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Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sind viele Häuser wieder aufgebaut, Straßen erneuert und Warnsysteme verbessert worden. Doch Experten warnen davor, dass mit dem zeitlichen Abstand auch die Aufmerksamkeit für die Gefahr schwindet. Für dieses Phänomen hat sich der Begriff „Flutdemenz“ etabliert: Die Erinnerung an das Erlebte verblasst, Vorsorgemaßnahmen werden aufgeschoben und bekannte Risiken geraten aus dem Blick.

Tatsächlich hat sich seit 2021 einiges verbessert. Wettervorhersagen und Warnketten wurden ausgebaut, Krisenstäbe neu organisiert und der Katastrophenschutz vielerorts gestärkt. Gleichzeitig sehen Fachleute weiterhin erhebliche Defizite. Hochwasserschutz endet nicht bei Warn-Apps oder Sirenen. Entscheidend ist, dass Gebäude, Infrastruktur und Flussräume auf künftige Extremereignisse vorbereitet werden. Gerade Starkregen kann heute auch Regionen treffen, die bislang kaum als gefährdet galten.

Auch Hausbesitzer und Mieter können dazu beitragen, Schäden zu begrenzen. Rückstauklappen schützen vor eindringendem Abwasser, gesicherte Lichtschächte und Kellerfenster erschweren das Eindringen von Wasser. Wertvolle Dokumente und technische Geräte sollten nicht dauerhaft im Keller gelagert werden. Ebenso wichtig ist es, Warnmeldungen ernst zu nehmen und nicht erst zu reagieren, wenn das Wasser bereits vor der Haustür steht. Bei akuter Überflutung gilt: Der Eigenschutz hat immer Vorrang. Bereits wenige Zentimeter Wasser können Türen blockieren oder in Verbindung mit Strom lebensgefährlich werden.

Die Erfahrungen aus dem Ahrtal zeigen zudem, dass Katastrophen selten nur durch das Wetter entstehen. Oft treffen außergewöhnliche Niederschläge auf unzureichende Vorsorge, ungeeignete Bebauung oder fehlende Schutzmaßnahmen. Deshalb raten Experten dazu, den Zustand vor einer Katastrophe nicht einfach wiederherzustellen, sondern Gebäude und Infrastruktur widerstandsfähiger aufzubauen. Jeder investierte Euro in die Vorsorge kann später deutlich höhere Schäden verhindern.

Die wichtigste Lehre aus der Flutkatastrophe lautet deshalb: Erinnerung allein schützt nicht. Entscheidend ist, die Erfahrungen dauerhaft in konkretes Handeln umzusetzen – bevor das nächste Unwetter kommt.

Quelle: Zurich Gruppe Deutschland

Hitze bringt oft nicht nur Sonnenschein, sondern auch heftige Gewitter mit Starkregen. Binnen weniger Minuten können Keller volllaufen, Äste abbrechen oder lose Gegenstände zu gefährlichen Geschossen werden. Wer rechtzeitig vorsorgt, kann das Risiko für teure Schäden deutlich verringern.

Vor einem Unwetter sollten Gartenmöbel, Sonnenschirme und andere lose Gegenstände gesichert werden. Fenster und Türen gehören geschlossen, damit Regen und Wind nicht ins Gebäude eindringen. Besonders anfällige Zugänge lassen sich im Ernstfall mit Sandsäcken oder mobilen Hochwassersperren zusätzlich schützen. Im Keller empfiehlt es sich, wichtige Unterlagen sowie wertvolle Gegenstände nicht auf dem Boden zu lagern. Waschmaschinen und andere Geräte stehen sicherer auf erhöhten Podesten.

Kommt Wasser ins Haus, hat die eigene Sicherheit oberste Priorität. Bereits wenige Zentimeter Wasser können Türen blockieren oder in Verbindung mit Strom lebensgefährlich werden. Wer einen überfluteten Keller bemerkt, sollte ihn nicht leichtfertig betreten und – sofern gefahrlos möglich – die Stromversorgung abschalten. Sachwerte lassen sich ersetzen, Menschenleben nicht.

Starkregen, Überschwemmungen und andere Naturgefahren nehmen zu. Dennoch fehlt vielen Hausbesitzern ein wichtiger Baustein im Versicherungsschutz.

