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Die Zahl der Wildunfälle hat 2023 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden rund 282.000 Kollisionen mit Wildtieren wie Rehen und Wildschweinen gemeldet. Die Schäden überschritten dabei erstmals die Milliarden-Euro-Grenze. Welche Versicherung für Wildunfälle aufkommt und was Autofahrer beachten sollten.

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland fast 282.000 Wildunfälle registriert – 17.000 mehr als im Vorjahr. Das zeigt die aktuelle Schadenbilanz des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die durch diese Unfälle verursachten Schäden stiegen erstmals auf über eine Milliarde Euro. Laut GDV mussten Kfz-Versicherer insgesamt 1.085 Millionen Euro zahlen, ein Anstieg von 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Die Versicherer haben 2023 erstmals mehr als eine Milliarde Euro für Wildschäden ausgeben müssen – das sind fast drei Millionen Euro pro Tag“, erklärt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Die durchschnittlichen Kosten pro Unfall stiegen ebenfalls: Im Schnitt zahlten die Versicherer 3.850 Euro, im Jahr 2022 waren es noch 3.600 Euro.

Die Gefahr von Wildunfällen ist saisonal unterschiedlich: Im Frühjahr und im Herbst gibt es besonders viele Unfälle mit Wildtieren. Dabei kommen oft Karosserieteile zu Schaden, die aufgrund steigender Preise und höherer Werkstattkosten zunehmend teurer werden.

Welche Versicherung zahlt?

Die Kfz-Teilkaskoversicherung deckt Schäden ab, die durch Kollisionen mit Haarwild wie Rehen, Wildschweinen oder Hirschen verursacht werden. Für den Fall, dass der Unfall durch andere Tiere wie Kühe oder Schafe ausgelöst wird, ist meist eine Vollkasko-Police erforderlich oder eine entsprechende Vertragserweiterung in der Teilkasko.

Verhalten nach einem Wildunfall:

  • Unfallstelle sichern (Warnblinklicht, Warndreieck)
  • Polizei benachrichtigen
  • Fotos vom Unfallort und Fahrzeug machen
  • Wildunfallbescheinigung vom Förster oder Jagdpächter einholen

2022 stieg die Anzahl von Marderschäden an kaskoversicherten Fahrzeugen an, wodurch Kfz-Versicherer für 214.000 beschädigte Autos aufkommen mussten.

Im vergangenen Jahr stiegen die Kosten für Marderschäden in der Kfz-Versicherung im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der von Mardern verursachten Schäden erhöhte sich von 208.000 auf 214.000, basierend auf den Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Laut Anja Käfer-Rohrbach, der stellvertretenden GDV-Hauptgeschäftsführerin, stieg zwar die Anzahl der Marderbisse leicht an, doch die individuellen Schäden sind teurer geworden: 2022 zahlten Versicherer durchschnittlich fast 500 Euro pro Marderbiss, was etwa zehn Prozent mehr als 2021 ausmacht.

Die Kosten für Marderbisse wurden für 2022 auf etwa 104 Millionen Euro beziffert, zwölf Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Nach Glasbruch und Wildunfällen waren Marderbisse die dritthäufigste Schadenart in der Teilkaskoversicherung.

In den letzten zehn Jahren blieb das Schadenaufkommen relativ stabil, jedoch stiegen die Schadenssummen deutlich an. 2012 und 2019 waren Spitzenjahre mit jeweils 233.000 beschädigten Fahrzeugen. Trotz weniger Schäden stiegen die Schadenssummen von rund 64 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 104 Millionen Euro 2022. Aktuell kostet jeder Marderbiss durchschnittlich rund 500 Euro, etwa zehn Prozent mehr als 2021 und 38,5 Prozent mehr als 2012.

Wie man sein Auto vor Marderbissen schützen kann:

  • Eine gründliche Motorreinigung nach einem Marderbesuch, am besten in einer Werkstatt.
  • Abschottungen des Motorraums, wie elastische Drahtgitter, um den Zugang zu Kabeln und Schläuchen zu verhindern.
  • Erhältlich sind auch Abwehrsysteme mit Ultraschall oder Stromstößen, um Marder fernzuhalten.
  • Eine weitere Option: Das Ummanteln von Kabeln und Schläuchen mit zusätzlichen Hartplastikschläuchen.

Teilkaskoversicherung zahlt, aber…

Die Teilkasko-Versicherung deckt in der Regel Marderschäden an Kabeln, Schläuchen und Leitungen ab. Es ist jedoch wichtig vor Vertragsabschluss zu prüfen, ob auch Folgeschäden durch Marderbiss abgedeckt sind.
Schäden an einem beschädigten Katalysator sind vergleichsweise gering. Wenn jedoch Kühlmittel austritt und dadurch ein Brand entsteht, deckt der Anbieter den Feuerschaden nur, wenn die Deckung für Folgeschäden besteht. Zudem sollte die Ersatzleistung für derartige Schadensfälle nicht begrenzt sein, da ein Marderbiss schnell einen Totalschaden verursachen kann!

