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Immer mehr Gewerbetreibende sehen sich in der Coronakrise gezwungen, ihre Altersvorsorge abzustoßen, wie mehrere Studien zeigen. Aber das ist oft eine schlechte Lösung: Nicht nur drohen dann Altersarmut und finanzielle Verluste, auch der Risikoschutz geht verloren.

Es ist ein Fakt: Viele Selbstständige geraten in der Coronakrise in existentielle Nöte. Ganz gleich, ob Gastronomen, Floristen, Veranstaltungs-Techniker oder Musiker: Es gibt Berufe, die zur Corona-Vorsorge mit einem Quasi-Berufsverbot belegt wurden und denen sämtliche Einnahmen wegbrachen. Konzerte durften nicht stattfinden, Hotels mussten schließen – und viele Läden waren lange Zeit dicht.

Dass die finanziellen Hilfen der Bundesregierung nicht allen Betroffenen im ausreichenden Maße helfen, darauf deuten auch aktuelle Trends in der Versicherungsbranche hin. So berichtet diese Woche ein großer Zweitmarkt-Anbieter mit einem Vertragsbestand von eine Milliarde Euro, dass sich infolge des Corona-Lockdowns Mitte März die Zahl der Anfragen verdreifacht habe. Zur Erklärung: Zweitmarkt-Anbieter kaufen Lebens- und Rentenversicherungen von Privatpersonen ab, um sie dann weiterzuführen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Fast jeder fünfte Deutsche, der im März und April 2020 dank des Corona-Lockdowns finanzielle Einbußen hatte, kürzt demnach die Sparrate bei seiner Altersvorsorge oder stellte die Vorsorge für den Lebensabend ganz ein. Erschreckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass dieses Geld dann in der Rentenzeit fehlt – und Altersarmut droht.

Alternativen prüfen!

Fest steht: Wer die Altersvorsorge kündigt oder verfrüht abstößt, der muss in der Regel hohe Verluste erdulden. Der Grund: Bei einer Kündigung steht dem Kunden bzw. der Kundin nur der sogenannte Rückkaufswert einer Lebensversicherung zu. Verwaltungs- und Risikokosten des Vertrages werden vom Versicherer bei vorzeitiger Kündigung ebenso dem Kunden in Rechnung gestellt wie gezahlte Provisionen. Auch Stornokosten werden zusätzlich abgezogen. Bei mehreren Anbietern erhält man deshalb selbst nach zehn Jahren Vertragslaufzeit kaum mehr als den eingezahlten Beitrag – wenn überhaupt.

Eine Alternative kann es tatsächlich sein, den Lebensversicherungs-Vertrag an einen Zweitmarktanbieter zu verkaufen. Im Vergleich zum Rückkaufswert winken dann nach Experten-Schätzungen zwei bis sechs Prozent höhere Verträge. Aber auch das hat Tücken. Nicht nur muss der erzielte Gewinn aus dem Verkauf versteuert werden, wenn die Police nach 2005 abgeschlossen wurde. Auch ist dann Altersvorsorge und Risikoschutz weg. Und nachgefragt werden von den Aufkäufern vor allem hochverzinste Altverträge – aus gutem Grund, denn diese würden auch dem Versicherungsnehmer deutlich mehr einbringen, wenn er sie bis zum Ablaufdatum durchhält.

Deshalb ist es ratsam, den Vertrag zu halten und nach Alternativen zu suchen, wenn man eine vorübergehende Durststrecke überbrücken muss. Viele Versicherer gestatten es zum Beispiel in ihren Verträgen, den Beitrag vorübergehend zu stunden: üblich sind hier Zeiträume zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dann müssen die Prämien zwar später nachgezahlt werden: aber Risikoschutz und Altersvorsorge bleiben erhalten.

Einige Versicherer erlauben es auch, Beiträge aus den angesparten Überschüssen zu bezahlen, wenn der Vertrag schon länger lief. Und gerade bei staatlich geförderten Verträgen besteht zusätzlich die Option, die Policen beitragsfrei zu stellen und quasi vorübergehend stillzulegen, was aber bei manchen Vertragsarten mit dem Verlust von integrierten Zusatzversicherungen des Vertrages einhergeht, etwa dem wichtigen Schutz vor Berufsunfähigkeit. Deshalb sollte auch ein solcher Schritt genau geprüft und abgewogen werden.

Eine weitere Möglichkeit, wenn finanzielle Sorgen drücken: Lebensversicherungen können mit einem sogenannten Policendarlehen beliehen werden. Dabei handelt es sich um keinen Kredit im klassischen Sinne, denn es wird eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung durch den Versicherer gezahlt. Ausgeschlossen hiervon sind staatlich geförderte Verträge und Betriebsrente-Anwartschaften. Zwar müssen Zinsen auf die Zeit des Darlehens gezahlt werden, die später mit der fälligen Versicherungsleistung verrechnet werden. Aber gerade in Krisenzeiten kann eine solche Beleihung des eigenen Vertrages helfen, die Altersvorsorge zu retten.

Die Situation scheint paradox: Auf der einen Seite rechnet die Bundesregierung mit 2,35 Millionen Kurzarbeitern infolge der Coronakrise, die entweder eine reduzierte Arbeitszeit und damit Einkommensverluste hinnehmen müssen oder die aufgrund einer “Kurzarbeit Null” sogar ganz zuhause sind. Zugleich aber fehlt es in wichtigen Bereichen der Wirtschaft an Arbeitskräften. Deshalb werden nun auch die Zuverdienstmöglichkeiten für Kurzarbeiter deutlich erweitert.

