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Der Jahreswechsel 2022/23 bringt eine Reihe gesetzlicher Änderungen mit sich. Das gilt auch für die Altersvorsorge. 4 Punkte, die für den Ruhestand von Bedeutung sein können und sich zum 01. Januar 2023 ändern.

Das neue Jahr bringt neue Regeln und Gesetze – daran ändert sich auch 2023 nichts. Einige dieser Veränderungen betreffen die Altersvorsorge direkt. Vier der wichtigsten Änderungen sind hier zusammengetragen:

bAV-Leistungen für Rentner: Freibeträge steigen

Leistungen aus einer Betriebsrente unterliegen grundsätzlich ebenfalls der Beitragspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Der seit 2020 existierende Freibetrag, bis zu dessen Grenze keine Beiträge erhoben werden, wird erhöht. Er steigt von 164,50 Euro monatlich auf 169,75 Euro. Beitragszahlungen fallen nur Leistungen an, die diesen Freibetrag überschreiten. Gleiches gilt für die Freigrenze der Pflegeversicherung. Dieser steigt ebenfalls auf 169,75 Euro monatlich. Wird diese Grenze überschritten, ist die gesamte Leistung beitragspflichtig. Wichtig: Diese Regeln gelten nur für Pflichtversicherte, nicht für freiwillig Versicherte.

Basis-Rente: Künftig vollständig absetzbar

Basis-Rentenbeiträge können als Sonderausgaben gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Der mögliche Betrag dafür steigt ab Januar auf 26.528 Euro (bzw. 53.056 Euro bei Verheirateten). Im Rahmen des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung sollen davon künftig 100 Prozent absetzbar sein, 2022 waren es noch 94 Prozent.

Betrieblichen Altersversorgung (bAV): Förderbeträge erhöht

Der steuerliche Förderbetrag für Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) erhöht sich von 564 auf 584 Euro sowie der sozialversicherungsfreie Beitrag von 282 auf 292 Euro monatlich (nicht betroffen sind pauschalbesteuerte Direktversicherungen und Pensionskassen). Gleiches gilt für den sozialversicherungsfreien Förderbetrag von Unterstützungskassen und Direktzusagen im Rahmen einer Entgeltumwandlung, auch dieser steigt von monatlich 282 auf 292 Euro.

Beitragsbemessungsgrenze (BBG) steigt wieder

Gewöhnlich steht im Januar die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) für die allgemeine Rentenversicherung an. Diese Grenze ist der maximale Bruttolohnbetrag, der bei der Bestimmung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung beachtet wird. Der Teil des Bruttogehalts, der darüber hinausgeht, ist beitragsfrei. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen kurzfristig negativen Einkommensentwicklung ist die BBG 2022 erstmalig gesunken. Zum 1. Januar 2023 wird sie nun wieder ansteigen: in den alten Bundesländern von monatlich 7.050 auf 7.300 Euro (87.600 Euro im Jahr), im Osten Deutschlands von 6.750 auf 7.100 Euro (85.200 Euro im Jahr).

Immer mehr Menschen leiden an der hohen Inflation und explodierenden Energiekosten – das wirkt sich auch auf die betriebliche Altersvorsorge aus. Die Zahl der Beitragsfreistellungen und Anträge auf vorzeitige Auflösung in der Sparte bAV habe sich im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, berichtet die DCS Deutsche Clearing-Stelle anhand des betreuten Bestandes. Doch das empfiehlt sich oft nicht.

Angesichts von Inflation und Angst vor Rezession stoppen immer mehr Beschäftigte die Einzahlungen in ihre betriebliche Altersversorgung (bAV). Das berichtet die DCS Deutsche Clearing-Stelle GmbH, die sich auf die Verwaltung von bAV-Verträgen spezialisiert hat. Demnach sei die Zahl der Beitragsfreistellungen und Anträge auf vorzeitige Auflösung im Jahr 2022 um rund das Doppelte gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Diese Tendenz scheint sich im vierten Quartal 2022 noch zu verschärfen, berichtet der Service-Dienstleister anhand der von ihm betreuten Verträge. Überwiegend würden die Beschäftigten auf eine Beitragsfreistellung setzen, doch auch die Anfragen zur vorzeitigen Auflösung würden zunehmen. Ursache seien der befürchtete wirtschaftliche Abschwung sowie die hohe Inflation. Gerade Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen würden nun die bAV hintenan stellen.

