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Umfragen zeigen, dass die Corona-Krise das Gesundheitsbewusstsein gestärkt haben soll. Doch wie wirkt sich die Krise auf den Umgang mit Geld und vor allem das Sparverhalten aus?

“Die Möglichkeiten des Geldausgebens sind limitiert und reale oder befürchtete Job-/Einnahmeverluste steigern die Unsicherheit der Sparer”, fasst der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Christian König, die Ergebnisse zusammen. Sein Verband hat vom Meinungsforschungsinstitut Kantar untersuchen lassen, wie sich das Sparverhalten der Menschen in Deutschland entwickelt.
Weil die Studie jährlich durchgeführt wird, lassen sich Trends besser ablesen und der Vorjahresvergleich zeigt auch, wie sich die Corona-Pandemie auf die Geldanlagen der Deutschen auswirkt.
Für die Erhebung wurden mehr als 2.000 Personen im Alter von über 14 Jahren befragt; dabei waren Mehrfachnennungen zulässig.

  • Platz 10: Festverzinsliche Wertpapiere
    Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen oder Rentenpapiere… das Spektrum dieser Anlageklasse zeichnet sich durch garantierte Zinsen und geringe Wertschwankungen aus. Sieben Prozent der Befragten setzen vor allem auf diese Form der Geldanlage. Im Vorjahr waren es noch fünf Prozent.
  • Platz 9: Aktien
    Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen Aktien als Geldanlage zwar einen Zuwachs. Doch mit einem Prozentpunkt fällt dieser sehr gering aus. Mehr als der vorletzte Platz ist mit 17 Prozent nicht gewonnen.
  • Platz 7 und 8: Kurzfristige Geldanlagen und Riester-Rente
    Der ‚schleichende Tod‘ der Riester-Rente macht sich in der Umfrage des Bausparkassen Verbands noch nicht bemerkbar. Sie kann wie im Vorjahr 21 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Diesen Wert erreichen auch kurzfristige Geldanlagen (Tages-, Fest-, Termingeld) – einen Prozentpunkt weniger als 2020.
  • Platz 6: Investmentfonds
    Diese Anlageklasse kann im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozentpunkte Zuwachs verzeichnen und erreicht mit 23 Prozent der Nennungen Rang 6.
  • Platz 5: Immobilien
    Leichter Aufwärtstrend bei Immobilien. Sie verzeichnen mit 26 Prozent einen Zugewinn um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr.
  • Platz 4: Bausparvertrag
    Diese Geldanlage-Form verpasst mit 28 Prozent der Nennungen nur knapp den Sprung aufs Podium. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Prozentpunkt hinzugewonnen.
  • Platz 3: Renten- und Kapitallebensversicherungen
    … konnten im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von zwei Prozentpunkten verzeichnen. 30 Prozent der Befragten setzten auf diese Geldanlageform.
  • Platz 2: Sparbuch / Spareinlage Die Debatte um Verwahrentgelte schreckt die Deutschen nicht ab. Das Sparbuch bleibt auf dem Podium und kann im Vergleich zum Vorjahr sogar Zugewinne vermelden (von 37 auf 43 Prozent).
  • Platz 1: Sparen auf dem Girokonto
    Das Girokonto erreicht 2021 wieder die Spitzenposition. 47 Prozent der Befragten sparen damit Geld – nach 40 Prozent im Vorjahr. Der Zuwachs von 7 Prozentpunkten bedeutet einen neuen Höchststand.

Gute Nachrichten für Ruheständler: Sie werden im Juli eine „spürbare Verbesserung“ erfahren, wie Axel Reimann, Präsident der Deutschen Rentenversicherung (DRV) berichtet. Demnach werden die Renten sowohl in Ost als auch West deutlich angehoben.

Während jahrelang die Renten stagnierten oder nur gering anzogen, können sich die Rentner zum Juli 2015 auf höhere Altersbezüge freuen. Allerdings fällt die Rentenerhöhung in Ost und West unterschiedlich aus. In den alten Bundesländern steigen die Renten um 2,1 Prozent, in den neuen um 2,5 Prozent, teilt die Rentenversicherung mit.

Der Grund für den unterschiedlichen Anstieg: Die Höhe der Renten ist maßgeblich abhängig von der Lohnentwicklung im Vorjahr. In den neuen Ländern sind die Löhne dem Statistischen Bundesamt zufolge im Schnitt um 2,5 Prozent gestiegen und damit um 0,4 Prozentpunkte mehr als in den alten Ländern. Folglich erhalten Ostrentner auch mehr Geld.