Die Absicherung gegen Naturgefahren bleibt in Deutschland lückenhaft. Zwar verfügen die meisten Wohngebäude über eine Grundversicherung, doch nur rund 57 Prozent sind auch gegen Risiken wie Überschwemmung oder Starkregen abgesichert. Damit ist fast jedes zweite Haus im Ernstfall unzureichend geschützt.

Die Folgen zeigen sich regelmäßig nach schweren Unwettern: Schäden gehen in Milliardenhöhe, und häufig springt der Staat mit Hilfsprogrammen ein. Eine dauerhafte Lösung ist das jedoch nicht. Denn staatliche Unterstützung ist weder garantiert noch planbar.

Ein Grund für die Lücke liegt auch in der Wahrnehmung vieler Eigentümer. Elementarschäden werden oft unterschätzt oder als unwahrscheinlich eingestuft. Dabei haben Extremwetterereignisse in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – auch in Regionen, die bislang als wenig gefährdet galten.

In der politischen Diskussion wird immer wieder auf Modelle aus dem Ausland verwiesen. Diese unterscheiden sich jedoch deutlich in Struktur, Leistungen und staatlicher Rolle und lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen.

Für Verbraucher bleibt entscheidend: Wer sein Eigentum umfassend schützen möchte, sollte prüfen, ob der bestehende Versicherungsschutz auch Naturgefahren einschließt. Denn ohne entsprechenden Zusatzschutz können Schäden schnell existenzbedrohend werden.

Starkregen, Hochwasser oder Erdrutsche können enorme Schäden an Häusern verursachen. Dennoch sind viele Gebäude in Deutschland weiterhin nicht gegen sogenannte Elementarschäden versichert. In der politischen Diskussion gewinnt deshalb die Idee einer Pflichtversicherung zunehmend an Bedeutung.

Elementarschäden entstehen durch Naturereignisse wie Überschwemmungen, Starkregen oder Erdbeben. Solche Risiken sind meist nur über eine zusätzliche Absicherung zur Wohngebäudeversicherung versicherbar.

Befragungen zeigen, dass viele Menschen einer verpflichtenden Absicherung inzwischen offen gegenüberstehen. Hintergrund sind steigende Schäden durch extreme Wetterereignisse und die Frage, wie die finanziellen Folgen künftig getragen werden sollen.

Eine Pflichtversicherung könnte dafür sorgen, dass mehr Gebäude gegen Naturgefahren abgesichert sind. Gleichzeitig wird diskutiert, wie Beiträge fair gestaltet werden können – insbesondere für Eigentümer in besonders gefährdeten Regionen.

Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel haben 2025 zwar deutlich geringere Schäden verursacht als im Vorjahr. Entwarnung geben die Versicherer dennoch nicht. Nach aktuellen Schätzungen belaufen sich die Schäden durch Naturgefahren auf rund 2,6 Milliarden Euro – deutlich weniger als 2024, aber weiterhin auf hohem Niveau.

Der Rückgang sei vor allem dem Wetterglück geschuldet, betont Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Der langfristige Trend zeige klar nach oben: Klimawandelbedingte Extremwetterereignisse nähmen weiter zu und stellten Versicherer, Staat und Eigentümer vor wachsende Herausforderungen.

Den größten Anteil der Schäden tragen Sturm, Hagel und Blitz in der Sachversicherung. Weitere Naturgefahren wie Starkregen und Überschwemmungen belasten zusätzlich Hausrat, Gebäude sowie Gewerbe- und Industriebetriebe. Auch die Kraftfahrtversicherung ist betroffen.

Angesichts der zunehmenden Risiken fordert die Versicherungswirtschaft den Ausbau eines umfassenden Sicherungssystems gegen Naturgefahren. Notwendig seien flächendeckender Versicherungsschutz, wirksame Prävention und eine stärkere Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Nur ein abgestimmtes Gesamtkonzept könne langfristig Menschen, Gebäude und Infrastruktur wirksam schützen.

