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Wie wichtig gute Beratung zu Versicherungsbedingungen und Klauseln ist, zeigt ein Urteil des Kammergerichts Berlin zur Wohngebäudeversicherung. Musste doch das Gericht darüber befinden, ob die durch Unwetter verursachte Überschwemmung einer Frau von der Rückstau-Klausel ihrer Versicherung gedeckt ist. Die Vertragsunterlagen der Wohngebäudeversicherung definieren in der Regel sehr genau, für welche Elementarschäden die Versicherungsunternehmen einstehen müssen und unter welchen Bedingungen.

Oft sind Versicherungskunden mit den Vertragsbedingungen wenig vertraut, weswegen sie nicht wissen, welcher Schaden durch die Versicherung wirklich abgedeckt ist. Das musste auch eine Kundin erfahren, die aufgrund eines vermeintlichen Rückstaus ihren Wohngebäudeversicherer verklagte.

Die Frau erlitt einen Schaden, wie er aufgrund zunehmender Unwetter immer häufiger wird: Starker Regen überlastete das Entwässerungssystem ihres Balkons. Aus diesem Grund floss das Regenwasser nicht schnell genug ab, drang durch die Schwelle der Balkontür in die Wohnung und beschädigte Fußbodenbeläge, Tapeten und Farbanstriche. Aufgrund einer XXL-Deklaration ihres Versicherungsvertrags bekam sie vom Landgericht Berlin bereits Zahlungen in Höhe von 2.500 Euro nebst Zinsen von ihrem Wohngebäudeversicherer zuerkannt. Jedoch verwehrte das Urteil des Landgerichts ihr Zahlungen aufgrund eines vermeintlichen Rückstau-Schadens, den die Geschädigte dennoch geltend machen wollte.

Rückstau – Eine Frage der Definition

Die Frau meinte sich deswegen um ihr Recht gebracht. Sie hatte zusätzlich einen Elementarschaden-Baustein in ihrem Vertrag vereinbart. Dieser gestand ihr laut Paragraph 4 der Bedingungen auch Zahlungen bei einem durch Rückstau erlittenen Schaden zu. Und hatte sich das Wasser nicht gestaut und war in die Wohnung geflossen, weswegen hohe Kosten entstanden sind? Mit dieser Meinung rief die Frau das Berufungsgericht und damit das Kammergericht Berlin an.

Vor Gericht aber kam die Enttäuschung für die Frau: Durch einstimmigen Senats-Beschluss wurde die Berufung zurückgewiesen, da keine Aussicht auf Erfolg für die Klägerin bestand. Denn auch das Kammergericht urteilte: es handle sich bei dem erlittenen Schaden nicht um einen Rückstauschaden.

Was aber führte zu dem einstimmigen Urteil des Gerichts? Die Vertragsbedingungen von Wohngebäudeversicherungen definieren den Rückstau sehr genau. So liegt nur dann ein Rückstau vor, wenn Wasser aus dem Rohrsystem des versicherten Gebäudes austritt. Ein solcher Vorgang aber fand beim von der Klägerin erlittenen Schaden gar nicht statt.

Der Nicht-Eintritt ist das Problem

Der Grund: Zwar gehört auch das Entwässerungssystem des Balkons zum versicherten Rohrsystem des Gebäudes. Der Schaden aber entstand nicht, weil Wasser aus den Rohren austrat, sondern weil aufgrund der Überlastung der Rohre kein Wasser mehr in das Entwässerungssystem eindringen konnte. Gerade das Nicht-Eindringen in die Rohre war ja der Grund dafür, dass Wasser sich auf dem Balkon sammelte und letztendlich in die Wohnung lief und hohe Kosten verursachte. Ein Austritt des Wassers auf schädigende Art aus den Rohren ist aber Bedingung dafür, dass ein Versicherer aufgrund der Rückstau-Klausel für den Schaden zahlen muss.

Auf den Austritt des Wassers aus den Rohren statt den Nichteintritt des Wassers in die Rohre kommt es also laut Vertrag an. Das war für die Frau auch “schwarz auf weiß” in den Vertragsbedingungen nachlesbar. Hätte die Frau die Vertragsbedingungen ernst genommen oder hätte sie sich zu der Klausel des Vertrags gut beraten lassen, wäre ihr viel Ärger und wären ihr zudem die Gerichtskosten erspart geblieben. Dann nämlich hätte sie sich mit den 2.500 Euro Schadenszahlungen für ihre XXL-Deklaration begnügt, statt auf einen vermeintlichen Rückstau-Schaden zu beharren.

