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Eine Umfrage des NDR zeigt: Zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger fürchten im Alter von Armut betroffen zu sein. Die Gründe dafür liegen vor allem im instabilen Rentensystem und der befürchteten Inflation.

Die Sorgen vor Altersarmut nehmen in Norddeutschland zu, wie eine Umfrage des NDR zum Thema “Reicht die Rente?” zeigt. Trotz der regionalen Begrenzung auf Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen beteiligten sich rekordverdächtige 20.609 Personen an der Umfrage.

Zwei Drittel der Befragten äußerten die Befürchtung, im Rentenalter arm zu sein, wobei Frauen (72 %) etwas besorgter sind als Männer (61 %). Hauptgründe hierfür sind das instabile Rentensystem und die Inflation. Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist erschüttert, da viele befürchten, dass das System nicht mehr finanzierbar sein könnte und die Preise stärker steigen als die Renten.

Besonders die 30- bis 39-Jährigen sehen ein Problem mit Altersarmut auf sich zukommen (93 %). Etwa ein Fünftel derjenigen, die kurz vor der Rente stehen, gibt an, nicht genügend für das Alter vorgesorgt zu haben, während jeder fünfte Rentner sich für arm hält. Um die gesetzliche Rente zu sichern, plädiert ein Drittel der Befragten für mehr staatliche Investitionen und die Einführung gemeinsamer Rentenkassen für alle Berufsgruppen.

Aktuelle Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit verdeutlichen, dass das Risiko, pflegebedürftig zu werden, nicht nur ältere Menschen betrifft. Überraschenderweise ist fast jeder vierte Pflegebedürftige jünger als 65 Jahre, was auf eine zunehmende Anzahl von jüngeren Menschen hinweist, die auf Pflege angewiesen sind.

Außerdem steigt die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen stetig an. Zum Ende des Jahres 2022 waren knapp 5,187 Millionen Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen. Damit hat sich die Zahl verdoppelt – im Jahr 2012 waren nur rund 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Der Anstieg ist auf die demografische Entwicklung, aber auch auf gesetzliche Änderungen zurückzuführen – wie etwa die Erweiterung des Leistungsanspruchs auf Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen.

Anteilig sind gesetzlich Versicherte häufiger pflegebedürftig

Interessanterweise zeigt sich, dass ein größerer Anteil der gesetzlich Versicherten pflegebedürftig ist im Vergleich zu privat Versicherten. Ein Grund hierfür könnte die längere Lebenserwartung von Frauen sein – Frauen sind häufiger gesetzlich versichert. Zudem ist es für Menschen mit Vorerkrankungen schwerer, eine private Krankenversicherung zu bekommen. Dies betrifft auch Menschen, die schon in jungen Jahren ein größeres Risiko aufweisen, pflegebedürftig zu werden.

Vorsorgen ist wichtig

Pflegekosten spielen in einer alternden Bevölkerung eine wachsende Rolle. Doch die Absicherung dieses Risikos wird häufig vernachlässigt. An Vorsorge sollte man schon im jungen Alter denken, denn dann sind die Produkte günstiger zu haben.

Dabei gibt es verschiedene Produkte, um das Pflegerisiko abzusichern:

  • Lebensversicherer bieten Pflegerenten an – hier wird im Pflegefall eine Rente gezahlt.
  • Private Krankenversicherer bieten das Pflegetagegeld an – hier wird im Pflegefall ein Tagegeld bezahlt.

Das Pflegetagegeld ist das günstigere Produkt. Allerdings handelt es sich hier um eine reine Risikoversicherung. Auch können die – anfangs oft günstigen – Tarife mit der Zeit steigen.

Pflegerenten sind teurer, können aber auch Vorteile bieten. So gibt es bei Pflegerenten eine Beitragsgarantie – die Beiträge steigen nicht. Außerdem bieten verschiedene Pflegerenten einen Hinterbliebenenschutz, der bei Tod des Versicherten an die Angehörigen ausgezahlt wird – beim Pflegetagegeld gibt es diesen Hinterbliebenenschutz nicht. Welches Produkt aber zur Pflegevorsorge das richtige ist, sollte man mit einer Expertin oder einem Experten klären.

