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Der Verkauf eines Fahrzeugs muss unverzüglich der Kfz-Versicherung gemeldet werden. Doch was bedeutet “unverzüglich”? Ein Fall des Versicherungsombudsmanns klärt dies.

Im April 2021 verkaufte ein Versicherungsnehmer sein Fahrzeug und meldete dies zehn Tage später dem Versicherer. Nach einem Unfall lehnte der Versicherer eine Vertragsentlastung ab, da die Meldung verspätet erfolgt sei. Der Versicherte – mit der Entscheidung des Versicherers nicht einverstanden – wandte sich an den Versicherungsombudsmann, die Streitschlichtungsstelle für Verbraucher in Versicherungsfragen.
Der Ombudsmann entschied jedoch zugunsten des Versicherungsnehmers und erklärte, dass zehn Tage als unverzüglich gelten können. Der Versicherer entlastete daraufhin den Vertrag.

Bedeutung der Entscheidung

Eine “schadenfallbedingte Vertragsbelastung” tritt auf, wenn nach einem Schadenfall der Vertrag des Versicherungsnehmers belastet wird, etwa durch eine Hochstufung. Diese Entscheidung zeigt, dass eine unverzügliche Meldung innerhalb von zehn Tagen ausreichend sein kann, um den Vertrag zu entlasten und die Belastung auf den neuen Eigentümer zu übertragen.

Die Erweiterung des Fahrerkreises in der Kfz-Versicherung kann den Versicherungsbeitrag um bis zu 54 Prozent erhöhen, zeigen Berechnungen eines Vergleichsportals. Besonders die Mitversicherung von Fahranfängern treibt die Kosten in die Höhe, während die Mitversicherung eines Partners oder Ehegatten den Beitrag sogar um durchschnittlich vier Prozent senken kann.

Erweiterung des Fahrerkreises und ihre Auswirkungen

Wie wirkt sich die Erweiterung des Fahrerkreises auf die Versicherungsprämie aus? Das wollte ein Online-Vergleichsportal in Erfahrung bringen. Als Musterkunde diente ein 49-jähriger Berliner, der einen VW Golf VII 1.4 TSI mit Vollkasko-Schutz und bestimmten Parametern versichern wollte. Die Ergebnisse zeigten, dass das Unfallrisiko durch zusätzliche Fahrer in der Regel steigt, was höhere Kosten zur Folge hat. Für einen 18-jährigen Fahranfänger stieg der Jahresbeitrag um durchschnittlich 54 Prozent, während für einen 25-jährigen Fahranfänger nur 14 Prozent Zuschlag zu zahlen waren.

Begleitetes Fahren und andere Fahrpraxis können Beitrag senken

Der Zuschlag ist niedriger, wenn das Kind bereits mit 17 Jahren am begleiteten Fahren teilgenommen hat. In diesem Fall steigt die Kfz-Versicherung nur um 28 Prozent (195 Euro). Auch andere Fahrpraxis, wie das Fahren eines Mofas, kann den Versicherungsbeitrag senken, so das Vergleichsportal.

Ausnahmen: Prämie kann auch sinken

In der Regel steigt das Unfallrisiko durch zusätzliche Fahrer, was höhere Kosten in der Kfz-Versicherung verursacht. Allerdings gibt es Ausnahmen: Für einen Berliner Golf-Fahrer sinkt die Prämie laut der Analyse sogar um vier Prozent, wenn seine Partnerin oder Ehefrau mitfährt. Laut Verkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamts verursachen Frauen als Fahrerinnen eines PKW weniger und weniger schwere Unfälle als Männer, wenn auch abhängig vom Alter.

Haushaltsfremde Fahrer erhöhen die Prämie

Wenn eine haushaltsfremde Person, wie ein Nachbar, das Fahrzeug nutzt, wird die Versicherung um fünf Prozent teurer. Kann der Fahrerkreis nicht eindeutig festgelegt werden, geben Versicherungsnehmer die Geburtsdaten des jüngsten und des ältesten Fahrers an. Im Modellfall sind die weiteren Fahrer zwischen 28 und 61 Jahren alt, was den Kfz-Beitrag um 95,94 Euro bzw. 16 Prozent erhöhte.

