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Die gute Nachricht: Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist auf ein Rekordtief gesunken. Doch aus der Schadenstatistik der Versicherer lassen sich auch beunruhigende Entwicklungen ablesen.

2021 sank die Zahl der Fahrraddiebstähle, die Versicherern gemeldet wurden, auf das Rekordtief von 125.000. Das sind 15.000 weniger als im Vorjahr. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) führt das zu großen Teilen auf die Pandemie zurück. Durch die vermehrte Arbeit im heimischen Büro seien Fahrräder seltener unbeaufsichtigt im Freien abgestellt wurden.

So weit die guten Nachrichten. Denn die Schadensumme verharrte auf dem Vorjahresniveau: 110 Millionen Euro wendeten die Versicherer auf, um gestohlene Drahtesel zu ersetzen. Der durchschnittliche Wert, den Versicherer für gestohlene Fahrräder bezahlten, verdoppelte sich fast in den letzten zehn Jahren und kletterte von 440 Euro auf 860 Euro.

Die Versicherer leiten daraus ab, dass oft gezielt hochpreisige Fahrräder entwendet werden. Ein Trend, der auch durch den Boom bei E-Bikes verstärkt wird. Fündig werden die Fahrraddiebe meist in Kellern und Abstellräumen. Der Versicherer-Verband rät deshalb dazu, die Räder auch dort fest anzuschließen.

Wird ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen, übernimmt die Hausratversicherung den Schaden. Meist ist jedoch die offene Straße der Tatort. Schutz bietet hier eine Zusatzklausel in der Hausratpolice oder eine eigenständige Fahrradversicherung.

Marderschäden zählen zu den häufigsten Vorfällen, aufgrund derer die Kfz-Versicherung einspringen muss. Die Versicherungswirtschaft veröffentlicht nun Zahlen für das Jahr 2020. In insgesamt 217.000 Fällen mussten die Versicherer zahlen, weil die Tiere im Motorraum randaliert haben: und die Tiere sind vor allem in den Monaten März bis Juni aktiv!

Marder sind possierliche Tiere mit weichem Fell: Doch wohl kein Autofahrer sieht es gern, wenn ein solcher im Garten oder in Nähe der Garage herumschleicht. Nicht von ungefähr, denn an Autos verursachen sie oft hohe Schäden. Sie dringen in den Motor ein, beißen Kabel an – und oft wird der Defekt erst bemerkt, wenn das Auto kein Öl mehr hat oder der Motor überhitzt dampft. Dann stehen teure Reparaturen an.

Wie groß der jährliche Schaden durch Marder ist, das zeigen aktuelle Zahlen der Versicherungswirtschaft. Für 217.000 beschädigte Autos mussten die Kfz-Versicherer im Jahr 2020 zahlen, wie der Branchenverband GDV aktuell mitteilt. Die Schadensumme: stolze 90 Millionen Euro. Neuere Daten liegen noch nicht vor.

Die gute Nachricht ist immerhin, dass die Zahl der Marderschäden gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent sank. Das lag aber ausgerechnet an der Corona-Pandemie. Die Menschen waren schlicht seltener mit dem Auto unterwegs. “Das hat spürbare Folgen für die Schadenstatistik: Autos, die häufig an wechselnden Orten beziehungsweise in Revieren unterschiedlicher Marder parken, sind nämlich besonders betroffen von Attacken dieser Art”, berichtet der GDV.

Der Frühling macht die Tiere munter

Dass der Versicherer-Verband im Monat März die Zahlen zu Marderschäden präsentiert, hat gute Gründe. Da beginnt nämlich die Hochzeit für zerbissene Kabel und beschädigte Autos. Das liegt am Sozialverhalten der Tiere: Im Frühjahr führen männliche Marder vermehrt Verteilungskämpfe um die Reviere: auch in der Hoffnung, eine Partnerin für die Paarung zu finden. Riechen die Marder-Machos dann, dass sich ein fremdes Tier im eigenen Revier aufhielt, reagieren sie aggressiv: und knabbern zum Beispiel Kabel an. Marder sind eben Einzelgänger, die ihr Revier verbittert verteidigen.

