau hinzuschauen. So ließ aktuell der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe durchblicken, dass ein Fahrer mit sehr hoher Fahrleistung möglicherweise keinen Anspruch hat. Schützen kann man sich gegen die Kosten eines solchen Rechtsstreites mit einer Rechtsschutzversicherung.

Der Autobauer VW und Tochterfirmen haben Kundinnen und Kunden mit gefälschten Abgaswerten getäuscht – so viel dürfte aktuell bestätigt sein. Dass dies jedoch nicht in jedem Fall ein Anrecht auf Schadensersatz nach sich zieht, deutet sich aktuell vor dem Bundesgerichtshof Karlsruhe an (BGH).

255.000 Kilometer gefahren: Ansprüche aufgezehrt

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, könnte demnach eine intensive Nutzung des Diesel dazu führen, dass Ansprüche gegen VW aufgezehrt seien. Dies deutete laut der Nachrichtenagentur der Senatsvorsitzende Stephan Seiters an, der dem VI. Zivilsenat des BGH vorsteht. Im konkreten Fall geht es um einen VW Passat, der aktuell mehr als 255.000 Kilometer auf dem Tacho hat.

Rechtskräftig verkündet wurde das Urteil aber noch nicht: Wann genau es verhandelt wird, stehe noch nicht fest (Az. VI ZR 354/19). Das Auto hatte der Kläger bereits 2014 gekauft – gebraucht und mit damals 55.000 gefahrenen Kilometern. Ursprünglich war der Prozeß am Oberlandesgericht Braunschweig verhandelt wurden – wo VW sein ältestes Werk mit rund 6.600 Mitarbeitern hat.

Gefahrene Kilometer anrechenbar

Die Kunden müssen sich pro gefahrenen Kilometer einen bestimmten Cent-Betrag anrechnen lassen, so hatte der BGH schon in einem vorherigen Urteil im Mai hervorgehoben – der Anspruch auf Schadenersatz wird entsprechend gekürzt.

Dass es sich dennoch lohnen kann, wenn getäuschte Kundinnen und Kunden den Klageweg wählen, zeigt auch dieses Urteil des Bundesgerichtshofes (Urteil vom 25. Mai 2020 – VI ZR 252/19). So erhielt ein Kläger gegen VW zwar nicht die vollen knapp 31.500 Euro für seinen 2014 erworbenen Passat – aber immerhin etwas mehr als 25.600 Euro. VW habe den Kläger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, hob der Bundesgerichtshof hervor: und muss entsprechend den Fahrer entschädigen, der sich aber ebenfalls eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen musste.

Die Dimensionen des VW-Skandals zeigt eine andere Zahl. 667 Millionen Euro haben Rechtsschutzversicherer bisher allein für Rechtsstreite bezahlt, die sich auf Dieselgate beziehen. Rund 247.000 Diesel-Fahrer haben bislang ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen, um gegen einen Autohersteller zu klagen, berichtet der GDV. Dies zeigt, wie wichtig ein solcher Schutz sein kann: Im Zweifel können die Kosten eines solchen Rechtsstreites einen fünfstelligen Betrag verschlingen.

Der staatliche Versicherungsschutz für den Verlust der Arbeitskraft und damit des Einkommens ist sehr gering: Eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten nur Personen, die weniger als drei Stunden täglich arbeiten können — egal in welcher Tätigkeit. Hingegen ist das Risiko “Berufsunfähigkeit” seit einer Rentenreform im Jahr 2001 nicht mehr durch den staatlichen Schutz abgedeckt.

Sogar Verbraucherschützer empfehlen demnach eine Berufsunfähigkeitsversicherung und bezeichnen diese als “Must-Have” ohne Alternative. Was aber ist, wenn aufgrund eines fortgeschrittenen Alters, einer bestimmten Vorerkrankung oder einer gefährlichen beruflichen Tätigkeit nur ein sehr teurer oder gar kein BU-Schutz zu haben ist? Wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) in einem aktuellen Beitrag empfiehlt, kann sich dann lohnen, über den Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung nachzudenken.

Grundfähigkeitsversicherung als “kleine Alternative”: Recht neu auf dem deutschen Markt

Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine noch neue Produktklasse auf dem deutschen Versicherungsmarkt – erst ab dem Jahr 2000 wurde sie in Deutschland eingeführt. Rund 20 Anbieter gibt es laut Beitrag des GDV mittlerweile. Diese haben im vergangenen Jahr geschätzt 60.000 Verträge neu an die Frau oder den Mann gebracht. Abgesichert werden Grundfähigkeiten des menschlichen Handelns.