Pflichten der Versicherungsnehmer

Als Versicherungsnehmer ist man nicht verpflichtet, bei Abschluss einer Police den Fahrerkreis anzugeben. Kommt es zum Schaden und eine andere Person ist den Wagen gefahren, muss die Versicherungsgesellschaft dennoch den Schaden begleichen. Sie kann aber im Anschluss eine Nachzahlung fordern. In der Vergangenheit war das meist nur eine Nachzahlung der Differenz zur höheren Prämie. Darauf sollte man aber nicht spekulieren: mittlerweile gehen die Gesellschaften dazu über, Strafzahlungen über die Beitragsdifferenz hinaus zu verlangen, wenn die Gesellschaft nachweisen kann, dass der Fahrerkreis absichtlich nicht angegeben wurde.

Fazit: Aufklärung und sorgfältige Planung nötig:

Die Ergebnisse der Analyse verdeutlichen, wie wichtig es für Versicherungsnehmer ist, den Fahrerkreis bei Abschluss einer Kfz-Versicherung sorgfältig zu planen und anzugeben. Eine transparente Kommunikation mit der Versicherungsgesellschaft kann dazu beitragen, unvorhergesehene Kosten und mögliche Strafzahlungen zu vermeiden. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass es bei der Auswahl und Nutzung zusätzlicher Fahrer erhebliche Unterschiede in den Beiträgen geben kann, was eine gründliche Prüfung und gegebenenfalls Beratung erforderlich macht.

Ein großer Versicherer hat nun erstmals auch gebrauchte Ersatzteile zugelassen, um PKW nach einem Unfall zu reparieren.

Wer in den letzten Jahren die Entwicklung der privaten Kfz-Versicherung verfolgt hat, der kann sagen: Der Branche geht es nicht so gut. Die Autoversicherer sahen sich mit rasant steigenden Kosten konfrontiert, doch die hohe Inflation war nicht der alleinige Grund hierfür. Auch die Preise für Autoersatzteile verteuern sich seit Jahren rasant – in einem Ausmaß, das sogar die Inflation weit übersteigt. “Während der Verbraucherpreis-Index seit Januar 2013 um knapp 28 Prozent stieg, erhöhten Autohersteller ihre Ersatzteilpreise um mehr als 70 Prozent”, wusste Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, im August 2023 zu berichten. Für einen durchschnittlichen Kfz-Schaden mussten die Versicherer 2023 rund 3.700 Euro zahlen, 2013 waren es noch 2.400 Euro.

Deshalb geben die Autoversicherer derzeit im Branchenschnitt mehr für Kosten und Verwaltung aus, als sie an Beiträgen einnehmen. Das Kölner Analysehaus Assekurata schätzt, dass derzeit mehr als jeder zweite Anbieter sein Versicherungsgeschäft nicht profitabel betreibt. Zeitgleich trifft die Branche auf einen hart und erbittert geführten Preiswettbewerb. Im Kampf um neue Kunden heben sie die Beiträge nicht so stark an, wie es eigentlich notwendig wäre, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Wie kann ein Ausweg aussehen? Hier geht die Allianz neue Wege: Als vielleicht erster deutscher Versicherer lassen die Münchener nun auch eine Reparatur mit gebrauchten Teilen zu. Das führt zum einen dazu, dass Autos billiger repariert werden können. Und zum anderen ist dies auch umweltfreundlicher, weil keine Neuteile hergestellt, die Rohstoffe hierfür abgebaut und transportiert werden müssen. Laut einer Studie mit Beteiligung des Fraunhofer Instituts verursachen Reparaturen zwischen 40 und 60 Prozent weniger Emissionen als der komplette Austausch eines Bauteils. Das liegt auch daran, dass Altteile, oft noch hochwertig, nicht entsorgt werden müssen.

