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Wer eine Erwerbsminderungsrente bezieht, erhält ab Juli einen Zuschlag. Wie sich die geplanten Verbesserungen auf Bestandsrenten auswirken und warum das Verfahren zur Auszahlung in zwei Stufen erfolgen soll.

Das Verfahren zur Zahlung von Zuschlägen auf Erwerbsminderungsrenten und Renten wegen Todes ändert sich. Darauf einigten sich die Mitglieder des Ausschusses für Arbeit und Soziales und stimmten einem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

Der Hintergrund ist das im Jahr 2022 beschlossene Gesetz zur Rentenanpassung und zur Verbesserung von Leistungen für Erwerbsminderungsrentner. Dieses Gesetz führte eine Verbesserung für die Bezieher einer Erwerbsminderungsrente oder einer Rente wegen Todes der gesetzlichen Rentenversicherung ein, deren Rente zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 31. Dezember 2018 begann. Die Verbesserung erfolgt in Form eines pauschalen Zuschlags zur Rente ab dem 1. Juli 2024 und orientiert sich an den individuellen Vorleistungen (persönliche Entgeltpunkte). Auch laufende Altersrenten, die unmittelbar an Renten wegen Erwerbsminderung anschließen, erhalten den Zuschlag.

Die automatisierte Umsetzung des Zuschlags für die insgesamt etwa drei Millionen Bestandsrenten durch die Deutsche Rentenversicherung gestaltete sich im Nachhinein aufgrund eines erhöhten Umsetzungsaufwands deutlich komplexer als ursprünglich geplant, berichten die Koalitionsfraktionen. Daher soll das Verfahren zur Auszahlung nun in zwei Stufen erfolgen: In einer ersten Stufe ab Juli 2024 wird monatlich ein Rentenzuschlag separat von der zugrunde liegenden Rente ausgezahlt. Dabei orientiert sich die Berechnung des Rentenzuschlags am Auszahlungsbetrag der Rente. Durch dieses Vorgehen sollen die Berechtigten letztendlich hinsichtlich des Gesamtrentenbetrags so gestellt werden, als hätten sie den Zuschlag über die originäre Rentenberechnung erhalten. In einer zweiten Stufe ab Dezember 2025 wird der Zuschlag dann dauerhaft als unmittelbarer Bestandteil der Rente berechnet und ausgezahlt.

Mehr als die Hälfte aller gezahlten gesetzlichen Renten (54,3 Prozent) liegen unter der relativen Armutsgrenze. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundessozialministeriums. Demnach erhalten rund 10,1 Millionen Menschen weniger als 1.100 Euro Rente im Monat.

Mehr als jeder zweite Rentner in Deutschland, 10,1 Millionen Menschen, erhält eine gesetzliche Rente unterhalb der relativen Armutsgrenze. Das geht aus Zahlen hervor, die das Bundessozialministerium auf eine Anfrage der Fraktion Sahra Wagenknecht (BSW) mitgeteilt hat.

Konkret angefragt hatte Wagenknecht, wie viele Menschen weniger als 1.100 Euro im Monat erhalten. Die aktuelle Armutsgrenze, die laut Statistischem Bundesamt derzeit bei 1.250 Euro im Monat liegt, wird damit noch deutlich unterschritten. Auf die Zahlen machte zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aufmerksam.

Zu beachten ist hierbei, dass es sich um relative Armut handelt. Diese ist von absoluter Armut abzugrenzen, die etwa durch Notlagen wie Hunger und Obdachlosigkeit gekennzeichnet ist. Eine Person gilt nach der EU-Definition als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (Schwellenwert der Armutsgefährdung).

“Rentner sind die Hauptverlierer der Inflation”, sagte Linken-Politiker Dietmar Bartsch und forderte eine einmalige ‚Inflations-Rentenerhöhung‘ um 10 Prozent. Anlass für die Forderung sind Angaben des Statistischen Bundesamtes über die Höhe der Durchschnittsrente in Deutschland.

1.250 Euro netto: Fast die Hälfte der Rentner in Deutschland muss mit weniger auskommen, errechnete das Statistische Bundesamt. Aus Sicht von Linken-Politiker Dietmar Bartsch ist das ein Armutszeugnis. Die Ampel lasse die Rentner im Stich, so der Bundestagsabgeordnete.