Als wichtigste versicherbare Grundfähigkeiten gelten auf dem Markt: 1.) Gehen; 2.) Stehen; 3.) Knien oder Bücken; 4.) Autofahren; 5.) Sprechen; 6.) Hören; 7.) Heben und Tragen; 8.) Arme bewegen; 9.) Hände gebrauchen als Geschicklichkeit; 10.) Hände gebrauchen als Kraft aufwenden; 11.) Treppensteigen; 12.) Sehen; 13.) Geistige Leistungsfähigkeit; 14.) Sitzen. Sobald ein Mensch eine versicherte Grundfähigkeit für eine Mindestdauer verliert (zumeist für mindestens sechs Monate), wird eine regelmäßige Rente gezahlt.

Keineswegs beschränkt sich das Angebot des Marktes aber auf solche Kernfähigkeiten. Stattdessen werden mittlerweile immer neue Grundfähigkeiten definiert, um Produkte für Kunden attraktiv zu machen – immer mehr Fähigkeiten lassen sich also versichern. Allerdings hängt der Preis einer Police zumeist von der Anzahl der versicherten Grundfähigkeiten ab.

Produkte unterscheiden sich in der Leistungspflicht

Wer eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen will, der sollte zunächst analysieren, auf welche Grundfähigkeiten er in seinem Beruf besonders angewiesen ist. Als Beispiel: Für einen Handwerker lohnt sich das Absichern der Fähigkeit, die Hände zu gebrauchen. Aber die Wahl der richtigen Fähigkeit ist erst der Anfang der Produktwahl. Denn anschließend heißt es: Vertragsbedingungen vergleichen.

Definieren doch Anbieter mitunter sehr verschieden, wann der Verlust einer Grundfähigkeit erfüllt ist. Und erst dann, wenn Fach-Gutachten einen Verlust im Sinne der Definition nachweisen, müssen die Anbieter auch tatsächlich leisten durch Zahlung der vereinbarten Rente. Aufgrund verschiedener Definitionen kann demnach die gleiche Grundfähigkeit zu gänzlich unterschiedlichen Bedingungen abgesichert sein.

Für psychische Erkrankungen wird in der Regel nicht gezahlt

Wichtig ist zudem: Der Verlust der Grundfähigkeit muss in der Regel organisch bedingt sein – also zum Beispiel durch Multiple Sklerose, Schädelhirntrauma, Schlaganfall, Hirntumor oder ähnliches. Damit aber bleibt in dem Versicherungsschutz einer Grundfähigkeitsversicherung eine große Lücke: Geleistet wird in der Regel nicht, sobald der Verlust der Fähigkeit psychisch bedingt ist. Viele Vertragswerke schließen psychische Erkrankungen explizit aus dem Versicherungsschutz aus.

Deswegen ist die Grundfähigkeitsversicherung auch kein vollwertiger Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet auch bei psychischen Erkrankungen – der Versicherungsschutz greift, sobald Versicherungsnehmer wegen einer Krankheit oder eines Unfalls weniger als 50 Prozent berufsfähig sind.

Und psychische Erkrankungen sind mittlerweile der Hauptgrund, warum Menschen überhaupt eine BU-Rente beziehen müssen durch Aufgeben des Berufs: 29 Prozent aller Leistungsfälle für die Berufsunfähigkeitsversicherung gehen laut einer Studie auf psychische Erkrankungen zurück.

Die Grundfähigkeitsversicherung bleibt allerdings eine Alternative, sobald die BU-Versicherung nur zu erschwerten Bedingungen zu haben ist oder gar nicht zu haben ist. Wer zu diesem komplexen Problemfeld der Arbeitskraft-Absicherung Rat sucht, der sollte sich – schon aufgrund der komplexen und unterschiedlichen Produkte – an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Wenn man als Dritter einen Schaden durch ein Kraftfahrzeug erleidet, muss in der Regel dessen KFZ-Haftpflicht leisten. Das gilt laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG) für alle Schäden, die “bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs” entstanden sind. Weil die KFZ-Haftpflicht gemäß Pflichtversicherungsgesetz eine Pflichtversicherung darstellt, kann man über den sogenannten “Direktanspruch” den Schaden vor Gericht sogar direkt gegenüber dem Versicherer statt gegenüber dem Schadenverursacher geltend machen. Greift aber die KFZ-Haftpflicht eines Dritten auch, wenn Ursache des Schadens kein fahrendes, sondern ein geparktes Auto ist? Hierzu musste im Dezember des vorigen Jahres das Landgericht (LG) Saarbrücken ein Urteil fällen (Az.: 13 S 177/19).

