Beiträge

Am 18. Januar fegte Orkan “Friederike” über Deutschland hinweg, deckte Dächer ab, legte den Verkehr lahm und kostete sogar acht Menschen das Leben. In einer ersten Schätzung ging der Versicherungsdachverband GDV von einem Schaden in Höhe von 500 Millionen Euro aus. Doch diese Schadenssumme musste der Verband nun deutlich nach oben korrigieren: Friederike war der zweitteuerste Wintersturm aller Zeiten!

Vor einer Woche hatte der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV), Dachverband der Versicherer, den Schaden durch Friederike für die Versicherer noch auf 500 Millionen Euro beziffert. Doch nun liegen dem Verband genauere Zahlen vor und er musste diese Summe deutlich nach oben korrigieren: 1 Milliarde Euro wird die Branche nun für die entstandenen Schäden zahlen müssen! Damit ist Friederike zweitteuerster Wintersturm aller Zeiten. Nur Kyrill war mit 2,06 Milliarden Euro noch teurer.

Orkan Friederike zeigte erneut, wie wichtig es ist, sein Hab- und Gut mit einer entsprechenden Versicherung abzusichern. Allein 900 Millionen Euro müssen die Versicherer demnach für Sachschäden zahlen – etwa Schäden am Haus. Hierfür ist es nicht nur sinnvoll, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen, die in der Regel für Sturmschäden ab Windstärke 8 zahlt. Ein zusätzlicher Elementarschaden-Baustein ist unerlässlich, wenn zum Beispiel infolge von Starkregen Wasser in den Keller dringt und das Gemäuer schädigt.

Schaden schnell melden!

Wer seinen Schaden bisher nicht gemeldet hat, sollte das schnellstens nachholen. In der Regel hat eine Schadensmeldung unverzüglich -also so schnell wie möglich!- zu erfolgen, damit der Versicherer den Schaden begutachten kann. Schon eine 14tägige Versäumnis führt dazu, dass die Gesellschaft ihre Leistung stark kürzen darf, wie unter anderem ein Urteil des Amtsgerichts Wuppertal zeigt (Az.: 39 C 557/06).

Wenn der Schaden gemeldet wurde, sollten Hausbesitzer konkret mit ihrem Versicherer absprechen, welche weiteren Schritte zu unternehmen sind. Das ist manchmal ein schwieriges Unterfangen. Einerseits dürfen die Schäden nicht einfach beseitigt bzw. repariert werden, wenn der Versicherer auf Begutachtung besteht. Eine vorschnelle Reparatur kann also zu Problemen mit dem Versicherer führen. Anderseits gibt es eine Pflicht zur Schadensminderung: Versicherungsnehmer müssen verhindern, dass der Schaden noch größer wird und Folgeschäden auftreten.

Das ist derzeit schwierig, wenn das Dach repariert werden muss. Laut einem Bericht von MDR aktuell sind nach dem Orkan Friederike in einigen Regionen so viele Schäden aufgetreten, dass die Dachdecker schlicht ausgebucht sind und bei kleineren Arbeiten zunächst nur eine provisorische Abdeckung übernehmen. In solch einem Fall sollte der Versicherer darüber in Kenntnis gesetzt werden – hierbei kann es helfen, sich das Bemühen um Hilfe von der Dachdeckerfirma schriftlich bestätigen zu lassen. Wichtig: Hausbesitzer sind nicht dazu verpflichtet selbst auf das Dach zu steigen! Besser auf professionelle Hilfe warten, bevor man noch selbst verunglückt.

Nach den schweren Überschwemmungen in Süddeutschland droht schon die nächste Unwetter-Front. Friederike, so hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) das aufziehende Tief genannt, könnte speziell in der Mitte Deutschlands schwere Schäden anrichten. Die Auswirkungen sind noch von der Hochwasserkatastrophe 2013 bekannt: Frederike könnte anhaltenden Starkregen und Hagel mit sich bringen.

Hausbesitzer, aufgepasst! Deutschland befindet sich im Würgegriff mehrerer Schlechtwetterfronten. Das Tief „Elvira“, welches in Süddeutschland für überschwemmte Innenstädte, Geröll auf den Straßen und umgestürzte Bäume sorgte, ist kaum nach Westen abgezogen, die Schäden noch nicht alle erfasst. Da kommt mit Frederike schon das nächste Unwetter auf Deutschland zu.

„Friederike“ ist ein trügerischer Name für das Tief, welches sich von Polen aus nähert. Bedeutet der weibliche Vorname doch „die Friedensreiche“. Wahrscheinlicher ist, dass Friederike bei vielen Immobilien-Eignern sorgenvolle Falten hervorrufen wird. Das Tief werde einige Tage bleiben und Hagel und Starkregen mit sich bringen, so berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Bedroht ist diesmal vor allem Mitteldeutschland und der Norden.

Doch auch in Niederbayern hieß es am Mittwoch wieder: „Landunter!“. Im Landkreis Rottal-Inn musste der Katastrophenalarm ausgerufen werden. Gemeinden in der Region berichten von meterhohen Wassermassen, nach Polizeiangaben wurden Menschen sogar mit dem Hubschrauber von Dächern gerettet.

Elementarschadenversicherung immer wichtiger

Die aktuellen Unwetterereignisse zeigen: Es ist für Hausbesitzer wichtig, die eigenen vier Wände mit einer Elementarschadenversicherung gegen Naturgefahren zu versichern. Und das gilt längst nicht mehr nur, wenn das Haus in der Nähe eines Gewässers gebaut wurde, etwa an einem Fluss oder See. Starkregen kann rein theoretisch überall auftreten. Anhaltende Niederschläge verwandeln schnell Pfützen in Rinnsale und Bäche, die Keller und Garagen überschwemmen. Laut Deutschem Wetterdienst ist in den nächsten Jahren mit einer Zunahme an Starkregen zu rechnen.

Beim Blick ins Bedingungswerk sollte geschaut werden, ob der Versicherer auch bei Schäden durch Rückstau leistet. Nur dann zahlt er auch, wenn zum Beispiel Regenwasser aus den gebäudeeigenen Ableitungsrohen in das Haus eintritt. Auch sollten alle drei Möglichkeiten einer Überschwemmung laut Vertrag eingeschlossen sein:

  • Überschwemmungen verursacht durch Niederschläge wie Starkregen,
  • Überschwemmungen durch die sogenannte Ausuferung (also wenn ein Fluss über die Ufer tritt) sowie
  • Überschwemmungen durch Grundwasser, das an die Oberfläche gelangt.

In vielen Verträgen ist die Gefahr durch Grundwasser oft nicht mitversichert.

Bei Schaden – Schnell den Versicherer informieren!

Was aber sollten Inhaber einer Elementar-Police tun, wenn ein Schaden am Haus aufgetreten ist? Wichtig ist es, so schnell wie möglich den Versicherer zu informieren, damit er den Schaden begutachten kann. Hierfür empfiehlt es sich, den Schaden mit Fotos, Kaufbelegen und Zeugen zu dokumentieren.

Kurz nach dem Unwetter sollten die Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Zerstörte Fenster können Hausbesitzer etwa provisorisch abdichten, damit nicht weiter Regen eindringt, auch Sandsäcke vor gefährdeten Türen verhindern Schlimmeres. Wichtig: Lieber auf waghalsige Manöver verzichten, wenn die Gefahr nicht einzuschätzen ist! Einige Menschen sind bereits bei dem Versuch ertrunken, Hab und Gut zu retten, etwa weil sie sich in bedrohte Kellerräume oder tiefliegende Garagen begeben haben. Dann lieber Rücksicht auf das eigene Wohlbefinden nehmen.

Übrigens ist es ratsam, erst die Begutachtung des Versicherers abzuwarten, bevor ein Handwerker-Betrieb mit der Reparatur beauftragt wird. Schließlich muss die Versicherung die Chance haben, die genaue Höhe des Schadens zu ermitteln. Sonst kann es passieren, dass der Versicherer seine Leistung kürzt.