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Im Jahr 2024 wird eine Anhebung der Prämien für Wohngebäudeversicherungen um etwa 7,5 Prozent erwartet. Dies resultiert aus der Einführung eines neuen Anpassungsfaktors.

Während der Anpassungsfaktor für Wohngebäudeversicherungen im Jahr 2023 noch bei 14,7 Prozent lag, wird für 2024 eine Steigerung von “lediglich 7,5 Prozent” vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vermeldet. Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Verbands, betonte, dass sich die Erhöhung für Hausbesitzer somit praktisch halbiert hat. Dies ist angesichts der anhaltenden Sorgen um die Bezahlbarkeit von Wohnraum ein bedeutendes Signal.

In der gleitenden Neuwertversicherung ergibt sich der jährlich zu zahlende Beitrag aus der Vermehrung der Versicherungssumme “Wert 1914” mit dem Anpassungsfaktor und dem spezifischen Beitragssatz für die jeweilige Risikokategorie. Allein aufgrund des neuen Anpassungsfaktors (in älteren Vertragsbedingungen auch “Prämienfaktor” oder “gleitender Neuwertfaktor” genannt) wird für 2024 eine Prämiensteigerung von 7,52 Prozent verzeichnet. Dieser Wert ist für sämtliche Versicherungsunternehmen und Tarife, die auf den gleitenden Neuwertfaktor setzen, gültig.

Eine Beitragserhöhung aufgrund einer Anpassung aufgrund des Index führt nicht automatisch zu einem Sonderkündigungsrecht für den Versicherten. Wenn der Beitrag jedoch unabhängig von einer Indexerhöhung bei gleichbleibenden Leistungen erhöht wird, haben die Versicherten das Recht zur außerordentlichen Kündigung und zur Suche nach einem neuen Anbieter. Versicherungsgesellschaften weisen auf ihren Jahresabrechnungen aus, ob die Beitragserhöhung aufgrund des neuen Anpassungsfaktors erfolgte.

Nutzen Deutsche die Möglichkeit, Versicherungsschutz online abzuschließen? Die Antwort fällt eindeutig aus, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt.

“Für Versicherungen ist der Online-Vertrieb von zentraler Bedeutung. Der digitale Versicherungsabschluss bietet auch die Chance, die Kundinnen und Kunden zum richtigen Zeitpunkt dort zu erreichen, wo sie eine Police brauchen – etwa bei der Reisebuchung im Internet oder beim Einkauf im Online-Shop”, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder auf der Digital Finance Conference des Digitalverbands.

Tatsächlich haben bereits 8 von 10 Deutschen (79 Prozent) eine Versicherung online abgeschlossen. Besonders die 16- bis 29-Jährigen und die 30- bis 49-Jährigen nutzen diesen Weg mit jeweils 94 Prozent am häufigsten. Aber auch bei den 50- bis 64-Jährigen sind es immer noch 89 Prozent und sogar jeder zweite in der Generation ab 65 (50 Prozent) hat schon einmal eine Online-Versicherung abgeschlossen.

Am häufigsten wird der Online-Abschluss bei Versicherungen wie Teilkasko für das Auto, Haftpflichtversicherung für die Familie oder Auslandskrankenversicherung kurz vor dem Urlaub genutzt.

Dies geht aus einer Umfrage von 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren hervor, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

Allerdings stellte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erst kürzlich fest, dass “bei online abgeschlossenen Verträgen […] die gesetzlichen Anforderungen nicht immer eingehalten” werden. Beispielsweise dann, wenn ein Beratungsverzicht gefordert wird. Auch bei vermeintlich ‘einfachen’ Versicherungsprodukten sollte eine grundlegende Beratung erfolgen. Und die kann auch online stattfinden.

Versicherung per Online-Abschluss oder doch lieber persönliche Beratung? Junge Menschen wollen beides – gleichzeitig.

Junge Kunden sind (nicht nur) in der Versicherungsbranche heiß begehrt. Schließlich geht es darum, teilweise extrem langanhaltende Kundenbeziehungen aufzubauen. Nicht wenige Versicherer sind auch deshalb dazu übergegangen, lebenslanger Begleiter werden zu wollen.