Viele Menschen sind von ihren Arbeitgebern nach Hause geschickt wurden. Doch an anderer Stelle fehlen dringend benötigte Arbeitskräfte: Das trifft auf systemrelevante Berufe zu, zum Beispiel im Gesundheitswesen, der Pflege und der Landwirtschaft.

Damit auch Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter solche Möglichkeiten von Nebenbeschäftigungen nutzen, wurde jetzt – als Bestandteil des “Sozialschutz-Pakets” der Bundesregierung – am 27. März eine neue Übergangsregelung für die Anrechnung von Nebeneinkünften auf das Kurzarbeitergeld geschaffen.

Die Regel des “Normalfalls”: Nebenverdienste schmälern Ansprüche auf Kurzarbeitergeld

Normalerweise werden Nebeneinkünfte auf das Kurzarbeitergeld angerechnet: Sie werden schlicht behandelt wie regulärer hauptberuflicher Lohn während der Kurzarbeit. Der Nebenverdienst wird dem Einkommen durch den Arbeitgeber des Hauptberufs einfach hinzuaddiert. Damit reduziert der Nebenverdienst aber jenen Teil des Nettolohns, der durch die Kurzarbeit verloren ging und für den eine Ausgleichsleistung in Höhe von 67 Prozent (bei Arbeitnehmern mit Kindern) oder 60 Prozent (bei kinderlosen Arbeitnehmern) erbracht wird: Nebeneinkünfte bedeuten weniger Kurzarbeitergeld durch die Arbeitslosenversicherung.

Corona-Krise: Anrechnung von Nebeneinkünften vorübergehend außer Kraft gesetzt – für “systemrelevante” Tätigkeiten

Vorübergehend wurde nun die Anrechnung von Nebeneinkünften auf Kurzarbeitergeld außer Kraft gesetzt. Freilich: Dies gilt unter zwei Einschränkungen.

Denn zum einen betrifft es nur die Anrechnung von Einkünften, sobald die Nebentätigkeit in einem Bereich erfolgt, der während der Corona-Krise “systemrelevant” ist: etwa in der Pflege oder im Gesundheitswesen.

Zum anderen darf die Summe aus:

  • Einkommen des Hauptberufs und
  • Kurzarbeitergeld sowie
  • Hinzuverdienst durch die Nebentätigkeit

nicht jenes reguläre Einkommen übersteigen, das hauptberuflich ohne Kurzarbeit erzielt werden würde.

In der Summe darf also durch den Hinzuverdienst nicht mehr verdient werden als in Zeiten ohne Kurzarbeit durch das Haupteinkommen. Sobald diese Bedingung erfüllt ist, kann der komplette Hinzuverdienst aus der Nebentätigkeit behalten werden.

Die Bundesregierung erhofft sich durch die Regelung, Kurzarbeiter*innen während der Corona-Krise zu einer systemrelevanten Nebenbeschäftigung zu ermutigen. So sollen in den entsprechenden Bereichen genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, um die Krise zu stemmen. Die Regelung gilt aber nur vorübergehend bis zum 31. Oktober 2020. Danach ist zu erwarten, dass die alten Anrechnungsregeln wieder in Kraft treten.

Kurzarbeit: Nicht folgenlos für die Altersvorsorge

Kurzarbeit aber hat nicht nur Auswirkungen auf den Verdienst, sondern auch auf die betriebliche Altersvorsorge: Wird die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung finanziert und können vereinbarte Beiträge nicht mehr aufgebracht werden, muss die Vereinbarung unbedingt der neuen Situation angepasst werden.

Entfällt der Entgeltanspruch sogar vollständig aufgrund der Einführung der “Kurzarbeit Null”, dann existiert kein Entgelt mehr, was der Arbeitnehmer umwandeln könnte. In diesem Fall kann der Mitarbeiter allerdings in den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds die Versorgung mit eigenen Beiträgen fortführen – und damit auch indirekt aus dem Kurzarbeitergeld. Wer zu Auswirkungen der Kurzarbeit auf die Altersvorsorge Rat sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Der Abschied steht vor der Tür: Am 31. Januar 2020 verlässt Großbritannien die die Europäische Union. Weil mit diesem Austritt auch viele rechtliche Veränderungen verbunden sind, ist nicht nur die Wirtschaft verunsichert. Auch Verbraucher wissen oft nicht, was die rechtliche Neuordnung der Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU für Auswirkungen hat. Aus diesem Grund klärt aktuell die Verbraucherseite des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf: “Brexit: Darauf müssen sich Versicherungskunden jetzt einstellen”. Die Änderungen gemahnen zur Gelassenheit.

Altersvorsorge-Vertrag bei britischen Lebensversicherern: EU-Recht hat für viele Anbieter Bestand

Britische Lebensversicherungen erfreuten sich in der Vergangenheit auch bei deutschen Kunden einer großen Beliebtheit. So halten nicht wenige deutsche Kundinnen und Kunden Vorsorgeverträge von Anbietern wie Scottish Widows Limited, Standard Life, Clerical Medical oder Royal London. Und der Brexit gab durchaus Grund zur Sorge. Gefürchtet war besonders das Ungültig-Werden alter Verträge durch einen harten Brexit – und damit einen Brexit ohne Einigung zwischen Großbritannien und der EU. Aber es kann Entwarnung gegeben werden.