Doch ob sich dieser Schritt lohnt, kann bezweifelt werden. Bei einem durchschnittlich eingezahlten Betrag von 115 Euro im Monat inklusive Arbeitgeberzuschuss sind zum einen die Möglichkeiten zur Geldvermehrung sehr begrenzt – im Schnitt erhält man 55 Euro netto im Monat mehr ausgezahlt. Zum anderen verzichtet man auf viele Vorteile wie Arbeitgeberzuschuss sowie Steuererleichterungen und verringerte Sozialbeiträge. Speziell, wenn man den Vertrag komplett abstößt, müssen nach Auszahlung des Vertrages auf die Summe noch Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden.

Den Vertrag vorübergehend beitragsfrei zu stellen, kann eine Möglichkeit sein, eine finanzielle Durststrecke zu überbrücken – wie bereits erwähnt, in diesem Fall mit geringem Sparpotential. Wer den Vertrag aber auflöst, verschenkt viel Geld – und trennt sich von einem wichtigen Baustein der eigenen Altersvorsorge. Hier sollte zunächst das Gespräch mit einem Fachmann gesucht werden, um nicht voreilig zu handeln.

Das gilt auch für andere Altersvorsorge-Verträge, etwa eine private Renten- bzw. Lebensversicherung. Der Rückkaufswert des Vertrages wird in der Regel dadurch geschmälert, dass der Versicherer Verwaltungs-, Risiko- und Vertriebskosten geltend machen darf. Zudem geht der Schutz durch die Versicherung verloren, etwa wenn ein Berufsunfähigkeits-Baustein oder Hinterbliebenenschutz vereinbart ist. Experten raten aktuell sogar dazu, den Schutz aufzustocken: infolge der Inflation ist die vereinbarte Versicherungssumme unter Umständen nicht ausreichend, um den Lebensstandard wie gewünscht aufrecht zu erhalten.

Deutsche Rentner können für 2023 auf eine Erhöhung des Altersgeldes hoffen. So könnten die Altersbezüge im kommenden Jahr um 3,5 Prozent im Westen und im Osten der Republik um 4,2 Prozent steigen.

Erst im April 2022 hatte das Bundeskabinett eine Anhebung der Renten beschlossen. Dadurch kletterten die Bezüge der Ruheständler zum 1. Juli um 5,35 Prozent im Westen und im Osten der Republik um 6,12 Prozent. Im Jahr 2021 wurden nur ostdeutsche Altersrentner mit einer schmalen Rentenerhöhung bedacht. Hier wurden die Ruhestands-Gelder um 0,72 Prozent angehoben. Die Renten in Westdeutschland blieben dagegen auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Grund für die ausbleibende Anhebung ist die Lohnentwicklung. Denn sie ist die wichtigste Grundlage für Rentenanpassungen. Steigen die Löhne, so in der Regel auch die Renten. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung betrug -2,34 Prozent in den alten Ländern. Die Zahlen basieren auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), wobei “Ein-Euro-Jobs” außer Acht bleiben. Rein rechnerisch hätten die Renten sogar um 3,25 Prozent gesenkt werden müssen. Eine Senkung der Rente ist allerdings per Gesetz nicht möglich. Da es seit dem Jahr 2009 eine Rentengarantie gibt, ist sichergestellt, dass die Anwendung der Rentenanpassungsformel nicht zu verminderten Rentenwerten führt.

Nun können sich Deutschlands Ruheständler voraussichtlich auf ein weitere Erhöhung ihrer Altersbezüge freuen. So könnte das Altersgeld 2023 im Westen um 3,5 Prozent und im Osten um 4,2 Prozent ansteigen. Das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2022 hervor, der der “Bild am Sonntag” vorliegt.

Mehr als jeder Vierte Rentner in Deutschland verfügt über weniger als 1.000 Euro Einkommen im Alter. Insbesondere Frauen sind von solchen ‘Mini-Renten’ betroffen.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verfügten rund 4,9 Millionen Rentner in Deutschland über ein Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro im Monat. Das entspricht mehr als jedem vierten Altersruheständler (27,8 Prozent).

