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Das weltweite Finanzvermögen erreichte 2024 neue Höchstwerte – doch Deutschland bleibt im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Wie schlägt sich der deutsche Haushalt heute?

Laut dem aktuellen Allianz-Report ist das durchschnittliche Nettofinanzvermögen pro Kopf in Deutschland auf rund 86.800 Euro gestiegen. Deutschland verbesserte sich damit im globalen Ranking von Platz 17 auf 15. Dieser Zuwachs ist zum großen Teil auf eine Neubewertung von Unternehmensbeteiligungen bei privaten Haushalten zurückzuführen.

Global gesehen wuchs das Finanzvermögen privater Haushalte 2024 um 8,7 Prozent und erreichte einen Höchstwert von 269 Billionen Euro. Treiber waren vor allem steigende Aktienmärkte, begünstigt durch Zinssenkungen und das anhaltende Interesse an Technologie- und Wachstumswerten.

Trotz des Fortschritts liegt Deutschland jedoch deutlich hinter den führenden Nationen. So verfügen US-Haushalte im Schnitt über mehr als das Dreifache des deutschen Nettovermögens. Zugleich bleibt die Vermögensverteilung weltweit extrem ungleich: Die reichsten zehn Prozent besitzen über 85 Prozent des gesamten Vermögens, während ein großer Teil der untersten Hälfte sogar mit negativen Vermögenswerten kämpft.

Für deutsche Haushalte bedeutet das: Der Weg zu Wachstum liegt in gezielter Vermögensbildung – etwa in Wertpapieren, diversifizierten Anlagen und durch professionelle Beratung. Wer sein Vermögen aktiv steuert, kann Chancen nutzen und Risiken besser kontrollieren.

Viele Mieter wünschen sich ein eigenes Zuhause – doch für viele bleibt der Immobilienkauf unerreichbar. Eine aktuelle Umfrage zeigt, woran es scheitert und welche Maßnahmen sich die Bürger wünschen.

Für viele Deutsche ist Wohneigentum nach wie vor die bevorzugte Form der Altersvorsorge. Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt, dass 58 Prozent der Befragten Immobilien als beste Möglichkeit für die finanzielle Absicherung im Alter ansehen – entweder zur Selbstnutzung (43 Prozent) oder als Kapitalanlage (15 Prozent). Damit liegt Wohneigentum weit vor anderen Vorsorgemodellen wie Aktien und Fonds (16 Prozent), Lebens- und Rentenversicherungen (10 Prozent) oder Spareinlagen (7 Prozent).

Besonders hoch ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bei den Mietern: Zwei Drittel (67 Prozent) der zur Miete wohnenden Deutschen wünschen sich eine eigene Immobilie. Dabei ist das Interesse bei jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren (82 Prozent) sowie in der Altersgruppe von 30 bis 44 Jahren (81 Prozent) besonders ausgeprägt. Drei Viertel der Interessierten bevorzugen dabei ein eigenes Haus statt einer Wohnung.

Doch nicht nur die eigene Nutzung steht im Fokus: 39 Prozent der Mieter, die selbst nicht in Wohneigentum leben möchten, interessieren sich dennoch für eine Immobilie als Kapitalanlage.

Finanzierung bleibt größte Hürde

So groß die Nachfrage nach Wohneigentum ist, so hoch sind auch die finanziellen Hürden. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gibt an, dass ihnen das notwendige Eigenkapital für den Immobilienkauf fehlt. Für 40 Prozent ist das Einkommen nicht ausreichend, um eine Kreditrate für den Kauf aufzubringen.

Neben den hohen Kaufpreisen sorgen auch zusätzliche Erwerbskosten wie die Grunderwerbsteuer für eine enorme Belastung. Viele Kaufinteressierte sehen deshalb den Staat in der Pflicht, den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern.

Mehrheit fordert staatliche Unterstützung

Die Umfrage zeigt, dass 65 Prozent der Befragten eine stärkere staatliche Förderung beim Erwerb von Wohneigentum befürworten. Besonders gewünscht sind dabei drei Maßnahmen:

  • Steuerliche Begünstigung von selbst genutztem Wohneigentum (69 Prozent)
  • Senkung der Grunderwerbsteuer (59 Prozent)
  • Wiedereinführung der Eigenheimzulage (51 Prozent)

Auffällig ist, dass diese Forderungen über alle politischen Lager hinweg Zustimmung finden. In allen Wählergruppen liegt die Zustimmung für mehr Förderung bei mindestens 54 Prozent.

