Marderschäden haben im vergangenen Jahr zu Schäden in Rekordhöhe geführt. In insgesamt 208.000 Fällen mussten die Versicherer zahlen, weil die Tiere im Motorraum randaliert haben.

Marder sind bei Autofahrern nicht besonders beliebt. Denn die possierlichen Tiere verursachen oft hohe Schäden. Sie dringen in den Motor ein, beißen Kabel an – und oft wird der Defekt erst bemerkt, wenn das Auto kein Öl mehr hat oder der Motor überhitzt dampft. Dann stehen teure Reparaturen an.

Wie groß der jährliche Schaden durch Marder ist, das zeigen aktuelle Zahlen der Versicherungswirtschaft. Für 208.000 beschädigte Autos mussten die Kfz-Versicherer im Jahr 2021 zahlen, wie der Branchenverband GDV aktuell mitteilt. Die Schadensumme: stolze 92 Millionen Euro.

“Zwar sank die Zahl der versicherten Marderbisse leicht auf 208.000, dafür kostete jeder Biss durchschnittlich rund 450 Euro, fast sieben Prozent mehr als 2020”, sagt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach.

Schützen kann man das Auto unter anderem, indem der Motor mit elastischen Drahtgittern abgeschirmt wird. Auch das Ummanteln von Kabeln und Schläuchen, beispielsweise durch zusätzliche Schläuche aus Hartplastik, sind eine Option.

Aber natürlich empfiehlt sich der passende Versicherungsschutz. Eine Teilkasko reicht in der Regel aus, damit der Versicherer für Marderbiss zahlt. Aber Vorsicht: Auch Folgeschäden sollten erstattet werden. Denn oft sind es genau jene, die hohe Kosten verursachen: etwa, wenn der Motor dank ausgelaufenem Öl einen Totalschaden hat. Sind Folgeschäden nicht inkludiert, zahlt der Versicherer nur für die beschädigten Schläuche. Gerade Dumping-Tarife in der Kraftfahrtversicherung haben mitunter solche Fallstricke, um sich vor hohen Schadenskosten zu drücken. Im Zweifel hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Schutz zu finden.

Die gesetzliche Krankenversicherten in Deutschland sind überwiegend zufrieden. Das Gesundheitssystem habe sich während der Corona-Pandemie bewährt, so ein Umfrage-Ergebnis. Es zeigen sich aber deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

69 Prozent der gesetzlich Versicherten sind mit dem Gesundheitssystem insgesamt zufrieden und bestätigen, dass es sich in der Corona-Pandemie bewährt hat. Davon stimmt ein Drittel “voll und ganz”, 36 Prozent stimmen “eher” zu. 15 Prozent stimmen nicht zu, 16 Prozent sind unentschlossen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Versichertenbefragung, die der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen in Auftrag gegeben hat.

Die Versorgung, also die konkrete Behandlung in Praxen und anderen Einrichtungen, bewerten 58 Prozent positiv; im Jahr 2019 waren es 50 Prozent. 32 Prozent bewerten ihre Zufriedenheit mit der Versorgung mit “teils-teils”, im Jahr 2019 waren es noch 35 Prozent. Hier gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bei den Frauen ist nur gut jede zweite (53 Prozent) zufrieden, ein gutes Drittel (35 Prozent) antwortet mit “teils-teils”. Bei den Männern sind 64 Prozent zufrieden mit der Versorgung, “teils-teils” antworten 28 Prozent.

Positive Einstellung zur Digitalisierung überwiegt

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist der Hälfte der Befragten “wichtig” oder “sehr wichtig”. Nur 13 Prozent sind elektronische Krankschreibung, eRezept und Co “eher unwichtig” oder “völlig unwichtig”. Das Interesse an Videosprechstunden hat sich im Vergleich zu 2019 kaum verändert: 23 Prozent würden dieses Angebot “des Öfteren” oder “so oft wie möglich” nutzen (2019: 20 Prozent). Die Zufriedenheit derer, die die Videosprechstunde bereits nutzen, ist mit 82 Prozent hoch.

