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Die Ursprünge der Lebensversicherung liegen in der Hinterbliebenenvorsorge – Familien sollten bei Tod des Hauptverdieners abgesichert sein. Zwar hat viele dieser Aufgaben der moderne Sozialstaat übernommen. Aber private Hinterbliebenenvorsorge kann dennoch wichtig sein. Denn wenn die Hauptverdienerin oder der Hauptverdiener einer Familie stirbt, droht der finanzielle Ruin einer ganzen Familie, weil laufende Kosten oder eine Hypothek nicht mehr bedient werden können.

Es gibt also noch immer gute Gründe für das wichtigste Produkt der privaten Hinterbliebenenvorsorge – für die Risikolebensversicherung (RLV). Dies trifft umso mehr zu, wenn Eltern ohne Trauschein zusammenleben – hier besteht im Falle eines tragischen Todesfalls nicht mal Anspruch auf staatliche Hinterbliebenenrente.

Schneller Abschluss lohnt – jedes Lebensjahr verteuert die Prämie

Erkennt man die Notwendigkeit einer Risikolebensversicherung, ist schnelles Handeln wichtig. Denn jedes Lebensjahr eines Versicherungsnehmers verteuert die Prämie. Versicherer kalkulieren hierbei nicht mit dem wirklichen Geburtstag eines Versicherungsnehmers. Stattdessen rechnen sie, als würde der Versicherungsnehmer jeweils am 01.01. des Jahres die Altersschwelle überschreiten.

Vor dem Abschluss stehen die Gesundheitsfragen

Die Prämienhöhe ist vom Alter des Versicherungsnehmers, aber auch von der Arbeit (riskant oder nicht riskant) und vom Gesundheitszustand abhängig. Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt daher für die RLV: Vor Vertragsabschluss stehen die Gesundheitsfragen. Diese müssen nach bestem Gewissen und Kenntnisstand beantwortet werden – ansonsten droht der Verlust der Versicherungsleistung.

Als Beispiel: Hat ein Versicherungsnehmer angegeben, Nichtraucher zu sein, könnte die Versicherung bei Auftreten von Lungenkrebs die Angabe überprüfen. War die Angabe falsch, riskiert der Versicherungsnehmer den kompletten Versicherungsschutz.

Schlechter Gesundheitszustand führt zu Risikoaufschlägen

Ein schlechter Gesundheitszustand führt zu Risikoaufschlägen. Dies kann zum Beispiel für Herzerkrankungen oder Bluthochdruck gelten. Als Problem kommt hinzu: Versicherer können den Antrag auf eine RLV-Police auch komplett ablehnen. Das kommt häufig bei schweren Vorerkrankungen, zum Beispiel bei Krebserkrankungen, vor.

Die richtige Versicherungssumme vereinbaren

Die Höhe der Versicherungssumme sollte sich am aktuellen Lebensstandard einer Familie orientieren. Demnach gilt als Faustformel: Abgesichert werden sollte das 3- bis 5-fache Brutto-Jahreseinkommen des Hauptverdieners. Manchmal führen veränderte Lebensbedingungen dazu, dass eine höhere Versicherungssumme gewünscht wird. Hierfür bieten einige Versicherer eine Nachversicherungsgarantie an.

Die richtige Vertragsdauer vereinbaren

Die richtige Vertragsdauer beantwortet sich in der Regel durch die Frage, wie lange der Hinterbliebenenschutz für die Angehörigen notwendig ist. So könnten zum Beispiel Kinder abgesichert werden bis zu einem Alter, in dem sie selbst Geld verdienen. Oder der Vertrag könnte laufen, bis ein Kredit abgezahlt ist. Einige Versicherer bieten auch hier eine Verlängerungsoption – war die Laufzeit zu kurz, kann die RLV dann ohne neue Gesundheitsprüfung zu den bisherigen Konditionen weitergeführt werden. Wer hierzu Informationen wünscht, sollte sich an eine Expertin oder einen Experten wenden.