Heißer Grill als Verhängnis zweier parkender KFZ

Grund des Rechtsstreits zwischen einem Geschädigten und einem KFZ-Versicherer war ein Nachbar-PKW, der Feuer fing und in der Folge auch den PKW des Geschädigten in Flammen setzte. Ein anderer PKW-Fahrer nämlich hatte, etwa 20 Minuten zuvor, seinen Wagen unbemerkt über einem nicht abgekühlten Holzkohlegrill geparkt. Das freilich ahnte der Geschädigte nicht und parkte trotz der Gefahrenlage daneben. Als sich der Geschädigte entfernte, fing der Nachbarwagen Feuer und setzte auch seinen Wagen in Brand. Beide KFZ brannten in der Folge völlig aus.

Nun wollte der Geschädigte von der KFZ-Versicherung seines Nebenmannes den Totalschaden des eigenen Wagens ersetzt haben. Hatte der Nachbar-PKW doch zuerst Feuer gefangen. Der Versicherer aber meinte, er stehe aufgrund eines geparkten Autos in keinerlei Einstandspflicht. Müsse der Versicherer doch nur für Autos “in Betrieb” leisten – und zwischen dem Abstellen des Wagens und dem entstehenden Brand hätten immerhin mehr als 20 Minuten gelegen.

Versicherer muss auch bei zeitlicher Verzögerung zwischen Ursache und Wirkung leisten

Der Geschädigte freilich wollte sich damit nicht zufrieden geben – und klagte auf Schadenersatz. Das Landgericht Saarbrücken gab ihm nun in zweiter Instanz recht. Denn zwar muss die Schadensursache in einem nahen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einem bestimmten Betriebsvorgang stehen: Ein Zusammenhang zwischen dem Abstellen des PKW und des später entstehenden Brands muss gegeben sein. Jedoch: Dies führt nicht zu dem Schluss, dass der Versicherer bei einer zeitlichen Verzögerung zwischen Ursache und Wirkung nicht leisten muss.

Will der Gesetzgeber laut Gericht doch alle durch den Kraftfahrzeugverkehr beeinflussten Schadensabläufe mit der Haftpflicht erfassen. Die Formulierung “bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs” ist laut Landgericht demnach weit auszulegen.

Einstandspflicht mitunter sogar nach eineinhalb Tagen

Für die Begründung verwies das Landgericht auch auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH). Demnach steht ein Versicherer sogar dann in der Einstandspflicht, wenn zwischen der Schadenursache und dem Schaden eineinhalb Tage liegen (Az. VI ZR 236/18). Der Kurzschluss einer nicht abgeklemmten Autobatterie hatte hier, eineinhalb Tage nach dem verursachenden Unfall des Wagens, zu einem Schaden an jenem Gebäude geführt, in dem der Wagen abgestellt war.

Pflegevorsorge ist wichtig: Das hat auch der Staat erkannt und fördert private Pflegezusatzversicherungen mit fünf Euro im Monat. Doch die Nachfrage nach sogenannten Pflege-Bahr-Policen, benannt nach dem früheren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), bleibt bescheiden. Auch 2019 konnte die Zahl der Verträge nicht die Millionengrenze knacken.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilkasko. Und damit bedeutet es ein echtes Armutsrisiko, wenn man selbst oder ein Mitglied der Familie plötzlich auf Pflege angewiesen ist. Im Januar 2020 betrug der Eigenanteil für die vollstationäre Unterbringung im Pflegeheim bereits 1.940 Euro im Monats-Schnitt: zusätzlich zu dem, was die Krankenkassen zuschießen.

Doch auch wenn Familienangehörige zuhause betreut werden, bedeutet das finanzielle Einbußen für die Mehrheit der Pflegenden. Im Job muss unter Umständen kürzer getreten werden, viele Pflegende wechseln in Teilzeit. Und auch der behindertengerechte Umbau der Wohnung verschlingt zusätzliche Kosten, die nicht voll von den Kassen übernommen werden. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung 2013 das “Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz” (PNG) in Kraft gesetzt: Seitdem wird die private Pflegevorsorge staatlich gefördert.

Weniger als eine Million Verträge

Aber die sogenannten Pflege-Bahr-Versicherungen bleiben trotz dem Extra vom Staat ein Nischenprodukt. Wie die Zeitschrift “Euro am Sonntag” (22. Mai) berichtet, stieg das Neugeschäft mit diesen Versicherungen zwar im Jahr 2019 um vier Prozent an: Doch noch immer sind weniger als eine Million solcher Verträge vermittelt worden. Der Bestand aller Versicherer zum Jahresende 2019 betrug demnach rund 917.500 Pflege-Bahr-Versicherungen.