Wenn man im Herbst oder Winter Energie sparen will, muss man doch nicht jeden Raum und jedes Gebäude beheizen? Dieses Sparmodell kann schnell sehr teuer werden. Nicht nur drohen Rohre einzufrieren und zu platzen – im Zweifel kann auch der Wohngebäudeversicherer seine Leistung verweigern. Ein Frostschutz sollte mindestens gewährleistet sein!

Auch wenn der Herbst uns bisher mit milden Temperaturen verwöhnte, so treten nun die ersten Frostnächte wieder auf. Und das kann verheerende Konsequenzen haben, wenn Hausbesitzer an der falschen Stelle sparen. Nicht nur kann es passieren, dass bei längerem Frost Rohre zufrieren und kaputtgehen. Im schlimmsten Fall erhält man auch keinerlei Entschädigung von der Wohngebäudeversicherung.

Heizklausel in vielen Wohngebäude-Policen

Ja, es stimmt: Wohngebäude-Versicherer sind sehr darauf bedacht, dass die Versicherten auch ausreichend heizen. Nicht etwa, weil sie damit einen hohen Energieverbrauch unterstützen wollen, im Gegenteil. Aber natürlich beharren sie darauf, dass die Immobilieneigner ausreichend Maßnahmen ergreifen, um einen teuren Schaden gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb finden sich in Wohngebäude-Verträgen Klauseln, die das Heizen als sogenannte Obliegenheit vorschreiben, damit der Versicherte Anspruch auf eine Schadenszahlung hat.

Warum das notwendig ist, zeigt eine Statistik des Versicherungsdachverbandes GDV. Alle dreißig Sekunden geht demnach irgendwo in Deutschland ein Rohr zu Bruch, lecken Armaturen oder laufen Heizboiler aus. Jährlich zählen die Versicherer deutschlandweit rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden. Zwar sind Frostschäden nur eine Ursache – auch schlechte Wartung der Anlagen spielt eine Rolle. Aber sie sind eine wichtige Ursache. Selbst Wasserheizungen können kaputtgehen, wenn sich darin Wasser befindet, ohne dass die Anlage für ihren eigenen Zweck verwendet wird. Und das ist nunmal das Heizen.

In den Allgemeinen Wohngebäude-Versicherungsbedingungen ist vorgeschrieben, dass Versicherungsnehmer ihr Gebäude ausreichend beheizen sowie den Zustand der Heizung regelmäßig kontrollieren müssen. Das Heimtückische: Während dies in der eigenen Wohnung ohnehin meist garantiert ist, gilt dies eben auch für mitversicherte Nebengebäude und Zweitwohnungen. Hier vergessen viele Immobilienbesitzer mitunter ihre Heizpflicht. Werden die Gebäude nicht genutzt, sollten alle wasserführenden Einrichtungen und Anlagen gesperrt und entleert werden.

Man muss nicht permanent kontrollieren!

Keineswegs aber müssen Hausbesitzer ständig und immerzu die Heizung kontrollieren, ob sie noch ordentlich funktioniert: das kann keiner erwarten. Das zeigt auch ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes. Demnach erhielt ein Mann die volle Versicherungsleistung zugesprochen, obwohl er in einem frostigen Winter die Heizung seit elf Tagen nicht kontrolliert hatte.

Aus dem Urteil des Bundesgerichtshofes geht hervor, dass mit der Formulierung “genügend häufige Kontrolle”, oft in Verträgen zu finden, eher ein allgemeines Verständnis davon gemeint ist, wann eine Heizung kaputtgehen kann. Maßstab hierfür ist auch die eigene Lebenserfahrung. Dabei ist zu berücksichtigen, von welcher Bauart die Heizung ist, wie alt sie ist, ob sie regelmäßig gewartet wurde und ob sie sich zuvor störanfällig zeigte (BGH, 25.06.2008, IV ZR 233/06).

Immer wieder verursachen Stürme massive Schäden an Häusern: gut, wenn man eine Wohngebäudeversicherung hat. Doch muss der Versicherer auch einen vermeintlichen Sturmschaden zahlen, wenn ein Baum erst Tage nach einem Unwetter auf das Haus stürzt? Mit dieser Frage musste sich das Oberlandesgericht Hamm auseinandersetzen (6 U 191/15).

