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Aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen erneut, wie stark Menschen von Altersarmut bedroht sind. Demnach erhält fast jeder dritte Rentner weniger als 1.000 Euro im Monat, obwohl er mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. Von niedrigen Renten ist vor allem betroffen, wer lange in Teilzeit arbeitete oder arbeitslos war.

Wer auf ein langes Arbeitsleben zurückblickt und in den Ruhestand wechselt, der will die verbleibende Zeit noch genießen. Reisen, Sport, Restaurant-, Konzert- und Theaterbesuche: All das sind beliebte Aktivitäten von Rentnerinnen und Rentnern, zumal die Deutschen immer älter werden und immer länger fit bleiben. Mit 70 Jahren noch einen Halb-Marathon laufen? Für viele Freizeitsportler im Seniorenalter durchaus ein realistisches Ziel.

Das Problem ist: All diese Aktivitäten wollen und müssen finanziert werden. Neben Miete, steigenden Lebenshaltungskosten oder sogar Einkommenssteuer, die zunehmend auch Rentner zahlen müssen. Und so droht vielen Seniorinnen und Senioren ein böses Erwachen, wenn sie darauf blicken, was sie im Alter für finanzielle Möglichkeiten haben. Jeder zweite Deutsche ab 18 Jahren hat Angst vor Altersarmut, wie eine repräsentative Umfrage des Beratungshauses EY zeigt.

Die Renten sind nicht üppig

Dass die Sorge vor finanziellen Engpässen begründet ist, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Fast jeder dritte Rentner bzw. jede dritte Rentnerin, die mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, erhalten weniger als 1.000 Euro Altersrente. Das ergab eine Antwort des Bundessozialministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Besonders groß ist das Armutsrisiko hierbei in den neuen Bundesländern. Mit Ausnahme von Berlin (29,81 Prozent) erhalten in nahezu jedem ostdeutschen Bundesland rund 40 Prozent der Ruheständler weniger als 1.000 Euro Monatsrente. Der Grund ist, dass speziell in der Nachwendezeit viele Menschen von teilweiser Arbeitslosigkeit betroffen waren. Dem entgegen sind im Westen im Schnitt weniger als 30 Prozent Ruheständler betroffen.

Zugleich zeigen die Zahlen, dass für viele Seniorinnen und Senioren die gesetzliche Rente Haupteinnahme-Quelle ist. Viele haben weder eine betriebliche noch eine private Vorsorge, auch keine andere Einnahmen wie Erträge aus Aktienbesitz oder aus Mieten. Das bedeutet oft, dass diese Menschen den Lebensstandard nach unten korrigieren müssen – und im Alter knausern.

Erneut belegen die Daten der Rentenkasse, wie wichtig die zusätzliche betriebliche und private Altersvorsorge ist. Selbst Menschen mit mittleren Einkommen müssen Altersarmut fürchten, wenn sie sich ganz auf die gesetzliche Rente verlassen. Umso erschreckender ist, dass in der Coronakrise jeder Fünfte mit finanziellen Einbußen seine Altersvorsorge deutlich kürzt oder gar ganz auflöst, wie eine Umfrage des Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) zeigt. Hier hilft ein Beratungsgespräch, mögliche Alternativen zu finden.

Die gute Nachricht: Die Deutschen sichern sich immer besser gegen Berufsunfähigkeit ab. So sind die durchschnittlich vereinbarten Jahresrenten in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die schlechte: Noch immer sind die vereinbarten BU-Renten oft zu niedrig, um den Lebensstandard der Versicherten ausreichend abzusichern. Das geht aus aktuellen Branchenzahlen der Versicherungswirtschaft hervor.

Deutsche Verbraucher vereinbaren immer höhere Renten, um sich mit einer Berufsunfähigkeits-Police für den Fall abzusichern, dass es im Job nicht mehr weitergeht. Das zeigen aktuelle Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag präsentierte.

Wiesen 2009 erst 35 Prozent der ausgewerteten Verträge eine Barrente von jährlich mehr als 10.000 Euro aus, so lag dieser Anteil 2018 bereits bei 49 Prozent, schreibt der GDV im Pressetext. “Die Zahlen unterstreichen das wachsende Bewusstsein der Menschen dafür, ihre Arbeitskraft abzusichern”, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Immerhin jeder vierte Arbeitnehmer werde im Verlauf seines Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig – sei es durch eine schwere Krankheit oder Unfall. Im Schnitt schließen die Deutschen eine BU mit 28 Jahren ab.

Viele Renten noch immer zu wenig

Trotz dieses Trends zeigen die Zahlen auch, dass viele Versicherte noch immer zu niedrige Renten bei Berufsunfähigkeit vereinbart haben. Selbst eine Jahresrente von 10.000 Euro sichert den Betroffenen nur knapp 834 Euro im Monat zu: kaum mehr als Grundsicherungs-Niveau.

Hier sei daran erinnert, dass die private BU-Rente mit der Grundsicherung verrechnet wird, sollte ein Berufsunfähiger bzw. eine Berufsunfähige auf Sozialleistungen angewiesen sein. Entsprechend sollte eine Rente vereinbart werden, die deutlich darüber liegt. Experten empfehlen, mindestens 1.000 Euro pro Monat abzusichern.