Doch erreichen solche Bemühungen auch die jungen Menschen und damit die zukünftigen Kunden? Diese Frage untersucht der aktuelle Schwerpunktbericht “Zielgruppenkonzepte” des Kundenmonitors Assekuranz 2022, der von der Sirius Campus GmbH in Kooperation mit der Aeiforia GmbH erstellt wurde.

Ein Aspekt, der dabei beleuchtet wurde, betrifft die Beratungswünsche junger Menschen. Im Vergleich zu 2019 – also vor der Corona-Krise – hat sich der Wunsch nach regelmäßiger Beratung signifikant erhöht. Eine solche Beratung ist mittlerweile für 56 Prozent der 18- bis 30-jährigen Entscheider und Mitentscheider in Versicherungsangelegenheiten wichtig, vor drei Jahren betrug dieser Anteil lediglich 40 Prozent. Auch insgesamt ist regelmäßige Beratung wichtiger geworden: In der Gesamtgruppe der 18- bis 69-Jährigen steigt die Relevanz von 50 Prozent (2019) auf inzwischen 58 Prozent (2022).

Noch stärker hat sich der Wunsch nach Online-Beratung durch den Vermittler, z. B. in Form eines Videocalls per Teams, Zoom oder WhatsApp, erhöht. Schon im Gesamtmarkt ist hier eine Steigerung von 32 Prozent (2019) auf 46 Prozent (2022) zu beobachten. Unter den 18- bis 30-Jährigen wünschen sich sogar 71 Prozent eine Online-Beratung durch ihren Vermittler, das sind stolze 28 Prozentpunkte mehr als noch vor drei Jahren.

Persönliche Beratung steht bei Versicherungskunden weiterhin hoch im Kurs. Das zeigt eine aktuelle Studie. 67 Prozent bevorzugen demnach die Beratung durch Versicherungsvermittler.

Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag eines Versicherers zeigt, dass vielen Kunden die persönliche Beratung durch Versicherungsvermittler weiterhin wichtig ist. 67 Prozent der Befragten präferieren beim Thema Versicherung demnach die persönliche Beratung. Ausschlaggebende Faktoren für diese Präferenz seien dabei das Vertrauen in die Versicherungsvermittler (46 Prozent) sowie deren Fachkompetenz (43 Prozent).

Die persönliche Beratung ist den Befragten besonders dann wichtig, wenn es um komplexere Themen wie Altersvorsorge oder eine Lebensversicherung geht. Dieser Aussage stimmen 62 Prozent der Befragten zu.

Hintergrund: Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat die Umfrage vom 7. bis 14. Dezember 2022 im Rahmen des repräsentativen Online-Befragungspanels forsa.omninet durchgeführt. Insgesamt wurden 1.009 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bundesbürgerinnen und -bürger im Alter von 18 bis 65 Jahre befragt. Auftraggeber der Studie ist die Gothaer Versicherung.

Steigende Lebenshaltungskosten lassen Verbraucher nach Sparmöglichkeiten suchen. Bei welchen Versicherungen zuerst der Rotstift angesetzt wird.

In Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland sind Verbraucher wegen der steigenden Lebenshaltungskosten besorgt. So ermittelte der Guidewire Survey Report 2022, dass in diesen vier Ländern 87 Prozent der Befragten aufgrund der steigenden Preise sorgenvoll in die Zukunft blicken. Von den vier untersuchten Verbrauchermärkten sind die Deutschen mit 80 Prozent am wenigsten beunruhigt. In Spanien erreicht dieser Wert 93 Prozent.