Zwei Drittel der Deutschen hegen Sorgen um ihren Lebensstandard im Alter – neun Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren, wie eine repräsentative Umfrage von Sirius Campus und Aeiforia zeigt.

Zwischen 18 und 60 Jahren wurden Bürgerinnen und Bürger befragt, wobei vergleichbare Erhebungen in den Jahren 2020 und 2017 stattfanden.
Dies geht Hand in Hand mit einer wachsenden Furcht vor möglicher Altersarmut, wovon mittlerweile 58 Prozent der Befragten betroffen sind. Dies entspricht einer Mehrheit. Die persönliche Vorsorgesituation hat sich nach einem durch Corona bedingten Einbruch leicht verbessert. 43 Prozent geben an, ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben, im Vergleich zu gut 40 Prozent bei der vorherigen Umfrage im Jahr 2020.

Die große Diskrepanz zwischen Männern und Frauen in Bezug auf die eigene Absicherung beunruhigt Sirius Campus Geschäftsführer Dr. Oliver Gaedeke. Während sich 21 Prozent der Männer weder ausreichend versorgt fühlen noch über ausreichende Informationen zur Altersvorsorge verfügen, sind es bei den Frauen sogar 32 Prozent. Fast jede dritte Frau gibt an, weder ausreichend vorgesorgt zu haben noch über das erforderliche Wissen zu verfügen. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich dabei um eine Selbsteinschätzung handelt, die keine Schlüsse darüber zulässt, wie gut oder schlecht die Personen tatsächlich versorgt sind.

Über die Studie:
Hintergrund: Die Ergebnisse beruhen auf einer bundesweiten Repräsentativbefragung im Rahmen des Kundenmonitors Assekuranz 2023, der von der Sirius Campus GmbH und der Aeiforia GmbH erstellt wurde. Zwischen dem 4. Oktober und dem 27. Oktober 2023 wurden 1.601 Entscheider und Mitentscheider in Versicherungsangelegenheiten zwischen 18 und 60 Jahren im Rahmen des YouGov-Online-Panels mittels standardisierter Online-Interviews befragt.

Viele Deutsche überprüfen jährlich ihre Kfz-Versicherung. Was für die Absicherung des eigenen Autos gilt, sollten sich Verbraucher aber auch für den restlichen Versicherungsschutz in den Kalender schreiben. Denn Änderungen der Lebensverhältnisse oder auch die Teuerung von Waren können dazu beitragen, dass die Versicherungssummen nicht mehr “up to date” sind.

Die Inflation in Deutschland knackte 2022 ungeahnte Rekorde und war stellenweise sogar zweistellig. Die Nachwehen der Coronapandemie, der Ukraine-Krieg aber auch der Fachkräftemangel vielerorts ließ die Preise kräftig steigen. Auch Anfang 2023 lag die Inflationsrate bei 8,7 Prozent. Laut Zahlen der globalen Datenbank Statista sanken die Raten stetig. Im November lag der Wert noch bei 3,2 Prozent.

Was viele Deutsche nicht wissen: Die Inflation kann auch dazu beitragen, dass die vereinbarten Versicherungssummen in den bestehenden Verträgen nicht mehr ausreichen. Ein gutes Beispiel ist die Berufsunfähigkeitsversicherung: Steigen die Preise dauerhaft, bedarf es auch einer höheren Monatsrente, um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Das Gleiche gilt für die Altersvorsorge. Eine beschleunigte Geldentwertung führt dazu, dass die vereinbarte Summe bzw. Rente weniger wert ist. Glaubte man, die Vorsorgelücke schon geschlossen zu haben, tut sich nun eine neue auf.