Mehr als vier von zehn Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland (42,3 Prozent) verfügen über ein monatliches Netto-Einkommen von weniger als 1.250 Euro, wie eine Berechnung des Statistischen Bundesamtes auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch zeigt.

Etwa jeder vierte Rentenempfänger (26,4 Prozent) erhält sogar weniger als 1.000 Euro. Besonders betroffen sind Frauen, von denen 53,5 Prozent, also mehr als jede zweite Rentnerin, mit weniger als 1.250 Euro im Monat auskommen müssen. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 28,2 Prozent.

Laut dem Rentenatlas 2023 der Deutschen Rentenversicherung betrug die durchschnittliche Brutto-Rente im Jahr 2022 1.728 Euro bei den Männern und 1.316 Euro bei den Frauen.

Auf der Plattform X (ehemals Twitter) schrieb Dietmar Bartsch zu den von ihm erfragten Zahlen: “Armutszeugnis für das reiche Deutschland: Fast die Hälfte der Rentner in Deutschland hat weniger als 1.250 € Nettoeinkommen. Die Rentner sind die Hauptverlierer der Inflation. Die Ampel lässt die Alten unserer Gesellschaft weitgehend im Stich.”

Weiter schrieb der Linken-Politiker, dass die Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre zu gering waren, um die aktuellen Preissprünge auszugleichen. Bartsch forderte deshalb eine einmalige ‚Inflations-Rentenerhöhung‘ um 10 Prozent. Zudem bräuchte es grundsätzlich eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs. Dort sei die Durchschnittsrente um 800 Euro höher, so Bartsch.

Die verlängerte Antragsfrist für Leistungen der Stiftung Härtefallfonds läuft Ende des Monats aus. Wer als Härtefall gilt und woher man Antragsformulare bekommt.

Die Bundesregierung hat einen Fonds ins Leben gerufen, um Härtefälle, die im Zuge der Ost-West-Rentenüberleitung entstanden sind, zu mildern. Zielgruppen des Fonds sind:

  • Beschäftigte bei der Deutschen Reichsbahn, der Deutschen Post oder im Gesundheits- und Sozialwesen,
  • Pflegende von Familienangehörigen, die ihre Beschäftigung aufgegeben hatten,
  • Beschäftigte in einer bergmännischen Tätigkeit in der Carbochemie/Braunkohleveredlung, dienstlicher Aufenthalt im Ausland mit Ehegatten, für den die vorherige Beschäftigung aufgegeben wurde,
  • nach DDR-Recht Geschiedene mit mindestens einem Kind nach mindestens 10-jähriger Ehe,
  • Balletttänzerinnen oder Balletttänzer (als Ausgleich für die von der DDR zugesagte “Ballettrente”),
  • Spätaussiedlerinnen oder Spätaussiedler,
  • jüdische Zuwandererinnen oder Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion bzw. deren Angehörige.

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Betroffene die Möglichkeit, eine pauschale Einmalzahlung zwischen 2.500 und 5.000 Euro zu erhalten, wenn ihre gesetzlichen Renten nahe der Grundsicherung liegen. Die genaue Höhe der Einmalzahlung ist abhängig vom Wohnort (Bundesland).

Die Leistung aus dem Härtefallfonds wird nur auf Antrag gewährt, der bis zum 31. Januar 2024 gestellt werden kann.

Ursprünglich endete die Antragsfrist am 30. September 2023. Im Oktober beschloss die Bundesregierung, die Antragsfrist bis zum 31. Januar 2024 zu verlängern.

Die Stiftung Härtefallfonds wurde Ende 2022 ins Leben gerufen; seit Jahresbeginn 2023 konnten Anträge gestellt werden. Bundesländer, die sich bereit erklärten, einen finanziellen Beitrag zu leisten, konnten der Stiftung bis März 2023 beitreten. Diesem Aufruf sind Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hamburg, Bremen und Berlin gefolgt. Ihr Beitritt führte dazu, dass die Zahlungen für die Betroffenen in ihrem Bundesland von 2.500 Euro auf 5.000 Euro erhöht wurden.
In den neuen Bundesländern, die der Stiftung beigetreten sind (Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen), können nun für alle berechtigten Personengruppen die Leistungen auf eine Pauschale von 5.000 Euro angehoben werden. Hingegen betrifft die Erhöhung in den alten Bundesländern (Hamburg, Bremen und Berlin) lediglich jüdische Kontingentflüchtlinge und Spätaussiedler.

