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Rentendauer und Lebenserwartung haben eins gemeinsam: Sie werden unterschätzt. Das kann für die Altersvorsorge fatale Folgen haben.

Wer für das Alter vorsorgen will, sollte ungefähr einschätzen können, wie hoch die eigene Lebenserwartung und die Rentenbezugsdauer sein könnten. Andernfalls läuft man Gefahr, dass ‚zum Ende des Geldes noch Leben übrig ist‘.

Doch die Einschätzung ihrer Lebenserwartung fällt Deutschen schwer. Viele Deutsche verknüpfen falsche Erwartungen mit dem Gedanken an ihren Ruhestand. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage. Befragt wurden ab 1964 Geborene, die nach aktuellem Stand alle mit 67 Jahren in Rente gehen würden. Im Schnitt schätzen die Befragten ihre Lebenserwartung auf 83,4 Jahre, woraus sich eine Rentendauer von 16,4 Jahren ergäbe. Statistisch können sie jedoch mit 87,5 Jahren rechnen – also gut vier Jahren mehr.

Frauen unterschätzen ihre Lebenserwartung um fast 6 Jahre

Jeder fünfte Befragte (19 Prozent) setzt seine Lebenserwartung und damit die Rentendauer um mehr als zehn Jahre zu niedrig an.
Werte man die Befragungsergebnisse nach Geschlechtern aus, zeigt sich, dass die Diskrepanz bei Frauen größer ist: Während sie ihre Lebenserwartung im Schnitt um 5,8 Jahren unterschätzen, liegen die Männer mit ihrer Prognose um durchschnittlich 2,8 Jahre darunter.

Falsche Orientierungspunkte

Bei der Frage nach der eigenen Lebenserwartung orientiert sich mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Deutschen am Alter der Großeltern, vier von zehn blicken auf die Eltern. Doch das blendet die steigende Lebenserwartung aus und den medizinischen Fortschritt aus. Experten gehen davon aus, dass jede Generation ungefähr fünf Jahre länger lebt als die vorangegangene. Darüber sollte im Beratungsgespräch zur Altersvorsorge dringend aufgeklärt werden.

Über die Studie:
Im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. hat forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Befragung zum Thema “Rentendauer” durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 1.004 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte erwachsene Personen der Geburtsjahrgänge 1964 und jünger befragt. Die Befragung wurde vom 11. bis 23. August 2021 mithilfe des online-repräsentativen Befragungspanels forsa.omninet durchgeführt.

Welche Versicherungen sind in Deutschland – abgesehen von der Krankenversicherung – am häufigsten? Diese Frage beantwortet der Statista Global Consumer Survey 2020.

Private Haushalten gaben 2019 laut Statischem Bundesamt 1.500 Euro für Versicherungen aus. Wie die Statistiker weiter mitteilten, entspricht das in etwa 3,4 Prozent des ausgabefähigen Einkommens der Haushalte.

Doch wie verteilt sich das auf die einzelnen Sparten und welche Versicherung ist am weitesten verbreitet? Das erfragte der Statista Clobal Consumer Survey 2020 für den im Sommer 2020 2.094 Deutsche im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt wurden.

Die Ergebnisse:

  • Laut Statista Global Consumer Survey 2020 haben 29 Prozent der Befragten eine Lebensversicherung abgeschlossen.
  • 38 Prozent der Befragten sichern sich mit einer Unfallversicherung gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls ab.
  • Rechtsschutzversicherungen gibt es für viele Lebensbereiche wie beispielsweise Verkehr, Arbeits- oder Strafrecht. Laut Statistik verfügen 41 Prozent der Deutschen über eine solche Versicherung.
  • Das persönliche Inventar von Haus oder Wohnung haben 58 Prozent der Deutschen über eine Hausratversicherung abgesichert.
  • Im ‘Autoland’ Deutschland sind Kfz-Versicherungen weit verbreitet: 65 der Deutschen besitzen eine. Abgesehen von der Krankenversicherung hat nur eine Versicherung höhere Verbreitungsgrade.
  • 66 Prozent der Befragten gaben an, über eine private Haftpflichtversicherung (PHV) zu verfügen.