Wie hoch die Rente gewählt wird, ist natürlich auch von der jeweiligen Lebenssituation, dem Beruf und den finanziellen Möglichkeiten des Versicherungsnehmers abhängig. Allein-Ernährer einer Familie sollten zum Beispiel eine höhere Summe vereinbaren, auch ein laufender Kredit kann ein Grund für einen höheren Schutz sein. Die Höhe sollte sich am jeweiligen Nettoeinkommen orientieren.

Etwas schwieriger ist es natürlich für Schüler, Studenten und Gründer, die finanziellen Kosten eines BU-Schutzes zu stemmen. Dabei ist es sinnvoll, sich zeitig zu versichern. Nicht nur werden viele Studenten zum Beispiel in eine günstige Berufsgruppe eingestuft. Sie haben in der Regel auch noch keinen Schutz über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erworben. Ein früher Abschluss lohnt sich auch, weil dann in der Regel noch keine Vorerkrankungen vorliegen.

Für diese Zielgruppen kann zunächst eine geringere Summe vereinbart werden. Darauf geachtet werden sollte aber, dass dieser Schutz im Laufe des Lebens entsprechend angepasst und erhöht werden kann: zum Beispiel über Nachversicherungs-Garantien. Auch sollten Schüler und Studenten die Klauseln des Vertrages genau checken: etwa, ob eine extra Gesundheitsprüfung erforderlich wird, wenn ein vollwertiger Beruf ergriffen wird.

Eine Umfrage offenbarte in 2019 ein erstaunliches Unwissen der Deutschen zu Pflegekosten: Rund 43 Prozent der Deutschen glauben tatsächlich, die gesetzliche Pflegeversicherung würde die Kosten für einen vollstationären Pflegeplatz in voller Höhe übernehmen. Das aber ist ein tückischer Irrtum. Denn die Pflegeversicherung ist seit ihrer Einführung in 1995 nur als ergänzende “Teilkasko” angelegt, weswegen Pflegebedürftige für einen großen Teil der Kosten selber aufkommen müssen.

Doch damit nicht genug! Die Kosten für Pflege und Heimunterbringung bedrohen auch die Familie, da Kinder auch für Eltern unterhaltspflichtig sind. Und wie ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Celle zeigt, können sogar Sparkonten der Enkel für Pflegekosten herangezogen werden, falls die Rente der Großeltern nicht für die Heimunterbringung ausreicht. Das Urteil sollte eine wichtige Mahnung sein, sich um privaten Versicherungsschutz zu bemühen.

Elternunterhalt für Pflege: Kinder haften für die Eltern

In Sachen Pflege gilt in Deutschland der Grundsatz, dass Kinder auch für ihre Eltern haften. Zwar: Reicht das Geld des Pflegebedürftigen und der gesetzlichen Sozialversicherung nicht aus, springt zunächst das zuständige Sozialamt ein. Jedoch macht das Sozialamt anschließend Angehörige ausfindig, die für den Unterhalt des Betroffenen einstehen müssen: in der Regel Ehepartner und Kinder.

Ab einem Bruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro jährlich greifen die Sozialämter dann ordentlich zu: Geschützt ist nur ein bestimmter Eigenbetrag – als Richtwert gilt aktuell laut Düsseldorfer Tabelle eine Einkommensgrenze von 24.000 Euro netto jährlich für Alleinstehende und 43.200 Euro netto jährlich für zusammenlebende Ehegatten. Was allerdings darüber liegt, muss hälftig für den Elternunterhalt abgetreten werden.

Pflegekosten gelten als Armutsrisiko

Viele Familien sind durch die Pflegekosten überfordert. Nicht von ungefähr. Im bundesweiten Durchschnitt zahlen Pflegebedürftige derzeit schon 1.940 Euro im Monat für einen Pflegeheimplatz. Der Betrag setzt sich zusammen aus durchschnittlich 731 Euro monatlich als Eigenanteil für die Pflege, durchschnittlich 756 Euro im Monat für Unterkunft und Verpflegung sowie durchschnittlich 453 Euro im Monat für Investitionskosten des Heims, etwa Renovierung und neue medizinische Geräte. Sozialverbände wie Deutschlands größer Sozialverband VdK warnen deswegen vor einem hohen Armutsrisiko durch immer höher werdende Kosten bei Pflegebedürftigkeit.

OLG Celle: Sozialamt darf Pflegekosten der Großmutter vom Sparkonto der Enkel wiederholen

Wie ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle nun zeigt, sind sogar die Sparkonten der Enkel bei Pflegebedürftigkeit in Gefahr (Az. 6 U 76/19). Eine Rentnerin hatte sich von ihrer geringen Rente jahrelang etwas für die Enkel abgespart, legte hierfür zwei Sparkonten auf die Namen der Enkel an. Diese Konten bediente die Seniorin mit je 50 Euro im Monat für immerhin elf und neun Jahre. Als die Frau aber pflegebedürftig wurde und in ein Pflegeheim ziehen musste, reichte ihre Rente in Höhe von 1.250 Euro nicht mehr aus, um die hohen Eigenanteile für die stationäre Unterbringung im Pflegeheim zu zahlen.