Dabei hat der Gesetzgeber sehr darauf geachtet, bei diesen Pflegetagegeld-Policen die Hürden für Versicherungsnehmerinnen und -nehmer niedrig anzusetzen. Wer einen staatlich geförderten Tarif anbietet, darf demnach keine Anträge aufgrund von Vorerkrankungen, Alter und gesundheitlichen Risiken ablehnen. Lediglich wer bereits eine Pflegestufe hat, ist ausgeschlossen.

Gerade für Menschen, die aufgrund einer Vorerkrankung schwer -oder nur sehr teuer- eine “normale” Pflegezusatzversicherung bekommen, ist der Pflege-Bahr deshalb eine Option, um drohende Kosten im Pflegefall aufzufangen.

Insgesamt wenig private Vorsorge für die Pflege

Der niedrigschwellige Einstieg bei Pflege-Bahr hat allerdings auch einen Nachteil. Denn mitunter sind die staatlich geförderten Verträge teurer als andere Pflegeversicherungen, weil die Anbieter keine Risikoeinstufung vornehmen dürfen. Sie fürchten schlicht, das überproportional viele Menschen mit hohem Pflegerisiko eine solche Police abschließen.

Deshalb sollten potentielle Kundinnen und Kunden zunächst prüfen, ob nicht geförderte Tarife keine bessere Option sind. Doch auch diese Angebote sind eine Nische, wenn sie auch deutlich mehr nachgefragt werden in den letzten Jahren.

Weniger als 3,5 Millionen Bürger besaßen zum Jahresende 2019 eine Pflegezusatz-Police, geförderte und nicht geförderte Verträge zusammengerechnet: Das entspricht rund vier Prozent der Bevölkerung. Angesichts der drohenden Pflegekosten im Ernstfall ist das deutlich zu wenig. Ein Beratungsgespräch schafft Klarheit über Vor- und Nachteile der Angebote.

Das Jahresende rückt näher. Das bedeutet für viele Autofahrer: Mit Kündigungsstichtag zum 30. November endet entweder zum Jahresende der Vertrag für die Kfz-Versicherung (und endet damit die Kfz-Wechselsaison). Oder der Vertrag läuft, falls eine Kündigung unterblieb, zu Beginn des neuen Jahres weiter. Ein Weiterlaufen bedeutet aber auch oft: Neue Konditionen werden fällig. Aktuell warnt die Münchener Boulevardzeitung tz, auf versteckte Beitragserhöhungen zu achten.

Kommt es zu solchen Beitragserhöhungen, gilt das Sonderkündigungsrecht – der Vertrag kann dann auch über den 30. November hinaus noch gekündigt werden und die Wechselsaison verlängert sich für Betroffene. Wichtig aber ist: Vor einem solchen Schritt sollte man überprüfen, ob man mit einem Wechsel des Vertrags tatsächlich günstiger kommt.

Viele Versicherungsnehmer bemerken Beitragserhöhung nicht

Zunächst klärt das Blatt auf: Viele Versicherungsnehmer bemerken ihre Beitragserhöhung nicht. Grund ist der Schadenfreiheitsrabatt als Belohnung für unfallfreies Fahren. Denn jedes Jahr unfallfreies Fahren sichert einem Versicherungsnehmer eine bessere Schadenfreiheitsklasse (SF) – und sichert damit einen bestimmten Prozentsatz als Rabatt.

Die Einstufung in eine bessere Schadenfreiheitsklasse erfolgt ebenfalls zum Beginn des neuen Versicherungsjahres und damit zumeist zum 1. Januar. Wird nun aber ein Autofahrer durch den Schadenfreiheitsrabatt belohnt und muss er in der Folge weniger für seine Kfz-Versicherung zahlen, fällt ihm oft gar nicht auf, dass sich der Beitrag dennoch erhöht hat.

Die tz rät folglich, den Vergleichsbetrag in der Rechnung zu prüfen. Gemeint ist eine Angabe, mit der Versicherer ausweisen müssen: Auf welche Höhe sinkt der bisherige Beitrag aufgrund der verbesserten SF-Klasse. Ist der Rechnungsbetrag nun höher als der Vergleichsbetrag, hat es meist eine versteckte Beitragserhöhung gegeben.