Entsprechend sind die Monate März bis Juni die Zeit, in der statistisch deutlich mehr Marderschäden gemeldet werden als im Jahresschnitt, so berichtet der GDV. Die meisten Vorfälle werden im Mai gezählt. Schützen kann man das Auto unter anderem, indem der Motor mit elastischen Drahtgittern abgeschirmt wird. Auch das Ummanteln von Kabeln und Schläuchen, beispielsweise durch zusätzliche Schläuche aus Hartplastik, sind eine Option.

Aber natürlich empfiehlt sich der passende Versicherungsschutz. Eine Teilkasko reicht in der Regel aus, damit der Versicherer für Marderbiss zahlt. Aber Vorsicht: Auch Folgeschäden sollten erstattet werden. Denn oft sind es genau jene, die hohe Kosten verursachen: etwa, wenn der Motor dank ausgelaufenem Öl einen Totalschaden hat. Sind Folgeschäden nicht inkludiert, zahlt der Versicherer nur für die beschädigten Schläuche. Gerade Dumping-Tarife in der Kraftfahrtversicherung haben mitunter solche Fallstricke, um sich vor hohen Schadenskosten zu drücken. Im Zweifel hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Schutz zu finden.

Aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass auch langjährige Beitragszahler zur Rentenkasse nur kleine Renten erhalten. Rund 2,7 Millionen Rentner erhalten weniger als 1.200 Euro Rente im Monat, obwohl sie mindestens 40 Versicherungsjahre in der Deutschen Rentenversicherung vorzeigen können.

Wer viele Jahre arbeitet, kann auch auf eine auskömmliche Rente hoffen? Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass dies für viele Erwerbstätige eine trügerische Hoffnung ist. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 erhielten demnach rund 2,7 Millionen Ruheständler eine Rente von weniger als 1.200 Euro, obwohl sie mindestens 40 Jahre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet hatten. Auf die Zahlen macht aktuell das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aufmerksam. Neuere Daten zum Rentenbezug liegen noch nicht vor.

Um die Zahlen einzuordnen: Knapp vier von zehn Ruheständlern erhalten trotz mindestens 40 Beitragsjahren eine derart niedrige Rente. Besonders hoch ist der Anteil in Ostdeutschland, wo sogar beinahe jeder Zweite betroffen ist. Und damit nicht genug. Rund 1,2 Millionen Renten-Empfänger waren sogar betroffen, obwohl sie 45 Beitragsjahre vorweisen konnten.

Die Zahlen verdeutlichen erneut, dass zusätzliche Altersvorsorge -ob privat oder betrieblich organisiert- wichtig ist. Denn die Sorge, dass die gesetzliche Rente für einen auskömmlichen Lebensabend nicht reicht, ist für viele Menschen durchaus begründet:

Die Zahlen der Bundesregierung zeigen ebenfalls, dass jeder fünfte Ruheständler eine Altersrente von weniger als 500 Euro erhält. Hier hilft es auch nichts, allein auf die Grundsicherung zu hoffen. Denn diese sieht relativ strenge Regeln vor, sodass viele Menschen durch das Raster fallen. Denn Anspruch auf die Grundrente besteht nur dann, “wenn ein Entgelt von mindestens 30 Prozent des Durchschnittsentgelts versichert worden ist”. Vereinfacht formuliert: Menschen, die lange in Teilzeit jobbten oder gar in einem Minijob, fallen durch das Raster. Doch auch für sie gibt es preiswerte Optionen, zusätzlich vorzusorgen. Hier schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung!

Welche Kosten mit den Unfällen von E-Scootern verbunden sind, zeigt eine Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Im Juni 2019 wurden E-Scooter für den Straßenverkehr in Deutschland zugelassen. Damit einher ging die Versicherungspflicht für die Fahrzeuge. Und bereits Anfang 2020 senkten einige Anbieter die Prämien für Scooterversicherungen.

Nun hat auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine erste, eigene Schadenbilanz für diese Fahrzeuge aufgestellt. Demnach verzeichneten die deutschen Versicherer 2020 1.150 Scooter-Unfälle, bei denen Dritte zu Schaden kamen. “Die Kfz-Haftpflichtversicherer zahlten für jeden dieser Unfälle im Schnitt rund 3.850 Euro”, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Laut Verband würden E-Scooter eine ähnliche Schadenbilanz aufweisen wie Mofas und Mopeds.