Bei einer monatlichen Rente von 1.000 Euro haben Ruheständler im Westen monatlich 20,97 Euro mehr in der Tasche, im Osten beträgt das Plus 25,01 Euro. Und die positive Entwicklung könnte vorerst anhalten, denn auch 2016 rechnen Rentenexperten mit steigenden Altersbezügen. Angesichts der aktuell niedrigen Inflation komme es „zu einer spürbaren Verbesserung des Realeinkommens“, sagt Axel Reimann, Präsident der Rentenversicherung, dem Berliner Tagesspiegel.

Warnung vor zunehmender Altersarmut

Die kurzfristigen Trends sind also durchaus im Sinne der Ruheständler – die langfristigen hingegen weniger. So warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Armut sei bei Rentnern und Pensionären seit 2006 um 47,5 Prozent angestiegen. Wie passt das zusammen angesichts steigender Renten? Hintergrund sind u.a. zunehmend brüchige Erwerbsbiographien: Immer mehr Erwerbstätige werden längere Zeit arbeitslos oder müssen mit Niedriglohn- und Teilzeitjobs Vorlieb nehmen. Das wirkt sich negativ auf die zu erwartende Rente aus.

Und es droht eine weitere Verschärfung der Situation. Bis zum Jahr 2030 soll das Netto-Rentenniveau auf 43 Prozent sinken, so sieht es das RV-Nachhaltigkeitsgesetz vor. Neurentner, die zu dieser Zeit erstmals ihr Ruhestands-Salär erhalten, werden dann eine weit größere Lücke zwischen ihrem früherem Einkommen und Rente zu schließen haben. Selbst Durchschnittsverdiener drohen, unter das Niveau der Grundsicherung zu rutschen, wie etwa Modellrechnungen der Rentenversicherung zeigen. Denn die Gesellschaft altert, was auch die Sozialkassen belastet: Immer mehr Rentnern stehen immer weniger Beitragszahler gegenüber.

Private Altersvorsorge ist deshalb ein Thema, das jeder Bundesbürger ernst nehmen sollte. Dies gilt auch in Zeiten des Niedrigzinses. Welche Vorsorgeform man wählt, hängt dabei auch von persönlichen Vorlieben ab: Soll es eine möglichst sichere Anlage sein, die aber weniger Rendite verspricht? Oder ist man bereit, etwas mehr Risiko einzugehen? Sei es eine Riester-Rente, eine Lebensversicherung, ein Banksparplan, Investmentfonds oder die betriebliche Altersvorsorge: Die Möglichkeiten sind so bunt wie vielfältig! Ein Beratungsgespräch kann helfen, die passende Vorsorgeform zu finden.

Das Thema Nachhaltigkeit wird auch für Versicherungskunden immer wichtiger. Viele Anbieter haben das erkannt und bieten Geldanlagen an, die ökologisch saubere und sozial verantwortungsvolle Investments ermöglichen.

Schließen Privatkunden einen Altersvorsorgevertrag ab, erfahren sie in der Regel nicht, wie die Bank oder Versicherung das eingezahlte Geld anlegt. Nur wenigen Menschen ist dabei bewusst, dass der Anbieter möglicherweise entgegen der Interessen seiner Kunden investiert. Wer gegen Atomenergie protestiert, unterstützt vielleicht mit seiner Police einen Atomkraftbetreiber, ein Pazifist die Waffenindustrie, die Bioladenkundin Massentierhaltung. All das muss nicht zutreffen – ist aber möglich.

Wer ethisch bedenkliche Vorsorgeformen vermeiden will, für den bietet die Versicherungsbranche immer mehr Möglichkeiten. Sogenannte „Nachhaltigkeitsfonds“ oder auch Ethikfonds sind Geldanlagen, bei denen soziale und ökologische Kriterien im Vordergrund stehen. Und tatsächlich steigt die Nachfrage nach fairen Investments. Wie das Magazin ECOreporter berichtet, hat sich das Volumen offener Nachhaltigkeitsfonds in Deutschland seit dem Jahr 2000 verzwanzigfacht – auf heute mehr als 30 Milliarden Euro! Fast alle Versicherer bieten solche Produkte an.

Kriterien für Nachhaltigkeit

Wie aber wird garantiert, dass die Investments tatsächlich fair sind? Die Einstufung von Aktien für Nachhaltigkeitsfonds erfolgt nach drei Aspekten: einer Art schwarzen Liste mit Negativkriterien, den Positivkriterien und dem sogenannten „Best-in-class“-Ansatz.