Zuhause ist man doch am sichersten? Das ist leider ein Irrtum. Allein im Jahr 2019, also noch vor Corona, starben laut Statistischem Bundesamt 12.436 Menschen bei häuslichen Unfällen. Das sind viermal mehr Menschen, als im Straßenverkehr ums Leben kamen. Ein wichtiger Grund: Viele Häuser sind nicht altersgerecht.

“Zuhause ist der gefährlichste Ort” – mit einem solchen Slogan wirbt ein großer deutscher Versicherer für seine private Unfallversicherung. Und dass dies keine Übertreibung ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 12.436 Menschen starben demnach bei sogenannten häuslichen Unfällen: stark vereinfacht Unfälle, die sich im Privathaushalt, dem heimischen Garten oder in der Garage ereignen. Zum Vergleich: Das sind viermal so viel Menschen, wie im Straßenverkehr ihr Leben verloren. Mehr als 200.000 Personen verletzten sich zum Teil schwer.

Das hat paradoxerweise auch damit zu tun, dass die Deutschen immer älter werden. Denn mehr als die Hälfte der tödlich Verunfallten (6.442 Personen bzw. 51,8 Prozent) gehören der Generation “85 Jahre und älter” an. Weitere 30,65 Prozent bzw. 3.812 Verunglückte zählten darüber hinaus zur Alterskohorte 75 bis 85 Jahre. Das bedeutet: Mehr als acht von zehn Menschen, die im Haushalt bei einem Unfall ihr Leben verlieren, sind Senioren ab 75!

Damit zeigt sich: Stürze sind eine wichtige Ursache. Fast 9.000 über 75-Jährige starben nach einem Sturz, wie eine Auswertung des Portals “Aktion Das sichere Haus” (DSH) ergab. Aber nicht allein: andere Risikofaktoren, die auch oft zu schweren Verletzungen führen, sind zum Beispiel der nicht sachgemäße Umgang mit Elektrogeräten, etwa dem Herd, Toaster oder dem Föhn. Oder Unfälle, die sich beim Heimwerken oder beim Gärtnern ereignen – speziell im Herbst oder nach Regen, wenn der Rasen bzw. das Laub glatt sind. Entsprechend gilt es, hier Vorsicht walten zu lassen.

Wichtig: für Seniorinnen und Senioren hat Unfallschutz in den eigenen vier Wänden höchste Priorität. Dazu gehört es zum Beispiel, sich bei einem etwaigen Umzug oder Hausbau schon vor Erreichen des Rentenalters Gedanken zu machen, ob das Haus oder die Wohnung auch altersgerecht ist. Zumindest im Rahmen der Möglichkeiten: Ein Fachmann berät, was etwa beim Umbau von Altbauwohnungen möglich ist.

Steile Treppen und hohe Stufen, enge Türen, Schwellen im Eingangsbereich etc. sind hier echte Risikofaktoren, die es zu beseitigen gilt. Auch der Arbeitsbereich in der Küche sowie das Bad sollten möglichst barrierefrei sein. Orientierung schafft unter anderem die DIN-Norm 18040-2. Und auch im Seniorenalter gilt: Muskelaufbau und Sport, natürlich im Rahmen der Möglichkeiten, können das Risiko von Unfällen reduzieren.

Schutz vor Stürzen bietet die private Unfallversicherung. Und auch die Absicherung für den Pflegefall ist wichtig: nicht selten führt ein Sturz dazu, dass man dauerhaft betreut werden muss. Entsprechend bietet eine Pflegezusatzversicherung zusätzliche Sicherheit. In den Verträgen sollte auch auf zusätzliche Assistance-Leistungen geachtet werden: etwa, in welchem Umfang nach dem Unfall auch ein Essensdienst bezahlt wird, ein Notruf installiert oder der Umbau unterstützt.

