Die Erweiterung des Fahrerkreises in der Kfz-Versicherung kann den Versicherungsbeitrag um bis zu 54 Prozent erhöhen, zeigen Berechnungen eines Vergleichsportals. Besonders die Mitversicherung von Fahranfängern treibt die Kosten in die Höhe, während die Mitversicherung eines Partners oder Ehegatten den Beitrag sogar um durchschnittlich vier Prozent senken kann.

Erweiterung des Fahrerkreises und ihre Auswirkungen

Wie wirkt sich die Erweiterung des Fahrerkreises auf die Versicherungsprämie aus? Das wollte ein Online-Vergleichsportal in Erfahrung bringen. Als Musterkunde diente ein 49-jähriger Berliner, der einen VW Golf VII 1.4 TSI mit Vollkasko-Schutz und bestimmten Parametern versichern wollte. Die Ergebnisse zeigten, dass das Unfallrisiko durch zusätzliche Fahrer in der Regel steigt, was höhere Kosten zur Folge hat. Für einen 18-jährigen Fahranfänger stieg der Jahresbeitrag um durchschnittlich 54 Prozent, während für einen 25-jährigen Fahranfänger nur 14 Prozent Zuschlag zu zahlen waren.

Begleitetes Fahren und andere Fahrpraxis können Beitrag senken

Der Zuschlag ist niedriger, wenn das Kind bereits mit 17 Jahren am begleiteten Fahren teilgenommen hat. In diesem Fall steigt die Kfz-Versicherung nur um 28 Prozent (195 Euro). Auch andere Fahrpraxis, wie das Fahren eines Mofas, kann den Versicherungsbeitrag senken, so das Vergleichsportal.

Ausnahmen: Prämie kann auch sinken

In der Regel steigt das Unfallrisiko durch zusätzliche Fahrer, was höhere Kosten in der Kfz-Versicherung verursacht. Allerdings gibt es Ausnahmen: Für einen Berliner Golf-Fahrer sinkt die Prämie laut der Analyse sogar um vier Prozent, wenn seine Partnerin oder Ehefrau mitfährt. Laut Verkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamts verursachen Frauen als Fahrerinnen eines PKW weniger und weniger schwere Unfälle als Männer, wenn auch abhängig vom Alter.

Haushaltsfremde Fahrer erhöhen die Prämie

Wenn eine haushaltsfremde Person, wie ein Nachbar, das Fahrzeug nutzt, wird die Versicherung um fünf Prozent teurer. Kann der Fahrerkreis nicht eindeutig festgelegt werden, geben Versicherungsnehmer die Geburtsdaten des jüngsten und des ältesten Fahrers an. Im Modellfall sind die weiteren Fahrer zwischen 28 und 61 Jahren alt, was den Kfz-Beitrag um 95,94 Euro bzw. 16 Prozent erhöhte.

Pflichten der Versicherungsnehmer

Als Versicherungsnehmer ist man nicht verpflichtet, bei Abschluss einer Police den Fahrerkreis anzugeben. Kommt es zum Schaden und eine andere Person ist den Wagen gefahren, muss die Versicherungsgesellschaft dennoch den Schaden begleichen. Sie kann aber im Anschluss eine Nachzahlung fordern. In der Vergangenheit war das meist nur eine Nachzahlung der Differenz zur höheren Prämie. Darauf sollte man aber nicht spekulieren: mittlerweile gehen die Gesellschaften dazu über, Strafzahlungen über die Beitragsdifferenz hinaus zu verlangen, wenn die Gesellschaft nachweisen kann, dass der Fahrerkreis absichtlich nicht angegeben wurde.

Fazit: Aufklärung und sorgfältige Planung nötig:

Die Ergebnisse der Analyse verdeutlichen, wie wichtig es für Versicherungsnehmer ist, den Fahrerkreis bei Abschluss einer Kfz-Versicherung sorgfältig zu planen und anzugeben. Eine transparente Kommunikation mit der Versicherungsgesellschaft kann dazu beitragen, unvorhergesehene Kosten und mögliche Strafzahlungen zu vermeiden. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass es bei der Auswahl und Nutzung zusätzlicher Fahrer erhebliche Unterschiede in den Beiträgen geben kann, was eine gründliche Prüfung und gegebenenfalls Beratung erforderlich macht.