“Die hohen Entschädigungen zeigen, wie gut und richtig die Entscheidung des Gesetzgebers war, eine Versicherungspflicht für E-Scooter einzuführen”, sagte Asmussen. “Gerade wenn sie verbotenerweise auf dem Gehweg fahren, sind die E-Scooter eine große Gefahr für Fußgänger.” Asmussen appellierte an Ordnungsämter und Polizei, die geltenden Regeln konsequent durchzusetzen: “E-Scooter sind keine Spielzeuge. Sie gehören nicht auf den Gehweg, dürfen nicht von Kindern unter 14 Jahren und nicht zu zweit oder gar zu dritt gefahren werden.”

Der Hinweis von Asmussen kommt nicht von ungefähr. Denn Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zeigten bereits, dass E-Scooter-Fahrer häufig Verursacher des Unfalls sind: In 72 Prozent der Fälle mit Personenschaden war der E-Scooter-Fahrer der Hauptverantwortliche.

Insgesamt registrierte die Polizei bei E-Scooter- Fahrern, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt waren, 2.355mal Fehlverhalten. Der mit Abstand häufigste Vorwurf war das Fahren unter Alkoholeinfluss (431 Fehlverhalten oder 18,3 Prozent). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 7,1 Prozent und bei zulassungsfreien Krafträdern 7,8 Prozent.

Die falsche Nutzung der Fahrbahn oder Gehwege war das zweithäufigste Fehlverhalten von E-Scooter-Fahrern.

Mit der Einführung der Versicherungspflicht ging auch die Versicherungsplakette am Fahrzeug einher. Sie dient als Nachweis der Haftpflichtversicherung. Ebenso wie bei anderen Kleinkrafträdern wechselt das Versicherungskennzeichen zum 1. März 2022.

Wie wichtig es ist, die Altersvorsorge mit Blick auf eine lange Lebenszeit zu planen, zeigen aktuelle Daten der Bundesregierung. Fast ein Viertel der Über-80-Jährigen in Deutschland lebt demnach in relativer Armut. Damit ist der Schnitt in dieser Bevölkerungsgruppe weit höher als in der Gesamtbevölkerung.

Kurz vor Weihnachten präsentiert die Bundesregierung Zahlen, die eher wenig festlich stimmen. Denn laut der Studie “Hohes Alter in Deutschland”, die vor wenigen Tagen vom Bundesseniorenministerium vorgestellt wurde, sind hochbetagte Seniorinnen und Senioren in Deutschland besonders von Armut bedroht.

Mehr als jeder fünfte Mensch über 80 Jahren (22,4 Prozent) in Deutschland ist demnach von Armut betroffen. Ein besonders hohes Risiko haben Frauen, wo der Anteil sogar noch um mehr als neun Prozentpunkte höher als bei den Männern liegt. Laut Studie leben 26,1 Prozent der hochaltrigen Frauen unter der Armutsgrenze, bei den Männern sind es 16,9 Prozent.

Hierbei handelt es sich jedoch um die sogenannte relative Armut, da sie sich am Einkommen der Gesamtbevölkerung bemisst. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) besitzt: aktuell liegt dieser Wert bei 1.167 Euro netto im Monat. Dennoch ist der Anteil älterer Menschen höher als im Bevölkerungsschnitt, denn in der Gesamtbevölkerung gilt “nur” jeder Siebte (14,8 Prozent) als arm.

Altersvorsorge langfristig planen

Die Daten zeigen, dass es wichtig ist, die eigene Altersvorsorge mit Blick auf eine lange Lebenszeit zu planen. Wer in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, kann laut Daten des Statistischen Bundesamtes im Schnitt noch auf mehr als weitere acht Lebensjahre hoffen. Hohe Lebensalter sind keine Seltenheit mehr: Zum 31. Dezember 2020 gab es in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Personen im Alter von 85 Jahren und älter. Tatsächlich zeigen auch Studien der Versicherungswirtschaft, dass Menschen ihre Lebenserwartung oft um viele Jahre unterschätzen.

Während zwar viele Ausgaben wegfallen: etwa für den Weg zur Arbeit, kommen zugleich auch neue hinzu. Und das sind Kosten, die viele Menschen gar nicht eingeplant haben. So muss zum Beispiel unter Umständen die Wohnung behindertengerecht umgebaut werden, wenn man nicht mehr so kann, wie man will. Auch viele Medikamente kosten Zuzahlung oder sind gar komplett kostenpflichtig.

