Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Erwerbsminderungsrenten in Deutschland. Im Jahr 2023 entfielen fast 40 Prozent der neuen Renten auf psychosomatische Diagnosen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Im Jahr 2023 erhielten 164.364 Personen erstmals eine Erwerbsminderungsrente mit einem durchschnittlichen Zahlbetrag von 1.001,34 Euro. Psychische Erkrankungen waren die häufigste Ursache, gefolgt von orthopädischen und sonstigen Krankheiten. Frauen sind stärker betroffen als Männer. Die meisten Renten wurden wegen voller Erwerbsminderung gewährt, wobei der durchschnittliche Zahlbetrag bei 1.059 Euro lag. Teilweise Erwerbsminderung wurde bei 20.216 Personen festgestellt, mit einem durchschnittlichen Zahlbetrag von knapp 593 Euro.

Bezugsvoraussetzungen für Erwerbsminderung

Um eine Erwerbsminderungsrente von der Deutschen Rentenversicherung zu erhalten, müssen strenge Vorgaben erfüllt sein. Teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn eine Person außerstande ist, mindestens sechs Stunden täglich in irgendeinem Beruf zu arbeiten. Diese Einschränkung muss nach aktueller Diagnose dauerhaft bestehen, wobei “dauerhaft” in der Regel bedeutet, dass der Zustand länger als sechs Monate anhält. Volle Erwerbsminderung besteht, wenn eine Person nicht mehr in der Lage ist, mindestens drei Stunden täglich in irgendeinem Beruf zu arbeiten. Darüber hinaus müssen mindestens fünf Jahre Beitragszeit in der Rentenversicherung nachgewiesen werden, davon drei Jahre Pflichtbeitrag in den zurückliegenden fünf Jahren.

Der Verkauf eines Fahrzeugs muss unverzüglich der Kfz-Versicherung gemeldet werden. Doch was bedeutet “unverzüglich”? Ein Fall des Versicherungsombudsmanns klärt dies.

Im April 2021 verkaufte ein Versicherungsnehmer sein Fahrzeug und meldete dies zehn Tage später dem Versicherer. Nach einem Unfall lehnte der Versicherer eine Vertragsentlastung ab, da die Meldung verspätet erfolgt sei. Der Versicherte – mit der Entscheidung des Versicherers nicht einverstanden – wandte sich an den Versicherungsombudsmann, die Streitschlichtungsstelle für Verbraucher in Versicherungsfragen.
Der Ombudsmann entschied jedoch zugunsten des Versicherungsnehmers und erklärte, dass zehn Tage als unverzüglich gelten können. Der Versicherer entlastete daraufhin den Vertrag.

Bedeutung der Entscheidung

Eine “schadenfallbedingte Vertragsbelastung” tritt auf, wenn nach einem Schadenfall der Vertrag des Versicherungsnehmers belastet wird, etwa durch eine Hochstufung. Diese Entscheidung zeigt, dass eine unverzügliche Meldung innerhalb von zehn Tagen ausreichend sein kann, um den Vertrag zu entlasten und die Belastung auf den neuen Eigentümer zu übertragen.

Zahlreiche Rentner bereuen, dass sie sich auf die gesetzliche Rente verlassen haben und nicht zusätzlich privat vorgesorgt haben. Welche staatlichen Maßnahmen als hilfreich gegen Rentenlücken angesehen werden und wie die private Vorsorge in Deutschland aussieht, zeigt eine aktuelle Untersuchung.

Laut einer neuen Studie haben fast zwei Drittel (64 Prozent) der Rentnerinnen und Rentner ausschließlich auf die gesetzliche Rente gesetzt und keine private Vorsorge getroffen. Besonders betroffen sind Frauen (67 Prozent) und Angestellte (66 Prozent). Rückblickend bedauern viele ihre mangelhaften Vorsorgemaßnahmen: 61 Prozent würden rückblickend mehr privat vorsorgen, und knapp ein Drittel (32 Prozent) sogar deutlich mehr.