Das kürzlich verabschiedete Rentenpaket II bringt entscheidende Maßnahmen zur langfristigen Sicherung des Rentenniveaus und zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Es umfasst eine dauerhafte Rentenniveau-Haltelinie, die Einführung von Generationenkapital und weitere Regelungen zur finanziellen Stabilität der Rentenversicherung.

Das Rentenpaket II basiert auf den folgenden wesentlichen Punkten:

Dauerhafte Sicherung des Rentenniveaus:
Das Rentenniveau wird dauerhaft bei 48 Prozent gehalten, um heutige und zukünftige Rentnerinnen und Rentner abzusichern. Diese Vorgabe wird bis zum 1. Juli 2039 gesetzlich in der Rentenanpassungsformel verankert und bleibt bis zum 30. Juni 2040 in Kraft. Im Jahr 2035 wird die Bundesregierung prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind, um dieses Niveau auch über 2040 hinaus zu halten. Das Rentenniveau ist an die Lohnentwicklung gekoppelt, einschließlich Anpassungen der Sozialabgaben für Rentnerinnen und Rentner sowie Beschäftigte. Ohne diese Stabilisierung würde das Rentenniveau nach 2025 auf unter 45 Prozent sinken. Dank der Haltelinie erhalten Rentner im Jahr 2040 beispielsweise rund 100 Euro mehr pro Monat bei einer Rente von 1.500 Euro.

Einführung des Generationenkapitals:
Zur zusätzlichen Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung wird das Generationenkapital eingeführt. Dies beinhaltet eine teilweise kapitalgedeckte Finanzierung durch Darlehen aus dem Bundeshaushalt und Eigenmittel des Bundes. Ein Kapitalstock wird aufgebaut, dessen Erträge zur Stabilisierung der Rentenbeiträge genutzt werden, ohne die Beitragszahler zu belasten. Nur die Erträge, nicht die Substanz des Kapitalstocks, fließen in die Rentenversicherung.
Ab 2036 sind jährliche Ausschüttungen von durchschnittlich 10 Milliarden Euro an die Rentenversicherung geplant, abhängig von einem “Sicherheitspuffer” zur Vermögenssicherung und Rückzahlung der Darlehen. 2029 wird geprüft, ob die Ertragsziele erreicht werden und welche Maßnahmen zur Sicherung des Kapitals erforderlich sind.
Eine neue, unabhängige, öffentlich-rechtliche Stiftung wird das Generationenkapital professionell verwalten und global investieren. Dafür werden zunächst die Strukturen des bestehenden Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) genutzt.

Weitere Maßnahmen zur Rentenversicherung:
Die Untergrenze der Nachhaltigkeitsrücklage der gesetzlichen Rentenversicherung wird von 0,2 auf 0,3 Monatsausgaben erhöht, um die finanzielle Stabilität zu stärken. Die Regelungen zu den Bundeszuschüssen werden vereinfacht und transparenter gestaltet. Zudem werden die Berichtspflichten, einschließlich des Rentenversicherungsberichts, konsolidiert und erweitert.

Beitragssatzentwicklung und Bundeszuschüsse:
Der Rentenbeitragssatz bleibt bis 2027 stabil bei 18,6 Prozent. Ab 2028 wird er aufgrund der demografischen Entwicklung voraussichtlich auf 22,3 Prozent bis 2035 ansteigen und dank des Generationenkapitals bis 2045 stabil bleiben. Langfristig wird ein Beitragssatzpunkt dem Rentenpaket II zugeschrieben. Der Anteil der Bundesmittel an der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt bei etwa drei Prozent des BIP, wie seit 2009. Dies wird durch die Haltelinie beim Sicherungsniveau gewährleistet, da Rentenerhöhungen an die Lohnentwicklung gekoppelt sind.