Denn viele Anbieter reagierten auf die Bedrohung, indem sie Tochtergesellschaften in EU-Ländern gründeten und den gesamten Vertragsbestand auf diese Tochterfirmen übertrugen. So liegen die Verträge von Standard Life oder Royal London nun bei einer Unternehmenstochter in Irland. Die Verträge der Scottish Widows Limited (SWL) liegen in Luxemburg. Für Kundinnen und Kunden innerhalb der EU bleibt EU-Recht durch dieses Übertragen der Bestände weiterhin gültig. Ebenso bleiben individuelle Vertragsbedingungen eines jeden Kunden unberührt.

Zwar wiesen Finanzexperten auch darauf hin: In Ländern wie Irland existiert keinen Schutzfonds wie der britische Financial Services Compensation Scheme (FSCS). Deswegen könnte der Insolvenzschutz nun geringer sein. Jedoch: Die Finanzlage der britischen Lebensversicherer ist stabil. Selbst die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest warnten folglich davor, Verträge vorschnell zu kündigen. Stattdessen hätten Kundinnen und Kunden nun genügend Zeit, verschiedene Möglichkeiten zwischen einer Kündigung und einer Fortführung des Vertrags zu prüfen – denkbar ist zum Beispiel auch eine Kapitalzahlung, ein Verkürzen des Vertrags, ein Beitragsfrei-Stellen des Vertrags oder gar ein Verkauf an Anbieter, die Lebensversicherungen aufkaufen. Für eine solche Entscheidung kann ein professionelles Beratungsgespräch behilflich sein. Grund zur überstürzten Eile jedoch besteht nicht.

Übergangsfrist schafft Raum für Entscheidungen

Aber auch, wenn Verträge von Kundinnen und Kunden bei Anbietern nicht auf europäische Töchter übertragen wurden, besteht kein Grund zur Eile. Denn nach dem Brexit gibt es eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 – bis dahin müssen alle Versicherungsunternehmen in Großbritannien die bislang in der EU geltenden Regeln einhalten. Die Übergangsphase schafft auch für andere Versicherungsverträge und Produkte die Möglichkeit, das weitere Vorgehen zu prüfen und hierzu gegebenenfalls Expertenrat einzuholen.

Kfz-Versicherung: Mögliche Änderung erst ab 1. Januar 2021

Auch für die Kfz-Versicherung ändert sich aufgrund dieser ausgehandelten Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 zunächst nichts. Und auch für die Kfz-Versicherung gilt: Erwartete Veränderungen liefern keinen Grund zur Panik. Denn weiterhin gilt der Schutz einer Kfz-Versicherung in Großbritannien ohne Einschränkungen.

Einzige mögliche Änderung: Ab 01. Januar 2021 könnte es Pflicht sein, bei Einreise nach Großbritannien die Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr – auch “Grüne Karte” genannt –mitzuführen. Diese Karte bescheinigt in Nicht-EU-Ländern den Einreisenden einen Versicherungsschutz in der Haftpflichtversicherung gemäß den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes. Erhältlich ist die Grüne Karte kostenlos beim Kfz-Haftpflichtversicherer. Ob aber zukünftig tatsächlich die Grüne Karte bei Einreise nach Großbritannien mitzuführen ist, ist nach jetzigem Stand noch nicht sicher.

Keine Auswirkungen auf die Reise-, Haftpflicht- und Unfallversicherung

Für Reise-, Haftpflicht- und private Unfallversicherungen hat der Brexit laut GDV hingegen überhaupt keine Konsequenzen – ihr Schutz gelte in aller Regel weltweit. So gesehen ist der Brexit zumindest für Versicherungskunden kein Grund zur Unruhe – viele Bedingungen verschiedener Versicherungen bleiben gleich. Und für Lebensversicherungen bleibt genügend Zeit, sich Rat beim Experten zu holen.

Krankenkassen fallen wiederholt damit auf, dass sie Langzeit-Erkrankten das Krankengeld streitig machen wollen. Ein Mittel sind Kontrollanrufe, bei denen Mitarbeiter sensible Daten erfragen. Die müssen Betroffene aber nicht akzeptieren, wie nun die Verbraucherzentralen informieren.

Wer längere Zeit krankheitsbedingt im Beruf ausfällt, erhält ab der sechsten Krankheitswoche ein Krankengeld seiner Krankenkasse: vorausgesetzt, er ist als Arbeitnehmer gesetzlich versichert. Maximal 78 Wochen (546 Kalendertage) muss der Versicherer dann einen Teil des Lohnes ersetzen: in der Regel 70 Prozent des Bruttogehaltes, maximal 90 Prozent vom Nettoeinkommen.

Für die Krankenkassen aber ist das Krankengeld eine teure Angelegenheit. 13,1 Milliarden Euro gaben sie allein im Jahr 2018 dafür aus: mit steigender Tendenz, weil die Einkommen sich dank guter Konjunktur erhöhen und immer mehr Menschen wegen psychischer Krankheiten im Job ausfallen. Deshalb versuchen nun offenbar GKVen, die Betroffenen um ihr Krankengeld zu bringen: mit sehr zweifelhaften Methoden.

So berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg, sie erhalte zunehmend Beschwerden von Betroffenen über Kontrollanrufe von Kassen. Dabei würden die Mitarbeiter äußerst aggressiv auftreten und die Krankengeld-Empfänger regelrecht in die Mangel nehmen. Auch würden sie persönliche Daten abfragen, um herauszufinden, ob es ein Einfallstor gibt das Geld zu streichen.

Keine Auskunftspflicht am Telefon

Die Anrufe aber müssen sich die Betroffenen nicht bieten lassen. Zumindest insofern nicht, da die Krankenkasse gar nicht berechtigt ist, sensible Infos am Telefon einzuholen, so klärt die Verbraucherzentrale auf. Kontrollanrufe oder sogar Besuche müssen sich erkrankte Personen nicht bieten lassen.

So gibt es zwar tatsächlich eine Mitwirkungspflicht: zum Beispiel, wenn Daten unvollständig und widersprüchlich sind. Diese können aber schriftlich beantwortet werden. Allerdings sind die Auskunftspflichten gegenüber der Krankenversicherung durch einen Paragraphen des Sozialgesetzbuches (§ 275 SGB V) stark eingeschränkt. Das liegt auch daran, dass sie gar nicht berechtigt sind, Gutachten über den Krankheitszustand des Patienten auszustellen. Hierfür ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) verantwortlich.

“Am Telefon sind Sie nicht zur Auskunft verpflichtet! Und schon gar nicht müssen Sie für Ihre Kasse telefonisch erreichbar sein. Wir raten Betroffenen daher, der Krankenkasse mitzuteilen, dass man alle notwendigen Fragen gerne schriftlich beantwortet”, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Aber auch hier sind den Kassen Grenzen gesetzt. So dürfen sie nicht darauf bestehen im sogenannten Selbstauskunftsbogen, Fragen zur persönlichen Situation der Patienten, ihren Urlaubsplänen, ihrem Verhältnis zum Arbeitgeber oder familiärem Umfeld zu stellen: Das sei Tabu.

Wenn die Kontrollanrufe trotzdem nicht aufhören und sich Versicherte unter Druck gesetzt fühlen, haben sie die Möglichkeit, sich beim Bundesversicherungsamt und Bundesdatenschutzbeauftragten über die Kasse zu beschweren.

Am Donnerstag, dem 31. Oktober, werden wieder schaurige Gestalten durch die Dunkelheit ziehen. Denn die Lust am Verkleiden und an gruseligen Späßen, aber auch das Vermarktungspotenzial für den Einzelhandel etablierte in den letzten Jahren Halloween in deutschen Landen und brachte Bräuche, wie sie in den USA bereits Gang und Gäbe waren, über den großen Teich. Die Freude am Grusel aber führt auch zu manchem gar zu ausgelassenen Streich. Aktuell warnt die Polizei daher auch über eine Presseerklärung.

Scherze sollten nicht zur Straftat werden

Die Liste der Anzeigen zu Halloween ist regelmäßig lang, wie die Polizeidienststellen zu berichten wissen – zerkratzte Autos, Ei-verschmierte Hausfassaden oder explodierte Böller in Briefkästen sind keine Seltenheit mehr. Mitunter also wird beim “Sauren” übertrieben, wenn jemand nichts Süßes bekam.

Vermeintlich kleine Streiche jedoch enden dann schnell als Sachbeschädigung. So droht nicht nur ein Strafgeld aufgrund der Streiche, sondern auch Kosten der Schadenswiedergutmachung können enorm sein. Dem Verursacher kommt der vermeintlich kleine Streich dann teuer zu stehen.

Zudem gilt ein Streich nicht immer als Kavaliersdelikt. Stattdessen drohen zum Beispiel bei einer “Gemeinschädlichen Sachbeschädigung” sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren, wie die Polizei zusätzlich informiert. Unter solche Sachbeschädigungen fallen zum Beispiel Vandalismus an Parkbänken oder das Demolieren von Haltestellenhäuschen. Demnach mahnt auch die Polizei: “Die Scherze sollten nicht zu Straftaten werden”.

Kinder sollten über etwaige Gefahren aufgeklärt werden

Auch bittet die Polizei alle Eltern, ihre Kinder über den Ernst der Lage aufzuklären. Denn auch hier droht, dass für Schäden an Dritte aufzukommen ist. Freilich gilt dies nicht grundsätzlich, sondern nur, sobald die Aufsichtspflicht verletzt wurde. Dann jedoch ist der Schaden durch die Eltern zu ersetzen. Kinder ab 7 Jahren gelten als deliktfähig: und die Eltern werden im Zweifel zur Kasse gebeten.

Um der Aufsichtspflicht nachzukommen, sollten Eltern ihre Kinder nicht nur aufklären, dass sie keine Dummheiten machen sollen und dem Gruppendruck standhalten. Sondern sie sollten auch checken, mit welchen Utensilien sich der Nachwuchs auf Tour begibt. Bei vorsätzlich begangenen Taten wird auch der Haftpflicht-Schutz vakant: Die Versicherung leistet aber, wenn versehentlich etwas kaputtging.