Die Lebenserwartung Neugeborener hat sich in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts mehr als verdoppelt, zeigen Auswertungen des Statistischen Bundesamtes. Welche Ursachen und Folgen diese Entwicklung hat.

Ein 65-jähriger Mann lebte 1871/1881 im Durchschnitt noch 9,6 Jahre. 2017/2019 bescheinigt die Statistik einem 65-Jährigen noch durchschnittlich 17,9 Lebensjahre. Noch stärker ist der Unterschied bei Frauen ausgeprägt: Lag der Wert für den Zeitraum 1871/1881 bei 10 Jahren, so konnten 65-jährige Frauen 2017/2019 noch durch­schnittlich 21,1 weiteren Lebens­jahren entgegen­sehen.

Als mögliche Gründe für diesen Anstieg der Lebenserwartung nennt das Statistische Bundesamt:

  • medizinischen Fortschritt
  • Hygiene
  • Ernährung und Wohnsituation
  • verbesserte Arbeitsbedingungen und gestiegenen Wohlstand

Interessant ist dieser Vergleich über einen langen Zeitraum hinweg vor allem aus zwei Gründen. Zum einen stammt das in Deutschland angewandte Umlagesystem der Deutschen Rentenversicherung im Wesentlichen aus dieser Zeit. Dessen Grundsatz: Mit den heutigen Beiträgen werden die laufenden Rentenzahlungen finanziert.

Dieses System kommt allerdings in Schieflage, wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenempfänger finanzieren. Will man das System retten, müssten die Beiträge steigen oder die Leistungen sinken – vereinfacht gesagt. Auch die Idee, weitere Einkommensarten beitragspflichtig werden zu lassen, würde das System stützen.

Auf derartige grundlegende Reformen zu warten, ist sicherlich nur die zweitbeste Lösung. Sicherer ist die private zusätzliche Altersvorsorge. Im Gespräch mit einem versierten Berater sollten die individuellen Vor- und Nachteile abgeklärt werden.

Pflegevorsorge ist wichtig. Das zeigt sich an den jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Demnach stieg die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 4 Millionen Menschen. Welche Versorgungsarten dabei besonders häufig sind.

Im Vergleich zum Dezember 2017 ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland um 21 Prozent auf 4,13 Millionen Menschen im Dezember 2019 gestiegen. Die starke Zunahme führt das Statistische Bundesamt, das die Zahlen veröffentlichte, auf den neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff zurück.

Im Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI) ist die Definition enthalten (§ 14 Abs. 1):
“Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.”

Pflegebedürftige nach Versorgungsart

Die weitaus meisten der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Das trifft auf 3,31 Millionen Menschen zu (entspricht 80 Prozent der Pflegebedürftigen). Bei 2,33 Millionen Pflegebedürftigen übernehmen Angehörige die Pflege. Bei 980.000 Bedürftigen übernehmen ambulante Pflegedienste die Versorgung ganz oder teilweise, während die Pflegebedürftigen weiterhin in Privathaushalten leben. Die vollstationäre Betreuung in Pflegeheimen gilt für ein Fünftel (820.000) der Pflegebedürftigen.

Vergleicht man diese Zahlen mit Dezember 2017, als das Statistische Bundesamt zuletzt Zahlen dazu vorlegte, fällt auf, dass die Zahl der vollstationär Gepflegten nahezu unverändert bleibt, während die Pflege zu Hause um 27 Prozent zunahm (das entspricht 710.000 Personen).

Weitere Auffälligkeiten: 62 Prozent der Pflegebedürftigen waren weiblich. Und je älter die Menschen sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden: Sind in der Altersgruppe der 70-74 Jahre alten Menschen etwa 8 Prozent pflegebedürftig, steigt dieser Wert bei den über 90-jährigen auf 76 Prozent.