Das gilt aber nicht nur für den Privatbereich, sondern auch für Gewerbe- und Industrieversicherungen. Weil Handwerker-Leistungen und Materialien teurer werden, kostet es auch mehr Geld, im eigenen Betrieb einen Schaden zu beheben. Was hierbei zusätzlich bedacht werden muss, sind mögliche Verzögerungen in der Lieferkette. Sie tragen nämlich dazu bei, dass auch eine Betriebsunterbrechung unter Umständen länger dauert, wenn sich Reparaturen ebenfalls verzögern. Insbesondere Sach- und Bauschäden sind derzeit Preissteigerungen ausgesetzt, da Wiederaufbau und Reparaturen an die Material- und Arbeitskosten gekoppelt sind. Hier droht also eine Unterdeckung, wie mehrere große Versicherer in diesem Jahr warnten.

Grundsätzlich aber empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen und die vereinbarten Leistungen anzupassen. Beispiel Hausratversicherung: Wurden jüngst größere Anschaffungen getätigt oder werden gar neue Wertgegenstände in der Wohnung aufbewahrt? Auch dann reicht unter Umständen die vereinbarte Summe nicht mehr aus. Oder der Wertgegenstand ist gar nicht im Schutz inbegriffen, weil der alte Vertrag hierfür streng gedeckelte Leistungen vorsieht – oder gar einen Ausschluss. Schon kleine Änderungen können bei bestimmten Verträgen zu Unterversicherung führen: sei es ein höherer Lohn, ein neues Arbeitsverhältnis oder die erstmalige Planung einer längeren Urlaubsreise. Auch neue Gesetze der Bundesregierung können zu einem Anpassungsbedarf führen. Wer einen Versicherungscheck wünscht, sollte folglich nicht zögern!

Psychische Erkrankungen sind für die meisten Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung verantwortlich. Frauen sind besonders oft von psychischen Erkrankungen betroffen.

Das Analysehaus Franke & Bornberg hat die aktuelle BU-Leistungspraxisstudie vorgestellt. Dazu hatte das Unternehmen aus Hannover Leistungsfälle von zehn großen Versicherern ausgewertet, die etwa 60 Prozent des Marktes abdecken. Laut der Studie war bei 28,44 Prozent der Leistungsfälle die Psyche der Auslöser für eine Berufsunfähigkeit. Wobei der Unterschied zwischen den Geschlechtern gravierend ist. Für 33,56 Prozent der Frauen und 26,11 Prozent der Männer waren psychische Erkrankungen die Ursache für eine Berufsunfähigkeit.

Der zweithäufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit sind laut der Studie Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie Rückenprobleme, Gelenkerkrankungen, Muskelschmerzen oder Knochenleiden. 22,76 Prozent der Versicherten wurden deshalb berufsunfähig, wobei Osteoporose und Arthritis typische Erkrankungen in diesem Bereich sind.

Auf dem dritten Rang der wichtigsten Gründe für Berufsunfähigkeit stehen Krebs und bösartige Tumore mit einem Anteil von 19,48 Prozent, gefolgt von sonstigen Erkrankungen mit 14,9 Prozent. Krankheiten des Kreislaufsystems (6,14 Prozent) und Unfälle (3,38 Prozent) bleiben auf den hinteren Rängen.

Auch bei Krebserkrankungen gibt es spürbare Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein. Hier liegt der Anteil bei Frauen um fast zehn Prozent höher als bei Männern. Während bei den Herren der Schöpfung wegen bösartiger Neubildungen 15,71 Prozent der Fälle in die Berufsunfähigkeit führte, waren es bei den Damen 25,12 Prozent.

Gleichzeitig führten Krankheiten des Kreislaufsystems, Muskulatur und Skelettsystem sowie Unfälle unter Männern (24,91 Prozent) deutlich häufiger zu einer Berufsunfäigkeit als bei Frauen (18,80 Prozent). Das gilt auch für Unfälle.

Besitzer einer Riester-Rente, die ihre Zulagen für das Jahr 2021 noch nicht beantragt haben, sollten jetzt aktiv werden. Bis zum Ende des Jahres können diese Zulagen nachträglich beantragt werden – danach verfällt der Anspruch. Die Deutsche Rentenversicherung weist aktuell darauf hin.