Sozialleistungen in Höhe von insgesamt 25.041 Euro musste aus diesem Grund das zuständige Sozialamt zuschießen. Jedoch: Das Sozialamt wollte sich sein Geld von den Angehörigen wiederholen, forderte deswegen 6.000 Euro vom Sparkonto des ersten Enkels und 5.850 vom Sparkonto des zweiten Enkels zurück. Und mit dieser Forderung erhielt das Sozialamt nun vor dem Oberlandesgericht Celle recht: Regelmäßige Zahlungen an Familienangehörige können tatsächlich durch das Sozialamt eingefordert werden, sobald die Schenkenden selbst bedürftig sind.

Ausnahme: Anstandsschenkungen dürfen nicht zurückgefordert werden

Denn Schenkungen liegen gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) der Rückforderung und dem Widerruf, wenn Schenkende bedürftig werden. Eine Ausnahme gilt nur für Pflicht- und Anstandsschenkungen. Anstandsschenkungen aber sind “gebräuchliche Gelegenheitsgeschenke des täglichen Lebens” sowie “kleinere Zuwendungen”. Auch Taschengeld fällt darunter, das Kindern und Enkeln zum Verbrauch gegeben wird – solche Schenkungen hätten die Enkel behalten dürfen.

Bei langjährigen Sparkonten aber handelt es sich laut Oberlandesgericht um Zahlungen, die dem Kapitalaufbau dienen – in diesem Fall als finanzielles Polster für die Enkel. Und der jährliche Wert der Zahlungen hätte, gemessen an den finanziellen Verhältnissen der Großmutter, den Wert von Gelegenheitsgeschenken übertroffen. So gesehen hat die Großmutter über ihre Verhältnisse “geschenkt”.

Dass die Großmutter beim Anlegen der Sparkonten noch nicht von ihrer späteren Pflegebedürftigkeit wissen konnte, spielt hierbei laut Gericht keine Rolle – die Familie musste die Gelder auf den Sparkonten nun trotzdem herauszugeben. Und mehr noch: Auch die Kosten des Rechtsstreits gehen nun zulasten der Enkel und zulasten der Familie. Somit hat die Sparerin nicht erreicht, was sie erreichen wollte: Die finanzielle Absicherung der Enkel. Ihr mühsame Sparen war aus dieser Sicht vergebens – durch die Pflegekosten wurde das Geld anders aufgebraucht.

Privater Schutz bei Pflegebedürftigkeit sichert auch Erspartes der Nachkommen

Das Urteil sollte also Warnung sein für alle, die für die Nachfahren sparen und diese dadurch absichern wollen: Zusätzlich zum Sparen ist privater Versicherungsschutz gegen Kosten der Pflegebedürftigkeit dringend geboten. Denn nur dieser private Versicherungsschutz sichert zugleich, dass Kinder und Enkel nicht durch Elternunterhalt belastet werden und sichert zudem das Ersparte für Nachkommen vor dem Sozialamt. Wer hierzu Rat sucht, der sollte sich dringend an eine Expertin oder an einen Experten wenden.

Eine aktuelle Umfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zeigt, dass die Bundesbürger noch immer recht sorglos mit dem Thema umgehen. Zwar erkennen sie das Risiko, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, im Laufe des Lebens berufsunfähig zu werden. Zugleich aber überwiegt die Einstellung – “Mich wird es schon nicht treffen!”

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt? Das trifft auf die Deutschen zumindest mit Blick auf die Berufsunfähigkeit nicht zu. Eine repräsentative Forsa-Studie im Auftrag eines großen Versicherers zeigt demnach ein sehr widersprüchliches Ergebnis.

Zwar ist den Bürgerinnen und Bürgern durchaus bewusst, dass es sehr wahrscheinlich ist, einen Einnahmeausfall infolge der Berufsunfähigkeit zu erleiden. Sie ist sogar Favorit, wenn es um die Absicherung von Lebensrisiken geht: 62 Prozent nennen eine Berufsunfähigkeits-Police als wichtige Absicherung noch vor einer privaten Rentenversicherung (54 Prozent) und der Kfz-Vollkasko (37 Prozent, Mehrfachantworten möglich). Zum Vergleich: eine Unfallversicherung, immerhin auch eine potentiell wichtiger Schutz, landet mit nur drei Prozent Zustimmung deutlich abgeschlagen hinter BU-Policen.

Dem entgegen betrachten die Befragten das Risiko einer eigenen Berufsunfähigkeit als sehr niedrig. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer schätzt das Risiko, selbst berufsunfähig zu werden, als gering (54 Prozent) oder gar sehr gering (17 Prozent) ein. Immerhin sagten auch 48 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie dieses Risiko bereits abgesichert hätten – ein Wert, der Mut macht. Wobei man relativieren muss, dass viele sich abgesichert wähnen, obwohl sie doch einen anderen Schutz haben. Allein die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert nämlich Status und Einkommen des tatsächlich ausgeübten Berufes. Hierbei sei daran erinnert, dass nahezu jeder Vierte seinen Job vor dem Rentenalter aufgeben muss – im Schnitt mit Mitte 40.