Negativkriterium wäre etwa, wenn ein Unternehmen gegen ethische, soziologische und ökologische Standards verstößt. Wer also Rüstungs-, Atom- oder Gentechnik fördert, wird kaum als nachhaltig kategorisiert. Auch Kinderarbeit oder Dumpinglöhne können als Ausschlusskriterium dienen.

Als Positivkriterium zählt dagegen, wenn Aktien von Unternehmen stammen, die vorrangig auf erneuerbare Energien, menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder Umweltschutz achten. Hier zeigt sich auch eine Tücke dieser Fonds, denn Basis dieser Einordnung ist eine Selbstverpflichtung des Investors. Bezeichnungen wie „ethisch“, „nachhaltig“ oder „öko“ sind gesetzlich nicht geschützt, so dass der Verbraucher im Zweifel noch einmal genau hinschauen sollte, in welche Firmen sein Geld fließt.

Beim „Best-in-class“-Ansatz entscheidet sich der Investor für Firmen, die in ihrer Branche als „Klassenbester“ bezüglich ökologischer und sozialer Standards gelten. Maßstab für die Bewertung kann zum Beispiel eine gute Platzierung beim „Dow Jones Sustainability Index“ sein. Bei diesem Wettbewerb streiten börsennotierte Unternehmen darum, neben wirtschaftlichen Kriterien auch solche für Ökologie und soziales Bewusstsein zu erfüllen. Nachteil dieses Ansatzes: Viele Unternehmen, die als Klassenprimus gelten, haben auch weniger nachhaltige Investments im Portfolio.

Nachhaltige Altersvorsorge ist möglich!

Bei aller Kritik an den Ethikfonds sind sie doch ein wichtiger Schritt, die Sensibilität der Verbraucher für nachhaltiges Investment zu wecken. Unter anderem haben die Versicherungen eine große Auswahl an alternativen Riester-Renten im Angebot. Auch bei Basis-Renten, Sofort-Renten, betrieblicher Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt es spezielle Angebote für nachhaltige Policen. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Altersvorsorge ist wichtig! Dies zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Im Schnitt betrug die monatliche Altersrente lediglich 759 Euro pro Monat – zu wenig für ein auskömmliches Leben im Alter.

Wie die Deutsche Rentenversicherung berichtet, gab es zum Stichtag 31.12.2012 17,7 Millionen Bürger, die eine gesetzliche Altersrente bezogen haben. Dabei zeigten sich große Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während in Westdeutschland die Männer im Schnitt 1.005 Euro Rente erhielten, betrug die Rentenhöhe bei den Frauen nur 508 Euro. In Ostdeutschland waren die Renten zwischen den Geschlechtern etwas gleichmäßiger verteilt, da zu DDR-Zeiten besonders viele Frauen erwerbstätig gewesen sind. In den neuen Bundesländern erhielten die Herren 1.073 Euro und die Damen 730 Euro Monatsrente.

Die Durchschnittsrenten sind aber insofern niedrig ausgefallen, da für die Statistik jede Form der gesetzlichen Altersrente berücksichtigt wurde. Also auch Renten für Schwerbehinderte oder für Rentner, die in Altersteilzeit jobben mussten oder vor dem Renteneintritt arbeitslos gewesen sind. Und doch zeigen die Zahlen: Wer im Rentenalter gut leben will, der sollte sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Es kann nicht schaden, zusätzlich privat vorzusorgen, da sonst im Lebensabend eine Versorgungslücke droht.

Die Möglichkeiten der Altersvorsorge sind dabei so verschieden wie vielfältig: Sei es eine Lebensversicherung, eine staatlich geförderte Riester-Rente, der Kauf einer Immobilie oder die Investition in Aktien. Wichtig ist hierbei jedoch, dass der Wertverfall infolge der Inflation ausgeglichen wird. Pro Jahr beträgt die Geldentwertung etwa 2 Prozent – und wer sein Geld 20 Jahre lang unter dem Kopfkissen oder im Sparstrumpf sammelt, kann sich dafür letztendlich viel weniger kaufen.

Clevere Sparer kombinieren sogar mehrere Vorsorgeformen. Damit streuen sie das Risiko einer Geldanlage. Denn schon eine alte Redensart besagt, man soll nicht alle Eier in den gleichen Korb legen. Fällt der Korb runter, sind auch alle Eier kaputt, so dass man die zerbrechliche Ware bei Transport besser auf mehrere Orte verteilt. Und das Gleiche gilt für Finanzprodukte: Wer sein Kapital auf mehrere Säulen der Altersvorsorge aufteilt, der investiert sicherer! Ein Beratungsgespräch kann helfen, den geeigneten Altersvorsorge-Mix zu finden.