Eine neue Studie zeigt, dass Frauen die Lücke in der Altersvorsorge zwischen den Geschlechtern oft unterschätzen. Trotz zunehmendem Bewusstsein sind viele Frauen pessimistisch über ihre finanzielle Zukunft im Alter. Mit durchschnittlich nur 890 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rente und einer höheren Lebenserwartung stehen Frauen vor großen Herausforderungen.

Eine aktuelle Untersuchung beleuchtet die geschlechtsspezifische Lücke in der Altersvorsorge, das sogenannte Gender Pension Gap. Bei einer Befragung von 1.000 Frauen bundesweit schätzten die meisten das Einkommensgefälle im Alter zwischen Männern und Frauen auf durchschnittlich 27 Prozent – weit unter der tatsächlichen Differenz von über 40 Prozent, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Selbst wenn Einkünfte aus der Hinterbliebenenrente berücksichtigt werden, bleibt das Gender Pension Gap in Deutschland bei 30 Prozent.

Eine überwältigende Mehrheit von 95 Prozent der Frauen in Deutschland geht davon aus, dass sie selbst von dieser Ungleichheit betroffen sein werden. Die Unsicherheit über die eigene Altersvorsorge ist groß: Die Hälfte der Frauen glaubt nicht, dass ihre Vorsorge ausreichen wird, und ein Drittel hat keine klare Vorstellung vom eigenen Einkommen im Alter. Im Jahr 2022 betrug die durchschnittliche gesetzliche Rente für Frauen 890 Euro pro Monat, während Männer durchschnittlich 1.373 Euro erhielten. Diese Unterschiede zeigen sich auch in der betrieblichen und privaten Vorsorge.

Die Studie zeigt auch, dass über die Hälfte der Frauen Handlungsbedarf bei ihrer Altersvorsorge sieht. Während im Jahr 2020 nur 43 Prozent der befragten Frauen glaubten, dass ihr Lebensstandard im Alter sinken würde, sind es heute fast zwei Drittel. Zudem ist der Unterschied im Alterseinkommen von Frauen und Männern inzwischen 75 Prozent der Frauen bekannt – ein Anstieg gegenüber den 80 Prozent, die dies noch vor einigen Jahren nicht wussten.

Über die Studie:
Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren hat die Allianz Leben 1.000 Frauen aus ganz Deutschland zum Gender Pension Gap befragt.

Rentnerinnen und Rentner, die privat oder freiwillig krankenversichert sind, können von der gesetzlichen Rentenversicherung einen Beitragszuschuss erhalten. Dieser Zuschuss muss jedoch beantragt werden und variiert je nach individueller Rentenhöhe und Krankenkassenbeitrag. Erfahren Sie mehr über die Berechnungsgrundlagen und wie Sie den Zuschuss beantragen können.

Rentnerinnen und Rentner, die entweder privat oder freiwillig krankenversichert sind, haben die Möglichkeit, von der gesetzlichen Rentenversicherung einen Beitragszuschuss zu erhalten. Dieser Zuschuss muss aktiv beantragt werden, beispielsweise zusammen mit der Beantragung der Rente.

Für freiwillig Versicherte hängt die Höhe des Zuschusses von mehreren Faktoren ab: der individuellen Rentenhöhe, dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung und dem Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse. Der allgemeine Beitragssatz liegt aktuell bei 14,6 Prozent. Zur Berechnung des Zuschusses wird dieser Satz um die Beitragssatzpunkte des Zusatzbeitrags der eigenen Krankenkasse erhöht. Das daraus resultierende Ergebnis wird halbiert, was dann die Basis für die Zuschusshöhe bildet.

Auch privat versicherte Rentner können einen Zuschuss erhalten, der grundsätzlich ähnlich wie bei freiwillig Versicherten berechnet wird. Hierbei wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung zugrunde gelegt, der derzeit bei 1,7 Prozent liegt. Der Zuschuss wird maximal in Höhe der Hälfte der Versicherungsprämie gezahlt.