Neubau als Schlüssel gegen Wohnungsmangel

Auch über direkte Fördermaßnahmen hinaus sehen viele Deutsche dringenden Handlungsbedarf auf dem Immobilienmarkt. 82 Prozent der Befragten halten den verstärkten Wohnungsneubau für die beste Maßnahme, um die angespannte Marktsituation zu entschärfen. 71 Prozent befürworten zudem eine stärkere Nutzung bestehender Flächen durch Aufstockung von Gebäuden.

Regulierungsinstrumente wie Mietspiegel (64 Prozent) und Mietpreisbremse (61 Prozent) werden hingegen weniger als Lösung gesehen – sie rangieren in der Umfrage erst auf den Plätzen drei und vier.

Über die Studie:
Die repräsentative Umfrage wurde von Forsa im Auftrag des Immobilienverbands Deutschland (IVD) durchgeführt. Sie fand vom 15. bis 20. Januar 2025 statt und basiert auf der Befragung von 1.009 Bundesbürgern ab 18 Jahren.

Aktien gelten als attraktive Geldanlage – doch viele Deutsche lassen die Finger davon. Eine Umfrage zeigt die häufigsten Gründe für die Zurückhaltung.

Viele Deutsche investieren nicht in Aktien oder Fonds, obwohl diese Anlageformen langfristig hohe Renditen versprechen. Warum? Laut einer aktuellen Umfrage des Bankenverbandes gibt es drei Hauptgründe: fehlendes Kapital (34 Prozent), mangelndes Wissen über Wertpapiere (31 Prozent) und Angst vor Verlusten (27 Prozent). Zudem haben 18 Prozent der Befragten bereits schlechte Erfahrungen mit Wertpapieren gemacht.

Dabei zeigen Studien, dass sich langfristiges Investieren oft lohnt. Experten empfehlen, sich schrittweise mit dem Thema auseinanderzusetzen. Schon mit kleinen Beträgen lässt sich ein Vermögensaufbau starten, etwa durch Sparpläne. Finanzbildung ist also der Schlüssel, um die Angst vor Aktien zu überwinden, könnte man aus dem Teilergebnis der Bankenverband-Umfrage ableiten.

Zur Umfrage:
Die Umfrage wurde im Dezember 2024 vom Bankenverband in Auftrag gegeben und von Kantar durchgeführt. Befragt wurden 1.003 Personen aus Deutschland zu ihren Anlagegewohnheiten.

Die Akzeptanz von Aktien in der Altersvorsorge nimmt zu. Immer mehr Menschen sehen in Wertpapieren eine sinnvolle Ergänzung zur privaten Vorsorge. Was hinter diesem Trend steckt, zeigt eine aktuelle Umfrage.

In Deutschland wächst das Bewusstsein, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreicht, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Ein besonders erfreulicher Trend ist die zunehmende Akzeptanz von Aktien als Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Laut einer aktuellen Umfrage halten 57 Prozent der Befragten Aktien für eine geeignete Anlageform – ein deutlicher Anstieg um 15 Prozentpunkte seit 2017. Dieser positive Trend zeigt sich vor allem bei Männern: 69 Prozent von ihnen halten Aktien für eine gute Vorsorgemöglichkeit, während Frauen mit 45 Prozent noch zurückhaltender sind. Die Entwicklung lässt sich unter anderem durch die Diskussionen über das geplante Altersvorsorgedepot erklären, das den Kapitalmarkt stärker in die Altersvorsorge einbeziehen soll. Trotz dieser positiven Tendenz bleibt die private Altersvorsorge für viele eine Herausforderung: Nur 44 Prozent der Befragten meinen, gut fürs Alter vorgesorgt zu haben – deutlich weniger als noch vor fünf Jahren.

Über die Studie:
Zur Studie Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2024 im Auftrag von Union Investment 1.004 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

Welche Folgen geringes oder solides Finanzwissen haben kann, zeigen zwei Studien unabhängig voneinander.

Die Schule bietet noch erhebliches ungenutztes Potenzial als Vermittler von Finanzwissen: Lediglich 3 Prozent der Befragten geben an, die Schule als Informationsquelle für finanzielle Bildung genutzt zu haben – dies stellt den am wenigsten genannten Kommunikationsweg dar. Auffallend ist dabei, dass die Mehrheit der Befragten der Ansicht ist, dass die Schule ein optimaler Ort wäre, um Finanzwissen zu vermitteln (45 %), und beeindruckende 61 Prozent befürworten die Einführung eines obligatorischen Schulfachs für finanzielle Bildung. Parallel dazu betonen 45 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass in Deutschland nicht allen Menschen gleichermaßen Zugang zur finanziellen Bildung gewährt wird.