Wie die Statistiker weiter mitteilten, liegt der Anteil bei Frauen wesentlich höher: 38,2 Prozent der Rentnerinnen verfügten über ein Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro, dagegen nur 14,7 Prozent der Rentner. Insgesamt bezogen 2021 rund 17,6 Millionen Menschen in Deutschland aus Altersgründen eine Rente, zehn Jahre zuvor gab es nur 16,6 Millionen Rentenbezieherinnen und -bezieher. Das bedeutet einen Anstieg von rund 6,02 Prozent innerhalb einer Dekade. Auch der Anteil der Altersruheständler an der Bevölkerung in Privathaushalten stieg – von 20,9 Prozent in 2011 auf 21,4 Prozent in 2021.

Die Armutsgefährdungsquote in der Generation Ü65 kletterte bereits: im Zeitraum von 2018 bis 2021 von 14,7 auf 17,4 Prozent. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung hat. 2021 lag dieser Schwellenwert laut Statistischem Bundesamt für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 15.009 Euro netto im Jahr (1.251 Euro im Monat).

Vorsorge hängt stark vom Nettoeinkommen der Haushalte ab. Wie ausgeprägt dieser Zusammenhang ist, zeigt eine aktuelle Studie.

Zunächst wollten die Studienmacher von den 3.200 befragten Personen wissen, ob sie überhaupt für das Alter sparen. Dies bejahte jeder zweite Teilnehmende (50 Prozent). Sie legen im durchschnitt 271,30 Euro für die private Altersvorsorge zurück. Das ist deutlich mehr als bei vorherigen Umfragen: 2018 waren es im Schnitt noch 230,30 Euro und 2019 schließlich 246,90 Euro.

Dass nur etwa die Hälfte privat für ihr Alter vorsorgen soll, resultiert auch daraus, dass rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) keine Angabe dazu machte, wie viel sie für das Alter monatlich sparen. Hier wurde in der Studie ein konkreter Betrag abgefragt. Denkbar ist, dass ein Teil der Befragten nicht darauf antwortete, weil sie den genauen Betrag nicht wussten. 15 Prozent aller Teilnehmenden stimmten explizit der Aussage zu, dass sie gar keine finanzielle Rücklage für ihr Alter bilden – bzw. bilden können.

Der Durchschnittsbetrag von 271 Euro darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Feld der Vorsorgenden stark spreizt. Wie viel zurückgelegt wird, hängt dabei stark vom Haushalts-Nettoeinkommen ab. Grundsätzlich gilt: Je höher das Einkommen, desto höher ist auch der Betrag, der privat für den Ruhestand zur Verfügung steht.

In den einkommensschwächeren Haushalten ist die Zahl jener, die über keine private Altersvorsorge verfügen, besonders hoch. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) bis zu einem Nettoeinkommen von 1.500 Euro verfügt über keinerlei entsprechende Rücklagen. Wer weniger als 1.000 Euro netto monatlich verdient, legt im Mittel 26,00 Euro im Monat zurück. Einkommen von 1.000 Euro bis 1.500 Euro investieren immerhin 53,30 pro Monat in ihre Privatvorsorge.

Die Tendenz, dass Besserverdienende auch mehr für ihr Alter vorsorgen, zeigt sich auch bei den weiteren Einkommensklassen:

  • In Haushalten mit 1.500 Euro bis unter 2.000 Euro werden im Mittelwert 129,60 Euro pro Monat für die private Altersvorsorge ausgegeben.
  • In Haushalten mit Nettoeinkommen von 2.000 bis unter 3.000 Euro liegt der Mittelwert für die private Altersvorsorge bei 190,00 Euro monatlich.
  • In Haushalten von 3.000 bis unter 5.000 Euro netto legen die befragten Personen im Schnitt 254,90 Euro pro Monat zurück bzw. investieren das Geld in ihre Altersvorsorge.
  • Wer ein Nettoeinkommen von 5.000 Euro und mehr hat, verwendet im Mittel monatlich 622,70 Euro für die Privatvorsorge.

Die Studienmacher fragten auch danach, ob die Bürger das Gefühl haben, bereits genug für ihre Altersvorsorge zu tun. Das Ergebnis: Nur knapp jeder dritte Bundesbürger (31 Prozent) gibt an, bereits ausreichend für das Alter vorzusorgen. Während in der Generation der 18- bis 30-Jährigen circa jeder Sechste bzw. 16 Prozent aussagt, bereits ausreichend Vorsorge zu betreiben, ist erschreckend, dass zu dieser Einschätzung auch bei über 60-Jährigen nur die Minderheit kommt. 43 Prozent in der Generation Ü60 stimmt demnach zu, genug vorzusorgen, dass es für den Ruhestand reicht.