Im verhandelten Rechtsstreit ist ein Baum erst sechs Tage auf das versicherte Gebäude gefallen, nachdem ein Sturm von mindestens Windstärke acht in der Region tobte: Diese Windstärke ist Voraussetzung, damit der Wohngebäudeversicherer Sturmschäden ersetzen muss. Aber der Versicherer wollte nicht zahlen. Er berief sich darauf, dass der Baum ja erst mit einer Frist von sechs Tagen auf das Haus gestürzt sei, also der Sturm nicht unmittelbare Ursache gewesen sein könne.

Das aber wollte der Hausbesitzer nicht auf sich sitzen lassen – und klagte vor Gericht. Mit Erfolg, denn das Oberlandesgericht Hamm bestätigte ein Urteil der Vorinstanz im Sinne des Verbrauchers. Demnach hatte auch ein Sachverständigengutachten bestätigt, dass der Sturm Ursache für den Umsturz des Baumes gewesen sei, so bestätigten die Richter. Während des Sturms sei der Baum entwurzelt wurden – was später zum Umfallen des Baumes geführt habe. Die Gebäudeversicherung muss also für den entstandenen Schaden aufkommen. Über das Urteil berichtet aktuell die Webseite haufe.de.

Feinheiten des Vertrages

Das Urteil zeigt aber auch, dass Wohngebäudeversicherung nicht gleich Wohngebäudeversicherung ist und auf Vertragsdetails geachtet werden muss. So habe sich aus dem durchschnittlichen Wortlaut des Vertrages nicht ergeben, betonte das Gericht, dass nur solche Schäden versichert seien, die durch unmittelbar während des Sturmes herumwirbelnde Teile verursacht würden. Hier hätte als zusätzliche Einschränkung im Vertrag der Begriff “unmittelbare Einwirkung” explizit erwähnt werden müssen, damit der Versicherer eine Zahlung verweigern kann. Ausschlaggebend hierfür sei das “Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers”.

Indirekt bestätigten die Richter somit, dass Versicherungen ihre Klauseln ausreichend genau und deutlich definieren müssen. Dennoch: Es kann nicht schaden, wenn sich Verbraucher zusätzlich von einem Versicherungsexperten beraten lassen. Sie kennen die Feinheiten solcher Verträge – und haften in der Regel auch dafür, dass sie im Beratungsgespräch die wichtigsten Punkte ansprechen.

Laut OLG Hamm sei es auch im verhandelten Streit nicht entscheidend gewesen, dass der Baum unmittelbar durch den Sturm beschädigt worden sei. Sondern, dass es sich um den “Sturm als maßgebliche Ursache” des Schadens handle. Das heißt, es muss ein nachweisbarer Kausalzusammenhang zwischen dem Sturm und der Beschädigung des Gebäudes bestehen, ohne dass eine andere Ursache dazwischen getreten ist. Um solche Streite durchzufechten, kann sich zusätzlich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung lohnen.

Die Kälte hat Deutschland fest im Griff: Frostige Temperaturen weit unter Null werden wohl noch bis spätestens Donnerstag die Republik bibbern lassen. Das bedeutet freilich auch Pflichten für Hausbesitzer. Sie müssen Vorsorge tragen, dass Häuser und Wohnungen ordentlich beheizt sind – sonst steht der Schutz durch die Wohngebäudeversicherung auf dem Spiel. Denn geplatzte Leitungsrohre kosten die Versicherungswirtschaft jedes Jahr Milliarden.

Deutschland fröstelt unter eisigen Temperaturen. Zwar ist es nicht überall so kalt wie auf der Zugspitze, wo in der Nacht zum Dienstag -30,4 Grad gemessen wurden. Doch auch in vielen anderen Regionen wurden Temperaturen von -15 Grad und kälter gemessen. Schuld ist Hoch “Hartmut” und eine Besserung vorerst nicht in Sicht. Bis Ende der Woche soll es bitterkalt bleiben, informiert der “Deutsche Wetterdienst” (DWD).

Das bedeutet auch Pflichten für Hausbesitzer. Wenn sie diese nicht erfüllen, steht unter Umständen der Schutz durch die Wohngebäudeversicherung auf dem Spiel, warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aktuell auf seiner Webseite. Wichtigste Regel: Das Haus muss ausreichend beheizt sein, damit Heizungs- und Wasserrohre keinen Frostschaden erleiden. Entsprechende Regeln befinden sich oft in den Allgemeinen Wohngebäude-Bedingungen der Versicherer. Und auch der Hausratversicherer kann -abhängig von den Vertragsbedingungen- seine Leistung kürzen, wenn es aufgrund allzu sorglosen Umgangs mit der Kälte zu Schäden am Hausrat und an Möbeln kam.