Was aber bedeutet dies für die Kundinnen und Kunden? Zunächst müssen sie keine Angst haben, dass unter dem Austausch die Sicherheit leidet. Wiederverwenden will der Versicherer Teile wie Türen, Front- und Heckklappen, aber auch Spiegel oder Scheinwerfer. Sicherheitsrelevante Teile wie Lenkungen, Achsen-Teile oder Räder sollen dagegen nicht wieder verwendet werden. Auch ist nicht anzunehmen, dass nun im großen Stil diese Teile zum Einsatz kommen. Es handelt sich zunächst um ein Modellprojekt. Zudem kann man davon ausgehen, dass auch für diese Teile die Garantie und Gewährleistung neu greift. Hier hilft im Zweifel eine Rücksprache mit der Autowerkstatt, ob und welche Teile verbaut werden.

Was in Deutschland noch relativ ungewohnt ist, wird in Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Frankreich schon seit längerer Zeit praktiziert. Und man kann davon ausgehen, dass weitere Kfz-Versicherer diesem Beispiel folgen werden, wenn Deutschlands größter Versicherer gebrauchte Ersatzteile zulässt. Solche Neuerungen durch große Wettbewerber führen oft dazu, dass sich Lösungen branchenweit etablieren. Auf lange Sicht könnte dies helfen, Kfz-Versicherungsprämien zu reduzieren oder wenigstens zu stabilisieren, haben doch die Kosten direkten Einfluss auf die zu zahlende Prämie. Wer nicht wünscht, dass gebrauchte Teile verbaut werden, sollte dann im Schadenfall den Kontakt mit seinem Versicherer suchen.

Kfz-Versicherung: Wie reagiert man bei einem Hagelschaden richtig? Tipps und Tricks für eine schnelle Schadenmeldung und Vorbeugung.

Für Kaskoversicherte gilt nach einem Hagelschaden: Nicht viel Zeit verlieren und den Schaden am besten noch am gleichen Tag für die Schadenmeldung dokumentieren. Es ist wichtig, die Beschädigungen möglichst präzise zu dokumentieren, den Zeitpunkt des Hagelschauers sowie den genauen Ort festzuhalten. Eine Foto-Dokumentation der durch den Hagel verursachten Schäden ist erforderlich.

Also, Smartphone zur Hand nehmen und alle Schäden fotografieren, sobald das Unwetter vorbei ist – die besonders betroffenen Stellen am besten zusätzlich mit Nahaufnahmen. Im Rahmen der Prüfung kann der Kfz-Versicherer anhand der Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit die Schadenmeldung dem Unwetter lokal und zeitlich zuordnen.

Um die Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend zu machen, sollte die Schadenmeldung schriftlich erfolgen. Die meisten Anbieter bieten auf ihrer Webseite ein Online-Formular an, um den Schaden online melden. Zudem kann es nicht schaden, die Versicherung vorab telefonisch über den Hagelschaden zu informieren.

Nach Eingang der Schadenmeldung beauftragt der Kfz-Versicherer in der Regel einen geeigneten Sachverständigen, der die Höhe des Schadens am Fahrzeug ermittelt. Liegt das Gutachten vor, kann der beschädigte Wagen in die Werkstatt gebracht werden.

Noch besser ist natürlich, wenn es überhaupt nicht erst zum Schadenfall kommt. Der Direktversicherer Verti gibt dafür folgende Tipps.

5 Vorsorgetipps gegen Hagelschäden am Fahrzeug:

  • Parken Sie Ihr Fahrzeug möglichst in einer Garage oder unter einem Carport.
  • Achten Sie auf etwaige Unwetterwarnungen – TV, Radio oder Warn-Apps helfen dabei.
  • Stellen Sie Ihr Auto, sobald sich ein Unwetter ankündigt, vorsorglich überdacht ab.
  • Schützen Sie die Karosserie zur Not auch mit einer geeigneten Abdeckung.
  • Ist keine Garage vorhanden, ist das nächstgelegene Parkhaus eine gute Wahl.

In den Monaten April und Mai sollten Autofahrer verstärkt Vorsicht walten lassen, da in dieser Zeit die Wahrscheinlichkeit für Wildunfälle am höchsten ist.

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) steigt das Risiko für Zusammenstöße mit Wildtieren im Frühjahr deutlich an. Dies wird unter anderem damit in Verbindung gebracht, dass viele Wildtiere zu diesen Zeiten aktiv auf Nahrungssuche sind.