Ratschläge an das “jüngere Ich”

Den Befragten zufolge würden sie ihrem jüngeren Selbst raten, frühzeitig eine Lebens- oder Rentenversicherung abzuschließen, vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers zu nutzen und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Als besonders hilfreich zur Vermeidung finanzieller Nachteile betrachten sie staatliche Maßnahmen wie Förderung und Zuschüsse (20 Prozent), ein digitales Rentenkonto (19 Prozent) und verstärkte staatliche Aufklärung (17 Prozent).

Verspäteter Start der privaten Vorsorge

Unter denjenigen, die privat vorgesorgt haben, begann nur ein Viertel (25 Prozent) vor dem 30. Lebensjahr damit. Ein gutes Drittel (34 Prozent) startete erst nach dem 40. Lebensjahr. Insbesondere Frauen (42 Prozent) fingen später mit der Vorsorge an als Männer (29 Prozent).

Beliebte Vorsorgemaßnahmen

Bei den Rentnern, die privat vorgesorgt haben, sind die betriebliche Altersvorsorge (47 Prozent), Lebens- und Rentenversicherungen (42 Prozent) sowie Wohneigentum (41 Prozent) besonders verbreitet. Nur 24 Prozent setzten auf Wertpapiere wie Aktien, Fonds und Anleihen. Betriebsrenten machen bei 28 Prozent der Befragten einen großen Anteil am jetzigen Einkommen aus, gefolgt von Wohneigentum bei 25 Prozent und Lebens- und Rentenversicherungen bei 16 Prozent.

Erwartungen und finanzielle Sorgen im Ruhestand

Kurz vor dem Ruhestand hatten 62 Prozent der Befragten positive Erwartungen und freuten sich darauf, mehr nach ihren eigenen Bedürfnissen leben zu können. Negative Gefühle waren seltener, aber die Sorge, nicht genug Geld für den Alltag zu haben (44 Prozent), war weit verbreitet. Die Angst vor Einsamkeit (13 Prozent) und vor Langeweile (11 Prozent) spielten eine geringere Rolle.

Über die Studie:
Die HDI Rentner-Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland durchgeführt. Sie ermöglicht durch ihren Umfang auch repräsentative Aussagen über die Rentensituation in einzelnen Bundesländern. Es wurden im Februar 2024 insgesamt 1.053 Rentnerinnen und Rentner zwischen 63 und 70 Jahren befragt.

Ab Juli 2024 erhöhen die privaten Krankenversicherer die Beiträge im Standardtarif um 9,3 Prozent. Betroffen sind Angestellte und Selbstständige, die keine Beihilfeansprüche haben.

Die privaten Krankenversicherer planen, die Beiträge im sogenannten Standardtarif zum 1. Juli 2024 anzuheben. Dieser brancheneinheitliche Sozialtarif der privaten Krankenversicherung liegt aktuell bei circa 366 Euro im Monat und soll zukünftig bei rund 400 Euro liegen.

Versicherte im Standardtarif ohne Beihilfeanspruch müssen sich ab dem 1. Juli 2024 auf höhere Prämien einstellen. Die Beiträge für Angestellte und Selbstständige steigen dann im Durchschnitt von derzeit 366 Euro auf etwa 400 Euro. Diese Anpassung entspricht einem Anstieg von 9,3 Prozent und ist die erste Beitragserhöhung seit drei Jahren. Zuletzt wurden die Prämien im Jahr 2021 angehoben.

“Dies ist die erste Beitragserhöhung im Standardtarif seit drei Jahren, und sie ist geringer als der Anstieg in der GKV im gleichen Zeitraum”, sagt Florian Reuter, Direktor des PKV-Verbandes. Trotz der moderaten Erhöhung könnte der Prämiensprung für die Betroffenen ärgerlich sein, da im Standardtarif häufig Personen versichert sind, die Schwierigkeiten hatten, die Beiträge ihrer regulären PKV-Tarife zu bezahlen. Der Standardtarif bietet ähnliche Leistungen wie die gesetzlichen Krankenkassen zu einem deutlich reduzierten Beitrag.