Für Inhaber einer Riester-Rente, die privat für ihr Alter vorsorgen, stehen staatliche Zulagen bereit. Allerdings müssen diese gesondert beantragt werden. Es besteht die Möglichkeit, diese Zulagen bis zu zwei Jahre rückwirkend zu beantragen. Daher informiert die Deutsche Rentenversicherung (DRV) derzeit darüber, dass Personen, die ihre Zulagen für das Jahr 2021 noch nicht beantragt haben, aktiv werden müssen. Die Anträge sind beim jeweiligen Anbieter des Vertrags zu stellen. Um die Zulagen für 2021 zu erhalten, müssen diese bis zum 31. Dezember 2023 bei der Versicherung oder Bank des Vertragsinhabers eingereicht werden.

Es ist generell ratsam, diese Verträge regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Veränderungen im Gehalt und Lebensumständen wie Heirat, Geburt oder der Wegfall des Kindergeldes können Anpassungen der Eigenbeiträge zur Riester-Rente erfordern. Die volle staatliche Riester-Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr. Zusätzlich können bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr als Kinderzulage gezahlt werden. Zudem gibt es vor dem 25. Lebensjahr einmalig 200 Euro als “Berufseinsteigerbonus”.

Hintergrund: Mit steigendem Einkommen sind in der Regel auch höhere Einzahlungen in den Vertrag erforderlich, um die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten. Werden fehlende Eigenbeiträge nicht aufgefüllt, führt dies zu einer anteiligen Kürzung der Zulagen.

Für diejenigen, die nicht jedes Jahr einen separaten Antrag bei der zuständigen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) stellen wollen, besteht die Möglichkeit, einen Dauerzulagenantrag zu stellen. Der Betrag wird dann automatisch jedes Jahr auf das Riester-Konto gutgeschrieben. Es ist jedoch wichtig, dass Vorsorgesparer jedes Jahr prüfen, ob die Förderberechtigung weiterhin voll erfüllt wird. Bei Einkommensänderungen müssen hier entsprechende Korrekturen vorgenommen werden.

Die staatliche Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen wird verbessert: Der Bundestag hat dem Vorschlag der Ampel-Fraktionen zugestimmt, die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmer-Sparzulage zu erhöhen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, mehr Menschen zum Sparen zu motivieren, und wurde von den Bausparkassenverbänden positiv bewertet.

Deutsche Bausparkassen begrüßen die Entscheidung des Bundestages, die Arbeitnehmer-Sparzulage zu verbessern. Die Einkommensgrenzen für diese Sparzulage werden ab 2024 auf 40.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen für Alleinstehende und 80.000 Euro für Verheiratete angehoben, um wieder mehr Menschen zum Sparen zu motivieren. Die beiden Bausparkassenverbände lobten diese Anpassung als überfällig und unterstützen die Initiative des Parlaments.

Diese Erhöhung der Einkommensgrenzen betrifft sowohl das Bausparen als auch das Sparen mit Vermögensbeteiligungen wie Investmentfonds. Sie erfolgte im Rahmen des Zukunftsfinanzierungsgesetzes der Bundesregierung, das die Mitarbeiterkapitalbeteiligung fördern und die Gründung von Start-ups erleichtern soll. Die Bausparkassenverbände betonten die Wichtigkeit dieser Initiative für die Vermögensbildung von abhängig Beschäftigten, insbesondere für die jüngere Generation, die in einem Umfeld mit niedrigen Zinsen aufgewachsen ist.

Die bisherigen Einkommensgrenzen von 17.900 und 35.800 Euro beim Bausparen stammten aus dem Jahr 1999 und waren nicht mehr zeitgemäß. Mit der neuen Regelung werden nun fast 14 Millionen Arbeitnehmer anspruchsberechtigt sein, im Vergleich zu den bisherigen knapp 8 Millionen. Die Bausparkassenverbände betonen die Bedeutung des Engagements der Arbeitgeber bei der Bereitstellung von vermögenswirksamen Leistungen, damit der Sparanreiz Früchte tragen kann.

Info: Die Arbeitnehmer-Sparzulage ist eine staatliche Zulage zu den vermögenswirksamen Leistungen, die Förderungen für wohnungswirtschaftliche Verwendung oder Vermögensbeteiligungen wie Fondssparpläne bereitstellt. Die aktuelle Förderhöhe liegt bei 9 Prozent bzw. 20 Prozent und bis zu 43 Euro bzw. 80 Euro jährlich je nach Art der Verwendung und Einkommensgrenzen.