Wer über solide Finanzkenntnisse verfügt, erkennt unweigerlich, dass die staatliche Rente alleine nicht ausreicht. 83 Prozent der befragten Personen sind der Meinung, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichend sicher ist. Die Erkenntnis, dass eine eigenverantwortliche Absicherung der Rente notwendig ist, hat sich bei den Menschen durchgesetzt. Insbesondere jene, die ihre Finanzkompetenz als sehr gut oder gut einschätzen, haben das größte Vertrauen in private Altersvorsorge (42 %).

Diese Haltung spiegelt sich auch in den gegenwärtig als relevant erachteten Themen wider. Für die Mehrheit der Menschen stehen Generationengerechtigkeit sowie die Stabilisierung der Alters- und Rentensysteme an oberster Stelle (46 %). Dieser Aspekt rangiert gemeinsam mit Energiepolitik (55 %) und Gesundheit & Pflege (49 %) unter den drei wichtigsten Themen im Land.

Für die zweite Studie wurde das Anlage- und Sparverhalten von Deutschen verglichen, die ihr Finanzwissen als ‚gering‘, ‚mittel‘ oder ‚hoch‘ einschätzen. Auffällig dabei: Umfrage-Teilnehmer mit geringer Finanzkompetenz wählen häufig Bargeld als Anlage. Zudem ist die Gruppe der Unentschlossenen, die ihr Geld letztlich unangetastet auf dem Girokonto liegen lassen, mit einem Anteil von 38 Prozent auch die mit Abstand größte unter ihnen (mittlere Finanzkompetenz: 15 Prozent und hohe Finanzkompetenz: sieben Prozent). Personen mit mittlerer Finanzkompetenz investieren zwar auch stärker in Aktien und Investmentfonds, allerdings sind diese stark untergewichtet.

Diese verschiedenen Anlagestrategien wirken sich auch auf die zu erwartende Rendite aus. Laut Studie könne ein deutscher Haushalt mit hoher Finanzkompetenz damit rechnen, 2.690 Euro pro Jahr zusätzlich zu verdienen, wenn er das Finanzvermögen eines durchschnittlichen Haushaltes in Deutschland besitzt und entsprechend seinem Finanzwissen investiert. Im Laufe von 30 Jahren summiere sich das zu der gewaltigen Summe von 196.502 Euro.

Was hindert Deutsche daran, ihre Altersvorsorge mit Aktien zu gestalten? Das wollte ein Versicherer mittels Umfrage herausfinden.

Das Geschehen an den Börsen interessiert die Mehrheit der Deutschen eher nicht. Aktiv verfolgen nur etwa 28,7 % der Befragten Börsennachrichten und geben an, mit den Chancen und Risiken eines Aktieninvestments vertraut zu sein.

Danach gefragt, welche Umstände von der konkreten Umsetzung einer aktienorientierten privaten Altersvorsorge abhalten, antworten rund zwei Drittel der Befragten, dass ihnen das Verlustrisiko zu hoch ist. Top 2-Antwort: Fehlendes Geld (31,2%). Geldmangel ist – wenig überraschend – insbesondere bei jüngeren Befragten (18-29 Jahre alt) das Haupthindernis. Doch auch fehlendes Wissen wird in dieser Altersgruppe noch häufig genannt. Allerdings: Im Vergleich zu anderen Altersgruppen sind die Verlustängste weniger stark ausgeprägt. Am größten sind die Verlustängste bei den 30-39-Jährigen.

Befragte, die sich für den Abschluss einer Fondspolice entscheiden würden, nennen dafür insbesondere einen Grund: lebenslange Rentenzahlungen bei hohen Renditechancen (41,2%). Ein Mindestmaß an Garantien oder Sicherheit wird von 28,5 % der Befragten bevorzugt. Zustimmung fanden auch eine professionell unterstützte Fondsauswahl (21,8%) und Steuervorteile (21,2%).

Etwas überraschend: ökologische, soziale und gesellschaftliche Gesichtspunkte spielen bei der Auswahl von Produkten zur privaten Altersvorsorge für die Mehrheit der Befragten keine Rolle. Nur etwa ein Drittel der Befragten legt Wert darauf. Drei Viertel würden für solche Investments hingegen keinen Renditeverzicht in Kauf nehmen. Insbesondere bei den 18-29-Jährigen liegt dieser Anteil mit über 80% besonders hoch.