Nutzen Deutsche die Möglichkeit, Versicherungsschutz online abzuschließen? Die Antwort fällt eindeutig aus, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt.

„Für Versicherungen ist der Online-Vertrieb von zentraler Bedeutung. Der digitale Versicherungsabschluss bietet auch die Chance, die Kundinnen und Kunden zum richtigen Zeitpunkt dort zu erreichen, wo sie eine Police brauchen – etwa bei der Reisebuchung im Internet oder beim Einkauf im Online-Shop“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder auf der Digital Finance Conference des Digitalverbands.

Tatsächlich haben bereits 8 von 10 Deutschen (79 Prozent) eine Versicherung online abgeschlossen. Besonders die 16- bis 29-Jährigen und die 30- bis 49-Jährigen nutzen diesen Weg mit jeweils 94 Prozent am häufigsten. Aber auch bei den 50- bis 64-Jährigen sind es immer noch 89 Prozent und sogar jeder zweite in der Generation ab 65 (50 Prozent) hat schon einmal eine Online-Versicherung abgeschlossen.

Am häufigsten wird der Online-Abschluss bei Versicherungen wie Teilkasko für das Auto, Haftpflichtversicherung für die Familie oder Auslandskrankenversicherung kurz vor dem Urlaub genutzt.

Dies geht aus einer Umfrage von 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren hervor, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

Allerdings stellte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erst kürzlich fest, dass „bei online abgeschlossenen Verträgen […] die gesetzlichen Anforderungen nicht immer eingehalten“ werden. Beispielsweise dann, wenn ein Beratungsverzicht gefordert wird. Auch bei vermeintlich ‚einfachen‘ Versicherungsprodukten sollte eine grundlegende Beratung erfolgen. Und die kann auch online stattfinden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) legte seine Regionalklassen-Statistik vor. Das ist eine wichtige Einflussgröße zur berechnung der Kfz-Haftpflicht-Prämie.

In welchen Regionen ist Autofahren besonders günstig oder teuer? Das geht aus der jährlich neubewerteten Regionalklassen-Statistik des GDV hervor. Regionalklassen zeigen die Schadenbilanz einer bestimmten Region in einem 5-Jahreszeitraum auf. Wo es häufig kracht und viele versicherte Schäden zu beklagen sind, müssen sich die Autofahrer auf höhere Kosten einstellen. Hier steht die Anzahl der Schäden den in diesem Bezirk zugelassenen Fahrzeugen gegenüber.

Nun veröffentlichte der Dachverband der deutschen Versicherer die Regionalklassen für das Jahr 2023. Knapp 5,5 Millionen Autofahrer in 67 Zulassungsbezirken in Deutschland profitieren zukünftig von besseren Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Dafür müssen rund 10,1 Millionen in 101 Bezirken eine höhere Regionalklasse hinnehmen. Für weitere 26,8 Millionen Kfz-Haftpflicht-Versicherte in 244 Zulassungsbezirken bleiben die Regionalklassen des Vorjahres erhalten.

Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich weiterhin für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die bundesweit beste Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung errechneten die Statistiker des GDV für den Zulassungsbezirk Elbe-Elster in Brandenburg. Hier seien die Schäden fast 30 Prozent niedriger als im bundesweiten Durchschnitt gewesen. Hohe Regionalklassen gelten vor allem in Großstädten sowie in Teilen Bayerns. Die schlechteste Schadenbilanz ergab sich für Berlin. Hier seien die Schäden fast 40 Prozent höher gewesen als im Bundesdurchschnitt.

Für die Kaskoversicherungen ändert sich durch die aktuelle Regionalstatistik verhältnismäßig wenig: Hier rutschten rund 2,8 Millionen Voll- und rund 3,1 Millionen Teilkaskoversicherte in eine schlechtere Regionalklasse. Für rund 900.000 Voll- und rund 2,9 Millionen Teilkaskoversicherte gibt es bessere Risikobewertungen. Für die anderen Versicherten bleibt alles beim Alten. Berücksichtigung in der Regionalklassenstatistik für Kaskoversicherungen findet die Häufigkeit von Diebstählen, Sturm- und Hagelschäden sowie die Anzahl der Wildunfälle.

Die Regionalklassen werden für die insgesamt 413 deutschen Zulassungsbezirke einmal im Jahr vom GDV herausgegeben und spiegeln die Schadenbilanz der Regionen wider. Entscheidend ist dabei nicht, wo ein Unfall passiert oder ein anderer Kasko-Schaden entstanden ist, sondern in welchem der Zulassungsbezirke der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat.

Die Schadenbilanzen der Zulassungsbezirke werden versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet, der die jeweilige Regionalklasse bestimmt. Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Vollkasko neun und für die Teilkasko 16 Klassen. Je besser die Schadenbilanz und damit die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus.

Allerdings sind die Regionalklassen nur ein Wert, der in die Berechnung der Kfz-Versicherung einfließt. Für die Versicherer selbst sind die Regionalklassen unverbindlich und können ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel ist dies der 1. Januar des folgenden Jahres. Auf der Webseite des GDV können Interessierte die jeweilige Regionalklasse ihres Bezirkes abfragen.