Versteckte Beitragserhöhung ermöglicht Sonderkündigungsrecht

Wurde der Versicherungsbeitrag tatsächlich erhöht, greift das Sonderkündigungsrecht. Hierüber informiert der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft auf seiner Verbraucherseite: Unabhängig von der Laufzeit kann der Versicherungsvertrag bei Prämienerhöhung gekündigt werden. Jedoch muss die Kündigung mit einmonatiger Frist erfolgen ab Zugang der Mitteilung – in diesem Falle ab Zugang der Rechnung. Die Kündigung ist laut GDV sofort wirksam, frühestens jedoch zu dem Zeitpunkt, zu dem die Erhöhung wirksam geworden wäre.

Wechsel der Kfz-Versicherung… will gut geprüft sein

Wer aber nach einer versteckten Beitragserhöhung eine Kündigung plant, um durch Wechsel seiner Kfz-Versicherung Geld zu sparen, der solle sehr genau prüfen, ob er am Ende nicht doch teurer kommt. Denn günstigere Prämien bedeuten nicht automatisch den gleichen Leistungsumfang. Das wird insbesondere beim Schadenfreiheitsrabatt deutlich.

Zwar gilt in der Regel: Mit den Schadenfreiheitsklassen können Prozente des Schadenfreiheitsrabatts zum neuen Versicherer mitgenommen werden. Das wäre auf einfachem Wege möglich aufgrund des so genannten Versichererwechselbescheinigungsverfahrens (VWB-Verfahren), wie der GDV informiert: Versicherer gleichen die Daten elektronisch ab. Jedoch: Baut ein Versicherungsnehmer einen Unfall, können sich Bedingungen der Tarife unterscheiden. Sobald nämlich ein Autofahrer einen Unfall selbst verursacht hat, stuft ihn der Versicherer in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse zurück.

Ungünstige Rückstufungen können Tarif verteuern

Das Problem ist nun: manche Versicherer stufen einen Fahrer nicht um eine Schadenfreiheitsklasse zurück, sondern gleich um mehrere SF-Klassen. So gibt es Anbieter, die bei einem Unfall den Unfallverursacher von SF-Klasse 15 um acht oder neun Schadenfreiheitsklassen zurückstufen auf SF-Klasse 7 oder gar SF-Klasse 6. Dann dauert es auch wieder mehrere Jahre, bis die alte Klasse erreicht ist. Laut einer Studie der Zeitschrift “Finanztest” können sich die Mehrkosten für den Autofahrer nach einem Unfall dadurch auf mehrere tausend Euro summieren.

Die scheinbar günstigere Versicherung kann sich demnach aufgrund eines Unfalls schnell als der wesentlich teurere Tarif entpuppen. Aus diesem Grund sollten Vertragsbedingungen der Kfz-Versicherung vor einem Wechsel sehr genau geprüft werden. Denn nicht nur die Prämienhöhe, auch der Leistungsumfang einer Police ist entscheidend. Mitunter lohnt da guter Rat von einem Experten.

Herbst ist Wechsel-Hochsaison in der Kfz-Versicherung. Bis zum 30. November können die meisten Verträge gekündigt werden. Und wie jedes Jahr werben Anbieter und Vergleichsportale teils aggressiv darum, dass der Kunde seinen Altvertrag kündigt und sich einen neuen sucht.

Das zeigt Wirkung. Laut einer aktuellen Marktstudie sind sich 18 Prozent der Deutschen bereits sicher, dieses Jahr ihre Kfz-Versicherung wechseln wollen. Zudem sind 33 Prozent der Befragten zwar unentschlossen, ziehen einen Wechsel aber zumindest in Erwägung. Aber es gilt: Für den Wechsel muss einiges beachtet werden. Sonst nämlich geht die Rechnung nicht auf.

Günstige Prämien sagen nichts über Leistungsumfang

Denn günstige Prämien sagen noch nichts über den Leistungsumfang einer Versicherung aus. Beispiel Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse): Einige Autoversicherer erkaufen günstige Prämien durch besonders ungünstige Rückstufungstabellen. Werden doch Fahrer für unfallfreies Fahren belohnt. Bei Unfällen jedoch drohen Herabstufungen der Schadenfreiheitsklasse, die sich je nach Versicherer unterscheiden können. Und fallen diese zum Nachteil des Kunden aus, wird es nach einem Haftpflicht-Schaden schnell teurer.

Als Beispiel: 15 unfallfreie Jahre werden in der Regel mit SF-Klasse 15 belohnt. Für langes unfallfreies Fahren kann sogar SF-Klasse 35 erreicht werden. Und für jede Stufe wird ein bestimmter Prozentsatz gewährt, der vom Grundbeitrag abgezogen wird. Verursacht jedoch ein Fahrer einen Unfall und hat einen Haftpflichtschaden, wird er zurückgestuft.