‚Zu welcher der nachstehenden Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen, haben Sie das größte Vertrauen‘, wurde in einer Erhebung gefragt. Aktien, Fonds und Anleihen erreichen den zweithöchsten Wert und verbessern sich gegenüber dem Vorjahr wie keine andere Form der Altersvorsorge.

Altersvorsorge ist Vertrauenssache. Schon allein wegen der langfristig laufenden Verträge. Bemerkenswert ist deshalb der Vertrauenszuwachs, den eine aktuelle Erhebung Wertpapieren zur Altersvorsorge attestiert. Keine andere Form der Altersvorsorge kann gegenüber den Vorjahreswerten einen solchen Vertrauenszuwachs ausweisen. Aktien und Fonds springen von Platz 6 im Vorjahr auf nun Platz 2 bei der Frage, in welche Form der Altersvorsorge das größte Vertrauen besteht. Damit erreicht dieses Vorsorgeinstrument einen Rekordwert – noch nie war das Vertrauen in Wertpapiere zur Altersvorsorge größer.

Berufstätige zwischen 20 und 29 Jahren sagen jetzt sogar zu 30 Prozent, dass sie das höchste Vertrauen in Wertpapiere haben. Zum Vergleich: Nur halb so viele unter ihnen haben das größte Vertrauen in die gesetzliche Rente (15 Prozent). Männer zeigen dabei generell ein größeres Vertrauen als Frauen (29 zu 18 Prozent). Jedoch hat sich unter den berufstätigen Frauen das Zutrauen zu Aktien und Fonds gegenüber 2020 stärker erhöht als bei Männern.

Vertrauenswerte für 10 Altersvorsorge-Formen

Wie andere Altersvorsorge-Formen im Vertrauens-Ranking abschnitten, zeigt folgende Liste:

  • Eigenes Haus/eigene Wohnung: 2021: 49 Prozent / 2020: 51 Prozent
  • Wertpapiere wie Aktien, Fonds, Anleihen: 2021: 24 Prozent / 2020: 19 Prozent
  • Private Lebens- oder Rentenversicherungen: 2021: 24 Prozent / 2020: 24 Prozent
  • Gesetzliche Rentenversicherung: 2021: 21 Prozent / 2020: 22 Prozent
  • Vermietete Immobilien: 2021: 21 Prozent / 2020: 22 Prozent
  • Betriebsrenten: 2021: 20 Prozent / 2020: 20 Prozent
  • Sparkonto: 2021: 15 Prozent / 2020: 14 Prozent
  • Wertgegenstände, Gold, Kunst: 2021: 14 Prozent / 2020: 13 Prozent
  • Berufsständige Versorgungswerke: 2021: 5 Prozent / 2020: 4 Prozent

Über die Studie:
Die HDI Berufe-Studie wird jährlich bundesweit durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland. Sie ermöglicht durch ihren Umfang auch repräsentative Aussagen für den Arbeitsmarkt der einzelnen Bundesländer. In diesem Jahr wurden insgesamt 3.716 Erwerbstätige ab 15 Jahren in den Monaten Juni und Juli 2021 befragt.

Rentendauer und Lebenserwartung haben eins gemeinsam: Sie werden unterschätzt. Das kann für die Altersvorsorge fatale Folgen haben.

Wer für das Alter vorsorgen will, sollte ungefähr einschätzen können, wie hoch die eigene Lebenserwartung und die Rentenbezugsdauer sein könnten. Andernfalls läuft man Gefahr, dass ‚zum Ende des Geldes noch Leben übrig ist‘.