Um den Standardtarif nutzen zu können, müssen Versicherte strenge Kriterien erfüllen. Dieser Tarif steht nur Personen offen, die bereits vor dem 1. Januar 2009 bei ihrem derzeitigen Krankenversicherer privat vollversichert waren. Diese Versicherten können den Standardtarif nutzen, wenn sie:

  • seit mindestens 10 Jahren privat krankenversichert sind und
  • mindestens 65 Jahre alt sind oder
  • mindestens 55 Jahre alt sind und das Gesamteinkommen die Beitragsbemessungsgrenze der GKV (2024: 5.175 Euro/Monat) nicht überschreitet oder
  • jünger als 55 Jahre alt sind und eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder ein Ruhegehalt nach beamtenrechtlichen Vorschriften beziehen oder beantragt haben, wobei ihr Gesamteinkommen die Beitragsbemessungsgrenze der GKV nicht übersteigt.

Versicherte, die in den Standardtarif wechseln, müssen keine neue Gesundheitsprüfung absolvieren. Sie werden mit ihrem bisherigen Gesundheitsstatus übernommen, was den Wechsel erleichtert. Zudem werden die in der privaten Krankenversicherung gebildeten Altersrückstellungen in den Standardtarif übertragen, wodurch die Beiträge relativ stabil bleiben.

Obwohl der Standardtarif einheitlich vom PKV-Verband berechnet wird, können die Beiträge für einzelne Versicherte unterschiedlich hoch ausfallen. Faktoren wie das Eintrittsalter, die Höhe der Verwaltungskosten oder ein vereinbarter Selbstbehalt spielen hierbei eine Rolle. Der maximale Beitrag ist auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt, der aktuell bei über 843 Euro monatlich liegt.

Eine Beitragserhöhung im Standardtarif darf nur erfolgen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: Die Leistungsausgaben müssen von der bisherigen Kalkulation um fünf Prozent abweichen oder die allgemeine Lebenserwartung sich um diesen Wert verändern. Dies führt dazu, dass die Prämie oft mehrere Jahre unverändert bleibt, aber dann deutlich ansteigt. Erst dann dürfen die Versicherer auch andere Faktoren wie das Zinsniveau an den Kapitalmärkten einrechnen.

Der Standardtarif ist nicht der einzige Sozialtarif der privaten Krankenversicherer, aber nach Einschätzung des PKV-Verbandes die beste Lösung, insbesondere für ältere Versicherte. Der Verband fordert, dass dieser Tarif auch für Personen geöffnet wird, die nach 2009 ihre Krankenversicherung abgeschlossen haben. Versicherte ohne Anrecht auf den Standardtarif müssen meist auf den Basistarif ausweichen, der 2009 gegen den Widerstand der Versicherungswirtschaft eingeführt wurde. Dieser Tarif ist oft teurer, da Altersrückstellungen nicht zu Gunsten des Versicherten eingerechnet werden. Zudem gibt es Berichte, dass Ärzte die Behandlung von Patienten im Basistarif aufgrund der niedrigeren Honorare teilweise verweigern.

Der Notlagentarif, der seit 2013 existiert, bietet noch weniger Leistungen und ist für Personen gedacht, die ihre Beiträge zur PKV nicht mehr zahlen können und in Zahlungsrückstand geraten sind. Er deckt nur Notfallversorgungen ab, während Vorsorgeuntersuchungen und normale Arztbesuche nicht enthalten sind.

Unwetter haben im Jahr 2023 zu erheblichen Versicherungsleistungen in Höhe von 5,7 Milliarden Euro geführt. Bayern und Hessen zählen zu den am meisten betroffenen Regionen.

Im Jahr 2023 haben Unwetter mit Sturm, Hagel, Blitz und Starkregen den Versicherern Schäden in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro beschert. Besonders betroffen waren die Bundesländer Bayern und Hessen.