Über die Studie:
Befragt wurden 2.240 gesetzlich Versicherte im Alter von 18 bis 79 Jahre im Zeitraum vom 28.2.2022 bis 11.3.2022 über das Ipsos Online Access Panel. Die Repräsentativität würde in Bezug auf die demografischen Merkmale Geschlecht, Alter, Bildung, Region (Bundesländer) und Haushaltsnetto-Einkommen hergestellt und durch die im Fragebogen verankerten Quotenstruktur gewichtet. Durchgeführt hat die Befragung die Ipsos GmbH (für Deutschland) im Auftrag des GKV-Spitzenverbands. Die letzte Befragung wurde analog 2019 durchgeführt.

Etwa 43 Prozent der Tierbesitzer in Deutschland haben mindestens eine Tierversicherung abgeschlossen. Welcher Versicherungsschutz am meisten verbreitet ist und in welchen Bereichen Potenzial gesehen wird.

43 Prozent der Tierbesitzer in Deutschland haben mindestens eine Tierversicherung abgeschlossen, so das Marktforschungsinstitut Nordlight Research. Die Analysten verstehen unter ‚Tierversicherung‘ sowohl Tierkranken- und OP-Versicherung als auch die Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Und letztere weist die größte Verbreitung im deutschen Markt auf: 85 Prozent der Pferdebesitzer und 74 Prozent der Hundebesitzer besitzen eine solche Police.

Tierkrankenversicherungen sind bei Pferdebesitzern besonders verbreitet: 42 Prozent von ihnen versichern ihre Pferde auch gegen die finanziellen Folgen einer Kranken-Behandlung. Bei Hunde- (30 %) und Katzenbesitzern (24 %) ist diese Versicherungsart weniger stark verbreitet.

Tier-OP-Versicherungen sind bei Hunde- und Katzenbesitzern noch weniger verbreitet; 27 Prozent der Hundehalter und 18 Prozent der Katzenbesitzer verfügen über diesen Versicherungsschutz für ihr Tier. Bei den Pferdebesitzern ist es anders. Bei diesen Tierhaltern ist die OP-Versicherung mit 47 Prozent sogar stärker verbreitet als die Tierkrankenversicherung.

Doch dabei bleibt es nicht, so die Studie ‚Tierversicherungen 2022 – Status Quo, Potenziale und Perspektiven‘ von Nordlight Research. Die Analysten geben an, dass aktuell 33 Prozent der Katzenbesitzer, 32 Prozent der Hundehalter und 28 Prozent der Pferdebesitzer den Neuabschluss einer Tierkrankenversicherung planen. Bei der Tier-OP-Versicherung liegen die Hundebesitzer (34 %) vor Katzenbesitzern (32 %) und Pferdebesitzern (28 %).

Die möglichen Zuwachszahlen im Bereich Tierhalter-Haftpflichtversicherung sind moderater, so die Analysten. Demnach interessieren sich 15 Prozent der Hundebesitzer und 11 Prozent der Pferdebesitzer für den Neuabschluss einer solchen Police. Bisher gänzlich uninteressiert an Tierversicherungen zeigen sich aktuell lediglich 19 Prozent der Besitzer von Hunden, Katzen oder Pferden.

Über die Studie:
Über 1.200 Besitzer von Hunden, Katzen oder Pferden ab 18 Jahren wurden ausführlich zu ihrem Tier-Versicherungsverhalten und zu ihren Produkterwartungen und Wünschen befragt.

Inflation, Energiekrise und Krieg: Viele Menschen überdenken angesichts der Krisen ihre finanziellen Ausgaben. Worauf die Deutschen bereit sind, zu verzichten.

Eine Meinungsumfrage im Auftrag eines international tätigen Lebensversicherers zeigte, dass die Deutschen aufgrund der aktuellen Inflation am ehesten auf größere Anschaffungen wie etwa Möbel oder Autos verzichten; 55 Prozent der Befragten gaben das an. Darauf folgen Urlaub und Reisen mit 44 Prozent sowie Ausgaben für die Freizeit mit 26 Prozent. Bei Ausgaben für Versicherungen hingegen schränken sich nur wenige Menschen in Deutschland ein. Sie liegen mit 9 Prozent auf dem vorletzten Platz der Einsparungsmaßnahmen. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage möglich.

Einsparpotenzial bei Sachversicherungen?

Wer aufgrund der Inflation weniger Geld für Versicherungen ausgeben will, sieht vor allem in einer Sparte Einsparpotenziale: 57 Prozent wollen bei der Sachversicherung in Zukunft sparen oder tun dies bereits. Darauf folgt die Risikoabsicherung, bei der 49 Prozent sparen oder sparen wollen und die private Altersvorsorge, die von 42 Prozent genannt wurde. Bei anderen Versicherungen beabsichtigen 40 Prozent der Befragten ihre Ausgaben zu reduzieren oder tun dies bereits. Mehrfachnennung war bei dieser Frage möglich.