Wo Langfinger bevorzugt unterwegs sind und auf welche Fahrzeuge sie es abgesehen haben.

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Autodiebstähle geht zurück. Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits seit Längerem anhält. So betrug die Anzahl der gestohlenen kaskoversicherten Autos 2010 und 2011 jeweils fast 20.000 – trauriger Höchststand bisher. Seitdem sinken die Fallzahlen. Für 2019 verzeichnete der Versicherer-Verband 14.229 gestohlene Autos, die kaskoversichert waren. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Fallzahlen um knapp fünf Prozent zurück.

Damit sind die guten Nachrichten allerdings schon erzählt. Denn der Schadenaufwand, den die Versicherer geleistet haben, hat sich nicht im gleichen Maß entwickelt. Sichtbar wird das, wenn man die durchschnittlichen Kosten je Diebstahl betrachtet. So zahlten die Versicherer durchschnittlich 19.600 Euro für jedes gestohlene Auto (insgesamt 280 Millionen Euro). Das ist nur ein Prozent weniger Schadenaufwand als im Vorjahr; wohlgemerkt bei fünf Prozent weniger Schadenaufkommen.

Das bedeutet, dass die Schadensumme je Schadenereignis tendenziell steigt. Begründet wird das oft damit, dass moderne Fahrzeuge immer mehr teure Technik enthalten. Das treibt die Schadensummen im Kfz-Bereich.

Auch im Vergleich der Bundesländer lässt sich diese Entwicklung ablesen. In nur drei Bundesländern (Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg) stieg die Zahl der Pkw-Diebstähle. Doch der Schaden pro Diebstahl stieg in acht von 16 Bundesländern.

Die Hochburgen der Autodiebe finden sich im Osten der Republik. Besonders auffällig ist dabei Berlin. In der Hauptstadt wurden mehr als doppelt so viele Fahrzeuge gestohlen wie in Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Das Flächenland mit der größten Diebstahlgefahr ist Brandenburg. Dort lag die Diebstahlrate bei 1,1 pro 1.000 kaskoversicherten Pkw – noch höher liegt die Rate nur in den Stadtstaaten Berlin (3,3) und Hamburg (1,4). Im Bundesdurchschnitt liegt die Rate bei 0,4.

Langfinger stehen auf SUVs und Toyotas

Wertet man die Statistik nach gestohlenen Fahrzeugmodellen aus, fällt auf, dass SUVs und Autos von Toyota besonders häufig gestohlen werden. So finden sich unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen gleich sechs SUVs, an der Spitze lag die zweite Generation des BMW X6. Der japanische Hersteller Toyota ist gleich mit fünf Modellreihen in den Top 10 der Autodiebe vertreten. Hier finden sich neben SUVs und dem Sportwagen GT86 auch die beiden Mittelklasse-Limousinen Prius+ und der CT200 der Toyota-Tochter Lexus.

Welche Krankheiten führen zu Berufsunfähigkeit? Dies wertet jährlich ein Hannoveraner Analysehaus aus. Die aktuellen Zahlen belegen den Trend: Immer häufiger führen psychische Krankheiten zum Aus im Beruf. Aber auch Gebrechen, die aus körperlicher Belastung resultieren, sind nicht zu unterschätzen.

Das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg wertet seit mehreren Jahren anhand von Stichproben aus, welche Krankheiten zur Anerkennung einer privaten Berufsunfähigkeit-Rente führen. Die neuesten Zahlen stammen aus dem Juni 2020. Und der Trend ist eindeutig: Immer öfter sind psychische Krankheiten Ursache für das vorzeitige Aus im Beruf.

In der aktuellen Untersuchungen waren “psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen” bereits für 26,64 Prozent aller neuen BU-Renten Leistungsauslöser. Das verdeutlicht den Trend, dass auch Menschen mit körperlich leichten und geistigen Tätigkeiten, etwa im Büro, von der Berufsunfähigkeit bedroht sind. Stress, die zunehmende Vermischung von Beruf und Freizeit sowie zunehmender Leistungsdruck sind hierfür wichtige Gründe. Noch vor zehn Jahren waren nur etwa 20 Prozent der neuen Fälle psychisch bedingt.