Angesichts der wirtschaftlichen Lage hält es mehr als die Hälfte aller Befragten (56 %) für wahrscheinlich, dass sie bei den eigenen Ausgaben für Versicherungsschutz sparen werden. Bei welchen Versicherungen die deutschen Befragten am ehesten den Rotstift ansetzen würden:

  • Krankenversicherung
    15 Prozent der befragten Deutschen würden am ehesten ihre Krankenversicherung kündigen. Ein eher theoretischer Wert – schließlich besteht in Deutschland die Pflicht, krankenversichert zu sein.
  • Einkommensschutz
    Auf die Absicherung ihrer Arbeitskraft würden 16 Prozent der befragten Deutschen verzichten.
  • Haustier-Versicherung
    Steigen die Lebenshaltungskosten noch weiter, würden 21 Prozent der befragten Deutschen auf die Versicherung ihrer Haustiere verzichten.
  • Hausratversicherung
    Den Schutz einer Hausratversicherung halten 24 Prozent der befragten Deutschen für verzichtbar, wenn die Lebenshaltungskosten steigen.
  • Datenschutz-Versicherung
    26 Prozent sehen am ehesten bei der Cyberversicherung Einsparpotenzial. Wichtig bei diesem Ergebnis: Befragt wurden Privatpersonen.
  • Fahrradversicherung
    34 Prozent würden zuerst die Fahrradversicherung kündigen. Das ist beinahe der Spitzenwert dieser Umfrage.
  • Reiseversicherung
    Bei weiter steigenden Lebenshaltungskosten würden sich 35 Prozent der befragten Deutschen zuerst von ihrer Reiseversicherung trennen.

Über die Studie:
Der Guidewire Survey Report 2022 befragte insgesamt 4.037 Personen aus Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Studie bestand aus einer Online-Befragung von Personen im Alter über 18 Jahren, die innerhalb der letzten 12 Monate eine der gängigsten Versicherungen (zum Beispiel Hausrat, Kraftfahrzeuge) erneuert oder abgeschlossen haben. Die Datenerhebung und Durchführung der Umfrage fand im Mai 2022 statt.

Dispokredit ausgereizt, keine Ersparnisse aufgebaut, nicht in Wohneigentum investiert: Welche finanziellen Entscheidungen bereuen Deutsche? Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag einer Geldanlage-Plattform.

Zu viel versprochen? Vertrauen in falsche Beratung landet auf Platz 1

An erster Stelle der Finanz-Fehler steht eine Folge aus fehlendem Finanzwissen und falschen Versprechungen: 14,7 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger haben bei der Geldanlage auf falsche Beratung vertraut. Etwa jede und jeder Siebte scheint bei der Finanzberatung auf leere Versprechungen hereingefallen zu sein – möglicherweise haben die Leute Produkte abgeschlossen, die geringere Rendite bringen oder für die höhere Kosten anfallen, als zuvor erwartet.

Wunschtraum Wohneigentum: Fast 14 Prozent bedauern, nicht gekauft zu haben

In Zeiten von Wohnungsknappheit und rasant steigenden Mieten in vielen Städten bereuen nicht wenige Deutsche, keine Immobilie zu besitzen. Immerhin 13,9 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger machen es sich zum Vorwurf, nicht in eine Eigentumswohnung oder in den Hausbau investiert zu haben.

Investment-Fails: Aufs falsche Pferd gesetzt

Mehr als jede und jeder Zehnte (11,1 Prozent) gesteht sich ein, beim Investieren auf die falsche Karte gesetzt zu haben. Den Abschluss einer konkreten Geldanlage mit zu hohen Risiken bereuen allerdings nur 6,8 Prozent der Befragten.

Nicht gespart ist auch nicht besser

Jede und jeder zehnte Deutsche (10,3 Prozent) bedauert es, keine Ersparnisse zurückgelegt zu haben.

Ständig im Minus: Das geht neun Prozent der Deutschen so

Für neun Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger liegt der größte Finanz-Fehler bei ihrem ausgereizten Dispokredit. Was temporär vollkommen in Ordnung ist, wird auf Dauer zum großen Problem: Ständig mehr auszugeben als einzunehmen und zusätzlich Dispozinsen zu zahlen, macht den Aufbau von Ersparnissen fast unmöglich. Immerhin sehen aber nur 7,5 Prozent der Deutschen in einer langfristigen Verschuldung ihren größten Fehler.