Der Versicherer ließ aber auch gezielt nach Kündigungsabsichten im Bereich der Lebens- und Rentenversicherung fragen. Dabei zeigte sich, dass die meisten Menschen in Deutschland an ihren bestehenden Verträgen unverändert festhalten. Nur 4 Prozent haben wegen der aktuellen Inflation ihre Versicherung gekündigt, 3 Prozent ziehen eine Kündigung in Erwägung und 1 Prozent hat den Vertrag beitragsfrei gestellt. Beitragsreduzierungen haben die Befragten kaum umgesetzt. Die deutliche Mehrheit von 65 Prozent führt ihre Verträge weiter wie bisher. 28 Prozent der Befragten haben keine Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen oder beantworteten diese Frage mit “Weiß nicht”.

In der Altersgruppe der 18-29-Jährigen zeichnet sich im Vergleich zum Durchschnitt ein deutlicher Unterschied ab. Von ihnen gaben 67 Prozent an, keine Lebens- oder Rentenversicherung zu haben oder die Frage nicht beantworten zu können. 7 Prozent haben ihre Versicherung gekündigt und 26 Prozent führen ihren Vertrag unverändert fort.
Unterschiede gibt es auch je nach Beschäftigungsstatus der Befragten. Hier ist insbesondere bei den Selbstständigen der Anteil derer, die an ihrem Vertrag festhalten, mit 72 Prozent vergleichsweise hoch.

Über die Umfrage
Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von Canada Life 2500 Personen zwischen dem 08. und dem 12.09.2022 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Einwohner ab 18 Jahren. Alle Ergebnisse wurden auf ganze Zahlen gerundet. Bei zwei speziellen Zielgruppenfragen (Personen, die Geld sparen können, und Personen, die aufgrund der Inflation weniger Geld für ihre freiwilligen Versicherungen ausgeben) wurden 1000 Personen befragt (volljährige Bundesbürger). Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,7 Prozent.

Zwar sank die Zahl der versicherten Autodiebstähle. Doch Grund zur Entwarnung ist das nicht. Die Kriminellen verursachen rechnerisch 500.000 Euro Schaden pro Tag.

2021 wurden genau 9.805 PKW entwendet – das sind rund acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das geht aus Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Seit Beginn der Diebstahlstatistik seien damit erstmals deutlich weniger als 10.000 Fahrzeuge gestohlen wurden. Zum Vergleich: Mitte der 1990er-Jahre registrierten die Versicherer noch rund 100.000 Diebstähle pro Jahr.

Entwarnung will der Verband dennoch nicht geben. Zum einen ist der wirtschaftliche Schaden nach wie vor hoch. Pro Diebstahl mussten die Versicherten im Schnitt 19.100 Euro ersetzen. “Insgesamt verursachten Autodiebe 2021 damit einen wirtschaftlichen Schaden von mehr als 187 Millionen Euro – also rechnerisch über 500.000 Euro pro Tag”, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Hinsichtlich der Frage, welche Autos bevorzugt entwendet werden, zeigt sich ein deutlicher Trend: SUV sind bei den Kriminellen besonders gefragt. Die Liste führt ein Hersteller an, den viele vielleicht nicht tippen würden: Kia stellt mit seinem Sportcoupe Stinger 1.Gen. das meistgeklaute Modell im Verhältnis zu den zugelassenen Fahrzeugen. Dahinter listen sich zwei Landrover-Modelle ein. Erst auf Rang acht folgt mit dem BMW X6 ein Modell aus deutscher Produktion: wobei hier bedacht werden muss, dass auch deutlich mehr BMW auf deutschen Straßen zugelassen sind.

Hinzu kommt, dass weniger als jeder dritte Autodiebstahl aufgeklärt werden kann. Die Aufklärungsquote bei Kfz-Diebstahl betrug laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2021 rund 31,2 Prozent.

Wie stehen junge Arbeitnehmer zur betrieblichen Altersversorgung (bAV)? Erreicht man mit solchen Modellen jungen Menschen? Und wenn ja, worauf sollte geachtet werden? Das brachte eine aktuelle Studie in Erfahrung.