Demnach sind auch Eltern beim Halloween-Gaudi im Vorteil, die eine Privathaftpflichtversicherung besitzen. Denn eine solche Police kommt nicht nur für tatsächlich verursachte Schäden auf, sondern wehrt auch unberechtigte Forderungen ab. Schon deswegen könnte das bevorstehende Halloween auch ein guter Grund sein, den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen. Und dann steht einem fröhlichen Halloween nichts mehr im Wege!

Rund 183 Tage vergehen im Schnitt, bis ein Antragsteller erfährt, ob seine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt oder nicht. Das zeigt eine aktuelle Studie. Auch viele Vermittler sind mit dieser langen Dauer unzufrieden: Doch dass es nicht schneller geht, liegt oft nicht in der Verantwortung der Versicherer.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig: Schließlich muss jeder vierte Beschäftigte seinen Job vor Erreichen des Rentenalters aufgeben. Wenn der Ernstfall eingetreten ist, wollen die Betroffenen natürlich schnell wissen, ob sie Anrecht auf eine BU-Rente haben. Schließlich befinden sie sich in einer existentiell schwierigen und auch psychisch belastenden Situation. In der Regel wird eine BU-Rente gezahlt, wenn eine mindestens 50prozentige Berufsunfähigkeit festgestellt wird: Abhängig ist das jedoch vom jeweiligen Vertrag.

Es klafft eine große Lücke

Das renommierte Analysehaus Franke und Bornberg hat nun in einer Studie gegenübergestellt, wie sich die Praxis der Leistungsprüfung von der Erwartung der Versicherungsvermittler unterscheidet. Und hier klafft eine gewaltige Lücke. Die Vermittler gaben nämlich zu Protokoll, eine Leistungsprüfung dürfe im Schnitt nicht länger als 42 Tage dauern. Die Realität sieht freilich anders aus. Bei den befragten BU-Versicherern dauert es nämlich im Schnitt 183 Tage, bis sie über einen Leistungsanspruch entscheiden. Das ist eine gewaltige Lücke! Für die Zahlen wurden sechs Versicherer analysiert, die aber immerhin 60 Prozent des deutschen Marktes abdecken: Es sind also wahre Branchengrößen.

Nun könnte man auf die Versicherer zeigen und ihnen unterstellen, sie würden das Prozedere bewusst verzögern. Doch diese können in der Regel gar nichts dafür. Bis nämlich der Anspruch auf BU-Rente festgestellt werden kann, müssen auch mehrere Stellungnahmen von Ärzten und anderen medizinischen Fachkräften eingeholt werden. Und das dauert eben. 104 Tage vergehen im Schnitt, bis ein Arzt nach Anfrage sein fertiges Gutachten oder Fach-Statement vorlegt, so berichtet das Analysehaus. Hier stoßen Versicherer an ihre Grenzen, weil die Verzögerungen an anderer Stelle stattfinden. Die Einflußmöglichkeiten sind begrenzt.

Rund 78 Prozent der BU-Anträge problemlos bewilligt

Aktuell bemühen sich die Versicherer, die Leistungsprüfung zu beschleunigen: etwa durch eine bessere Absprache mit Ärztevertretern sowie neue technische Möglichkeiten durch den digitalen Wandel. Aber man muss gegenüber den Kunden ehrlich sein: Der Prüfprozess kann eine Weile dauern. Das bedeutet freilich nicht, dass die Versicherer Neinsager wären. Rund 78 Prozent aller Anträge auf BU-Rente werden ohne Beanstandung bewilligt, so geht aus GDV-Zahlen hervor. Das ist die überwiegende Mehrheit.

Doch Versicherungsnehmer können selbst etwas tun, um die Zeit zwischen Antrag auf BU-Rente und der tatsächlich bewilligten Leistung zu überbrücken. Wichtig ist es, ärztliche Unterlagen verfügbar zu haben und auch über die eigene Krankheitsakte im Bilde zu sein. Oft kommt es nämlich auch deshalb zu Verzögerungen, weil die Betroffenen ärztliche Unterlagen nicht zur Hand haben und nachreichen müssen. Auch sind fehlerhafte Diagnosen in Arzt-Abrechnungen leider keine Seltenheit: Hier kann der Patient auf eine Korrektur bestehen.

Bei neueren Verträgen gibt es eine Klausel in BU-Policen, die helfen kann, die Wartefrist zu überbrücken. Die Rede ist von der sogenannten Arbeitsunfähigkeits-Klausel (AU). Hier zahlt der Versicherer eine Übergangsleistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit nach einer längeren Frist festgestellt wurde: ähnlich einer Krankentagegeldversicherung.

Der Vorteil dieser Klausel: Die Leistungen werden ausdrücklich wegen Arbeitsunfähigkeit erbracht und stellen keine Vorauszahlung einer Berufsunfähigkeitsrente dar. Deshalb muss sie der Betroffene später auch nicht zurückzahlen, sollte keine BU-Rente bewilligt werden. Ein Beratungsgespräch kann helfen, einen guten Vertrag mit Bonusleistungen zu finden.

E-Scooter könnten das neue Trendgefährt in Deutschland werden: Der Bundesrat hat vor rund einer Woche zugestimmt, dass die flinken Roller auf die Straße dürfen. Wann genau steht noch nicht fest. Aber sicher ist: Wer einen solchen Flitzer sich anschaffen will, braucht eine Versicherung.