Antragsformulare können postalisch bei der Geschäftsstelle der Stiftung Härtefallfonds in Bochum angefordert werden. Alternativ stehen Antragsformulare auch auf den Webseiten der Knappschaft Bahn See oder dem Bundesarbeitsministerium zum Download bereit.

Trotz politischer Unruhen und wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt das Vertrauen der Bürger in die gesetzliche Rente stabil, zeigen Daten des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Am Ende eines jeden Jahres erfragt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) das Vertrauen der Bundesbürger in die verschiedenen Säulen der Altersvorsorge. Auf einer Skala von 0 (schlechtester Wert) bis 10 (bester Wert) kommt die gesetzliche Rente in der jüngsten Befragung mit 5,4 auf den höchsten Wert und verbessert sich gegenüber der Vorjahresbefragung sogar noch ein wenig (Ende 2022: 5,2). Die private Vorsorge und die betriebliche Altersversorgung haben mit 4,5 einen etwas niedrigeren Wert, blieben beim Vertrauen der Befragten allerdings auf dem Vorjahreswert.

Jedoch geben knapp drei Viertel der Befragten an, im Rentenalter ihren Lebensstandard senken zu müssen. Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), betont, dass ein stabiles Vertrauen nicht zwangsläufig Sicherheit bedeutet. Nur 22 Prozent erwarten einen gleichbleibenden Lebensstandard im Alter, während 36 Prozent der Befragten, die ihre Vorsorge als unzureichend empfinden, planen, in den nächsten zwölf Monaten zusätzliche Rücklagen für das Alter anzulegen.

Über die Studie:
Die repräsentative Befragung, die INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchführte, fand im Zeitraum vom 8. bis zum 11. Dezember 2023 statt. Daran nahmen 1.187 erwerbsfähige Personen aus Deutschland im Alter zwischen 18 und 64 Jahren teil. Die Umfrage wurde als Online-Befragung durchgeführt.

Altersvorsorge ist vor allem eine Frage der Alterseinkünfte. Dass die gesetzliche Rente als einzige Einkommensquelle im Ruhestand nicht ausreichen dürfte, den derzeitigen Lebensstandard zu halten, wissen viele Deutsche. Auf welche Einkommensquellen die Deutschen im Ruhestand setzen.

Die zusätzliche Altersvorsorge in Deutschland ist essenziell, da sie eine Ergänzung zur gesetzlichen Rente bietet. Angesichts demografischer Veränderungen und Unsicherheiten ist sie wichtig, um im Ruhestand finanzielle Stabilität zu gewährleisten und den Lebensstandard zu erhalten.Daher ist es ratsam, frühzeitig zusätzliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Verschiedene private Vorsorgeoptionen stehen zur Verfügung, darunter Riester- und Rürup-Renten sowie betriebliche Altersvorsorge. Diese ermöglichen es den Menschen, individuell für ihren Ruhestand vorzusorgen und von staatlichen Förderungen zu profitieren. Die Riester-Rente bietet beispielsweise Zulagen und Steuervorteile, während die Rürup-Rente steuerlich gefördert wird und insbesondere für Selbstständige attraktiv ist.

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine weitere wichtige Säule, die oft durch Arbeitgeber angeboten wird. Hierbei können Arbeitnehmer einen Teil ihres Gehalts steuerbegünstigt für die Altersvorsorge verwenden. Diese Form der Vorsorge stärkt nicht nur die finanzielle Absicherung im Alter, sondern kann auch ein Instrument zur Mitarbeiterbindung sein.

Doch welche Einkommensarten im Ruhestand favorisieren die Deutschen? Das zeigte kürzliche eine Umfrage im Auftrag eines großen Versicherers. Demnach ist die betriebliche Altersvorsorge (23 %) am beliebtesten. Gefolgt von privater Zusatzrente (19 %), Lebensversicherungen (16 %) und Vermögenserträgen aus Zin­sen oder Dividenden (11 %). Jedoch gibt ein Viertel an, bisher über keine weiteren Einkommens­quellen neben der gesetzlichen Rente zu verfügen.

Über die Studie: Die verwendeten Daten beruhen auf einer durch Swiss Life Select beauftragten Online-Studie der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.038 Personen in der Zeit vom 18. bis 20.07.2023 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Wie lange Rente bezogen wird, hängt auch vom Renteneintrittsalter ab. Während Funktionäre der Deutschen Rentenversicherung für ein späteres Renteneintrittsalter plädieren, will die Mehrheit der Bevölkerung einen wesentlich früheren Renteneintritt.