Die deutschen Hausrat-, Wohngebäude- und Industrieversicherer mussten im Jahr 2023 rund 5,7 Milliarden Euro für Schäden durch Stürme und Hagel aufwenden. “Die Kosten belaufen sich auf 5,7 Milliarden Euro. Das sind 1,7 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2022. Hauptverursacher waren teure Hagelschäden an Kraftfahrzeugen, die mit 2 Milliarden Euro zu Buche schlugen”, berichtet Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Sachversicherung trug dabei den Großteil der Kosten mit 3,7 Milliarden Euro, während die verbleibenden zwei Milliarden Euro auf die Kfz-Versicherung entfielen. Diese Zahlen stammen aus dem aktuellen Bericht des GDV.

Das Jahr 2023 zählt damit zu den überdurchschnittlichen Schadenjahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatten Schäden in Höhe von rund 12,7 Milliarden Euro ein Rekordjahr markiert. Ursache war das Extremwetterereignis “Bernd”, das vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hohe Schäden verursachte.

Bayern verzeichnete 2023 die höchsten Schäden durch Naturgefahren mit versicherten Verlusten von 2.051 Millionen Euro. Es folgen Hessen mit 892 Millionen Euro, Baden-Württemberg mit 662 Millionen Euro und Nordrhein-Westfalen mit 544 Millionen Euro. Im Gegensatz dazu blieben Mecklenburg-Vorpommern (31 Millionen Euro) sowie die Stadtstaaten Berlin (46 Millionen Euro), Bremen (48 Millionen Euro) und Hamburg (29 Millionen Euro) vergleichsweise glimpflich. Diese Daten gehen aus der aktuellen Naturgefahrenbilanz des GDV hervor.

Schäden in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro wurden durch Sturm und Hagel verursacht, wovon allein in Bayern 1.086 Millionen Euro anfielen. Hessen und Baden-Württemberg folgten mit 358 bzw. 291 Millionen Euro. Erweiterte Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser führten zu Kosten von etwa einer Milliarde Euro, wobei Nordrhein-Westfalen mit 215 Millionen Euro die höchsten Schäden verzeichnete. Bei Kfz-Versicherungen entfielen rund zwei Milliarden Euro auf Hagelschäden, mit Bayern als Spitzenreiter (828 Millionen Euro), gefolgt von Hessen (374 Millionen Euro) und Baden-Württemberg (311 Millionen Euro).

Sommerunwetter und hohe Kosten für Ersatzteile und Werkstattlöhne trieben den Schadenaufwand in die Höhe. Insbesondere heftige Unwetter im August verursachten Schäden in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro, was gut ein Viertel des Gesamtschadens ausmacht. Die Sachversicherer trugen davon 950 Millionen Euro, die Kraftfahrtversicherer 550 Millionen Euro. Bereits im Juni hatten die Unwetter “Kay” und “Lambert” erhebliche Schäden von 740 Millionen Euro angerichtet.

Hohe Kosten entstehen durch gestiegene Ersatzteilpreise und Werkstattlöhne. Der durchschnittliche Schaden durch Sturm- und Hagelschäden in der Kfz-Versicherung kletterte auf 4.100 Euro, den dritthöchsten Wert seit 1984.

Um sich gegen Unwetterschäden abzusichern, reicht eine einfache Wohngebäudeversicherung nicht aus. Hausbesitzer sollten zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abschließen. In Deutschland sind 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Doch nur 54 Prozent der Hausbesitzer haben ihr Eigentum entsprechend abgesichert. Die Versicherungsdichte variiert stark zwischen den Bundesländern: In Baden-Württemberg sind 94 Prozent der Gebäude versichert, während in Bremen nur 31 Prozent einen entsprechenden Schutz haben. Historische Gründe erklären die hohe Versicherungsdichte in Baden-Württemberg, wo bis 1993 eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden bestand.