Rentner sollten beachten, dass der Zuschuss nicht automatisch gewährt wird, sondern aktiv beantragt werden muss. Es lohnt sich, rechtzeitig Informationen einzuholen und den Antrag zusammen mit der Rentenbeantragung einzureichen, um die finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.

Immer mehr junge Frauen setzen sich intensiv mit ihrer Altersvorsorge auseinander. Während vor vier Jahren 45 Prozent der 20- bis 30-Jährigen das Thema noch ignoriert hatten, sind es heute nur noch 15 Prozent. Dennoch fühlen sich viele von der Aufgabe überfordert und vertrauen vor allem auf Unterstützung aus ihrem privaten Umfeld und von Arbeitgebern.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren den größten Handlungsbedarf bei der Altersvorsorge sehen und sich deutlich stärker damit beschäftigen als noch vor vier Jahren. Während damals 45 Prozent der jungen Frauen angaben, sich noch gar nicht mit dem Thema Altersvorsorge befasst zu haben, liegt dieser Anteil 2024 bei nur noch 15 Prozent. Dennoch fühlen sich 58 Prozent der befragten 20- bis 30-Jährigen mit dem Thema überfordert.

Frauen zwischen 51 und 60 Jahren gehen ihre eigene Vorsorge am aktivsten an und schließen vermehrt Vorsorgeverträge ab, um im Alter finanziell abgesichert zu sein. Die Erwerbstätigkeit spielt dabei eine große Rolle: Frauen, die arbeiten, kümmern sich häufiger aktiv um ihre Altersvorsorge.

Beim Thema Vorsorge vertrauen 21 Prozent der Frauen auf ihren Arbeitgeber, was einen deutlichen Vertrauenszuwachs von 8 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 darstellt. Am meisten Vertrauen setzen die meisten Frauen jedoch in ihr privates Umfeld: 47 Prozent der Frauen vertrauen auf den Rat von Familie und Partner, wenn es um ihre persönliche Vorsorge geht. Dieser Wert ist besonders bei jüngeren Frauen gestiegen und liegt um 21 Prozent höher als vor vier Jahren.

Über die Studie:

Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren hat die Allianz Leben 1.000 Frauen aus ganz Deutschland zum Gender Pension Gap befragt.

Wetterextreme wie Sturm, Hochwasser und Starkregen nehmen zu und verursachen immer häufiger Schäden. Wie teuren Schäden im Wohngebäude-Bereich vorgebeugt werden kann.

Um mögliche Schäden nach Extremwetter-Ereignissen zu verhindern oder deren Ausmaß einzugrenzen, sind Präventionsmaßnahmen ratsam. Einige Tipps dafür sind hier zusammengestellt:

  • Gebäudestrukturen anpassen: Investieren Sie in strukturelle Anpassungen und wasserbeständige Materialien, um Ihr Haus widerstandsfähiger gegen Hochwasser zu machen. Hilfreich können auch erhöhte Schwellen an Eingängen und wasserdichte Kellerfenster sein.
  • Entwässerungssysteme warten: Stellen Sie sicher, dass Dachrinnen und Abflüsse frei von Verstopfungen sind, um eine effektive Ableitung von Wasser zu gewährleisten.
  • Rückstausicherung überprüfen: Kontrollieren Sie, ob alle Entwässerungsobjekte unterhalb der Rückstauebene über eine funktionsfähige und gewartete Rückstausicherung verfügen.
  • Risikobewusstsein und Frühwarnsysteme nutzen: Behalten Sie Schwachstellen Ihres Hauses im Blick, informieren Sie sich über lokale Hochwasserrisiken und nutzen Sie Frühwarnsysteme, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
  • Hochwasserschutzwände errichten: Wenn möglich, lassen Sie Schutzwälle oder Barrieren um Ihr Grundstück errichten, um das Eindringen von Hochwasser zu verhindern oder zu verringern.