Dennoch sind auch die körperlichen Ursachen nicht zu unterschätzen. Mit 23,76 Prozent aller neuen Leistungsfälle rangieren “Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes” bereits auf dem zweiten Rang – mit ähnlich vielen Betroffenen. Hier wird alles zugerechnet, was durch schwere Tätigkeiten und körperlichen Verschleiß begünstigt werden kann: also wenn Rücken, Gelenke, Muskeln oder Knochen nicht mehr mitspielen.

Auf Rang drei der wichtigsten BU-Gründe landen die sogenannten Bösartigen Neubildungen (19,11 Prozent): stark vereinfacht alles, was Krebs und Tumoren zugerechnet werden kann. Eine solche Diagnose ist für viele Menschen und ihre Angehörigen nicht nur psychisch eine große Belastung. Sie bedeutet mit Blick auf das Erwerbsleben oft einen Bruch in der Biographie: Der Job kann lange Zeit nicht mehr ausgeübt werden oder muss sogar ganz aufgegeben werden.

An vierter Stelle kommen die sonstigen Erkrankungen mit 16,95 Prozent: etwa Erkrankungen der inneren Organe wie zum Beispiel der Schilddrüse oder Niere, auch Erbkrankheiten werden hier zugerechnet. Darauf folgen Erkrankungen des Kreislaufsystems (7,23 Prozent) und Unfälle (6,31 Prozent).

Schützen kann man sich vor den vielfältigen Ursachen mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie zahlt in der Regel ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Was es hierbei zu beachten gibt, klärt ein Beratungsgespräch.

Wer Knatsch mit seinem Versicherer hat, kann sich beim Versicherungsombudsmann beschweren: eine anerkannte Streitschlichtungsstelle der Branche. Dieser präsentierte vor wenigen Tagen die Zahlen für das abgelaufene Jahr 2019. Positiv: Die Verbraucher hatten deutlich weniger Grund, sich zu beschweren.

Der unabhängige Versicherungsombudsmann hat 2019 deutlich weniger Beschwerden von Kunden über ihren Versicherer erhalten. Das berichtet aktuell der Dachverband der Versicherer (GDV) und beruft sich auf den aktuellen Tätigkeitsbericht. Mit 16.928 Beschwerden erreichten den Streitschlichter gut sieben Prozent weniger Anträge als im Jahr 2018.

Alles in allem habe sich die Gesamtzahl der Beschwerden zum Vorjahr um 7,5 Prozent auf 17.528 reduziert, so schreibt der Verband weiter. Gut 4.500 dieser Anträge hätten Ombudsmann Wilhelm Schluckebier und sein Team als unzulässig abgewiesen.

Sehr wenige Beschwerden über Vermittler

Noch besser sieht sogar die Bilanz aus, wenn man allein auf Versicherungsvermittler blickt. Knapp 200.000 Personen sind in Deutschland als Versicherungsvertreter, -makler oder -berater tätig. Aber nur 261 Beschwerden erreichten den Ombudsmann speziell zu den Vermittlern in 2019. Das entspricht einer Beschwerdequote von 0,13 Prozent gemessen an der Gesamtzahl der Tätigen in diesen Berufen: Wobei man sogar noch berücksichtigen muss, dass sich einige Kunden mehrfach über einen Vermittler beschweren können.

Der Versicherungsombudsmann ist eine 2001 gegründete unabhängige Schlichtungsstelle der Versicherungswirtschaft, die aber von der Politik ebenfalls anerkannt wird. Grundlage ist das sogenannte Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG). Haben Kunden Ärger mit dem Versicherer, kann die Stelle eine erste Anlaufstelle sein. Unabhängige Juristen prüfen eine Beschwerde, ohne dass extra Kosten entstehen: abgesehen von Kosten für Porto bzw. den Kontakt. Weitere Details zu Anträgen finden sich auf versicherungsombudsmann.de.