Die Nutzung von Motorbooten wird bei den Deutschen immer beliebter. Laut dem Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW) gab es 2023 rund 1,2 Millionen registrierte Motorboote in Deutschland, ein Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast die Hälfte der deutschen Motorbootbesitzer nutzt ihre Boote auch im Ausland. Daher ist der richtige Haftpflichtschutz unverzichtbar.

Haftpflicht in Deutschland: keine Pflicht, aber äußerst ratsam

Normale Haftpflichtpolicen decken meist nur Ruder-, Paddel- und Tretboote ab, nicht jedoch das eigene Motorboot. Auch gibt es in Deutschland keine Pflichtversicherung für Motorboote. Und dennoch ist eine spezielle Motorboot- Haftpflicht dringend zu empfehlen.

Können doch Unfälle mit Motorboot erheblichen Schaden anrichten – Sach-, aber insbesondere auch Personenschaden. Man stelle sich nur einmal vor, ein Motorboot kollidiert durch eine Unachtsamkeit mit einem anderen Motorboot und es kommt bei mehreren Unfallbeteiligten zu schweren Verletzungen oder gar zu einer Behinderung. Solche Schäden können einen Schadenverursacher ruinieren – denn Unfälle mit Motorboot können vergleichbar schwer sein wie Unfälle mit Pkw. Aus diesem Grund empfiehlt die Stiftung Warentest, eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro zu vereinbaren für die Bootshaftpflicht.

In manchen Ländern ist die Bootshaftpflicht eine Pflichtversicherung

In Ländern wie Italien, Spanien, Kroatien und der Schweiz besteht eine Versicherungspflicht für Motorboote:

  • In Kroatien ist die Deckungssumme mit etwa 470.000 Euro niedrig – Policen, die man vor Ort abschließt, decken meist nur Personenschäden im Wasser ab (Schwimmer, Taucher). Daher empfiehlt es sich, schon zuvor eine Versicherung mit höherer Deckung in Deutschland abzuschließen.
  • In Spanien sind die Mindestdeckungssummen noch niedriger: 336.568 Euro, was aus Sicht von Experten viel zu wenig ist.
  • Die Schweiz verlangt eine realistischere Deckungssumme: 2 Millionen Franken (ca. 2,06 Millionen Euro) für Personen- und Sachschäden.
  • In Italien sind die geforderten Summen am höchsten: 6,45 Millionen Euro für Personenschäden und 1,30 Millionen Euro für Sachschäden. Auch bei einer schon bestehenden Haftpflicht sollte man hier prüfen, ob die Deckungssumme den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Boot mieten: hier kann eine Wassersportversicherung für Boote helfen

Wenn man ein Boot im Urlaub mietet, ist dieses meist vor Ort versichert. Das Beispiel Kroatien zeigt aber, dass Deckungssummen manchmal sehr niedrig sind. Deswegen kann eine zusätzliche Wassersportversicherung sinnvoll sein, die auch leistet, sobald man mit fremdem Boot einen Schaden anrichtet. Wer hierzu Rat sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Die Nutzung von Motorbooten wird bei den Deutschen immer beliebter. Laut dem Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW) gab es 2023 rund 1,2 Millionen registrierte Motorboote in Deutschland, ein Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast die Hälfte der deutschen Motorbootbesitzer nutzt ihre Boote auch im Ausland. Daher ist der richtige Haftpflichtschutz unverzichtbar.

Haftpflicht in Deutschland: keine Pflicht, aber äußerst ratsam

Normale Haftpflichtpolicen decken meist nur Ruder-, Paddel- und Tretboote ab, nicht jedoch das eigene Motorboot. Auch gibt es in Deutschland keine Pflichtversicherung für Motorboote. Und dennoch ist eine spezielle Motorboot- Haftpflicht dringend zu empfehlen.

Können doch Unfälle mit Motorboot erheblichen Schaden anrichten – Sach-, aber insbesondere auch Personenschaden. Man stelle sich nur einmal vor, ein Motorboot kollidiert durch eine Unachtsamkeit mit einem anderen Motorboot und es kommt bei mehreren Unfallbeteiligten zu schweren Verletzungen oder gar zu einer Behinderung. Solche Schäden können einen Schadenverursacher ruinieren – denn Unfälle mit Motorboot können vergleichbar schwer sein wie Unfälle mit Pkw. Aus diesem Grund empfiehlt die Stiftung Warentest, eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro zu vereinbaren für die Bootshaftpflicht.