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge in Deutschland. Nur der Dreiklang aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Rente und privater Altersvorsorge garantiert den meisten Arbeitnehmern ein auskömmliches Alterseinkommen – das ist keine Behauptung, sondern die Grundidee des deutschen Alterssicherungssystems.

Umso bedenklicher ist es, dass viele Beschäftigte nicht mit einer bAV vorsorgen. Speziell bei jungen Menschen ist der Anteil mit einem entsprechenden Vertrag verschwindend gering, wie eine Auswertung der Deutschen Clearing-Stelle (DCS) zeigt. Demnach haben nur 3,3 Prozent der Frauen und 5,4 Prozent der Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren einen Betriebsrente-Vertrag. In der mittleren Altersgruppe der 30- bis 42-Jährigen sorgt nicht einmal jede zehnte Frau (9,4 Prozent) und nicht einmal jeder vierte Mann (23,8 Prozent) vor.

Doch für Menschen, die bereits eine Betriebsrente beziehen, gibt es eine gute Nachricht. Grundsätzlich müssen auch auf Betriebsrenten Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden, wenn man bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist. Seit dem Januar 2020 regelt aber das GKV-Betriebs­rentenfrei­betrags­gesetz, dass bis zu einem Freibetrag keine Krankenkassenbeiträge fällig werden. Dieser Freibetrag wird im kommenden Jahr von monatlich 169,75 Euro auf 176,75 Euro (West) bzw. von 164,50 Euro auf 173,25 Euro (Ost) angehoben. Krankenversicherungs-Beitrag muss folglich nur auf den Anteil der Betriebsrenten gezahlt werden, der diese Grenze übersteigt.

Dass gerade junge Menschen nicht vorsorgen, ist einerseits verständlich, da viele noch nicht über ein so hohes Einkommen verfügen und die Prioritäten anders liegen – aber auch ärgerlich. Denn wer erst spät mit dem Aufbau einer Betriebsrente beginnt, hat Nachteile. Sie können weniger vom Zinseszinseffekt profitieren. Was ist der Zinseszinseffekt? Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass die Zinserträge eines Vertrages auch wieder angelegt werden, was wiederum neue Zinsen bringt. Das angesparte Kapital wächst also deutlich schneller, sogar exponentiell. Dies führt zu dem Paradoxon, dass frühe Sparer monatlich weniger Geld investieren müssen, um eine ausreichende Altersvorsorge zu erreichen, als wenn sie erst in späteren Jahren mit dem Besparen ihres Vertrages beginnen. Deshalb sollten sich auch schon junge Beschäftigte informieren, welche Chancen es gibt eine betriebliche Altersvorsorge zu nutzen.

Wie wichtig auch die Politik die betriebliche Altersvorsorge einschätzt, zeigt ein aktuelles Reformvorhaben. Wie der Versichererverband GDV berichtet, bereitet die Bundesregierung derzeit ein “Betriebsrentenstärkungsgesetz 24” vor, das dazu beitragen soll, Betriebsrenten weiter zu verbreiten. Sollte sich auch mit den nächsten Verbesserungen die bAV nicht wie erhofft durchsetzen, steht langfristig auch eine betriebliche Vorsorgepflicht im Raum, berichtet der GDV. Laut Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), sei das eine “Gedankenfigur”, die das Bundesarbeitsministerium nicht ausschließe. Denn das langfristige Ziel der Politik sei nicht weniger als eine vollständige Marktdurchdringung.

Blickt man darauf, wie sich die Einkommen heutiger Rentnerinnen und Rentner zusammensetzen, dann kommen laut dem Alterssicherungsbericht aktuell nur durchschnittlich 61 Prozent aus der gesetzlichen Rente, der Rest aus anderen Einnahmen – auch das zeigt, welchen hohen Stellenwert zusätzliche Vorsorge bereits heute hat.

Wie kann man sich vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit schützen? Welche Vorsorgemöglichkeiten die Deutschen für geeignet halten.

  • Private Krankenzusatzversicherung
    Insgesamt 40 Prozent der Befragten halten Krankenzusatz-Versicherungen für geeignet, um die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit abzumildern. 6 Prozent davon entscheiden sich sogar für die Antwort ‘sehr gut’.
  • Lebensversicherung
    48 Prozent (37 % ‘gut’; 11 % ‘sehr gut’) der Deutschen meinen, eine Lebensversicherung eigne sich.
  • Unfallversicherung
    Ist eine Unfallversicherung geeignet, um vor den finanziellen Folgen einer BU zu schützen? 62 Prozent der Deutschen sagen Ja! (48 % ‘gut’; 14 % ‘sehr gut’).
  • Immobilien
    Zur finanziellen Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit halten 67 Prozent (43 % ‘gut’; 24 % ‘sehr gut’) Immobilien für geeignet.
  • Sparen
    ‘Sparen’ kommt – wie ‘Immobilien’ – auf 67 Prozent. Allerdings sehen 25 Prozent im Sparen ‘sehr gute’ Möglichkeiten, sich auf die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit vorzubereiten.
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
    69 Prozent der Befragten halten die Erwerbsunfähigkeitsversicherung für gut (48%) oder sehr gut (21%) geeignet, um finanzielle Folgen der BU abzufedern.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
    48 Prozent sehen in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine ‘gute’, 32 Prozent eine ‘sehr gute’ Möglichkeit, sich vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit zu schützen.

Über die Studie:

Für die Studie wurden 1.200 Personen im Alter von 18 bis 60 Jahren im Juli 2023 online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die berufstätige Bevölkerung Deutschlands sowie für Menschen, die noch vor dem Eintritt in ihr Berufsleben stehen (Auszubildende/Studierende).

Welche Versicherungen halten die Deutschen für so wichtig, dass jeder so eine haben sollte? Das zeigen aktuelle Studien-Ergebnisse.

Welche Versicherungen sind so wichtig, dass jeder sie haben sollte? Das ließ ein großer Versicherer untersuchen. Die Ergebnisse zeigen: Im Vergleich zur Absicherung von Personen-, Sach- und Vermögensschäden, spielt die Absicherung der Arbeitskraft eher eine untergeordnete Rolle.

  • Risikolebensversicherung
    Sechs Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass eine Risikolebensversicherung zu den wichtigsten Versicherungen zählt, die jeder besitzen sollte.
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
    Auf die Frage, welche Versicherung so wichtig ist, dass jeder sie haben sollte, nannten neun Prozent die Erwerbsunfähigkeitsversicherung.
  • Wohngebäudeversicherung
    15 Prozent halten diese Versicherung für so wichtig, dass jeder sie haben sollte.
  • Unfallversicherung
    Eine Unfallversicherung nennen 22 Prozent der Deutschen.
  • Altersvorsorge
    29 Prozent der Deutschen finden, dass jeder Produkte zur Altersvorsorge sein Eigen nennen sollte.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
    Auf diesen Wert (29 Prozent) kommt auch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ist neben der Erwerbsunfähigkeitsunfähigkeitsversicherung die einzige Möglichkeit zur Absicherung der Arbeitskraft, die es in diese Liste geschafft hat.
  • Hausratversicherung
    Die Hausratversicherung kommt auf 39 Prozent. Also deutlich mehr als Altersvorsorge oder die Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Kfz-Versicherung
    Auch die Kfz-Versicherung (40 Prozent) ist den Deutschen wichtiger als die Absicherung der eigenen Arbeitskraft.
  • Haftpflichtversicherung
    Mit 79 Prozent der Nennungen ist die Haftpflichtversicherung in den Augen der Deutschen die wichtigste Versicherung.

Über die Studie:
Für die Studie wurden 1.200 Personen im Alter von 18 bis 60 Jahren im Juli 2023 online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die berufstätige Bevölkerung Deutschlands sowie für Menschen, die noch vor dem Eintritt in ihr Berufsleben stehen (Auszubildende/Studierende). Es sind nur jene Versicherungen, die mehr als fünf Prozent der Nennungen erreichten, dargestellt.