Die GDV empfiehlt besondere Achtsamkeit in Waldgebieten und an Feldrändern, insbesondere während der Morgenstunden und in der Dämmerung. Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit anpassen und stets bremsbereit sein, da höhere Geschwindigkeiten die Wucht eines Aufpralls verstärken können. Riskante Ausweichmanöver sind zu vermeiden, da diese häufig zu gefährlicheren Situationen führen als der Zusammenstoß mit einem Wildtier selbst. Sollte eine Kollision unvermeidbar sein, wird zu einer Vollbremsung bei festgehaltenem Lenkrad geraten.

Begegnen Fahrer Wildtieren auf der Straße, sollten sie abblenden, bremsen und hupen, um die Tiere zu vertreiben. Fernlicht oder die Lichthupe können hingegen kontraproduktiv sein, da geblendete Tiere möglicherweise auf der Straße verharren.

Die Statistik zeigt die Bedeutung dieser Vorsichtsmaßnahmen: Im Jahr 2022 registrierten die deutschen Kfz-Versicherer etwa 265.000 Wildunfälle, was Schäden in Höhe von über 950 Millionen Euro zur Folge hatte. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, in den Frühlingsmonaten besonders achtsam zu fahren und potenzielle Gefahren durch Wildtiere ernst zu nehmen.

Wenn Marder in den Frühlingsmonaten zu ungebetenen Gästen unter der Motorhaube werden, steigen die Schadensfälle sprunghaft an. Erfahren Sie, wie man Fahrzeuge effektiv schützen und welche Versicherungsoptionen vor den finanziellen Folgen dieser tierischen Attacken bewahren.

Zwischen April und Juni erleiden kaskoversicherte Autos durchschnittlich häufiger Schäden durch Marderbisse an Kabeln und Schläuchen als in anderen Monaten, mit bis zu 1.000 Vorfällen pro Tag. Dies liegt daran, dass Marder im Frühjahr aggressiv auf die Duftmarken anderer Tiere in Motorräumen reagieren, die sie gerne für die Markierung ihres Reviers und als Unterschlupf nutzen. Autos, die in mehreren Territorien parken, locken oft weitere Marder an, die markierte Kabel dann vollständig durchtrennen.

Solche Schäden können, falls zu spät erkannt, zu gefährlichen Fahrzeugausfällen führen. Bei Elektrofahrzeugen sind die Folgen von Marderbissen besonders schwerwiegend, da oft der ganze Kabelsatz ausgewechselt werden muss.

Um Fahrzeuge vor Mardern zu schützen, hilft es, regelmäßig den Motorraum zu kontrollieren. Spezielle Sprays können Mardersekret neutralisieren, doch eine professionelle Reinigung wird bevorzugt. Die Installation eines feinmaschigen Drahtgitters oder zusätzlicher Kabelummantelungen kann den Zugang blockieren. Auch kleine, stromführende Metallplättchen oder Ultraschallgeräte, die für Menschen unhörbar sind, können Marder effektiv vertreiben.

Hinsichtlich der Versicherung decken Teil- und Vollkaskoversicherungen Schäden durch Marderbisse ab. Während manche Tarife nur direkte Schäden ersetzen, umfassen andere auch kostspielige Folgeschäden. Im Jahr 2022 zahlten Versicherungen über 100 Millionen Euro für Reparaturen nach Marderbissen, wobei jeder Schaden durchschnittlich fast 500 Euro kostete. Ohne eine Kaskoversicherung müssen Autofahrer die Reparaturkosten selbst tragen, was 2022 für etwa 11 Prozent der Fahrzeughalter zutraf.

In seiner Sitzung am 22. März 2024 hat der Bundesrat dem Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Kfz-Haftpflichtversicherung zugestimmt.

Nach einem Kompromissvorschlag des Vermittlungsausschusses, der von der Bundesregierung am 7. Februar 2024 eingereicht wurde, wurde das Gesetz verabschiedet. Zuvor hatte es am 2. Februar 2024 im Bundesrat keine Mehrheit gefunden. Der Vermittlungsausschuss empfahl, auf die Versicherungspflicht für zulassungsfreie Arbeitsmaschinen und Stapler mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h zu verzichten. Diese Regelung ist nun nicht mehr Teil des Gesetzes.