Über die Studie:
Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life hat ergeben, dass viele Menschen in Deutschland die Chancen von Aktien in der privaten Altersvorsorge nicht nutzen. An der Umfrage nahmen 1.000 Bundesbürger über 18 Jahren teil, die noch nicht im Ruhestand sind.

Das Durchschnittsalter für den Beginn der Altersvorsorge sinkt in Deutschland. Laut einer YouGov-Studie hat sich das Durchschnittsalter derjenigen, die erstmals eine Altersvorsorge oder ein Investment abschließen, innerhalb der letzten zehn Jahre um 1,5 Jahre verringert. Im Jahr 2012 lag das Durchschnittsalter bei 36,9 Jahren, während es nun bei 35,4 Jahren liegt.

Diese Entwicklung zeigt sich in allen Produktkategorien außer der betrieblichen Altersversorgung. Besonders bei der Flexiblen Privatvorsorge, Immobilien und Alternativen Investmentfonds sowie Investments ist das Durchschnittsalter der Sparer deutlich gesunken. Im Durchschnitt beginnen Menschen ab einem Alter von 29,1 Jahren, ihr Einkommen abzusichern, ab 29,4 Jahren sparen sie in eine Rürup-Rente und ab 29,6 Jahren in eine private Rentenversicherung der dritten Schicht. In diesen Produktkategorien sind die jüngsten Kunden zu finden.

Ein deutlicher Trend zeigt sich auch in der vermehrten Investition junger Menschen in Aktien und Immobilien. Die Altersgruppe der 16- bis 30-Jährigen verzeichnet seit 2012 ein Wachstum im Bereich Investments von 454 Prozent. Besonders attraktiv sind Aktien-, Misch- und Geldmarktfonds sowie ETF-Sparpläne. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage nach Immobilien und alternativen Investmentfonds, einschließlich Immobilien- und Private Equity-Fonds, in den letzten zehn Jahren mehr als verachtfacht. Dieses starke Wachstum wird hauptsächlich von jungen Menschen, aber auch von Frauen vorangetrieben, die in dieser Produktkategorie ein deutlich höheres Nachfrageplus im Vergleich zu Männern verzeichnen.

Allerdings investieren Frauen immer noch seltener in ihre Altersvorsorge als Männer. Im vergangenen Jahr waren 42 Prozent der Kunden weiblich und 58 Prozent männlich, eine Verteilung, die sich im Vergleich zu 2012 nicht verändert hat. Jedoch beginnen Frauen im Durchschnitt ein Jahr früher (mit 36 Jahren) mit dem Sparen oder dem Abschluss einer Versicherung. Beim Abschluss einer Altersvorsorge sind Frauen im Durchschnitt 31,7 Jahre alt und beginnen somit 2,3 Jahre früher mit ihrer Vorsorge als noch im Jahr 2012.

Die Studie zeigt auch, dass in Deutschland 34 Prozent der Frauen noch keine Altersvorsorge betreiben (Männer: 30 Prozent) und überdurchschnittlich häufig Sorge vor Altersarmut haben. 56 Prozent der Frauen äußern Angst vor finanziellen Engpässen im Ruhestand (Männer: 49 Prozent).

Über die Studie:
Der Vorsorgereport von Swiss Life Deutschland untersucht das Vorsorgeverhalten der 1,6 Millionen Kundinnen und Kunden der Finanzvertriebe. Flankiert wird der Report von einer YouGov-Studie. Insgesamt nahmen 2.089 Personen ab 18 Jahren im Zeitraum 28.04 – 01.05.2023 an der für die deutsche Bevölkerung repräsentativen Online-Umfrage teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Eine Studie beklagt erneut das fehlende Finanzwissen der Deutschen. Die Details verraten aber ein differenzierteres Bild. Immer mehr Deutsche vertrauen demnach auf Aktien und Fonds.

Wie ist es um die Finanzkompetenz der Deutschen bestellt? Nicht gut, so lautet ein Ergebnis einer umfangreichen Studie, die das Analysehaus Heute und Morgen im Auftrag eines großen Versicherers erstellt hat. Bei vielen Themen mangle es demnach an Wissen – oder Fakten werden falsch eingeschätzt, so ein Ergebnis der Umfrage.