Damit die Risikogerechtigkeit innerhalb einer Regionalklasse gewahrt bleibt, werden regelmäßig die Klassengrenzen geprüft und bei Bedarf angepasst. Weil zuletzt viele Bezirke mit unterschiedlichen Schadenbilanzen in die niedrigsten und höchsten Regionalklassen eingestuft waren, gelten künftig neue Klassengrenzen: Für die niedrigste Regionalklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung muss die Schadenbilanz eines Bezirks jetzt fast 22 Prozent statt rund 15 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen – dadurch erreichen nur noch 24 statt 55 Bezirke die niedrigste Regionalklasse. Gleichzeitig beginnt die höchste Einstufung nicht mehr ab 20 Prozent, sondern erst ab rund 30 Prozent über dem Schnitt. Dadurch werden nicht mehr 19 Bezirke, sondern zwei Bezirke in die höchste Regionalklasse eingestuft. Das gilt für Offenbach und Berlin. Bezirke mit einer durchschnittlichen Schadenbilanz haben in der Kfz-Haftpflichtversicherung weiterhin die Regionalklasse 6.

Naturgefahren wie Sturm und Hagel hinterlassen auch in den Schadenbilanzen der Kfz-Versicherer tiefe Spuren. Insgesamt zahlten die Autoversicherer 1,7 Milliarden Euro für versicherte Schäden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Schadenbilanz der Kfz-Versicherer für 2021 vorgestellt. Daraus geht hervor, dass allein für Schäden durch Naturgefahren 1,7 Milliarden Euro aufgewendet wurden. Verglichen mit einem durchschnittlichen Schadenjahr entspricht das fast einer Verdopplung: Im langjährigen Durchschnitt werden jährlich rund 390.000 versicherte Fahrzeuge beschädigt, die Schadensumme liegt bei rund 900 Millionen Euro.

Das 2021 anders. „Wir haben 2021 rund 450.000 Schäden in Höhe von 1,7 Milliarden Euro an versicherten Kraftfahrzeugen gezählt“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Davon entfielen rund 1,3 Milliarden Euro auf Kfz-Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz. Die restlichen 400 Millionen Euro wurden durch Überschwemmungen verursacht.

Ein Grund seien verheerenden Überschwemmungen, die im Juli Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz heimgesucht haben. Aber bereits im Juni suchte eine Unwetterserie mit Sturm, Hagel und Überflutungen unter anderem Bayern und Baden-Württemberg heim. „2021 hat sich erneut gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels in Deutschland längst spürbar sind. Schon wenige extreme Wetterlagen können immense Schäden anrichten“, so Asmussen.

Schlaglöcher, Dellen und Risse in der Fahrbahn sind gerade keine Seltenheit. Doch wer haftet, wenn durch ein Schlagloch ein Schaden entsteht?

In Deutschland sind die Straßenbaulastträger für den verkehrssicheren Zustand von Straßen und Wegen zuständig. Das sind Bund, Länder, Städte oder Gemeinden. Zu ihren Aufgaben zählt die regelmäßige Kontrolle und Reparatur von Straßen. Doch gerade nach strengem Frost können nicht überall gleichzeitig alle Schäden behoben werden. Um vor Gefahrensituationen zu warnen, werden deshalb mancherorts nur Verkehrsschilder aufgestellt, statt den Schaden gleich zu beheben.

Schlagloch-Schaden: Teilkasko reicht nicht aus

Autofahrer, die nur eine Teilkaskoversicherung für ihr Fahrzeug haben, müssen einen Schaden, der durch ein Schlagloch entstanden ist, selbst zahlen. Eine Vollkaskoversicherung zahlt die Reparatur in der Regel vollständig, informiert der Auto Club Europa (ACE), Deutschlands zweitgrößter Autoclub. Über eine separate Fahrradversicherung können auch Radfahrer Schäden regulieren lassen, die am Fahrrad durch Schlaglöcher entstanden sind.

Verhalten im Schadensfall

Grundlage für die Schadensmeldung bei der Vollkaskoversicherung ist die Schadendokumentation. Es sollten Fotos gemacht und bei schweren Schäden auch Zeugenaussagen eingeholt und Schadenprotokolle erstellt werden, rät der ACE.

Will ein Geschädigter Schadenersatz vom zuständigen Straßenbaulastträger muss er nachweisen, dass entweder

  • die Kontrollpflicht verletzt wurde,
  • Schlaglöcher schuldhaft übersehen wurden,
  • die Beseitigung von Schlaglöchern unterlassen wurde.

Laut ACE schwinden die Erfolgsaussichten solcher Schadenersatzbegehren, wenn die Fahrzeuge mit unangemessener Geschwindigkeit unterwegs waren. Denn die Straßenverkehrsordnung (StVo) schreibt vor, dass man das Fahrverhalten den Witterungsbedingungen und Straßenverhältnissen anpasst.