Was in Paris, Wien und Los Angeles schon zum alltäglichen Straßenbild gehört, könnte sich auch bald in Deutschland durchsetzen. Freitag vor einer Woche hat der Bundesrat einen Gesetzentwurf des Bundesverkehrsministeriums abgenickt, wonach auch in Deutschland E-Scooter benutzt werden dürfen. Die flinken Flitzer dürfen von Kindern ab 14 Jahren bereits gefahren werden. Gehwege allerdings sind und bleiben eine No-Roll-Area: Die E-Scooter dürfen ausschließlich auf Radwegen und — falls nicht vorhanden — der Straße gelenkt werden.

Fest steht auch, dass jeder eine eigene Versicherung braucht, wenn er sich einen solchen Roller zulegen will. Denn für E-Scooter wurde wegen des hohen Gefährdungspotentials eine “Pflicht zur Haftpflicht” vorgeschrieben. Dabei ist vorgesehen, dass für jeden Roller eine eigenständige Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden muss. Zuvor muss auch eine Betriebserlaubnis beantragt werden. Kinder können eine solche Police mit Einwilligung der Eltern bekommen.

Als Beleg für den Versicherungsschutz soll eine Plakette dienen. Das ist ein Aufkleber, der ähnlich einem Nummernschild am Schutzblech in der Nähe des Rücklichtes befestigt wird. Nach und nach geben die Versicherer auch bekannt, dass sie eine entsprechende Scooter-Police in ihre Produktpalette aufnehmen wollen.

Über die Preise und konkrete Ausgestaltung ist aktuell noch wenig bekannt. Erwartet wird aber, dass die Tarife ähnlich teuer sind wie eine Mofa-Versicherung, also ca. 35-50 Euro im Jahr kosten sollen. Das hängt aber auf weitere Sicht auch davon ab, wie sich Schäden und Kosten bei den Rollern entwickeln. Auf die Leistungen des Vertrages gilt es zu achten: Gerade, weil es sich um eine recht neue Versicherung handelt, sind anfangs große Unterschiede bei Preis und Leistung zu erwarten.

Eine Helmpflicht ist für Scooter aktuell nicht vorgesehen — wird aber empfohlen, um Verletzungen zu vermeiden. Schließlich sind die Roller ziemlich schnell. Bis zu 20 km/h sollen sie fahren dürfen. Es wird auch erwartet, dass Kaskotarife angeboten werden. Schließlich sichert eine bloße Haftpflicht keine Eigenschäden ab: etwa, wenn der Roller geklaut wird oder aufgrund eines großen Schlagloches zu Bruch geht.

Ohne Kfz-Haftpflicht sollte jedenfalls keiner auf die Straße. Nicht nur macht man sich strafbar, wenn ein Fahrzeug ohne die hierfür vorgeschriebene Versicherung gefahren wird. Wer Dritten einen Schaden verursacht, muss diesen dann auch selbst zahlen. Wird ein Mensch schwer verletzt, kann man sich schnell mit sechs- oder siebenstelligen Forderungen konfrontiert sehen.

160.000 versicherte Fahrräder wurden im Jahr 2018 gestohlen. Das bedeutet zwar einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Aber Anlass, das als Erfolg zu feiern gibt es nur bedingt. Denn noch immer ist die Diebstahlrate hoch — und die geklauten Räder werden immer teurer, wie die Versicherungswirtschaft am Montag mitteilt.

Zuerst die gute Nachricht: Im Jahr 2018 wurden in Deutschland deutlich weniger Fahrräder geklaut als im Jahr zuvor. Zählt man alle Fahrräder zusammen, deren Diebststahl bei der Polizei angezeigt wurde, so kamen 292.000 Räder durch Diebe abhanden: drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Aber nur für rund 160.000 Velos bestand auch Versicherungsschutz. Für die Versicherungsbranche brachte das Schadenskosten in Höhe von 90 Millionen Euro mit sich.

Doch die schlechte Nachricht ist, dass die gestohlenen Fahrräder im Schnitt immer teurer werden, so teilt der Branchenverband GDV am Montag mit. Vor zehn Jahren betrug die Entschädigung für ein gestohlenes Rad im Schnitt noch 370 Euro, 2018 waren es satte 70 Prozent mehr. So mussten die Versicherer für ein gestohlenes Fahrrad 2018 stolze 670 Euro berappen. Auch gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen ordentlichen Sprung: da hatten die Schadenskosten noch bei 570 Euro je Bike gelegen.

Trend zu teuren Rädern und E-Bikes

Die Gründe hierfür sind schnell ausgemacht. Nicht nur kaufen die Deutschen immer teurere Räder mit immer mehr Sonderausstattung. Auch der Trend zu E-Bikes trägt zu immer teureren Schäden bei: Schließlich kosten diese wegen ihrer Hilfsmotoren schnell einen hohen vierstelligen Betrag. So berichtet auch der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), dass der durchschnittlich gezahlte Preis für ein Fahrrad seit 2010 um 64 Prozent gestiegen ist: auf 756 Euro.