Achtung!: Die Pflicht zu heizen besteht nicht nur für das Hauptgebäude, sondern auch mitversicherte Nebengebäude, Ferien- oder Zweitwohnungen. Oft wird hier der Kälteschutz vergessen, wenn die Gebäude unbewohnt sind. Hier reicht es mitunter nicht, das Heizungsventil auf die Frostschutz-Einstellung zu drehen: in der Regel gekennzeichnet durch ein Schneeflocken-Symbol. Laut GDV verhindert die Frostschutzstellung zwar, dass der Heizkörper einfriert – aber Rohre, die entfernt vom Heizkörper verlegt seien, würden eben nicht ausreichend beheizt und können folglich zufrieren. Also besser etwas mehr heizen!

Darüber hinaus sollten Wasserrohre im Freien oder in selten benutzten Räumen geleert und die Wasserzufuhr abgestellt werden. Auch so verhindert man, dass sie Schaden nehmen.

Dass ein Wasserrohrbruch kein unwahrscheinlicher Fall ist, zeigt die hohe Zahl an Schäden. Die Versicherungswirtschaft zahlte laut GDV im Jahr 2016 mehr als 2,8 Milliarden Euro für 1,3 Millionen geplatzte Leitungsrohre. Die Wohngebäudeversicherung zahlt, wenn Schäden direkt am Gebäude entstehen, etwa die Wände, Heizungsanlage oder auch fest verbaute Teppiche Schaden nehmen. Für Schäden an Möbeln, Gardinen oder Elektrogeräten kommt die Hausratversicherung auf.

Am 18. Januar fegte Orkan “Friederike” über Deutschland hinweg, deckte Dächer ab, legte den Verkehr lahm und kostete sogar acht Menschen das Leben. In einer ersten Schätzung ging der Versicherungsdachverband GDV von einem Schaden in Höhe von 500 Millionen Euro aus. Doch diese Schadenssumme musste der Verband nun deutlich nach oben korrigieren: Friederike war der zweitteuerste Wintersturm aller Zeiten!

Vor einer Woche hatte der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV), Dachverband der Versicherer, den Schaden durch Friederike für die Versicherer noch auf 500 Millionen Euro beziffert. Doch nun liegen dem Verband genauere Zahlen vor und er musste diese Summe deutlich nach oben korrigieren: 1 Milliarde Euro wird die Branche nun für die entstandenen Schäden zahlen müssen! Damit ist Friederike zweitteuerster Wintersturm aller Zeiten. Nur Kyrill war mit 2,06 Milliarden Euro noch teurer.

Orkan Friederike zeigte erneut, wie wichtig es ist, sein Hab- und Gut mit einer entsprechenden Versicherung abzusichern. Allein 900 Millionen Euro müssen die Versicherer demnach für Sachschäden zahlen – etwa Schäden am Haus. Hierfür ist es nicht nur sinnvoll, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen, die in der Regel für Sturmschäden ab Windstärke 8 zahlt. Ein zusätzlicher Elementarschaden-Baustein ist unerlässlich, wenn zum Beispiel infolge von Starkregen Wasser in den Keller dringt und das Gemäuer schädigt.

Schaden schnell melden!

Wer seinen Schaden bisher nicht gemeldet hat, sollte das schnellstens nachholen. In der Regel hat eine Schadensmeldung unverzüglich -also so schnell wie möglich!- zu erfolgen, damit der Versicherer den Schaden begutachten kann. Schon eine 14tägige Versäumnis führt dazu, dass die Gesellschaft ihre Leistung stark kürzen darf, wie unter anderem ein Urteil des Amtsgerichts Wuppertal zeigt (Az.: 39 C 557/06).

Wenn der Schaden gemeldet wurde, sollten Hausbesitzer konkret mit ihrem Versicherer absprechen, welche weiteren Schritte zu unternehmen sind. Das ist manchmal ein schwieriges Unterfangen. Einerseits dürfen die Schäden nicht einfach beseitigt bzw. repariert werden, wenn der Versicherer auf Begutachtung besteht. Eine vorschnelle Reparatur kann also zu Problemen mit dem Versicherer führen. Anderseits gibt es eine Pflicht zur Schadensminderung: Versicherungsnehmer müssen verhindern, dass der Schaden noch größer wird und Folgeschäden auftreten.