Über die Studie:
Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag der Raisin GmbH 2.500 Personen zwischen dem 22. und dem 23. April 2022 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,5 Prozent.

Die Zurückhaltung bei Vertragsabschlüssen im Rechtsschutzbereich hat einen Grund: Die Kosten für Anwälte und Gerichte werden deutlich unterschätzt, ermittelte eine Befragung.

Ob als Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer: 59 Prozent der Deutschen war bereits in einen Verkehrsunfall verwickelt. Offenbar eine prägende Erfahrung: Denn unter den privaten Rechtsschutzversicherungen ist der Verkehrs-Rechtsschutz am weitesten verbreitet. Fast die Hälfte (48 Prozent) derjenigen, die eine Rechtsschutz-Police abgeschlossen haben, sind bei verkehrsrechtlichen Auseinandersetzungen versichert.

Es folgen Arbeits-Rechtsschutz und Mietrechtsschutz. Das passt zu den Wünschen der Bundesbürger. Denn 70 Prozent von ihnen möchten gern, dass ihr Arbeitsvertrag professionell beurteilt wird und zwei Drittel der Bundesbürger wünschen sich eine juristische Beurteilung ihrer Mietverträge.

Allerdings: Knapp die Hälfte der Befragten hat überhaupt keine Rechtsschutzversicherung. Als einen wichtigen Grund für die ‚Abschluss-Scheu‘ der Deutschen hat die Studie gleich mit ausgemacht. Die mit juristischen Auseinandersetzungen verbundenen Kosten werden massiv unterschätzt.

In der Befragung diente ein Unfall mit einem Sachschaden in Höhe von 10.000 Euro als Beispiel. Die durchschnittlichen Anwalts- und Gerichtskosten würden sich dafür auf etwa 5.000 Euro belaufen, so die Württembergische, die die Befragung beauftragte. Insgesamt unterschätzen 88 Prozent der Befragten die Kosten. 69 Prozent der Befragten gehen gar von weniger als 3.000 Euro aus.

Dass die Kosten unterschätzt werden, könnte aber auch damit zusammenhängen, dass sie stetig steigen. So stellte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fest, dass sich die durchschnittlichen Ausgaben für Anwälte und Gerichte von 2012 bis 2016 um knapp ein Fünftel (19 Prozent) erhöhten. Und damit nicht genug: Zum Jahresbeginn 2021 stiegen Rechtsanwaltsgebühren, Sachverständigen- und Dolmetscherhonorare, Schöffen- und Zeugenentschädigungen sowie Gerichtsgebühren erneut. Je nach Rechtsgebiet um bis zu 20 Prozent (Sozialrecht).

Über die Befragung:
Die repräsentative Erhebung fand im September 2021 mobil und online durch das Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag der Württembergischen Versicherung statt. 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger im Alter von 18 bis 65 Jahren wurden dabei zu Themen rund um die private Rechtsschutzversicherung befragt.

Wovon machen junge Menschen abhängig, ob sie sich für eine Versicherung entscheiden? Dieser Frage ging eine Studie nach. Am wichtigsten ist das Preis-/Leistungsverhältnis.

Welche Kriterien entscheiden darüber, ob und für welche Versicherung sich junge Menschen entscheiden? Dieser Frage ging die Studie eines IT-Dienstleistungsunternehmens nach, für die Antworten von 1.000 Bundesbürgern im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ausgewertet wurden.