Viele Seniorinnen und Senioren unterschätzen auch, dass die Mietzahlungen plötzlich nicht mehr so einfach zu stemmen sind, wenn man weniger Einkommen hat. Es mangelt in Deutschland grundsätzlich an altersgerechtem Wohnraum: Wer dann noch betagt umziehen muss, zahlt bei den explodierenden Mietpreisen schnell deutlich mehr. Pflegebedürftigkeit ist ohnehin eines der größten Armutsrisiken in Deutschland: auch für Angehörige der Betroffenen. Und selbst, wenn man eine eigene Immobilie besitzt, drohen extra Kosten: etwa für teure Reparaturen.

Umso wichtiger ist es, schon früh mit der Planung des Lebensherbstes anzufangen. Lebens- und Rentenversicherungen können zum Beispiel das Langlebigkeitsrisiko auffangen, denn viele Verträge sehen vor, dass die Rente bis zum Lebensende gezahlt wird. Aber auch private Plegezusatzpolicen sowie die betriebliche Altersvorsorge leisten einen wichtigen Beitrag für ein sorgenfreies Leben im Alter. Die Möglichkeiten der Vorsorge sind vielfältig, wobei die Risiken gut gestreut bzw. möglichst gering sein sollten. Hier schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung!

Rentendauer und Lebenserwartung haben eins gemeinsam: Sie werden unterschätzt. Das kann für die Altersvorsorge fatale Folgen haben.

Wer für das Alter vorsorgen will, sollte ungefähr einschätzen können, wie hoch die eigene Lebenserwartung und die Rentenbezugsdauer sein könnten. Andernfalls läuft man Gefahr, dass ‚zum Ende des Geldes noch Leben übrig ist‘.

Doch die Einschätzung ihrer Lebenserwartung fällt Deutschen schwer. Viele Deutsche verknüpfen falsche Erwartungen mit dem Gedanken an ihren Ruhestand. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage. Befragt wurden ab 1964 Geborene, die nach aktuellem Stand alle mit 67 Jahren in Rente gehen würden. Im Schnitt schätzen die Befragten ihre Lebenserwartung auf 83,4 Jahre, woraus sich eine Rentendauer von 16,4 Jahren ergäbe. Statistisch können sie jedoch mit 87,5 Jahren rechnen – also gut vier Jahren mehr.

Frauen unterschätzen ihre Lebenserwartung um fast 6 Jahre

Jeder fünfte Befragte (19 Prozent) setzt seine Lebenserwartung und damit die Rentendauer um mehr als zehn Jahre zu niedrig an.
Werte man die Befragungsergebnisse nach Geschlechtern aus, zeigt sich, dass die Diskrepanz bei Frauen größer ist: Während sie ihre Lebenserwartung im Schnitt um 5,8 Jahren unterschätzen, liegen die Männer mit ihrer Prognose um durchschnittlich 2,8 Jahre darunter.

Falsche Orientierungspunkte

Bei der Frage nach der eigenen Lebenserwartung orientiert sich mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Deutschen am Alter der Großeltern, vier von zehn blicken auf die Eltern. Doch das blendet die steigende Lebenserwartung aus und den medizinischen Fortschritt aus. Experten gehen davon aus, dass jede Generation ungefähr fünf Jahre länger lebt als die vorangegangene. Darüber sollte im Beratungsgespräch zur Altersvorsorge dringend aufgeklärt werden.

Über die Studie:
Im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. hat forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Befragung zum Thema “Rentendauer” durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 1.004 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte erwachsene Personen der Geburtsjahrgänge 1964 und jünger befragt. Die Befragung wurde vom 11. bis 23. August 2021 mithilfe des online-repräsentativen Befragungspanels forsa.omninet durchgeführt.

Welche Versicherungen sind in Deutschland – abgesehen von der Krankenversicherung – am häufigsten? Diese Frage beantwortet der Statista Global Consumer Survey 2020.

Private Haushalten gaben 2019 laut Statischem Bundesamt 1.500 Euro für Versicherungen aus. Wie die Statistiker weiter mitteilten, entspricht das in etwa 3,4 Prozent des ausgabefähigen Einkommens der Haushalte.

Doch wie verteilt sich das auf die einzelnen Sparten und welche Versicherung ist am weitesten verbreitet? Das erfragte der Statista Clobal Consumer Survey 2020 für den im Sommer 2020 2.094 Deutsche im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt wurden.