Rohrbruch statt Sturm: Leitungswasserschäden sind laut Finanztip inzwischen der größte Kostenfaktor in der Wohngebäudeversicherung. Mit 4,9 Milliarden Euro Schadenaufwand im Jahr 2024 haben sie sich in nur zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Wenn ein Rohr platzt oder eine Leitung undicht wird, kann das enorme Folgen haben – und teuer werden. Wie der Geldratgeber Finanztip mitteilt, verursachten Leitungswasserschäden im Jahr 2024 rund 4,9 Milliarden Euro Schadenaufwand. Das ist doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Über die Hälfte aller Wohngebäudeschäden gehen inzwischen auf geplatzte oder undichte Rohre zurück.

Besonders ältere Häuser sind betroffen. Ihre Leitungen stammen oft noch aus den 1970er- oder 1980er-Jahren und sind entsprechend anfällig. Dagegen profitieren modernisierte Gebäude doppelt: Sie sind besser geschützt – und die Versicherung kann bis zu 500 Euro pro Jahr günstiger sein.

Wer sein Haus modernisiert, sollte das der Versicherung unbedingt mitteilen. Denn schon eine kurze Info kann den Beitrag für die Wohngebäudeversicherung spürbar senken.

So reagieren Sie richtig im Schadensfall:

  • Wasserzufuhr sofort abdrehen.
  • Schäden fotografisch dokumentieren.
  • Den Versicherer umgehend informieren.

Wichtig zu wissen: Nach einem großen Schaden kann die Versicherung den Vertrag kündigen. Dann ist es oft schwer, eine neue Police zu bekommen.

Da Leitungswasserschäden zwar in der Wohngebäudeversicherung, nicht aber Elementarschäden wie Hochwasser enthalten sind, ist außerdem der Abschluss einer Elementarschadenversicherung ratsam. Sie schützt, wenn Starkregen oder Überschwemmung das Haus treffen.

Wenn Wasser in Keller oder Wohnung eindringt, ist schnelles Handeln entscheidend. Nach Starkregen oder Überschwemmungen gilt es, Schäden zügig zu dokumentieren und die Versicherung zu informieren.

Beschädigte Gegenstände sollten zunächst aufbewahrt und nicht entsorgt werden, da ein Gutachter sie möglicherweise noch begutachten muss. Fotos oder Videos helfen, das Ausmaß des Schadens nachzuweisen. Wichtig ist außerdem, eine Liste der betroffenen Gegenstände anzulegen.

Ob und in welchem Umfang Schäden ersetzt werden, hängt von der jeweiligen Police ab. Hausratversicherungen decken bewegliche Gegenstände wie Möbel oder Elektrogeräte ab, Wohngebäudeversicherungen Schäden am Gebäude selbst. Entscheidend ist, dass eine Elementarschadenversicherung eingeschlossen ist – nur dann besteht auch Schutz gegen Überschwemmung durch Starkregen.

Hagel, Sturm, Starkregen: Naturgefahren haben 2024 in Deutschland versicherte Schäden in Höhe von 5,7 Milliarden Euro verursacht. Besonders hart traf es viele Menschen in Süddeutschland: Allein durch Starkregen und Hochwasser entstanden 2,6 Milliarden Euro an versicherten Schäden – das ist rund eine Milliarde mehr als im langjährigen Durchschnitt.

Das zeigen aktuelle Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Besonders betroffen waren Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 1,6 Milliarden Euro Schadenssumme. Auch Nordrhein-Westfalen verzeichnete hohe Werte. Der größte Teil der Schäden entstand an Wohngebäuden, Betrieben und Fahrzeugen.

Die Versicherer mahnen, dass die Gefahr durch Naturkatastrophen weiter zunehmen wird. Der Klimawandel mache sich zunehmend bemerkbar. Neben Versicherungsschutz brauche es deshalb auch mehr Prävention, etwa in Form von Hochwasserschutz oder baulichen Anpassungen.

Wichtig für Hausbesitzer: Nicht alle Naturgefahren sind automatisch mitversichert. Wer gegen Starkregen und Überschwemmung abgesichert sein will, braucht eine erweiterte Elementarversicherung. Die sollte regelmäßig geprüft und an den eigenen Standort angepasst werden.

Hochwasser, Starkregen, Überschwemmungen – die Natur zeigt immer häufiger, wie schnell das eigene Zuhause zur Gefahrenzone werden kann. Eine neue Umfrage zeigt nun: Die Mehrheit der Deutschen unterstützt das Vorhaben der Bundesregierung, eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden einzuführen.

Laut einer repräsentativen Erhebung im Auftrag des Vergleichsportals Verivox sprechen sich 78 Prozent der Hausbesitzerinnen und 79 Prozent der Mieterinnen für die Einführung einer solchen Pflichtversicherung aus. Damit sollen künftig alle Wohngebäude in Deutschland gegen Schäden durch Naturkatastrophen abgesichert werden – ähnlich wie es bereits bei der Kfz-Haftpflichtversicherung der Fall ist.

Sorgen wachsen, Versicherungen fehlen

Viele Menschen sorgen sich um die Sicherheit ihrer eigenen vier Wände: 61 Prozent der befragten Hausbesitzer*innen glauben, dass Naturkatastrophen in ihrer Region künftig häufiger auftreten könnten. Trotzdem haben viele noch keine Versicherung abgeschlossen. Als Hauptgründe nennen sie unter anderem die hohen Kosten – in gefährdeten Gebieten kann eine Police schnell mehrere tausend Euro pro Jahr kosten.

Was soll versichert werden – und zu welchem Preis?

Im Schnitt wären Hausbesitzer bereit, rund 286 Euro jährlich für eine Elementarschadenversicherung zu zahlen. Doch jede*r Sechste gibt an, keine zusätzlichen Kosten für das Wohneigentum mehr tragen zu können. Entsprechend sensibel wird über mögliche Modelle diskutiert: Sollen alle gleich viel zahlen, wie in Frankreich? Oder soll die Prämie weiterhin vom individuellen Risiko abhängen?

Die Meinungen dazu gehen auseinander. 38 Prozent finden: Die Kosten sollten zwar gedeckelt, aber nicht solidarisch auf alle verteilt werden. Nur jede*r Fünfte spricht sich für ein französisches Modell mit einheitlichen Beiträgen aus.

Verbot von Neubauten in Risikozonen?

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 79 Prozent der Hausbesitzerinnen und 68 Prozent der Mieterinnen sprechen sich dafür aus, in besonders gefährdeten Gebieten keine neuen Baugrundstücke mehr auszuweisen. Die Versicherungswirtschaft fordert zudem, dass eine Pflichtversicherung nur in Kombination mit umfassenden Präventionsmaßnahmen eingeführt werden sollte.

Starkregen, Hochwasser oder Erdrutsch – extreme Wetterlagen bedrohen zunehmend Wohnhäuser in Deutschland. Die Sorge vor Schäden wächst spürbar. Kein Wunder: Laut einer neuen Umfrage sehen viele Eigentümer ihr Zuhause durch Naturgefahren gefährdet – und wünschen sich verlässliche Absicherung.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (56 %) hält Starkregen und Überflutung für reale Risiken. Unter Hausbesitzern sind es sogar 59 %. Obwohl bislang nur ein kleiner Teil (7 %) selbst betroffen war, rechnet fast jeder Vierte in den kommenden zehn Jahren mit einem Schaden. Viele kennen inzwischen jemanden, der durch ein Unwetter betroffen war – die Wahrnehmung hat sich verändert.

Pflichtversicherung? Zustimmung wächst

Die Idee einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung gewinnt an Rückhalt: 44 % der Hausbesitzer sprechen sich in der Umfrage dafür aus. Doch auch andere Maßnahmen sind gefragt. So wünschen sich 61 % der Eigentümer mehr Investitionen in den Hochwasserschutz – etwa durch Rückhaltebecken oder bessere Frühwarnsysteme.

Mehr Klarheit beim Baurecht gefordert

Kritik gibt es auch daran, dass vielerorts weiterhin in gefährdeten Gebieten gebaut wird. 37 % der Befragten fordern deshalb strengere Bauvorschriften. Erste gesetzliche Änderungen gibt es bereits: Seit Juli 2024 gilt ein Klimaanpassungsgesetz, das Bund und Länder zu vorbeugenden Maßnahmen verpflichtet.

Über die Studie:
Die Daten stammen aus einer repräsentativen Online-Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der DEVK Versicherungen durchgeführt hat. Befragt wurden vom 5. bis 7. Februar 2025 insgesamt 5.015 Personen in Deutschland. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sowie für Haus- und Wohnungseigentümer. Die statistische Fehlerquote beträgt 2,5 %.