Das Gesetz setzt die europäische Richtlinie über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und die Kontrolle der entsprechenden Versicherungspflicht in deutsches Recht um. Es enthält auch Regelungen zur Harmonisierung der Schadensverlaufsbescheinigungen der Versicherten und Vorgaben für die Schadensfreiheitsrabattpolitik der Versicherer. Zudem wird zukünftig ein Insolvenzfonds Verkehrsopfer auch bei Zahlungsunfähigkeit des Kfz-Versicherers absichern.

Nachdem der Bundestag den Kompromissvorschlag des Vermittlungsausschusses bereits am 23. Februar 2024 bestätigt hat, kann das Gesetz nun nach Ausfertigung und Verkündung in Kraft treten.

2022 verzeichneten deutsche Haushalte Rekordausgaben für Versicherungen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlichte seine Prognose für das Jahr 2024. Daraus werden auch Beitragssteigerungen ersichtlich.

Deutsche Haushalte haben im Jahr 2022 durchschnittlich 1.596 Euro für Versicherungen ausgegeben, was einen Anstieg um fast 39 Prozent im Vergleich zu 2012 bedeutet. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf gestiegene Versicherungsprämien zurückzuführen, nicht unbedingt auf eine vermehrte Anzahl von Versicherungsabschlüssen. Kapitalbildende Policen wie Lebensversicherungen sind in dieser Berechnung nicht enthalten.

Die durchschnittlichen Ausgaben für Versicherungen haben somit einen Höchststand erreicht. Im Jahr 2012 betrugen die Ausgaben noch 1.152 Euro. Diese Informationen basieren auf der Laufenden Wirtschaftsrechnung (LWR), einer freiwilligen Haushaltsumfrage, wobei Selbstständige und Einkommen über 18.000 Euro monatlich nicht einbezogen werden.

Das Statistische Bundesamt gibt konkrete Zahlen für die Kfz-Versicherung und die betriebliche Altersvorsorge an. Haushalte zahlten durchschnittlich 468 Euro (29 Prozent) für die Versicherung ihrer Kraftfahrzeuge und rund 288 Euro (18 Prozent) für freiwillige Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Zusätzliche private Kranken- und Pflegeversicherungen, wie beispielsweise Krankenhaustagegeld, machten im Durchschnitt 240 Euro (15 Prozent) der Gesamtausgaben aus.

Für dieses Jahr prognostiziert der GDV in der Schaden- und Unfallversicherung Beitragszuwächse von 7,7 Prozent. “Vor allem die Entwicklung in der Kfz-Versicherung wird voraussichtlich von Nachholeffekten geprägt sein”, sagte GDV-Präsident Norbert Rollinger. “Auch steht zu befürchten, dass die Reparaturkosten weiter steigen werden. Daher rechnen wir hier mit einem Beitragszuwachs von zehn Prozent für 2024.” Wie sich die aktuelle Situation konkret auf die Prämien auswirken wird, liegt in der Verantwortung der einzelnen Versicherer.

Auf dem Verkehrsgerichtstag debattierten Experten über zulünftige Entwicklungen im Verkehrsrecht. Eine Frage: Sollte das unerlaubte Entfernen vom Unfallort bei bloßen Sachschäden als Ordnungswidrigkeit geahndet werden? Die Versicherer bezogen klar Stellung.

Vom 24. bis 26. Januar 2024 fand in Goslar der Verkehrsgerichtstag statt. Dabei wurde auch die Zukunft des Paragraf 142 StGB “Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort” besprochen.

Derzeit gibt es Bestrebungen, die aktuelle Rechtslage dahingehend anzupassen, dass bei Unfällen ohne Personenschäden die Androhung eines Bußgelds ausreichen sollte, um unerlaubtes Entfernen zu verhindern bzw. zu ahnden. Die Befürworter solcher Überlegungen versprechen sich davon Entlastung für Polizei und Justiz.

Die Versicherer lehnen eine solche Entkriminalisierung von Unfallflucht bei bloßen Sachschäden ab. “Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt nach Erkenntnissen unserer Unfallforschung immer mehr zu. In dieser Situation noch die Unfallflucht zu bagatellisieren wäre ein völlig falsches Signal”, sagt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Anja Käfer-Rohrbach.

