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Die neuen Typklassen für die Kfz-Versicherung sind da – und sie bringen Veränderungen für Millionen Autofahrer. Rund 5,9 Millionen Versicherte müssen ab 2026 mit höheren Beiträgen rechnen, während knapp 4,7 Millionen von günstigeren Einstufungen profitieren.

Die Typklasse ist ein zentrales Kriterium bei der Berechnung der Kfz-Prämie. Sie richtet sich nach der Schaden- und Unfallbilanz eines Fahrzeugmodells. Steigen die Schäden, klettert auch die Einstufung – und damit meist der Beitrag. Umgekehrt profitieren Modelle mit guter Bilanz von günstigeren Tarifen.

Betroffene sollten prüfen, ob sich durch einen Tarif- oder Anbieterwechsel Einsparungen ergeben können. Denn auch die Wahl des Versicherungsumfangs oder eine Anpassung der Selbstbeteiligung können Einfluss auf die Kosten haben.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die neuen Typklassen für rund 33.000 Automodelle veröffentlicht. Diese Änderungen betreffen über 12 Millionen Autofahrer und beeinflussen die Kosten der Kfz-Versicherung.

Was sind Typklassen?

Typklassen bestimmen die Versicherungskosten basierend auf den Schäden eines Automodells in den letzten Jahren. Modelle mit häufigen oder teuren Schäden werden höher eingestuft, was zu höheren Beiträgen führt. Umgekehrt führen niedrigere Typklassen zu günstigeren Prämien.

Es gibt drei Typklassen:

  1. Haftpflichtversicherung (KH): Deckt Schäden an Dritten bei Unfällen.
  2. Vollkaskoversicherung (VK): Schützt bei Schäden am eigenen Fahrzeug.
  3. Teilkaskoversicherung (TK): Deckt Schäden durch äußere Einflüsse wie Diebstahl oder Sturm.

Wer profitiert?

5,1 Millionen Autofahrer profitieren von niedrigeren Typklassen. Der Mercedes-Benz EQC 400 4Matic und der Toyota Yaris Cross Hybrid haben sich zum Beispiel um zwei Klassen in der Haftpflichtversicherung verbessert.

Für wen steigen die Beiträge?

7,1 Millionen Autofahrer wurden in höhere Typklassen eingestuft. Der Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro verschlechterte sich zum Beispiel um drei Klassen in der Vollkaskoversicherung, während der Peugeot 3008 HDI um zwei Klassen schlechter eingestuft wurde.

Fahrzeuge mit ungünstigen Typklassen

Einige Modelle sind in besonders hohen Typklassen eingestuft, was für die Besitzer höhere Versicherungsbeiträge bedeutet. Diese Fahrzeuge verursachen oft teure Reparaturen und haben höhere Unfallbilanzen.

  • Der Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro ist in der Vollkaskoversicherung hoch eingestuft, was zu teureren Beiträgen führt.
  • Auch der Porsche Cayenne/Coupe S 2.9 hat hohe Typklassen in der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung.
  • Der Mercedes-Benz S 350 CDI gehört ebenfalls zu den Fahrzeugen mit besonders hohen Typklassen.

Fahrzeuge mit günstigen Typklassen

Kleinwagen und ältere Modelle sind oft günstiger in der Einstufung, da sie weniger teure Schäden verursachen. Diese Fahrzeuge profitieren von niedrigeren Typklassen.

  • Der Nissan Micra 1.2 ist in der Haftpflichtversicherung sehr niedrig eingestuft.
  • Auch der Smart Fortwo Coupe ED hat eine niedrige Typklasse und ist daher in der Versicherung günstiger.

Mehrere Faktoren beeinflussen die Kfz-Versicherung

Die neuen Typklassen gelten ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr. Auch wenn viele Autofahrer keine großen Veränderungen bei ihren Beiträgen spüren werden, lohnt es sich, die Typklasse Ihres Fahrzeugs zu überprüfen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Prämienberechnung.

Darüber hinaus spielen auch andere Faktoren eine Rolle: Die Regionalklasse, die Schadenbilanz Ihres Zulassungsbezirks, der Schadenfreiheitsrabatt, Ihre unfallfreien Jahre, sowie der Nutzerkreis und das Alter der Fahrer können als Beispiel genannt werden. Auch das Alter des Fahrzeugs kann die Versicherungsbeiträge beeinflussen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Typklassen für etwa 32.000 verschiedene Pkw-Modelle neu bewertet. Dabei sind größere Umstufungen in den neuen Typklassen eher selten. In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleiben etwa 70 Prozent der Pkw in den Typklassen des Vorjahres.

Das betrifft etwa 29,4 Millionen Autofahrer. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, erklärt: „Große Veränderungen sind die Ausnahme, nur wenige Modelle werden um mehr als eine Klasse nach oben oder unten verschoben.“

Einige Beispiele zeigen, dass nur wenige Modelle um mehr als eine Klasse gestiegen oder gefallen sind. Zum Beispiel hat sich der Suzuki Ignis Allrad (Typ MF, seit 2016) und der Dacia Jogger (Typ DJF, seit 2022) in der Haftpflichtversicherung um drei bzw. zwei Klassen verbessert. Auf der anderen Seite sind der Ford Focus 1.0/ 74 kW (Typ DEH, seit 2018) und der Audi Q5 50 TDI Quattro (Typ FY, seit 2017) um drei Typklassen schlechter eingestuft worden.