Doch die Einschätzung ihrer Lebenserwartung fällt Deutschen schwer. Viele Deutsche verknüpfen falsche Erwartungen mit dem Gedanken an ihren Ruhestand. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage. Befragt wurden ab 1964 Geborene, die nach aktuellem Stand alle mit 67 Jahren in Rente gehen würden. Im Schnitt schätzen die Befragten ihre Lebenserwartung auf 83,4 Jahre, woraus sich eine Rentendauer von 16,4 Jahren ergäbe. Statistisch können sie jedoch mit 87,5 Jahren rechnen – also gut vier Jahren mehr.

Frauen unterschätzen ihre Lebenserwartung um fast 6 Jahre

Jeder fünfte Befragte (19 Prozent) setzt seine Lebenserwartung und damit die Rentendauer um mehr als zehn Jahre zu niedrig an.
Werte man die Befragungsergebnisse nach Geschlechtern aus, zeigt sich, dass die Diskrepanz bei Frauen größer ist: Während sie ihre Lebenserwartung im Schnitt um 5,8 Jahren unterschätzen, liegen die Männer mit ihrer Prognose um durchschnittlich 2,8 Jahre darunter.

Falsche Orientierungspunkte

Bei der Frage nach der eigenen Lebenserwartung orientiert sich mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Deutschen am Alter der Großeltern, vier von zehn blicken auf die Eltern. Doch das blendet die steigende Lebenserwartung aus und den medizinischen Fortschritt aus. Experten gehen davon aus, dass jede Generation ungefähr fünf Jahre länger lebt als die vorangegangene. Darüber sollte im Beratungsgespräch zur Altersvorsorge dringend aufgeklärt werden.

Über die Studie:
Im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. hat forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Befragung zum Thema “Rentendauer” durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 1.004 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte erwachsene Personen der Geburtsjahrgänge 1964 und jünger befragt. Die Befragung wurde vom 11. bis 23. August 2021 mithilfe des online-repräsentativen Befragungspanels forsa.omninet durchgeführt.

Sollten Deutsche länger arbeiten, um die Rentenkasse nicht zu überlasten? Klares ‚Nein‘ der Bevölkerung zu dieser Frage. Doch wer Abschläge in Kauf nimmt, um eher in den Ruhestand zu gehen, kommt an privater Vorsorge nicht vorbei.

Versicherungsmathematiker und Wirtschaftsforscher sind sich einig: Will man Rentenniveau und Beiträge stabil halten, bleiben nicht viele Handlungsoptionen. Der massive Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, wäre ebenso eine Möglichkeit wie eine Erhöhung der Steuerzuschüsse oder ein höheres Renteneintrittsalter.

Befürworter der Erhöhung des Renteneintrittsalters argumentieren, dass der medizinische Fortschritt und die Verbesserung der Lebensbedingungen zu einer höheren Lebenserwartung und damit zu einer gestiegenen Rentenbezugsdauer geführt hätten. Dieser Entwicklung müsse mit einer Anpassung des Renteneintritts Rechnung getragen werden.

Insbesondere Sozialverbände kritisierten solche Vorhaben. So schrieb der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dass es sich dabei um ein verstecktes Rentenkürzungsprogramm handeln würde. Denn gerade Menschen, die in ihrem Erwerbsleben hohen körperlichen oder/und psychischen Belastungen ausgesetzt waren, haben eine deutlich geringere Lebenserwartung.

Zu einer ganz ähnlichen Argumentation griff auch der Sozialverband VdK und stützte sich dabei auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). “Eine Erhöhung auf 68, 69 oder gar 70 Jahre würde die soziale Spaltung in der älteren Bevölkerung weiter verschärfen und zu noch mehr Altersarmut führen”, kritisierte VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Damit trifft die VdK-Präsidentin im Kern die Mehrheitsmeinung der Deutschen, wie eine andere Studie zeigt. Dort wurde im Auftrag eines Versicherers gefragt, in welchem Alter die Deutschen in den Ruhestand gehen würden. Ergebnis der repräsentative Umfrage, an der sich im April 2021 genau 2.500 Personen beteiligten: 70 Prozent der Deutschen wollen nicht über das 60. Lebensjahr hinaus arbeiten.