Das Positive aus Sicht des Kunden: Bis zu einem Betrag von bis zu 10.000 Euro kann der Ombudsmann einen Versicherer zur Leistung verpflichten. Liegt der Streitwert darüber, ist der Schlichtungsspruch für die Gesellschaft nicht bindend: Erfahrungsgemäß folgen die Versicherer aber auch dann meist der Auffassung des Ombudsmanns.

Bei Vermittlern hingegen ist die Entscheidung nicht bindend, der Ombudsmann kann aber Empfehlungen aussprechen. Die Ombudsstelle erklärt ihre Entscheidung verbraucherfreundlich anhand der aktuellen Gesetzeslage.

Ansprüche verjähren nicht

Wer einen Schlichtungsantrag stellt und gegen den Versicherer vorgehen will, muss keine Sorge haben, dass er bei einem unbefriedigenden Ergebnis nicht später vor Gericht ziehen kann. Während des Prüfverfahrens verjähren die Ansprüche nicht, eine Klage ist später immer noch möglich: unabhängig davon, wie der Ombudsmann entscheidet.

Seit dem April 2019 ist Wilhelm Schluckebier neuer Chef der Ombudsstelle: Ein renommierter Jurist, der unter anderem bereits am Bundesgerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht tätig war. Über aktuelle Erfolgszahlen der Beschwerden ist noch nichts bekannt: Diese werden erst später mit dem Jahresbericht veröffentlicht. Aus früheren Veröffentlichungen weiß man jedoch, dass beinahe jede zweite Beschwerde zur Zufriedenheit des Kunden ausfällt, weil der Versicherer klein beigibt oder dem Betroffenen entgegenkommt, indem man sich außergerichtlich einigt.

Zu beachten ist darüber hinaus, dass die private Krankenversicherung eine eigene Schlichtungsstelle unter Vorsitz von Heinz Lanfermann hat (pkv-ombudsmann.de). Sie handelt alle Beschwerden zu PKV-Themen ab: Private Krankheitskostenvollversicherung, Private Pflegepflichtversicherung oder Zusatzversicherung.

Erneut zeigt die Studie eines großen Versicherers, was Fachleute schon wissen: Kopfarbeit ist die wichtigste Ursache, weshalb Menschen ihren Beruf aufgeben müssen. Sie verdrängt damit körperliche Gebrechen wie etwa eine Schädigung der Gelenke oder ein Rückenleiden als Hauptursache. Das ist ein Fakt, den Menschen mit geistigen Berufen nicht ignorieren sollten.

Sollte man eine private Berufsunfähigkeitsversicherung auch dann besitzen, wenn man im Büro arbeitet, als Pädagoge, kaufmännischer Angestellter oder einem anderen geistigen Beruf nachgeht? Die Antwort muss ganz klar lauten: natürlich, und zwar gerade dann. Das zeigt ganz frisch der “Report Berufsunfähigkeit”, den der Versicherer Swiss Life anhand tausender Kundendaten ausgewertet hat. Demnach sind psychische Erkrankungen mittlerweile Hauptursache, wenn ein privater Versicherer eine Berufsunfähigkeits-Rente auszahlt. 37 Prozent aller neu bewilligten Leistungen resultieren aus der Psyche.