Die Studien-Macher wollten u.a. von den Befragten wissen, welchen der folgenden Aussagen in Bezug auf die betriebliche Altersversorgung sie zustimmen würden. Dabei waren Mehrfachantworten zulässig. Wie hoch der Anteil der Zustimmungen war, ist in Prozent angegeben.

  • Eine betriebliche Altersversorgung (bAV) ist für mich nicht wichtig, ich präferiere andere Formen der Altersvorsorge. ==> 13,1 Prozent
  • Bei der Wahl meines Arbeitgebers achte ich auf dessen Angebot der betrieblichen Altersversorgung (bAV). ==> 16,7 Prozent
  • Ich habe mich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt. ==> 20,3 Prozent
  • Eine höhere Geldleistung ist mir wichtiger als das Angebot einer betrieblichen Altersversorgung (bAV). ==> 20,3 Prozent
  • Andere Benefits des Arbeitgebers (z.B. betriebliche Kranken-/Pflegeversicherung, Zeitwertkonten) sind mir wichtiger. ==> 20,8 Prozent
  • Bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) lege ich großen Wert auf Flexibilität. ==> 30,7 Prozent
  • Ich würde die betriebliche Altersversorgung (bAV) als Sozialleistung meines Arbeitgebers sehr schätzen. ==> 34,2 Prozent

Über die Studie:
Für die repräsentative Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon wurden im Juni 2022 rund 1.000 Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren aus privatwirtschaftlichen Unternehmen aller Größen befragt.

Betrug, Untreue oder Diebstahl richten in Unternehmen massive Schäden an, zeigte die Schadenauswertung eines großen Vertrauensschaden-Versicherers. Welche Risikofaktoren besonders häufig sind.

Kriminelle Mitarbeiter richten in Unternehmen massive Schäden an, zeigen Auswertungen einzelner Versicherer oder des Gesamtverbands immer wieder. Ganz verhindern lassen sich solche Vorkommnisse wohl nie. Aber das Risiko kann minimiert werden. Dabei soll die folgende Liste helfen, die die sieben häufigsten Risikofaktoren nennt. Die jeweils zugeordneten Fragen sollen Verantwortlichen und Unternehmensleitern helfen, Gefahrenquellen zu identifizieren und ‚auszutrocknen‘.

Risikofaktor Unternehmensstruktur

  • Sind die Arbeitsabläufe und -prozesse im Haus klar definiert?
  • Gibt es im Hause Verantwortliche, die sich über notwendige und mögliche Sicherheitsvorkehrungen auf dem Laufenden halten?
  • Gibt es Katastrophenpläne im Unternehmen?

Risikofaktor Personalbeschaffung

  • Wird bei Bewerbern mit ungewöhnlichen Kündigungsterminen oder häufigem Stellenwechsel die Ursache ergründet?
  • Werden bei Bewerbern für Schlüsselpositionen weitergehende Prüfungen (Referenzen) vorgenommen?
  • Sind sämtliche Mitarbeiter schriftlich zur Geheimhaltung der Firmeninterna verpflichtet?
  • Hat das Management ein Krisenszenario für Vertrauensschadenfälle?

Risikofaktor EDV

  • Gibt es für das IT-System ein Sicherheitskonzept?
  • Werden sämtliche Daten nach ihrer Schutzwürdigkeit klassifiziert und entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen?
  • Ist die IT gegen Angriffe von außen geschützt?
  • Ist ein periodischer Passwortwechsel vorgesehen?
  • Gibt es im Unternehmen ungesicherte Internetanschlüsse?
  • Sind Online-Verbindungen zur Hausbank ausreichend geschützt?

Risikofaktor Zahlungsverkehr

  • Sind Buchhaltung und Kasse streng getrennt?
  • Werden Scheckvordrucke unter Verschluss gehalten, und werden Nummernkreise kontrolliert?
  • Gibt es im Unternehmen Unterschriftenfaksimiles?
  • Sind dabei vorgelagerte Kontrollen vorgesehen?

Risikofaktor Post

  • Wird die eingehende Post mit einem Eingangsstempel versehen?
  • Werden eingehende Schecks in einem Eingangsbuch notiert?

Risikofaktor Einkauf/Verkauf

  • Sind verschiedene Personen jeweils verantwortlich für
    • die Auftragserteilung,
    • die Registrierung eingehender Waren,
    • die Genehmigung der Bezahlung von Waren?
  • Werden regelmäßige Inventuren des Warenbestandes durchgeführt?
  • Werden Retouren gesondert erfasst?
  • Hat das Unternehmen einen Verhaltenskodex für Einkäufer?