In der Vollkasko ändern sich die Typklassen für etwa 39 Prozent der Fahrzeughalter. Davon profitieren etwa ein Drittel der Versicherten (34 Prozent) mit niedrigeren Einstufungen, was rund elf Millionen Fahrzeuge betrifft. Nur fünf Prozent der Vollkaskoversicherten werden in eine höhere Klasse eingestuft, was etwa 1,65 Millionen PKW betrifft.

Bei der Teilkasko bleiben die Einstufungen für etwa zwei Drittel der Autofahrer (66 Prozent) unverändert. Etwa drei von zehn der Versicherten mit Teilkaskoschutz (29 Prozent) erhalten eine niedrigere Typklasse, was etwa 6,0 Millionen Fahrzeughalter betrifft. Gleichzeitig müssen fünf Prozent der Autofahrer eine höhere Einstufung hinnehmen, was etwa 1,0 Millionen Fahrzeuge betrifft.

Besonders hoch eingestufte Typklassen betreffen oft leistungsstarke Oberklasse-Modelle und SUVs wie den Audi RS6 Avant 4.0 (Typ F2, seit 2019) und den BMW X6 M50D (Typ X6, seit 2014). Im Gegensatz dazu werden ältere Modelle und Kleinwagen wie der Fiat 500 1.2 (Typ 312, seit 2011) oder der Citroen C3 1.2 (Typ S, seit 2018) eher niedrig eingestuft.

Der Versicherungsdachverband GDV hat am Mittwoch die neue Typklassen-Statistik für das kommende Jahr 2018 vorgestellt. In der Kfz-Versicherung können Typklassen die Höhe der Versicherungsprämie beeinflussen. Eher ungünstige Einstufungen haben dabei Luxusautos, Jeeps und SUV.

Wie hoch die Prämie in der Kfz-Versicherung ausfällt, hängt auch von den sogenannten Typklassen ab. Je niedriger die Typklasse, desto günstiger für den Autofahrer. Denn sie spiegelt die Schadens- und Unfallbilanz jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wieder, wofür die Fahrzeugschäden und Reparaturkosten der letzten drei Jahre eingerechnet werden, die Versicherer zahlen mussten.

Singt die Anzahl der Schäden, landet das Auto in einer niedrigeren Typklasse. Werden mehr Schäden gezählt, steigt sie. Verbindlich sind die Klassen aber nicht: es ist den Versicherern freigestellt, sich an ihnen zu orientieren. Fast alle tun dies aber und rechnen Änderungen in der Prämie jeweils zur Hauptfälligkeit ein, also in der Regel zum Jahreswechsel.

In der Kfz-Versicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), wofür vor allem Unfälle maßgeblich sind. In der Vollkasko 25 Typklassen (10-34): Hier werden auch Diebstahl, Wildunfälle und andere Kaskoschäden mit eingerechnet. Die Teilkasko kennt 24 Typklassen (10-33). Insgesamt berücksichtigt der GDV mehr als 26.000 Fahrzeugmodelle.

Kleinwagen haben oft niedrige Typklasse

Am Mittwoch hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nun die aktuelle Fassung der Typklassen-Statistik bekanntgegeben. Obwohl hier nicht alle Fahrzeugmodelle vorgestellt werden können, lässt sich eine deutliche Tendenz beobachten. Leistungsstarke Oberklasse-Modelle und Geländewagen werden in eine hohe Typklasse eingestuft. Ein Beispiel hierfür ist die aktuelle Generation des BMW 370D. Hingegen landen Kleinwagen wie der Citroen C4 oder KIA Picanto in einer günstigeren Typklasse, denn diese Fahrzeuge erzeugen im Schnitt weniger Schadenskosten.

Für die meisten Fahrer aber ändert sich nichts. Fast drei Viertel aller Fahrzeuge behalten in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Typklasse, die sie zuvor schon hatten. Die Typklasse allein lässt übrigens keinen Rückschluss auf die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu. Eingerechnet werden müssen auch andere Faktoren: etwa die Regionalklasse, also ob am Ort der Zulassung oft Schäden auftreten.

Aber auch individuelle Faktoren des Fahrzeughalters wie Alter, Zahl der Unfälle etc. finden bei der Versicherungsprämie Beachtung. Einfluss auf den Preis haben auch Größen wie die Verwaltungskosten eines Versicherers oder der Leistungskatalog des Tarifes. Und schon die Vereinbarung einer jährlichen Zahlweise der Prämie kann die Kosten deutlich senken. Hier hilft ein Beratungsgespräch, falls Autofahrer mit dem Wechsel ihres Kfz-Tarifs liebäugeln. Wer die Typklassen seines Autos abfragen will, findet die genaue Einordnung unter der Adresse https://www.gdv-dl.de/komplexe-suche/