Wer einen zu einem selbstgewählten Zeitpunkt in den Ruhestand gehen will, muss Abschläge bei der gesetzlichen Rentenversicherung in Kauf nehmen und das in seine langfristige Planung einbeziehen. Die geschmälerten Zahlungen der Deutschen Rentenversicherung sollten im Alter nicht die einzige Einkommensquelle darstellen.

Die Deutschen schließen immer mehr Betriebsrenten ab. Die Zahl der Verträge in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) kletterten zum Jahresende 2020 auf ein Rekordhoch: trotz Coronakrise. Rund 16,38 Millionen Verträge halten die Bürgerinnen und Bürger aktuell.

In Deutschland ruht die Altersvorsorge auf mehreren Säulen: Neben der gesetzlichen Rente und privater Altersvorsorge ist auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) ein wichtiger Baustein, damit man im Ruhestand finanziell gut abgesichert ist. Hierzu präsentiert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in dieser Woche frische Zahlen. Und die sind durchaus erfreulich.

Trotz Coronakrise und Kurzarbeit konnte die Zahl der Verträge nämlich in 2020 auf ein Rekordhoch klettern. 130.000 Verträge kamen neu hinzu, sodass sich der Bestand nun auf 16,38 Millionen Verträge summiert. Damit ist aber noch nicht einmal jeder zweite Beschäftigte entsprechend abgesichert. Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland 40,8 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tätig. Dennoch ist das ein deutlicher Trend nach oben. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es nur 13,21 Millionen bAV-Verträge.

Betriebliche Altersvorsorge wird besser gefördert

Ein Grund für den Aufwärtstrend ist, dass die betriebliche Altersvorsorge mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz besser gefördert wird. Unter anderem profitieren davon seit dem 1. Januar 2018 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit kleiner Lohntüte bzw. einem Brutto-Monatseinkommen von bis zu monatlich 2.575 Euro. Zahlt der Arbeitgeber hier 240 bis 480 Euro pro Jahr in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder Direktversicherung ein, erhält er vom Staat einen direkten Steuerzuschuss von 30 Prozent bzw. maximal 288 Euro. Seit der Einführung sei der staatliche Zuschuss von fast 82.100 Arbeitgebern in Deutschland für über eine Millionen Beschäftigte mit niedrigen Bruttolöhnen genutzt worden, berichtet der GDV.

Doch nicht nur für Beschäftigte kann sich eine Betriebsrente lohnen: Sie ist auch ein wirksames Instrument, Fachkräfte an das Unternehmen zu binden und ihnen Wertschätzung zu erweisen, wenn sie vom Arbeitgeber unterstützt und bezuschusst wird. Gerade in kleinen und mittleren Betrieben wird aber nur wenigen Beschäftigten eine solche angeboten: Viele Chefs und Chefinnen scheuen den bürokratischen Aufwand und fürchten, dass sie hohe Haftungsrisiken haben.

Doch nicht nur die Digitalisierung erleichtert die Verwaltung mittels Apps und anderer digitaler Tools. Auch ein Versicherungsexperte kann unterstützen, um den Verwaltungsaufwand deutlich zu reduzieren. Immerhin geht es darum, den Angestellten ein gutes Leben im Alter zu ermöglichen. Über die Vor- und Nachteile der einzelnen Durchführungswege klärt ein Beratungsgespräch auf!

Aufgrund steigender Lebenserwartung werden private Pflegerentenversicherungen immer wichtiger. Droht doch bei Pflege im Heim die Altersarmut, da immer mehr für Plätze im Pflegeheim zugezahlt werden muss. Doch der Markt mit privaten Pflegerentenversicherungen ist noch klein, wie eine aktuelle Studie zeigt: Nur sechs Lebensversicherer haben Tarife überhaupt im Angebot. Wichtig ist, sich zu informieren.