In manchen Ländern ist die Bootshaftpflicht eine Pflichtversicherung

In Ländern wie Italien, Spanien, Kroatien und der Schweiz besteht eine Versicherungspflicht für Motorboote:

  • In Kroatien ist die Deckungssumme mit etwa 470.000 Euro niedrig – Policen, die man vor Ort abschließt, decken meist nur Personenschäden im Wasser ab (Schwimmer, Taucher). Daher empfiehlt es sich, schon zuvor eine Versicherung mit höherer Deckung in Deutschland abzuschließen.
  • In Spanien sind die Mindestdeckungssummen noch niedriger: 336.568 Euro, was aus Sicht von Experten viel zu wenig ist.
  • Die Schweiz verlangt eine realistischere Deckungssumme: 2 Millionen Franken (ca. 2,06 Millionen Euro) für Personen- und Sachschäden.
  • In Italien sind die geforderten Summen am höchsten: 6,45 Millionen Euro für Personenschäden und 1,30 Millionen Euro für Sachschäden. Auch bei einer schon bestehenden Haftpflicht sollte man hier prüfen, ob die Deckungssumme den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Boot mieten: hier kann eine Wassersportversicherung für Boote helfen

Wenn man ein Boot im Urlaub mietet, ist dieses meist vor Ort versichert. Das Beispiel Kroatien zeigt aber, dass Deckungssummen manchmal sehr niedrig sind. Deswegen kann eine zusätzliche Wassersportversicherung sinnvoll sein, die auch leistet, sobald man mit fremdem Boot einen Schaden anrichtet. Wer hierzu Rat sucht, sollte sich dringend an eine Expertin oder einen Experten wenden.

Vor dem Abschluss von Produkten wie der Risikolebensversicherung oder der Berufsunfähigkeitsversicherung steht die “vorvertragliche Anzeigepflicht”. Denn in der Regel muss ein Kunde einen Fragebogen ausfüllen, mit dem der Versicherer nach allen möglichen Gefahren und Risiken fragt, die für den Abschluss einer Police bedeutsam sind. Am bekanntesten dürften die Gesundheitsfragen sein – Experten empfehlen deswegen sogar, die Krankenakte für die zurückliegenden fünf Jahre zu durchleuchten. Doch in der Regel wird nicht nur nach Vorerkrankungen gefragt, sondern auch nach riskanten Hobbys und Sportarten.

Und wichtig ist, hierauf ehrlich zu antworten. Sobald diese Hobbys ausgeübt werden, hat der Versicherer ein Recht, dies zu erfahren – erhöhen doch die Hobbys das Risiko, dass die Versicherung leisten muss. Grundlage dieses Rechts ist das Versicherungsvertragsgesetz (VVG).

Wer nicht ehrlich antwortet, verliert schlimmstenfalls den Versicherungsschutz

Wer auf die Fragen des Antrags nicht ehrlich antwortet, muss im Schadenfall mit ernsten Konsequenzen rechnen. So darf der Versicherer in diesen Fällen zum Beispiel vom Vertrag zurücktreten – im schlimmsten Fall verliert der Versicherungsnehmer trotz langjähriger Zahlungen den Versicherungsschutz und damit den Anspruch auf Leistungen. Auch darf der Versicherer den Vertrag anpassen, wenn der Versicherungsnehmer nicht ehrlich auf die Fragen des Antrags antwortete – und darf zum Beispiel die Prämien erhöhen oder die verschwiegenen Risiken vom Versicherungsschutz ganz ausschließen. Deswegen sollte man, sobald man einem riskanten Hobby nachgeht, auch ehrlich sein.