Das Problem ist nun: manche Versicherer stufen einen Fahrer nicht um eine Schadenfreiheitsklasse zurück, sondern gleich um mehrere SF-Klassen. So gibt es Anbieter, die bei einem Unfall den Unfallverursacher von SF-Klasse 15 um acht oder neun Schadenfreiheitsklassen zurückstufen auf SF-Klasse 7 oder gar SF-Klasse 6. Dann dauert es auch wieder mehrere Jahre, bis die alte Klasse erreicht ist. Laut einer Studie der Zeitschrift “Finanztest” können sich die Mehrkosten für den Autofahrer nach einem Unfall so auf mehrere tausend Euro summieren.

Senioren müssen mehr zahlen

Hinzu kommt zudem, dass der Wechsel sich vor allem für jüngere Autofahrer lohnen wird. Ältere Autofahrerinnen und Autofahrer hingegen müssen oft mit satten Aufschlägen bei der Prämie aufgrund ihres Alters rechnen, wenn sie eine Kfz-Versicherung neu abschließen wollen – durch die oft hohen Schadenfreiheitsklassen vieler Senioren wird dieses Problem aber oft gar nicht bemerkt. So ergab die Studie eines Makler-Magazins: Durchschnittlich fast 200 Euro jährlich muss ein 67-Jähriger als Altersaufschlag gegenüber einen 35-Jährigen für den gleichen Tarif in Kauf nehmen. Bei einem 85-Jährigen beträgt das Beitragsplus sogar im Schnitt über 1.200 Euro jährlich.

Leistungen eines Tarifs können durch den Wechsel verloren gehen

Außerdem können bei einem Wechsel Leistungen des bestehenden Vertrags verloren gehen. Das trifft zum Beispiel auf den Rabattretter zu, der bis 2012 Bestandteil vieler Verträge war. Der Rabattretter verhindert zwar keine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Allerdings wird der Versicherungsnehmer nur so weit zurückgestuft, dass dies nicht zu einem höheren Beitrag führt. Wer noch über einen Rabattretter verfügt, sollte genau prüfen, ob der Wechsel wirklich lohnt.

Der Rabattretter darf freilich nicht mit dem Rabattschutz verwechselt werden – der Rabattschutz verhindert, dass der Autofahrer nach einem selbst verursachten Unfall zurückgestuft wird. Die Ausführungen zeigen: Das Thema Kfz-Versicherung ist auch in Zeiten der Vergleichsportale nicht zu unterschätzen. Mitunter lohnt dann doch guter Rat von einem Experten.

Am 23. September ist astronomischer Herbstanfang: Und auch der Wetterbericht kündigt für die kommenden Tage kühle Temperaturen an. Damit wird es auch deutlich ungemütlicher, sich mit einem Cabriolet oder Motorrad auf die Straße zu wagen. Wer sein Gefährt im Herbst und Winter nicht nutzen will, kann es mit einer Ruheversicherung absichern — das hat Vorteile gegenüber der bloßen Abmeldung des PKWs oder Zweirads.

Manche Fahrzeuge sind für die kalte Jahreszeit einfach weniger geeignet. Sei es ein Oldtimer, ein Cabriolet oder das Motorrad: Viele Besitzer solcher Gefährte verzichten im Herbst und Winter auf Touren und holen es erst im Frühjahr wieder aus der Garage. Schließlich schaden Regen und Kälte nicht nur dem geliebten Schmuckstück: gerade für Zweiradfahrer bedeuten Dunkelheit und drohende Glätte, die schon bei Nässe und fallenden Herbstblättern einsetzen kann, auch eine erhöhte Unfallgefahr.

In solchen Fällen kann es sich lohnen zu schauen, was die Kfz-Versicherung mit Blick auf die sogenannte Ruheversicherung leistet. Was bedeutet “Ruheversicherung”?: Wird der Wagen abgemeldet, erlischt der Schutz des Autoversicherers nicht vollständig, sondern ein Grundschutz bleibt bestehen. Das Tolle daran: In der Regel gilt dieser Schutz, ohne dass Beiträge für diese Zeit gezahlt werden müssen.