Nach Schätzungen des ZIV verfügen die deutschen Haushalte aktuell über 69 Millionen Fahrräder. Auch aufgrund dieser Zahl wird angenommen, dass die Dunkelziffer bei Diebstählen sehr hoch ist, also nicht jeder angezeigt wird. Schützen können sich Radlerinnen und Radler zwar nicht wirklich zu 100 Prozent: Oft sind professionelle Banden am Werk und setzen auch Spezialgerät gegen die Schlösser ein. Aber einige Vorsichtsmaßnahmen helfen, die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahles zumindest zu reduzieren:

Das Fahrrad sollte mit einem, besser noch mit zwei Schlössern angeschlossen werden. Und zwar an einem festen Gegenstand, damit es nicht weggetragen werden kann. Oft versuchen Diebe nämlich, das Schloss dann später ungestört zu knacken oder, falls dies nicht gelingt, zumindest Einzelteile des Rades zu verkaufen. Dabei sollte man auf die Sicherheitsstufe des Schlosses achten: ein einfaches Rahmenschloss kann oft (zu) leicht geknackt werden und bietet nur wenig Schutz. Ketten- und Bügelschlösser sind hier weit sicherer: Wobei es auch auf den Verschluss selbst ankommt, der mitunter schon mit einer einfachen Zange zersprengt werden kann. Orientierung, wie sicher ein Schloss ist, bietet unter anderem das VDS-Gütesiegel.

Bei der Polizei registrieren lassen!

Ebenso wichtig ist es, das Rad bei der Polizei registrieren zu lassen. Die entsprechende Plakette auf dem Rad hat nicht nur eine abschreckende Wirkung — andernfalls wissen die Behörden auch gar nicht, wem das Rad gehört, wenn es aus den Händen eines Diebes befreit wird. Die Versicherung macht es in der Regel sogar zur Bedingung, dass das Rad gemeldet ist, und erstattet andernfalls den Schaden nicht.

Wenn das Fahrrad aus der Wohnung, dem Keller und geschlossenen Gemeinschaftsräumen im Haus entwendet wird, zahlt eine Hausratversicherung für den Schaden. Nicht so, wenn es unterwegs abhanden kommt. Dann ist ein extra Fahrradbaustein in den Hausrat-Schutz zu integrieren, in der Regel aufpreispflichtig. Es kann auch alternativ eine eigenständige Fahrradversicherung abgeschlossen werden.

Ein harter Brexit wird immer wahrscheinlicher, je weniger Zuspruch die britische Regierung für die mit der EU ausgearbeiteten Verträge erhält. Viele deutsche Kundinnen und Kunden haben Lebensversicherungen bei einem britischen Anbieter abgeschlossen. Was passiert dann mit den Verträgen? Verlieren sie ihre Gültigkeit? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) widmet sich aktuell diesem Thema.

Das britische Unterhaus gleicht derzeit eher einem Tollhaus. Zum zweiten Mal wurde vor wenigen Tagen der Brexit-Vertrag abgeschmettert, den Regierungschefin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat. Heute wurde bekannt, dass May eine dritte Abstimmung vielleicht ausfallen lassen will: Sie sieht einfach nicht genug Unterstützung für den Vertrag. Dann müsste sie in Brüssel um Aufschub bitten, um den Austritts-Termin nach hinten zu verschieben: Und neue Lösungen zu suchen. Bis Ende März soll der Austritt eigentlich erfolgen. Vieles deutet darauf hin, dass der Termin nach hinten verlegt wird.

Die aktuelle Situation betrifft auch viele deutsche Kundinnen und Kunden direkt. Insbesondere jene, die einen Altersvorsorge-Vertrag bei britischen Lebensversicherern halten. Experten warnen, dass diese ihre Gültigkeit verlieren könnten, wobei die Rechtslage nicht ganz eindeutig ist. Und so nutzt der Branchenverband GDV die aktuelle Situation, um über den aktuellen Status Quo aufzuklären.

Nichts überstürzen

Die erste Botschaft: Nicht überhastet vom Altersvorsorge-Vertrag trennen. “Für Verbraucher, die eine Lebensversicherung bei einem Versicherer mit Sitz in Großbritannien abgeschlossen haben, ändert sich auch bei einem “harten” Brexit ohne Austrittsvereinbarung zunächst nichts”, schreibt der GDV. So erlaube die Finanzaufsicht BaFin den britischen Versicherern, die Bestände bis Ende 2020 abzuwickeln — oder mit Geschäftserlaubnis weiterzubetreiben. Hier gilt es zu bedenken, dass eine vorzeitige Vertragskündigung gerade bei langfristigen Verträgen zu Einbußen führt.

Darüber hinaus haben sich viele Versicherer aber auch selbst um eine Lösung gekümmert, um die Verträge weiterbetreiben zu können. Sie gründen Tochtergesellschaften in EU-Staaten, wo sie dann die Bestände hin übertragen: in der Regel in Irland und Luxemburg. So berichtet heute zum Beispiel Standard Life, dass man vom obersten schottischen Zivilgericht die Erlaubnis erhalten habe, rund 600.000 Leben-Verträge aus Deutschland und Österreich nach Irland zu übertragen.

Auch andere britische Versicherer wie Royal London, Friends Provident oder Scottish Widows Limited (SWL) reagierten bereits im Vorfeld und haben EU-Auslandstöchter oder Drittniederlassungen für ihre hiesigen Verträge gegründet. Hier gilt es, das Gespräch mit dem Versicherer zu suchen, ob er derart verfährt. In der Regel ändert sich an den Verträgen und Ansprechpartnern dann nichts, auch die Finanzaufsicht der BaFin bleibt bestehen.

Grüne Karte mitführen!

Wer nach dem Brexit mit dem Auto nach Großbritannien reist und sich dem Linksverkehr stellen will, sollte ebenfalls einiges beachten. So empfiehlt es sich laut GDV, die sogenannte Grüne Karte mitzuführen. Zwar gelte der Schutz einer Kfz-Versicherung in Großbritannien auch nach einem Brexit weiterhin ohne Einschränkungen, so berichtet der Verband. Aber die Bürger könnten von EU-Bürgern verlangen, ihren Kfz-Haftpflichtschutz nachzuweisen. Das Dokument gibt es kostenlos beim Versicherer und erleichtert auch die Regulierung eines Schadens, wenn es doch zum Unfall kommt.

Für Reise-, Haftpflicht- und private Unfallversicherungen hätte der Brexit hingegen keine Konsequenzen. Die gelten weiter, je nach Geltungsbereich. In der Regel sehen die Verträge vor, dass nicht nur in der EU Schutz besteht, sondern darüber hinaus auf dem Territorium Europas bzw. dem “geografischen Europa”— wenn sie nicht gar weltweit gelten. Hier sollte im Zweifel nochmal in den Bedingungen nachgelesen werden.

Der Ombudsmann der Versicherungen hat seine aktuelle Statistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Daraus geht hervor, in welchen Sparten es den meisten Ärger gab. Mit Abstand führt die Rechtschutzversicherung die diesjährige Beschwerde-Hitliste an. Aber es gibt auch Positives zu vermelden: Die Zahl der Beschwerden ging insgesamt zurück.

Ärger mit dem Versicherer? Dann ist der Ombudsmann der Versicherungen eine mögliche Anlaufstelle. Unter dem Vorsitz des Juristen Günter Hirsch prüft diese Einrichtung der Versicherungswirtschaft, ob die Beschwerde eines Kunden gerechtfertigt ist. Beinahe alle Versicherer in Deutschland akzeptieren den Schlichtungsspruch als verbindlich — bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro.

Das Positive daran: Das Verfahren kostet nichts und die Verjährung ist während des Schlichtungsverfahrens gehemmt. Wer klagen will, weil er mit dem Schlichtungsspruch unzufrieden ist, kann hinterher immer noch den Rechtsweg bestreiten. Doch die Erfolgsaussichten sind gut. Immerhin fast jeder zweite Versicherungsnehmer kann die Schlichtung erfolgreich bestreiten. Grundlage für diese Verbraucherschlichtungsstelle ist das sogenannte Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG).

Am meisten Ärger in der Rechtsschutz-Rubrik

Am Freitag nun hat die Schlichtungsstelle ihren “Tätigkeitsbericht 2018” vorgestellt. Daraus geht hervor, in welchen Vertragsarten im Vorjahr die meisten Beschwerden eingereicht wurden.

Trauriger Rekordhalter ist die Rechtsschutzversicherung mit 4.133 Eingaben: etwa, wenn sich ein Versicherer weigert, für einen Rechtsstreit zu zahlen. Die Versicherung prüft hierbei im Einzelfall, ob der Rechtsstreit überhaupt durch den Vertrag abgedeckt ist und Aussichten auf Erfolg hat — ein Grund, weshalb man diese wichtigen Tarife in der Regel bei einem anderen Versicherer haben sollte als die anderen Versicherungsverträge. Sonst müsste der Versicherer prüfen, ob eine Klage gegen ihn Erfolg verspricht: ein deutlicher Interessenkonflikt.

Auf Rang zwei der Versicherungen mit den meisten Beschwerden platziert sich die Lebensversicherung. 3.593 Eingaben betrafen diese Sparte. Die Kfz-Haftpflicht folgt auf den dritten Rang mit 1.684 Meldungen, dicht gefolgt von der Gebäudeversicherung mit 1.631 Eingaben.

Grundsätzlich aber lässt sich eine positive Tendenz beobachten, denn die Gesamtzahl der Beschwerden ging leicht zurück. Wurden 2017 noch 19.754 Anträge auf Durchführung eines Streitbeilegungsverfahrens gestellt, waren es im Jahr 2018 noch 18.218. Hierbei gilt es zu bedenken, dass es allein knapp 435 Millionen Versicherungsverträge in Deutschland gibt und daran gemessen die Zahl der Beschwerden sehr gering ist. Für die private Kranken- und Pflegeversicherung gibt es jedoch eine eigene Schlichtungsstelle: diese Beschwerden sind hier nicht mitgezählt.

Schnelle Prüfung muss garantiert sein

Das ein Schlichtungsantrag Erfolg verspricht, zeigt nicht nur die hohe Erfolgsquote: nahezu jeder zweite zulässige Schlichtungsspruch führt zu einem zufriedenstellenden Ergebnis im Sinne des Kunden. Die Schlichtungsstelle ist auch zu Schnelligkeit verpflichtet. Im Schnitt dauert es dreieinhalb Monate, bis ein Spruch ergangen ist.

Gut zu wissen: Wer einen Schlichtungsantrag bei Ombudsmann einreichen will, kann dies mittlerweile auch online machen. Die Adresse hierfür lautet: https://www.versicherungsombudsmann.de/das-schlichtungsverfahren/schlichtungsantrag/.