Das ist derzeit schwierig, wenn das Dach repariert werden muss. Laut einem Bericht von MDR aktuell sind nach dem Orkan Friederike in einigen Regionen so viele Schäden aufgetreten, dass die Dachdecker schlicht ausgebucht sind und bei kleineren Arbeiten zunächst nur eine provisorische Abdeckung übernehmen. In solch einem Fall sollte der Versicherer darüber in Kenntnis gesetzt werden – hierbei kann es helfen, sich das Bemühen um Hilfe von der Dachdeckerfirma schriftlich bestätigen zu lassen. Wichtig: Hausbesitzer sind nicht dazu verpflichtet selbst auf das Dach zu steigen! Besser auf professionelle Hilfe warten, bevor man noch selbst verunglückt.

Am Sonntag ist es wieder soweit: Mit Partys und Feuerwerk wird in das neue Jahr hineingefeiert. Dabei werden leider auch wieder unzählige Briefkästen zerstört, weil sich Jugendliche einen Spaß daraus machen, Böller hineinzustecken. Dennoch sollte man nicht jeden kleinen Schaden der Versicherung melden – Sonst droht im schlimmsten Fall die Kündigung.

Wenn Kinder und Jugendliche Silvesterknaller in Briefkästen oder Mülltonnen stecken, gehen diese leider auch schnell kaputt. In der Regel kommt für solche Schäden die Wohngebäudeversicherung auf. Sie wird auch ohne Probleme zahlen, wenn man einen zerstörten Briefkasten meldet.

Doch wenn am letzten Tag des Jahres tatsächlich Gebäudeteile wie Briefkästen kaputt gehen, sollten Immobilieneigner sehr gut überlegen, ob der Schaden nicht aus dem eigenen Portemonnaie erstattet werden kann. Das gilt vor allem, wenn “nur” wenige hundert Euro hierfür aufgebracht werden müssen.

Versicherer darf Vertrag regulär kündigen

Der Grund: Wenn Versicherte zu oft und in kurzen Abständen einen Schaden melden, dann sind die Versicherer in der Regel berechtigt, den Vertrag einseitig zu kündigen. Entsprechende Klauseln finden sich in vielen Verträgen. Tatsächlich berichten die Verbraucherzentralen, dass sich wiederholt Kunden aufgrund solcher Kündigungen bei ihnen beschweren.

Doch es hilft nichts: Die Versicherer dürfen von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Und hier sei an den Hauptzweck einer Wohngebäude-Police erinnert. Sie soll vor allem dann einspringen, wenn dem Hausbesitzer ein existentieller Schaden entsteht, den er nicht einfach so ersetzen kann: zum Beispiel, wenn das Haus aufgrund eines Feuers niederbrennt. Das kann schnell hunderttausende Euro verschlingen – kein Vergleich zu einem zerstörten Briefkasten!

Versicherungswirschaft führt schwarze Liste auffälliger Kunden

Wenn der Wohngebäudeversicherer den Vertrag kündigt, haben die betroffenen Hausbesitzer schnell ein weiteres Problem. Die Versicherungswirtschaft führt eine Art schwarze Liste, die sogenannte HIS-Auskunftei, auf die alle Versicherer Zugriff haben. Hier werden Kunden eingetragen, die mit häufigen Schadensmeldungen auffallen. Mit dieser Liste soll Versicherungsbetrug verhindert werden: Leider landen dabei auch versehentlich ehrliche Kunden auf der Liste.

Zwar schließt ein HIS-Eintrag nicht aus, dass man einen neuen Vertrag findet. Aber dieser kann deutlich teurer werden – und der Versicherer wird den Schutz ausreichend prüfen. In der Regel werden die Daten im HIS-System nach fünf Jahren gelöscht, wenn ein Verbraucher sich darin wiederfindet. Jedoch kann es dabei auch zu Fehlern kommen. Versicherte sollten deshalb prüfen, ob sie zu Unrecht dort eingetragen sind, und können eine Löschung der Daten beantragen – Wie das funktioniert, klärt ein Beratungsgespräch!

Es ist bitter: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein Sturm starke Verwüstungen in Deutschland angerichtet. Herwart hieß der Übeltäter diesmal und wütete besonders dort, wo auch bereits Sturmtief Xavier seine Spuren hinterließ: in Nord- und Ostdeutschland. Dächer wurden abgedeckt, Bäume fielen auf Häuser und Straßen, in Städten wie Bremerhaven und Hamburg wurden viele Keller geflutet. Zwischenzeitlich kam im Norden fast der komplette Bahnverkehr zum Erliegen.

Gut, wenn man die richtigen Versicherungen hat. Hausbesitzer können sich mit einer Wohngebäudeversicherung gegen Sturmschäden an Gebäuden wappnen: Sie zahlt, wenn der Sturm mindestens Windstärke 8 bzw. 63 Stundenkilometer erreichte. Für Überschwemmungen muss hingegen eine extra Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden. Kommen Einrichtungsgegenstände, Markisen oder Satellitenschüsseln durch das Unwetter zu Schaden, zahlt die Hausratversicherung.