Eine Unfallversicherung ist keine BU!

Ein potentielles Missverständnis: So gaben etwa Befragte, die sich abgesichert wähnten, auch an, dass sie mit einer privaten Unfallversicherung (60 Prozent) ihre Arbeitskraft schützen. Diese leistet aber tatsächlich nur, wenn sich ein Unfall ereignet hat, der zu einem körperlichen Schaden führte. In der Regel erbringen die Verträge aber keine Leistung bei Krankheiten wie Krebs, Gelenk-Verschleiß – oder psychischen Erkrankungen, die mittlerweile Hauptursache für Berufsunfähigkeit sind. Knapp jede dritte BU-Neurente wird bewilligt, weil die Psyche eine Ausübung des Berufes verhindert.

Bei den Gründen, weshalb die Abstinenzler sich nicht absichern, überwiegt vor allem der finanzielle Aspekt: Viele sagen schlicht, eine BU ist zu teuer. Tatsächlich gehören diese Verträge zu den Versicherungen, für die man etwas mehr Geld monatlich überweisen muss: speziell Risikoberufe zahlen oft mehr. Dennoch sollte man versuchen, ob eine Absicherung nicht doch auch preiswert möglich ist.

Wichtiger aber noch als der der Preis ist der Leistungskatalog des Versicherers. Dieser sollte auf den Beruf und die konkrete Lebenssituation des Versicherungsnehmers zugeschnitten sein. Hier empfiehlt es sich, eine anonymisierte Voranfrage an die Versicherer zu stellen, ob und unter welchen Bedingungen man sich versichern lassen kann. Denn gerade Vorerkrankungen werden oft mit deutlichen Preisaufschlägen und Ausschlüssen “bestraft” – oder führen sogar dazu, dass man den gewünschten Vertrag nicht bekommt. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Die Altersrente fällt in Deutschland schon jetzt keineswegs üppig aus. Das zeigt eine aktuelle Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Nach der Rentenerhöhung im Juli 2019 erhielten Rentnerinnen und Rentner demnach nur knapp 952 Euro im Schnitt vor Abzug der Steuern.

Wie hoch sind in Deutschland eigentlich die gesetzlichen Altersrenten? Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist: Müssen doch die verschiedenen Rentenarten berücksichtigt werden, auch abhängig von der Dauer der gezahlten Beiträge. Aber fest steht: ein Durchschnittsrentner bzw. -rentnerin kann nicht auf allzu hohe Bezüge hoffen. Das zeigt die Statistik “Die Rentenbestände in der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland”, die das Arbeitsministerium vor wenigen Tagen vorgelegt hat.

Im Bundesschnitt erhielten Männer von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) demnach eine Rente von 1.187,10 Euro monatlich, während Frauen 764,29 Euro ausgezahlt bekamen. Das betrifft den sogenannten Rentenzahlbetrag. Hier wurden die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bereits abgezogen, aber nicht die Steuern. Knappschaftliche Zahlungen (Altersvorsorge des Bergbaus) sind hierbei nicht berücksichtigt. Stichtag für die Zahlen war der 1. Juli 2019.

Bei näheren Blick ist aber zwischen einzelnen Rentenarten zu unterscheiden. Die sogenannte Regelaltersrente fällt demnach niedriger aus. Sie erhält, wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und zudem die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen kann. Frauen und Männer in Westdeutschland erhielten durchschnittlich circa 610 Euro Regelaltersrente, in Ostdeutschland betrug sie circa 1.066 Euro. Knapp 7,5 Millionen Menschen haben hierauf aktuell Anspruch. Die Daten zeigen aber deutlich: Allein auf die Rente dürfen sich die wenigsten Menschen verlassen. Zusätzliche Altersvorsorge ist dringend anzuraten.

45 oder 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse?

Am besten stehen jene da, die die sogenannte “Altersrente für besonders langjährig Versicherte” erworben haben. Hierfür müssen 45 Beitragsjahre zur Rentenkasse vorgewiesen werden und die Regelaltersgrenze erreicht sein, sofern nicht von der Sonderregel “Rente mit 63” Gebrauch gemacht wird. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte betrug in Westdeutschland im Schnitt 1.409 Euro, in Ostdeutschland 1.222 Euro. Doch nur wenige erfüllen die lange Beitragszeit: Anspruch haben aktuell 1,25 Millionen Seniorinnen und Senioren.

Einfacher zu erfüllen sind die Vorgaben für die Altersrente für langjährig Versicherte. Hierfür sind 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse notwendig. Entsprechend niedriger sind aber auch die Rentenzahlungen: Sie betrugen zum 1. Juli 2019 im Schnitt 1.153 Euro in West und 1.118 Euro in Ost. Hier waren 1,91 Millionen Menschen anspruchsberechtigt.