Welche Hobbys man angeben sollte: Beispiele

Eine vollständige Liste, was Versicherer als “gefährliche Hobbys” betrachten, ist nicht möglich. Auch handeln Versicherer verschieden: während ein Versicherer für ein bestimmtes Hobby zum Beispiel einen Aufschlag verlangt, kann ein anderer Versicherer das Hobby auch ohne Aufschlag versichern. Folgende Hobbys aber sollten angegeben werden:

  • Tauchen
  • Bergsteigen und Klettern
  • Motorsport
  • Rennrad- und Mountainbike-Fahren
  • Gefährliche Mannschaftssportarten (Rugby, Eishockey)
  • Kampfsport
  • Gleitschirm- / Drachenfliegen
  • Kitesurfen
  • Jagd als Hobby
  • Reitsport
  • Skisport

Hobby bedeutet: regelmäßige Ausübung

Relevant werden diese Tätigkeiten für Lebensversicherer und Berufsunfähigkeitsversicherer, wenn man sie regelmäßig ausübt. Wer zum Beispiel nur mal im Urlaub dem Kitesurfen nachgeht, braucht die Tätigkeit nicht anzugeben. Anders ist es aber, wenn man regelmäßig dem Hobby nachgeht.

Folgende Dinge könnten ausschlaggebend sein dafür, das Hobby anzugeben:

  • Man geht dem Hobby regelmäßig nach;
  • oder man ist Mitglied in einem Verein und übt dort den Sport aus;
  • oder man nimmt an Wettkämpfen teil.

Anonyme Voranfrage wichtig: am besten zum Vermittler

Wichtige Versicherungen wie die Risikolebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man auch dann abschließen, wenn man einem gefährlichen Hobby nachgeht. Statt das Hobby zu verschweigen, ist es besser, das Hobby in den Versicherungsschutz zu integrieren. Meist bedeutet das einen gewissen Aufschlag auf die Prämie oder einen Zusatzbaustein durch eine spezialisierte Sportversicherung.

Die Bedingungen, zu denen man ein Hobby mitversichert, unterscheiden sich aber von Anbieter zu Anbieter stark. Deswegen lohnt einen anonyme Voranfrage, bei der ein Vermittler gezielt nach dem Versicherungsschutz fragt und auf das riskante Hobby hinweist – und dann verschiedene Angebote einholt.

Der Grund der anonymen Voranfrage: wer bei einem Versicherer abgelehnt wird, muss fürchten, in der HIS-Auskunftei der Versicherungsbranche zu landen. Dies ist eine Art schwarze Liste ähnlich der Schufa. Hier werden Kunden mit Auffälligkeiten eingetragen, zu denen auch riskante Hobbys zählen können. Alle Versicherer haben auf die Auskunftei der Versicherungswirtschaft Zugriff. Das erschwert einen Abschluss bei einem anderen Wettbewerber zusätzlich, wenn man schon von einem Versicherer abgelehnt wurde.

Deswegen gilt: lieber zum Experten. Der holt per anonymer Voranfrage und Vergleich all jene Angebote ein, die sich auch bei riskanten Hobbys für den Kunden lohnen. Denn mitunter sind die Konditionen gar nicht so nachteilig, sobald ein Versicherer bereit ist, das Risiko mitzuversichern.

Nicht jeder Wasserschaden wird von der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Besonders Schäden durch Grundwasser erfordern eine Elementarschadenversicherung. Welche Schäden übernommen werden und wann Versicherer nicht zahlen.

Nicht jeder Wasserschaden im Gebäude wird von der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Ist Grundwasser die Ursache des Schadens, kann nur die Elementarschadenversicherung finanzielle Unterstützung gewährleisten. Aktuelle Unwetter und Hochwasser haben erhebliche Schäden hinterlassen. Haushalte mit einer Elementarschadenversicherung erhalten Unterstützung, auch wenn keine direkte Überflutung vorliegt. Reine Überschwemmungen von beispielsweise Kellern werden jedoch nicht von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt.