Schaden schnell melden!

Wer seinen Schaden noch nicht an den Versicherer gemeldet hat, sollte aber schnellstens handeln. In der Regel sollte die Schadensmeldung nämlich unverzüglich erfolgen. Dabei gibt es einiges zu beachten. Zum einen haben die Versicherten eine Schadenminderungspflicht: Sie müssen Sorge tragen, dass der Schaden nicht noch schlimmer wird. Zum Beispiel, indem ein defektes Fenster mit Folie abgedeckt wird.

Zum anderen muss der Versicherung aber die Gelegenheit eingeräumt werden, den Schaden durch einen eigenen Gutachter ermitteln zu lassen. Und das bedeutet, Hausbesitzer dürfen nicht einfach die beschädigte Sache auf eigene Faust reparieren lassen, ohne zuvor mit der Versicherung Rücksprache zu halten.

Reparaturen sollten nur in Rücksprache mit dem Versicherer beauftragt werden bzw. nachdem ein Sachverständiger des Versicherers vor Ort war. Auch sollten keine pauschalen Handwerkerleistungen vereinbart werden: Auch hier behält sich der Versicherer ein Mitspracherecht vor. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Schäden selbst gut zu dokumentieren, etwa mit Fotos, Videos oder Zeugen.

Nicht jeden Bagatellschaden melden!

Wenn nur kleine Schäden am Haus entstanden sind, die aus eigener Tasche bezahlt werden können, empfiehlt es sich, diese tatsächlich selbst zu zahlen und nicht an den Wohngebäude-Versicherer zu melden. Der Grund: zwar erhalten die Verbraucher ihren finanziellen Verlust umgehend ersetzt. Aber wer zu oft kleine Schäden in kurzer Zeit reguliert haben will, muss mit der Kündigung seines Vertrages rechnen.

Hierzu sind die Gesellschaften berechtigt, weil ihnen durch häufige Schadensmeldungen ein hoher Verwaltungsaufwand entsteht. Mitunter ist es danach schwierig einen neuen Vertrag zu finden, da speziell bei Überschwemmungen die eigene Adresse schnell in eine höhere Gefährdungsklasse nach dem Zürs-System eingestuft wird. Diese wird jährlich aktualisiert und orientiert sich daran, wie oft in einer Region Überschwemmung aufgetreten sind.

Hier sei auf die wichtigste Funktion einer Wohngebäude-Police hingewiesen: Sie soll hohe finanzielle Schäden absichern, die eben nicht selbst finanziert werden können. Schließlich entsteht bei derartigen Stürmen im schlimmsten Fall ein Schaden im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich, wenn etwa das Gemäuer so schwer geschädigt wird, dass das Haus einsturzgefährdet ist. In solchen Fällen soll der Schutz greifen!

Am 22. September ist offiziell Herbstanfang. Für viele Bundesbürger fühlt sich aber auch der Spätsommer schon herbstlich an: So manche kühle Brise und nasskalter Regen verdirbt derzeit die Stimmung, nachdem der Sommer mehr als durchwachsen war. Da empfiehlt es sich, frühzeitig zu schauen, ob das eigene Haus wetterfest versichert ist: Welche Versicherung kommt auf, wenn Schäden am Eigenheim oder der eigenen Wohnung entstehen?

Als erster Baustein gegen allzu heftige Wetterereignisse empfiehlt sich die Wohngebäudeversicherung. Sie übernimmt zum Beispiel Schäden am Haus, wenn es der Herbstwind gar zu dolle treibt: Erreichte er mindestens Windstärke 8 beziehungsweise fegte mit 62 Stundenkilometern ums Haus, dann steht den Betroffenen in der Regel eine Zahlung zu, zum Beispiel, wenn das Dach oder Gemäuer kaputtgeht. Ob die notwendige Windstärke erreicht wurde, lässt sich schnell mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) abklären, der entsprechende Wetterereignisse misst.

Baustein Numero 2 ist eine Elementarschadenversicherung. Zur Erinnerung: Eine solche ist notwendig, damit ein Hausbesitzer auch dann Anrecht auf eine Schadenszahlung hat, wenn Naturereignisse wie Hochwasser, Erdsenkung oder Starkregen wüten. Läuft also der Keller voll Wasser, weil anhaltender Regen die Straße in einen Fluss verwandelt, springt nur eine Elementar-Police ein. Oft ist sie als Zusatzbaustein zur Wohngebäudeversicherung abschließbar und kostet dann einen Aufpreis. Unbedingt prüfen, ob und in welchem Umfang auch für die Photovoltaikanlage Schutz besteht!