Beim Blick auf die Details zeigt sich aber ein differenzierteres Bild. So lautet eine Frage: „Mit welcher Anlage hätten Sie nach 10 Jahren im Schnitt am meisten Geld erwirtschaftet?“ Die Umfrage fand im Frühjahr statt, noch bevor die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins mehrfach angehoben hat. Zu dem Zeitpunkt befanden wir uns folglich noch in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen.

38 Prozent: Aktien am lukrativsten

„Nur 38 Prozent der Bundesbürger verstehen, dass sie in den letzten zehn Jahren mit Aktien deutlich mehr Geld verdient hätten als mit Sparbuch, Tagesgeld oder auch Fonds“ wird im Report berichtet. Tatsächlich hätte man mit dem -richtigen- Aktieninvestment in der Zeit den höchsten Ertrag erzielen können. Doch zu den 38 Prozent gesellen sich 32 Prozent der Stimmen hinzu, die auf Fonds als erträglichstes Investment setzten. 80 Prozent der Befragten vermuteten folglich richtig, dass mit einem Investment in Aktien und Fonds mehr Ertrag erzielt werden konnte als mit zinsbasierten Geldanlagen.

Zugrunde gelegt für die Aussagen wurden Durchschnittswerte. So bezog sich die Aussage, Aktien seien am lukrativsten gewesen, auf die Durchschnittsrendite des DAX in den vergangenen zehn Jahren. Für die Fonds wurde die Durchschnitts-Rendite europäischer Mischfonds zugrunde gelegt. Hier kann es aber eine persönliche Erfahrung sein, dass viele Umfrage-Teilnehmer mit Fonds besser fuhren als mit Aktien. Denn welches Investment das geeignete ist, hängt unter anderem vom Vorwissen der Person ab, ihrer Risikoneigung, den geplanten Anlagezielen oder dem Zeitaufwand, den man bereit ist zu investieren. Pauschalaussagen sind folglich schwer zu treffen.

Immerhin: Dass ein Sparbuch oder Tagesgeld die lukrativsten Anlagen seien, glaubten zusammengerechnet nur 10 Prozent der Befragten. Diese bedeuteten in Zeiten von Nullzinsen einen einen deutlichen Wertverlust. Andere Anlageformen wurden nicht abgefragt.

Weitere Ergebnisse: Immerhin jeder Fünfte (20 Prozent) konnte keine Aussage treffen, welche Anlage am meisten Geld erwirtschaftet hätte. Und auch bei anderen Themen mangelt es am Wissen. 54 Prozent konnten nicht benennen, wie hoch der aktuelle Leitzins der EZB ist – obwohl dieser zum Beispiel auch die Kosten für Kredite und die Entwicklung einer Geldanlage beeinflussen kann. Auch beim Wissen um die gesetzliche Rente haben die Deutschen Defizite. Bei der Einschätzung der erwartbaren Höhe ihrer persönlichen Rente zeigen sich viele Bundesbürger unwissend oder unsicher: Das trifft auf immerhin 64 Prozent aller Nicht-Rentner zu. Das erschwert es, den eigenen Ruhestand angemessen zu planen – und kann bei einer großen Vorsorgelücke zum bösen Erwachen führen.

Marktumfeld ändert sich

Im Kampf gegen die Inflation hat die EZB den Leitzins erneut angehoben: um 0,75 Prozentpunkte, was ein neuer Rekordwert ist. Es war die zweite Anhebung innerhalb weniger Wochen, der Leitzins liegt nun bei 1,25 Prozent. Finanzexperten erwarten deshalb, dass die Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen vorerst beendet sind. Das hat auch Einfluss auf die Geldanlage. Wer sich informiert und mit wichtigen Sachverhalten der Geldanlage vertraut macht, der kann auch angemessen auf Änderungen reagieren und seine Vorsorge anpassen. Hier sollte man sich nicht scheuen, auch den Rat von Experten zu suchen und sich aufklären zu lassen.

Die Inflation in Deutschland steigt. Für deutsche Sparer erhöht sich dadurch der Handlungsdruck. Aktien und Immobilien erscheinen den Deutschen als geeignete Kapitalanlagen.

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preis­index (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im August 2021 voraussichtlich +3,9 Prozent betragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegenüber Juli 2021 voraussichtlich unverändert.

Bis zum Jahresende könnte die Inflationsrate allerdings sogar auf 5 Prozent steigen. Davon geht jedenfalls die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht aus.

Doch welche Erwartungen hegen die Bundesbürger und wie reagieren sie darauf? Das zeigen nun Ergebnisse, die das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ermittelte.