Die Ergebnisse:

  • Laut Statista Global Consumer Survey 2020 haben 29 Prozent der Befragten eine Lebensversicherung abgeschlossen.
  • 38 Prozent der Befragten sichern sich mit einer Unfallversicherung gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls ab.
  • Rechtsschutzversicherungen gibt es für viele Lebensbereiche wie beispielsweise Verkehr, Arbeits- oder Strafrecht. Laut Statistik verfügen 41 Prozent der Deutschen über eine solche Versicherung.
  • Das persönliche Inventar von Haus oder Wohnung haben 58 Prozent der Deutschen über eine Hausratversicherung abgesichert.
  • Im ‘Autoland’ Deutschland sind Kfz-Versicherungen weit verbreitet: 65 der Deutschen besitzen eine. Abgesehen von der Krankenversicherung hat nur eine Versicherung höhere Verbreitungsgrade.
  • 66 Prozent der Befragten gaben an, über eine private Haftpflichtversicherung (PHV) zu verfügen.

Zuhause ist man doch am sichersten? Das ist leider ein Irrtum. Allein im Jahr 2019, also noch vor Corona, starben laut Statistischem Bundesamt 12.436 Menschen bei häuslichen Unfällen. Das sind viermal mehr Menschen, als im Straßenverkehr ums Leben kamen. Ein wichtiger Grund: Viele Häuser sind nicht altersgerecht.

“Zuhause ist der gefährlichste Ort” – mit einem solchen Slogan wirbt ein großer deutscher Versicherer für seine private Unfallversicherung. Und dass dies keine Übertreibung ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 12.436 Menschen starben demnach bei sogenannten häuslichen Unfällen: stark vereinfacht Unfälle, die sich im Privathaushalt, dem heimischen Garten oder in der Garage ereignen. Zum Vergleich: Das sind viermal so viel Menschen, wie im Straßenverkehr ihr Leben verloren. Mehr als 200.000 Personen verletzten sich zum Teil schwer.

Das hat paradoxerweise auch damit zu tun, dass die Deutschen immer älter werden. Denn mehr als die Hälfte der tödlich Verunfallten (6.442 Personen bzw. 51,8 Prozent) gehören der Generation “85 Jahre und älter” an. Weitere 30,65 Prozent bzw. 3.812 Verunglückte zählten darüber hinaus zur Alterskohorte 75 bis 85 Jahre. Das bedeutet: Mehr als acht von zehn Menschen, die im Haushalt bei einem Unfall ihr Leben verlieren, sind Senioren ab 75!

Damit zeigt sich: Stürze sind eine wichtige Ursache. Fast 9.000 über 75-Jährige starben nach einem Sturz, wie eine Auswertung des Portals “Aktion Das sichere Haus” (DSH) ergab. Aber nicht allein: andere Risikofaktoren, die auch oft zu schweren Verletzungen führen, sind zum Beispiel der nicht sachgemäße Umgang mit Elektrogeräten, etwa dem Herd, Toaster oder dem Föhn. Oder Unfälle, die sich beim Heimwerken oder beim Gärtnern ereignen – speziell im Herbst oder nach Regen, wenn der Rasen bzw. das Laub glatt sind. Entsprechend gilt es, hier Vorsicht walten zu lassen.

Wichtig: für Seniorinnen und Senioren hat Unfallschutz in den eigenen vier Wänden höchste Priorität. Dazu gehört es zum Beispiel, sich bei einem etwaigen Umzug oder Hausbau schon vor Erreichen des Rentenalters Gedanken zu machen, ob das Haus oder die Wohnung auch altersgerecht ist. Zumindest im Rahmen der Möglichkeiten: Ein Fachmann berät, was etwa beim Umbau von Altbauwohnungen möglich ist.

Steile Treppen und hohe Stufen, enge Türen, Schwellen im Eingangsbereich etc. sind hier echte Risikofaktoren, die es zu beseitigen gilt. Auch der Arbeitsbereich in der Küche sowie das Bad sollten möglichst barrierefrei sein. Orientierung schafft unter anderem die DIN-Norm 18040-2. Und auch im Seniorenalter gilt: Muskelaufbau und Sport, natürlich im Rahmen der Möglichkeiten, können das Risiko von Unfällen reduzieren.