Auch tritt der Schutz automatisch in Kraft, sobald der Versicherer von der Abmeldung erfährt: eine extra Kündigung des Kfz-Schutzes ist nicht vonnöten. Bedingung ist meist, dass das Auto oder Motorrad für mindestens zwei Wochen und maximal 18 Monate abgemeldet wird: Nach eineinhalb Jahren erlischt der Versicherungsschutz automatisch, wenn der Fahrzeughalter es nicht wieder anmeldet. Hier muss aber ein Blick in den Vertrag geworfen werden, weil manche Versicherer die Maximaldauer auch kürzen oder gestatten, sie zu verlängern.

Der Vorteil einer Ruheversicherung ist, wie gesagt, dass ein Grundschutz bestehen bleibt. In welchem Umfang, dafür muss der Vertrag ebenfalls genau studiert werden, weil die Leistungen von Versicherer zu Versicherer doch recht stark variieren. Beispiel Kaskoversicherung: Bei manchen Anbietern bleibt zumindest ein Teilkasko-Schutz bestehen. Der Versicherer zahlt dann, wenn das geliebte Gefährt bei Elementarereignissen und Unwettern Schaden nimmt, etwa ein Baum bei einem Sturm entwurzelt wird und aufs Dach fällt. Und der Wagen bleibt versichert, wenn er entwendet wird: bei mehr als 17.000 PKW, die pro Jahr in Deutschland geklaut werden, leider kein unwahrscheinliches Szenario. Manche Versicherer erweitern den Schutz um bestimmte Vollkasko-Leistungen, etwa Ersatz bei Vandalismus.

Auch bleibt der KfZ-Haftpflicht-Schutz zumindest dann bestehen, wenn man zur Zulassungsstelle fahren muss: etwa für die An- und Abmeldung, Fahrten zur Durchführung der Hauptuntersuchung sowie Abgasuntersuchungen. Hierbei müssen die Fahrzeughalter aber in der Regel den direkten Weg nehmen. Selbstverständlich sollte sein, dass man ansonsten nicht am Straßenverkehr teilnimmt, wenn der Wagen oder das Zweirad abgemeldet sind. Viele Versicherer machen es zur Bedingung, dass in der Zeit der Ruheversicherung das Auto sicher abgestellt werden muss, etwa auf einem Stellplatz oder in der Garage.

Bald beginnt wieder die Wechselsaison in der Kfz-Versicherung. Können Fahrzeughalter auch einen neuen Vertrag abschließen, wenn sie einen negativen Schufa-Eintrag haben? Tatsächlich lauern hier Widerstände — die aber nicht unüberwindbar sind.

Wer in Deutschland ein Auto fahren will, der braucht eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Wer sich ohne eine solche auf die Straße begibt, begeht laut Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) eine Straftat, die sogar ins Gefängnis führen kann. Zudem drohen Millionen-Forderungen, wenn man einen Unfall verursacht und dabei eine oder mehrere Personen verletzt oder gar getötet werden.

Wie verhält es sich aber, wenn ein Fahrzeughalter einen negativen Eintrag bei der Schufa oder einer anderen Wirtschafts-Auskunftei hat? Schnell ist es passiert, dass man mal mit Handy- und Kreditraten in Verzug kam: und man eine schlechte Bonität bescheinigt bekommt. Die Versicherer prüfen in der Regel, ob ein potentieller Neukunde finanziell flüssig ist: und auch in der Lage, regelmäßig die Prämie zu zahlen. Dann zeigen die Versicherer schnell mal mit dem Daumen nach unten und verweigern den Antrag, wenn sie das Gefühl haben, jemand zahlt unzuverlässig.

Gesetz schützt Autofahrer

Die gute Nachricht aber ist: Ganz verweigern können die Gesellschaften einen Kfz-Haftpflichtschutz nicht. Eben deshalb, weil es eine Pflicht zur Versicherung gibt. Auch das steht im “Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter”, genauer gesagt in dessen Paragraph 5.

Allerdings kann der Versicherte nicht zwangsläufig auf seine Wunsch-Police beharren. So ist es dem Versicherer zum Beispiel erlaubt, den Versicherungsschutz auf die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestsummen zu beschränken, so berichtet “Auto Bild”. Dann sind Personenschäden nur bis 7,5 Millionen sowie Vermögensschäden gar nur bis 500.000 Euro versichert. Auch Zusatzleistungen wie ein Schutzbrief oder die sogenannte Mallorca-Police für Leihautos im Ausland können ausgeschlossen sein. Aufschläge auf die Prämie sind den Kfz-Versicherern ebenfalls gestattet.