Eine der Fragen lautete: “Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Punkte, wenn Sie eine Versicherung abschließen möchten?” Die Antworten zeigen, dass junge Menschen trotz Digitalisierung nicht allein gelassen werden wollen. So sind Digitale Helfer zwar 69 Prozent der Befragten ‚wichtig‘ oder sogar ‚sehr wichtig‘. Doch persönliche Beratung wird von 79 Prozent der Befragten als ‚sehr wichtig‘ oder ‚wichtig‘ erachtet. Am wichtigsten waren den jungen Menschen aber andere Kriterien, wie die Umfrage-Ergebnisse zeigen:

  • Preis-/ Leistungsverhältnis: ‚sehr wichtig’ 56 Prozent / ‚eher wichtig‘ 33 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 9 Prozent / ‚unwichtig‘ 2 Prozent
  • Verständliche Sprache (z.B. in Versicherungsbedingungen): ‚sehr wichtig’ 49 Prozent / ‚eher wichtig‘ 37 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 12 Prozent / ‚unwichtig‘ 2 Prozent
  • Transparenz (z.B. beim Versicherungsumfang): ‚sehr wichtig’ 42 Prozent / ‚eher wichtig‘ 40 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 15 Prozent / ‚unwichtig‘ 3 Prozent
  • Persönliche Beratung (z.B. persönlich oder telefonisch): ‚sehr wichtig’ 41 Prozent / ‚eher wichtig‘ 39 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 16 Prozent / ‚unwichtig‘ 4 Prozent
  • Niedrige Kosten (z.B. bei Provision): ‚sehr wichtig’ 39 Prozent / ‚eher wichtig‘ 43 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 15 Prozent / ‚unwichtig‘ 3 Prozent
  • Wahlmöglichkeiten (z.B. bei Tarifoptionen): ‚sehr wichtig’ 33 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 16 Prozent / ‚unwichtig‘ 3 Prozent
  • Ratgeber (z.B. bei Gesundheit, Einbruchschutz, Altersvorsorge): ‚sehr wichtig’ 31 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 17 Prozent / ‚unwichtig‘ 4 Prozent
  • Direkte Abschlussmöglichkeiten (z.B. auf der Webseite): ‚sehr wichtig’ 28 Prozent / ‚eher wichtig‘ 44 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 23 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Loyality-Programme (z.B. Preisvorteile): ‚sehr wichtig’ 27 Prozent / ‚eher wichtig‘ 45 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 23 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Unterstützende Services (z.B. Arzt-, Handwerker- oder Anwaltssuche): ‚sehr wichtig’ 26 Prozent / ‚eher wichtig‘ 46 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 23 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Vergünstigungen (z.B. bei Werkstätten/Handwerkern): ‚sehr wichtig’ 25 Prozent / ‚eher wichtig‘ 41 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 29 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Self Service (z.B. im Kundenportal): ‚sehr wichtig’ 23 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 24 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Digitale Helfer (z.B. eine Schaden-App): ‚sehr wichtig’ 22 Prozent / ‚eher wichtig‘ 47 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 26 Prozent / ‚unwichtig‘ 5 Prozent
  • Wechselservice: ‚sehr wichtig’ 21 Prozent / ‚eher wichtig‘ 48 Prozent / ‚weniger wichtig‘ 27 Prozent / ‚unwichtig‘ 4 Prozent

Die Deutschen schließen Versicherungen im Internet ab? Denkste! Zwar haben ein Drittel aller Bundesbürger tatsächlich schon einmal eine Versicherung im Netz abgeschlossen, so zeigt eine repräsentative Umfrage der GFK Marktforschung vom September 2016. Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger bevorzugt aber das persönliche Beratungsgespräch bei einem Vermittler. Und dafür gibt es gute Gründe.

Es ist ein Fakt: „nur“ jeder dritte Bundesbürger hat schon einmal eine Versicherung im Internet abgeschlossen, die überwiegende Mehrheit bevorzugt hingegen das persönliche Gespräch. Und keineswegs sind die Senioren in der Mehrheit bei den Online-Abstinenzlern. Auch bei der Altersklasse der Unter-30-Jährigen wählten nur 30 Prozent den Weg über ein Online- und Vergleichsportal, wenn sie eine Versicherung brauchten. Das ergab eine Studie der GfK-Marktforschung im Auftrag des Versicherer-Dachverbandes GDV.