Ein Drittel derjenigen, die keine Riester-Rente abgeschlossen haben, begründet das mit den Kosten für die Riester-Produkte. Doch auch fehlende Informationen, zu viel Bürokratie und zu wenig Förderung werden genannt.

Das deutsche Rentensystem basiert auf einem “3-Schichten-Modell” aus der gesetzlichen Rentenversicherung, einer Zusatzversorgung mit staatlich geförderten Leistungen und der privaten Altersvorsorge (z. B. Rentenversicherungen oder fondsgebundene Produkte).

Als ein Element der 2. Schicht gibt es seit über 20 Jahren die Riester-Rente in Deutschland. Eine Form der Altersvorsorge, bei der Geld eingezahlt und zusätzlich Förderung vom Staat erhalten wird.

Eine repräsentative YouGov-Befragung ermittelte nun im Auftrag von Clark, welche Gründe dafür genannt werden, dass keine solche zusätzliche Altersvorsorge abgeschlossen wurde. Diejenigen, die keine Riester-Rente abgeschlossen haben, führten dafür folgende Gründe an:

  • zu hohe Kosten (29 Prozent)
  • zu wenig Förderung (18 Prozent)
  • nicht genug Informationen (16 Prozent)
  • zu bürokratisch (13 Prozent)

Die Studienmacher wollten aber auch wissen, wie zufrieden diejenigen sind, die eine Riester-Rente abgeschlossen haben. 13 Prozent der Befragten gaben an, über eine solche Versicherung zu verfügen. Davon zeigten sich immerhin 14 Prozent ‚sehr zufrieden‘ mit ihrer Entscheidung für den Riester-Renten-Abschluss. 44 Prozent der Riester-Kunden gaben an, ‚eher zufrieden‘ zu sein.
Insgesamt sind allerdings 35 Prozent der Befragten, die angeben, eine Riester-Rente abgeschlossen zu haben, unzufrieden damit. 12 Prozent davon sogar sehr.

Über die Studie:
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 1.014 Personen zwischen dem 30.05. und 04.06.2022 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Lebenserwartung in Deutschland ist nahezu unverändert. Für neugeborene Mädchen liegt diese aktuell bei 83,38 Jahren und für neugeborene Jungen bei 78,54 Jahren. Am kürzesten leben in Sachsen-Anhalt geborene Jungen. Sie sterben laut Statistik mit 76,18 Jahren, in Baden-Württemberg werden die jungen Jungen statistisch mehr als drei Jahre älter.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat neue Sterbetafeln veröffentlicht. Darin enthalten sind Zahlen, welches Lebensalter in den Jahren 2019-2021 neugeborene Menschen erreichen. Demnach erreichten in diesem Zeitraum neugeborene Jungen ein durchschnittliches Alter von 78,54 Jahren. Neugeborene Mädchen leben fast fünf Jahre länger und erreichen ein Alter von 83,38 Jahren.

Im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2018/2020 hat sich die Lebenserwartung nur leicht nach unten verändert. Für Mädchen sei die Lebenserwartung um etwa 0,02 Jahre gefallen. Bei den Jungen war der Abrieb mit 0,10 Jahren etwas höher. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hatte sich die Lebenserwartung um 0,1 Jahr verlängert. Insgesamt sei ein langsamerer Anstieg der Lebenserwartung zu beobachten. Denn bis zur Sterbetafel 2006/2008 hatte die Lebenserwartung Neugeborener jahrzehntelang im jährlichen Durchschnitt noch um rund 0,2 Jahre bei den Mädchen und um etwa 0,3 Jahre bei den Jungen zugenommen. Hauptgrund für die nahezu stagnierende Entwicklung seien die außergewöhnlich hohen Sterbefallzahlen im Zuge der Corona-Pandemie.

Nach Bundesländern sortiert, erreichen Neugeborene in Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung. Während Jungen hier im Schnitt mit 79,81 Jahre sterben, leben Mädchen 84,26 Jahre. Die niedrigsten Werte wiesen mit 76,18 Jahren Jungen in Sachsen-Anhalt und mit 82,30 Jahren Mädchen im Saarland auf.