Schlimmer noch: Will ein Fahrzeughalter nicht nur die Kfz-Haftpflicht versichern, sondern auch eine Teil- oder Vollkasko, so kann der Versicherer dies tatsächlich verweigern. Der Grund: Dieser Schutz ist eben nicht verpflichtend. Eine Absicherung des eigenen Fahrzeuges bei Diebstahl, Wildunfällen etc. besteht dann nicht. Hier sollte man durchaus bei mehreren Anbietern anfragen, weil die Gesellschaften mitunter recht verschieden mit schlechter Bonität umgehen.

Im Zweifel hilft es, mit dem Versicherer das Gespräch zu suchen. Und eigene Lösungen anzubieten, damit der Versicherer nicht um den Beitrag bangen muss: zum Beispiel, dass man die Jahresprämie im Voraus erstattet und ein geregeltes Einkommen nachweist. Im Zweifel kann das Auto auch auf eine andere Person versichert werden, zum Beispiel den Ehepartner oder die Eltern.

Übrigens ist es durchaus ratsam, öfters mal bei der Schufa und anderen Auskunfteien die gespeicherten Daten abzufragen. Denn immer wieder kommt es zu Fehlern und werden Personen zu Unrecht belastet. Die Auskunfteien sind zu einer kostenlosen Auskunft pro Jahr verpflichtet — und müssen fehlerhafte Einträge natürlich korrigieren.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat am Donnerstag die neuen Regionalklassen in der Kfz-Versicherung bekanntgegeben. Für mehr als neun Millionen Fahrer ändern sich diese im kommenden Jahr: knapp 5,1 Millionen Fahrer könnten von besseren Klassen profitieren, aber es zugleich für 4,2 Millionen teurer werden.

In welchen Regionen ist Autofahren besonders günstig und wo besonders teurer? Aufschluss auf diese Frage geben die Regionalklassen in der Kfz-Versicherung, jährlich vorgelegt in einer Statistik des Versichererverbandes GDV. Wo häufig Unfälle und versicherte Schäden zu beklagen sind, drohen höhere Kosten. Herangezogen für die Statistik werden die Daten der letzten fünf Jahre. Der Anzahl der Schäden steht dabei die Zahl der zugelassenen PKW in einem Bezirk gegenüber.

Kfz-Haftpflicht: Für 4,2 Millionen Fahrer könnte es teurer werden

Am Donnerstag war es wieder soweit: Der GDV hat die Regionalklassen für 2019 präsentiert. Und es gibt in der Autohaftpflicht positive wie negative Nachrichten. Die gute zuerst: Rund 5,1 Millionen Autofahrer in 54 Bezirken werden von besseren Klassen profitieren. Die schlechte Nachricht hingegen: Rund 4,2 Millionen Fahrzeughalter in 50 Bezirken haben eine höhere Regionalklasse erhalten. Für diese Versicherten könnte sich die Kfz-Prämie verteuern.

Für die meisten Autofahrer aber ändert sich mit Blick auf die Regionalklassen nichts: Unverändert bleiben die Einstufungen für 32 Millionen Versicherte in 309 Zulassungsbezirken.

Beim Blick auf die einzelnen Regionen zeigen sich seit Jahren dieselben Spitzenreiter. Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich weiterhin für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Viele Schäden und damit hohe Regionalklassen sind hingegen in den Großstädten Deutschlands und Teilen Bayerns zu beklagen. Die schlechteste Schadensbilanz aller Bundesländer hat die Hauptstadt Berlin.

Kaskoversicherung: wenig Änderungen

Für die Kaskoversicherungen ändert sich durch die aktuelle Regionalstatistik nur wenig: Von den knapp 36 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherten rutschen 2,8 Millionen in niedrigere, knapp 3,3 Millionen in höhere Regionalklassen. Für die anderen Versicherten bleibt alles beim Alten. In diese Statistik fließen auch Diebstähle, Sturm- und Hagelschäden sowie die Anzahl der Wildunfälle ein.

Die Regionalklassen werden für die insgesamt 413 deutschen Zulassungsbezirke einmal im Jahr vom GDV herausgegeben und spiegeln die Schadenbilanz der Regionen wider. Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Vollkasko neun und für die Teilkasko 16 Regionalklassen, die anhand eines Indexwertes berechnet werden.

Ob eine bessere Schadenklasse tatsächlich zu einer günstigeren Prämie führt oder eine höhere zu Preisaufschlägen, ist aber nicht gesagt. Zum einen fließen andere Werte in die Prämienberechnung ein: etwa die Unfallhäufigkeit des Autotyps, das Alter des Fahrers, die Zahl der berechtigten Fahrer etc. Zum anderen sind die Regionalklassen für die Versicherer unverbindlich. Sie können ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden.