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Ein ETF auf den MSCI World gilt als einfacher Weg, Geld weltweit anzulegen. Doch der Name kann täuschen: Der bekannte Aktienindex enthält zwar Unternehmen aus zahlreichen Industrieländern, bildet aber weder alle Länder noch alle Regionen gleichmäßig ab. Wer langfristig mit ETFs spart, sollte deshalb genauer hinschauen.

Wie beliebt der MSCI World hierzulande ist, zeigt eine Untersuchung des deutschen Fondsverbands BVI. Demnach steckt fast jeder dritte Euro, den deutsche Anleger in passiven Aktien-ETFs halten, in Produkten der MSCI-World-Indexfamilie.

Weltweit gestreut heißt nicht gleichmäßig verteilt

Der MSCI World gewichtet Unternehmen nach ihrem Börsenwert. Besonders große Konzerne haben dadurch einen entsprechend hohen Einfluss auf die Wertentwicklung. Weil viele der wertvollsten börsennotierten Unternehmen aus den USA stammen, nehmen amerikanische Aktien einen großen Teil des Index ein. Schwellenländer wie Indien oder China sind im klassischen MSCI World dagegen nicht enthalten. Das macht den Index nicht grundsätzlich zu einer schlechten Anlage. Er bietet Zugang zu vielen Unternehmen und Branchen. Anleger sollten aber wissen, welche Schwerpunkte sie damit setzen.

Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Streuung

Wer zusätzlich einen ETF auf den amerikanischen S&P 500 kauft, investiert möglicherweise erneut in zahlreiche Unternehmen, die bereits im MSCI World enthalten sind. Entscheidend ist deshalb nicht die Anzahl der ETFs, sondern ihre tatsächliche Zusammensetzung. Ein regelmäßiger Depotcheck kann helfen, unbeabsichtigte Überschneidungen und Konzentrationsrisiken zu erkennen. Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt insbesondere vom Anlageziel, dem Zeithorizont und der persönlichen Risikobereitschaft ab.

Ein Krypto-Tipp auf Instagram, TikTok oder YouTube kann wie eine persönliche Empfehlung wirken. Dahinter können jedoch wirtschaftliche Interessen stehen. Eine aktuelle BaFin-Umfrage zeigt: Rund 40 Prozent der befragten Kryptoanleger wussten nicht, dass Finfluencer für Empfehlungen häufig bezahlt werden.

Eine bezahlte Empfehlung muss deshalb nicht automatisch schlecht sein. Anleger sollten aber wissen, wer an ihrer Entscheidung verdient. Vor einem Kauf lohnt es sich daher zu prüfen: Wird der Finfluencer für die Empfehlung bezahlt? Gibt es einen Affiliate-Link oder eine andere Vergütung? Welche Risiken hat die Anlage? Und würde ich sie auch kaufen, wenn ich den Tipp nicht gerade gesehen hätte?

Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn Zeitdruck aufgebaut wird. Von den Befragten, die bereits einem Finfluencer-Tipp gefolgt waren, investierten 35 Prozent, weil ihnen vermittelt worden war, jetzt sei der richtige Zeitpunkt. 29 Prozent kauften, weil angeblich gerade viele andere zugriffen. Beides ist kein Beleg dafür, dass eine Anlage zum eigenen Vermögen und zur persönlichen Risikobereitschaft passt.

Auch eine große Zahl an Followern ersetzt keine Prüfung der Anlage. Gerade Kryptowerte können erheblich schwanken. Wer investieren möchte, sollte deshalb nicht nur Coin oder Token prüfen, sondern auch die Person hinter der Empfehlung. Je größer der erzeugte Zeitdruck und je unklarer das Verkaufsinteresse, desto mehr Grund gibt es, vor dem Kauf erst einmal nichts zu tun.

Quelle: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Umfrage zu sozialen Medien und Kryptoinvestments 2026.

ETFs sind bei deutschen Anlegern angekommen: Mehr als jeder fünfte Erwachsene investiert inzwischen in börsengehandelte Indexfonds. Gleichzeitig wird die Auswahl immer unübersichtlicher. Mehr als 3.000 ETFs stehen mittlerweile zur Verfügung. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, muss sich davon aber nicht verrückt machen lassen.

Ein wichtiges Auswahlkriterium ist die breite Streuung. ETFs auf weltweite Aktienindizes verteilen das angelegte Geld auf zahlreiche Unternehmen, Länder und Branchen. Dadurch hängt die Entwicklung weniger stark von einzelnen Firmen oder Märkten ab. Anders sieht es bei Themen-ETFs aus, die beispielsweise ausschließlich auf Künstliche Intelligenz, Wasserstoff oder Cybersecurity setzen. Solche Fonds konzentrieren das Geld auf einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt des Marktes und können deshalb stärkeren Schwankungen unterliegen.

Auch niedrige Gebühren sind wichtig, sollten aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Anleger können zusätzlich darauf achten, welchen Index ein ETF abbildet, wie genau ihm das langfristig gelingt und wie groß der Fonds ist. Vor allem sollten sie sich vor der Auswahl über ihr Anlageziel und den gewünschten Zeitraum klar werden. Denn auch ein weltweit gestreuter Aktien-ETF schwankt im Wert und eignet sich deshalb vor allem für Geld, das langfristig angelegt werden kann.

Quelle: Finanztip/Civey, August 2026.

Die Deutschen legen im europäischen Vergleich besonders viel Geld zurück und kümmern sich aktiv um ihre Ersparnisse. Viele vergleichen regelmäßig Sparangebote, prüfen ihre Geldanlage und nutzen dafür digitale Anwendungen. Gleichzeitig wächst die Offenheit gegenüber künstlicher Intelligenz – allerdings nicht uneingeschränkt.

Nach einer aktuellen Untersuchung fühlen sich fast drei Viertel der Deutschen sicher, wenn sie ihre Ersparnisse online verwalten. Rund jeder Zweite gehört zu den besonders digitalaffinen Sparern, die digitale Plattformen selbstverständlich nutzen und auch KI-gestützten Funktionen offen gegenüberstehen. Dennoch möchten viele nachvollziehen können, wie solche Systeme arbeiten, bevor sie ihnen bei finanziellen Entscheidungen vertrauen.

Für Sparer bleibt deshalb entscheidend, digitale Angebote als Unterstützung zu verstehen – nicht als Ersatz für die eigene Entscheidung. Wer regelmäßig verschiedene Sparformen vergleicht, seine Ziele überprüft und Chancen sowie Risiken im Blick behält, kann seine Geldanlage gezielt an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Quelle: Crédit Agricole European Savings Barometer mit Occurrence-Ifop | April 2026

Viele Frauen setzen bei der Geldanlage stärker auf Sicherheit als auf hohe Rendite. Gleichzeitig blicken sie häufiger mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft im Alter.

Eine aktuelle Anlegerstudie zeigt: Frauen investieren seltener in Aktien als Männer. Während 43 Prozent der Männer Aktien nutzen, sind es bei Frauen 27 Prozent. Dafür greifen Frauen häufiger zu klassischen Anlageformen wie Sparkonto oder Sparbuch. Der Unterschied zeigt sich auch bei den Anlagezielen. Für viele Frauen steht Sicherheit an erster Stelle. 84 Prozent würden ein Produkt mit garantiertem Auszahlungsbetrag wählen – auch wenn dafür die Rendite geringer ausfällt. Bei Männern ist dieser Anteil deutlich niedriger.

Gleichzeitig ist die Sorge vor finanziellen Lücken im Alter bei Frauen besonders ausgeprägt. 59 Prozent befürchten, dass ihre Geldanlagen später nicht ausreichen könnten, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Ein Grund dafür sind häufig niedrigere Einkommen, Teilzeitphasen und unbezahlte Sorgearbeit.

Gerade deshalb lohnt es sich, die eigene Vorsorge frühzeitig zu prüfen. Wichtig ist nicht, möglichst riskant zu investieren, sondern eine passende Strategie zu finden: mit verständlichen Produkten, ausreichender Flexibilität und einem Verhältnis von Sicherheit und Renditechancen, das zur eigenen Lebenssituation passt.

Während junge Menschen zunehmend digital investieren und stärker auf Rendite achten, setzen ältere Generationen weiterhin auf klassische Anlagen und persönliche Beratung.

Die Geldanlage in Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einer Generationenfrage. Jüngere Anleger investieren deutlich häufiger in Wertpapiere und digitale Produkte, während ältere stärker auf klassische Anlageformen setzen.

So ist der Anteil der Menschen, die in Fonds investieren, seit 2018 von 20 auf 38 Prozent gestiegen, bei Aktien von 18 auf 35 Prozent. Besonders dynamisch ist die Entwicklung bei ETFs: Hatte 2024 noch rund ein Drittel der Anleger entsprechende Produkte im Portfolio, ist es 2026 bereits jeder Zweite.

Auch bei Kryptowährungen zeigen sich klare Unterschiede. Unter den unter 30-Jährigen investieren 19 Prozent in digitale Währungen, bei den über 60-Jährigen sind es lediglich zwei Prozent. Ältere setzen stattdessen häufiger auf Immobilien, Lebensversicherungen oder klassische Sparformen wie Tages- und Festgeld.

Trotz aller Unterschiede bleibt ein Punkt konstant: Sicherheit ist für 47 Prozent der wichtigste Faktor bei der Geldanlage – deutlich vor Flexibilität und Rendite. Allerdings gewichten jüngere Anleger die Renditechancen stärker, während ältere mehr Wert auf Verfügbarkeit legen.
Auch die Zugänge verändern sich. 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen digitale Plattformen, während bei den über 60-Jährigen klassische Bankfilialen dominieren.
Die Entwicklung zeigt: Anlageverhalten hängt stark von Lebensphase, Erfahrung und Risikobereitschaft ab – und wird künftig noch vielfältiger.

Quelle:
Repräsentative Anlegerstudie der BarmeniaGothaer in Zusammenarbeit mit forsa (Januar 2026, rund 1.000 Befragte).

Trotz gestiegener Zinsen bieten zahlreiche Banken weiterhin keine Verzinsung auf Tagesgeld. Vor allem Bestandskunden sollten genau hinschauen.

Auch im aktuellen Zinsumfeld erhalten viele Sparer für ihr Tagesgeld weiterhin keine oder nur sehr geringe Erträge. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Bei mindestens 65 Kreditinstituten liegt der Zinssatz für Tagesgeld bei 0,00 Prozent. Damit bleibt ein Teil der Guthaben weiterhin unverzinst.

Besonders betroffen sind Kunden regionaler Banken. Dort finden sich deutlich häufiger Konten ohne oder mit sehr niedriger Verzinsung als bei überregionalen Anbietern. Selbst dort, wo Zinsen gezahlt werden, bewegen sie sich oft nur auf niedrigem Niveau. Bei vielen Instituten liegen die Zinssätze bei maximal 0,25 Prozent – das bringt bei 10.000 Euro Guthaben gerade einmal rund 25 Euro pro Jahr.

Ein Grund für die Nullzinsen sind häufig ältere Kontomodelle, die nicht mehr aktiv beworben werden. Gerade langjährige Kunden nutzen diese oft weiter, ohne ihre Konditionen zu überprüfen.

Für Sparer lohnt sich daher ein regelmäßiger Vergleich. Je nach Anbieter sind aktuell deutlich höhere Zinssätze möglich, teilweise auch dauerhaft. Wichtig ist dabei, neben der Höhe der Zinsen auch auf Bedingungen, Laufzeiten und Sicherheit der Anlage zu achten.

Über die Erhebung:
Die Daten basieren auf einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox aus dem März 2026, bei der die Tagesgeldkonditionen von 827 Banken und Sparkassen untersucht wurden.

Ein eigenes Depot für Kinder kann beim langfristigen Vermögensaufbau helfen. Wer früh startet, profitiert von Zinseszinseffekten und steuerlichen Vorteilen – sollte aber einige wichtige Punkte beachten.

Viele Eltern legen schon früh Geld für ihre Kinder zurück. Ein ETF-Sparplan kann dabei eine Möglichkeit sein, langfristig Vermögen aufzubauen. Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, gilt für die Kapitalerträge der eigene Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Unter bestimmten Voraussetzungen können sogar deutlich höhere Beträge steuerfrei bleiben.

Wichtig ist jedoch: Das Geld gehört rechtlich dem Kind und darf nicht für andere Zwecke verwendet werden. Eltern sollten daher nur Beträge investieren, die ausschließlich für das Kind vorgesehen sind.

Ein weiterer Vorteil liegt im langfristigen Anlagehorizont. Schon kleine monatliche Beträge können über viele Jahre durch Wertsteigerungen deutlich anwachsen. Gleichzeitig gilt: Kapitalmärkte schwanken, und eine Garantie für Gewinne gibt es nicht.

Auch steuerliche Aspekte sollten im Blick behalten werden. Mit einer sogenannten Nichtveranlagungsbescheinigung kann verhindert werden, dass Kapitalerträge automatisch versteuert werden, solange das Einkommen des Kindes unter bestimmten Grenzen liegt.

Allerdings können höhere Kapitalerträge Auswirkungen auf andere Bereiche haben – etwa auf die Familienversicherung oder spätere staatliche Förderleistungen. Wer für sein Kind spart, sollte daher nicht nur Chancen, sondern auch mögliche Folgen im Blick behalten.