Danach geht ein Drittel der Befragten davon aus, dass die Inflationsrate in der Höhe von drei bis vier Prozent, wie es derzeit der Fall ist, verharren wird. Fast ebenso viele (31 Prozent) rechnen sogar damit, dass die Inflation weiter wächst und Steigerungen von mehr als fünf Prozent möglich sind. Dabei nimmt die Inflationserwartung mit dem Alter zu. Unter den 50-Jährigen und Älteren gehen deutlich mehr von einer anhaltend hohen Geldentwertung aus als in den Altersgruppen bis 39 Jahre. „Die Ursachen für diese skeptischere Einschätzung wurden in der Umfrage zwar nicht ermittelt, aber es ist zu vermuten, dass Älteren Phasen mit hoher Inflation in früheren Jahrzehnten noch in Erinnerung sind und diese Erfahrungen auch den Blick auf künftige Entwicklungen beeinflussen“, versucht DIA-Sprecher Klaus Morgenstern eine Erklärung für diese Unterschiede.

Darüber hinaus hängen die Einschätzungen zur Inflationsentwicklung ganz klar von der Parteipräferenz ab. So nehmen AfD-Wähler (56 Prozent) und Wähler der Linkspartei (46 Prozent) mehrheitlich an, dass die Inflation sich noch weiter erhöhen wird. Die anderen Wählergruppen dagegen gaben relativ mehrheitlich an, die Inflationsrate werde in naher Zukunft bei drei bis vier Prozent bleiben.

Steigende Inflation: Deutsche setzen auf Immobilien und Aktien

Das DIA ließ auch ermitteln, welche Kapitalanlagen die Befragten angesichts der höheren Inflation für geeignet halten. Bei den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wurden Immobilien am häufigsten genannt (39 Prozent). Es folgten Aktien (29 Prozent) vor Sparguthaben (8 Prozent) und Anleihen (5 Prozent). Jeweils 19 Prozent der Antworten entfielen auf ‚keine davon‘ und ‚weiß nicht‘ – genug Beratungspotenzial scheint also vorhanden.

Die Deutschen befürworten mehrheitlich eine ‚Aktienrente‘ als Ergänzung zur gesetzlichen Rente, ermittelte eine aktuelle Studie. Die zeigt auch: Das Vertrauen in die gesetzliche Rente schwindet.

Die Deutschen sind in Sachen Altersvorsorge und Rente reformbereit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative forsa-Umfrage. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass kein Vertrauen in die Stabilität und Sicherheit der gesetzlichen Rentenversicherung in ihrer aktuellen Form hätten.

Kommt es nach der Bundestagswahl zu einer Rentenreform, würden 58 Prozent der Befragten eine Aktienrente als deren Kernstück befürworten, so die Studie. Überdurchschnittlich hoch ist die Befürwortung eines solchen Bürgerfonds bei Männern (63%) und Befragten, die bereits Aktien besitzen (72%).

Auffällig ist an den Ergebnissen, dass jüngere Befragte den Chancen des Kapitalmarktes größeres Vertrauen entgegenbringen. So halten 61 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Aktien, Aktienfonds bzw. ETFs zur Absicherung im Alter für geeignet. Für die Gesamtheit der Befragten liegt dieser Wert bei 51 Prozent.

Wie Aktienkultur in Deutschland gestärkt werden könnte

Wie könnten Anreize geschaffen werden, um die Aktienkultur in Deutschland zu stärken? – Auch das wollte die Studie ermitteln. Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) würden verstärkt in Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen investieren, wenn die Auszahlungen nach einer Haltedauer von mindestens 5 Jahren steuerfrei wären. Auch hier sind die jüngeren Umfrage-Teilnehmer positiver gestimmt 18- bis 29-Jährigen (75 Prozent). Überproportional groß ist die Gruppe der Befürworter dieser Steuerfreiheit bei den (18- bis 29-Jährigen; 75%).

Über die Studie:
Die Initiative Minderheitsaktionäre, die sich für eine Stärkung der Aktionärsrechte in Deutschland einsetzt, hat in Zusammenarbeit mit der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Umfrage zur Zukunft der gesetzlichen Rente unter dem Titel „Altersvorsorge und Aktienrente“ durchgeführt. Die repräsentative Umfrage wurde unter 1.002, nach einem Zufallsverfahren ausgewählten Bundesbürgern zwischen 18 und 70 Jahren, durchgeführt.