Die Versicherer fürchten, dass bei einer Änderung weniger Unfälle gemeldet und damit mehr Unfallopfer auf ihren Schäden sitzen bleiben würden.

“Wenn sich der Unfallverursacher nicht ermitteln lässt, müssen die Geschädigten die Kosten aus eigener Tasche bezahlen oder den Schaden über ihre Kfz-Kaskoversicherung abrechnen – mit der Folge, dass der Schadenfreiheitsrabatt sinkt und auch die Selbstbeteiligung zu zahlen ist”, so Käfer-Rohrbach. Bislang ist das unerlaubte Entfernen vom Unfallort eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden kann.

Die Höhe der Geldstrafe bemisst das Gericht nach dem Nettoeinkommen des Unfallverursachers. Bei einer entsprechenden Verurteilung kann ein Unfallflüchtiger auch als vorbestraft gelten. “Trotz dieser hohen Strafandrohung gibt es in Deutschland jedes Jahr mehrere hunderttausend Fälle von Unfallflucht – die Einstufung als Ordnungswidrigkeit dürfte die Hemmschwelle für eine Unfallflucht weiter sinken lassen”, sagt Käfer-Rohrbach.

Positiver bewerten die Versicherer Überlegungen, die obligatorische Wartezeit und die Unfallmeldung bürgerfreundlicher zu gestalten. In der Praxis tauchen hier regelmäßig Fragen zur angemessenen Wartezeit auf. “Nach der aktuellen Regelung müssen die Unfallverursacher erst auf den Unfallgegner und – wenn dieser nicht kommt – auf die Polizei warten.

Hier könnte eine Online-Meldestelle oder die Möglichkeit, den Unfall digital per App zu melden sowohl Autofahrer als auch die Polizei entlasten – und Autofahrer vielleicht sogar motivieren, einen Unfall eher schnell zu melden als einfach weiterzufahren”, so Käfer-Rohrbach.

Kerzen und Feuerwerke erleuchten zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel die Wohnstuben sowie den nächtlichen Himmel. Mitunter geht dabei auch mal was zu Bruch oder gar in Flammen auf. Denn Alkohol und Feuer ergeben nicht immer eine gelungene Kombination. Welche Versicherung für Silvesterschäden kommen, zeigt folgender Überblick.

In wenigen Tagen ist es wieder soweit: Millionen Bundesbürger begrüßen zu Silvester das neue Jahr mit Böllern, Alkohol und rauschenden Partys. Dass dies auch ein erhöhtes Brand- und Unfallrisiko bedeutet, bestätigen Zahlen des Versicherungs-Dachverbandes GDV. Zum Jahresende 2022 zählten die Versicherer zum Beispiel 6.000 Brände, die einen Schaden von rund 23 Millionen Euro bewirkten. Eingerechnet sind in dieser Statistik auch Brände aus der Weihnachtszeit. Der durchschnittliche Schadenaufwand pro Leistungsfall lag bei 3.600 Euro. Rekordjahr der zusätzlichen Brände war das Jahr 2015. Damals gab es 12.000 Brände. Diese verursachten einen durchschnittlichen Schaden von 2.167 Euro.

Wer aber zahlt, wenn sich eine Silvesterrakete in die Wohnung verirrt oder gar -wortwörtlich- ins Auge geht?

Wohngebäudeversicherung

Für Hauseigentümer bedeutet Silvester ein erhöhtes Schadenrisiko. Kinder stecken Böller in die Briefkästen, Mieter zünden Tischfeuerwerke, fehlgeleitete Raketen beschädigen Fassaden und Dächer. Für die drohenden Reparaturkosten kommt eine Wohngebäudeversicherung auf.

Ein Blick in das Vertragswerk lohnt, um sicherzustellen, in welchem Rahmen Schutz besteht. So schließen manche Verträge eine Zahlung für Aufwendungen aus, die bei der Löschung des Brandes durch die Feuerwehr entstehen. Sogenannte Löschschäden sollten folglich inbegriffen sein.