Die Wohngebäudeversicherung

Trotz präventiver Maßnahmen kann es zu Schäden kommen. Daher ist eine Wohngebäudeversicherung essenziell. Diese schützt vor den finanziellen Folgen von Sachschäden am Gebäude. Neben Feuer, Sturm und Hagel bietet die Wohngebäudeversicherung auch Schutz vor Elementarschäden – als optional hinzubuchbare Ergänzung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Wohngebäudeversicherung als unverzichtbar für jeden Hauseigentümer.

Abwicklung und Management von Schadenfällen

Bei Schadenfällen steht die Sicherheit der Menschen an erster Stelle. Bei überfluteten Räumen und Gebäudeteilen muss unbedingt der Strom abgeschaltet werden. Erste, provisorische Abdichtungen sollten vorgenommen werden, um weiteres Eindringen von Wasser zu verhindern. Dabei geht die eigene Sicherheit immer vor.
Informieren Sie den zuständigen Versicherer frühzeitig – noch vor den Handwerkern. Viele Versicherer haben ein Netzwerk aus Handwerksbetrieben und können schnell Hilfe organisieren. Dokumentieren Sie den Schaden umfassend, zum Beispiel mit Fotos, um die Schadenbearbeitung zu beschleunigen.

Tipp: Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Versicherungsschutz und achten Sie auf vertragliche Details. Eine Elementarschadenversicherung ist auch in Gebieten, die nicht als Hochrisikogebiete gelten, sinnvoll. Durch rechtzeitige Vorsorge und gezielte Maßnahmen können Schäden durch Wetterextreme effektiv minimiert werden.

Die Schlichtungs- und Beschwerdestelle der Versicherungswirtschaft verzeichnete einen Anstieg der Beschwerden. Welche Sparten die Beschwerden in die Höhe trieben.

Wer Ärger mit der Versicherung hat, etwa weil sie mutmaßlich einen Schaden nicht bezahlen will oder die Bearbeitung hinauszögert, kann sich an den Ombudsmann für Versicherungen wenden. Die Schlichtungsstelle der Versicherungsbranche verspricht, schnell und unbürokratisch die Ansprüche des Kunden zu prüfen und zwischen beiden Streitparteien zu schlichten. Für Verbraucher ist das Verfahren kostenfrei. Ist das Versicherungsunternehmen zudem Mitglied des Vereins Versicherungsombudsmann e. V., muss es den Schiedsspruch akzeptieren, solange der Streitwert 10.000 Euro nicht übersteigt.

Nun hat der Versicherungsombudsmanns den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2023 veröffentlicht. Unter anderem wird aus dem Bericht ersichtlich, in welchen Sparten (ausgenommen Kranken- und Pflegeversicherung) es die meisten Beschwerden gab. Im Jahr 2023 erreichten die Schlichtungsstelle insgesamt 18.037 Beschwerden. Diese Zahl lag im Vorjahr noch bei 15.907. Das entspricht einer Zunahme um 13,4 Prozent. Zulässig waren davon 13.205 Beschwerden.

Besonders starke Zuwächse verzeichneten bei den zulässigen Beschwerden die Kfz-Versicherungen (Kfz-Haftpflicht + 27 Prozent, Kfz-Kasko + 30 Prozent), die Hausrat-versicherung (+ 20 Prozent), die Allgemeine Haftpflichtversicherung (+  22 Prozent) und die “sonstigen Versicherungen” (+ 20 Prozent, dazu gehören u. a. Elektronik-, Tierkranken- und Reiseversicherung) sowie die Unfallversicherung (+ 39 Prozent). Die Erfolgsquote der Schlichtungsanträge bei Unternehmensbeschwerden lag in der Lebensversicherung bei 35 Prozent, bei den anderen Sparten insgesamt bei 50,8 Prozent und ist damit nochmals leicht angestiegen.