In den meisten anderen Bundesländern haben sich – wie auf Bundesebene – nur sehr geringe Änderungen ergeben. Auffällig war die Entwicklung auch in diesem Jahr Sachsen: Im Vergleich zur vorangegangen Sterbetafel 2018/2020 ist die Lebenserwartung dort im Zeitraum 2019/2021 bei beiden Geschlechtern spürbar zurückgegangen. Für neugeborene Mädchen von 83,83 auf 83,61 Jahre, für neugeborene Jungen von 77,85 auf 77,41 Jahre. Sachsen war schon in der vorherigen Statistik gezeichnet. Zum Jahresende 2020 war der Freistaat von der Corona-Pandemie durch eine hohe Sterblichkeit besonders stark betroffen. Dies setzte sich in 2021 fort. Einen klaren Anstieg gab es bei den Mädchen in Bremen von 82,57 auf 82,79 Jahre.

Die Differenz in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern zugunsten der Frauen ist mit 6,17 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern am größten und in Hessen mit 4,41 Jahren am geringsten. Im Schnitt liegt die Differenz in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern aktuell noch bei 4,84 Jahren. Um die Jahrtausendwende belief sie sich noch auf 6,0 Jahre.

Auch für ältere Menschen habe sich die Lebenserwartung relativ stabil gezeigt. Nach der aktuellen Sterbetafel belaufe sich beispielsweise die sogenannte fernere Lebenserwartung von 65-jährigen Männern mittlerweile auf 17,8 Jahre. Für 65-jährige Frauen würden sich statistisch 21,1 weitere Lebensjahre ergeben.

Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in der gesetzlichen Rentenversicherung ist auch 2021 erneut gestiegen. 21,72 Jahre lang bezogen Ruheständler demnach ihre Altersrente im Schnitt.

Deutschland altert, die Lebenserwartung steigt. Das wirkt sich auch auf die Bezugsdauer der Altersrenten aus, wie Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) zeigen. 21,72 Jahre lang bezogen Ruheständler demnach 2021 im Schnitt ihre Altersrente, wie aktuell die BILD-Zeitung berichtet. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 21,51 Jahren. Aufgrund der höheren Lebenserwartung haben Frauen eine längere Rentenbezugsdauer von 23,27 Jahren (2020: 23,18 / 2019: 23,09). Bei Männern liegt sie mit 20 Jahren (2020: 19,78) niedriger.

Wie die Zeitung weiter berichtet, sind derzeit 31.351 Rentenempfänger älter als 100 Jahre. Eine Rentenbezugsdauer von 60 Jahren und mehr können 1.200 Rentenempfänger vorweisen. 50 Jahre und länger sind 11.998 Menschen im Rentenbezug.

Erst im Herbst 2021 ließ der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) untersuchen, wie Deutsche ihre Lebenserwartung und damit auch die Rentendauer einschätzen. Zentrales Ergebnis: Die Deutschen unterschätzen ihre Lebenserwartung teilweise deutlich. Jeder fünfte Befragte (19 Prozent) setzt seine Lebenserwartung und damit die Rentendauer um mehr als zehn Jahre zu niedrig an. Mit Blick auf die Altersvorsorge kann das fatale Folgen haben. So warnte Peter Schwark, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV: “Wer die Rentendauer unterschätzt, sorgt möglicherweise unzureichend vor.”

Die Sparlaune der Deutschen ist im Keller. In den letzten 25 Jahren gaben noch nie so wenige Deutsche an, Rücklagen bilden zu können.

Der Verband der Bausparkassen lässt zweimal im Jahr das Sparverhalten der Deutschen analysieren. In der diesjährigen Sommer-Umfrage kam es jedoch zu einer Besonderheit: Die Zahl derjenigen, die angeben, für bestimmte Zwecke sparen zu können, ist auf 39,3 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Wert, der jemals in dieser Umfragereihe, die bis ins Jahr 1997 zurückgeht, gemessen wurde.

Im Frühjahr 2022 lag dieser Wert noch bei 42,4 Prozent. Die Sparlaune der Deutschen ist also innerhalb weniger Monate abgesackt. “Die Preisexplosion macht den Menschen zu schaffen”, erklärte Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. “Zum Sparen bleibt vielfach nichts mehr übrig.”