Eine besondere Rentenart ist die sogenannte Altersrente für Frauen nach § 237a SGB VI. Anspruch mit Abschlägen haben vor dem 1. Januar 1952 geborene weibliche Versicherte, die das 60. Lebensjahr vollendet, die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre an Pflichtbeitragszeiten zurückgelegt haben. Sie ist die Rentenart mit den meisten Leistungsbeziehern bzw. – in diesem Fall – Bezieherinnen. Immerhin 3,45 Millionen Seniorinnen hatten Anspruch darauf. Und sie erhielten im Schnitt nur 868 Euro pro Monat in Westdeutschland und 1.046 Euro in Ost.

Wer Altersrente für Schwerbehinderte bezieht, erhält in Westdeutschland im Schnitt 1.203 Euro, in Ostdeutschland 1.114 Euro. Knapp 1,76 Millionen Seniorinnen und Senioren wurden zum Stichtag 1. Juli 2019 dieser Rentenart zugerechnet.

Welche Rentenarten es noch gibt und wie man zusätzlich für das Alter vorsorgen kann, klärt ein Beratungsgespräch mit einer Expertin bzw. einem Experten.

Das Risiko “Berufsunfähigkeit” ist seit einer Rentenreform im Jahr 2001 nicht mehr durch den staatlichen Schutz versichert. Seitdem erbringt die Rentenkasse nur noch Leistungen bei Erwerbsminderung. Bedingungen für eine Erwerbsminderungsrente aber sind äußerst rigoros:

  • Volle Erwerbsminderung nach dem 6. Sozialgesetzbuch liegt demnach erst dann vor, wenn Betroffene wegen Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden täglich arbeiten können — egal in welcher Tätigkeit. Demnach sind Menschen, die als erwerbsgemindert gelten, in ihrer Lebensweise schon auf das Äußerste eingeschränkt.
  • Zwar gibt es auch eine Rente bei teilweiser Erwerbsminderung. Doch auch hier sind medizinische Voraussetzungen streng: Die Rente erhält nur, wer wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann — egal in welcher Tätigkeit.

Nun veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales neue Zahlen für die Rentenbestände in der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Zahlen zeigen unter anderem, wie hoch die durchschnittlichen Erwerbsminderungsrenten in Ost- und Westdeutschland sind. Die Rentenhöhe unterscheidet sich durch verschiedene Leistungsvorgaben für die allgemeine und die knappschaftliche Rentenversicherung. Im Folgenden sind jedoch nur die Zahlen für Erwerbsminderungsrenten der allgemeinen Rentenversicherung angegeben.

Renten wegen voller Erwerbsminderung: Das erhalten Betroffene

  • Männer in Ostdeutschland erhalten eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von durchschnittlich 795,36 Euro monatlich. Frauen in Ostdeutschland erhalten durchschnittlich 943,28 Euro monatlich. Bedingung für diese Rente ist eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Männer in Westdeutschland erhalten eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von monatlich durchschnittlich 838,08 Euro. Frauen in Westdeutschland erhalten durchschnittlich etwas weniger: 830,14 Euro monatlich. Bedingung für diese Renten ist eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren.

Es gibt auch Renten, die gezahlt werden an Menschen, die bei Eintritt der Erwerbsminderung noch nicht die Mindestversicherungszeit erfüllten – zum Beispiel, weil sie vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit schon voll erwerbsgemindert waren. Dann aber gilt bis zum Erhalt der Rente eine lange Wartezeit von 20 Jahren (gemäß Paragraph 43 des Sechsten Sozialgesetzbuchs). Für diese Menschen werden folgende Renten gezahlt:

  • Männer in Ostdeutschland erhalten durchschnittlich 932,56 Euro monatlich bei voller Erwerbsminderung, weil sie vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit bereits voll erwerbsgemindert waren und 20 Jahre Wartezeit vorweisen konnten. Frauen erhalten unter dieser Maßgabe eine durchschnittliche Rente von 941,26 Euro monatlich.
  • Männer in Westdeutschland erhalten hier 797,08 Euro monatliche Rente, weil sie vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit bereits voll erwerbsgemindert waren und 20 Jahre Wartezeit vorweisen konnten. Frauen in Westdeutschland erhalten unter dieser Maßgabe durchschnittlich 789,64 Euro monatliche Rente.

Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung: Starke Beeinträchtigung, wenig Geld

Geringer fallen die Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung aus. Bedacht werden sollte: Teilweise erwerbsgemindert sind Personen, sobald sie wegen Krankheit oder Behinderung außerstande sind, unter üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich zu arbeiten – egal in welcher Arbeit. Die Krankheit oder Behinderung muss also schon zu einer sehr starken Beeinträchtigung des Lebens geführt haben, bevor man überhaupt eine Erwerbsminderungsrente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhält.

  • In Ostdeutschland erhalten Männer dann eine Rente in Höhe von durchschnittlich 489,20 Euro im Monat wegen teilweiser Erwerbsminderung. Frauen erhalten in Ostdeutschland durchschnittlich 565,16 Euro im Monat.
  • In Westdeutschland erhalten Männer wegen teilweiser Erwerbsminderung eine Rente in Höhe von durchschnittlich 534,27 Euro im Monat. Frauen erhalten in Westdeutschland durchschnittlich nur 492,18 Euro Rente.