Im Spät-Herbst 2022 plädierte Alexander Gunkel, Arbeitgebervertreter im Bundesvorstand der Deutschen Rentenversicherung, dafür, ein höheres Renteneintrittsalter zu prüfen. Er verwies aber auch darauf, dass es noch andere Stellschrauben gegen den Fachkräftemangel und für mehr Rentenstabilität gebe: etwa eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Zuwanderung. Eine Anhebung der Regelaltersgrenze sei jedoch naheliegend, sagte Gunkel.

Einen Renteneintritt in einem Alter über 70 Jahren kann sich zwar jeder Dritte vorstellen, doch mehrheitsfähig sind solche Gedanken nicht. Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Renteneintritt mit bis zu 60 Jahren (51,2 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kam der ‚Financial Freedom Report‘ eines Versicherers.

Erst vergangenes Jahr zeigte eine ähnliche Umfrage des vom Bundesarbeitsministerium gegründeten Demographie Netzwerks, dass mehr als jeder zweite Beschäftigte (54,2 Prozent) gern mit 62 Jahren oder zeitiger in Rente gehen bzw. mit der Erwerbsarbeit aufhören würde. Hingegen will nur etwas mehr als jeder Zehnte (10,7 Prozent) bis zum Alter von 67 Jahren oder darüber hinaus arbeiten. Der Anteil derjenigen, die sich ein höheres Renteneintrittsalter vorstellen können, hat sich also erhöht.

Ein Renteneintritt mit bis zu 60 Jahren ist allein mit einer staatlichen Rente unrealistisch, schätzen Experten ein. Wer spät in die eigene Altersvorsorge einsteigt, sollte sich beispielsweise über Möglichkeiten einer Einmalanlage informieren. Je nach Bedarf können dabei auch flexible Möglichkeiten zur Geldentnahme vereinbart werden.

Über die Studie:
An der repräsentativen Umfrage zum Thema Financial Freedom der LV 1871, durchgeführt von Civey, haben im August 2023 2.500 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren teilgenommen. Die Teilnehmenden beantworteten darin Fragen nach ihrem individuellen Verständnis von (finanzieller) Freiheit und ihren Gefühlen und Sorgen beim Thema Finanzen, Altersvorsorge und Absicherung.

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik in Bezug auf die Altersvorsorge geht verloren. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag eines großen Versicherers.

In den neuen Bundesländern ist dieses Misstrauen sogar noch stärker ausgeprägt (73 Prozent) als in den alten Bundesländern (65 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt auch das Vertrauensdefizit: Bei den 18- bis 24-Jährigen haben 57 Prozent das Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger verloren, während es bei den über 55-Jährigen sogar 72 Prozent sind.

Im Durchschnitt gehen 42 Prozent der Befragten davon aus, dass sich ihre Lebensqualität im Ruhestand verschlechtern wird. In den neuen Bundesländern sind es sogar rund 48 Prozent. Dabei verlassen sich nur 27 Prozent ausschließlich auf die gesetzliche Rente, während die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) zusätzliche private Vorsorgemaßnahmen ergreift.

Besonders ermutigend ist die Bereitschaft junger Menschen, regelmäßig Geld für die private Altersvorsorge beiseite zu legen. Bereits 47 Prozent der 18- bis 24-Jährigen investieren monatlich in ihre private Vorsorge, während es bei den 25- bis 34-Jährigen sogar 63 Prozent sind – die höchste Sparquote in keiner anderen Altersgruppe.

Die Inflation beeinflusst die Vorsorgebereitschaft – Ein Drittel spart weniger oder gar nicht

Rund 32 Prozent der Deutschen geben an, seit dem Beginn des Ukrainekriegs und dem Anstieg der Inflation weniger für ihre Altersvorsorge zu sparen als zuvor. Gleichzeitig sparen weitere 32 Prozent überhaupt nicht für die private Altersvorsorge.

Etwa 15 Prozent investieren monatlich weniger als 100 Euro in ihre Altersvorsorge, während weitere 15 Prozent zwischen 100 und 200 Euro für ihren Ruhestand zurücklegen. Jeder Zehnte spart zwischen 200 und 300 Euro pro Monat, während 9 Prozent sogar mehr als 400 Euro monatlich für ihre private Altersvorsorge aufbringen. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) gibt an, gerne mehr für ihren Ruhestand sparen zu wollen, es sich jedoch finanziell nicht leisten zu können.