Langlebigkeit erhöht Risiko

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Demnach hat sich auch die Zahl der Hochbetagten ab 85 Jahre zwischen 1991 und 2019 verdoppelt – von 1,2 Millionen Menschen auf 2,4 Millionen Menschen. Laut Statistischem Bundesamt könnten im Jahr 2055 sogar 6,5 Millionen Hochbetagte in Deutschland leben.

Was erfreulich ist, schafft aber zumindest für den Geldbeutel auch Risiken: Je älter die Menschen werden, desto mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen. Und hierfür drohen hohe Kosten: Denn Plätze im Pflegeheim sind keineswegs umsonst zu haben. Im Gegenteil!

Als die staatliche Pflegeversicherung 1995 durch das Pflege-Versicherungsgesetz (PflegeVG) eingeführt wurde, sollte es nämlich keineswegs alle Kosten der Pflegebedürftigen decken. Stattdessen diente es der zusätzlichen Unterstützung und war als “Teilkasko” angelegt. Ein großer Teil der Kosten aber lag noch immer bei den Menschen, die auf Pflege angewiesen sind.

Die Eigenbeteiligung für Heimplätze steigt und steigt

Bleibt man beim Bild der “Teilkaskoversicherung”, dann gibt es mittlerweile ein großes Missverhältnis zwischen Eigenbeteiligung und staatlicher Leistung. Denn in 1995 lagen die Zuzahlungen, die von den Pflegebedürftigen für die Heimunterbringung erwartet wurden, noch unter hundert Euro. Solch geringen Beträge muten in Zeiten des demografischen Wandels nahezu utopisch an.

Mit Stichtag zum 01.07.2021 nämlich zahlen die Deutschen bundesweit durchschnittlich 873 Euro an sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteilen (EEE) für die stationäre Unterbringung. Hinzu kommen 791 Euro für Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim sowie 461 Euro anteilige Investitionskosten, die ebenfalls bei Heimunterbringung zu tragen sind. Das macht deutschlandweit im Schnitt 2.125 Euro für einen Heimplatz, den die Pflegeheimbewohner selber leisten müssen. Im für die Pflege “teuersten” Bundesland Nordrhein-Westfalen werden im Schnitt sogar 2.496 Euro fällig.

Doch damit nicht genug – ab einem Einkommen von 100.000 Euro brutto jährlich können für diese Kosten sogar die leiblichen Kinder – durch den sogenannten “Elternunterhalt” – herangezogen werden. Auch Kinder haften somit für die Pflegekosten.

Private Absicherung kann vor Armut schützen

Sozialverbände wie der VdK warnen schon seit Jahren vor der Armutsfalle Pflegebedürftigkeit – Vermögen wird aufgezehrt und viele ältere Menschen geraten in Abhängigkeit von staatlichen Sozialleistungen. Da ist beruhigend, dass private Pflegerenten dieses Armutsrisiko abfedern können.Sie dienen nicht nur dem Eigenschutz, sondern auch dem finanziellen Schutz der Nachkommen.

Auf dem Markt sind Tarife in verschiedenen Preisklassen – Basis, Komfort und Premium. Während Basis-Produkte erst ab Pflegestufe vier oder fünf leisten, greifen einige Premium-Produkte schon ab Pflegestufe eins, bieten zudem mehrere Zusatzleistungen im Pflegefall an. Es lohnt also, sich mit dem verschieden großen Leistungsumfang der Produkte vertraut zu machen.

Das Marktsegment ist noch klein, Beratung daher empfohlen

Jedoch: Trotz der Wichtigkeit ist das Marktsegment noch klein. Für einen aktuellen Produkttest einer traditionsreichen Rating-Agentur konnten überhaupt nur sechs Lebensversicherer gefunden werden, die Pflegerentenversicherungen in ihrer Produktpalette haben. 33 selbstständige Pflegerenten-Tarife gab der Markt her. Über verschiedene Varianten ergaben sich letztendlich 246 Tarifvarianten mit unterschiedlichem Leistungsvolumen.