Risikofaktor Revision/Kontrollen

  • Gibt es eine eigene Revisionsabteilung?
  • Prüft diese bzw. ein Wirtschaftsprüfer regel- mäßig alle Bereiche des Unternehmens?
  • Ist das 4-Augen-Prinzip durchgehend im Unternehmen implementiert? Und wie wird es ggf. im Homeoffice umgesetzt?

Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung wird zum Jahreswechsel auf einen Rekordwert steigen. Er wird um 0,3 Prozentpunkte angehoben und beträgt dann im Schnitt 16,2 Prozent des Bruttolohnes. Für viele Menschen ist das eine schlechte Nachricht, fressen doch Inflation und explodierende Energiepreise ohnehin Sparvermögen auf.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss 2023 deutlich mehr Geld für die Krankenkasse zahlen. Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen 2023 um 0,3 Prozentpunkte, sodass dann durchschnittlich 16,2 Prozent des Bruttolohnes für den Krankenschutz gezahlt werden müssen. Das zeigen Änderungsanträge der Regierungsfraktionen zum Spargesetz von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Über sie berichtet aktuell das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Für die gesetzlich Versicherten ist das -natürlich- keine gute Nachricht. Aber steigende Beiträge kündigten sich bereits an. Die Krankenkassen plagt ein riesiges Finanzloch, nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums beziffert es sich allein 2023 auf 17 Milliarden Euro. Doch Experten warnen, das sei noch viel zu optimistisch geschätzt. Denn Inflation und eine mögliche Schwäche der deutschen Wirtschaft sind hier noch gar nicht eingerechnet. So könnte sich das Defizit gar auf 22 Milliarden Euro summieren.

Die Gründe für das Finanzloch sind vielfältig. Teure Gesundheitsreformen -teils bereits von der Vorgänger-Regierung unter Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen- führen zu zusätzlichen Kosten. Zugleich aber handelt es sich um einen Langzeit-Trend: Medikamente verteuern sich, auch infolge des medizinischen Fortschritts. Und mehr ältere Menschen leben in Deutschland, die ohnehin statistisch höhere Krankheitskosten haben. Hinzu gesellt sich die Rekord-Inflation infolge des Ukraine-Krieges. Sie verteuert die Energie in den Kliniken, aber auch die Essensversorgung, die Herstellung von Medizinprodukten etc.

Was aber tun, wenn sich die Krankenversicherung verteuert? Lohnen kann ein Vergleich der Krankenkassen, denn nicht jede berechnet gleich viel. Hier sei auf den individuellen Zusatzbeitrag verwiesen, der von jedem Anbieter -je nach Finanzlage- festgelegt werden kann. Darüber hinaus können Menschen mit entsprechendem Einkommen überlegen, ob sie in die private Krankenvollversicherung wechseln. Hier sind nicht nur die Leistungen, auf die Anspruch besteht, genau laut Vertrag definiert. Da zusätzlich auch Alterungsrückstellungen angespart werden, somit ein kapitalgedeckter Finanzpuffer, können Teuerungen im Alter auch stärker aufgefangen werden. Der Wechsel sollte nicht ohne umfassende Beratung durch einen Fachmann erfolgen, da die Verträge komplex sind und Gesundheitsfragen im Antrag korrekt beantwortet werden müssen.

Darüber hinaus ist es für gesetzlich Versicherte derzeit überlegenswert, mit einer Krankenzusatz-Police und einer Pflegezusatzversicherung den Krankenkassen-Schutz zu ergänzen. Zwar hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach aktuell Leistungskürzungen im Kassen-System ausgeschlossen. Nach Ansicht von Gesundheitsökonomen könnten diese Kürzungen aber notwendig werden, wenn die Teuerungsspirale längere Zeit fortschreitet. Gesetzlich Versicherte müssen sich folglich darauf einstellen, dass sie mehr aus eigener Tasche werden zahlen müssen.

Mit Zusatzverträgen lässt sich der Schutz der Krankenkassen aufstocken – die Leistungen sind auch hier vertraglich garantiert. Weil auch die Eigenbeiträge bei einer Pflege im Heim aktuell explodieren, ist es beinahe schon ein Muss, mit einer Pflegezusatzversicherung finanziell vorzusorgen. Immer mehr Pflegebedürftige rutschen derzeit in Armut ab, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Hier lautet das Credo: Wer selbst vorsorgt, hat im Ernstfall mehr zum Leben.

Die Preisspirale treibt die Deutschen um. Mehr als zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) befürchten, dass alles immer teurer wird.

Seit über 30 Jahren lässt die R+V Versicherung untersuchen, wovor sich die Deutschen ängstigen. Der Versicherer zeichnet sich damit für die größte Langzeituntersuchung zu diesem Thema verantwortlich. In diesem Jahr fallen gleich mehrer Aspekte auf: Zum einen ist der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – um sechs Prozentpunkte gestiegen. Mit 42 Prozent erreicht er das höchste Niveau seit vier Jahren.
Auffällig ist auch die starke Zunahme der Inflationsangst. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie um 17 Prozentpunkte. Einen solch heftigen Anstieg verzeichnete die Langzeitstudie erst einmal: 1993. Damals schnellte die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten von 29 auf 57 Prozent. Die Sorge vor allgemeiner Teuerung belegte bereits 12mal den ersten Platz – häufiger als jede andere Sorge. Die Studienmacher zeigten sich überrascht davon, dass die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten im Westen Deutschlands mit 69 Prozent deutlich ausgeprägter ausfiel als im Osten (59 Prozent). Das war erstmals während der Erhebung der Fall.

Die 7 größten Ängste der Deutschen 2022

  1. Steigende Lebenshaltungskosten 67 Prozent
  2. Wohnen in Deutschland unbezahlbar 58 Prozent
  3. Schlechtere Wirtschaftslage 57 Prozent
  4. Steuererhöhungen/ Leistungskürzungen durch Corona
  5. Kosten für Steuerzahler durch EU-Schuldenkrise
  6. Naturkatastrophen /Wetterextreme 49 Prozent
  7. Weltweit autoritäre Herrscher immer mächtiger 47 Prozent

Über die Studie:
Seit 1992 befragt das R+V-Infocenter jährlich in persönlichen Interviews rund 2.400 Männer und Frauen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 14 Jahren nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und ökologischen Ängsten. Die repräsentative Umfrage findet immer im Sommer statt – dieses Mal lief sie vom 13. Juni bis 23. August 2022.

Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen wird zu Hause von Angehörigen gepflegt. Doch was passiert, wenn die Pflegeperson verhindert ist und wie eine private Pflegezusatzversicherung dann helfen kann.

Über 4 Millionen Menschen in Deutschland gelten als pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Vier von fünf der Pflegebedürftigen (80 Prozent bzw. 3,31 Millionen) wurden zu Hause versorgt, so die Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes.

Den größten Teil dieser Sorgearbeit verrichten pflegende Angehörige. Und die sind damit hohen emotionalen und körperlichen Anforderungen ausgesetzt – erst recht, wenn die Pflegearbeit parallel zum ‚eigentlichen‘ Arbeitsverhältnis stattfindet.

Ist eine solche Pflegeperson vorübergehend (z.B. Urlaub, Behörden-Termine, Krankheit,…) nicht in der Lage, die Pflege weiterhin zu übernehmen, leistet die gesetzliche Pflegepflichtversicherung sogenannte ‚Verhinderungspflege‘.

Dabei handelt es sich um eine reine finanzielle Unterstützung. Für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 stehen bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr zur Verfügung. Ist das Budget für die Kurzzeitpflege noch nicht ausgeschöpft, können bis zu 806 Euro pro Kalenderjahr ergänzend beantragt werden.

Die Geldbetrag ist dafür vorgesehen, die Pflege während der Abwesenheit der Pflegeperson weiterhin sicherzustellen. Das kann mitunter auch eine teil- oder vollstationäre Unterbringung des Pflegebedürftigen bedeuten.

Private Pflegezusatzversicherung kann unterstützen

Private Pflegezusatzversicherungen können ebenfalls bei der Verhinderungspflege unterstützen. So gibt es Tarife, die die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verdoppeln.

Wichtig ist bei solchen Angeboten, auf Einschränkungen und Bedingungen zu achten. Mitunter kann der Rechnungsbetrag nämlich auf eine bestimmte Summe begrenzt sein. Auch die Art und Weise, wie der Nachweis gegenüber der Pflegezusatzversicherung erbracht werden soll, kann sich von Versicherer zu Versicherer unterscheiden.