Berufsunfähigkeit: Warum sich privater BU-Schutz lohnt

Eine volle Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung liegt stets erst dann vor, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, für mindestens drei Stunden täglich irgendeinem Beruf nachzugehen. Und eine teilweise Erwerbsminderung liegt erst dann vor, wenn Betroffene nicht mehr in der Lage sind, für mindestens sechs Stunden irgendeinem Beruf nachzugehen. Hierfür ist nicht einmal relevant, welchen Beruf die oder der Betroffene ausübte – jeder Beruf wird durch den Gesetzgeber zugemutet. Damit droht Betroffenen sogar, dass sie unliebsame Jobs annehmen müssen, ohne eine Rente zu erhalten.

Ein Chirurg, der durch eine medizinische Beeinträchtigung als Pförtner arbeiten oder geringe Arbeiten wie das Sortieren von Schrauben ausüben muss? Aus Sicht des Sechsten Sozialgesetzbuchs ist dies durchaus eine zumutbare Vorstellung. Denn sobald dies für mindestens drei Stunden möglich ist, gibt es höchstens eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Und ist dies gar für sechs Stunden möglich, gibt es durch die gesetzliche Rentenversicherung gar keine Leistungen mehr.

Hingegen orientiert sich die Berufsunfähigkeit für den privaten BU-Schutz an dem bisher ausgeübten Beruf. Auch tritt Berufsunfähigkeit in der Regel schon ab 50 Prozent Beeinträchtigung ein, die ein weiteres Ausüben des bisherigen Berufs unmöglich macht – und damit wesentlich eher als Erwerbsminderung. Weil demnach auch berufsunfähig sein kann, wer noch keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hat, ist die Überprüfung des privaten Versicherungsschutzes dringend geboten.

Die privaten Invaliditätsversicherer haben 2019 erneut mehr Leistungen an ihre Kundinnen und Kunden ausgezahlt als im Jahr zuvor. 3,9 Milliarden Euro an Renten und anderen Leistungen erhielten die Versicherungsnehmer in Summe: Das sind 2,6 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Das Thema Berufsunfähigkeit betrifft viele Menschen: Nach Branchenschätzungen muss jeder vierte Erwerbstätige vor Erreichen des Rentenalters seinen Job aufgeben. Das Ausmaß zeigen auch aktuelle Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) diese Woche vorgestellt hat.

Demnach haben die Invaliditätsversicherer, die dauerhafte körperliche und psychische Beeinträchtigungen absichern, im Jahr 2019 rund 2,9 Milliarden Euro ausgezahlt. Das bedeutet einen neuen Rekord. Die Berufsunfähigkeits-Policen machen ein Gros dieser Zahlungen aus.

Auch die Leistungsverpflichtungen gegenüber den Kunden legten im Jahresvergleich zu: also die versicherte Summe aller Vertragspartner. Diese kletterte von 35,7 Milliarden auf 38,1 Milliarden Euro. Ein Grund hierfür ist auch, dass mehr Bürger mit einer solchen Versicherung für den Ernstfall vorsorgen: unter anderem, weil Medien und sogar der Verbraucherschutz neben den Versicherungsvermittlern über die Wichtigkeit dieser Absicherung aufklären.

Keine aktuellen Zahlen kann der Versichererverband hingegen für die wichtigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit vorlegen. Hier beziehen sich die Daten noch auf 2018. Trotzdem sei daran erinnert, dass psychische Krankheiten mittlerweile wichtigste Ursache für das Ausscheiden aus dem Beruf sind. Immerhin 29 Prozent aller neu bewilligten Leistungen resultierten in dem Jahr daraus. Da sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, etwa Rücken- und Gelenkleiden, auf Rang zwei schon deutlich abgeschlagen. Auf sie entfielen 19 Prozent aller neu bewilligten Leistungen. Dritthäufigste Ursache sind Tumorerkrankungen mit 18 Prozent.

Trotz der hohen Zahl der (potentiell) Betroffenen ist die Berufsunfähigkeits-Absicherung in Deutschland noch immer eine Nische. Auf rund 45 Millionen Erwerbstätige kommen lediglich gut 17 Millionen Versicherungsverträge mit vollem oder teilweisem BU-Schutz, so geht aus GDV-Zahlen hervor.

Dabei ist das gesetzliche soziale Netz durchlässig, denn die Rentenversicherung leistet seit einer Gesetzreform nur noch bei Erwerbsminderung, nicht aber bei Berufsunfähigkeit. Das ist etwas anderes, denn auf Status und Einkommen des eigentlichen Berufs wird hierbei keine Rücksicht genommen. Wenn maximal drei Stunden täglich gearbeitet werden kann, egal in welchem Job, erhalten Betroffene im Schnitt “gerade einmal ca. 40 Prozent des Nettoeinkommens”, so geht aus Daten der Rentenversicherung hervor. Bei drei bis sechs Stunden Erwerbsfähigkeit sind es “sogar nur noch ca. 20 Prozent”. Hier gilt es, ausreichend mit privaten Optionen vorzusorgen.