Die Produktqualität unterscheidet sich durch fehlende Standards noch sehr. So erhielten zwar 18 Tarife die Note “gut”. Sieben Tarife aber mussten ein “ausreichend” in der Produktbewertung in Kauf nehmen. Auch ist der Markt noch relativ jung, was die Vergleichbarkeit der Produkte erschwert. Wer demnach auf der sicheren Seite stehen will bei Absicherung des drohenden Risikos “Pflegebedürftigkeit”, der sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Die Deutschen befürworten mehrheitlich eine ‚Aktienrente‘ als Ergänzung zur gesetzlichen Rente, ermittelte eine aktuelle Studie. Die zeigt auch: Das Vertrauen in die gesetzliche Rente schwindet.

Die Deutschen sind in Sachen Altersvorsorge und Rente reformbereit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative forsa-Umfrage. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass kein Vertrauen in die Stabilität und Sicherheit der gesetzlichen Rentenversicherung in ihrer aktuellen Form hätten.

Kommt es nach der Bundestagswahl zu einer Rentenreform, würden 58 Prozent der Befragten eine Aktienrente als deren Kernstück befürworten, so die Studie. Überdurchschnittlich hoch ist die Befürwortung eines solchen Bürgerfonds bei Männern (63%) und Befragten, die bereits Aktien besitzen (72%).

Auffällig ist an den Ergebnissen, dass jüngere Befragte den Chancen des Kapitalmarktes größeres Vertrauen entgegenbringen. So halten 61 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Aktien, Aktienfonds bzw. ETFs zur Absicherung im Alter für geeignet. Für die Gesamtheit der Befragten liegt dieser Wert bei 51 Prozent.

Wie Aktienkultur in Deutschland gestärkt werden könnte

Wie könnten Anreize geschaffen werden, um die Aktienkultur in Deutschland zu stärken? – Auch das wollte die Studie ermitteln. Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) würden verstärkt in Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen investieren, wenn die Auszahlungen nach einer Haltedauer von mindestens 5 Jahren steuerfrei wären. Auch hier sind die jüngeren Umfrage-Teilnehmer positiver gestimmt 18- bis 29-Jährigen (75 Prozent). Überproportional groß ist die Gruppe der Befürworter dieser Steuerfreiheit bei den (18- bis 29-Jährigen; 75%).

Über die Studie:
Die Initiative Minderheitsaktionäre, die sich für eine Stärkung der Aktionärsrechte in Deutschland einsetzt, hat in Zusammenarbeit mit der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Umfrage zur Zukunft der gesetzlichen Rente unter dem Titel “Altersvorsorge und Aktienrente” durchgeführt. Die repräsentative Umfrage wurde unter 1.002, nach einem Zufallsverfahren ausgewählten Bundesbürgern zwischen 18 und 70 Jahren, durchgeführt.

Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mitteilt, wurden die ersten von 1,3 Millionen Bescheiden für die Grundrente verschickt. Gewarnt wird allerdings vor Trickbetrügern, die mit Fragebögen zur Grundrente unterwegs sind.

Zu Jahresbeginn 2021 trat das Gesetz zur Grundrente in Kraft. Nun werden die ersten Bescheide an die rund 1,3 Millionen Rentner versandt, die die Voraussetzungen für den Erhalt der steuerfinanzierten Grundrente erfüllen.

Der Anspruch besteht, wenn mindestens 35 Jahre Grundrentenzeiten vorhanden sind. Das sind vor allem Pflichtbeiträge aus Beschäftigung oder Selbständigkeit sowie anerkannte Zeiten der Kindererziehung und Pflege. Der Verdienst muss bezogen auf das gesamte Versicherungsleben im Durchschnitt unter 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes aller Versicherten in Deutschland betragen haben. Im Einstiegsbereich ab 33 Jahren Grundrentenzeiten wird ein aufwachsender Zuschlag berechnet; der durchschnittliche Verdienst muss hier entsprechend niedriger liegen.