Größte Sorgen: Gesundheit und Inflation

Die größte Sorge der Deutschen hinsichtlich ihres Ruhestands ist die Gefahr, krank oder pflegebedürftig (43 Prozent) zu werden. Darüber hinaus fürchten sie, dass die steigende Inflation ihre Rente stark mindern wird (33 Prozent) und sie ihren Lebensstandard nicht aufrechterhalten können (27 Prozent). Unter denjenigen, die bereits im Ruhestand sind, sind die Sorgen bezüglich Gesundheit und Pflegebedürftigkeit (53 Prozent) sowie steigender Inflation (45 Prozent) noch ausgeprägter. Rentner befürchten zudem, dass Deutschland in Zukunft seine Stabilität verlieren könnte (30 Prozent).

Insgesamt sehen etwa gleich viele Deutsche ihrem Ruhestand mit Freude (42 Prozent) wie mit Sorge (39 Prozent) entgegen. Auffällig ist, dass diejenigen, die regelmäßig in ihre private Altersvorsorge investieren, häufiger mit Freude auf ihren Ruhestand blicken (51 Prozent).

Über die Studie:
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Axa 2.013 Personen in Deutschland online befragt. Die Ergebnisse der Befragung aus September 2023 sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Deutschen beziehen immer länger Rente. Das geht aus dem aktuellen Rentenatlas 2023 der Deutschen Rentenversicherung hervor.

Die Dauer des Rentenbezugs ist in den letzten fünf Jahren in Deutschland teils deutlich gestiegen. Im Jahr 2022 erhielten Männer durchschnittlich 18,8 Jahre ihre Altersrente und Frauen 22,2 Jahre, wie die Deutsche Rentenversicherung in ihrem aktuellen Rentenatlas 2023 mitteilt. Im Jahr 2017 hatte die Rentenbezugsdauer noch bei 17,9 Jahren (Männer) bzw. 21,8 Jahren (Frauen) gelegen. Das bedeutet einen Anstieg um fast ein Jahr bei Männern und um etwa 0,4 Jahre bei Frauen.
Noch deutlicher fällt der Langzeittrend aus. Seit 1972 stieg die Rentenbezugsdauer bei Männern um 8,3 Jahre und bei Frauen sogar um volle zehn Jahre.

Allerdings hat sich der Anstieg in den letzten Jahren verlangsamt. So stagnierte die Rentenbezugsdauer bei den Männern im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr, bei den Frauen stieg sie nur noch um 0,1 Jahre. “Neben dem Wegfall von Rentenarten, die schon vor der Regelaltersgrenze bezogen werden konnten, wirkt sich hier vor allem die Anhebung der Altersgrenzen auf den Rentenbeginn aus”, schreibt die DRV. Unter dem Wegfall von Rentenarten ist u.a. das Auslaufen von zwei vorgezogenen Sonderformen der Altersrente zu verstehen. So konnte die Altersrente für Frauen oder die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit teilweise schon mit 60 Jahren in Anspruch genommen werden, blieb aber bestimmten Geburtsjahrgängen vorbehalten.

Auch aufgrund der steigenden Rentenbezugsdauer wird derzeit in der Politik über eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze debattiert. Bis 2031 steigt das Rentenalter auf 67 Jahre, doch nach Ansicht vieler Ökonomen ist das nicht genug, um das Rentenniveau und den Rentenbeitrag stabil zu halten.

Die Bundesregierung plant, das Umlageverfahren in der gesetzlichen Rente mit einem Kapitalstock zu stabilisieren. Doch was verbirgt sich hinter den Plänen? Und müssen die gesetzlich Rentenversicherten nun fürchten, dass Geld verzockt wird?

“Generationenkapital”: So ist eines der wichtigsten Reformprojekte der Bundesregierung umschrieben. Ursprünglich als “Aktienrente” bekannt, plant die Ampelregierung derzeit, einen zusätzlichen Kapitalpuffer für die gesetzliche Rente zu schaffen. Denn diese funktioniert derzeit als Umlageverfahren. Stark vereinfacht wird jeder von den Beitragszahlern eingenommene Euro sofort wieder für Renten ausgegeben, abgesehen von einer Notreserve. Das funktioniert in einer alternden Gesellschaft aber nur bedingt, stehen doch immer mehr Rentnerinnen und Rentner immer weniger Beitragszahler gegenüber. Somit gerät die Finanzierung der Rente unter Druck.