Vor allem komplexe Verträge werden fast ausschließlich offline abgeschlossen

Dass die Mehrheit der Bundesbürger den persönlichen Kontakt mit einem Vermittler bevorzugt, hat konkrete Gründe. So werden vor allem komplexere Versicherungen wie Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Wohngebäude-Policen fast ausschließlich offline gezeichnet. Beispiel Wohngebäude-Versicherung: 94 Prozent aller Versicherungskunden gehen lieber zu einem Vermittler, statt den Vertrag per App oder Mausklick abzuschließen.

Warum aber bevorzugen Versicherungskunden den persönlichen Kontakt? Ganz einfach. Derart komplexe Verträge erfordern eine individuelle Bedarfsprüfung. Wer zum Beispiel sein Haus versichern will, muss genau wissen, was dieses wert ist und welche Gefahren lauern. Das umfasst Aussagen zur Bauart, Wohnfläche, Lage oder der Finanzierung des Hauses – um nur einige Beispiele zu nennen. All das hat Auswirkungen, welchen Vertrag der Kunde braucht und welche Leistungen inkludiert sein müssen.

Doch die wenigsten Verbraucher (14 Prozent) gehen davon aus, dass sie diese individuelle Bedarfsprüfung auch im Netz erhalten, zum Beispiel bei einem Vergleichsportal. Und nicht jedes Online-Formular erfasst auch alle Gegebenheiten, die individuell berücksichtigt werden müssten.

Erklärungsbedarf bei Klauseln

Zudem ist gerade bei komplexen Verträgen sehr wahrscheinlich, dass der Kunde Fragen zum Vertrag hat und Klauseln erklärt haben will. Um beim Beispiel Wohngebäude-Versicherung zu bleiben: in einigen Verträgen sind Seng- und Schmorschäden versichert, Schäden durch Rauch und Ruß aber ausgeschlossen. Was bedeutet dies? Ein Versicherungsfachmann weiß darauf eine Antwort.

Hier geht die Mehrheit der GfK-Studienteilnehmer davon aus, dass derartige Fragen im persönlichen Gespräch besser beantwortet werden können. Nur eine Minderheit erwartet hingegen von Online-Portalen Antworten bei konkreten Fragen (43 Prozent).

Immer mehr Kunden wählen aber einen Doppelweg: sie informieren sich erst im Netz und gehen dann zu einem Versicherungsfachmann, um dort persönlich einen Vertrag abzuschließen. Hierbei spricht man von dem sogenannten RoPo-Kunden: Research Online, Purchase Offline. Oder ins Deutsche übertragen: Online recherchieren, offline kaufen oder abschließen. Für Versicherungs-Vermittler ist das eine gute Nachricht: sie werden auch zukünftig gebraucht.

Die „Wettbewerbszentrale“ hat am Mittwoch ihren Jahresbericht für das Jahr 2015 vorgelegt. Wenn Unternehmen mit unlauterer Werbung auffallen oder dem Kunden Versprechungen machen, die sie nicht halten, dann wird diese Beschwerdestelle für unlauteren Wettbewerb tätig. Dabei zeigt sich, dass sich Delikte immer stärker ins Internet verlagern – 60 Prozent aller bearbeiteten Fälle betrafen Beschwerden über Online-Angebote.

Wenn Anbieter im Internet werben, etwa mit saftigen Preisersparnissen für Reisen oder hohen Renditen bei Finanzprodukten, sollten Verbraucher genau hinschauen. Die „Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs“ aus Frankfurt berichtet, dass sie immer häufiger Beschwerden über Werbung mit Internetbezug erhält. Die Kunden werden zum Beispiel mit unrealistisch hohen Rabatten getäuscht, ihnen werden versteckte Kosten bei Online-Buchungen aufgebrummt oder Produkte sind bewusst intransparent dargestellt.

7.000 Beschwerden zu Internet-Verstößen

Auf knapp 7.000 Fälle zu Geschäftspraktiken und Werbung im Internet summierten sich die Beschwerden. Dabei waren laut Pressemeldung der Wettbewerbszentrale deutlich zwei Kategorien zu unterscheiden: einmal die Fälle, in denen sich Unternehmen ganz bewusst Wettbewerbsvorteile verschaffen wollen durch Tricks, Täuschungen, Manipulation und Rechtsverstöße. Sodann die große Anzahl an Fällen, in denen eine unklare Rechtslage auch denjenigen Unternehmen große Probleme bereitet, die sich rechtskonform und kundenfreundlich verhalten wollen.