Vollgelaufener Keller ist keine Überschwemmung

Laut einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln liegt bei einem vollgelaufenen Keller keine Überschwemmung im versicherungstechnischen Sinne vor. Eine Überflutung des Grund und Bodens wird nur dann anerkannt, wenn oberirdische (stehende oder fließende) Gewässer oder Witterungsniederschläge die Ursache sind und sich das Wasser auch außerhalb des Gebäudes angesammelt hat.
Grundlage der Entscheidung war ein Fall aus dem Jahr 2011, bei dem 10 cm Grundwasser in ein versichertes Gebäude eindrang. Dieses Grundwasser stellte jedoch keine bedingungsgemäße Überschwemmung dar, da sich außerhalb des Gebäudes kein Schaden durch angesammeltes Wasser nachweisen ließ.

Wasser muss von außen eintreten

Eine bedingungsgemäße Überschwemmung liegt vor, wenn angesammeltes Regenwasser oder Schnee durch die Kelleraußentür eindringt und der Grund und Boden außerhalb des Gebäudes überflutet sind. Keine Überschwemmung und somit kein Versicherungsfall liegt vor, wenn Wasser von der Straße in den Keller läuft, durch ein geöffnetes Fenster oder Dach eindringt, sich auf Gebäudeteilen ansammelt und dann ins Gebäude gelangt und Schäden verursacht. Auch eine Ansammlung von Wasser im Kellerniedergang gilt nicht als Ansammlung erheblicher Wassermengen auf der Geländeoberfläche.

Wer sich also auch im Falle von Schäden durch Grundwasser, Hochwasser und Regen versichert wissen will, sollte auf eine Elementarschadenversicherung nicht verzichten. Diese bietet in solchen Fällen den optimalen und ergänzenden Versicherungsschutz.

Im Jahr 2023 gingen fast eine Million Deutsche in den Ruhestand, erhielten jedoch im Schnitt nur 1.110 Euro monatlich. Besonders auffällig ist die erhebliche Rentenlücke zwischen Männern und Frauen.

Im Jahr 2023 traten 952.658 Deutsche altersbedingt in den Ruhestand, wie die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zeigen. Im Durchschnitt erhielten diese Neurentner eine monatliche Rente von 1.110,26 Euro. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Rentenbezügen von Männern und Frauen.

Frauen erhalten fast 28 Prozent weniger Rente

Von den neuen Altersrentnern waren 491.952 Frauen, was 31.246 mehr als bei den männlichen Rentenbeziehern ist. Trotzdem erhielten Frauen im Schnitt nur 936,91 Euro monatlich, während Männer durchschnittlich 1.295,36 Euro erhielten. Damit liegt die Rente von weiblichen Neurentnern rund 27,7 Prozent unter der der Männer.

Mini-Renten auf Bürgergeldniveau

Von den 952.658 Rentenbeziehern im Jahr 2023 erhielten 397.579 Personen eine Regelaltersrente, die im Schnitt bei nur 727,85 Euro pro Monat lag. Diese Mini-Rente betrifft 41,7 Prozent der Neurentner und liegt oft nur knapp über dem Niveau des Bürgergelds. Besonders betroffen sind Frauen, die im Schnitt nur 628,78 Euro monatlich erhalten. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 liegt die Grundsicherung für Alleinstehende bei 563 Euro pro Monat.

Bessere Renten für langjährig Versicherte

Besser sieht es für die besonders langjährig Versicherten aus. Diese müssen 45 Beitragsjahre vorweisen und erhielten im Durchschnitt eine Altersrente von 1.565,42 Euro. Die 212.611 langjährig Versicherten mit 35 Beitragsjahren erhielten durchschnittlich 1.172,68 Euro. Zudem erhielten 62.210 Personen aufgrund einer schweren Behinderung eine durchschnittliche Altersrente von 1.302,89 Euro pro Monat.

Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderung, die Altersarmut in Deutschland zu bekämpfen und eine gerechtere Verteilung der Renten zu erreichen, insbesondere zwischen Männern und Frauen.