In den letzten Wochen wurden erste Details eines Gesetzesentwurfs öffentlich, der aber derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt wird und noch nicht öffentlich vorgestellt wurde. Daraus geht auch hervor, wie dieses Generationenkapital funktionieren soll. Zunächst ist vorgesehen, 10 Milliarden Euro einer öffentlichen Stiftung anzuvertrauen, die das Geld dann anlegt. Im Jahr 2024 soll dann auf 12 Milliarden aufgestockt werden und sich der Betrag jährlich um drei Prozent erhöhen. Zusätzlich soll der Stiftung Bundesvermögen in Höhe von 15 Milliarden Euro übertragen werden: stark vereinfacht Eigenkapital, das als Sicherheit dient. So soll bis zum Jahr 2035 ein Volumen von 200 Milliarden Euro angespart werden.

Angedacht ist dann, dass das Generationenkapital ab Mitte der 2030er Jahre eingesetzt wird, um das Rentenniveau und die Beiträge zu stabilisieren. Das bedeutet aber auch, dass für Rentnerinnen und Rentner keinerlei individuelle Ansprüche entstehen, wie dies ursprünglich angedacht gewesen ist. Es bleibt ein weitgehend anonymer und öffentlich verwalteter Topf.

Eine Besonderheit ist hierbei die Finanzierung. Die soll nämlich auf Pump erfolgen: über ein Darlehen des Bundes. So sollen die Gelder auch nicht direkt entnommen werden. Zur Stabilisierung der Rente dienen stattdessen die Beträge, die der Fonds als Rendite mit den angelegten Geldern erwirtschaftet. Das kann aber tatsächlich funktionieren, weil der Zins, den der Bund für ausgegebene Staatsanleihen zahlen muss, in der Regel niedriger ist als das, was üblicherweise am Kapitalmarkt mit Aktien und Fonds erwirtschaftet werden kann. Allerdings hat die Finanzierung über das Darlehen auch Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Generationenkapitals laut werden lassen, weil damit wohl die verfassungsrechtlich verankerte Schuldenbremse umgangen werden soll.

Und wird mit den Geldern nun an der Börse gezockt? Viele Ökonomen sind sich einig: nein. Keineswegs nämlich wird der Fonds das Generationenkapital in hochriskante Anlagen wie etwa Verbriefungen stecken oder täglich damit spekulieren: Das dürfte ihm sogar verboten sein. Stattdessen entsteht ein staatlich verantworteter Mischfonds mit hoher Aktienquote, der mit einem langfristigen Horizont angelegt wird und breit gestreut investiert: sowohl international als auch nach verschiedenen Branchen. Das minimiert das Risiko deutlich. Zwar kann der Fonds insgesamt an Wert verlieren, wenn es den Börsen schlecht geht. Dies dürfte aber in der Regel nur eine Momentaufnahme sein. Schon die breite Streuung trägt dazu bei, dass es nahezu ausgeschlossen ist, dass alle Einzelpositionen im Minus liegen und insoweit überhaupt keine Mittel aus Kursgewinnen realisiert werden können. Die Erträge werden schwanken: aber auch die Wertentwicklung an den Börsen in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutet darauf hin, dass mit einer solchen Anlagestrategie ein beständiger Wertzuwachs der investierten Gelder möglich ist.

“Die Aktienrente und das Generationenkapital sind keine Wette!”, schlussfolgern deshalb Anlageexperten: auch mit Blick auf Vorurteile, die viele Deutsche noch immer gegenüber Aktien und Fonds haben. Und zugleich kann der Fonds auch als Vorbild dienen, wie Privatsparer vergleichsweise sicher ihr Geld anlegen. Die Gelder breit streuen und mit langfristigen Blick anlegen, zudem nicht bei jeder Kursschwankung panikartig reagieren. Grundsätzlich empfiehlt sich eine breit aufgestellte Strategie der zusätzlichen Altersvorsorge, die sowohl die private als auch betriebliche Vorsorge nutzt. Denn trotz Generationenkapital: Auch in Zukunft wird die gesetzliche Rente allein vielen Bürgerinnen und Bürgern kein auskömmliches Einkommen im Alter garantieren. Welche Optionen es hierfür gibt, klärt ein Beratungsgespräch.