Nach einem Leitungswasserschaden war eine Mietwohnung unbewohnbar. Doch wer kommt für die Kosten einer Ersatzunterkunft auf: Die Wohngebäudeversicherung oder die Hausratversicherung? Das Oberlandesgericht Saarbrücken musste in einem Berufungsurteil entscheiden.

Ursache des Rechtsstreits war ein Leitungswasserschaden im Badezimmer einer Mietwohnung. Die Sanierungsarbeiten machten die Wohnung vorübergehend unbewohnbar. Die Mieter bezogen eine Ferienwohnung für etwa vier Monate, doch die Hausratversicherung weigerte sich, die kompletten Kosten dafür zu übernehmen.

Vor allem sah sich der Versicherer nicht in der Einstandspflicht für die Ferienunterkunft. Denn die Schäden am Hausrat waren aus ihrer Sicht nicht so umfangreich, dass sie für sich bereits eine Ersatzunterkunft gerechtfertigt hätten. Zumal eine Ausschlussklausel in den Allgemeinen Hausrat-Versicherungsbedingungen unter “Nicht versicherte Sachen” definiert: “Nicht zum Hausrat gehören … Gebäudebestandteile”.
Also beglich die Hausratversicherung nur die Hausrat-Schäden im engeren Sinne (und damit nur einen vergleichsweise geringen Teil des Gesamtschadens): den Austausch der Rückwände des Kleiderschranks zum Beispiel (in Höhe von 300,- Euro) sowie für den Ersatz des Schuhschrankes (in Höhe von 175,- Euro) sowie weitere Ausbesserungsarbeiten, die durch bewegliche Gegenstände im Raum verursacht wurden. Damit sah der Hausratversicherer die Sache als erledigt an.
Die Mieter versuchten, dagegen gerichtlich vorzugehen; scheiterten aber mit ihrer Rechtsauffassung (Az. 5 U 64/22).

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach beleuchtet die Einstellungen zur privaten Altersvorsorge bei Personen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren.

Das Institut für Demoskopie Allensbach untersucht seit 2013 regelmäßig die Einstellungen und Erwartungen der sogenannten ‚Generation Mitte‘, also Menschen zwischen 30 und 59 Jahren. Eine der zentralen Fragen betrifft die Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage im Alter.

Die aktuelle Studie zeigt, dass die Mehrheit der Befragten weit entfernt davon ist, langfristige finanzielle Sicherheit im Alter zu erreichen. Lediglich 27 Prozent glauben, dass sie im Alter finanziell sorgenfrei leben können, während 50 Prozent erwarten, sparsam haushalten zu müssen. Der Anteil derjenigen, die befürchten, ihren Lebensunterhalt im Alter kaum selbstständig finanzieren zu können, ist in den letzten gut 10 Jahren nur minimal von 20 auf 18 Prozent gesunken.

In Bezug auf die Sicherung des Lebensstandards halten 58 Prozent der Befragten ein Eigenheim für besonders wichtig, gefolgt von einem sicheren Arbeitsplatz und der Berufstätigkeit beider Partner mit 56 Prozent. Zusätzlich erachten 54 Prozent den Aufbau einer privaten Altersvorsorge als bedeutend.

Darüber hinaus werden konsequentes Sparen, beruflicher Aufstieg und die Möglichkeit eines Zusatzverdienstes im Rentenalter als weitere wichtige Aspekte zur langfristigen Sicherung des Lebensstandards angesehen. Die Trendanalyse verdeutlicht, dass besonders der Berufstätigkeit beider Partner und eigenen Kindern eine größere Bedeutung beigemessen wird, während beruflichem Aufstieg tendenziell weniger Priorität eingeräumt wird.

Über die Studie:
Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hat zum zehnten Mal die 30- bis 59-jährigen Menschen in Deutschland befragt. Für die repräsentative Untersuchung “Generation Mitte” 2024 haben die Demoskopen zwischen dem 16. März und dem 4. April insgesamt 1.026 Männer und Frauen im Alter von 30 bis 59 Jahren in Face-to-Face-Interviews befragt.