Aber Vorsicht! Bagatellschäden wie einen zerbeulten Briefkasten sollte man mitunter besser selbst zahlen, statt sie an den Versicherer zu melden. Nach mehreren Schadensfällen kann der Anbieter den Vertrag kündigen und nicht immer ist es leicht, einen neuen zu finden. Die Wohngebäudeversicherung soll Schutz bei existentiellen Risiken bieten – etwa, wenn das Haus niederbrennt und der Schaden sich auf mehrere hunderttausend Euro beziffert.

Hausratversicherung

Adventskränze, trockene Gestecke und Tischfeuerwerke bilden einen idealen Brandherd. Für den angeschmorten Teppich nach einer Silvestersause zahlt die Wohngebäude-Police in der Regel nicht. Hierfür ist die Hausratversicherung zuständig, die u.a. für Schäden an Einrichtungsgegenständen einspringt. Auch, wenn das Smartphone durch ein fehlgeleitetes Tischfeuerwerk in der versicherten Wohnung kaputtgeht, springt die Hausratversicherung in der Regel ein.

Hierbei ist jedoch in den Verträgen darauf zu achten, ob die sogenannte “Einrede grober Fahrlässigkeit” greift. In diesem Fall kann der Versicherer eine Regulierung des Schadens unter Umständen schon verweigern, wenn Personen im alkoholisierten Zustand einen Brand verursachen oder das teure elektrische Gerät in der Nähe einer Gefahrenquelle benutzt wurde. Die gute Nachricht: Immer mehr Anbieter verzichten auf eine entsprechende Klausel!

Kfz-Versicherung

Silvester ist leider auch der Tag, auf den die Kaskoversicherer mit Bangen blicken. So mancher Fahrzeughalter findet Schmauchspuren am Lack oder gar Brand- und Explosionsschäden vor, wenn er mit seinem Auto ins neue Jahr starten will. Wer die Chance hat, sollte das geliebte Gefährt deshalb besser in einer Garage unterstellen, statt es am Straßenrand zu parken.

Wer zahlt aber, wenn eine Silvesterrakete den Lack des neuen Sportwagens beschädigte? Für Brand- und Explosionsschäden kommt die Teilkasko-Versicherung auf. Brenzlich wird es hingegen, wenn das Auto von einem fremden Täter mutwillig beschädigt wurde. Für diesen Fall muss eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden!

Private Haftpflichtversicherung

Zum erstem Mal bei den Schwiegereltern eingeladen – und schon landet das Rotweinglas auf dem teuren Perserteppich? In diesem Fall sollte man im Besitz einer Privathaftpflichtversicherung sein, damit man trotz des Missgeschicks einen positiven Eindruck hinterlässt. Eine solche Police greift nämlich, wenn man Dritten leichtsinnig oder unbedacht Schaden zufügt.

Noch wichtiger ist die Privathaftpflicht aber, wenn beim allzu leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerk eine fremde Person verletzt wird, etwa weil die Whiskeyflasche als Abschussrampe für die Rakete wenig taugte. Tatsächlich berichten die Behörden, dass zu Silvester viele Patienten mit Augenverletzungen und Hörschäden in die Notaufnahme kommen. Besser ist es freilich, im Umgang mit Feuerwerk die notwendige Sorgfalt walten zu lassen – und notfalls vor Mitternacht ein Glas weniger zu trinken.

Übrigens haften Eltern auch für die Dummheiten, die ihre Kinder mit Feuerwerk anstellen. Als ein 13-Jähriger zuhause Böller fand, sie zündete und einem Kind nachwarf, musste die Mutter 1.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil sie die nicht jugendfreie Pyrotechnik nicht sicher aufbewahrt hatte. Das bestätigte das Landgericht München mit einem Urteil (Az. 31 S 23681/00).

Unfallversicherung

Besonders folgenschwer können Unfälle mit Feuerwerkskörpern sein. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt zwar die Heilbehandlung, aber für Verletzungen mit bleibenden Körperschäden kommt sie in der Regel nicht mehr auf. Hier greift eine private Unfallversicherung. Ist der Schaden so schwer, dass sogar der Beruf aufgegeben werden muss, dann springt die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer monatlichen Rente ein. Aber aufgepasst! Wer die Verletzungen mit selbstgebastelten Knallern herbeiführt, verwirkt in der Regel seinen Versicherungsschutz.