Ein typisches Beispiel für bewusste Täuschung: Ein Online-Reiseanbieter hat nicht, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, mindestens eine kostenlose Bezahlmöglichkeit bereitgehalten. Stattdessen wurden hohe Gebühren für die Online-Bezahlung erhoben. Wer dies vermeiden wollte, musste eine Prepaidkarte erwerben, die wiederum mit einer Gebühr verbunden war. So geht es nicht: Anbieter sind verpflichtet, für Verbraucher wenigstens eine gängige und zumutbare unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit bereitzustellen.

In einem zweiten Fall wollte sich ein Online-Reiseanbieter das Recht einräumen lassen, dem Kunden zusätzliche Reiseversicherungen unterzujubeln. Wer eine Reise bei dem Portal buchte, fand in der Maske eine voreingestellte Funktion, die den Erwerb besagter Versicherung automatisch in die Flugreise einrechnete. Auch hier zeigt der Gesetzgeber mit dem Daumen nach unten. Beim Verkauf von Flugreisen müssen optionale Nebenleistungen auf Opt-in-Basis dargestellt werden. Das heißt: der Kunde muss die Option bewusst anklicken und mit einem Häkchen zum Ausdruck bringen, dass er die zusätzliche Versicherung tatsächlich abschließen will. Andernfalls liegt eine Täuschung des Verbrauchers vor (OLG München, 16.07.2015, Az. 6 U 4681/14).

Beschwerden mit Bezug auf Versicherungen

Beschwerden, die sich auf die Vermittlung von Versicherungen und Finanzdienstleistungen beziehen, werden in dem Jahresbericht der Wettbewerbszentrale mit eigenen Kapiteln bedacht. Erfasst werden hierbei zum Beispiel auch Verstöße gegen Meldepflichten. So müssen Versicherungsvermittler seit 2007 in der Regel in einem Register der Industrie- und Handelskammern erfasst sein, um Policen vertreiben zu dürfen. Dies durchaus im Sinne der Kundenfreundlichkeit: Mit dem Eintrag wird garantiert, dass der Vermittler eine gewerbliche Haftpflichtversicherung besitzt, die im Schadensfall einspringt. Auch eine ausreichende fachliche Qualifikation wird so zugesichert.

Aber immer wieder finden sich schwarze Schafe, die ohne entsprechende Erlaubnis Versicherungen vermitteln. So auch eine Wirtschaftskanzlei, die von der Wettbewerbszentrale abgemahnt wurde und eine Unterlassungserklärung abgab. Andere Online-Vermittler gaben sich gar selbst als Versicherungsgesellschaft aus, ohne die dafür vorgesehenen strengen Anforderungen zu erfüllen. Auch sie erhielten Abmahnungen.

Jeder kann sich bei der Wettbewerbszentrale beschweren

Die Wettbewerbszentrale versteht sich als unabhängiges Selbstkontrollorgan der deutschen Wirtschaft. Wer selbst unlautere Werbepraktiken beobachtet, kann sich direkt an die Beschwerdestelle der Wettbewerbszentrale wenden. Dies ist per Brief (Wettbewerbszentrale, Postfach 2555, 61295 Bad Homburg) oder Online unter wettbewerbszentrale.demöglich.

Der Verstoß muss durch Dokumente oder eine eidesstattliche Beglaubigung belegt werden. Auch sind die konkrete Verstöße vorzutragen (z. B. „Der Internet-Shop-Betreiber X räumt auf der Plattform … kein Widerrufs- oder Rückgaberecht ein“ oder „Das Impressum der Webseite … enthält keine ladungsfähige Anschrift“). Anonyme Beschwerden werden nicht bearbeitet, aber personenbezogene Daten vertraulich behandelt.