Mit regelmäßigem Sparen in ETFs lässt sich auch mit überschaubaren Monatsbeträgen ein finanzielles Polster für den Ruhestand aufbauen. Berechnungen eines Vergleichsportals zeigen: Wer früh beginnt, kann bereits mit weniger als 100 Euro monatlich eine zusätzliche Rente von rund 1.000 Euro erreichen.

Um sich im Ruhestand über einen Zeitraum von 25 Jahren eine monatliche Zusatzrente von 1.000 Euro auszahlen zu können, benötigen Sparer zum Rentenbeginn rund 246.000 Euro Kapital. In der Modellrechnung wird dieses Vermögen während der Auszahlphase zu zwei Prozent verzinst und nach und nach entnommen.

Der Aufbau dieses Kapitals erfolgt laut Berechnung über einen langfristigen ETF-Sparplan, für den eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,5 Prozent angenommen wird. Dieser Wert orientiert sich an der langfristigen Entwicklung des weltweiten Aktienindex MSCI World, abzüglich typischer ETF-Kosten.

Wie hoch die monatliche Sparrate ausfallen muss, hängt stark vom Einstiegsalter ab. Wer bereits mit 25 Jahren beginnt, benötigt demnach nur etwa 89 Euro pro Monat, um bis zum Renteneintritt genügend Vermögen aufzubauen. Startet der Sparplan erst mit 35 Jahren, steigt der monatliche Betrag auf rund 189 Euro, bei einem Einstieg mit 45 Jahren auf etwa 426 Euro. Wer dagegen erst kurz vor dem Ruhestand beginnt, muss deutlich höhere Beträge zurücklegen: Für 55-Jährige wären monatlich mehr als 1.100 Euro erforderlich.

Ein früher Beginn zahlt sich also besonders aus. Ein großer Teil des späteren Vermögens entsteht durch die langfristige Wirkung von Rendite und Zinseszins. Gleichzeitig sollten Sparer berücksichtigen, dass die Kaufkraft von Geld durch Inflation sinkt. Daher kann es sinnvoll sein, Sparraten im Laufe der Jahre – etwa nach Gehaltserhöhungen – schrittweise zu erhöhen.

Zudem entwickeln sich Börsenkurse in der Realität nicht gleichmäßig. Zwischenzeitliche Rückgänge sind möglich. Wer langfristig investiert und nicht in Krisenzeiten verkaufen muss, hat jedoch bessere Chancen, Marktschwankungen auszusitzen und langfristig vom Wachstum der Kapitalmärkte zu profitieren.

Zur Berechnung:
Die Berechnungen von Verivox basieren auf einem ETF-Sparplan mit einer angenommenen jährlichen Rendite von 7,5 Prozent während der Ansparphase. Zum Rentenbeginn wird das angesparte Kapital in der Modellrechnung zu zwei Prozent verzinst und über 25 Jahre für die monatlichen Auszahlungen genutzt.

Die Fondsbranche verzeichnete 2025 das stärkste Neugeschäft seit mehreren Jahren. Besonders Aktien- und Renten-ETFs gewinnen an Bedeutung – immer mehr Menschen beteiligen sich am Kapitalmarkt.

Die Fondsbranche blickt auf ein starkes Jahr zurück. Investmentfonds sammelten 2025 netto 154 Milliarden Euro ein. Davon entfielen 86 Milliarden Euro auf offene Publikumsfonds, allein 57 Milliarden Euro auf Aktien- und Renten-ETFs. Insgesamt verwalten Fondsgesellschaften in Deutschland inzwischen rund 4.851 Milliarden Euro – ein neuer Höchststand.

Besonders gefragt sind Aktienfonds mit einem Vermögen von 932 Milliarden Euro, davon 405 Milliarden Euro in ETFs. Auch Rentenfonds verzeichneten kräftige Zuflüsse von über 30 Milliarden Euro, vor allem in Produkte mit kurzen Restlaufzeiten oder Unternehmensanleihen. Dagegen zogen Anleger aus offenen Immobilienfonds per saldo Gelder ab.

Parallel wächst die Zahl der Wertpapierdepots deutlich. Die Bundesbank zählt mittlerweile 37 Millionen Depots – 14 Millionen mehr als noch 2020. Das unterstreicht den Trend: Immer mehr Menschen nutzen Wertpapiere als Baustein für Vermögensaufbau und Altersvorsorge.

Auch institutionelle Investoren bleiben aktiv. Spezialfonds verzeichneten ein nahezu verdoppeltes Neugeschäft im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt zeigt sich: Die Teilhabe am Kapitalmarkt nimmt weiter zu, und Fonds spielen dabei eine zentrale Rolle.