Weniger häufig sind Ursachen, die aus körperlich schwerer Arbeit resultieren

Dem entgegen nimmt die Bedeutung jener Berufsunfähigkeits-Gründe ab, die aus einer schweren körperlichen Tätigkeit resultieren. Zu unterschätzen sind freilich auch diese nicht. Etwa jeder vierte Leistungsfall (24 Prozent) betrifft Erkrankungen des Bewegungsapparates als zweithäufigste Ursache. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Fliesenleger aufgrund seiner dauerhaften Arbeit am Boden kaputte Knie und einen kaputten Rücken hat. Weitere 14 Prozent resultieren aus Unfällen als dritthäufigster Ursache. Es folgen Krebs (neun Prozent), Herz-, Kreislaufkrankheiten (acht Prozent) sowie innere Erkrankungen mit vier Prozent aller Neurenten.

In diesen Zahlen spiegelt sich auch der Wandel der Arbeitswelt wieder, ging doch der Anteil an “Malocherjobs” in den letzten Jahren stetig zurück. Hingegen steigt die Bedeutung von Dienstleistungs- und geistiger Arbeit in unserer Gesellschaft und damit einhergehende Ursachen für Berufsunfähigkeit. Das zeigt auch der langfristige Trend. Bei BU-Leistungen aufgrund psychischer Erkrankungen gab es in den vergangenen zehn Jahren einen Anstieg um satte 40 Prozent. Auch wenn andere Studien teils leicht abweichende Zahlen zeigen, ist diese Entwicklung in allen untersuchten Statistiken nachweisbar.

Frauen unter 30 besonders oft wegen Psyche berufsunfähig

Teils zeigen sich auch deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern. Laut Report ist das Risiko für Frauen deutlich höher, aufgrund psychischer Ursachen ihren Beruf aufgeben zu müssen. Sind doch für 44 Prozent der Frauen BU-Leistungen durch eine psychische Erkrankung verursacht, jedoch nur für 28 Prozent der Männer.

Bei Frauen unter dreißig Jahren betrifft die Psyche sogar beinahe jeden zweiten Fall einer Berufsunfähigkeit. Dem entgegen sind Männer unter 30 weit stärker durch Unfälle bedroht: Sie betreffen 33 Prozent aller neuen BU-Fälle. Zum Vergleich: Bei jungen Frauen sind Unfälle nur für neun Prozent verantwortlich.

Wer einen geistigen Beruf ausübt, sollte sich folglich auch über den Schutz der Arbeitskraft informieren. Hier hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Schutz bei den oft recht komplexen Tarifen zu finden.

Das Fahrrad-Geschäft boomt! Nie zuvor wurde in Deutschland so viel Geld mit Fahrrädern umgesetzt, längst ist daraus ein Milliardengeschäft geworden. Das liegt auch an den E-Bikes, die speziell von Senioren gern nachgefragt werden. Aber die Fahrt ins Grüne hat auch Tücken, wie die Unfallzahlen zeigen. Ein Grund, vorsichtig zu sein und vorzusorgen.

Wer auf die aktuellen Zahlen des Deutschen Fahrradmarktes schaut, kann nur staunen. 3,16 Milliarden Euro setzten die Händler 2018 mit Fahrrädern und E-Bikes um, so berichtete der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) vor wenigen Wochen. Das bedeutet ein Plus von 16,3 Prozent binnen Jahresfrist. Andere Branchen können da nur neidisch auf das Wachstum blicken. Insgesamt wurden 4,18 Millionen Räder verkauft. Der Fahrrad-Bestand in Deutschland ist nach Schätzungen des Verbandes auf 75,5 Millionen Räder angewachsen.

Keine Frage: In Deutschland gibt es einen kleinen Fahrrad-Boom. Das liegt vor allem auch an der steigenden Nachfrage nach E-Bikes. Mit 980.000 verkauften Rädern verfehlte der Absatz nur knapp die Millionenmarke. Kein Wunder: In einer alternden Gesellschaft ist es eine große Unterstützung, wenn man frei entscheiden kann, den Berg mit Muskelkraft hochzustrampeln oder den kleinen Hilfsmotor zuzuschalten. Und gerade in Großstädten sind Räder ein Mittel gegen Stau und fehlende Parkplätze.

Nicht ohne Versicherung!