Um den Grundrenten-Zuschlag zu erhalten, muss kein Antrag gestellt werden. Die Deutsche Rentenversicherung prüft bis Ende 2022 automatisch etwa 26 Millionen Bestandsrenten und zahlt den Grundrentenzuschlag rückwirkend zum 1. Januar 2021 bzw. zum individuellen Rentenbeginn aus. Die Auszahlung des Grundrentenzuschlags erfolgt im Anschluss im Rentenzahlverfahren.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) warnt unterdessen vor Trickbetrügern, die gefälschte “Fragebögen zur Grundrente” verschicken, um persönliche Daten von Rentenversicherten zu erbeuten. So sollen beispielsweise Kontodaten angegeben werden, um die Grundrente zu bekommen.
Die Deutsche Rentenversicherung stellt dazu klar, dass niemand einen Antrag auf Grundrente stellen muss. Die Anspruchsprüfung und die Auszahlung erfolgen automatisch.

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 wird versucht, mit der Aussicht auf eine Verdopplung der Arbeitnehmersparzulage ‚auf Stimmenfang‘ zu gehen. Doch was verbirgt sich hinter der Arbeitnehmersparzulage? Wer bekommt sie und wie hoch ist sie?

Mit der Arbeitnehmersparzulage will der Staat die Vermögensbildung von Arbeitnehmern fördern. Geleistet wird diese Förderung im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen (VL oder VWL). Darunter versteht das ‚5. Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer’ (5. VermBG) Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt.

Diese zusätzlichen Arbeitgeber-Zahlungen können zum Beispiel erbracht werden, weil es ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder der individuelle Arbeitsvertrag so vorsieht.

Vermögenswirksame Leistungen können laut Gesetz in eine Vielzahl von Anlagemöglichkeiten fliessen; etwa in einen Bausparvertrag oder Wertpapiere (z.B. Aktien). Zu den wichtigsten Anlageformen zählen:

  • Banksparplan,
  • Bausparvertrag,
  • Fondssparplan oder Tilgung eines Baukredites (falls der Arbeitnehmer eine Immobilie erwarb oder einen Baukredit abbezahlt)

Vermögenswirksame Leistungen können aber auch in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) umgewandelt werden.

Die Arbeitnehmersparzulage bekommen Arbeitnehmer, die vermögenswirksame Leistungen erhalten aber unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen verdienen. Bei der Höhe der Arbeitnehmersparzulage ist die Verwendung der vermögenswirksamen Leistungen entscheidend. Wer VL für wohnungswirtschaftliche Zwecke verwendet (z.B. Bausparvertrag), hat einen Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage, wenn sein zu versteuerndes Einkommen nicht mehr als 17.900 Euro (Alleinstehend) beträgt. Bei zusammenveranlagten Ehe- oder Lebenspartnern liegt die Grenze bei 35.800 Euro. Bei anderen Anlageformen (z.B. Aktienfonds) gelten 20.000 Euro (Singles) bzw. 40.000 Euro (Eheleute) als Einkommensgrenzen, um die staatlichen Zuschüsse zu bekommen.

Die Höhe der Arbeitnehmersparzulage ist auf 470 Euro (VL für wohnwirtschaftliche Zwecke) bzw. 400 Euro (VL in anderen Anlageformen) beschränkt. Allerdings können beide Zulagen miteinander kombiniert werden, sodass insgesamt bis 870 Euro Förderung für vermögenswirksame Leistungen pro Jahr fließen könnten.

Pflegevorsorge ist doch nur im Alter ein Thema? Neue Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen, dass dies nicht so ist. Zwar steigt mit zunehmendem Alter tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, ein Pflegefall zu werden. Aber auch Deutsche unter 65 Jahren sind zahlreich betroffen.