Welche Sparmotive die wichtigsten der Deutschen sind und wie sich die Werte im Vergleich zum Frühjar 2022 veränderten, ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

  • Altersvorsorge: 57 Prozent / Frühjahr 2022: 59 Prozent
  • Konsum: 49 Prozent / Frühjahr 2022: 53 Prozent
  • Wohneigentum: 44 Prozent / Frühjahr 2022: 44 Prozent
  • Kapitalanlage: 33 Prozent / Frühjahr 2022: 33 Prozent
  • Notgroschen: 6 Prozent / Frühjahr 2022: 5 Prozent
  • Ausbildung der Kinder: 3 Prozent / Frühjahr 2022: 4 Prozent

Unter dem Sparmotiv ‚Konsum‘ versteht die Studie das Sparen auf eine spätere größere Anschaffung.

Über die Studie:
Das Meinungsforschungsinstitut Kantar befragte dazu im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen zum 75. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen nimmt zu. Das wirkt sich auch positiv auf ihre zu erwartende Rente aus, wie neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund zeigen.

Frauen, die in die gesetzliche Rente einzahlen, erreichen mittlerweile deutlich längere Versicherungszeiten und höhere Rentenansprüche als noch vor 20 Jahren. Neurentnerinnen, die 2021 in den Altersruhestand wechselten, erreichten durchschnittlich 36,9 Versicherungsjahre. Im Jahr 2001 waren es noch 27,2 Jahre. Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Speziell in Westdeutschland sind die Versicherungszeiten deutlich angewachsen, da hier bis Anfang der 90er Jahre das Hausfrauenmodell in der Ehe vorherrschte: Frauen waren eher bereit, für Erziehung, Pflege und Familie auf Erwerbsarbeit zu verzichten. 1991 betrug die Erwerbstätigenquote westdeutscher Frauen laut Statistischem Bundesamt noch 54,6 Prozent, während sie 2020 schon bei 71,4 Prozent lag. Das spiegelt sich auch in den Versicherungsjahren wieder: westdeutsche Neurentnerinnen konnten 2021 35,4 Versicherungsjahre vorweisen. 2001 lag dieser Wert noch bei 23,8 Jahren.

Ostdeutsche Frauen wiesen hingegen bereits 1991 eine Erwerbstätigenquote von 66,7 Prozent auf, da in der DDR mehr Frauen in Arbeit waren. Die Quote sank zwar in den Nachwendejahren leicht, als viele Ostbürgerinnen und -bürger mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen hatten. Doch stieg sie ab 2005 wieder stark an. 2020 betrug die Erwerbstätigenquote bei Frauen in Ostdeutschland 74,2 Prozent. Folglich erreichen ostdeutsche Frauen auch längere Versicherungszeiten in der gesetzlichen Rente: Kamen sie 2001 im Mittel bereits auf 40,9 Versicherungsjahre, so waren es 2021 sogar 43 Jahre.

Neurentnerinnen erhielten 2020 im Schnitt 826,72 Euro Monatsrente

Die Rentenhöhe hängt aber neben der Beitragsdauer auch von der Lohnhöhe ab. Wer immer zum Durchschnittslohn gearbeitet hat, erhielt 2021 in West 34,19 Euro Monatsrente für jedes Erwerbsjahr. Doch als erwerbstätig gelten nach der offiziellen Definition bereits Personen, die mindestens eine Stunde pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgehen.

Neben der gestiegenen Erwerbstätigkeit wirkte sich auch positiv für Frauen aus, dass Kindererziehungszeiten mit der Mütterrente vermehrt als Versicherungszeit anerkannt werden: Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern erhalten je Kind 2,5 Jahre zum Durchschnittslohn bei der gesetzlichen Rente angerechnet.

Doch all das zusammen genommen ist noch längst kein Grund, die Altersvorsorge zu vernachlässigen. Denn für eine auskömmliche Rente sorgen die längeren Versicherungsjahre hingegen oft nicht.
Wer im Jahr 2020 neu in Altersrente ging, erhielt im Schnitt 988,57 Euro monatliche Rente. Männliche Neurentner erzielten im Schnitt 1.170,83 Euro im Monat, Frauen hingegen 826,72 und damit im Schnitt 347,11 Euro weniger.