Als Baustein Numero 3 für einen wetterfesten Versicherungsschutz empfiehlt sich die Hausratversicherung. Schließlich kann es bei heftigen Unwettern auch passieren, dass es durch das Dach oder Fenster reinregnet, nachdem Schäden am Haus auftraten. Schnell ist der teure Teppich hinüber oder gar der Flachbildfernseher. Auch mit Blick auf eine andere Schadensursache ist eine Hausratpolice zu empfehlen: Je kürzer der Tag, desto aktiver werden Einbrecher, wie der Versicherungsdachverband GDV berichtet. Der Grund: Aufgrund der frühen Dunkelheit im Herbst wird in den Wohnungen oftmals bereits ab 16 oder 17 Uhr das Licht angeschaltet. Einbrecher erkennen daran, ob jemand zu Hause ist oder nicht.

Baustein Numero 4 ist eine Haftpflichtversicherung. Dies mag einige verwundern, ist aber schnell erklärt. Die Städte übertragen die Räumpflicht gern auf Hausbesitzer. Und im Herbst verwandelt das herabfallende Laub so manchen Bürgersteig in eine Rutschbahn. Kommt dann ein Fußgänger zu Fall und verletzt sich, kann unter Umständen der Hausbesitzer haftbar gemacht werden, wenn er das Laub nicht entfernt hat. Eine Privathaftpflichtversicherung leistet in der Regel, wenn Mieter, Besitzer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen die Sicherung des Bürgersteigs vernachlässigt haben. Eigentümer eines Mehrfamilienhauses hingegen müssen eine extra Haus- oder Grundbesitzer-Haftpflicht abschließen.

Eine Elementarschadenversicherung zahlt für Schäden, die durch Hochwasser und Starkregen entstehen. Dass damit aber nicht jeder Schaden gleichermaßen abgesichert ist, zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Hamm. Dort erlitt eine Hausbesitzerin eine bittere Niederlage gegen ihren Versicherer, weil die vertragliche Definition von “Rückstau” eine Einschränkung der Leistungspflicht vorsah.

Wie wichtig es ist, in Versicherungsverträgen auf die einzelnen Klauseln zu achten, zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Hamm. Eine Hausbesitzerin musste dort eine bittere Niederlage einstecken, weil ein Versicherer die Vertragsklausel derart definiert hatte, dass er für ihren Schaden nicht mehr zahlen musste (Urteil vom 26. April 2017, 20 U 23/17).

Was ist ein Rückstau?

Konkret ging es um die Frage, ob im Rahmen einer Elementarschadenversicherung ein Rückstau-Schaden vorlag oder nicht. Nur dann hätte die Versicherung zahlen müssen. Bei einem Starkregen war die Kanalisation derart überlastet, dass das Abflussrohr der Dachterrasse verstopft gewesen ist. Deshalb konnte das Wasser nicht ablaufen. Es sammelte sich stattdessen auf der Terrasse, lief ins Haus und beschädigte dort Zimmer und Wände.

Dennoch muss der Versicherer für den Schaden nun nicht zahlen. Und das zu Recht, wie auch die Richter des Oberlandesgerichtes bestätigten. Ursache hierfür ist eine Vertragsklausel, die das Vorliegen eines Rückstaus an enge Bedingungen knüpft. “Rückstau liegt vor, wenn Wasser (…) bestimmungswidrig aus dem Rohrsystem des versicherten Gebäudes oder dessen zugehörigen Einrichtungen austritt”, hieß es konkret im Vertragstext.

Dumm für die Hausbesitzerin: Das Wasser war eben nicht aus dem Regenfallrohr ausgetreten, wie auch ein Gutachter des Versicherers nachweisen konnte. Das Wasser konnte nur nicht ablaufen. Damit lag eben kein Rückstau laut Vertragstext vor. Bereits im Vorfeld hatten die Richter gegenüber beiden Streitparteien deutlich gemacht, dass die Klage unbegründet sei. Daraufhin zog die Hausbesitzerin ihre Klage zurück (OLG Hamm, Urteil vom 26. April 2017, 20 U 23/17).

Auf Vertragsdetails achten!