Pflegevorsorge ist wichtig! Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Nicht nur, weil es in Deutschland immer mehr Pflegebedürftige gibt, die gut umsorgt sein wollen: 4,32 Millionen waren es bereits zum Jahresende 2020 und damit knapp 62 Prozent mehr gegenüber 2015. Sondern auch, weil einen die Pflegebedürftigkeit auch in jüngeren Jahren treffen kann.

1,02 Millionen Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung, obwohl sie jünger sind als 65 Jahre. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums. Keineswegs ist es so, dass sie weniger stark betroffen sind. Fast die Hälfte der “jüngeren” Pflegebedürftigen hat einen der drei höchsten Pflegegrade 3, 4 oder 5. Sie sind entsprechend eingeschränkt. Gleichwohl haben Hochbetagte ein weit höheres Risiko, zum Pflegefall zu werden: mehr als die Hälfte aller Pflegebedürftigen (53,8 Prozent) ist über 80 Jahre alt.

Dabei kann einen die Pflegebedürftigkeit auch bereits in jungen Jahren treffen. 186.637 Personen sind jünger als 15 Jahre und weitere 145.137 Pflegebedürftige zählten zur Altersklasse 15 bis unter 30 Jahre, so zeigt die Pflegestatistik. Entsprechend empfiehlt es sich, das Thema Pflegevorsorge auch in jungen Jahren schon auf die Themenliste zu setzen. Ursachen sind nicht nur Verkehrs- und Sportunfälle, sondern oft auch schwere Krankheiten.

Schützen kann man sich mit Invaliditäts- und Pflegezusatzversicherungen. Auch deshalb, weil die gesetzliche Pflegeversicherung nur ein Teilkasko-Schutz ist: gar nicht dafür angedacht, alle Kosten zu übernehmen. Sie soll das finanzielle Risiko nur erleichtern.

Geförderte Tarife: oft nicht die bessere Wahl

Wer sich rechtzeitig gegen das Pflegerisiko absichert, hat für den Fall der Fälle finanziell vorgesorgt. Das empfiehlt sich auch aus einem weiteren Grund: nicht geförderte Pflegezusatz-Policen können mitunter preiswerter und umfangreicher sein als jene staatlich geförderten, die unter dem Namen “Pflege-Bahr” bekannt sind, benannt nach dem früheren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Aber Vorerkrankungen und ein höheres Lebensalter wirken sich negativ aus: entweder man findet nur einen teureren Schutz oder schlimmstenfalls gar keinen. Auch deshalb empfehlen viele Expertinnen und Experten, schon zeitig vorzusorgen.

Bei Pflege-Bahr sind Risikozuschläge aufgrund von Vorerkrankungen hingegen unzulässig, weshalb diese Policen mitunter sogar teurer und weniger leistungsfähig sind als die “normalen” Angebote, sind hier doch mehr ältere und kränkere Menschen mit Gesundheitsrisiken versichert. Abgelehnt werden darf hier nur, wer bereits einen Pflegegrad zugesprochen bekam. Dennoch sollten auch die staatlich geförderten Tarife geprüft werden, denn auch hier gibt es sehr gute Angebote. 60 Euro schießt der Staat hier jährlich zu. Riskanter ist es hingegen, auf zusätzlichen Pflegeschutz komplett zu verzichten.

Das Geld aus einer solchen Pflegezusatzversicherung kann dann genutzt werden, um Angehörige finanziell zu unterstützen. Denn auch dies verraten die Zahlen der Bundesregierung: 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zuhause betreut: und wünschen dies oft auch. Unterstützung bieten ambulante Pflegedienste, auch eine teilstationäre Unterbringung ist möglich. Bedeutet aber oft auch, dass die Angehörigen ihre Arbeitszeit reduzieren müssen: oder gar ganz aus dem Berufsleben ausscheiden. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden!