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Krebs ist nach wie vor die Krankheit, vor der die Bundesbürger am meisten Angst haben. Immerhin 67 Prozent der Bevölkerung fürchten, im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Tumor zu erkranken, wie die Umfrage einer großen Krankenkasse ergab. Dennoch warnen Experten vor einer Dämonisierung der Krankheit.

Heute sei es so, „dass dieses sehr negative Image von Krebskrankheiten bei weitem nicht mehr gerechtfertigt ist“, sagt Otmar Wiestler, Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), dem Nachrichtensender N-TV. Denn in Deutschland werde mittlerweile jeder zweite Krebspatient dauerhaft geheilt. Die bedeute einen deutlichen Fortschritt: noch vor 40 Jahren konnten weniger als 30 Prozent auf eine Heilung hoffen.

Natürlich weiß auch der Fachmann, dass noch immer zu viele Krebserkrankungen ungünstig verlaufen. Und so kann Wiestler die Angst vor Krebs sehr gut nachvollziehen. Aber es ist „mitnichten so, dass man mutlos sein sollte“, sagt der Mediziner.

Die Furcht vor der Krankheit führt Wiestler unter anderem auf die einschneidende Behandlung mit vielen Nebenwirkungen zurück. Prävention und Früherkennung bleiben wichtig, weil eine Behandlung im Frühstadium die Chancen auf Heilung deutlich erhöht. Deshalb gilt: regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen!

Finanzielle Absicherung bei Krebs

Auch finanziell bedeutet die Krebserkrankung ein Risiko – etwa wenn ein Selbstständiger seinen Job für längere Zeit nicht mehr ausüben kann. Hier bieten sich verschiedene Versicherungsarten als Auffangnetz an.

Eine sogenannte „Schwere-Krankheiten-Versicherung“ zahlt einen im Vertrag festgelegten Einmalbetrag aus, wenn der Versicherungsnehmer an einer laut Vertrag definierten Krankheit erkrankt. Krebs gehört in der Regel zu den versicherten Leistungen. Das Geld kann dann etwa in zusätzliche Reha-Maßnahmen gesteckt oder für den behindertengerechten Umbau der Wohnung verwendet werden.

Muss die Person ihren Beruf aufgeben, springt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung mit monatlichen Rentenzahlungen ein. Hier ist zu beachten, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente in der Regel nur ein „Teilkaskoschutz“ ist und nicht alle entstehenden Kosten deckt. Folglich empfiehlt auch die Stiftung Warentest den Abschluss einer privaten Police!

Auch eine Tagegeldversicherung schafft finanzielle Sicherheit, wenn ein Patient aufgrund von Chemotherapie oder langen Reha-Maßnahmen im Beruf pausieren muss. Kinder und Angehörige lassen sich mit einer Risikolebensversicherung absichern, wenn der Erkrankte doch vorzeitig aus dem Leben scheidet.

Wer einen Unfall erleidet, der muss auch oftmals im Beruf eine längere Auszeit akzeptieren oder sogar komplett einen neues Gewerbe erlernen. In manchen Tarifen der BU- oder Unfallversicherung ist deshalb eine Hilfeleistung für Umschulungen vorgesehen. Oder Nachhilfe für Kinder, wenn sie aufgrund des Unfalls in der Schule fehlen.

Mitunter sind die Folgen eines Unfalls so schwer, dass die betroffene Person einen neuen Beruf erlernen muss. Das kann etwa der Fall sein, wenn die Wirbelsäule schwer geschädigt wird und ein Bauarbeiter keine schweren körperlichen Arbeiten mehr verrichten darf. Im Idealfall verfügt der Verunglückte dann über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn der alte Beruf nicht mehr ausgeführt werden darf.

Aber viele Verunglückte wollen gar nicht aus dem Berufsleben ausscheiden, sondern auch weiterhin in einem Beruf tätig sein. Hier gilt: Berufsunfähigkeitsversicherer dürfen ihre Rente einstellen, wenn ihr Kunde eine unbefristete Festanstellung gefunden hat, die mit der früheren Tätigkeit vergleichbar ist. Dies entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe in einem Urteil (Az. 12 U 93/12). Allerdings hat der Versicherte weiterhin einen Anspruch auf die Rente, wenn der neue Job Einbußen im Gehalt bedeutet oder eine niedrigere Qualifikation erfordert. Um den Neustart im Beruf zu unterstützen, erbringen viele BU-Versicherer eine Hilfe zur Umorganisation oder eine Wiedereingliederungsleistung.

Umschulungsleistungen auch in Unfall-Tarifen

Mittlerweile beinhalten auch viele Unfallversicherungen einen Leistungsbaustein, der das Um- und Neulernen erleichtert. Der Versicherer zahlt dann in der Regel für Umschulungen einen bestimmten Höchstbetrag pro Tag, der zudem zeitlich begrenzt ist, etwa auf drei Wochen. Auch Kinder können von Nachhilfeleistungen profitieren, wenn sie aufgrund eines Unfalls in der Schule ausfallen. Häufig werden derartige Leistungen in den besseren Tarifen und gegen einen Aufpreis angeboten.

Aber dies sind nicht die wichtigsten Leistungen, auf die man beim Abschluss einer Bu- oder Unfallversicherung achten sollte. Sondern Leistungs-Bonbons, mit denen sich die Wettbewerber von der Konkurrenz abheben wollen. Worauf beim Abschluss einer Unfallversicherung zu achten ist, darüber kann ein Beratungsgespräch aufklären!