Schutz vor Stürzen bietet die private Unfallversicherung. Und auch die Absicherung für den Pflegefall ist wichtig: nicht selten führt ein Sturz dazu, dass man dauerhaft betreut werden muss. Entsprechend bietet eine Pflegezusatzversicherung zusätzliche Sicherheit. In den Verträgen sollte auch auf zusätzliche Assistance-Leistungen geachtet werden: etwa, in welchem Umfang nach dem Unfall auch ein Essensdienst bezahlt wird, ein Notruf installiert oder der Umbau unterstützt.

Die Lebenserwartung Neugeborener hat sich in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts mehr als verdoppelt, zeigen Auswertungen des Statistischen Bundesamtes. Welche Ursachen und Folgen diese Entwicklung hat.

Ein 65-jähriger Mann lebte 1871/1881 im Durchschnitt noch 9,6 Jahre. 2017/2019 bescheinigt die Statistik einem 65-Jährigen noch durchschnittlich 17,9 Lebensjahre. Noch stärker ist der Unterschied bei Frauen ausgeprägt: Lag der Wert für den Zeitraum 1871/1881 bei 10 Jahren, so konnten 65-jährige Frauen 2017/2019 noch durch­schnittlich 21,1 weiteren Lebens­jahren entgegen­sehen.

Als mögliche Gründe für diesen Anstieg der Lebenserwartung nennt das Statistische Bundesamt:

  • medizinischen Fortschritt
  • Hygiene
  • Ernährung und Wohnsituation
  • verbesserte Arbeitsbedingungen und gestiegenen Wohlstand

Interessant ist dieser Vergleich über einen langen Zeitraum hinweg vor allem aus zwei Gründen. Zum einen stammt das in Deutschland angewandte Umlagesystem der Deutschen Rentenversicherung im Wesentlichen aus dieser Zeit. Dessen Grundsatz: Mit den heutigen Beiträgen werden die laufenden Rentenzahlungen finanziert.

Dieses System kommt allerdings in Schieflage, wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenempfänger finanzieren. Will man das System retten, müssten die Beiträge steigen oder die Leistungen sinken – vereinfacht gesagt. Auch die Idee, weitere Einkommensarten beitragspflichtig werden zu lassen, würde das System stützen.

Auf derartige grundlegende Reformen zu warten, ist sicherlich nur die zweitbeste Lösung. Sicherer ist die private zusätzliche Altersvorsorge. Im Gespräch mit einem versierten Berater sollten die individuellen Vor- und Nachteile abgeklärt werden.

Pflegevorsorge ist wichtig. Das zeigt sich an den jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Demnach stieg die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 4 Millionen Menschen. Welche Versorgungsarten dabei besonders häufig sind.

Im Vergleich zum Dezember 2017 ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland um 21 Prozent auf 4,13 Millionen Menschen im Dezember 2019 gestiegen. Die starke Zunahme führt das Statistische Bundesamt, das die Zahlen veröffentlichte, auf den neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff zurück.

Im Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI) ist die Definition enthalten (§ 14 Abs. 1):
“Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.”

Pflegebedürftige nach Versorgungsart

Die weitaus meisten der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Das trifft auf 3,31 Millionen Menschen zu (entspricht 80 Prozent der Pflegebedürftigen). Bei 2,33 Millionen Pflegebedürftigen übernehmen Angehörige die Pflege. Bei 980.000 Bedürftigen übernehmen ambulante Pflegedienste die Versorgung ganz oder teilweise, während die Pflegebedürftigen weiterhin in Privathaushalten leben. Die vollstationäre Betreuung in Pflegeheimen gilt für ein Fünftel (820.000) der Pflegebedürftigen.

Vergleicht man diese Zahlen mit Dezember 2017, als das Statistische Bundesamt zuletzt Zahlen dazu vorlegte, fällt auf, dass die Zahl der vollstationär Gepflegten nahezu unverändert bleibt, während die Pflege zu Hause um 27 Prozent zunahm (das entspricht 710.000 Personen).

Weitere Auffälligkeiten: 62 Prozent der Pflegebedürftigen waren weiblich. Und je älter die Menschen sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden: Sind in der Altersgruppe der 70-74 Jahre alten Menschen etwa 8 Prozent pflegebedürftig, steigt dieser Wert bei den über 90-jährigen auf 76 Prozent.