Ein großer Versicherer hat nun erstmals auch gebrauchte Ersatzteile zugelassen, um PKW nach einem Unfall zu reparieren.

Wer in den letzten Jahren die Entwicklung der privaten Kfz-Versicherung verfolgt hat, der kann sagen: Der Branche geht es nicht so gut. Die Autoversicherer sahen sich mit rasant steigenden Kosten konfrontiert, doch die hohe Inflation war nicht der alleinige Grund hierfür. Auch die Preise für Autoersatzteile verteuern sich seit Jahren rasant – in einem Ausmaß, das sogar die Inflation weit übersteigt. “Während der Verbraucherpreis-Index seit Januar 2013 um knapp 28 Prozent stieg, erhöhten Autohersteller ihre Ersatzteilpreise um mehr als 70 Prozent”, wusste Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, im August 2023 zu berichten. Für einen durchschnittlichen Kfz-Schaden mussten die Versicherer 2023 rund 3.700 Euro zahlen, 2013 waren es noch 2.400 Euro.

Deshalb geben die Autoversicherer derzeit im Branchenschnitt mehr für Kosten und Verwaltung aus, als sie an Beiträgen einnehmen. Das Kölner Analysehaus Assekurata schätzt, dass derzeit mehr als jeder zweite Anbieter sein Versicherungsgeschäft nicht profitabel betreibt. Zeitgleich trifft die Branche auf einen hart und erbittert geführten Preiswettbewerb. Im Kampf um neue Kunden heben sie die Beiträge nicht so stark an, wie es eigentlich notwendig wäre, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Wie kann ein Ausweg aussehen? Hier geht die Allianz neue Wege: Als vielleicht erster deutscher Versicherer lassen die Münchener nun auch eine Reparatur mit gebrauchten Teilen zu. Das führt zum einen dazu, dass Autos billiger repariert werden können. Und zum anderen ist dies auch umweltfreundlicher, weil keine Neuteile hergestellt, die Rohstoffe hierfür abgebaut und transportiert werden müssen. Laut einer Studie mit Beteiligung des Fraunhofer Instituts verursachen Reparaturen zwischen 40 und 60 Prozent weniger Emissionen als der komplette Austausch eines Bauteils. Das liegt auch daran, dass Altteile, oft noch hochwertig, nicht entsorgt werden müssen.

Was aber bedeutet dies für die Kundinnen und Kunden? Zunächst müssen sie keine Angst haben, dass unter dem Austausch die Sicherheit leidet. Wiederverwenden will der Versicherer Teile wie Türen, Front- und Heckklappen, aber auch Spiegel oder Scheinwerfer. Sicherheitsrelevante Teile wie Lenkungen, Achsen-Teile oder Räder sollen dagegen nicht wieder verwendet werden. Auch ist nicht anzunehmen, dass nun im großen Stil diese Teile zum Einsatz kommen. Es handelt sich zunächst um ein Modellprojekt. Zudem kann man davon ausgehen, dass auch für diese Teile die Garantie und Gewährleistung neu greift. Hier hilft im Zweifel eine Rücksprache mit der Autowerkstatt, ob und welche Teile verbaut werden.

Was in Deutschland noch relativ ungewohnt ist, wird in Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Frankreich schon seit längerer Zeit praktiziert. Und man kann davon ausgehen, dass weitere Kfz-Versicherer diesem Beispiel folgen werden, wenn Deutschlands größter Versicherer gebrauchte Ersatzteile zulässt. Solche Neuerungen durch große Wettbewerber führen oft dazu, dass sich Lösungen branchenweit etablieren. Auf lange Sicht könnte dies helfen, Kfz-Versicherungsprämien zu reduzieren oder wenigstens zu stabilisieren, haben doch die Kosten direkten Einfluss auf die zu zahlende Prämie. Wer nicht wünscht, dass gebrauchte Teile verbaut werden, sollte dann im Schadenfall den Kontakt mit seinem Versicherer suchen.