In Zeiten der Corona-Pandemie stehen alle Zeichen auf Homeoffice: Die Menschen sollen, wenn es geht, zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos zuhause bleiben. Allerdings sollte man sich hierfür auch um den entsprechenden Versicherungsschutz kümmern. Denn der Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung ist für Arbeitnehmer im Büro umfassender als im Homeoffice zuhause. Darüber klärt aktuell die Verbraucherseite des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf.

Der Grund: Bestimmte alltägliche Tätigkeiten sind im Büro oder im Unternehmen nur deswegen durch den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz abgedeckt, weil der Aufenthalt am Arbeitsplatz diese Tätigkeiten vor Ort im Unternehmen geboten macht – sie betreffen im Büro das unternehmerische Interesse des Arbeitgebers. Sobald diese Tätigkeiten aber zuhause ausgeführt werden, gelten sie vordergründig als “private” Tätigkeit. Solche Tätigkeiten sind jedoch nicht durch den gesetzlichen Unfallschutz abgedeckt, Unfälle hierbei gelten nicht als Arbeitsunfälle.

Kein Unfallschutz für Essen, Trinken und WC

Das gilt selbst dann, wenn ein Arbeitnehmer sich in seiner Wohnung bewegt, um sich zum Beispiel Wasser zum Trinken an den Arbeitsplatz zu holen. Beim Homeoffice greift im Falle eines Unfalls dann nicht der gesetzliche Unfallschutz. So wies zum Beispiel das Bundessozialgericht die Klage einer Arbeitnehmerin zurück, die sich etwas zu trinken während ihrer Heimarbeit holen wollte.

Auf den Weg in die Küche stürzte die Frau mit ihrer Wasserflasche, zog sich einen komplizierten Knochenbruch am linken Fuß mit bleibenden Schäden zu. Jedoch: Mit Urteil vom 5.7.2016 (Az. B 2 U 5/15 R) beschied das Bundessozialgericht: Ein Arbeitsunfall liegt bei einem solchen Sturz nicht vor. Denn in der Wohnung setzen sich Arbeitnehmer, die sich etwas zu essen oder zu trinken holen, laut Gericht einem Risiko des privaten Bereichs aus. Das gilt sogar für den Gang zur Toilette, wie ein Urteil des Sozialgerichts München beschied (Az. S 40 U 227/18). Der gesetzliche Unfallschutz im Homeoffice zeigt demnach tückische Lücken.

Arbeitsunfälle zuhause: Die schwere Beweislast

Hinzu kommt: Zwar sind Tätigkeiten durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt, die unmittelbar das berufliche Interesse betreffen. So gilt es laut Bundessozialgericht gemäß Urteil vom 27.11.2018 (Az. B 2 U 8/17 R9) als Arbeitsunfall, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Weg in den Keller stürzt, wenn er dort mit seinem Arbeitscomputer ein notwendiges Upgrade vornehmen muss. Derartige Tätigkeiten dienen dem vordergründigen Interesse des Arbeitgebers – hier greift der gesetzliche Unfallschutz.

Jedoch: Der betriebliche Charakter der Tätigkeit muss, so es zum Unfall kommt, vor Gericht erst einmal bewiesen werden. Wie aber beweisen, wenn man zuhause allein ist? Aus diesem Grund empfiehlt aktuell das Handelsblatt: Erleidet man einen Unfall im Homeoffice, sollten Beweise gesichert werden, die unmittelbar mit der Arbeit zuhause verbunden waren.

So soll man bei Erleiden eines solchen Unfalls zum Beispiel “sofort dokumentieren”, was man gerade gemacht hat, welches Dokument man bearbeitet hat und mit wem man telefoniert hat. Auch sollten Betroffene sich, durch Schilderung des genauen Hergangs, Zeugen sichern – zum Beispiel den Nachbarn oder den herbeieilenden Arzt.

Privater Unfallschutz empfiehlt sich

Gilt eine Tätigkeit aber nicht als “betrieblich” und ist aufgrund ihres privaten Charakters nicht durch den gesetzlichen Unfallschutz gedeckt, zahlt für direkte Krankheitskosten des Unfalls zunächst die Krankenversicherung. Keine Zahlungen aber erhält man für Folgekosten – etwa für Reha-Maßnahmen oder bei längerem Lohnausfall.

Auf der sicheren Seite ist man deswegen mit einer privaten Unfallversicherung: Diese zahlt in der Regel unabhängig von Anlass, Ort und Ursache des Sturzes. Als Leistung erhält der Versicherungsnehmer entweder einen Einmalbetrag oder – bei besonders schweren Folgen – auch eine lebenslange Unfallrente.

Jedoch leistet die private Unfallversicherung nur bei unfallbedingter Invalidität. Deswegen kann Homeoffice in Zeiten der Corona-Pandemie auch ein Anlass sein, über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken. Denn eine BU-Versicherung leistet – anders als die Unfallversicherung – auch bei psychischen und körperlichen Erkrankungen als Ursache der Berufsunfähigkeit. Wer hierzu Rat sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Für gesetzliche Rentenversicherte kann es sich lohnen, freiwillig Rentenbeitrag zu zahlen. Denn mit freiwilligen Beiträgen kann man seinen Rentenanspruch erhöhen oder überhaupt erstmal Ansprüche erwerben, sofern man noch keine ausreichenden Versicherungszeiten hat. Auch mit Blick auf die Erwerbsminderung lohnt das unter Umständen.

Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung aktuell nicht pflichtversichert ist, kann noch bis zum 31. März 2020 freiwillig Beiträge für das zurückliegende Jahr 2019 nachzahlen. Darauf weist aktuell die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern in einem Pressetext hin.

Lücken bei der Rente durch freiwillige Beiträge schließbar

Freiwillige Beitragszahlungen können in mehrerer Hinsicht nützlich sein. So lassen sich dadurch spätere Rentenansprüche erhöhen sowie Lücken im Versicherungskonto schließen: etwa um Wartezeiten für die Altersrente oder Anrecht auf Rehaleistungen der Rentenkasse zu sichern. Auch wer Pflichtbeiträge für die Erziehung eines Kindes angerechnet bekam, aber die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren nicht erfüllt hat, kann sich damit Rentenansprüche sichern.

Positiv ist, dass die angehenden Ruheständler relativ flexibel selbst festlegen können, wie viel sie an freiwilligem Beitrag zahlen. 83,70 Euro im Monat beträgt hierbei der monatliche Mindestbeitrag, der Höchstbetrag aktuell 1.283,40 Euro. Frei wählbar ist auch die Zahl der Monate, für die das Beitrags-Extra entrichtet wird.

Flexirentengesetz: Ausgleichszahlungen bei früherer Rente ab 50 möglich

Wer früher in Rente will, ohne die Regelaltersrente zu erreichen, kann seit dem Inkrafttreten des Flexirenten-Gesetzes im Sommer 2017 bereits ab dem 50. Lebensjahr eventuelle Abschläge ausgleichen, indem er Sonderzahlungen leistet. Hier gilt es zu bedenken: Wird eine Altersrente vorzeitig in Anspruch genommen, ergeben sich gesetzliche Abschläge in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat.

Doch die sogenannte Ausgleichszahlung einer Rentenminderung (nach § 187a SGB VI) erlaubt es, die Abschläge ganz oder teilweise zu korrigieren: dadurch entstehen zusätzliche Anwartschaften. Auf Antrag stellt der Rentenversicherungs-Träger eine Auskunft aus (Vordruck V0210), welcher Beitrag notwendig ist, um ein früheres Renteneintrittsalter auszugleichen.

Eigentlich sollen ab dem 1. Januar 2020 Millionen Betriebsrentner entlastet werden, indem ein Freibetrag auf Krankenkassen-Beiträge eingeführt wird: So sieht es ein Gesetz der Bundesregierung vor. Doch die Betroffenen müssen sich noch gedulden. Der Grund: Es hapert an der technischen Umsetzung.

Auch Betriebsrentner müssen Sozialbeiträge auf ihre betrieblichen Altersbezüge zahlen: Aber seit dem 1. Januar etwas weniger. Zumindest theoretisch, denn die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr mit einer Gesetzreform einen Freibetrag auf den Krankenkassen-Beitrag der gesetzlich versicherten Ruheständler eingeführt. Dieser beträgt rund 159 Euro im Monat.

Doch für hunderttausende Betriebsrentner heißt es vorerst warten. Sie müssen wohl noch Monate auf eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen ausharren. Grund ist, dass die Krankenkassen mit der technischen Umsetzung nicht schnell genug sind. Das geht aktuell aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken hervor.

Wie die “Deutsche Presse-Agentur” berichtet, gehe auch aus einem Infoblatt der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervor, dass die Betriebsrentnerinnen und Rentner nicht sofort entlastet werden können. Darin heißt es, es “könne noch einige Monate dauern”, bis die Reform umgesetzt werden könne. Immerhin müssen sich die Betriebsrentner keine Sorge machen, dass für sie die Entlastung später greift. Sie sollen den zu viel gezahlten Beitrag später zurückerhalten.

Freibetrag statt Freigrenze

Vor der Reform mussten Betriebsrentner den vollen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur Krankenkasse auf ihre betrieblichen Altersbezüge zahlen: 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag. Hier werden die Bürger nun entlastet. Künftig muss der Kassenbeitrag nur noch auf jenen Anteil der Betriebsrente gezahlt werden, der tatsächlich diesen Freibetrag übersteigt. Wer im kommenden Jahr 169 Euro im Monat Betriebsrente bekommt, zahlt folglich auf weniger als 10 Euro Kassenbeiträge.

Zwar gab es bereits vor dem 1. Januar eine Freigrenze von 155,75 Euro im Monat. Aber Freigrenze heißt eben nicht Freibetrag. Der Unterschied: Wenn die Betriebsrente über diesem Betrag lag, und sei es nur um einen Cent, mussten die Ruheständler den vollen Beitrag auf die komplette Betriebsrente zahlen. Das neue Instrument entlastet folglich mehr Betriebsrentner. Der Freibetrag wird jährlich an die Entwicklung der Löhne angepasst. Ärgerlich: Freiwillig GKV-Versicherte werden durch die Reform nicht entlastet.