Der Fahrspaß hat aber auch seine Schattenseiten, wie die aktuelle Unfallstatistik zeigt. Die Zahl der getöteten oder schwerverletzten Radfahrer steigt seit Jahren besonders in den Innenstädten. 2018 verloren 455 Radfahrer in Deutschland ihr Leben, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht: davon 89 auf E-Bikes. Zehntausende Radfahrer trugen schwerste Verletzungen davon, auch wenn die Unfallstatistik hier keine genaue Auskunft gibt: Als Schwerverletzter gilt schon, wer stationär behandelt werden muss.

Deshalb sollte man sich zunächst selbst schützen, vorausschauend fahren und immer einen Helm tragen. Aber auch der richtige Versicherungsschutz ist wichtig. Eine private Unfallversicherung kann die finanziellen Folgen auffangen, wenn man selbst einen Unfall verursacht oder ohne Fremdeinwirken zu Fall kommt, etwa weil man einer streunenden Katze ausweichen muss. Der Versicherer zahlt dann eine vorher vereinbarte Kapitalleistung und/oder Unfallrente, wenn eine laut Vertrag vereinbarte Beeinträchtigung infolge des Unfallereignisses eintritt. Schädigt man dritte Personen, leistet eine private Haftpflichtversicherung Abhilfe. Die sollte ohnehin jeder haben.

Schwieriger ist die Situation bei E-Bikes. Bis 25 km/h bzw. einem maximal 250 Watt starken Motor werden sie als Fahrräder eingestuft: hier ist keine extra Versicherung vonnöten. Anders sieht es hingegen aus, wenn es sich um leistungsstärkere S-Pedelecs handelt. Diese Zweiräder erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 45 Stundenkilometern, weshalb sie rechtlich als Mofas gelten. Hier muss auch eine Mopedversicherung abgeschlossen werden, um die schnellen Flitzer zu nutzen.

Radfahrer oft nicht Hauptverursacher des Unfalls

Wichtig ist aber mit Blick auf Radfahrer für alle Verkehrsteilnehmer: gegenseitige Rücksichtnahme! Hierbei sollte man bedenken, dass man auf dem Rad nahezu ungeschützt ist. Umso schwerer wiegen die Folgen eines Zusammenstoßes. Es ist übrigens ein häufig gehörtes Klischee, dass die Radfahrer durch Fehlverhalten selbst die Hauptschuld an den Unfällen tragen. Im Gegenteil: Das Gros fährt durchaus vorsichtig.

Die meisten Verletzungen sind zu beklagen, wenn Radfahrer mit PKW oder gar LKW kollidieren. Bei Unfällen mit Autos sind Radler nur zu 25 Prozent Hauptverursacher eines Unfalls, bei Unfällen mit LKW gar nur zu 20 Prozent, so geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Rechnet man die Unfälle hinzu, bei denen auch Fußgänger verwickelt sind oder ein Radfahrer ohne Fremdeinwirken zu Schaden kommt, sind Radler etwa für vier von zehn Unfällen hauptverantwortlich, bei denen sie einen Personenschaden erleiden.

Das zeigt: Appelle an Radfahrer allein helfen nicht weiter. Alle Verkehrsteilnehmer müssen mehr Rücksicht nehmen, vor allem aber müsste die Radinfrastruktur in den Städten deutlich verbessert werden. So zeigt die Unfallforschung der Versicherer (UDV), dass viele Unfälle an unübersichtlichen und schlecht einsehbaren Straßenkreuzungen passieren. Auch zu wenig Sicherheitsabstand zum Radfahrer sind oft Grund für Zusammenstöße. Eine weitere häufige Unfallursache sind unachtsam geöffnete Fahrertüren, wenn ein Auto am Straßenrand parkt. Hier kann ein kleiner Tipp helfen: Autofahrer sollten die Türe mit der rechten Hand öffnen: und dabei den Kopf nach hinten drehen, ob nicht doch ein Radler kommt.