Im Pressetext des Oberlandesgerichtes findet sich ein Satz, der geradezu als Aufforderung an Verbraucher gelesen werden kann, sich bei Vertragsabschluss ausführlich mit den Bedingungen eines Versicherungstarifs auseinanderzusetzen: “Dass eine Elementarschadensversicherung abgeschlossen worden ist, bedeutet nicht, dass sämtliche Risiken abgedeckt sein müssten. Versichert sind nur die vertraglich vereinbarten Risiken”. Das heißt, die Verbraucher sollten sehr genau nachlesen, was laut Vertrag versichert ist – und was eben nicht.

Natürlich ist das nicht leicht, stecken doch viele Verträge voller Fachbegriffe und Versicherungs-Sprech. Deshalb sollte man sich nicht scheuen, die Hilfe eines Versicherungs-Fachmanns oder einer Fachfrau in Anspruch zu nehmen. Beispiel Rückstau: Hier machen manche Elementar-Versicherer weitere Vorgaben und Einschränkungen, die Hausbesitzer kennen sollten. Zum Beispiel, wenn ein Versicherer nur dann für einen Schaden zahlt, falls eine Rückstauklappe vorhanden ist. Andere Versicherer schließen nur den witterungsbedingten Rückstau ein, andere wiederum Rückstau durch ausufernde Gewässer. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

Die Versicherungswirtschaft muss jedes Jahr Milliarden an Euro zahlen, weil Wasserrohre platzen oder Armaturen und Heizboiler undicht sind. Das berichtet aktuell der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Schützen kann man sich gegen Leitungswasserschäden mit einer Wohngebäude- und Hausratversicherung.

Wenn ein Wasserrohr in der Wohnung platzt, sind die Folgen oft verheerend. Schnell ist die Wand hinüber und im schlimmsten Fall verwandelt sich die Wohnung in einen kleinen See, wenn den Schaden niemand rechtzeitig bezahlt. Die hohen Schadensummen betätigt nun auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit einer Pressemeldung.

Alle dreißig Sekunden platzt ein Rohr

Laut GDV platzt alle dreißig Sekunden in Deutschland ein Wasserrohr und verursacht einen Versicherungsschaden. Rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden müssen die Versicherer demnach pro Jahr regulieren. Wenn Schäden am Haus, den Einbaumöbeln oder den Wänden entstehen, kommt die Wohngebäudeversicherung für den Schaden auf. Die Hausratversicherung zahlt hingegen, wenn Hausrat, Fernsehgeräte oder Laptops durch das Wasser kaputtgehen.

Auf 2,3 Milliarden Euro beziffert sich allein die Schadensumme, die Wohngebäudeversicherer im Jahr 2015 für Rohrbruchschäden geleistet haben. Und auch die Hausratversicherer mussten 230 Millionen Euro an ihre Versicherungsnehmer auszahlen. Stolze Summen, wenn man bedenkt, dass es hier allein um Schäden durch Leitungswasser geht!

Ärgerlich sind die hohen Kosten auch deshalb, weil sie vermeidbar wären, kommentiert GDV-Schadenexperte Oliver Hauner. “Eigentlich müssten Hausbesitzer nach rund 30 Jahren ihr Rohrleitungssystem überprüfen, wenn nicht sogar bereits sanieren lassen”, sagt der Fachmann. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer würden aber die hohen Kosten scheuen.

Im Osten weniger Leitungswasserschäden

Schaut man sich an, wo in Deutschland die meisten Leitungswasserschäden auftreten, macht sich ein deutliches Ost- West- Gefälle bemerkbar. Das zeigt sich am sogenannten Schadenindex des GDV, der die Landkreise anhand Schadenaufwand und Versicherungssumme ins Verhältnis setzt. Auch wenn dieser Index unverbindlich ist, hat er Einfluss auf die Prämienkalkulation vieler Versicherer.

Die bundesweit meisten Leitungswasserschäden sind demnach in der Innen- und Südstadt von Köln zu beklagen, wo der Schadenindex 263 beträgt. Das bedeutet, hier sind mehr doppelt so viele Leitungswasserschäden zu beklagen wie im Bundesschnitt, der einen Index von 100 aufweist. Auch Krefeld (200) und Karlsruhe (192) werden oft von Rohrbrüchen heimgesucht.

In Ostdeutschland ist die Zahl der Leitungswasserschäden hingegen vergleichsweise niedrig. Hier liegt jeder einzelne Landkreis deutlich unter dem Bundesschnitt von 100: kein einzelner Landkreis hat im Osten einen Schadenindex von mehr als 80. Der GDV begründet dies damit, dass nach der Wende viele Häuser saniert wurden dabei oft auch die Rohre ausgetauscht wurden.